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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ela_Ela:

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Emotionale Achterbahnfahrt : )

Zwei Leben. Eine Liebe. Viele Hindernisse ?Ellie McCallum wächst in Pflegefamilien auf und trägt eine Wut mit sich herum, die sie an anderen auslässt. In der Schule mobben sie und ihre Clique Flynn Hendricks ? Flynn, den Freak, wie sie ihn nennen. Flynn ist anders, hat Asperger, und das reicht der Gruppe schon als Grund, ihn immer wieder fertig zu machen.

Obwohl Ellie sich dem Gruppenzwang nicht entziehen kann, keimt zwischen ihr und Flynn eine heimliche Freundschaft. Als die Clique eines Abends Feuerwerkskörper in Flynns Garten wirft, fliegt Ellies Geschoss durch ein offenes Fenster in den Keller und setzt das Haus in Brand. Ellie wird noch am Tatort gefasst und gibt alles zu. Sie wird zu einer Haftstrafe im Jugendgefängnis verurteilt, Flynn und seine Mutter verlassen die Stadt. Sechs Jahre später hängt Ellie mit derselben Clique rum; das Leben besteht aus Alkohol, Drogen und Sex. Unzufrieden jobbt sie in einem kleinen Supermarkt, und gesteht sich nur langsam die Hoffnung zu, dass es ein Leben außerhalb von Wellston gibt. Zufällig findet sie einen Flyer des örtlichen Community College und schreibt sich dort ein. Und dann taucht er eines Tages wieder auf - Flynn, der Freak, der Junge mit Asperger. Und Ellie muss sich eingestehen, dass da nicht nur Schuld ist ihm gegenüber, sondern so viel mehr. Sie ist verliebt in Flynn. Und war es auch damals schon. Nur konnte sie vor ihrer Clique nicht zu ihm stehen. Als Flynn ihre Gefühle erwidert, muss Ellie sich fragen: Ist sie stark genug für diese Liebe?

Das Buch hat wieder mal ein tolles Cover das mich darauf aufmerksam gemacht hat. Doch der Inhalt ist vielversprechender noch als das Cover.

Ich fand sofort in die Geschichte von Ellie, der Schreibstil ist einfach unglaublich gut und flüssig zu lesen. Flynn & Ellie mochte ich sofort, doch mit Ellie's sogenannten Freunden wurde ich nicht warm. Und Dania war echt die schlimmste, was sie ihrem ungeboren Kind angetan und zugemutet hat kann ich absolut nicht verstehen. Was denken sich solche Menschen, habe sie kein Gewissen.

Was bei Flynn ungewohnt war, sind seine Wortwiederholungen, doch diese sind für ihn lebensnotwendig, da er durch seine Krankheit alles genau wissen möchte und sich vergewissern will, dass er alles richtig verstanden hat. Ich fand dies aber auf eine einzigartige Art und Weise etwas Besonderes.

Fazit: Für mich war dieses Buch eine emotional Achterbahnfahrt, die mich nicht nur einmal zutiefst berührt. Ich fand die Geschichte sehr liebevoll für Jugendliche geschrieben. Von mir bekommt dieses Buch die vollen 5 Sterne.

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Rezensionen von StefanieFreigericht:

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Das Buch der Spiegel von Chirovici E.O.

Von der Kunst der Vivisektion des menschlichen Geistes

Richard Flynns Manuskript-Anfang weckt das Interesse von Literaturagent Peter Katz - Stil und Inhalt sind gut, anders. Er und wir lesen über ein Ereignis, das sich während Flynns Zeit in Princeton zutrug, über Flynns Mitbewohnerin Laura Baines und über den charismatischen Psychologie-Professor Joseph Wieder.

Flynn schreibt über seine Beziehung mit Baines und deren und seine Arbeit für Wieder.

Warum sollte das jemanden interessieren? Nun, Wieder wurde ermordet, kurz vor Weihnachten. Und an genau dem Abend, als Wieder ermordet werden wird, endet der Ausschnitt aus dem Manuskript - als sich Flynn auf den Weg zu Wieders Haus macht. Und die Verdächtigen? Zuhauf. Da wird gesagt "Für jemanden wie Richard Flynn?existieren die Grenzen zwischen Fiktion und Realität nicht oder sind sehr durchlässig." S. 151f Und zu Laura heißt es "Stand ihr aber jemand im Weg, war der ein Hindernis und musste weggeräumt werden." Und das Opfer selbst soll die "Kunst der Vivisektion des menschlichen Geistes" S. 217 beherrscht haben ? und obendrein geheime Experimente für das US-Militär durchgeführt haben.

Warum ist das ein fesselndes Buch? Autor E.O. Chirovici (gesprochen "Kirowitsch" laut Verlag, danke) schreibt dieses Buch aus mehreren Perspektiven. Er leitet ein mit dem Literaturagenten Katz, wechselt zum Manuskript-Flynn, zwei weitere Personen kommen noch zu Wort. Und mit jeder neuen Perspektive wechselt auch der Schreibstil, weshalb der Roman zum einen literarischer ist als der Durchschnittskrimi, und, was noch mehr ist; die Informationen rücken von Seite zu Seite in ein jeweils neues Licht, nicht nur durch die Erzähler, mehr noch durch die verschiedenen Personen, die diesen Erzählern Auskunft geben zu den damaligen Ereignissen.

Aber - warum "Das Buch der Spiegel" lesen und nicht einen x-beliebigen Krimi? In den meisten spannenden Büchern gibt es ein einfacheres Weltbild. Da ist der Ermittler(-trupp), dem gegenüber die Verdächtigen, deren Aussagen von den "Guten" sozusagen durch diese objektiviert aufgenommen werden. Menschliche Fehler durch subjektive Wahrnehmung sind quasi ausgeschlossen. Das widerspricht natürlich der Realität - lässt sich aber gut (und auch meistens von mir gerne) lesen - ist jedoch gelegentlich doch eher schlicht. Entsprechend lege ich an die Bewertung von spannender Literatur durchaus geringere Maßstäbe an als an anspruchsvolle Bücher. Chirovici durchbricht diese Begrenzungen - und dennoch bleibt sein Roman genauso spannend und locker-fix lesbar wie das Genre.

"One man?s truth is another man?s lie" wird der englische Originaltitel "The Book of Mirrors" beworben - im Buch selbst heißt es am Ende "Alle hatten sich geirrt und durch die Fenster, in die sie zu spähen versuchten und die sich am Ende alle als Spiegel herausstellten, nur immer sich selbst und ihre eigenen Obsessionen gesehen." S. 307 Was Agatha Christies Poirot zum Ende meist vor einem Kamin vornimmt, wenn er über die diversen Lügen und Verschleierungsmotive zum Mörder gelangt, davon gelingt Chirovici mit seinem Ende gewissermaßen die Potenzierung.



Diesmal Empfehlung für einen Folge-Film: Rashomon von Akira Kurosawa (bitte nicht das Hollywood-Remake, auch wenn sonst Paul Newman ein toller Schauspieler ist)

und ein Folge-Buch von Agatha Christie "The Murder of Roger Ackroyd" / deutsch "Alibi"

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Das Buch der Spiegel

Rezensionen von StefanieFreigericht:

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Der grüne Palast von Hohmann Peggy

Hélas! Welch vorzügliche Wahl?

...hat Peggy Hohmann getroffen, als sie sich für einen Briefroman entschied, um ihrem historischen Roman über das Leben der Erzherzogin Leopoldine von Österreich, geboren 1797 in Wien, gestorben 1826 im Palast Boa Vista bei Rio de Janeiro als Kaiserin von Brasilien, Form zu geben.

Häufig sind historische Roman nicht vor Kitsch gefeit, dient ein grober historischer Hintergrund nur als Kulisse für eine belanglose Liebesgeschichte.

Nicht so hier, die Erzherzogin ist wie die meisten anderen Charaktere des Romans - unter anderem Fürst Metternich und der Vater Leopoldines, Kaiser Franz I. von Österreich - sehr real. Natürlich hat die Autorin damals "nicht die Lampe gehalten", die Handlung kann nur nachempfunden sein - das tut sie aber, mit Verlaub, trefflich gut (ja, auch sprachlich, das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Leserin).

Jetzt hat umgekehrt der Briefroman oft den Nachteil einer gewissen Blutleere für heutige Leser durch gestelzt anmutende Formulierungen in nicht mehr gewohnter Länge, aber auch hier hat die Autorin wieder eine vorzügliche Wahl getroffen, indem sie sich entschieden hat, häufig kurze Briefe zwischen zu schieben, in denen die wechselnden Charaktere teils die gleiche Situation aus ihrer jeweiligen Sicht beschreiben, was die Dialoge eines konventionellen Romans gut zu ersetzen in der Lage ist UND die Handlung voranzutreiben vermag. Ein Briefroman ermöglicht einen Blick auf Situationen und Landschaften nur durch die Darstellung der jeweiligen Briefschreiber, ist somit naturgemäß indirekter; dafür eröffnet sich eine wunderbare Möglichkeit zu einer gewissen hintergründigen Ironie, die sonst schwer fallen dürfte. So kann die Gräfin Lazansky, Hofdame Leopoldines, an ihre Schwester schreiben "Jedenfalls lasse ich keinen Augenblick ungenutzt, vor allem Leopoldine in die weiblichen Strategien einzuweihen, Schicksalsschläge wie die Ehe zu meistern." S. 16 oder der Erzherzogin vor ihrer Hochzeitsnacht raten: "Tun Sie, was er von Ihnen verlangt. Denken Sie an Österreich." S. 152 Die Kapitel sind klug eingeteilt in die jeweiligen Lebensstationen; die Jugend, die Reise Richtung Brasilien und so weiter.

Ich fühlte mich gebannt, gut unterhalten und konnte Informationen aus der Lektüre quasi nebenbei ziehen, von einer Einordnung zu Zeitgenossen der Erzherzogin beginnend wie der Milder, Liszt, Goethe, den ersten schwarzen Hausdienern oder Wilhelmine Reichard mit ihrem Heißluftballon bis hin zur politischen Entwicklung Brasiliens als zunächst portugiesischer Kolonie mit bestehender Sklaverei und Ausbeutung von Bodenschätzen und Bevölkerung durch das Mutterland Portugal. Auch die Beweggründe Österreich und die Sorge vor republikanischen Bewegungen finden nachvollziehbaren Anklang, so dass ich begeistert zurückbleibe. "Der grüne Palast", jener goldene Käfig, den Leopoldine in der überbordenden Landschaft Brasiliens letztlich erlebte, eignet sich somit sowohl als unterhaltsame wiewohl fesselnden Lektüre als auch für den historisch Interessierten, sowohl zu Brasilien, als auch zur Situation der Habsburger, Metternichs und Portugals zu Beginn des 19. Jahrhunderts, der Zeit, die die Nachwirkungen Napoleons stark spürte.

Es empfiehlt sich der Einstieg über den Anhang ab S. 369, in dem ein kurzer Überblick über die realen und die zusätzlich erfundenen Personen und den jeweiligen Wahrheitsgehalt gegeben wird, darüber hinaus empfiehlt sich wie fast immer Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/MariaLeopoldinevon_%C3%96sterreich ? wobei man die Recherche nicht wirklich zwingend unternommen haben muss, so hervorragend macht die Autorin ihre Arbeit, wie einem der Artikel vielleicht aber hinterher bestätigen mag.

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Der grüne Palast

Rezensionen von TanyBee:

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Das geträumte Land von Imbolo Mbue

Zerplatzt der amerikanische Traum?

Jende Jonga kommt ursprünglich aus Kamerun, aber er will sein Glück in den USA versuchen. Mit der Hilfe seines Cousins hat er es nach New York geschafft und einige Zeit später kann er seine Frau Neni und seinem Sohn Liomi nachholen. Als er einen Job bei Clark Edwards als Fahrer bekommt, scheint es für die Familie Jonga aufwärts zu gehen, da Jende endlich ein ordentliches Gehalt bekommt.

Doch über seinen Asylantrag wurde noch nicht entschieden.
Die heimliche Hauptperson in diesem Buch ist Neni. Sie will in den USA studieren und Apothekerin werden, was in Kamerun niemals möglich gewesen wäre. Interessant ist außerdem der Gegensatz zischen den Jongas und den Edwards. Clark Edwards und seine Frau Cindy haben zwei Söhne, jede Menge Geld und sind amerikanische Staatsbürger. Eigentlich müssten sie glücklich sein, oder? Doch wie heißt es so schön: Geld allein macht auch nicht glücklich.
Gut gefallen hat mir, dass wir viel über die Sichtweise der Einwanderer erfahren. An einer Stelle im Buch beschreibt Jende Clark seine Heimatstadt Limbe und ist voll des Lobs. Clark fragt, warum er dann weg gegangen sei. Jende erzählt ihm, dass er in Kamerun nichts hätte werden können und seine Kinder auch nicht. Er hätte nicht einmal seine Frau heiraten können. An einer anderer Stelle merkt man, wie wenig integriert Neni in die Gesellschaft in Amerika ist, und dass sie selbst rassistische Vorurteile im Kopf hat. Anfangs erscheint Neni sehr emanzipiert und fortschrittlich, doch im Laufe des Buchs zeigt sich, dass sie doch noch sehr in den kulturellen Normen ihres Heimatlandes verankert ist.
Gestört hat mich, dass es im Buch einige Stellen gibt, die sich widersprechen oder die inkonsequent sind. Ich finde, die Autorin widerspricht sich manchmal selbst. Außerdem erscheint mir vor allem die Darstellung der Familie Edwards etwas zu klischeehaft. Ich möchte nicht zu viel von der Handlung verraten, aber der letzte Teil des Buches konnte mich nicht mehr so richtig packen. Das lag unter anderem daran, dass einige der Protagonisten nicht mehr vorkamen.
?Das geträumte Land? ist trotzdem ein lesenswertes Buch und ein toller Einblick in die Seele und Denkweise von Einwanderern, die um ihren Aufenthaltsstatus bangen müssen. Es gibt gute Denkanstöße zu einem sehr aktuellen Thema und lässt sich angenehm und leicht lesen.

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Das geträumte Land

Rezensionen von HEYN Leserunde, Lieselotte Fieber:

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Ein Festtag|Roman. 05.05.2017. Gebunden. von Swift Graham

Ein Festtag der Liebe

Ein Tag im März, der sich anfühlt, wie ein Tag im Mai. Jane, ein Dienstmädchen, trifft sich mit ihrer großen Liebe, einem Sohn aus gutem Hause. Eine Liebe, die nicht sein darf, schildert Graham Swift mit Worten, bei denen man das ganze Spektrum der Gefühle, Emotionen, Gerüche, Bilder, Sonnenstrahlen förmlich spürt und die auch noch nachklingen, wenn man das Buch schon lange aus der Hand gelegt hat.

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Ein Festtag|Roman. 05.05.2017. Gebunden.

Rezensionen von Ela_Ela:

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P.F.O.T.E. - Ein (fast) perfekter Hund von Bettina Obrecht

Nettes Kinderbuch : )

Ein tierisch liebenswerter Held Was für eine Sensation: Ein Team von Forschern hat P.F.O.T.E., den vollkommenen Hund, entwickelt, und dazu ein Halsband, das die Hundesprache in die Menschensprache übersetzt! Doch P.F.O.T.E. ist nicht nur sehr intelligent, sondern auch sehr neugierig. Er entkommt aus dem Labor und erkundet begeistert die Welt, die Menschen und seine Artgenossen ? die er allerdings ziemlich merkwürdig findet.

Was jedoch auf Gegenseitigkeit beruht! Natürlich wollen die Forscher P.F.O.T.E. wiederhaben, und so beginnt ein hundehaarsträubendes Abenteuer. Am Ende entscheidet sich P.F.O.T.E. dafür, bei seiner neuen Familie zu bleiben: als vollkommen unvollkommener Hund, der sich auch ohne Sprachhalsband perfekt mit Mensch und Tier verständigt.

Jetzt habe ich mir mal gedacht, dass es wieder Zeit wird ein Kinderbuch zu lesen. Diese sind meistens relativ gut aufgemacht und enthalten schönen Bilder.

Ich fand diese Geschichte war flüssig zu lesen und ich fand es beeindruckend, dass ein Hund in diesem Buch mit dir sprechen kann.

Fazit: Eine nette Hundegeschichte die mich gut unterhalten hat und von mir 4 Sterne bekommt.

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P.F.O.T.E. - Ein (fast) perfekter Hund

Rezensionen von Krimine:

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DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest von Helen Callaghan

Ein eher leiser und doch wirkungsvoller Psychothriller

Die 15jährige Katie Brown verlässt an einem regnerischen Abend ihr Elternhaus. Ein Entschluss, den sie noch am selben Abend bereuen wird. Denn Katie, die vor allem wegen ihres Stiefvaters nicht mehr bei der Mutter leben will, wird von einem Fremden entführt. Und während verschiedenartige Vermutungen über den Verbleib der Schülerin die Runde machen, ist ihre Lehrerin Margot Lewis überzeugt davon, dass Katie nicht aus freien Stücken verschwunden ist.

Nur einige Tage später erhält Margot, die eine Ratgeber-Kolumne in einer Zeitung führt, einen Brief, in dem die 15 Jahre zuvor verschwundene Bethan Avery sie um Hilfe bittet. Von dem Schicksal beider Mädchen stark berührt, stellt sie umgangreiche Nachforschungen an und gerät schon bald einen Sog merkwürdiger Ereignisse, die ihr schwer zu schaffen machen. Denn ohne, dass sie es wirklich wahrhaben will, erhärtet sich der Verdacht, dass ihr Leben eng mit dem grausamen Schicksal der Mädchen verwoben ist.

?Dear Amy: Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest? ist das gelungene Psychothriller-Debüt der englischen Autorin Helen Callaghan, die es wunderbar versteht, ein undurchschaubares Drama zu inszenieren. Denn nicht nur die beiden in ihm entführten Mädchen werden einem bestialischen Martyrium ausgesetzt. Auch die unscheinbare Lehrerin Margot Lewis muss, ohne dass es ihr zunächst bewusst wird, gegen innere Dämonen kämpfen. Eine ergreifende Geschichte, die mit viel Einfühlungsvermögen und einem untrüglichen Gespür für das Böse im Menschen erzählt wird und aufgrund der ständig spürbaren Gefahr eine gleichermaßen düstere und beklemmende Stimmung aufbaut. Allerdings dauert es ein wenig, bis geschickt gelegte Spuren und bewusst gestreute Vermutungen ihre volle Wirkung entfalten und den Leser in ein immer rasanter werdendes Gefühlschaos ziehen. Doch ist dieses erst einmal entfacht, gibt es kein Halten mehr.

Fazit:
Ein eher leiser und doch wirkungsvoller Psychothriller, der unvorhersehbar und wendungsreich in Erscheinung tritt und gut unterhält.

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DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest

Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

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Black Memory von Janet Clark

Wem kann man vertrauen?

"Black Memory"
Clare, eine junge Ärztin und die Hauptperson dieses Thrillers, leidet an Amnesie. So kann sie sich zwar an Fachliches erinnern, nicht jedoch an ihren Mann und ihre Tochter. Damit beginnt ihre Suche nach der Wahrheit. Wem kann sie vertrauen, wer belügt sie und welche Ziele verfolgen die einzelnen Personen in ihrer Umgebung? Welcher Mittel bedienen sie sich? Wo ist ihre Tochter? Was hat es mit der speziellen Begabung ihrer Tochter auf sich? Und nicht zuletzt: Wer ist sie selbst wirklich?

Der Roman ist aus der Sicht Clares in Ich-Form geschrieben ? der Leser ist also sofort mitten im Geschehen.

Mit Clare gemeinsam zweifelt und hinterfragt der Leser, vertraut und misstraut um dann die eigene Meinung doch wieder komplett zu revidieren. Und das gleich mehrmals im Laufe der 381 Seiten.
Die einzelnen Kapitel sind kurz und knapp, der Schreibstil flüssig und gut lesbar und von Anfang bis zum Ende wirklich spannend und nachvollziehbar!

Eine temporeiche Geschichte, die aber auch viel Stoff zum Nachdenken liefert, denn Janet Clark thematisiert hier auch Möglichkeiten der Technik und Wissenschaft, andere Menschen zu manipulieren, Erinnerungen zu verändern, mittels Gentechnik Menschen sogar neu zu gestalten, zu ?verbessern? - eine gelungene Mischung aus Thriller, Psychothriller und ein klein wenig Scifi (hoffe ich wenigstens).

Auch wenn man kein Verschwörungstheoretiker ist ? man kommt ins Grübeln: Was vor 100 Jahren noch utopisch erschien, ist für uns heute Alltag.
Gruselig, was so in einigen Jahren zum Alltag werden könnte!

Auf alle Fälle hoffe ich auf eine Fortsetzung!

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Black Memory

Rezensionen von cosmea:

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Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf

Eine letzte Chance für die Liebe

"Und dann kam der Tag, an dem Addie Moore bei Louis Waters klingelte." (S. 7) Mit diesem fast biblisch anmutenden Satz beginn Kent Harufs letzter, posthum erschienener Roman. Er suggeriert, dass etwas zu einem Endpunkt gelangt, das zuvor begonnen hat. Addie Moore und Louis Waters sind zwei Senioren um die 70, die Jahre zuvor ihre Partner verloren haben und sehr einsam sind.

Sie sind seit langer Zeit Nachbarn, kennen sich jedoch nicht besonders gut. Eines Tages macht Addie Louis eine Art Antrag. Sie fragt ihn, ob er ab und zu bei ihr übernachten könnte, weil sie sich einsam fühlt und schlecht schläft.?Die Nächte sind am schlimmsten.? (S. 10) Es geht ihr nicht um Sex oder eine Liebesbeziehung, sondern um Nähe. Sie möchte, dass sie nachts miteinander reden. Louis sagt zu, hat aber größere Bedenken als Addie wegen des zu erwartenden Tratsches in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado.
Zwischen Addie und Louis entwickeln sich Freundschaft und Zuneigung, dann Liebe. Sie erzählen sich nächtelang ihr Leben, sprechen über Fehlschläge, Enttäuschungen und die großen Tragödien. Louis hat seine Ehe durch eine Affaire aufs Spiel gesetzt. Addie hat ihre kleine Tochter durch einen Unfall verloren, den ihr Sohn Gene mit verschuldet hat. Danach war nichts mehr wie zuvor. Ihr Mann Carl verhielt sich kalt und distanziert und konnte seinen Sohn nicht mehr lieben. Ihre gute Ehe war nur Fassade.
Addies und Louis´ Arrangement wird schwieriger, als Gene von seiner Frau verlassen wird und Addie den verstörten, von Albträumen geplagten 6jährigen Enkel bringt. Das späte Glück wird letztlich nicht durch kleinstädtische Engstirnigkeit gefährdet, sondern ausgerechnet durch den selbsternannten Moralapostel Gene, der um sein Erbe fürchtet und seine Mutter vor eine schwere Wahl stellt.
Der Roman zeigt, wie zwei Senioren sich mutig über kleinstädtische Vorstellungen von Anstand und Schicklichkeit hinwegsetzen und einen Weg aus der Einsamkeit in ein fragiles Glück finden. Die Sprache ist nüchtern und schnörkellos. Es gibt sehr viel Dialog, der nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, aber dennoch problemlos verständlich ist. Haruf erzählt eine berührende, melancholische Geschichte, die auch deshalb so beeindruckt, weil sie das Vermächtnis eines sterbenden Autors ist. Sehr empfehlenswert.

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Unsere Seelen bei Nacht

Rezensionen von Klaraelisa:

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Gefährliche Empfehlungen von Tom Hillenbrand

Das Geheimnis des blauen Buches

Der berühmte luxemburgische Koch Xavier Kieffer wollte eigentlich nur mit seiner Freundin Valérie Gabin in Paris ein rauschendes Fest im neuen Firmengebäude des Guide Gabin feiern, aber es kommt anders. Der Koch wird auch in "Gefährliche Empfehlungen", Tom Hillenbrands fünftem kulinarischem Krimi um Xavier Kieffer, wieder zum Ermittler.

Zu dem Großereignis ist viel Prominenz eingeladen, alles was in der Restaurantszene Rang und Namen hat, auch der Food-Kolumnist von "Le Monde", der Ex-Präsident und der aktuelle Amtsinhaber Allégret, der mit Valerie Gabin befreundet ist, sind gekommen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind an diesem Abend besonders streng. Dennoch kommt es zu einem Zwischenfall. Ein radikaler Aktivist stürmt auf die Bühne, und während eines kurzen Stromausfalls wird der Guide Gabin aus dem Jahre 1939 gestohlen. Das sehr wertvolle Buch ist eine Leihgabe, was die Angelegenheit besonders brisant macht. Die Romanhandlung beginnt jedoch nicht mit dem Festakt und dem Diebstahl, sondern setzt aus zunächst unbekannten Gründen im Zweiten Weltkrieg ein, wo Captain John Fischer darauf wartet, mit seinem kleinen Radioempfänger über Radio Londres wichtige Informationen zu erhalten, die er später in sein Buch mit dem kobaltblauen Einband eintragen wird. Nur sein Divisionskommandant weiß, dass er nicht für die Army, sondern für jemanden in Washington D.C. arbeitet. Was haben die beiden so verschiedenen Handlungsstränge miteinander zu tun? Als ein Mord geschieht beginnt Kieffer zu recherchieren, auch, weil der Präsident um Hilfe in der Sache gebeten hat. Er findet heraus, dass der Gabin von 1939 die letzte Ausgabe vor dem Krieg war und dass es, aus welchen Gründen auch immer, zwei Fassungen davon gibt.
Tom Hillenbrand gelingt es, neben der Suche nach dem Guide Gabin kulinarische Themen und die örtlichen Gegebenheiten zu einem interessanten, wenn auch überladenen Plot zu vermischen. Es wird getrunken, gegessen, viel geraucht und auch der Humor bleibt nicht auf der Strecke. Hillenbrand bedient sich in dem vorliegenden Roman der Geschichte des Guide Michelin. Sein ehemaliger Sternekoch gerät in lebensgefährliche Situationen, die er mit einer Portion Glück, durch wundersame Zufälle und mit List überlebt. Hilfreich ist das Glossar am Ende des Buches. Ich habe neben ?Teufelsfrucht? "Drohnenland" - für mich das beste Buch des Autors - und "Der Kaffeedieb" gelesen und wurde auch mit ?Gefährliche Empfehlungen? gut unterhalten.

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Gefährliche Empfehlungen