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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Cooking for Family von Julia Lanzke

Sehr einfache Rezepte für die Familie

Der Bloggerin und selbst Mutter zweier Kinder Julia Lanzke ist es ein Anliegen, zu zeigen, mit wie wenig Aufwand man sich mit der eigenen Familie abwechslungsreich und einigermaßen gesund ernähren kann, auch inmitten eines vollen Alltagslebens. Das Buch beginnt mit ein paar Tipps zum Thema Sicherheit beim Kochen mit Kindern, zum Beispiel zur Verwendung schnittfester Handschuhe, von Scheren statt Messern, Wellenschneider und Kindermesser.

Wie alltagstauglich das tatsächlich ist, bin ich mir nicht sicher - mein Kind lernt schon im Kindergarten, mit ganz normalen, auch scharfen Messern umzugehen und zurechtzukommen, und ich habe die Befürchtung, dass Kochen mit Handschuhen den ganzen Prozess viel mühsamer gestalten würde. Andere Tipps wie die Verwendung eines Eierschneiders auch zum Zerkleinern von Pilzen, Erdbeeren, Kiwi oder Mozzarella klingen zumindest interessant, mal ausprobiert zu werden.

Dann wird für Menschen, die Struktur mögen, ein Wochenplan empfohlen, mit wiederkehrenden Gerichten pro Wochentag z.B. Suppen-Samstag und das 3-2-1-Prinzip vorgestellt: drei Klassiker-Tage, 2 Restetage, 1 Vorratsgericht und 1 Wünsch-dir-was-Tag. Mich persönlich haben diese sehr strukturierten Ideen nicht so abgeholt, sind aber vielleicht für andere Familien passend.

Gut gefallen hat mir das Prinzip, von einem Gericht, z.B. Pfannkuchen, gekochte Eier, Kartoffeln oder Tomatensauce, gleich mehr zu kochen, um es in abgewandelter Form an weiteren Tagen zu neuen Speisen ergänzen zu können. Und dann gibt es noch Tipps für den Vorratsschrank.

Diese Ausführungen zeigen vielleicht schon: jemand wie ich mit langer Kocherfahrung ist vielleicht nicht ganz die richtige Zielgruppe für dieses Buch. Vieles ist wirklich auf sehr basalem Niveau, für Menschen, die sich noch nicht viel mit Kochen oder Vorratshaltung auseinandergesetzt haben.

Diesem Prinzip folgt auch der umfangreiche und schön bebilderte Rezeptteil. Es gibt Frühstücksideen, Snacks, Hauptgerichte und Desserts, alles mit Fokus auf leichte, schnelle Herstellung und Familientauglichkeit. Dieser Teil wird insbesondere Menschen gefallen, die gerne auch Konserven oder Fertigprodukte in ihre Gerichte integrieren, z.B. gibt es Nudelsalat mit fertig gekauftem Pesto und noch ein paar weiteren Zutaten dazu. Einige der Rezepte sind so simpel, dass ich dafür kein eigenes Rezept gebraucht hätte, aber es gibt durchaus auch Inspiration für neue Kochideen, auf die ich so noch nicht gekommen wäre z.B. Joghurt-Pfannkuchen-Lasagne, Heidelbeerwaffeln aus Toastbrot, eine Honig-Senf-Sauce, mit der sich gleich drei verschiedene Rezepte zubereiten lassen, Pizza auf Ofenkartoffelbasis oder Ofenmilchreis mit Apfel.

Insgesamt ist es ein sehr schön und liebevoll gestaltetes Kochbuch, das ich insbesondere jenen, die noch nicht viel Kocherfahrung haben, auf jeden Fall empfehlen kann.

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Cooking for Family

Rezensionen von Havers:

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Kala von Colin Walsh

Debüt mit Schwächen

Es sind hohe Erwartungen, die die Besprechungen in den Kultur-Rubriken der irischen und englischen Medien für Colin Walsh wecken, wenn sie reihum sein Debüt mit den literarischen Thrillern der großartigen Tana French oder mit Donna Tartts Ausnahmewerk „Die geheime Geschichte“ vergleichen. Das macht neugierig, insbesondere dann, wenn man die beiden genannten Autorinnen kennt und schätzt.

2003. Sommer in Kinlough. Die sechs Teenager Kala, Aoife, Helen, Aiden, Joe und Mush genießen den Sommer. Riskante Wettrennen, heimliche Pints, die ersten Küsse. Doch dann verschwindet am 3. November die furchtlose Kala, nach außen furchtlos, aber im Inneren eine verletzte und zutiefst verunsicherte Seele. Niemand weiß, wo sie abgeblieben ist, und plötzlich ist nichts ist mehr wie zuvor. Die Jahre vergehen, und die Freunde zerstreuen sich in alle Himmelsrichtungen. Anlässlich einer Hochzeit treffen sich 2018 drei von ihnen wieder in ihrer Heimatstadt: Mush, der Kinlough nie verlassen hat, Helen, die mittlerweile in Kanada lebt, und Joe, der auf eine Karriere als Musiker zurückblicken kann. Man trifft sich, die alte Vertrautheit stellt sich wieder ein. Doch dann werden in einer Baugrube die sterblichen Überreste Kalas gefunden und fast zeitgleich verschwinden wieder zwei Teenager, die beiden Schwestern Donna und Marie. Ängste werden wach, alte Erinnerungen an die Ereignisse rund um Kalas Verschwinden gelangen wieder an die Oberfläche. Was ist vor fünfzehn Jahren geschehen? Und wer ist dafür verantwortlich?

Erwachsenwerden, Freundschaften, Familiengeheimnissen, Gehen, Bleiben und Zurückkommen, das sind die Themen, die Walsh in seinem Debüt behandelt und in zwei Zeitebenen aus Sicht von Mush, Helen und Joe Revue passieren lässt. Es überlappt sich, dreht sich im Kreis und wird wiederholt, so dass man sich fragt, wann er endlich auf den Punkt kommt. Auch wenn die Charakterisierungen überwiegend als gelungen gelobt werden, kann ich dem nur bedingt zustimmen, denn vieles, auch was die Storyline angeht, habe ich so oder so ähnlich schon weitaus besser gelesen und überrascht deshalb nicht. Langer Rede kurzer Sinn, der Vergleich mit Frech und Tartt hinkt und hat meine hohen Erwartungen leider nicht erfüllt. Schade!

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Kala

Rezensionen von gabiliest:

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Vom Gespenst, das nicht allein sein wollte von Gareth Ryans

Freunde sind das Beste auf der Welt

Der bekannte Autor und Illustrator Gareth Ryans hat mit dem Bilderbuch “Das Gespenst, das nicht allein sein wollte” eine wunderbare Freundschaftsgeschichte vorgelegt. Schon das phantasievolle Hardcover zeigt den Kindern das kleine Gespenst, das noch traurig auf der Suche nach Freunden ist. Doch bereits hier beginnt man zu ahnen, dass neben dem Schloss, in dem das kleine Gespenst wohnt, viele Tiere leben- und vielleicht sogar noch ein anderes Gespenst?

Das kleine Gespenst ist freundlich und schüchtern, aber es ist immer allein.

Eine Übernachtungsparty mit Freunden wäre doch toll. So fragt es alle Tiere des Waldes, ob sie zur Party kommen können, doch leider haben alle keine Zeit. Die Henne muss ihre Eier ausbrüten, der Frosch im Wasser bleiben und das Eichhörnchen die Nüsse suchen, die es vergraben hat. Traurig sitzt es beim Schlossteich, doch ganz überraschend stellt es fest, dass man auf Freunde gerade dann zählen kann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Gareth Ryans hat eine zauberhafte Geschichte erfunden, die durch seine phantasievollen, detailreichen und liebevoll gezeichneten Illustrationen hervorragend unterstützt wird. Der Text ist kindgerecht und leicht verständlich, das Buch wird für Kinder ab drei Jahren empfohlen. Die Idee der Übernachtungsparty wird nicht nur die ganz Kleinen begeistern, sondern auch bei älteren Geschwistern großen Widerhall finden. Denn niemand möchte gerne alleine sein.

Dieses hochwertig ausgestattete Buch überzeugt auch durch das Großformat, das dicke Papier garantiert, dass die kleinen Lesenden das Buch oft zur Hand nehmen können. Denn diese wunderbare Freundschafts- und Mutmachgeschichte kann man sicher immer wieder gerne hören. Und das kleine Gespenst würden die Kinder sicher am Liebsten selbst zum Freund haben.

Ich habe dieses Buch, das sich hervorragend als Gute- Nacht Geschichte eignet, mit meinem vier Jahre alten Enkel gelesen. Wir fanden das kleine Gespenst zum Knuddeln und nehmen es auf unsere Übernachtungsparty mit, denn es wird in ein Bücherregal gestellt, das ganz nahe beim Kinderbett steht. So ist es nicht mehr alleine und wird hoffentlich noch viele Freunde finden. Wir können dieses Bilderbuch allen kleinen Leseratten, und natürlich den vorlesenden Erwachsenen, wirklich empfehlen.

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Vom Gespenst, das nicht allein sein wollte

Rezensionen von ReiShimura:

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Die Briefeschreiberin von Virginia Evans

Die leise Schönheit des Briefromans – und meine Mühe, sie zu hören

Selten ist es mir so schwergefallen, eine mittelmäßige Bewertung für ein Buch abzugeben. Denn das Buch ist im Grunde wirklich interessant und auch handwerklich gut umgesetzt. Meine durchwachsene Bewertung des Buches liegt eher daran, dass ich zu dem Medium Briefroman keinen richtigen Zugang gefunden habe.

In der letzten Zeit habe ich einige Romane gelesen, die sich auf die eine oder andere Art und Weise mit dem Thema Briefschreiben beschäftigen. Darunter „Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen“ und „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“. Beide haben mich restlos begeistert und mit großer Freude habe ich mich auf diesen Roman gestürzt. Der große Unterschied zwischen diesem Buch und den oben angeführten ist allerdings die Art der Erzählung. Hierbei handelt es sich um einen Briefroman, während die anderen beiden Romane sind, in denen zusätzlich Briefe abgedruckt sind.

Sybil van Antwerp ist eine interessante Protagonistin und ich habe ihr Leben sehr gerne verfolgt. Es war spannend zu verfolgen mit wem sie alles postalisch oder selten auch elektronisch kommuniziert und welche Dinge ausgetauscht werden. Dabei geht es einerseits natürlich um mehr oder weniger kleine Alltagsdinge und Belanglosigkeiten, aber andererseits werden hier auch wichtige oder schwerwiegende Themen angesprochen, wie Krankheiten, der Tod, Fehlgeburten oder Politik.
Die Personen mit denen Sybil kommuniziert decken eine breite Altersspanne ab und dementsprechend unterschiedlich ist auch der Schreibstil der Briefe die Sybil als Antwort bekommt. Da es sich um eine Vielzahl von Personen handelt war ich sehr froh, dass die Autorin ein Personenverzeichnis am Ende des Buches eingefügt hat.

Wie anfangs bereits erwähnt, habe ich keinen richtigen Zugang zu dem Buch gefunden und fand es abschnittsweise langatmig und wenig ereignisreich. Ich denke aber, dass ich dies der Autorin Virgina Evans nur bedingt anlasten kann, sondern die Schuld eher bei mir suchen muss. Ich konnte den Roman nämlich nicht in einem Rutsch durchlesen, sondern war gezwungen das Lesen immer wieder zu unterbrechen. Manchmal nur für ein paar Stunden, teilweise aber auch für ein paar Tage. Dadurch habe ich immer wieder den Faden verloren und wusste nicht mehr an wen Sybil gerade einen Brief verfasst.

Virgina Evans Debütroman ist ein tiefgründiger und feinfühliger Roman, dem man wirklich die Aufmerksamkeit schenken muss, die er verdient. Es ist definitiv kein Buch für Zwischendurch, sondern es sollte mit Respekt und Würde behandelt werden.
Ich möchte abschließend noch einmal betonen, dass es sich hierbei um kein schlechtes Buch handelt und ich es auf jeden Fall weiterempfehlen möchte. Viele kleine Faktoren haben bei mir dazu geführt, dass ich das Leseerlebnis nur bedingt genießen konnte. Ich denke aber, dass dieses feinfühlige und tiefgründige Buch in den Händen von den richtigen Personen, die auch das Medium Briefroman zu schätzen wissen, große Freude bereiten wird.

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Die Briefeschreiberin

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Vier Hunde und ein Todesfall von Elizabeth Horn

Witzig und Cozy

In ihrem zweiten Fall sind Wilhelmine „Willi“ Groß und ihre Freunde einem fiesen Hundekidnapper auf der Spur, der in Bad Kissingern die Lieblinge vermögender Damen entführt, sie ein paar Tage gefangen hält und sie gegen eine Aufwandsentschädigung wohlbehalten zurückbringt.

Da trifft es sich gut, dass Elvis mit Hound Dog einen passenden Lockvogel, pardon, Lockhund hat.

Doch leider läuft nicht alles ganz so glatt, wie Willi durch Kopfschmerzen erfahren muss. Zudem muss in einer Pensionistenresidenz ermittelt werden, in der Bruno Gefahr läuft, von einer ebenso resoluten wie einsamen Witwe an die Leine gelegt zu werden.

Meine Meinung:

Beim Lesen dieses Krimi musste ich mehrmals schmunzeln, denn zum einen gibt eine TV-Krimi-Serie, die Vier Frauen und ein Todesfall, heißt, und zum anderen gehört diese zweite Band für Willi in das Sub-Genre Cozy-Krimi.
Der Krimi lässt sich super lesen und die Charakter sind durchwegs sympathisch.

Da muss ich mir doch gleich den ersten Band besorgen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem humorvollen Krimi 4 Sterne.

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Vier Hunde und ein Todesfall

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Illumination für Franz Joseph von Wolfgang Weinlechner

Fakten und Fiktion gut verknüpft

Dieser historische Roman entführt uns in das Wien von 1908. Man feiert das 60. Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph. Doch nicht allen ist zum Feiern zu Mute. Armut und Unzufriedenheit lässt vor allem auf dem Balkan zahlreiche Verschwörer auf eine günstige Gelegenheit warten, den greisen Kaiser zu töten.

Während die Hauptstadt im Lichterglanz erstrahlt, planen Serbische Nationalisten unter der Führung des berüchtigten Dragutin Dimitrijevic ein Attentat. In den dunklen und stinkenden Kanälen wird eine große Menge Sprengstoff versteckt.

Nachdem das Todesdatum des Kaisers mitten im Ersten Weltkrieg, im Jahr 1916 hinlänglich bekannt ist, gelingt der Plan nicht, was der (fiktiven) Journalistin Emilia Freifrau von Ferteci zu verdanken ist. Sie bekommt Wind von der Verschwörung und beschließt, das Komplott aufzudecken, ohne an ihre eigene Sicherheit zu denken ...

Wie das gelingt, müsst ihr schon selbst lesen.

Meine Meinung:

Das Geld, das für die Feierlichkeiten, die dem Kaiser ohnehin zuwider sind, ausgegeben wird, wäre für soziale Zwecke sicher besser angelegt gewesen. Aber, Spektakel muss - damals wie heute - in einer Monarchie sein, um den Untertanen Sand in die Augen zu streuen und von den Missständen abzulenken.

Hofschranzen, Polizei sowie Geheimagenten machen Jagd auf mögliche Unruhestifter, weshalb auch immer wieder Sozialisten und Personen aus den Kronländern in deren Visier landen. Die Illumination für den Kaiser gelingt, wenn auch die Erleuchtung, im wahrsten Sinn des Wortes, nur sehr kurzlebig sein wird.

Der historische Roman enthält durchaus sozialkritische Töne und lässt das Zerbröckeln der Habsburger-Herrschaft vorausahnen. Wir dürfen in das Wien des Fin de Siècle eintauchen, das bald nicht mehr existieren und Millionen Menschen in bitterer Armut zurück lassen wird.

Die Charakter haben so ihre Ecken und Kanten. Natürlich spielt die scharfsinnige Journalistin Emilia Freifrau von Ferteci, die sich allen Konventionen dieser Zeit widersetzt, eine große Rolle.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der mit penibler Recherche und eine ungewöhnlichen Frau aufhorchen lässt, 5 Sterne.

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Illumination für Franz Joseph

Rezensionen von Petra Gruber:

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Zugwind von Iryna Fingerova

Zwischen Odesa und Deutschland

Zugwind ist ein Roman, auf den ich mal wieder in erster Linie durch das Cover aufmerksam wurde. Was soll ich sagen, es ist einfach perfekt. Ich mag die Farben, ich mag die Schrift, ich mag das Bild und ich mag, dass der Titel glänzt und leicht erhaben ist. Einfach schön. Und geheimnisvoll.
Aber auch den Klappentext fand ich interessant.

Und, Überraschung, es war tatsächlich einmal ein Klappentext, der die Grundidee des Romans sehr gut auf den Punkt brachte. Man wird nicht getäuscht.
Mira lebt mit ihrem Mann Andrij und ihrer Tochter Rosa in Deutschland. Geboren ist sie in der Ukraine, in Odesa. Dort ist sie erwachsen geworden, hat studiert, es ist der Ort ihrer Familie, ihrer Freunde, des ersten Kusses, ihr Sehnsuchtsort.
Und dann ist plötzlich Krieg. Und damit ganz viele neue Fragen. Darf man ein schönes Leben haben, während in der Heimat Krieg herrscht? Wie umgehen mit den vielen ukrainischen Geflüchteten, die jetzt in ihre Hausarztpraxis kommen und die mit ihren Sorgen und Nöten zu ihr kommen? Was macht das mit ihrer Beziehung? Und kann man im Krieg nach Odesa reisen, um sich wiederzufinden?
Poetisch, sehr persönlich und menschlich erzählt die Autorin hier die Geschichte Miras. Ich fand es sehr spannend, Einblick zu bekommen, in die Realität von Menschen, die in Sicherheit leben, während im eigenen Land der Krieg tobt. Aber auch über die Realität und Normalität des Lebens in Odesa.
Dieser Roman ist eine Liebeserklärung an Odesa. Und an die Ukraine. Ich muss zugeben, ich habe Sehnsucht bekommen. Sehnsucht, dieses Land und seine Menschen kennenzulernen.
Zugwind ist ein Buch nach meinem Geschmack. Tolle Sprache, eine Geschichte, die mir neue Blickwinkel eröffnet hat und für mich auch die Frage stellt: Würde ich im Falle eines Krieges bleiben oder gehen?
Definitiv empfehlenswert für alle, die anspruchsvolle Romane lieben!

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Zugwind

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Die Enthusiasten von Markus Orths

Skurril!

Dieser Roman, der durch das farbenprächtige Cover auffällt, ist ein originelles Buch über Menschen, die für ihre Leidenschaften, also für ihre Passionen, leiden und brennen.

Autor Markus Orth rückt dafür eine unkonventionelle Familie in den Mittelpunkt, in der sich fast alles um Bücher dreht.

Die Eltern und ihre drei Kinder leben mit und durch Bücher, bis eines Tages die Mutter sang- und klanglos verschwindet.

Die Geschichte, erzählt vom 26-jährigen Ich-Erzähler Vince Bär, pendelt in elf Büchern (Was sonst?) zwischen dem elterlichen Hexenhäuschen bei Frankfurt am Main und der nordenglischen, verschlafenen Kleinstadt Coxwold in der Nähe von York.

Als erwachsener Mann gehört Vince zum engsten Kreis der Tristam Shandy-Fans, die sich alljährlich zum Sterne-Geburtstag in Coxwold trifft. Und mit seinem Vater, der inzwischen im Altersheim gelandet ist, telefoniert er täglich und setzt die Sprachspiele, die in ihrer Kindheit zelebriert worden sind, in geradezu absurd anmutenden Fragespielen, die aber von einer großen Nähe und Zugewandtheit zeigen, fort.

Als Vince und Co. erfahren, dass es zu Laurence Sternes Werk „Tristram Shandy“ ein 10. bislang unveröffentlichter Band existieren soll, wenden die Enthusiasten viel Zeit und Energie für die Suche nach dem möglicherweise existierenden Manuskript auf.

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist temporeich, spielerisch und dabei nie selbstverliebt. Orths experimentiert mit der Sprache und lässt dabei die Kinder der Familie Bär Worte erfinden.

Die Charaktere sind herrlich skurril. Selbst Nebendarsteller wie die rätselhafte Thailänderin Natcha, Fat Wayne oder Morton Minelli sind fein gezeichnet.

Leser die Freude am Lesen sowie der Sprache haben, wird dieser Roman gefallen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Roman, der eine Hommage auf das Lesen, die Phantasie und den Irrsinn des Lebens ist, 4 Sterne.

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Die Enthusiasten

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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1942 - Die Tour de France, die keine war von Étienne Bonamy

Eine Leseempfehlung

Mitten im Krieg, im Jahr 1942, findet in Frankreich ein Radrennen zwischen Widerstand und Kollaboration, Schwarzmarkt und Erpressung, persönlichem und politischem Interesse, besetzter und freier Zone statt.

Der französischen Journalist und ehemalige Radrennfahrer Jean Leulliot (1911-1982) stampft gemeinsam mit Günther Kezer, Major der Wehrmacht, ein Radrennen aus dem Boden, das auf sechs Etappen nicht nur durch das besetzte sondern auch durch das freie Frankreich führt.

Dieses Radrennen findet vom 28. September bis zum 4. Oktober statt. 72 Fahrer aus Frankreich, Belgien und Italien unterwerfen sich den Strapazen der 1.650 km, die nicht nur der Strecke, sondern auch dem grässlichen Wetter, dem Fehlen an ordentlichen Unterkünften und Mangel an professioneller Ausrichtung geschuldet sind. Die Fahrer sind zudem nicht ganz freiwillig mit dabei. Émile Idée (1920-2024) wird mit der Gestapo gedroht, falls er die Teilnahme verweigert. Daher wird jede Möglichkeit aufzugeben, genützt. Letztlich kommen gerade einmal 27 Fahrer ins Ziel.

Gewonnen hat übrigens der Belgier François Neuville (1912-1986).

„Vergessen Sie den Circuit, Leulliot. Es wird jetzt alles anders.“ bekommt Jean Leulliot zu hören, als bei den Deutschen vorspricht, um den Termin für den Circuit de France 1943 abzusprechen.

Wie wir aus der Geschichte wissen, ist alles anders geworden.

Meine Meinung:

Dieses Sachbuch, das ein sportliches Ereignis zwischen Widerstand und Kollaboration, Schwarzmarkt und Erpressung, persönlichem und politischem Interesse, besetzter und freier Zone schildert, hat mir sehr gut gefallen.

Worüber ich mich gewundert habe ist, dass kein einziger deutscher Radrennfahrer an dieser Radrundfahrt teilgenommen hat. Ich hätte schon erwartet, dass NS-Deutschland auch ein Team zusammenstellt.

Étienne Bonamy zeichnet ein facettenreiches Bild, das die Rolle des Sports sowie der Presse in jenen Jahren sehr gut einfängt.

Das Radrennen und seine Teilnehmer verschwinden im Dunkel der Geschichte bis Sportjournalist und Autor Étienne Bonamy den letzten noch lebenden Fahrer, Émile Idée (1920-2024) für dieses Buch im Jahr 2020 interviewt hat.

Interessant ist, dass dieses Radrennen auch für diverse Schmuggelfahrten benutzt worden ist. Allerdings hat man nicht nur Lebensmittel, die schon längst rationiert gewesen sind, IN sondern auch Juden AUS dem besetzten Frankreich geschmuggelt haben.

Im Nachwort kann nachgelesen werden, was aus den Protagonisten nach dem Krieg geworden ist. So wird Jean Leulliot wegen Kollaboration mit den Deutschen angeklagt. Er entgeht einer Verurteilung, weil seine Reporterkollegen zu seinen Gunsten aussagen, und wird wenig später zahlreiche Radrennen veranstalten.

Einige Teilnehmer des Circuit de France 1942, wie Sieger François Neuville oder Émile Idée , setzen ihre Karrieren fort und nehmen an zahlreichen Straßenrennen der Nachkriegszeit teil.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Bericht über die Tour der France, die keine war, 5 Sterne.

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1942 - Die Tour de France, die keine war

Rezensionen von LeserinLu :

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Das schönste aller Leben von Betty Boras

Jahreshighlight

Der Roman „Das schönste aller Leben“ war für mich direkt zu Jahresbeginn ein echtes Highlight. Er ist klar, einfühlsam und zugleich so erzählt, dass man unbedingt weiterlesen möchte, weshalb ich ab der ersten Seite wusste, dass ich das Buch lieben würde. Besonders gefallen hat mir außerdem, wie mühelos er die Lebensgeschichten von Frauen aus unterschiedlichen Jahrhunderten miteinander verwebt und auch die Banater Erde poetisch zu Wort kommen lässt.

Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, die beide mit der Erde des Banat in Rumänien verbunden sind. Vio kommt nach dem Ende der Diktatur mit ihren Eltern nach Deutschland. Ihr Leben ist zunächst vom Wunsch geprägt, sich anzupassen und bloß nicht aufzufallen. Als jedoch Jahre später ihre kleine Tochter bei einem Unfall Narben davonträgt, gerät Vios Schönheitsideal ins Wanken und Schuldgefühle drohen sie zu überwältigen. Parallel dazu erzählt der Roman von Theresia im 18. Jahrhundert, die wegen ihrer Schönheit ins Visier der Keuschheitskommission gerät. Beide Geschichten zeigen auf unterschiedliche Weise, wie stark weibliche Lebenswege von gesellschaftlichen Erwartungen und Machtstrukturen geprägt sind.

Ich habe beim Lesen durchgehend mitgefiebert, wie es den Protagonistinnen ergeht. Ich habe mit ihnen gezittert und mitgefühlt, er hat mich nachdenklich gestimmt und glücklich gemacht - was will man mehr von einer Lektüre?

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Das schönste aller Leben