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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von heinoko:

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Rabentrauer und Drachenpech


Ein Roman, der mich verzaubert und berührt hat.
Miriam funktioniert in ihrem Beruf als Journalistin für eine Hamburger Frauenzeitschrift und sie funktioniert als Mutter ihres kleinen Sohnes Max, aber in ihr sitzt unverarbeitete tiefe, tiefe Trauer um ihren Mann Gregor, der vor 2 Jahren in Ausübung seiner Tätigkeit als Fotograf in einem Krisengebiet erschossen worden war.

Wir begleiten Miriam bei ihren Vorbereitungen zur Verleihung eines Preises, bei dem es um Zivilcourage geht. Stifterin ist Dorothea Sartorius, zurückgezogen lebende reiche Reeders-Witwe, die sich vielseitig sozial engagiert. Aber es gibt auch einen verschwiegenen Teil politischer Vergangenheit im Leben dieser Frau, und Miriam wird durch allerlei Zufälle auf deren terroristische Vergangenheit gestoßen.
Der klare, schnörkellose Schreibstil gefällt mir gut. Genauso klar wie die Sprache ist die Protagonistin selbst, in ihrem Schmerz ebenso wie in ihrer Profession. Überhaupt sind alle im Buch vorkommenden Menschen sehr farbig, lebendig und plastisch beschrieben. Ein besonders intensives Lesegefühl entstand bei mir immer dann, wenn Miriam ihrer Trauer begegnet. Gerade die leisen, gefühlvollen Stellen sind meiner Meinung nach die Stärken des Buches. Die Geschichte selbst ist an einigen Stellen leider unglaubwürdig, da zu viele Zufälle die Geschichte voranbringen sollen. Auch lässt mich der oberflächlich behandelte politische Hintergrund aus jüngster deutscher Vergangenheit in der hier im Buch dargestellten Art und Weise völlig kalt. Da aber die berührende Seite des Buches überwiegt, spreche ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus.

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Rezensionen von Vicky:

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Snow von Paige Danielle

Wir hauchen die Lügen, wir stottern die Wahrheit.


Snow verfügt über ein sehr schönes Cover, das Bild sowie die Gestaltung passen ganz ausgezeichnet zum Titel.

In der 'Buchinfo' kann man sich bereits einen kurzen aber recht guten Eindruck vom Buch holen.

'Die Prophezeiung von Feuer und Eis' ist der erste Teil der Snow-Reihe und umfasst vierundvierzig Kapitel.

Danielle Page hat einen angenehmen Schreibstil, durch diesen und die recht kurzen Kapitel kommt man beim Lesen auch schnell voran. Gut gefallen haben mir außerdem die Ornamente (welche am O vom Titelbild angelehnt sind) vor jedem Kapitel, diese haben mich zeitweise an Schneeflocken bzw. Eisblumen erinnert.

Von der Geschichte selbst bin ich leider nicht zu hundert Prozent überzeugt. Leider, denn ich finde die Idee hat definitiv Potenzial. Aber vielleicht hatte ich mir nach der Inhaltsangabe auch zu viel versprochen. Meine Erwartungen wurden nicht direkt zerstört aber erfüllt wurden sie leider auch nicht ganz. Irgendwie waren mir Snows Erlebnisse zu undurchdacht bzw. zu sprunghaft, mal ist sie dort dann wieder dort und immer wieder vertraut sie unbekannten, neuen Personen (fast) blind. Deswegen muss ich zwei Sterne abziehen.

Fazit: Eine ganz solide Geschichte mit einigen Schwächen. Aber an und für sich ein guter Start einer neuen Jugendreihe die es sich bestimmt lohnt im Auge zu behalten. Außerdem auf jeden Fall für alle Fans von Narnia geeignet.

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Snow

Rezensionen von yesterday:

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Die Lieferantin von Zoë Beck

Eine beklemmende, nicht allzu weit entfernte Zukunft

Ein „Was wäre, wenn….“ der besonderen Art bietet dieser Thriller von Zoё Beck. Für ein packendes Buch genau das richtige, hoffe ich dennoch nicht, dass die Entwicklungen so vorangehen wie hier.

Was wäre, wenn Großbritannien letztendlich aus der EU ausgetreten ist, sich dann den Baustellen im Inland widmet und dabei ein verschärftes Drogengesetz beschlossen werden soll, das Konsumenten wie Suchgiftgegner auf die Straßen treibt und die halbe Unterwelt Londons auf den Plan ruft? Letztere befürchten massive Verdiensteinbußen und wissen sich nur auf „ihre Art“ zu wehren.

Dazu gesellen sich Nationalisten, die den harten Regierungskurs nicht hart genug finden und alles „nicht-britische“ loswerden wollen, notfalls ebenso mit Gewalt.

Zwischen die Fronten geraten dabei naturgemäß auch Unschuldige. Und solche, die es gerne von sich glauben wollen. Wie Ellie, die mit ihrem unkonventionellen Drogen-Onlineshop auch die höchsten Kreise Londons beliefert. Eine perfekte Ausgangsbasis für eine Art britischen Mafia-Krimi, wobei aufgrund der Spannung sogar der so wunderbare schwarze Humor eigentlich zu kurz kommt.

Mehr sei nicht verraten, ich kann jedem Fan der Spannungsliteratur raten, sich selbst von der eigenartig beklemmend-faszinierenden, aufgewiegelten „After-Brexit-Stimmung“ gefangennehmen zu lassen. Und als man gegen Ende schon dem erwarteten Knalleffekt entgegenfiebert und dann doch (fast) alles anders kommt, schwingt die Autorin ebenso überraschend die „Moralkeule“. Hochmut kommt vor dem Fall - eindrucksvoll zeichnet Beck das Bild eines Menschen, der immer stärker seine Prinzipien verrät, schändliche Taten mit abstrusen Theorien rechtfertigt und schließlich die unausweichliche Bruchlandung begeht. Alles Fiktion? Hoffentlich.

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Die Lieferantin

Rezensionen von Nepomurks:

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Die Lieferantin von Zoë Beck

Das, was Glück ausmacht...

Angela Krumpen trifft mit ihrem Buch „Unser Inselleben“ wohl unerwartet einen Nerv der Zeit. Sie, die vor vielen Jahren eher zufällig auf ein Urlaubsziel traf, das manchen abschrecken würde, erzählt hier von „ihrer Insel“ in der irischen See: Illauntannig. Sie erzählt von Freiheit, vom Loslassen und von der Muße.

Und man kauft ihr die Liebe zu ihrer Insel sofort ab, möchte im Grunde selbst gleich los und das kleine Einod entdecken.

Obwohl die Autorin mit ihrem Buch sehr persönliche und private Eindrücke und Erlebnisse schildert, liest es sich unglaublich ergreifend und beinahe spannend. Man taucht durch den sehr eingängigen Schreibstil ab in die Welt von Illauntnnig und fühlt sich irgendwann gar nicht mehr fremd. Bob, der Fischer, dem die Insel gehört, der sich für die Versorgung der Gäste verantwortlich zeichnet und ein waschechter Ire ist, wirkt mehr und mehr vertraut. Die Insel, auf der nur 1 einziges Haus steht: man kann sie sich gut vorstellen und spürt zudem beinahe die Wellen, die sich dort an der Küste brechen und riecht das Salz des Meeres. Die einzelnen Geschichten sind unglaublich gut zu lesen und an Emotion oder gar Identifikation mangelt es hier beim Lesen nicht. Angela Krumpen versteht es, ihre Erzählungen derart zu transportieren, dass man sich zum Ende hin beinahe „eingelullt“ fühlt, aber wohlig.
Auf mich wirkten nur 2 oder 3 Passagen fast ein wenig zu kitschig oder ‚esoterisch‘. Möglicherweise hat die Autorin den Bogen an diesen kurzen Stellen dann doch noch ein wenig überspannt. Aber im Gesamten fällt es wiederum nicht auf, ganz im Gegenteil. Die Schilderungen und Empfindungen wirken einfach durchweg sehr authentisch und ehrlich. Zum Beispiel die Freiheit, die die Autorin durch den zwangsläufigen Verzicht auf jegliche „Luxusgüter“ auf dieser kargen, einsamen Insel erlebt(e). Was braucht der Mensch schon zum Leben? Die Ruhe, die einsetzt und ggf. nur durch Vögel und Schafe oder Sturm „gestört“ wird (naja, und scheinbar neuerdings auch von manchem Sportler vor der Küste Illauntannigs). Oder schlichtweg das Erleben einer Muße, die wir hier schön beschrieben wird, nicht die Zeit der Erholung ist sondern erst im Anschluss daran anknüpft und beginnt. Nach den ausführlichen Erzählungen der Autorin könnte man sagen, dass Illauntannig wohl ein (wie es heute heißt) Sehnsuchtsort für viele Menschen sein dürfte. Angela Krumpen jedenfalls hat sehr eindrücklich geschildert, wie viel dem Menschen doch ein solch wertvoller Platz wie diese, bzw. „ihre Insel“ im Leben bedeuten kann. Glück, ganz einfach!

Das Buch ist jedenfalls absolut lesenswert und ich kann es definitiv nur weiterempfehlen! Ein wunderbares kleines Einmaleins des „Abtauchens“ mit diversen Bildern. 5 Sterne.

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Die Lieferantin

Rezensionen von CanYouSeeMe:

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Der Vater, der vom Himmel fiel von Henderson J. Paul

Der Vater, der vom Himmel fiel

Schon der Klappentext verspricht einen außergewöhnlichen Familienroman mit einer guten Portion Humor. Der Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut, er lässt sich gut und flüssig lesen, er hat einen besonderen Witz, wie schon im Klappentext angekündigt.
Die Charaktere konnten mich jedoch nicht so begeistern.

Die beiden Brüder Billy und Greg könnten unterschiedlicher nicht sein, beide waren jedoch für meinen Geschmack zu vorhersehbar gestaltet. Jeder Charakter in diesem Buch hat eine Macke, wie es menschlicher nicht sein könnte. Aber viel mehr war dann nicht zu holen, ich habe ein bisschen mehr Facettenreichtum erwartet. Insgesamt sind die Charaktere allesamt sehr humorvoll beschrieben und sie sind durchaus liebenswert (nun gut, bis auf Billys Frau Jean…) aber für mich nicht sehr authentisch.
Die Handlung ist auch von dem alles begleitenden Witz geprägt, ich musste oft schmunzeln und habe mich gut unterhalten gefühlt. Insgesamt war der Ablauf jedoch recht vorhersehbar, an einigen Stellen wurde ich jedoch überrascht. Die Handlungen einiger Charaktere waren für mich jedoch wenig nachvollziehbar. Trotz der eher humorvollen und flapsigen Ausgangslage des Buches verstecken sich auf den Seiten viele Aussagen, die mich zum Nachdenken angeregt haben.
Insgesamt ist ‚Der Vater, der vom Himmel fiel‘ ein humorvoller Roman, der gut unterhält uns es dennoch schafft einen nachdenklich zu stimmen.

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Der Vater, der vom Himmel fiel

Rezensionen von B?cherwurm78:

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Kreuzschnitt von Øistein Borge

Die Vergangenheit ruht nicht

Der Prolog des Buches erzählt davon, wie jemand die Frau und Tochter von Bogart Bull (dem Kommissar um den es in diesem Buch geht) als Geisterfahrer mit dem Auto umbringt. Wie man ein paar Seiten später erfährt, war dieser Jemand Richard Torp, den er vor über 3 Jahren hinter Gitter gebracht hat und sich dieser nun an Bull gerächt hat.

Bull verlor sich daraufhin in Alkohol und wird jetzt, nunmehr „trocken“ als norwegischer Ermittler bei Europol eingesetzt.
Nur ein paar Tage später wird ein schwerreicher norwegischer Unternehmer, Axel Krogh, in seiner Villa in Südfrankreich ermordet. Der Täter unterhält sich vor dem Mord noch mit Krogh und teilt ihm mit, dass er etwas Bestimmtes aus dessen Villa mitnehmen möchte. Was ist das und wer ist der Täter? Hat er ein Motiv?


Dieser Kriminalroman hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil von Borge gefällt mir sehr gut. Gute, präzise Beschreibungen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Es ist flüssig geschrieben, keine faden oder langatmigen Passagen im Text. Mit den ersten Seiten wird gleich Spannung und Neugier geweckt, so dass man unbedingt weiterlesen möchte. Die Spannung bleibt auch das ganze Buch lang erhalten. Mir gefallen die „2 Gesichter“ des Buches sehr gut. Auf der einen Seite die Geschichte um den Kommissar Bogart Bull, der seine Frau und Kind verloren hat. Hier ist sehr gut und einfühlsam beschrieben wie er mit der Vergangenheit kämpft und versucht doch wieder ins Leben zurückzufinden. Auf der anderen Seite natürlich der Mordfall. Hier wird der Leser auch auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen, die in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts beginnt und dann vor allem in der Zeit des 2. Weltkrieges spielt. Mir hat diese Verknüpfung des Hintergrundes mit dem Mordfall an Axel Krogh gut gefallen, es ist gut umgesetzt und auch schlüssig.

Fazit: Oisten Borge hat es geschafft, mich als Leser sowohl durch Spannung als auch durch eine emotionale Seite an das Buch zu fesseln. Ich freue mich schon auf einen neuen Fall für Bogart Bull.

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Kreuzschnitt

Rezensionen von Gaby 2707:

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Kreuzschnitt von Øistein Borge

"Wer ist Elisabeth"

Miriam Raven lebt mit ihrem 5-jährigen Sohn Max in Hamburg-St. Georg. Seit ihr Mann, der als Fotojournalist im gleichen Verlag arbeitete wie sie, vor 2 Jahren bei einem Auslandseinsatz ums Leben gekommen ist und sie daraufhin ihr Baby verloren hat, kümmert sie sich nur noch um Max und ihre neue Arbeit bei der Frauenzeitschrift Anabel.

Sie bekommt wie so oft in den letzten Tagen einen Stapel Post. In den großen Umschlägen sind Bewerbungen für den mit € 25.000,00 dotierten „Preis für Zivilcourage“, den die „Lady mit dem Löwenherzen“, wie die verwitwete Reederswitwe Dorothea Sartorius von den Hamburgern genannt wird, ausgelobt hat und der im Mai im Schauspielhaus übergeben werden soll. Diesmal ist aber noch ein anderer Umschlag mit dabei. Reinweiß, ohne Absender mit einem einzigen Satz auf einem weißen Blatt Papier „Fragen Sie Dorothea nach Marguerite!“ Unterschrift Elisabeth. Miriam, die diese Briefe ab jetzt jeden Tag erhält, versucht sie zunächst zu ignorieren. Aber als der 14 Brief kommt, beginnt sie zu recherchieren. Bei einem Interview mit der Mäzenin spricht sie sie auf diese Briefe an. Der einzige Kommentar von Frau Sartorius: Fragen Sie Elisabeth – Elisabeth Manzel.
Bei einem Besuch in einem Kloster an der Schlei kommt sie dem Geheimnis und einem Drachenbauer Bo sehr nahe.

Miriam war mir von Anfang an sehr sympathisch. Ein paar Tage bevor der Todestag ihres Mannes sich zum 2. mal jährt, kämpft sie wie so oft mit ihrer Trauer, die für sie nicht weniger zu werden scheint. Bei ihr ist es ein schwarzer Rabe, der unter ihrem Rippenbogen sein Unwesen treibt. Ich denke, jeder, der eine solche Zeit schon mitgemacht hat, kann sich sehr gut in die junge Frau hineinversetzen. Auch ihre Schuldgefühle, die der Rabe aufrüttelt, wenn sie beginnt sich etwas Neuem zuzuwenden, ist sehr anschaulich beschrieben. Ebenso wird die Trauer ihres kleinen Sohnes Max stark thematisiert und wie Miriam versucht mit seinen Wutausbrüchen klarzukommen und umzugehen. Ich hab den Knirps sofort in mein Herz geschlossen.

Katrin Burseg hat einen Schreib- und Erzählstil, der es mir schwer gemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen. Sie wertet nicht, was ich sehr gut finde. Ich kann mir mein Urteil über die Personen und ihr Handeln selbst bilden. Ich denke, dies ist ein Buch bei dem man über Einiges sehr gut diskutieren kann.

Vielleicht sollte man sich, bevor man an diese Lektüre geht, mit den politischen Hintergründen in Deutschland in den 70er Jahren, dem RAF-Terror und dem sogenannten Deutschen Herbst vertraut machen. Es wird zwar auf einiges eingegangen, aber ich war froh, dass ich doch ein Grundwissen über diese Zeit hatte.

Das Geheimnis, das sich um die Reederswitwe rankt, bringt in die Geschichte eine gewisse Spannung, die ich als sehr angenehm empfunden habe. Ganz langsam kommt Miriam dem Ganzen auf die Spur – und ich bin mittendrin und voll dabei. Dabei stellt sich auch mir die Frage: Liegt die Wahrheit wirklich nur im Auge des Betrachters? Und gibt es wirklich so viele Zufälle, wie sie sich hier häufen?

Eine sehr berührende Geschichte über Trauerbewältigung, Neuanfang, Schuldgefühle und den Mut auch im Nachhinein zu seiner Vergangenheit zu stehen. Ein Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.

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Kreuzschnitt

Rezensionen von AngiF:

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Scherbennacht von Nicole Neubauer

Unruhen

Ein Polizistenmord erschüttert München. Auf einem ehemaligen Sportplatz, nun Schuttabladeplatz einer Baufirma, wird Kriminalhauptkommissar Leo Thalhammer aufgefunden, hingerichtet mit einem Kopfschuss. Die Zeugin, die den Toten findet, ist ausgerechnet Sandra Benkow genannt Sunny, Polizeiobermeisterin bei der Eliteeinheit Unterstützungskommando Bayern.

Sie verschweigt den ermittelnden Beamten jedoch, dass sie dort mit einem ihrer Kollegen verabredet war. Keine leichte Aufgabe für das Team rund um den Ersten Hauptkommissar Michael Waechter. Nicht genug, dass Kriminaldirektor Zöller wegen des Drucks aus Öffentlichkeit, Presse und Politik den noch immer krankgeschriebenen Hannes Brandl in den Dienst zurück beordert, nein, sie stoßen während ihrer Ermittlungen immer wieder auf Blockaden von Seiten der Zeugen und auch die anderen Polizeibeamten geben nicht gerade bereitwillig Auskunft. Besonders schwer hat es jedoch Hannes, der schwer traumatisiert ist seit seinem letzten Einsatz vor einem halben Jahr; Panikattacken erschüttern ihn immer wieder, diese versucht er jedoch vor allen sogar vor seiner schwangeren Frau Jonna zu verheimlichen.

Auch in diesem dritten Band der Serie um das Team von KHK Waechter faszinieren mich die Charaktere, wirklich jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und doch arbeiten sie alle höchst professionell und unerbittlich. Meine Lieblinge sind ganz klar Waechter und Hannes. Aber auch die Nebenfiguren fügen sich hervorragend in die Geschichte ein und perfektionieren sie zu einem brillanten Gesamtbild. Die Sprache der Autorin ist bestechend frisch und real und die Dialoge sind kurzweilig und voller Leben geschrieben. Die Story selbst um Gentrifizierung, autonome Gruppen und Rauschgift könnte brisanter und aktueller nicht sein. Hier hat Nicole Neubauer ihren Finger am Puls der Zeit.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Krimifans werden es lieben und verschlingen, wie ich es getan habe und für Fans des Teams Waechter ist die Lektüre sowieso ein „Must read“! Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den dritten Band in der Serie, doch auch für Neueinsteiger ist es gut zu lesen und sie werden schnell in die Story hineinfinden.

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Scherbennacht

Rezensionen von TanyBee:

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Die drei Magier - Das magische Labyrinth von von Bornstädt Matthias

Das erste Abenteuer für die drei Magier

Ein Buch zu einem Spiel? Da war ich erst ein wenig skeptisch. Aber schon ein kurzer Blick in die Leseprobe konnte mich neugierig machen auf dieses Buch. Und was soll ich sagen? Es ist ein absolutes Highlight!
Aber erst mal zum Inhalt:
In Algravia wütet der böse Zauberer Rabenhorst. Er geht sogar so weit, dass er süße kleine Lunies gefangen nimmt, um ihnen Magie zu stehlen.

Lunies sind flauschige und leuchtende kleine Wesen und man muss sie einfach vom ersten Moment gern haben.
Derweil muss Conrad sich mit Schulproblemen und einer neuen, etwas vorlauten Mitschülerin herumschlagen. Doch bei einem Badeausflug mit Vicky und seiner Schwester Mila wird er plötzlich in die Welt von Algravia hineingezogen und dort werden sie als die drei neuen Magier willkommen geheißen. Wie kann das denn sein?
Die Welt von Algravia ist so wunderbar! Es ist richtige eine kleine Fantasy-Welt, die da erschaffen wurde, aber auch schon für jüngere Kinder geeignet. Da gibt es sprechende Bäume und schlaue Kater, wilde Trolle und sehr haarige Wesen. Die Kinder glauben erst nicht daran, dass sie die drei Magier sind, aber dann bestehen sie doch tapfer ihr Abenteuer. Und das ist ganz schön spannend! Ich hatte ein bisschen Sorge, dass meine Kinder zwischendurch das Atmen vergessen vor lauter Mitfiebern. Und witzig ist es noch dazu. Ich habe mich sehr gerne überreden lassen, bitte noch ein Kapitel vorzulesen. Und noch eins. Und so weiter.
Die Illustrationen sind einfach genial und sehr passend. Man hat das Gefühl, dass die Lunies richtig leuchten, so schön sind die dargestellt. Und die Bilder machen neugierig. Sehr gerne möchten wir Haarmut näher kennen lernen.
Das Buch hat eine schöne Länge. Viele Bücher ab 8 sind sehr umfangreich, was ich auch mag, aber meine Tochter würde das noch nicht zum Selbstlesen durchhalten, „Bleiwüsten“ schrecken sie zu sehr ab. Hier ist die Schrift relativ groß und immer wieder durch farbige Bilder aufgelockert, so dass die Kinder schneller ein Erfolgserlebnis haben. Außerdem ist das Buch so spannend, ich glaube, damit kann man auch Lesemuffel zum Lesen bringen.
Zum Vorlesen ist es auch schon für jüngere geeignet, mein Sohn ist 6 und mochte es super gern. Genauso wie ich. Ich freue mich sehr auf den zweiten Band, weil ich unbedingt mehr über Algravia erfahren will! Der wird also sehr bald bei uns einziehen. Für dieses tolle Kinderbuch möchte ich eine ganz große Empfehlung aussprechen.

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Die drei Magier - Das magische Labyrinth

Rezensionen von LadyIceTea:

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Dann schlaf auch du von Leïla Slimani

Dieses Buch hat mich völlig in seinen Bann geschlagen

Myriam und Paul wollen perfekt sein. Zwei Kinder, Pariser Altbauwohnung und angesehene Jobs. Als Myriam sich nach ihrer Schwangerschaft entscheidet, wieder arbeiten zu gehen muss eine Nanny her. Sie finden Louise und glauben, mit ihr den Hauptgewinn gezogen zu haben. Louise bändigt nicht nur die Kinder, sie macht sauber, kocht und hält unbemerkt die Familie zusammen.

Sie wird immer mehr ein fester Teil des Familienglücks.
Doch niemand hat erwartet, wie tief die Einsamkeit in ihrer Seele sitzt und welche Abgründe sich in Louise auftun. Bis die Dunkelheit über die Familie einbricht.

Ich wusste nicht wirklich, was ich von diesem Roman zu erwarten hatte. Einerseits klang es mir nach Thriller aber andererseits eben nicht nach Fitzek und Co. Bekommen habe ich ein Buch, welches ich so nicht erwartet hätte.
Schon auf den ersten Seiten werden wir mit dem schrecklichen Ausgang des Buchs konfrontiert. Das hat mich überrascht. Es geht in diesem Buch tatsächlich nur darum, wie es zu diesem Ereignis gekommen ist. Wir wissen also schon direkt wer, was und wo. Nur das Warum klärt sich erst auf den nächsten Seiten.
Die Geschichte wird von Beginn erzählt. Wie Myriam wieder arbeiten möchte, wie schlecht sie sich fühlt und wie dann Louise auftaucht und alles wieder in Ordnung bringt. Wir erleben alles aus einer Erzählperspektive, die meistens Louises Sicht darstellt, jedoch von außen betrachtet. Dadurch wirkt es oft wie eine schaurige Erzählung und lies mich dieses Buch geradezu verschlingen.
Louise erscheint perfekt, bis man mehr über sie, ihre Vergangenheit und ihre Gedanken erfährt. Schnell merkt man, dass nicht alles Gold ist was glänzt und das Louise nicht perfekt ist. Ab diesem Punkt stieg die Spannung für mich, weil ich nur noch wissen wollte, wie es zu diesem Ereignis kommen konnte.
Das Ende hat mich auch in einer gewissen Weise überrascht. Denn es gibt viel weniger her, als man erwartet. Es legt nicht, wie ein typischer Thriller alles Geschehene noch einmal vor dem Leser aus, damit er auch bloß alles versteht. Nein, es gibt dem Leser die letzten fehlenden Informationen und lässt ihn den Rest selbst zusammenreimen, denn im Buch wurde alles gesagt.
Für mich ein wirklich spannendes und geniales Buch. Eine Thriller-Erzählung, die ich so noch nicht kannte.

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Dann schlaf auch du