Kunden em pfehlungen
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Die Brut - Sie sind da von Ezekiel Boone
"Der Zerstörer der Welten" oder: ein cooler Horror-Film in Buchform
"Da war es. Ein schwarzer Faden.
Aus dem Faden wurde ein Band.
Ein Fluss.
Eine Flut." S. 242
Das Buch hat richtig Spaß gemacht - also, bitte richtig verstehen, die Sorte Spaß, bei der man sonst in einem Kino oder sonstigem Sessel vor Bildschirm oder Leinwand sitzt, Popcorn und Limo daneben hat.
Irgendwann sitzt man immer starrer, die Hand mit dem Popcorn bleibt in der Luft. Daheim zieht man die Decke hoch, faltet sich zusammen.
In verschiedenen Regionen der Welt geht Seltsames vor sich. In China explodiert eine Atombombe. Versehentlich? Eine Expeditionsgruppe hat eine unheilvolle Begegnung und verlässt den Dschungel nicht vollzählig. Nahe der Nazca-Linien wird ein seltsames Objekt gefunden. Langsam, aber unaufhaltsam wird der Leser hineingezogen, steigt die Spannung. Und langsam kommt es näher, es?"Du sagst, sie sind wie kleine Maschinen, die nur eine bestimmte Tätigkeit ausüben können. Richtig?" S. 272
Das ist KEIN Buch für Leser, bei denen das Wort SPINNE nicht auftauchen darf (soviel MUSS man hier spoilern, das IST für einige ein No-Go). Ich bin jetzt kein Fan, habe aber auch keine Panik und fand das Buch daher absolut nicht eklig. Es ist irgendwie eher so geschrieben, dass man sich wie im Film fühlt - so ein Horror-Katastrophen-Weltuntergangs-Dings, Harrison Ford inmitten von Spinnen, Arachnophobia, Independence Day, Outbreak, wenn ganze Regionen abgeriegelt werden sollen und Menschen in Panik sind. Das bekommt keinen Pulitzer-Preis - aber ist sehr unterhaltsam. Da muss man dann auch nicht alles auf die Goldwaage legen - ich konnte das durchaus genießen und habe das Buch verschlungen, auch wenn einiges schon recht dick aufgetragen ist.
Soweit hat Autor Ezekiel Boone alles richtig gemacht (ein Pseudonym - wer?s wissen will: unter theglobeandmail dot com ist ein Artikel zu finden)
Was stört? Die deutsche Übersetzung hat z.B. "Obstakel" in den Text geschrieben - sinnvoller: Hindernis. Das Sprachniveau ist eher durchschnittlich, verlangt bei dem Genre auch nichts anderes - da wirken diese Patzer (nicht viele, doch einige) eher wie mit heißer Nadel gestrickt - das ist Jammern auf recht hohem Niveau, da die Fehler eher selten und "räumlich" seltsam konzentriert sind (Übersetzergruppe statt des einen genannten?). Vergesst Diskussionen über die Glaubwürdigkeit; was man sich fragen muss, ist, ob man es mag, wenn man eigentlich zwingend den nächsten Band lesen muss, der im August kommt (oder gleich das Original davon lesen sollte, das gibt es schon)?ich werde es tun, gebe aber dafür einen Stern Abzug.
Rezensionen von heinoko:
Opfer-Leid von KJ Weiss
Zwei brisante Themen
Der Autorin sind zwei Themen sehr wichtig, die sie in ihren Büchern in ganz unterschiedlicher Weise behandelt: weit umrissen das Thema Flüchtlinge und hoch engagiert das Thema des Kindesmissbrauchs unter Kindern bzw. Jugendlichen. KJ Weiss ist es im vorliegenden Buch perfekt gelungen, diese zwei doch sehr verschiedenen Themenkreise miteinander zu verbinden, und zwar verpackt in eine überaus spannende Geschichte eines Mordes und dessen langwierige, mühsame Aufklärung.
Die zwei Handlungsstränge nehmen den Leser gleichermaßen von Anfang an gefangen: Da ist die ?heile? Welt von Michael und Angelika und deren beider Töchter Liliane und Josephine. Michael und Angelika haben einen großen Freundeskreis, der dem Leser recht ausführlich dargestellt wird. Hermann ist Michaels bester Freund. Als Sugar, die Stieftochter von Hermann, ermordet aufgefunden wird, werden die Freundschaften auf ganz unterschiedliche Weise massiv auf die Probe gestellt. Als offenbar wird, dass Liliane jahrelang von Sugar sexuell missbraucht worden war, wird Michael als rächender Vater des Mordes verdächtigt. Er flieht?
Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Tarik, einen Flüchtling, der sich, da er abgeschoben werden soll, illegal mit Kleinkriminalität durchschlägt. Auch in Tariks Umfeld ist Freundschaft, nützliche oder selbstlose, ein Thema. Die Verbindung zwischen diesem und dem ersten Handlungsstrang ist wiederum Sugar, da Jamal, der beste Freund von Tarik, mit Sugar liiert war und Tarik in der Mordnacht in der Wohnung von Sugar übernachtet hatte, somit also ebenso als verdächtig gilt. Er muss unsichtbar werden?
Sehr geschickt lässt die Autorin die Hauptpersonen wechselnd aus ihrer jeweiligen Sicht erzählen. Durch die unterschiedlichen Perspektiven werden die angerissenen Themen umfassend von verschiedenen Seiten beleuchtet, auch wenn gelegentlich die Überlegungen der Protagonisten ein wenig zu langwierig ausfallen. Aber man spürt dadurch einmal mehr, wie wichtig es der Autorin ist, jegliche Einseitigkeit auf die Sicht der Dinge zu vermeiden.
Dieses gelungene Buch bietet dem Leser zweierlei: Zum einen durchgängig Lesespannung, zum anderen viele sachliche, fundierte Informationen. Also rundum lesenswert!
Zum Schluss noch eine augenzwinkernde Anregung an die Autorin: Vielleicht könnte im nächsten Buch etwas weniger geraucht werden?
Rezensionen von LadyIceTea:
The Sun Is Also a Star von Nicola Yoon
Ein besonderes Buch, ganz anders als erwartet
Natasha soll aus New York abgeschoben werden. Sie kommt aus Jamaika und ist mit ihren Eltern illegal. Während sie am letzten Tag noch versucht alles zu retten, trifft sie Daniel.
Für Daniel ist es ein Zeichen. Sowas wie Liebe auf den ersten Blick und schon bald versucht er Natasha von der Liebe und dem poetischen Leben zu überzeugen.
Doch die Abschiebung rückt immer näher und die Zeit läuft davon.
?The Sun is also a Star? von Nicola Yoon ist wahrscheinlich jedem ins Auge gesprungen. Das bunte, wunderschöne Cover hat mich magisch angezogen.
Ich habe einen Jugendroman erwartet, der die Liebe auf den ersten Blick behandelt und ein richtig typisches kitschiges Ende bereithält.
Doch das Buch ist ganz anders, als ich es erwartet habe.
Ich kannte den Schreibstil noch nicht und jetzt wo ich grade das andere Buch der Autorin lese, merke ich, dass sie einen wirklich besonderen Stil und einen ungewöhnlichen Aufbau pflegt, der ihre Geschichten aber so lebendig macht.
Das Buch ist kapitelweise anderen Personen oder Geschichte zugeordnet. Die meisten Kapitel sind aus Daniels oder Natashas Sicht und wir erleben ihre Gedanken und Gefühle hautnah mit.
Aber auch ein paar andere Personen kommen so zu Wort, die gar nicht super wichtig für die Geschichte sind aber ohne sie, würde das Buch auch nicht funktionieren.
Einige Kapitel enthalten einfach die Geschichten der Personen. Quasi die Hintergrundstory, damit man versteht, was alles dazu gehört hat, damit alles grade so passiert wie es passiert.
Ich habe einen solchen Aufbau in noch keinem Buch erlebt.
Irgendwie wirkt das Buch dadurch gefühlvoller und tiefgründiger.
Ich finde, dass das Buch und seine Figuren etwas Zartes haben, was mich sehr berührt hat.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen!
Rezensionen von yellowdog:
Es klingelte an der Tür von Rex Stout
Durchwachsender klasssicher Krimi
Ich bin kein Neo Wolfe-Kenner und las daher unvoreingenommen diesen Teil der Krimireihe.
Stilistisch ist es geradlinig und konsequent plotdriven. Der Fall geht aus von einem Buch über das FBI, so etwas hat es tatsächlich gegeben. Die Idee ist originell, die Umsetzung dialoglastig.
Das der Icherzähler nicht Nero Wolf selber ist, hat mich erstaunt.
Es ist die Sicht von Wolfes Assistenten Archie Goodwin, die die Geschichte prägt.
Nero Wolf ist ein typischer New Yorker, obwohl er sonst sehr eigen ist, das schwingt irgendwie mit und erzeugt Atmosphäre. Wolfe wirkt manchmal arrogant, aber das kann auch durch die Erzählstimme von Archie Goodwin vermittelt sein. Nero Wolf erscheint dandyhaft, dann aber trinkt er Bier.
Interessehalber habe ich auch einmal in die Fernseh-Serie ?A Nero Wolfe Mystery -The Doorbell Rang ? hineingesehen, die erstaunlich werkgetreu ist. Nicht schlecht gemacht, aber das nur nebenbei. Zurück zum Buch.
Es ist nicht so altmodisch wie erwarten, wobei dieser Teil von 1965 auch ein später der Reihe ist. Der Fall ist nicht ganz unkompliziert, teilweise konnte ich nicht ganz folgen.
Mich hat der Roman interessiert, aber nicht fasziniert. Nero Wolfe hat ein großes Ego, er ist kein Philip Marlowe, davon ist sogar weit entfernt und Rex Stouts Schreibe ist näher dran an Agatha Christie als an Hammett. Natürlich ist Rex Stout typisch US-amerikanisch.
Immerhin muss man die Langlebigkeit der Reihe bewundern. Man muss aber wohl auch ein richtiger Fan von klassischen Krimis sein, um das richtig genießen zu können.
Dem Klett Cotta-Verlag danke ich aber für sein Engagement.
Rezensionen von niknak:
Ich weiß nur, dass ich dich liebe von Denise Hunter
Eine Braut, zwei Verlobte und ein Gedächtnisverlust
Inhalt:
(Klappentext)
Am Tag ihrer Hochzeit stürzt Lucy und verletzt sich am Kopf. Als sie in einem Truck Stop zu sich kommt und ihren vermeintlichen Verlobten Zac anruft, erfährt sie, dass sie sich vor einem halben Jahr getrennt haben ? und sie einen anderen heiraten wollte. Lucy fällt aus allen Wolken.
Was ist geschehen? Wer, bitte schön, soll der andere Bräutigam sein? Sie kommt sich vor wie in einem Albtraum. Doch dann beschließt sie zu kämpfen: um ihre Erinnerung ? und um ihre wahre Liebe!
Eine Braut, zwei Verlobte und ein Gedächtnisverlust.
Mein Kommentar:
Dies ist mein erster Roman der Autorin Denise Hunter und ich bin richtig begeistert von ihr. Dies wird sicher nicht mein letzter Roman von ihr sein.
Sie hat einen tollen und gefühlvollen Schreibstil. Die Geschichte lässt sich sehr leicht und schnell lesen und man ist von Beginn an in der Geschichte gefangen und möchte immer wissen, wie es weitergeht.
Lucy und Zac waren mir von Anfang an sympathisch. Beide wurden recht genau beschrieben und man konnte sich ihren Charakter gut vorstellen. Das Buch erzählt meist die Sicht von Lucy aber wechselt teilweise auch zu Zac. Durch eingebaute Gedanken und viele Gefühle lernt man die Protagonisten sehr gut kennen und kann sich gut in sie hineinversetzen.
Es gibt auch einige romantische Szenen zwischen im Buch, die sehr gefühlvoll beschrieben sind.
Da man gemeinsam mit Lucy ihrem Gedächtnis auf die Spur geht, werden die Geheimnisse nach und nach gelüftet, sodass es immer wieder zu spannenden Szenen kommt. Es bleibt bis zum Schluss die Spannung erhalten, was ich toll fand. So wurde es nie langweilig.
Das Buch stammt aus einem christlichen Verlag und enthält auch einige christliche Werte, welche aber sehr gut in die Geschichte eingebaut sind und nicht hervorstechen.
Mein Fazit:
Ein tolles Buch mit einer romantischen Liebesgeschichte, das sich leicht und schnell lesen lässt und eine tolle Unterhaltung für Zwischendurch bietet.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von ChRfIsT52:
Ich weiß nur, dass ich dich liebe von Denise Hunter
Der Film ist ein Hammer . UR cool und LUSTIG !!!!!
im Shop ansehen weitere Rezensionen von ChRfIsT52Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :
Geständnisse von Minato Kanae
Sinnlos
Der Philosoph Peter Sloterdijk hat einmal die Bemerkung gemacht, dass Menschen, die ein Racheprojekt verfolgen, damit von Sinnkrisen erst einmal befreit sind. Als Leser des Romans Geständnisse von Kanae Minato ? der Geschichte eines gefinkelten Rachfeldzuges - geriet ich allerdings in eben diese Krise und fragte mich dauernd: Wozu schreibt jemand so eine (handwerklich durchaus gut gemachte) Geschichte? Nur um einmal mehr den Beweis zu erbringen, dass das Böse immer und überall ist? Und warum sollte ich das dann lesen? Ergibt für mich keinen Sinn.
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Geständnisse von Minato Kanae
Faszinierend
Grandios, wie in dieser Geschichte die subtile aber sehr wirkungsvolle Rache einer Lehrerin für den Mord an ihrer 4jährigen Tochter durch 2 Schüler ausgebreitet wird. Grandios, wie die Tat und deren soziale Ursachen aus der Sicht der beiden Schüler geschildert wird. Grandios auch das Kunststück, eine an sich grausame Geschichte in einer Sprache zu erzählen, die - bei den Schilderungen der Lehrerin - immer die Höflichkeit bewahrt und dadurch die geschilderten Handlungen noch stärker wirken lässt.
Für mich eines der besten Bücher der letzten Jahre.
Rezensionen von vielleser18:
Das Leben fällt, wohin es will von Hülsmann Petra
Emotionen pur
Marie ist das schwarze Schaf der Familie. Sie lebt nur in den Tag hinein, arbeitet mal hier mal da, zieht mit ihren Freunden gerne, oft und lang über den Kiez und mit der familieeigenen Werft will sie nichts zu tun haben. Doch einmal im Jahr - beim alljährlichen Frühlingsfest der Werft- erscheint auch sie, notgedrungen und zu spät.
Nachdem ihr Vater, als Besitzer der Werft, sich nach gesundheitlichen Problemen weitgehend aus dem Firmenalltag herauszieht, leitet ihre Schwester Christine mit dem Geschäftsführer Daniel Behnecke die Firma. Maries Auftritt auf dem Frühlingsfest ist (fast) wie jedes Jahr: schrill, auffallend und einfach unmöglich.
Noch ahnt Marie nicht, wie schnell sich ihr Leben schon in der nächsten Woche ändern wird. Denn Christine erzählt ihr von ihrer Krebserkrankung. Sie braucht Marie jetzt für ihre Kinder Max und Antonia und in der Firma. So gerne Marie auch Christine zu Hause helfen will, in die Ahrenswerft geht sie nur widerwillig - gerade weil ihr Vater sie da auch nur haben will, damit sie "einfach nur repräsentiert" und nicht um Entscheidungen zu treffen.
Aber auch mit den Kindern und der kranken Christine läuft es nicht so einfach, wie Marie es sich gedacht hat. Und in der Firma setzt sie einfach auf stur und macht sich dort nicht nur beim Geschäftsführer Daniel so richtig unbeliebt.
Schon von Anfang an wird man von diesem neuen Roman von Petra Hülsmann gefesselt. Marie ist am Anfang auch für den Leser eher unsymphatisch, erst nach und nach blickt man bei ihr hinter die Fassade und lernt sie zu verstehen. Und Marie beginnt sich zu verändern und sich immer mehr und mehr zu öffnen. Doch wenn man glaubt, dass alles einfach, leicht und glatt vonstatten geht, der täuscht. Es bleibt immer spannend und abwechslungsreich.
Es gibt so viele Emotionen in diesem Buch, so vieles, was einen beim Lesen fesselt und man kann mit dem Lesen einfach nicht aufhören. Die Geschichte ist ein Wechsbad der Gefühle, sie strotzt vor Humor zum Lachen, aber es gibt auch viel Herzschmerz, Familien- und Freunde-Zwist, vielen Momenten, die auf die Tränendrüsen drücken und dazu ist der Roman noch abwechslungsreich geschrieben , mit diesem besonderen Erzählstil der Autorin, der mich immer wieder gefangen nimmt. Einmal angefangen, möchte man gar nicht mehr aufhören zu lesen !!! Die Bücher von Petra Hülsmann sind immer etwas ganz besonderes und dieses ist für mich eindeutig das Allerbeste !
Fazit:
Emotionen pur, abwechslungsreich, spannend. Ein Wohlfühlroman, der aber auch auf die Tränendrüsen drückt, Protagonisten, die so toll charakterisiert und beschrieben wurden, dass man nicht glauben kann, dass sie eigentlich nicht existieren.
Hundertzwanzig-Prozent Leseempfehlung !
Rezensionen von susanne.pichler@gmx.at:
Gray von Swann Leonie
Über den Dächern von Cambridge
Gray, der titelgebende Protagonist in Leonie Swanns neuem Roman, ermittelt gemeinsam mit seinem temporären Halter, Dr. Augustus Huff, in der Stadt, die wie keine zweite für Bildung und Wissen steht: Cambridge!
Dr. Augustus Huff, geboren auf den Äußeren Hebriden, Anthropologe und Dozent in Cambridge, lebt ein Leben, das einerseits vom Geiste Cambridges und andererseits von einer Reihe Zwangshandlungen geprägt wird.
Als einer seiner Studenten, ein zukünftiger Lord, beim Fassadenklettern abstürzt und stirbt, wird er zum vorübergehenden Aufpasser von dessen hochintelligentem Graupapagei, Gray, ernannt. Gray ist nicht unbedingt der ideale Gefährte für einen Menschen, dessen Tagesablauf von starren Ritualen und Handlungen bestimmt ist. Dennoch sind die beiden einander rasch in echter Zuneigung verbunden.
Durch Gray wird Huff, wie ihn der sprachgewandte Papagei nennt, aber auch mehr und mehr in die mysteriösen Begleitumstände, die den Tod von Elliot umgeben, hineingezogen. Zunächst widerwillig und überfordert beginnt Huff seine Ermittlungen, die ihn ebenso wie Elliot auf die Dächer von Cambridge führen. Nach und nach deckt er ein perfides Netzwerk aus Lügen, Verrat und Liebe auf. Es ist beinahe rührend, wie er dabei versucht, sowohl seinen lebenden Studenten als auch Elliot gerecht zu werden.
Die Lösung des Falles liegt lange im Verborgenen und Leonie Swann präsentiert den wahren Mörder erst sehr spät.
Die beiden Hauptfiguren, Dr. Huff und Gray, sind wunderbar gelungen. Augustus Huff ist liebenswürdig und überrascht mit besonderen Talenten. Einen begnadeten Fassadenkletterer hätte niemand in ihm vermutet. Gray ist schlagfertig, witzig und ein starker Charakter. Cambridge glänzt als Stadt des Geschehens. Die Colleges, der River Cam, die Studenten und Professoren, all dies bildet einen perfekten Rahmen für einen Mordfall in Studentenkreisen.
Doch leider fehlt dem Roman der komplette Spannungsbogen. Von der ersten bis zur letzten Seite verläuft die Handlung linear. Egal ob Dr. Huff einen Verdächtigen durch Cambridge verfolgt oder über die Dächer der Kapelle des King's College klettert, es entsteht keine Spannung. Obwohl Leonie Swann die Atmosphäre von Cambridge wunderbar einfängt und sowohl ihre Haupt- als auch ihre Nebenfiguren überzeugen, fehlt es der Handlung durchgehend an Schärfe und Überzeugung. Alles in allem ist "Gray" nett zu lesen, mehr aber auch nicht.









