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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Reigen in Triest von Günter Neuwirth

Liebesreigen statt Verbrecherjagd

Wer sich angesichts des Titels an Arthur Schnitzlers „Reigen“ erinnert fühlt, liegt hier richtig. Anders als in den fünf Vorgängern tritt in diesem 6. Band aus der Reihe rund um den Inspector Bruno Zabini das Verbrechen zunächst in den Hintergrund und die erotischen Lustbarkeiten dreier Paare dominieren die Handlung.

Anders als in Schnitzlers Novelle, sind die Paare mit ihren erotischen Eskapaden einverstanden inklusive dem einen oder anderen Partnertausch.

Während sich die drei Paare, Luisa von Callenhoff und Bruno Zabini, Fedora und Sergio sowie Carolina und Arthur, vergnügen, schleichen dunkle Gestalten, die Böses im Sinn haben rund um die herrschaftliche Villa herum. Erst durch den Showdown am Ende bekommt der Roman etwas Krimihaftes.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist anders als die Triest-Krimis, die wir von Günter Neuwirth kennen. Damit tanzt dieser historische Roman buchstäblich aus der Reihe und stellt ein Sittenbild der gelangweilten Oberschicht der Donaumonarchie dar, die nur mehr wenige Jahre existieren wird.

Wie aus den Vorgängern bekannt, ist Inspector Bruno Zabini ein begehrter Junggeselle in Triest, der, bevor er sich endgültig für Luisa von Callenhoff entschieden hat, parallel zu ihr, ein Gspusi mit Fedora hatte.

Diese Wendung, die eine Ähnlichkeit mit Arthur Schnitzlers Novelle aufweist, wird nicht allen Fans von Bruno Zabini gefallen. Ein wenig fehlt mir auch die Darstellung der politischen Szene, die den Polizisten Zabini immer wieder gefordert haben. Diesmal ist seine Standfestigkeit auf andere Weise gefragt. Dieser Teil der Reihe kann problemlos solo gelesen werden, denn die Hauptpersonen werden sehr gut eingeführt.

Fazit:

Mich hat dieser historische Roman, der sich auf Amors Pfade begibt, ein wenig überrascht, weshalb ich 4 Sterne vergebe.

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Reigen in Triest

Rezensionen von S.L. :

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Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott

Was treibt sie an?

Drei Frauen, sehr verschieden, aber geeint durch ein Stigma: sie sind die Ehefrauen von Serienmördern. Ex- Frauen. Sie erfahren von Frauenmorden in ihrem Heimatort. Eine ist Assistentin bei einer Zeitung, bekommt dadurch zufällig einige Hinweise. Eine ist Verkäuferin, eine hat ein Verhältnis mit einem Ermittler.

Auch er wird ausgehorcht. Anders als offizielle Behörden versuchen die Frauen, Hintergründe zu finden, gehen auf psychologischer Ebene an die Aufklärung.
Elizabeth Arnoltt beschreibt das Leben der Frauen nach der Verhaftung ihrer Ehemänner, ihre Schuldgefühle und ihren Wunsch, andere Frauen zu schützen. Hinweise werden sortiert, Spuren verfolgt. Das ist glaubhaft geschildert, nachvollziehbar dargestellt. Spannend, schlußendlich überraschend und ein Plädoyer für mutige Frauen.
Nach etwas schleppendem Anfang nimmt die Story Fahrt auf, nimmt den Leser mit.
Leseempfehlung!

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Ein guter Blick fürs Böse

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Ich möchte zurückgehen in der Zeit von Judith Hermann

Über das Innenleben einer Frau angesichts vieler offen bleibender Fragen

"Ich möchte zurückgehen in der Zeit" von Judith Hermann ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, aus wie wenig tatsächlichem Material aus der eigenen Familiengeschichte sich dennoch ein komplettes Buch machen lässt. Wenn man die Beschreibung auf der Rückseite des Buchumschlages liest, könnte man den Eindruck gewinnen, es würde in dem Buch hauptsächlich um die Aufarbeitung der Geschichte des Großvaters gehen.

Wer sich hier spannende neue Erkenntnisse erwartet, dem sei schon an dieser Stelle gesagt, dass das Buch diese nicht liefern kann.

Das Buch ist in drei Teile geteilt, von denen der erste der längste und der dritte der kürzeste ist. Auf den ersten 70 Seiten des insgesamt nicht einmal 160 Seiten umfassenden Büchleins folgen wir der Autorin nach Radom, wo ihr Großvater, der lange vor ihrer Geburt gestorben ist und den sie deshalb nie persönlich kennen lernte konnte, als Mitglied der Waffen-SS stationiert war. Es kann vermutet werden, dass er in dieser Funktion in die Gräuel und Menschenrechtsverletzungen, die dort zur Zeit des Dritten Reiches verübt haben, aktiv involviert war. Genaueres darüber weiß die Autorin aber nicht, wissen wir als Leserinnen und Leser somit auch nicht und werden auch werden sie noch infolgedessen wir durch ihren Aufenthalt dort erfahren. Im Wesentlichen besteht dieser Teil des Buches aus einer durchaus atmosphärischen Beschreibung des Alleinseins der Autorin in Radom, während sie darauf hofft, dass sich allein durch ihre Präsenz in dieser polnischen Stadt ihr ein Weg zu Erkenntnissen über die Taten des Großvaters zeigt, was aber nicht wirklich geschieht: "... ich hatte angenommen, dass die Stadt auf mich gewartet hatte und mir eine Reihe notwendiger Schritte nun irgendwie diktieren, vorgeben würde, das tat sie aber nicht, also ging ich raus und machte mich auf die Suche nach etwas, von dem ich nicht wusste, was es war." (S. 19)

Sie sucht also nach irgendetwas und findet nicht wirklich. Meint, auch nach Jahrzehnten die beklemmende Atmosphäre der Stadt, in der einst so vielen Juden lebten und es nach deren Vertreibung und Ermordung in der NS-Zeit bis heute kaum mehr welche dort gibt, zu spüren. Sie beschäftigt sich mit sich selbst, liest Gedichte, spaziert herum, betrachtet das Foto des Großvaters, denkt über ihre Familie nach und über das, was in Radom passiert ist. Telefoniert mit der Mutter und fragt sie nach Erinnerungen an den Großvater, diese weicht aus und meint, sich nicht an viel erinnern zu können, sie hatte auch nicht viel gemeinsame Zeit mit ihm verbracht und war noch recht jung, als er starb. In der allerletzten Woche ihres Aufenthaltes tragen doch noch Bemühungen der Autorin Früchte und sie darf ein Museum besuchen, Fragen stellen, erhält eine Stadtführung eines Historikers und eine Einladung zu einem Sabbatessen. Leider erwähnt sie all dies nur in ähnlich kurzer Form, wie ich es hier schreibe und lässt uns Lesende nicht an diesen Erfahrungen und etwaigen Erkenntnissen daraus teilhaben.

Danach folgt ein geringfügig kürzerer Teil, wieder knapp 70 Seiten, bei dem die Autorin, weil es ihr so einfällt, von Krakau aus weiter Richtung Süden zu fahren, nach Napoli fährt, um die dort lebende Schwester zu besuchen. Auch hier geht es weiter viel um das Innenleben der Autorin und um deren Alltagsbeobachtungen. Wenn sich Substanzielles in diesem Teil verbergen sollte, dann in symbolischer Form, etwa in Vergleichen zur Arbeit der Schwester als Archäologin und zum ausgelöschten Pompeji oder zu einer Wohnung einer Verstorbenen, in der sich die Familie trifft. Mit viel Bemühung und eigener Interpretationsleistung kann man hier sicher einige interessante Vergleiche ziehen und diskussionswürdige Punkte finden. Über die Familiengeschichte der Autorin und insbesondere des Großvaters erfährt man in diesem Teil aber auch nichts Neues.

Am Ende gibt es dann noch ein sehr kurzes Kapitel mit einer Erzählung, die scheinbar in keinem näheren Zusammenhang zum Rest des Buches steht, bei der sich bei näherer Betrachtung aber ebenfalls Parallelen zu den anderen beiden Erzählsträngen finden lassen.

Wer etwas über Geschichte und tatsächliche Vergangenheitsaufarbeitung erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch nicht empfehlen. Dafür gibt es inhaltlich viel zu wenig her. Auch ist es von der psychologischen Komponente her meiner Beurteilung nach wenig verallgemeinerbar für das Empfinden der Nachkommen dritter Generation aus möglichen Täterfamilien, dazu empfinde ich die Autorin und Ich-Erzählerin als deutlich zu speziell. Wer sich aber für die innere psychische Verfassung einer Frau interessiert und viele subtile, symbolische Bezüge mag, wird mit diesem Buch möglicherweise seine Freude haben.

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Ich möchte zurückgehen in der Zeit

Rezensionen von rewareni:

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Iter von Armands A. Asimov

Es gibt nur ein Ziel- Überleben

Wie jedes Jahr beginnt für die Kröten ihre gefährliche und beschwerliche Wanderung zum Vergissmeinnichtufer, wo sie einst geborgen wurden und jetzt ihre Nachkommen zeugen wollen.
Allen voran die erfahrene Grande Dame Leda, die mit Umsicht und liebevoller Stränge ihre Schützlinge voran treibt. Mit der jungen Kröte Delia hat sie eine verlässliche Begleiterin, die ihr hilfreich zur Seite steht.

Denn nicht allen Kröten sind die Gefahren wirklich bewusst und bringen die Gruppe immer wieder in missliche Situationen. Allen voran der selbst ernannte Krötenprinz Adonis, mit dem die Wanderung immer wieder zu einer Herausforderung wird.
,, Iter“ Animal Lane: Passus III, ist bereits der dritte Teil aus dieser spannenden Reihe, in der der Autor Armands A. Asimov, es dem Leser wieder einmal nicht leicht macht, die Geschichte zu lesen.
Auf erschütternder, grausamer und leider auch wahrheitsgemäßen Art und Weise schildert er den gefahren vollen Weg, den Amphibien jedes Jahr ausgesetzt sind.
So sind es nicht nur Tiere, die auf Nahrungssuche sind und Kröten dabei zerfetzen, sondern auch vom Menschen verursachte schädliche Umwelteinflüsse, die den Kröten das Leben schwer machen. Drastisch zu lesen waren dabei die illegalen Mülldeponien, wo giftige Gase bereits Gewässer zu einer tödlichen Falle haben werden lassen.
Besonders brutal zeigt dabei der Autor auf, wie Menschen ,,Gefallen“ daran finden können, Tiere zu quälen, wo solche Szenen leider nicht erfunden sind.
Die Wanderung der Kröten werden sehr bildhaft beschrieben und trotz grausamer Szenen hat der Autor es geschafft auch immer wieder humorvolle Szenen und Dialoge einzubauen, wo mir besonders der tollpatschige Adonis ans Herz gewachsen ist.
Da die Tiere sprechen können und es auch zu Szenen kommt, wo ein ,,rostiger“ Reiher, der offensichtlich von einem menschlichen Experiment stammt, muss man sich auf diese besondere Fantasy Geschichte einlassen können.
Damit der Mensch nicht ganz schlecht weg kommt, wird hier auch ein gebauter Amphibiendurchlass erwähnt, von dem viele Tiere profitieren können.
Immer wenn man denkt, dass es gut weiter geht, kommen schon die nächsten Hindernisse, wie die Autobahnüberquerung oder ungeschützte Flächen, die man durchwandern muss um an das ersehnte Ziel zu kommen.
Nach dieser Lektüre ist man erschüttert, weil einem oft gar nicht bewusst ist, was Tiere leisten müssen um zu überleben und wie wir Menschen leider oft daran schuld sind.
,,Iter“ ist nichts für schwache Nerven, aber wieder eine tolle Geschichte des Autors, der intensiv und bildhaft auf das schwierige Leben dieser zumeist unscheinbaren Kröten aufmerksam macht.

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Iter

Rezensionen von Rolf Fox:

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Fäden des Glücks von Marit Warncke

Erwartungen wurden nicht erfüllt

Die Fäden den Glücks ist ein Roman über einen Neuanfang und Erneuerung einer alten Liebe. Karla hat das alte Gutshaus von ihrem Vater geerbt und möchte es verkaufen, dafür sind aber erhebliche Renovierungsarbeiten notwendig. Dabei hilft ihr gerade Rasmus ihre Jugendliebe und alte vergangene Differenzen kommen hier wieder zu Tage.

Irgendwie verliebt sie sich in das alte Haus und denkt nicht mehr an den Verkauf, denn da sie ihren Job verloren hat tun sich auch hier neue Möglichkeiten für sie auf.
Fazit:
Netter Roman für zwischendurch, es wird zwar über ein altes Tagebuch aufgefundenes Tagebuch geschrieben, warum die Vorbesitzer das Haus damals verlassen haben, aber doch im großen und Ganzen sehr unspektakulär. Man kommt sich oft vor, als würde man einen Teenager Roman über die erste Liebe lesen.

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Fäden des Glücks

Rezensionen von clematis:

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Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross

Der Direktor

Der Direktor der Riverburg High hat ein ganz spezielles „Hobby“: jedes Jahr zu Schulbeginn sucht er sich eine Schülerin der Abschlussklasse aus, um mit ihr Sex zu haben. Dieses Jahr wählt er Hazel Greenberg Blum, die er schon vom hiesigen Schwimmbad kennt, aber, anders als bisher, erntet Richard White eine Abfuhr.

Was Hazel mit ihrem „Nein“ in Bewegung setzt, wird ihr erst viel später klar.

Mit ihrem eingängigen Schreibstil zieht mich Jesica Berger Gross sehr schnell in den Bann ihrer Zeilen und weckt meine Neugierde auf das Geschehen im beschaulichen Riverburg, wohin Hazel mit ihren Eltern und dem jüngeren Bruder Wolf gerade übersiedelt ist. Weg vom nie zur Ruhe kommenden Brooklyn möchte sich die Familie hier eine neue Existenz aufbauen, ein eigenes Häuschen kaufen und die Kinder in ganz gewöhnliche staatliche Schulen schicken. Aber schon am ersten Schultag gerät Sand ins Getriebe mit dem ungebührlichen Verhalten des Highschooldirektors und der – sollte man meinen – ganz selbstverständlichen Antwort der neuen Schülerin. Mit viel Respekt vor den dargelegten schwierigen Themen und dem nötigen Maß an Humor geht die Autorin an die Geschichte heran und erzählt recht eindrucksvoll, welche Auswirkungen ein einziges Wort nach sich ziehen kann. Ihr Nein verändert nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Familie und – was mir besonders gut gefällt – wird der Blick auch auf die Familie des Direktors gerichtet, um zu sehen, was dort alles in Bewegung gerät. So werden unterschiedliche Szenen beleuchtet, auf überaus realistische Weise kann man sich in die Lage verschiedenster Figuren hineinversetzen. Die Entwicklung einzelner Personen ist überzeugend ausgearbeitet und auch eine Änderung einer einmal gefassten Meinung kein Weltuntergang.

Ein Roman für mehr Mut, zu seinen Überzeugungen zu stehen und dadurch die Welt – oder zumindest ein kleines Eck davon – ein wenig menschlicher zu gestalten. „Retten Sie die Welt! Wenigstens die Ecke, in der Sie leben!“ [kindle, Pos. 2679]

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Hazel sagt Nein

Rezensionen von liesmal:

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Baedeker Reiseführer Thailand von Jochen Müssig; Barbara Riedel

Das alles ist Thailand

Was der Reiseführer zu bieten hat, ist in der Buchbeschreibung bereits gut zu lesen. Darum von mir ein paar persönliche Anmerkungen: Ich kenne Thailand nur von Erzählungen einer Freundin, die das Land bereist und lieben gelernt hat. Da sind viele Bilder entstanden und der Wunsch, mehr über das Land zu erfahren.

Mit dem Baedeker bin ich gut beraten.
Nachdem ich im Abschnitt „Das ist Thailand“ erste besondere Informationen bekomme, beschäftige ich mich mit den „Touren“, die mich auf unterschiedlichen Strecken durchs Land führen, mir die Lage der Orte zeigen und mir die Orientierung erleichtern.
Es macht mir großen Spaß, mich durch die „Ziele von A bis Z“ zu „arbeiten“, indem ich mich einzelnen Orten widme, die ich nach Lust und Laune auswähle.
Den Namen Baedeker kenne ich bereits mein Leben lang – kein Wunder, gibt es den Reiseführer doch tatsächlich schon seit fast 200 Jahren!
Ich freue mich darauf, Thailand mit Baedeker noch für lange Zeit weiter zu erkunden. Die Beschreibungen lesen sich interessant, sind informativ und lehrreich.

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Baedeker Reiseführer Thailand

Rezensionen von Anno:

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Flora Brimble und der verlorene Frühling von Marcus Raffel

Eine seltsame Mischung

Die Gestaltung des Buches gibt zugegebenermaßen viel her und spricht auch Kinder sehr an, inhaltlich hatte ich aber etwas zu kämpfen. Dieses Buch hat einige philosophische Tiefen, zugleich aber wirkt der Schreibstil plump und die Handlungen in sich willkürlich. Manche Elemente sind immer wiederkehrend, andere entwickeln sich aus dem nichts heraus.

Und viele Situationen wurden vereinfacht beschrieben und zu rasch gelöst, was den Spannungsbogen deutlich herabsetzte. Ja, dieses Buch ist speziell und diese Art der Erzählung mag msn oder auch nicht. Ich selbst aber hatte zunehmend Schwierigkeiten mich in die Geschichte, in ihre Personen und Welten hineinzuversetzen. Die Intentionen mancher Figuren konnte ich nicht so recht nachvollziehen und vieles wird auch einfach als gegeben angesehen und nicht weiter erklärt. Dabei hätte genau dies viel Klarheit bringen können.
Die Grundstimmung wirkt düster, aber auch etwas märchenhaft entrückt, aber es holte mich einfach nicht ab. Und ich bezweifele auch, dass viele Kinder daran Freude haben werden. Schade

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Flora Brimble und der verlorene Frühling

Rezensionen von Anno:

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Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit von Silke Vry

Ein Stück Menschheitsgeschichte


Warum habe ich diese Reihe eigentlich nicht früher entdeckt? Zwischenzeitlich gibt es von ‚Dusty Diggers‘ bereits sieben Bücher und alle klingen so toll, dass eigentlich jetzt schon feststeht, dass ich für meine Familie noch weitere Bände holen werde.

Aber zurück zum aktuellen Neandertaler-Band: dieses ist unabhängig von anderen zu lesen und beschreibt die Auffindesituation des ersten Homo Neandertalensis und die darauf folgende Zeit des Rätselratens um dessen Einordnung.

Ich fand das sehr spannend, denn es ist eine Geschichte, mit der ich mich bis heute nie näher befasst habe. Man merkt darin deutlich wie anders der damalige Wissensstand war und was sich seither alles verändert hat. Dies belegen auch die neueren Forschungsmethoden, die gegen Ende des Buchs noch vorgestellt werden. Die Kinder, die im Buch als Zeichnung abgebildet wurden, sind jedoch nicht Teil der eigentlichen Handlung, sondern eher so etwas wie Zuschauer und von ihrer Rolle, dem lesenden Kind ähnlich. Sie wirken wie eine Art Bindeglied und lassen das Geschehen greifbarer erscheinen.
Sprachlich und inhaltlich wurde die Geschichte gut an die Zielgruppe angepasst. Aber auch die zwischendrin auftauchenden Personenregister, die einem Szenenwechsel vorweg gestellt sind, zeugen davon, wie sehr darauf geachtet wurde, dass Kinder mit diesem Buch sich gut zurecht kommen und verstehen was es vermitteln möchte- ein reales Stück Geschichte und die Darstellung des Neandertalers als gleichwertigen Menschen.
Sehr zu empfehlen, dieses Buch!

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Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit

Rezensionen von Anno:

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Tom Tauber - Ratte der Lüfte von Hannah Schenk

Ratte oder Vogel?

Tom ist ein Taubenküken, noch zu klein um allein zu überleben, als er von den Ratten aus Nummer 12 gerettet und adoptiert wird. Doch je älter er wird, desto mehr wird ihm klar, dass er anders ist als die anderen Ratten. Er liebt die Sonne und sie den Mond. Und eines Tages wagt er sich hinaus aus dem dunklen Keller und begreift, dass er ein Vogel ist.

Doch heißt das, dass er seine Familie nun verlassen muss?
Tom Tauber ist eine tolle und warmherzige Geschichte, die aber einem dank er wundervollen Bilder auch das Lächeln ins Gesicht zaubern kann.
Es ist schön zu sehen, wie der kleine Tom unter all den Ratten aufwächst, wie er von ihnen angenommen und wie er später sich seiner Identität bewusst wird. Dieser liebevolle Blick auf zwei Arten von schlechtem Ruf geht sehr ans Herz und zeigt deutlich, dass so mancher Glaube garnicht der Wahrheit entspricht. Dies unterstreichen auch die Informationen im Schlussteil des Buchs. Dank ihnen lernen bereits Kinder die wahre Situation der Tauben kennen und verstehen, mit dem Ergebnis, das man die ‚Ratten der Lüfte‘ plötzlich in einem ganz anderen Licht sieht!

‚Jeder Kauf dieses Buches unterstützt den deutschen Tierschutzbund bei seinem Einsatz für die Stadttauben‘

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Tom Tauber - Ratte der Lüfte