Persönliche Lese- tipps
Das ABC vom Glück von Paul Chaim Eisenberg
Das ABC vom Glück
Als Paul Chaim Eisenberg Oberrabbiner war, schätzte man ihn für seinen menschlichen Humor und scharfen Witz. Jetzt ist Eisenberg Privatier und hat ein neues Buch, ja geradezu ein Handbuch vorgelegt. Allen, die mehr über das denken eines am Talmud geschulten Rabbi wissen wollen, sei dieses Buch ans Herz gelegt.
Eisenberg zeigt in zahlreichen kurzen Episoden, wie der Rabbi seinen Schutzbefohlenen zur Seite steht und dabei kommt - naturgemäß - der Humor nicht zu kurz. Auch Gottlose werden daran ihr vergnügen finden.
Robert Renk empfiehlt:
Entspannt kochen von Rossmann Eva; Buchinger Manfred
Entspannt kochen
Wenn sich die wunderbare Autorin Eva Rossmann, die ja schon in ihren legendären Krimis eine Köchin zur Hauptprotagonistin macht, mit dem Küchenindividualist Manfred Buchinger zusammen tut, kann das nur großartig sein! Nach dem Motto "Es gibt keine bessere Küche, nur eine gute" haben die zwei ein wunderbares und leicht nach zu kochendes Buch der österreichischen Küche gefertigt, was die Rezeptauswahl von Altwiener Backkarpfen bis Schwarzbeernocken beweist.
Robert Renk empfiehlt:
Weihnachten von Theresa Baumgärtner
Weihnachten
Ein wunderbares und sehr persönliches Weihnachtsbuch der Luxemburgischen Köchin und Bäckerin Theresa Baumgärtner.
Für dieses spezielle Buch reiste Baumgärtner durch halb Europa. Schottland, der Schwarzwald, ein bisserl Österreich und natürlich ganz viel Luxemburg, wo Baumgärtner oft das geliebte Hazelnut House besucht.
Ein Kochbuch als persönliche Liebeserklärung an die wundervolle Weihnachtszeit!
Baumgärtner ist Kochbuchautorin, Kolumnistin, freie Moderatorin und Foodbloggerin auf theresaskueche.de. Sie kocht monatlich im ARD-Buffe.
Der Wintersoldat von Daniel Mason
Der Wintersoldat
Ein ehrgeiziger Medizinstudent landet im Winter 2014 in einem Lazarett nahe der Ostfront. Der junge Theoretiker, der noch nie ein Skapell benutzt hat, muss sich dort an zwei Fronten schlagen – an der medizinischen und an der Liebesfront. Kranken-schwester Margarete lehrt in gleich beides. Ein Roman, der inhaltlich an den Medicus und an den englischen Patienten und in Eindringlichkeit und Drastik an die „Wassermusik“ von T.
C. Boyle erinnert. Dieses Buch legt man nicht weg, es fällt einem aus der Hand.
Die Zeuginnen von Atwood Margaret
Die Zeuginnen
Über 30 Jahre mussten Fans von Margaret Atwoods dystopischem Roman „Der Report der Magd“ auf eine Fortsetzung warten. Nun liegt mit „Die Zeuginnen“ ein 576-Seiten-Wälzer vor. Statt Desfred treten jedoch drei Erzählerinnen auf: Tante Lydia, die Einblicke in die Erziehung der Gebärsklavinnen gibt, Agnes Jemima, die sich gegen eine Zwangsverheiratung auflehnt, und Daisy, die von Kanada in den Terrorstaat eingeschleust wird.
Was die drei verbindet, bleibt lange verborgen – ein Pageturner also, allerdings auch mit Längen.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Der Verrat Die Nachkriegsjahre meiner Südtiroler Heimat von Gruber Lilli
Der Verrat
100 Jahre nach der Teilung Südtirols ist die Brennergrenze nach wie vor Thema. Im neuen Roman von Lilli Gruber Der Verrat erinnert Sie sich an die Zeit der 50er Jahre und verbindet den Roman mit wahren Begebenheiten. Drei Junge Südtiroler schließen sich den Aktivisten an und die Lage wird verschärft als die Bombenattentate an verschiedenen Plätzen stattfinden.
Dies wurden allerdings in Nordtirol gebaut und über den Brenner geschmuggelt. Ein raffinierter Roman über ein zerrissenes Land.
Robert Renk empfiehlt:
Blackbird von Matthias Brandt
Blackbird
„Blackbird“ ist zum einen ein Roman über Sprache. Darüber, was es für einen 15jährigen in den 70ger-Jahren bedeutet, in einer Welt aufzuwachsen, in der die Erwachsenen zwar reden, aber dennoch kommunikationsunfähig sind. Die Worte passen nicht zum Geschehen. Die Scheidung der Eltern, nicht in Worte zu fassen.
Wie soll Motte, der 15jährige, da erst eine Sprache finden, als sein Freund Bogi plötzlich sterbenskrank wird. Und als Jacquline Schmiedebach an ihm vorbeiradelt, fehlen ihm so und so die Worte. Sehr lesenswert!
Andrea Scheiber empfiehlt:
Südlichter von Nina George
Südlichter
"Wissen Sie, Bücher schulen uns vielerlei, auch Durchhalten", dieser Satz aus dem neuen Roman von Nina George trifft bei der Geschichte nicht zu, eher das Gegenteil. Das Mädchen Marie-Jeanne kann die Liebe sehen und fühlt, wer füreinander bestimmt ist. Der Blickwinkel aus der Sicht der Liebe macht diesen Roman noch poetischer.
Eine gedankliche Reise in die schöne Landschaft von Frankreich und der Duft von Lavendel, der ist gewiss. Der fiktive Roman aus "Das Lavendelzimmer" ist real.
Das geheime Band zwischen Mensch und Natur von Peter Wohlleben
Das geheime Band
In seinem aktuellen Buch beschreibt Peter Wohlleben das zarte Sensorium, mit dem Bäume ihre Umwelt erfassen. Der gelernte Förster zitiert Studien zu Magnetfeldern in und um Bäumen, ihrem "Herzschlag", und zeigt, wie Pflanzen auf Streicheln reagieren. Sein Buch "Das geheime Band" zeigt Parallelen zwischen den menschlichen Sinnen und dem Sensorium der Bäume.
Fast wie ein Schamane versucht er die "Sprache der Bäume" zu verstehen und zu übersetzen. Und sensibilisiert damit den Leser für sein eigenes Sensorium.
Robert Renk empfiehlt:
Alles außer fern von Konrad Ksenia
Alles außer fern
Was ist komplizierter: die deutsche Sprache oder die Außerferner? Mit Humor entdeckt Ksenia Konrad bei beiden Interessantes. Konrad, die aus der Metropole Moskau in die Tiroler Provinz übersiedelte, arbeitet heute als Deutschtrainerin für MigrantInnen und hilft anderen dabei, Sprache als Schlüssel für die Tür zur neuen Heimat zu sehen.
Ein Schlüssel, der gern mal stecken bleibt. Plusquamperfekt oder Minusquamperfekt? Und was heißt bitte gschnablig oder dempfig? Konrad aber hat den Dreh raus.











