Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Acht Berge von Paolo Cognetti
Arbeit am Berge des Lebens
In der Freundschaft zwischen dem Ich-Erzähler Pietro und seinem "Helden" Bruno werden zwei gegensätzliche Lebensentwürfe durchgespielt: das Bleiben im abgelegenen Bergdorf der Kindheit und das Fortgehen, das Erkunden der Ferne. Auf den ersten Blick entspricht die Charakteristik der beiden Protagonisten diesem Gegensatz.
Ihre Möglichkeiten, sich zu entwickeln und ihr Leben handelnd zu gestalten, sind bereits in der Kindheit vorgezeichnet: Dem aus einfachsten Verhältnissen stammenden Praktiker Bruno steht ein Erzähler gegenüber, der immer wieder die Distanz sucht, die Haltung des Intellektuellen und Theoretikers; aus dieser heraus gestaltet er erzählend das Gemeinsame der beiden Lebensgeschichten, die Freundschaft. So ist er es auch, der beider Verhältnis zueinander in die Bildlichkeit der titelgebenden nepalesischen Legende kleidet.
Bei näherem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass die Distanz zum - bildlich gesprochen - Leben im bewohnbaren Tal auf Seiten des Praktikers eigentlich ebenso groß ist wie die seines in die Ferne strebenden Freundes. Ersterer, der sich ein Leben lang an ein und demselben, quasi dem höchsten Berg der Legende abarbeitet, der sich auf schwerste Arbeit wie auch auf die Liebe einlässt, scheitert; er endet in Besitzlosigkeit und der völligen Einsamkeit des Hochgebirges und übersiedelt in das Sommerhaus seines Freundes auf 2000 m Seehöhe. Der Freund, der in der Ferne gleichsam die acht weniger hohen Berge der Welt besteigt, sich eine halbherzige Nähe zu anderen Menschen bewahrt und seine Arbeit nur beiläufig mit wenigen Worten streift - dieser Ich-Erzähler kann von vornherein an keinem "Gipfel" scheitern, da er in seinem unverbindlichen Lebensentwurf eine derart unbedingte Bindung und Zielsetzung nie entwickelt. Im abschließenden III. Teil des Romans zeichnet sich ab, dass beide Freunde auf einer symbolischen Ebene an demselben "Berg" unterwegs sind: Sie sind auf der letztlich erfolglosen Suche nach einem Sinn in ihrem Leben.
So hinterlässt die Lektüre eine gewisse Wehmut, der aber die immer wieder neue Schönheit der Naturschilderungen gegenübersteht: eine sprachliche Schönheit, die hier nicht zu besprechen, sondern nur zu erlesen ist.
Rezensionen von yellowdog:
Acht Berge von Paolo Cognetti
Aus Liebe zur Dichtung
In Gewahrsam ist eine Wiederveröffentlichung eines 1987 schon einmal unter anderen Titel erschienen Romans der indischen Schriftstellerin Anita Desai. Damals hieß das Buch „Die Hüter der wahren Freundschaft“. Der Roman wurde im Original 1984 geschrieben und gilt als einer der besten der Autorin.
Zu Recht, wie ich finde, obwohl auch andere Bücher von ihr sehr gelungen sind.
Kurz zur Handlung: Der Lehrer Deven wird von seinem alten Freund, dem Herausgeber Murad angesprochen, eine Artikel für seine Zeitschrift zu schreiben. Es soll ein Beitrag über den alten, sehr bekannten Lyriker mit dem ungewöhnlichen Namen „Nur“ gehen. Nur ist einer der bedeutendsten Autoren der Urdu-Dichtung, doch er befindet sich in einer Schaffenskrise und hat lange nichts veröffentlicht. Zwischen den Sprachen Hindi und Urdu herrscht Konkurrenz, Urdu gilt vielen als zu gehoben und politisch anders motiviert. Die Gegensätze der doch sehr ähnlichen Dialekte werden von Desai in geschickter Art thematisiert.
Deven ist anfangs sehr zögerlich, schließlich aber bereit den Meister in Delhi aufzusuchen, da er ihn und seine Gedichte bewundert. Bei der ersten Begegnung ist Deven schockiert vom Zustand des alten Mannes, der im Streit mit der Familie lebt und dem Alkohol zu sehr zugetan ist. Hinzu kommt die Schreibblockade, doch Nur spürt Devens Bewunderung und will ihn schließlich als Sekretär, dem er seine Biographie erzählen will. Aber da gibt es noch einige Hindernisse zu überwinden.
Die Art, wie das Buch geschrieben ist, zeigt eine Parodie auf den Literaturbetrieb, es ist aber keine Satire im eigentlich Sinne, den Anita Desai gestaltet ihre Figuren realistisch, als am Leben leidende und zaudernde. Dazu überzeugt das Buch als Literatur über Literatur und Sprache. Diese Form ist sehr überzeugend.
Sprachlich ist der Roman fein ausgestaltet, ein Genuß. Schade, dass das Buch damals nicht den renommierten Booker-Preis gewann, obwohl es auf der Short-List stand. Den gewann dann ca. 20 Jahre später Anita Desais Tochter, Kiran, die ebenfalls Schriftstellerin wurde.
Anita Desai war in Deutschland nie so bekannt, aber doch erschienen einige Bücher von ihr. Die letzten Jahre wurde es aber still um ihre Werke in Deutschland. Sehr löblich, dass der vergriffene Roman jetzt wieder verfügbar ist. Hoffentlich erscheinen noch weitere.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Tod eines Surfers von Evelyne Weissenbach
Schürzenjäger sterben früher
Clemens Holzbauer, Frauensammler, Surfer und Versicherungsagent (in dieser Reihenfolge), wird tot in seinem Ferienappartement im fiktiven Örtchen Schilfern aufgefunden.
Mit der Aufklärung sind Frau Oberst Doktor Luise Pimpernell und Inspektor Roman Grümpl betraut.
Schnell stellt sich heraus, dass es Legionen von Blondinen und eifersüchtigen Freunden oder Ehemänner gibt, die ein Motiv für einen Mord an dem feschen Surfer haben.
Doch auch einige windige Machenschaften gemeinsam mit dem Bürgermeister von Schilfern, lassen an mörderische Beweggründe
Denken.
Erst ein Hinweis des Nachbarn von Holzbauer in Wien, gibt der ganzen Sache den entscheidenden Anstoß: Eine knackige Blondine mit einem silbernen Golf und einem Neusiedler Kennzeichen mit einer Null, ist häufig bei Clemens gesehen worden.
Na dann! Auf geht’s! Unglaublich wie viele Autos dieses Typs, dieser Farbe und mit einer Null im Kennzeichen in Schilfern zugelassen sind. Auf Pimpernell und Grümpl wartet eine Menge Arbeit.
Das mühsame Klinkenputzen hat letztendlich Erfolg, doch ist danach in Schilfern nichts mehr wie vorher.
Meine Meinung:
Mit Fr. Dr. Oberst Luise Pimpernell hat die Autorin, die selbst am Neusiedler See lebt, eine unkonventionelle Ermittlerin geschaffen. Sie ist nicht mehr ganz jung, pfeift auf Konventionen und Modediktate. Sie kennt hier am Neusiedler See Land und Leute recht gut und weiß daher, wie sie mit den einzelnen Bewohnern umgehen muss um Antworten auf die drängendsten Fragen zu bekommen.
Anders als in vielen Krimis geht es hier gemütlich zu. Keine hysterische Hektik, sondern peinlich genaue Recherche, die manchmal ein wenig eintönig wirkt. Aber der normale Polizeialltag ist eben hin und wieder auch fad und mühsam.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Für alle jene Leser, die in den Dialektausdrücken nicht ganz so firm sind, gibt es zu Beginn ein ausführliches Glossar der gängigsten Ausdrücke. Am Ende des Buches finden sich einige typische Gerichte der Burgenländischen Küche.
Die Krimihandlung ist in die wunderschöne Landschaft rund um den Neusiedler See eingebettet.
Neben der eigensinnigen Pimpernell und dem arbeitssamen Grümpl gibt es viele Charaktere, die Ecken und Kanten haben sowie den einen oder anderen, der in jedem x-beliebigen Dorf in Österreich oder Deutschland leben könnte. Freunderlwirtschaft im Dunstkreis des Bürgermeisters ist ein altbekanntes Problem.
Mit dem erdigen Humor, der durchaus stellenweise dunkelschwarz ist, wächst die Frau Oberst ihren Lesern ans Herz.
Ich hätte locker noch 200 weitere Seiten lesen mögen.
Fazit:
Wer eine ungewöhnliche Ermittlerin abseits der üblichen Ermittlerinnen kennen lernen möchte, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich diesem Krimi 5 Sterne und hoffe auf eine baldige Fortsetzung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Melange der Poesie von Alessandro Barbero; Barbara Rieger
Eine Elegie in schwarz/weiß
Mit diesem Buch haben der Fotograf Alain Barbero und Autorin Barbara Rieger eine Hommage an die Wiener Kaffeehauskultur geschaffen.
Stimmungsvolle Schwarz/Weißbilder, eine Kurzbeschreibung sowie Anekdoten aus der oft wechselvollen Geschichte dieser Wiener Institution geben dem Leser einen Einblick in die Wiener Kaffeehauslandschaft.
Eine kurze Momentaufnahme, eingefangen von einer Kamera und mit Zitaten von namhaften Wortschaffenden garniert.
Ich geh davon aus, dass es den beiden Autoren schwer gefallen sein muss, einige traditionsträchtige Etablissements wegzulassen.
In meiner Erinnerung gibt es noch viele, nicht genannte, aber ebenso erwähnenswerte Kaffeehäuser. Ich denke dabei z. B. an das Café Vienne (1010 Wien, Fleischmarkt 12, seit 1827) oder das Café Weimar (1090 Wien, Währinger Straße 68). Im „Weimar“ gibt es einen Pianoplayer, eine inzwischen selten gewordene Kaffeehaustradition.
Meine Meinung:
Ein sehr gelungenes Buch, bei dem es sich lohnt mehrmals genussvoll hinein zu blättern. Beim wiederholten Betrachten der Fotos lässt sich immer wieder ein bislang unbeachtetes Detail finden.
Das Buch besticht durch sein ungewöhnliches Querformat und seine hochwertige Ausfertigung.
Die Zitate großer Literaten, die zwischendurch in roten Lettern gedruckt, eingeflochten sind, zeugen vom kulturellen Schaffen der Poeten.
Gut gelungen sind auch die Statements verschiedener Persönlichkeiten der Österreichischen Literaturszene zu jedem Kaffeehaus.
Im Anhang findet der interessierte Leser Kurzbiografien, der Wortspender.
Wer mehr über das „Wiener Kaffeehaus“ erfahren möchte, für den gibt es dann noch ein ausführliches Quellenverzeichnis.
Ein rundum gelungenes Buch, das uns die unterschiedlichsten Wiener Kaffeehäuser (wieder) näherbringt. Außerdem lässt sich vortrefflich in Nostalgie schwelgen.
Als Geschenk für Leute, die das traditionelle Wiener Kaffeehaus lieben, eine geniale Idee.
Fazit:
Ein wirklich tolles Buch, dessen einziges Manko ist, nicht ALLE Kaffeehäuser Wiens beschrieben zu haben. Doch wer weiß, vielleicht gibt es ja einen zweiten Band?
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Bilder des Bösen von Britta Hasler
Ein fesselnder Krimi aus dem Wien um 1900
~~Britta Hasler entführt ihre Leser in das Wien des Fin de Siècle, in dem die Gratwanderung zwischen Moral und Unmoral ein Balanceakt ist. Die Gegensätze in der Bevölkerung sind riesengroß. Hier die Vermögenden (Adel, Großbürgertum) und da die Armen und Not Leidenden wie Zuwanderer aus allen Teil der Monarchie.
Der Sozialstaat ist noch nicht erfunden und so bleibt Wohltätigkeit den Reichen überlassen. Viele Kinder aus verarmten Familien werden Opfer zahlreicher Versprechen von skrupellosen Verbrechern, die sie in den Abgrund stürzen.
Zum Inhalt:
Vor dieser Kulisse des dunklen Wien ist nun der zweite Fall für Rudolph Lischka und Julius Pawalet angesiedelt. Der ehemalige Polizist Lischka und der Bildernarr Pawalet, der selbst aus tristem Milieu stammt, haben nach der erfolgreichen Aufklärung der Bilderdiebstähle (siehe „Das Sterben der Bilder“) eine Detektei gegründet. Sie verbringen ihre Tage damit, untreuen Ehemännern und/oder Ehefrauen hinterher zu spionieren.
Als sie den Auftrag Frau Sutters, die Erpressung ihres Mannes mit Nacktfotos aufzuklären, annehmen, wissen sie noch nicht, in welches Dickicht von Verbrechen sie eindringen.
Gleichzeitig beschäftigt ein mehrfacher Mädchenmörder die Polizei. Die Opfer, immer junge Mädchen und Frauen, die aus finanziellen Gründen sich und ihren Körper verkaufen müssen, werden ausgeblutet und ohne Hände aufgefunden.
Als die Kriminalpolizei in der Person von Leutnant Tscherba (dem ehemaligen Vorgesetzten von Lischka) die Detektive um Hilfe ersucht, zögern die beiden vorerst ein wenig, sind sie doch auf den intriganten Polizisten nicht gut zu sprechen.
Erst als Tscherba sie zu einem weiteren verstümmelten Mädchen führt, das der Nackten auf dem Erpresserfoto aufs Haar gleicht, entdecken Lischka und Pawalet einen Zusammenhang und sagen ihre Hilfe zu.
Was dann auf die beiden zukommt, lest bitte selbst ….
Meine Meinung:
Wie schon in „Das Sterben der Bilder“ zeigt Britta Hasler ein dunkles Bild von Wien, abseits der Klischees von „Sissi und Franz“. Die morbide Gesellschaft liegt wie ein dichter Nebel über der Stadt. Die Scheinmoral wuchert üppig. Sex und Drogen (aber ohne Rock’n’Roll) sind an der Tagesordnung. Das wird vielleicht einige Leser vor den Kopf stoßen, ist aber das Sittenbild der Zeit.
Die sterbende Monarchie, der Tanz auf dem Vulkan, ist sehr gut wiedergegeben, die Spannung sehr hoch.
Wir begegnen einigen Figuren aus dem ersten Band, die eine erstaunliche Entwicklung erfahren haben, z.B.: Die Krankenschwester Johanna wird zur Nobelprostituierten im Dunstkreis von Luise von Schattenbach, die schon im Vorgängerkrimi eine höchst dubiose Rolle gespielt hat.
Auch dem intriganten Leutnant Tscherba gelingt es wieder, seine Spielchen zu spielen.
Der Showdown ist ziemlich aufwühlend.
Gut gefallen hat mir, dass sich für Lischka ein zartes persönliches Glück anbahnt, das (in einem hoffentlich bald erscheinenden dritten Band) seine Fortsetzung finden kann.
Fazit:
Dieser historische Krimi spiegelt die sterbende Monarchie mit allen ihren unschönen Facetten wieder. Ich gebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Stille von Kagge Erling
Der Ton macht es
"Nichts tun kann jeder, Meditation muss man lernen" - dieser Spruch aus mir unbekannter Quelle kam in den Sinn, als ich die Präsentation und Leseprobe dieses Buches gesehen hatte. Nachdem ich es dann real vor mir gelesen lag, wollte ich als Rezension dazu erst folgendes schreiben:
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Leider wäre damit nicht nur eine Eingabe in der Eingabemaske unmöglich, es wäre auch wenig hilfreich für jeden, der über dieses Buch nachdenkt. Also: braucht man dieses Buch?
Wichtig: es ist KEINE Anleitung für irgendetwas, auch keine Abhandlung über die Stille. Am ehesten entspricht das Büchlein dem, was ich so als „Nachttisch-Büchlein“ werte (kein Coffeetable-Buch, das sind die, die eher nur zum Anschauen sind, weniger zum Lesen). Am meisten liegt mir Text Nummer 7, mit der Erkenntnis "Häufig entscheide ich mich dafür, etwas zu tun, statt die Stille mit mir selbst auszufüllen." S. 43
Im Wesentlichen besteht der wirklich sehr sehr schön gestaltete Band aus 33 (!) kurzen Texten über die Stille, Texten, die man als eine Art Anschubser, zu Anregung, Meditation nutzen mag. Ich mag solche Bücher auf dem Nachttisch oder in einer ruhigen Ecke - zum Beruhigen des Geistes, Herunterkommen, Nachdenken. Das Buch ist angenehm unesoterisch, ohne dabei beliebig zu sein, es gibt sowohl Texte zum Wesen von Stille als auch über Erkenntnisse in und aus der Stille, aus persönlichen Erfahrungen des Autors geboren. Man mag manches als Allgemeinplatz aburteilen wie die imaginierte Betrachtung von Menschen aus dem All mit dem Fazit "Mir wurde klar, dass im Laufe der Zeit der einzige Unterschied darin bestand, dass die Eifrigsten ein etwas größeres Haus hatten, in dem sie die Nacht verbrachten." S. 32, dennoch sollte man dabei nicht aberkennen, dass die Leistung darin besteht, den Leser über Themen wie Werte, Relativierungen überhaupt innehalten, geschweige denn nachdenken zu lassen.
Also: ist das jetzt banal - oder nein? Nun, es gibt tatsächlich nichts spektakulär Neues im Buch. Aber die Abschnitte sind gut geschrieben, anregend, kurzweilig. Ich bin tatsächlich in der vorletzten Nacht zufällig aus einem Alptraum aufgewacht, den ich vielleicht 1-2 Mal im Jahr träume, eine alte Erinnerung ohne weiteren "Therapiebedarf"; ich kann dann stets schlecht wieder einschlafen und lese meist, meist sehr lange. Das offene Buch des Tages war "Stille". Ich lag nach einem Abschnitt wieder und habe geschlafen (das wird den Alptraum nicht "heilen", auch keinerlei Trauma, aber andererseits überanalysiert man ja auch im normalen Leben nicht, warum einen bestimmte Musik aufputscht, auch wenn es diese Untersuchungen durchaus gibt. Der Ton macht es, auch hier).
Man könnte jetzt dem Büchlein also natürlich vorwerfen, es nutze schlicht zu "nichts" - aber genau das IST ja der Nutzen…und das auf so hübsche Art und Weise. Ich bitte um ein Versinken in kurzer Stille über diesen wirklich hübschen und ganz eigenen Zirkelschluss ;-)
Rezensionen von ARTAO:
Ouroboros von Heckmann Philipp
OUROBOROS
Philipp Heckmanns Märchen handeln in der Gegenwart und in der Zukunft. Vertraute Ansichten werden auf den Kopf gestellt, biedere, lebensfeindliche Engstirnigkeit aufgezeigt, Gier und Geiz auf den Pranger der Weltordnung gestellt. Die Helden und Heldinnen sind Werbegrafiker, Umweltfreaks, Computertechniker, Wissenschaftlerinnen, die durch ihre klare, erwachte Handlungsweisen zu Helden und Heldinnen im Kreislauf des Lebens werden.
Lebendigkeit siegt.
Zu jedem Märchen gibt es ein wunderbares Ouroboros-Bild, fantastisch, märchenhaft, in Traumwelten entführend.
Ein wunderbares, künstlerisch gestaltetes Buch, wie man es heutzutage nur selten findet.
Sonja Henisch
Hier zwei Inhaltsangaben der insgesammt 10 Erzählungen des Buches:
- Der Spiegel
Leon, ein Maler, der vor Jahren von einem Kunstkritiker aus seiner künstlerischen Laufbahn geworfen wurde, ist heute Werbegrafiker und produziert Werbelügen.
Er wird eines Morgens von seinem Spiegelbild (noeL) angesprochen: „Denk darüber nach, was du mit deinem Leben machst! Heute ist dein Tag der Wahrheit!“
Eine turbulente Komödie beginnt, noeL zieht Leon in den Spiegel und springt hinaus.
Im Spiegel gefangen und zum Beobachter verurteilt, muss Leon fassungslos zusehen wie noeL sein bisheriges Leben durcheinanderwirbelt und den wahren, authentischen Leon wiederbelebt.
- Der Rat der Bäume
Bäume leben eine andere Zeitdimension, sie sehen Nudus Ape, den nackten Affen quasi im Zeitraffer. Er ist für sie „Nur ein Millisekündchen in der Zeit.“
Ein einberufener Baumrat beginnt dessen Entwicklung wissenschaftlich zu analysieren. Die Untersuchungen veranschaulichen, dass seine Aktivitäten von der Entdeckung des Feuers bis hin zu den Experimenten mit schwarzen Löchern und dem Gottesteilchen, alle Naturwesen gleichermaßen in ihrer Existenz bedrohen. Sie beginnen mit den nackten Affen zu kommunizieren und helfen ihnen einen Ausweg aus ihrem selbst geschaffen Dilemma und zurück zu sich selbst zu finden.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein Weihnachtslicht über Sylt von Ines Thorn
Ein Weihnachtswunsch wird wahr
Vor 2 Jahren haben der 5-jährige Ben und die 7-jährige Mina ihre Mama Helena durch einen LKW-Unfall verloren. Sie vermissen sie sehr. Gerade jetzt vor Weihnachten, wo alle ihre Freunde z.B. mit ihren Mamas Plätzchen backen. Papa Malte scheint sich mit der Nachbarin gut zu verstehen, die aber anscheinend keine Kinder mag.
Mina und Ben mögen sie auch nicht. Da schreiben die beiden Kinder einen Brief an den Weihnachtsmann und wünschen sich eine neue Mama. Postbote Ole, derm Mina erzählt, dass sie sich eine neue Mama wünschen, mehr al alles andere auf der Welt, spielt Mr. Zufall und seine Cousine Svea kreuzt den Weg der kleinen Familie...
Obwohl die Geschichte absolut vorhersehbar ist, hatte ich doch ein paar sehr nette unterhaltsame Stunden mit Mina und Ben. Sich um diese Zeit mit Weihnachtslektüre zu beschäftigen ist wohl auch nicht normal. Aber da es z.Zt. gerade in der Früh schon bitterkalt ist, war das Lesen abends in eine Decke gekuschelt, auch im September schon sehr schön.
Mina, Ben und Papa Malte habe ich gleich ins Herz geschlossen. Man spürt, wieviel Mühe er sich gibt, seinen Kindern die Mama zu ersetzen und wieviele Gedanken er sich macht, weil er das doch nicht ganz schafft. Nachbarin Cornelia dagegen hätte ich ihm als Partnerin nicht gewünscht. Svea dagegen, das ganze Gegenteil, passt sehr gut zu den Dreien.
Die Dialoge zwischen den Kindern habe ich teilweise nicht als altersgemäß empfunden. Sie kamen mir altklug und älter vor, als die Beiden sind.
Eine liebevolle, warmherzige Geschichte, die man nicht nur um die Weihnachtszeit herum lesen kann. Nicht nur für Sylt-Liebhaber geeignet, da sie in jedem anderen Ort der Republik genau so angesiedelt sein könnte. Und ich finde, man kann diese Geschichte sehr gut zusammen mit seinen Kindern lesen.
Rezensionen von manu63:
Das Erbe der Macht - Band 10: Ascheatem (Urban Fantasy) von Andreas Suchanek
Ascheatem
Ascheatem ist der zehnte Band aus der Reihe Das Erbe der Macht aus der Feder des Autors Andreas Suchanek. Sie könnte auch Atemlos heißen, denn der Autor lässt seine Leser kaum zu Atem kommen weil sich die Ereignisse immer wieder überschlagen. Max ist in der Höhle des Löwen um Leonardo zu befreien und Alex, Jen, Chloe, Chris und Nikki versuche den dritten Sigilsplitter vor der Schattenfrau zu bekommen.
Einmal mehr habe ich den Band in einem Rutsch gelesen und konnte ihn nicht aus der Hand legen. Glaubte ich die Protagonisten in sicheren Gefilden hatte der Autor schon wieder eine Wendung im peto die ich so nicht erwartet hatte. Eigentlich sollte mich nichts mehr bei Andreas Suchanek überraschen, da ich alle Serien von ihm verfolge bzw. lese, aber er ist immer wieder gut dabei seine Leser mit neuen Wendungen zu konfrontieren die fantasiereich und stimmig sind. Wie er seine Charaktere aus scheinbar ausweglosen Situationen herausschreibt verblüfft mich immer wieder.
Die Ereignisse waren rasant, wobei die Szenarien in den Traumebenen auf den ersten Blick ruhiger waren, was sich aber dabei enthüllt sorgte für tiefe Einblicke in die Charaktere. Geschickt gemacht um die inneren Teufel der Protagonisten aufzudecken. Die Dialoge sind gut gewählt und es treten immer mal wieder Schmunzelmomente auf, obwohl die Situation ernst ist.
Gut finde ich das Glossar am Ende des Buches in dem Personen, Orte, Zaubersprüche und Prophezeiungen aufgeführt werden. Auch die Einleitung Was bisher geschah, bringt mich immer wieder gut ins Geschehen. Insgesamt eine Reihe die mich gut unterhält und bei der ich sehnsüchtig auf den nächsten Band warte.
Rezensionen von manu63:
Das Erbe der Macht - Band 10: Ascheatem (Urban Fantasy) von Andreas Suchanek
Nummer 2
Die Katze ist der zweite Band der Schwestern des Mondes Reihe der Autorin Yasmine Galenorn in dem sie die Geschichte der D'Artigo Schwestern weiter erzählt. Nachdem in Band eins Camille die Erzählerin war, ist nun Delilah an der Reihe die eine Werkatze ist. Dieses Mal müssen die Schwestern versuchen das zweite Geistersiegel zu bekommen und geraten dabei in die Auseinandersetzungen, in denen ein Rudel Werpumas verwickelt sind.
Die Autorin schafft es auch im zweiten Teil mich zu fesseln, die unterschiedlichen Erzählerinnen der Geschichte finde ich gut gewählt, jeder Band wird von einer anderen Schwester getragen und sie wechseln sich dabei ab. Erst ist Camille dran, die Hexe, im zweiten Band Delilah die Werkatze und in Band drei wird es Menolly sein, die Vampirin. Ich musste mich an den Perspektivwechsel erst mal gewöhnen, da die Schwestern alle sehr unterschiedlich sind.
Der Erzählstil ist locker und flüssig lesbar, die Dialoge sind zeitgerecht und witzig ohne dabei flach zu sein. Währen es in Band eins durch die überbordende Libido von Camille einige explizite Szenen gibt sind diese in Band zwei recht rar gesät. Die Geschichte wird langsam aber dennoch spannend aufgebaut und trotz vieler Dialoge und Beschreibungen bleibt die Spannung erhalten. Es ist so als ob man die Schwestern bei ihrem täglichen Leben begleitet. Die Schwestern und ihre Mitstreiter erweisen sich als einfallsreich und die Geschichte wirkt in sich stimmig. Dabei entwickeln sich die Protagonisten weiter und die Beziehungen vertiefen sich. Bisher hat mich die Reihe gut unterhalten und ich bin nun gespannt auf Band drei aus der Sicht von Menolly. Die Reihe bietet kurzweilige Unterhaltung mit einer Prise Erotik, die aber eher zweitrangig ist.









