Persönliche Lese- tipps
Robert Renk empfiehlt:
Buch in Pension von Helmuth Schönauer
Helmuth Schönauer: “Buch in Pension – Hundert Rezensionen
Einer schreibt noch immer. Zum Glück! Helmuth Schönauer rezensiert auch in der Pension weiter und gibt uns eine literarische Rückschau auf das Jahr 2019. 100 Bücher in einem Jahr. Nicht nur gelesen! Auch rezensiert !! Unglaublich!!! Und wenn man die Besprechungen des Meisterrezensenten – der auch allerorts gerne zitiert wird – schon öfter gelesen hat, erkennt man tatsächlich, welche Bücher ihm gefallen, und welche ihn eher gelangweilt haben.
Immer aber wertschätzend und sprachlich unantasbar und unnachahmlich. Bitte weiter machen …
Marianengraben von Jasmin Schreiber
Jasmin Schreiber „Mariannengraben“
Paula, die ihren geliebten kleinen Bruder verloren hat, und Helmut, ein in die Jahre gekommener, sehr langsamer und schlecht gelaunter Herr, treffen bei einem Friedhofseinbruch aufeinander. So werden sie plötzlich zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil im Leben des Anderen und helfen einander dabei, sich mit dem Tod zu arrangieren.
So traurig das Thema, so untröstlich die Figuren auch sind, so humorvoll und leicht ist der Schreibstil der Autorin. Und mit genau diesem bahnt sie sich den Weg in die Herzen ihrer LeserInnen.
Haarmann von Kurbjuweit Dirk
Dirk Kurbjuweit „Haarmann“
Grundsätzlich sollte man Krimis nicht beachten, das neue Werk von Dirk Kurbjuweitz jedoch ist derart interessant und tiefgreifend, dass man getrost Prinzipien ruhen lassen kann. Haarmann erzählt den tatsächlichen Fall des spektakulärsten Serienmörders im Deutschland der 1920er Jahre – und zwar aus der Perspektive des (fiktiven) Leiters der Ermittlungen.
So ersteht ein Sozialpanorama der geschlagenen Nation, ihrer Verrohung und Misere, sowie das vielschichtige Charakterbild eines Weltkriegsfliegers, der hart auf dem Boden der Desillusion aufschlägt.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Das Museum der Welt von Kloeble Christopher
Christopher Kloeble: Das Museum der Welt
Der kleine Waisenjunge Bartholomäus ist ein Sprachentalent, und soll als Dolmetscher mit den Brüdern Schlagintweit, Schüler des Alexander von Humboldt, eine Expedition durch Indien und Himalaya machen. Zwischen Steppen und Bergen, Städte, Religiöse Konflikte und politische Spannungen, kommt der Junge immer wieder zum Nachdenken, wo Heimat ist.
Später beschließt er das erste Museum in seinem Land zu gründen und seinen Platz im Leben zu finden. Ein atemberaubender Historischer Reiseroman.
Ach, Virginia von Michael Kumpfmüller
Michael Kumpfmüller „Ach Virginia“
Schon das stilvolle Cover und der Titel erzählen die halbe Geschichte: Wir begleiten die Schriftstellerin, Virginia Woolf in ihren letzten Tagen des Jahres 1941. Kumpfmüller beschreibt den außerordentlichen und gleichzeitig unausstehlichen Charakter dieser einst gefeierten Schriftstellerin. Virginia kämpft mit Depression, ihrer Angst verrückt zu werden und der Sehnsucht nach dem Tod – ein gelungenes Buch, in dem wir als allwissende BeobachterInnen Virginia durch ihre Höhen und Tiefen begleiten.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Marta schläft von Romy Hausmann
Romy Hausmann: Marta schläft
Vor vielen Jahren wurde Nadja verurteilt, nachdem Sie ein grausames Verbrechen begann. Jetzt möchte Sie ein normales Leben führen, aber wieder geschieht ein Mord und eine Mörderin muss gefunden werden. In einer kleinen Hütte beginnt dann der ganze Alptraum. Wenn sie flieht sterben andere. Als die Flucht gelingt möchte der Entführer sich zurückholen was ihm gehört.
„ Hab dich, und jetzt spielen wir. Wir spielen Gericht“ Ein wahrlich schockierender Psychothriller der unter die Haut geht.
Mein Fall von Josef Haslinger
Josef Haslinger: „Mein Fall“
Als Zögling im Zisterzienserstift Zwettl war Josef Haslinger von seinen Erziehern gequält und sexuell missbraucht worden. Erfahrungen, die er literarisch wiederholt verarbeitet hatte, konnte er erst jetzt jenseits der Fiktion öffentlich machen. Dabei ist „Mein Fall“ weniger Anklage oder Abrechnung als vielmehr die sorgsam rekonstruierende Annäherung ans eigene jugendliche Ich und die Reflexion über die Jahrzehnte währenden Mühen und Strategien, mit den Folgen dieser Beschädigung zurechtzukommen.
Die Parade von Dave Eggers
Dave Eggers: Die Parade
P
rinzipiell eine glorreiche Idee, Parade inklusive: Der Präsident will den armen Süden mit dem wohlhabenderen Norden durch eine schön gerade Asphaltstraße verbinden. Nur: Fortschritt von außen ist nicht immer das, was zu sein er vorgibt. Was dem robusten, funktionierenden Kapitän der allmächtigen Asphaltiermaschine nach vollendeter Tat durch den Kopf geht, hat Dave Eggers zu einer knappen Parabel über Entwicklungshilfe gerafft: eine nachdenklich stimmende Botschaft, dramaturgisch rasant überbracht!
Andrea Scheiber empfiehlt:
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
Laetitia Colombani: Das Haus der Frauen
Dieser Roman spielt in der Vergangenheit, als auch in der Zukunft. Solene fällt nach einem beruflichen Schlag ins Burnout. Im „Haus der Frauen“ das 1925 von Blanche Peyron für obdachlose Frauen gegründet und sehr dafür gekämpft hat, übernimmt sie Schreibarbeiten. Geschickt wir die Geschichte über beide wie ich finde starke Frauencharaktere erzählt.
Das Buch hat viele traurige aber auch schöne Augenblicke. Eine Langsame Geschichte mit Spannung. Schicksale der Frauen werden gekonnt verknüpt.
Andrea Scheiber empfiehlt:
1965 - Der erste Fall für Thomas Engel von Christos Thomas
Thomas Christos: „1965 Der erste Fall für Thomas Engel“
Der große Wunsch Polizist zu werden wird Thomas vom Freund seines Vaters Strobel erfüllt. Als sich 1965 ein junges Mädchen ermordet wird, ermittelt die Polizei nicht so wie es sich der junge strebsame Thomas möchte. Er ermittelt auf eigene Faust uns stoßt auf den gleichen Fall 1939 damals wurde auch alles vertuscht.
Hat es was mit der Gestapo zu tun? Dabei sticht er in ein Wespennest und bringt einiges ans Licht. Zeitgeschichtlicher Krimi, gibt einen tollen Einblick in die Polizeiarbeit unter Hitler.











