Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesemaus:
Der Comic-Club von Scott McCloud
Warmherzig und tiefgründig
Vier Kinder teilen ihre Begeisterung für Comics, und gründen gemeinsam einen Comic-Club, um eigene Geschichten zu entwickeln.
Mir gefällt besonders gut daran, wie unterschiedliche Kinder mit ganz eigenen Stärken zusammenfinden und gemeinsam etwas erschaffen. Die Geschichte ist wertvoll und zeigt, wie wichtig Teamwork, Kreativität und gegenseitige Unterstützung sind.
Die Illustrationen sind wunderbar und machen sofort neugierig auf die Handlung. Den Stil der Illustratorin kennen wir bereits von anderen Comics und finden ihn ausdrucksstark und farbenfroh. Die Geschichte dazu ist nicht nur humorvoll, sondern auch warmherzig und kreativ.
Durch die Story und den Blick hinter die Kulissen werden die Kinder auch zum eigenen kreativen Gestalten angeregt.
Der Comic-Club ist ein tiefgründiger, lustiger und motivierender Comic für Kinder von ca. 8–12 Jahren, der nicht nur meinen Enkelinnen (10 und 12 J.), sondern auch mir als Erwachsene richtig gut gefallen hat.
Rezensionen von Ulgu1978:
Halber Stein von Iris Wolff
Kindheitserinnerungen
Friedesine kehrt nach vielen Jahren an den Ort ihrer Kindheit in Siebenbürgen zurück weil ihre Großmutter verstorben ist. Sie berichtet wie sie die Vorbereitungen für die Trauerfeier ihrer Großmutter Agneta erlebt, die sehr tradionell gestaltet wird. Sie trifft ihren Jugendfreund Julian wieder und beide erneuern ihre Freundschaft.
Allein und auch gemeinsam mit ihrem Vater erkundet sie den Ort und die Gegend ihrer Kindheit, und erinnert sich dabei an damalige Ereignisse.
Iris Wolff erzählt mit "Halber Stein" wie es sich anfühlt, wenn man nach jahrelanger Abwesenheit an den Ort zurückkehrt, an dem man als Kind aufgewachsen ist. Ein ruhiger Roman, der vor allem durch seine detaillierte Beschreibung der Landschaft in Siebenbürgen besticht. Wer selbst in Siebenbürgen gelebt hat, wird sicherlich Freude an dieser Erzählung haben. Für mich als Ortsunkundige waren die Beschreibungen oft zu langatmig und gingen zu Lasten der Spannung.
Rezensionen von Gute_Laune:
Kochen lernen Schritt für Schritt von Dr. Oetker Verlag
Sollte in jedem Kochbuchregal stehen!
Dies ist die moderne, überarbeitete Neuausgabe des Klassikers Dr. Oetker Grundkochbuch. Flott und modern, ansprechend und informativ. Und das nicht nur, wenn man noch ganz neu in der Küche ist. Ich koche seit Ewigkeiten und finde das Buch dennoch nützlich und hilfreich.
Die Kapitel sind Ratgeber; Salate; Suppen und Eintöpfe; Saucen und Dips; Fleisch; Fisch und Meeresfrüchte; Gemüse; Kartoffeln, Nudeln und Reis; Eiergerichte; Desserts.
Daran hängen sich dann noch die Kapitel Küchenglossar von A-Z; Rezeptregister von A-Z; Küchenpraxis von A-Z an. Hier erkennt man schon, dass alles optimal gegliedert ist.
Im Ratgeber finden sich viele sinnvolle und nützliche Tipps rund um Küche und Lebensmittel, von der Lagerung über die Hygiene bis zu Küchenutensilien. Die Rezept-Kapitel haben alle den identischen Aufbau. Erst eine grobe Übersicht zu Zutaten und Zubereitung, dann ein Schema zum Prinzip des Kapitels, danach die einzelnen Rezepte. Diese steigern sich vom Schwierigkeitsgrad etwas innerhalb der Kapitel. Zu den Rezepten gibt es immer mehrere Fotos, die nicht nur die fertige Speise zeigen, sondern außerdem, welche Zutaten man benötigt und die Arbeitsschritte verdeutlichen. Neben den Zutatenlisten und Arbeitsanweisungen finden sich Tipps und ein Kästchen zur Küchenpraxis. Außerdem werden die Nährwertangaben geliefert. Die Rezepte sind zumeist für 4 Portionen ausgelegt. Rechts oben finden sich dann auch noch 3 Angaben zum Rezept, z.B. vegetarisch, Vorspeise, schmeckt Kindern usw.
Die Bandbreite der Rezepte ist sehr schön gewählt und sorgt für vielfältige Gerichte, die nicht gleich nach Kochanfänger aussehen. Im Gegenteil, wer mit diesem Buch arbeitet, ist immer gut gerüstet und lernt das Kochen wirklich, ohne die Freude daran zu verlieren. Abwechslung ist garantiert und der Geschmack kommt nie zu kurz. Somit ist es als erstes eigenes Kochbuch sehr zu empfehlen, aber auch alte Hasen werden das Buch gern im Regal stehen haben und hin und wieder etwas nachlesen. Mir gefällt es trotz großer Kochbuchsammlung super gut. Fünf Sterne!
Rezensionen von Krani:
Villa Rivolta von Daniel Speck
Echt
Valerias Vater ist Revolutionär in Italien und wird von den Deutschen in den letzten Kriegstagen erschossen. Ihre Mutter geht mit ihr nach Mailand, wo Freunde des Vaters ihr eine Anstellung in ihrem Haus geben. Sie leben in der Villa Rivolta, dem Haus jener Autobauerfamilie, die mit der Isetta bekannt wurde und später sehr elegante und schnelle Sportwagen baute.
So kommt es, dass Valeria in einer prächtigen Villa aufwächst mit Piero, dem Sohn des Unternehmers, als bestem Freund.
Die Geschichte ist sehr lebendig erzählt. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Valeria und Piero. Beide sind starke, unabhängige Persönlichkeiten, die sich ihren höchst unterschiedlichen Herausforderungen stellen. Die Sprache ist poetisch und bildreich. Das Nachkriegsitalien mit seinen bestimmenden Klassenunterschieden, seiner Hitze, seiner Autoleidenschaft und den revolutionären Träumen wird sehr anschaulich gezeigt. Man hat das Gefühl, mitten im echten Leben zu sein.
Ich fand es erschreckend und faszinierend zugleich, wie das Bewusstsein einer Klassenzugehörigkeit von den Eltern ganz unterschwellig an die Kinder weitergegeben wird. So hat der Unternehmersohn ein ganz anderes Selbstbewusstsein und Lebensgefühl in der Welt als die Arbeitertochter. Trotzdem sind sie enge Freunde. Dies ist keine klassische Liebesgeschichte, sondern eher eine Studie über Klassismus und das Verhältnis von Reich und Arm. Und über Freundschaft.
Ich habe es verschlungen. Ein großartiges Buch, auch wenn nicht alle Fragen geklärt werden. Aber das ist im Leben ja auch nicht anders.
Rezensionen von Streiflicht:
Ein kleines Wunder - wie DU von Ferdinand Auhser
Ein schönes Buch
Ich mag die Bücher vom Vermes-Verlag sehr und daher habe ich mich auch sehr auf dieses Buch hier gefreut. Mich haben schon der Titel und das Cover angesprochen, innen geht es genauso toll weiter. Die kräftigen, aber nie grellen Farben und die verspielten Illustrationen machen richtig Lust aufs Durchblättern.
Einzig die Figuren haben mir leider nicht sonderlich gefallen. Wenn sie ganz dargestellt sind, wirken sie auf mich nicht ansprechend, sondern fast schon ein bisschen leblos. Aber das ist vielleicht auch einfach Geschmackssache. Wenn nur Teile von Personen zu sehen sind, gefallen mir die Darstellungen besser.
Die schönen Reime sind unterhaltsam, lustig und gut zu lesen bzw. vorzulesen. Es macht Spaß, die vielen bunten Seiten mit den Details zu entdecken und das Buch wieder und wieder durchzublättern und gemeinsam zu lesen. Wieder ein schönes Buch über die Freundschaft und das Wunder des Lebens!
Rezensionen von Lilli33:
Unser Haus mit Rutsche von Safia Al Bagdadi
Hat was, aber leider nicht genug
Layla Beni Sayed hadert mit sich und ihrem Leben. Verschiedene berufliche Ansätze waren nicht von Erfolg gekrönt. Auch die Schriftstellerei läuft ihr nicht einfach von der Hand. In Gesprächen mit ihrer Psychotherapeutin und ihrem Hausarzt kommt sie sich selbst näher.
In episodischen Rückblenden begleiten wir Layla durch ihre außergewöhnliche Kindheit in Saarbrücken. Behütet von einer französischstämmigen Mutter und einem irakischen Vater, der oft auf Reisen ist, verläuft ihr Leben anders als das ihrer Freundinnen. Amir, der Vater, ist eine schillernde Person, in gewisser Weise ein Traumtänzer, der seiner Familie die tollsten Träume ausmalt, wie zum Beispiel das Haus mit Rutsche in Bagdad. Doch immer wieder kommt etwas dazwischen, beispielsweise der Golfkrieg, wodurch Amir arbeitslos wird und nicht wieder auf die Beine kommt.
Wir haben an bestimmten Ereignissen Anteil, aber auch am ganz gewöhnlichen Alltag dieser Familie - alles betrachtet durch die Augen des Kindes Layla. Vieles hätte ich mir tiefgründiger und intensiver gewünscht, aber klar, ein Kind begreift die Dinge nicht so wie ein Erwachsener. So empfand ich vieles als eher belanglos, was für die kleine Layla eine große Bedeutung hatte. Nichtsdestotrotz war es interessant, einen Blick in diese bunte Familie (auch auf die weiteren Familienangehörigen in Frankreich und im Irak) zu werfen und das Aufeinanderprallen der grundverschiedenen Kulturen zu beobachten.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, zuweilen mit einer Prise Humor gewürzt, sodass man fast über die zum Teil schlimmen Ereignisse hinweg getäuscht wird.
Die Handlung in der Gegenwart gefiel mir bei Weitem nicht so gut wie die in der Vergangenheit. Laylas Gedanken haben mich hier verwirrt und vor allem die wiederkehrenden Suizidgedanken fand ich verstörend.
Das Buch erschien im Februar 2026 im Carl Hanser Verlag.
Rezensionen von Brigittte:
Der Comic-Club von Scott McCloud
Comic-Team-Spaß
Sind Comics nicht einfach großartig für Lesemuffel und als "Lesesnack" zwischendurch. Aber es gibt genug Leute, die das anders sehen. In diesem großartigen und humorvollen Comicroman erfahren wir so einiges über diese Buchform. Ganz besonders gefällt uns die Grundidee der Geschichte, ganz unterschiedliche Kinder mit ihren jeweiligen Stärken zusammenzubringen.
Denn erst durch die Gründung des Comic-Clubs und der Zusammenarbeit werden alle einzelnen Fähigkeiten perfekt miteinander kombiniert und Makayla, Howard, Lynda und Art erschaffen eine wundervolle Geschichte. Die Bilder sprechen eine deutliche und klare Sprache und machen die Leser gleich neugierig auf die, sich immer mehr, entwickelnde Handlung. Auch die Leser erfahren, dass es gar nicht so einfach ist, ein Comic zu machen, denn man braucht eben neben den Illustrationen auch eine tolle Idee, gute Dramaturgie und knackige Texte. Und natürlich muss alles Hand in Hand gehen, damit es am Ende auch zusammenpasst.
In diesem Comic passt einfach alles perfekt! Ein Comic über Menschen und Comics!
Rezensionen von ekiam:
Cooking for Family von Julia Lanzke
Alltagstauglich kochen mit Kindern – Praktische Inspiration für Familien
Julia Lanzke dürfte vielen bereits durch ihren Blog „mamiblock“ rund um die Organisation des Familienalltags bekannt sein. Mit Cooking for Family möchte sie zeigen, wie sich gemeinsames Kochen unkompliziert in einen oft turbulenten Familienalltag integrieren lässt.
Zu Beginn findet sich eine hilfreiche Sammlung an Tipps rund um das Thema Küchenorganisation.
Besonders im Fokus steht, wie Kinder sicher und altersgerecht eingebunden werden können. Auch Impulse zur Wochenplanung und Vorbereitung helfen dabei, den Stress unter der Woche spürbar zu reduzieren. Die Idee von Thementagen, die für Routine sorgen und gleichzeitig Kindern Orientierung geben, erleichtert Eltern die Planung und schafft Verlässlichkeit im Alltag.
Der ansprechend bebilderte Rezeptteil umfasst insgesamt 100 Gerichte für Frühstück, Hauptmahlzeiten, Snacks und Desserts. Viele davon sind vegetarisch oder lassen sich unkompliziert entsprechend abwandeln. Teilweise arbeitet die Autorin mit einem Baukastenprinzip: Eine gemeinsame Grundkomponente kann unterschiedlich variiert werden; das spart Zeit und bringt Abwechslung auf den Tisch. Laut Konzept sollen alle Rezepte in maximal 20 Minuten zubereitet sein und sind bewusst kindgerecht gestaltet.
Einen kleinen Hinweis hätte ich mir jedoch gewünscht: Da in einigen Rezepten Honig verwendet wird, wäre ein Vermerk sinnvoll, dass dieser für Kinder unter einem Jahr nicht geeignet ist.
Jeder Abschnitt schließt mit passenden Lifehacks ab, die zusätzlich dabei unterstützen, Abläufe in der Küche zu vereinfachen.
Einige Tipps und wenige Rezepte wirken sehr selbstverständlich und hätten vielleicht keinen eigenen Platz gebraucht. Andere wiederum liefern schöne, frische Inspirationen für den Familienalltag.
Insgesamt ist es ein gelungenes Kochbuch für Eltern und Großeltern, die ihre (Enkel-)Kinder aktiv in die Küche einbeziehen möchten und nach unkomplizierten Ideen suchen, um das gemeinsame Kochen entspannter in ihren Alltag zu integrieren.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Das Haus in Charlottenburg von Beate Sauer
Fakten und Fiktion zu einem dramatischen hist. Roman verknüpft
Beate Sauer entführt uns mit diesem Buch in das Fin de Siècle nach Berlin. Die steigende Industrialisierung, die zahlreichen Unternehmern große Gewinne beschert, geht auf Kosten der Arbeiter, die in unbeschreiblichen Elendsquartieren hausen. Spekulanten, die den ohnehin geringen Bestand an bezahlbaren Miet- und Untermietwohnungen künstlich niedrig halten, verstärken die Wohnungsnot zusätzlich.
Gleichzeitig schwelgen Gutsbesitzer und Adelige in unvorstellbarem Luxus und frönen dem Standesdünkel.
Stellvertretend für die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten lernen wir den Architekten Johann, der als erster seiner Familie studieren konnte, den adeligen Arzt Louis und die begabte Schneiderin Elise, deren Familie von Spekulanten um ihr kleines Haus gebracht worden ist, kennen. Louis und Johann wollen der Wohnungsnot und dem Elend wenigstens in kleinen Schritten ein Ende bereiten und beschließen, ein Wohnhaus nach genossenschaftlichen Richtlinien zu bauen. Mit an Bord ist auch Elise, die endlich den prekären Wohnverhältnissen und den Erpressungen des Hausverwalters entkommen will.
Auch wenn alles sehr gut durchdacht und geplant ist, rechnet niemand mit dem Gegenwind der Eigentümer der feuchten Mietskasernen, mit denen ordentlich Gewinn gemacht wird. Allen voran Louis‘ Mutter Eleonora, die ihre Macht und ihre Willkür schwinden sieht.
Ob sich der Traum von Genossenschaftshaus erfüllen wird, müsst ihr schon selbst lesen ...
Meine Meinung:
Die aus der Perspektive von Elise, Johann und Louis und an manchen Stellen aus Sicht von Eleonora, erzählte Geschichte ist von Beate Sauer fesselnd und authentisch erzählt. Ähnliche Geschichten, in denen Familien erst kürzlich hoch gezogene und feuchte Wohnung „trocken wohnen“, danach wieder auf die Straße gesetzt werden und sich dabei mit Tuberkulose infizieren, gibt es auch aus meiner Heimatstadt Wien. Manche sind auch gezwungen, Betten an sogenannte Bettgeher zu vermieten. Da schlafen dann tageweise wildfremde Männer in den Betten der Familie, damit die einen schlafen und die anderen ihre Miete bezahlen können. Die Zustände sind mehr als unhygienisch und sexuelle Übergriffe an der Tagesordnung.
Beate Sauer, die ich schon von ihrem Zweiteiler um Friederike Matthä kenne, hat einen mitreißenden Schreibstil. Man kann förmlich den Gestank der muffigen Gemäuer oder des Kohlgemüses in den Mietskasernen riechen und anderseits duftet es in der Villa von Eleonora nach Parfum und erlesenen Speisen.
Die Handlung wird durch das Trio Elise, Johann und Louis getragen, denen Freundschaft sehr wichtig ist. Als sich beide Männer in Elise verlieben, lässt Louis Johann den Vortritt, nachdem er erkennt, dass Elise in ihm, Louis, nur den Arzt sieht, in Johann aber ihren Partner. Auch die Freundschaft zwischen Elise und politisch aktiven Grete spielt eine große Rolle, auch wenn sie einer schwere Belastung ausgesetzt ist.
Geschickt und unaufgeregt wird die politische Situation dieser Zeit eingeflochten. Die erzkonservativen Adeligen und die Neureichen stehen im krassen Gegensatz zu den Kleinbürgern und der riesigen Zahl der ausgebeuteten Arbeiter. Die Arbeiterbewegung fordert die Einhaltung der Regeln Arbeitszeit für die Arbeiter und gerechte Bezahlung. Auch Rechte zum Schutz der Mieter werden eingefordert. Der übliche Usus, wöchentlich Mieten einzukassieren und diese willkürlich zu erhöhen, lässt Familien wie jene von Elise ins Elende abgleiten. Da politische Frauenvereine, die das Wahlrecht für Frauen fordern, verboten sind, organisieren sich die Frauen in Handarbeits-und Theatergruppen. Beate Sauer schildert diese Zeit der sozialen Unruhe, so als wären wir dabei gewesen.
Fazit:
Ein dramatischer historischer Roman, der die Zustände des Fin de Siècle bildgewaltig beschreibt. Gerne gebe ich hier eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Cooking for Family von Julia Lanzke
Sehr einfache Rezepte für die Familie
Der Bloggerin und selbst Mutter zweier Kinder Julia Lanzke ist es ein Anliegen, zu zeigen, mit wie wenig Aufwand man sich mit der eigenen Familie abwechslungsreich und einigermaßen gesund ernähren kann, auch inmitten eines vollen Alltagslebens. Das Buch beginnt mit ein paar Tipps zum Thema Sicherheit beim Kochen mit Kindern, zum Beispiel zur Verwendung schnittfester Handschuhe, von Scheren statt Messern, Wellenschneider und Kindermesser.
Wie alltagstauglich das tatsächlich ist, bin ich mir nicht sicher - mein Kind lernt schon im Kindergarten, mit ganz normalen, auch scharfen Messern umzugehen und zurechtzukommen, und ich habe die Befürchtung, dass Kochen mit Handschuhen den ganzen Prozess viel mühsamer gestalten würde. Andere Tipps wie die Verwendung eines Eierschneiders auch zum Zerkleinern von Pilzen, Erdbeeren, Kiwi oder Mozzarella klingen zumindest interessant, mal ausprobiert zu werden.
Dann wird für Menschen, die Struktur mögen, ein Wochenplan empfohlen, mit wiederkehrenden Gerichten pro Wochentag z.B. Suppen-Samstag und das 3-2-1-Prinzip vorgestellt: drei Klassiker-Tage, 2 Restetage, 1 Vorratsgericht und 1 Wünsch-dir-was-Tag. Mich persönlich haben diese sehr strukturierten Ideen nicht so abgeholt, sind aber vielleicht für andere Familien passend.
Gut gefallen hat mir das Prinzip, von einem Gericht, z.B. Pfannkuchen, gekochte Eier, Kartoffeln oder Tomatensauce, gleich mehr zu kochen, um es in abgewandelter Form an weiteren Tagen zu neuen Speisen ergänzen zu können. Und dann gibt es noch Tipps für den Vorratsschrank.
Diese Ausführungen zeigen vielleicht schon: jemand wie ich mit langer Kocherfahrung ist vielleicht nicht ganz die richtige Zielgruppe für dieses Buch. Vieles ist wirklich auf sehr basalem Niveau, für Menschen, die sich noch nicht viel mit Kochen oder Vorratshaltung auseinandergesetzt haben.
Diesem Prinzip folgt auch der umfangreiche und schön bebilderte Rezeptteil. Es gibt Frühstücksideen, Snacks, Hauptgerichte und Desserts, alles mit Fokus auf leichte, schnelle Herstellung und Familientauglichkeit. Dieser Teil wird insbesondere Menschen gefallen, die gerne auch Konserven oder Fertigprodukte in ihre Gerichte integrieren, z.B. gibt es Nudelsalat mit fertig gekauftem Pesto und noch ein paar weiteren Zutaten dazu. Einige der Rezepte sind so simpel, dass ich dafür kein eigenes Rezept gebraucht hätte, aber es gibt durchaus auch Inspiration für neue Kochideen, auf die ich so noch nicht gekommen wäre z.B. Joghurt-Pfannkuchen-Lasagne, Heidelbeerwaffeln aus Toastbrot, eine Honig-Senf-Sauce, mit der sich gleich drei verschiedene Rezepte zubereiten lassen, Pizza auf Ofenkartoffelbasis oder Ofenmilchreis mit Apfel.
Insgesamt ist es ein sehr schön und liebevoll gestaltetes Kochbuch, das ich insbesondere jenen, die noch nicht viel Kocherfahrung haben, auf jeden Fall empfehlen kann.









