Kunden em pfehlungen
Rezensionen von verhei:
Solothurn ruft nach Vergeltung von Christof Gasser
ein internationaler Regionalkrimi der auch die Ermittler persönlich fordert
Es sind Filmtage in Solothurn und der auszuzeichnende Regisseur taucht nicht auf. Von Pia, Tochter des Chefermittlers Dominik Dornach wird er getötet in seinem Zimmer aufgefunden. Doch was ist das Motiv? Hat es mit seinem Film über Femizide und Frauenhass zu tun. Hat es mit seiner eigenen Herkunft zu tun.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da die Spuren gering sind. Hat alles mit einem spektakulären Fall in der Vergangenheit zu tun.
Eines vorneweg - auch wenn dies bereits der siebente Band einer Reihe um den Ort Solothurn und den Ermittler Dominik Dornach ist, viel mir der Einstieg leicht. Man lernt die Charaktere und ihre Geschichte peu à peu kennen und erkennt, dass viele der Personen eine lange und turbulente Geschichte verbindet.
Auch wenn dies ein Regionalkrimi ist, mit einer tiefen Verflechtung im Ort, hat er überraschend viele internationale Züge. So gesellen sich zu regionaltypischen Ausdrücken und eine schon fast pittoreske Beschreibung der Gegend, Ausflüge ins Ausland, aktionreiche Szenen und Hintergrundinformationen in verschiedenste internationale Ermittlungseinheiten, die man so vielleicht nicht erwartet.
Auch die Themen, die aufgegriffen werden, sind sehr aktuell – Femizide sind in vielen Ländern ein großes Problem. Weiters Mobbing, Belästigung und häusliche Gewalt. Alles von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Als Leser ist man versucht, gleich einen bestimmten Personenkreis zu verdächtigen, doch man darf sich als Leser auf die ein oder anderen überraschende Wendung einstellen. Doch in diesem Netz aus Ehrenmord, Hass, Schuld, Lüge und Misstrauen ist nichts so einfach wie es zunächst scheint.
All dies lässt das Buch dann doch auch temporeich und düster erscheinen, präsentiert allerdings mit einem flüssigen und leichten Schreibstil. Man befindet sich als Leser im Strudel der Ermittlungen und Wendungen und bekommt schließlich aber eine schlüssige Aufklärung präsentiert.
Ich werde in nächster Zeit sicher auch noch die Vorgängerbände lesen.
Rezensionen von Bücherwurm78:
Ungelöst - Die erste Zeugin von Arno Strobel
Spannend bis zum Schluss
Luisa Menkhoff erkennt auf einer Vermisstenanzeige die Frau wieder, welche die Lebensgefährtin desjenigen Mannes war der sie vor vielen Jahren als 5-jährige entführt hat. Sie wendet sich sofort an die Polizei und trifft dort auf Ramin Brunner, der zusammen mit ihr auf die Suche geht.
Ein neuer Thriller von Arno Strobel ist eigentlich eine Garantie für Spannung und ich habe mich sehr darauf gefreut.
Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Ungelöst ist der Auftakt zu einer neuen Serie. Also kann man sich schon jetzt auf weitere spannende Bücher freuen. Mir hat dieser erste Fall sehr gut gefallen. Ab Anfang an war es spannend, es gab keine langwierigen Passagen im Buch und bis zum Schluss hin bin ich immer neugierig geblieben wie es wohl ausgehen wird. Arno Strobel hat es wieder geschafft mich ans Buch zu fesseln, so dass ich es auch innerhalb eines Tages gelesen hatte. Sehr flüssig geschrieben, präzise Orts- und Personenbeschreibungen. Da ich selbst im Münchner Umland wohne mag ich Bücher in welchem ich die Orte kenne. Die beiden Hauptpersonen Luisa und Ramin kamen bei mir als Leser sehr sympathisch an.
Auch die Covergestaltung gefällt mir und animiert dazu das Buch in die Hand zu nehmen.
Fazit: Klare Leseempfehlung für Thriller- und Strobel-Fans.
Rezensionen von Lesemama:
Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell
Das Ende hat mich total überrascht
Zum Buch:
Eve Shaw ist Gutachterin bei einem Auktionshaus. An ihrem Geburtstag kommt ein sehr alter Mann, stellt sich als Max vor und kommt ihr unglaublich bekannt vor. Er übergibt ihr eine kleine Octopus, was sie noch mehr verwundert und vor allem nicht mehr loslässt. Eve macht sich auf die Suche nach einem gewissen Hotel, das in einer Novembernacht 1935 für immer seine Pforten schließt.
Meine Meinung:
Ich habe das Buch als ungekürztes Hörbuch gehört, eine sehr angenehme Sprecherin und bei einigen wenigen Kapiteln kommt auch Max zu Wort.
Die Geschichte beginnt recht traurig, Eves Geburtstag ist heute, den sie aus Gründen, fie wir im Laufe der Geschichte erfahren, nicht mehr feiert. Dann kommt Max, übergibt ihr den Octopus und eine seltsame Karte mit einer noch seltsameren Nachricht und stirbt. Eve muss sich mit ihrer Vergangenheit, aber auch mit ihrer Zukunft auseinandersetzen. Sie trifft auf einmal immer wieder auf Octopusse, die seltsame Dinge auslösen.
Es ist spannend, fantastisch und magisch. Zwischendurch auch ein wenig verwirrend, als Max auf einmal von noch einem anderen Jahr erzählt. Aber das Ende, das Ende hat mich total überrascht, positiv. Es war gut zu hören die Stimmen hatten einen angenehmen Klang, ich fand das Hotel im Jahr 1935 sehr imposant. Unterhaltsame Magie, absolut empfehlenswert. Ich konnte gut mir Eve mitfühlen, zumindest meistens.
Rezensionen von FogandBooks:
Lightfall 1: Das verlorene Licht von Tim Probert
Ein Abenteuer voller Herz und Licht
Mit Lightfall ist Tim Probert eine Graphic Novel gelungen, die mich wirklich von der ersten Seite an gepackt hat. Die Geschichte verbindet auf sehr stimmige Weise Abenteuer, Humor und emotionale Tiefe und schafft es dabei, nie überladen zu wirken. Im Zentrum stehen Bea und Cad, zwei Figuren, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade dadurch so wunderbar harmonieren.
Bea denkt viel nach, hinterfragt Situationen und sorgt sich oft, während Cad mit einer bemerkenswerten Offenheit durchs Leben geht. Er begegnet Herausforderungen mit einer Leichtigkeit, die nie naiv wirkt, sondern von echter Empathie getragen ist. Genau das macht ihn für mich zu meinem absoluten Lieblingscharakter. Seine Hilfsbereitschaft fühlt sich ehrlich und selbstverständlich an, was der Geschichte eine besondere Wärme verleiht.
Die Handlung entwickelt sich kontinuierlich weiter und gewinnt im Verlauf spürbar an Intensität. Spannende Momente wechseln sich mit ruhigeren, gefühlvollen Szenen ab, sodass ein sehr ausgewogenes Erzähltempo entsteht. Neue Figuren bringen zusätzliche Facetten in die Geschichte und sorgen dafür, dass die Welt größer und vielschichtiger wirkt. Gleichzeitig werden immer wieder kleine Hinweise und Andeutungen eingestreut, die neugierig machen und Lust auf mehr wecken. Man spürt, dass hinter allem ein größeres Geheimnis liegt, das sich erst nach und nach entfalten wird.
Ein absolutes Highlight sind für mich die Illustrationen. Sie sind atmosphärisch, detailreich und gleichzeitig unglaublich ausdrucksstark. Besonders die Mimik der Figuren transportiert so viele Emotionen, dass man sich ihnen sofort verbunden fühlt. Humorvolle Details lockern ernste Situationen auf und verleihen der Geschichte eine angenehme Leichtigkeit. Die Bildsprache trägt maßgeblich dazu bei, dass die Welt lebendig wird und lange im Gedächtnis bleibt.
Das Ende ist bewusst offen gehalten. Auch wenn ich persönlich bei Kinder- und Jugendgeschichten einen etwas stärkeren Abschluss schätze, passt dieses offene Weitererzählen zur Konzeption der Reihe. Es hinterlässt viele Fragen, aber auch eine große Vorfreude auf das, was noch kommt. Für mich ist Lightfall ein rundum gelungenes Fantasyabenteuer mit Herz, Spannung und einer ganz eigenen Magie. Ich freue mich schon jetzt sehr auf die Fortsetzung und darauf, Bea und Cad weiter begleiten zu dürfen.
Rezensionen von MarcoL:
Die Riesinnen von Hannah Häffner
Ein wunderbarer, starker Roman über Heimat und Wurzeln. Archaisch, wild, feinfühlig.
Das ist eines der besten Bücher, das ich je! gelesen habe. Es ist atmosphärisch, wild, stürmisch und ruhig zugleich. Und von einer so wunderbaren Sprache durchdrungen, dass man ewig darin verweilen möchte. Alleine die Naturbeschreibungen, vor allem die Szenen im Wald, bewegen einen sehr und man wünscht sich beim Lesen nichts sehnlicher als mit dabei zu sein in dieser kleinen Welt der Abgeschiedenheit unter den Bäumen.
„Dieser Wald, den man nicht aus sich herausbekommt, auch wenn man ihn verlässt. Der wurzelt, unter dem Herzen, hinter den Lungen, und man hört ihn deiner Sprache an und sieht ihn in deinen Augen.“
Es fühlt sich an wie ein Zuhause – und der Begriff Heimat ist auch eines der Kernthemen dieses Romans.
„Zuhause ist schließlich etwas anderes als daheim. Zu Hause kann sich ändern, daheim bleibt“
Die Menschen in der Heimat können grausam sein, böse, abweisend. Besonders dann, wenn man nicht in deren Weltanschauung hineinpasst. Und das passiert auf dem Land oder im Dorf, wo es keine Anonymität gibt, sehr leicht. Schneller als einem lieb ist wird man zur Außenseiter*in gestempelt. Und sei es erst mal nur wegen des äußerlichen Erscheinungsbildes.
Wittenmoos – ein Dorf im Schwarzwald. Liese ist groß, schlank und hat orange-rotes Haar. Ihre Tochter Cora wird ihr ähnlich werden. Lieses Mann Bernhard wendet sich ab, er wollte einen Sohn, wird gewalttätig. Nach Bernhards Unfalltod steht Liese mit dem neuen Haus und ihrer Tochter alleine da, ohne Einkünfte, ohne helfende Hände; - auch nicht die ihre Schwiegereltern. Doch sie beißt und kämpft sich durch, fordert das Erbe von Bernhard ein: die Dorfmetzgerei. Ohne jegliche Erfahrung übernimmt sie den Laden, kämpft sich mit viel Fleiß trotz Gegenwind durch und hat Erfolg. Cora wird bald zu einer unentbehrlichen Stütze, das Geschäft floriert. Aber auch Cora hat ihren eigenen Willen und macht sich auf die Suche nach sich selbst … und letztendlich schließt Eva, Coras Tochter und Lieses Enkelin, den Kreis und veranschaulicht, was es bedeutet, eine Heimat zu haben.
Der Roman ist so wunderbar erzählt (erwähnte ich schon). Hannah Häffner geht feinfühlig mit ihren Protagonist*innen um, lässt ihren Ecken und Kanten, Sehnsüchten und Pflichten freien Spielraum, nur damit wir merken, dass es so sein muss.
„Dinge, die so sind, wie sie sein sollen, haben ihren eigenen Schmerz“
Über drei Generationen nimmt uns die Autorin mit in diese Abgeschiedenheit des Schwarzwälder Dorfes und hinterlässt am Ende den Wunsch, die Geschichte möge unendlich weitergehen.
Ganz große Erzählkunst, und ganz große Leseempfehlung. Lieblingsbuch für immer.
Rezensionen von LeserinLu :
Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt? von Nick Brooks
Sehr spannend
Der Jugendroman „Up in Smoke“ ist eine schnelle, spannende Lektüre, die auch Jugendliche in einem Rutsch durchlesen können. Schon auf den ersten Seiten steckt man mitten im Geschehen: Cooper lässt sich von seinem Freund Jason überreden, während einer Black-Lives-Matter-Demonstration an einer Plünderung teilzunehmen.
Als kurz darauf Schüsse fallen und ein Mensch stirbt, gerät Cooper selbst unter Verdacht. Von der Polizei kann er keine Hilfe erwarten, daher nimmt er die Sache gemeinsam mit Jasons Schwester Mo selbst in die Hand.
Der Roman lebt stark von seinem hohen Tempo. Die Geschichte konzentriert sich ganz auf den Fall und die Suche nach dem wahren Täter. Die kleine Liebesgeschichte zwischen Cooper und Mo bleibt dezent im Hintergrund und lenkt nicht von der eigentlichen Spannung ab. Gerade das macht das Buch zu einer sehr zugänglichen, zügig lesbaren Geschichte, die auch Jugendliche motiviert, immer weiterzulesen. Gut gefallen hat mir auch, dass der Roman konsequent auf die Auflösung hin erzählt und mit dem gelösten Fall endet. Inhaltlich greift er aktuelle Themen wie Protestbewegungen, Polizeiarbeit und Vorverurteilung auf, ohne dabei belehrend zu wirken. Das lässt mich auch darüber hinwegsehen, dass der Roman sprachlich nicht ganz so ansprechend ist, auch wenn die Übersetzung von Sabine Schilasky sicher gelungen ist.
Ich hätte mir allerdings ein Nachwort gewünscht. An einer Stelle werden Gewerkschaften eher negativ dargestellt und ich bin mir nicht sicher, ob alle Jugendlichen den Begriff oder seine gesellschaftliche Bedeutung einordnen können. Ein kurzer erklärender Kontext hätte hier hilfreich sein können, eventuell auch zu BLM und gun violence in den USA.
Rezensionen von Bibibabby:
Berlinerisch von Lea Streisand
Sprache, Kultur und Geschichte
Dieses Büchlein ist ein Must-Read für alle neu zugezogenen Berliner. Als Nicht-Muttersprachlerin finde ich dieses Buch unglaublich hilfreich um nicht nur die Sprache, sondern auch die Geschichte Berlins besser zu verstehen.
Dieses Buch bietet nicht nur einen Überblick über die im Berliner Dialekt verwendeten Begriffe und Ausdrücke, sondern auch über die Geschichte und Kultur, die ihn geprägt haben.
Das längste Kapitel führt durch die Geschichte Berlins und erklärt, wie die verschiedenen Wellen jüdischer und französischer Einwanderung die Sprache beeinflusst haben. Selbst stereotype Zuschreibungen gegenüber der Berliner (z.B. der Berliner Unwille) haben einen historischen Ursprung, die erläutert wird.
Die Leser erfahren außerdem viel über den geschichtlichen Hintergrund verschiedener Berliner Stadtteile sowie über die Darstellung des Berlinerisch in den Medien.
Eine kurzweilige Lektüre für alle, die sich für Berlin interessieren.
Rezensionen von Marie aus E.:
Fünf Fremde von Romy Fölck
Kann leider nicht mit der Elbmarsch-Serie mithalten
Ich bin großer Fan der Elbmarsch-Krimiserie der Autorin und habe mich deshalb sehr gefreut, dass es einen neuen Thriller gibt. Nicht Bestandteil der Serie, sondern etwas Neues, noch dazu mit Nordsee-Insel-Vibes, wie schön.
Es geht um Annika Lundt, eine Kriminalkommissarin. Sie kommt auf die Insel Neuwerk zurück, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern.
Auf der Fähre befinden sich noch weitere Menschen, einige davon wird sie sehr bald näher kennenlernen.
Parallel geht es dreißig Jahre zurück, Annika ist damals noch ein Teenager. Aus einem Schullandheim verschwinden zwei Jugendliche.
Personen aus der damaligen Clique der verschwundenen Jugendliche oder Bezugspersonen sind nun heute auch auf der Insel. Und dass, obwohl doch alle in alle Winde verstreut waren. Ein Zufall? Sicherlich nicht.
Ich mochte anfangs einfach alles am Buch. Die Verstrickungen zur Vergangenheit, die Schilderungen der Insel, die sich aufbauende Spannung und die Düsternis, die über allem liegt.
Gleichzeitig macht das Buch große Lust, die Insel auch real zu besuchen.
Allerdings hat mich die Auflösung am Ende dann enttäuscht. Ich fand die Entwicklung der Handlung nicht plausibel und in der Gesamtsicht auch die Charaktere nicht überzeugend. Sie hatten nicht die Tiefe, wie ich es aus der Elbmarsch-Serie kenne.
So habe ich das Buch, das so gut startete, dann mit einigen Fragezeichen eher enttäuscht zugeklappt.
3,5 Sterne, weil mich zwei Drittel des Buches trotzdem gut unterhalten und gefesselt haben.
Rezensionen von MariasBooks:
Novel Haven - Sound of Dreams von Anabelle Stehl
Stardew Valley x Zeilenflüstern x tragic past
Sound of Dreams ist der Abschluss der Novel Haven Trilogie aus der Feder von Anabelle Stehl.
Das Buch ist im LYX Verlag erschienen.
STIMMUNG
Das Buch hat generell eine sehr lockere, und positive Stimmung, wird aber immer wieder von traurigeren Momenten durchbrochen, und vor allem zum ende hin dramatischer.
GESTALTUNG / AUFBAU
Ich habe das Buch als eBook gelesen.
Mir persönlich gefällt das Cover sehr gut und ich mag den illustrierten Stil der ganzen Reihe sehr gerne. Zudem wurde sich viel Mühe mit der Gestaltung des Innenlebens gegeben: Bei jedem Kapitelanfang, finden sich Auszüge aus Nachrichten an die beiden Protagonisten und Kapitel wurde auch mit einem kleinen Audiobalken gestaltet.
Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Protas erzählt.
Was uns auch schon zu den Chracteren des Buches bringt.
CHARACTERE / HANDLUNG
Die Protas haben mir generell gut gefallen. Ich mochte ihre ruhige und sanfte Art und wie sie miteinander umgegangen sind.
Bei Aria kam es mir aber vor, dass ihr zwar mit Worten Characterzüge und Eigenschaften zugeschrieben wurden, diese dann aber nicht wirklich in der Geschichte aufgegriffen wurden. zB steht auf der ersten Seite, dass sie die Welt in Tönen sieht. Da hätte ich mir gedacht, dass im ganzen Buch immer wieder beschrieben wird, wie sie Situationen/Personen mit Tönen/Instrumenten etc vergleicht. Schlussendlich ist dass aber nur sehr selten passiert.
Zudem kam mir in der zweiten Hälfte vor, dass zu viele Dramen und Probleme herbeigeführt wurden. Natürlich sind einzelne Punkte notwendig um die Story voranzubringen, aber hier wurde das Drama statt mit einem Salzstreuer mit dem Esslöffel gewürzt und das hat dem letzten Teil des Buches nicht wirklich gut getan, weil zu viele Punkte sich auf einmal angehäuft haben und diese dann nicht in der Tiefe sondern oberflächlich und schnell abgefertigt werden mussten. Hier wäre besser gewesen, lieber 1-2 Plotpoints wegzulassen und dafür die anderen Probleme richtig aufarbeiten.
Die Lovestory zwischen Aria und Felix hat mir an sich recht gut gefallen. Vor allem wie sich diese mit den Dates langsam angebahnt hat und wie eine natürliche Liebesgeschichte entwickelt hat. Das war schön zu lesen und sollte deutlich öfter in Büchern gemacht werden.
FAZIT
Auch das 3. Buch der Reihe hat mir im großen und ganzen sehr gut gefallen und ich hätte ständig Lust weiterzulesen, auch wenn vor allem im Punkt Drama und Characterbau Verbesserungspotential bestanden hätte. Nachdem ich trotzdem viel freude beim Lesen hatte, gebe ich auch die volle Sternenzahl.
Wer die vorherigen Bände oder andere Bücher der Autorin mochte, wird auch bei diesem nicht enttäuscht werden.
Rezensionen von dorli:
Real Americans von Rachel Khong
Im Bann der Wissenschaft
In ihrem Roman „Real Americans“ erzählt Rachel Khong eine Familiengeschichte, die sich über drei Generationen erstreckt.
Der erste Teil der Handlung spielt zur Jahrtausendwende in New York. Lily Chen ist die Tochter chinesischer Einwanderer. Die 22-Jährige ist Kunststudentin, macht gerade ein unbezahltes Praktikum in einem angesagten Medienunternehmen und kann sich finanziell eher schlecht als recht über Wasser halten.
Auf einer Party lernt sie den Mittzwanziger Matthew Allen kennen. Matthew ist der Erbe eines großen Pharmaunternehmens. Trotz aller Gegensätze verlieben die beiden sich ineinander, heiraten und bekommen einen Sohn.
Zeitsprung in die 2020er Jahre. Der 16-jährige Nick lebt mit seiner Mutter Lily zurückgezogen auf einer kleinen Insel unweit Seattle. Nick hat seinen Vater nie kennengelernt, weiß nicht einmal seinen Namen. Lily blockt beharrlich jede seiner Fragen ab. Auf Drängen seines einzigen Freundes Timothy macht Nick heimlich einen DNA-Test, der ihn tatsächlich auf die Spur seines Vaters bringt.
Der dritte Part beginnt im Jahr 2030. Hier erzählt Lilys Mutter May von ihrer Kindheit und Jugend in China, von ihrer Flucht nach Amerika und von ihrer Mission, als Wissenschaftlerin der Genetik die Gesundheit und Veranlagung des Menschen positiv zu beeinflussen.
Rachel Khong widmet sich in diesem Roman sehr gewichtigen Themen. Es geht um Herkunft, Identität, Rassismus und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben. Es geht um Fluch und Segen von Wissenschaft und Forschung. Es geht um Eltern, die für ihre Kinder die besten Voraussetzungen schaffen möchten und deshalb das genetische Gleichgewicht beeinflussen und die Vererbung steuern wollen und in ihrer Euphorie gar nicht bemerken, was sie da anrichten.
Verpackt hat Rachel Khong all diese interessanten Aspekte in jede Menge amerikanische - bzw. im dritten Teil chinesische - Lebensart. Die vielen Facetten des Alltagslebens sollen wahrscheinlich die Umstände und Hintergründe erklären, warum Lily, Nick und May ihre Lebenswege so gestaltet haben, wie hier dargestellt, doch dieses ganze Drumherum war mir viel zu ausschweifend. Alles wirkt sehr in die Länge gezogen, so dass die eigentlichen Themen fast untergehen.
Auch die Figuren waren wenig greifbar für mich. Ich habe ihr Leben und ihr Handeln verfolgt, konnte dabei aber kaum mit ihnen mitfiebern und mitfühlen.
„Real Americans“ konnte mich nicht so fesseln, wie ich es gehofft hatte. Die mitreißende und ergreifende Geschichte, die ich erwartet hatte, habe ich nicht bekommen.











