Persönliche Lese- tipps
Die Zeuginnen von Atwood Margaret
Die Zeuginnen
Über 30 Jahre mussten Fans von Margaret Atwoods dystopischem Roman „Der Report der Magd“ auf eine Fortsetzung warten. Nun liegt mit „Die Zeuginnen“ ein 576-Seiten-Wälzer vor. Statt Desfred treten jedoch drei Erzählerinnen auf: Tante Lydia, die Einblicke in die Erziehung der Gebärsklavinnen gibt, Agnes Jemima, die sich gegen eine Zwangsverheiratung auflehnt, und Daisy, die von Kanada in den Terrorstaat eingeschleust wird.
Was die drei verbindet, bleibt lange verborgen – ein Pageturner also, allerdings auch mit Längen.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Der Verrat Die Nachkriegsjahre meiner Südtiroler Heimat von Gruber Lilli
Der Verrat
100 Jahre nach der Teilung Südtirols ist die Brennergrenze nach wie vor Thema. Im neuen Roman von Lilli Gruber Der Verrat erinnert Sie sich an die Zeit der 50er Jahre und verbindet den Roman mit wahren Begebenheiten. Drei Junge Südtiroler schließen sich den Aktivisten an und die Lage wird verschärft als die Bombenattentate an verschiedenen Plätzen stattfinden.
Dies wurden allerdings in Nordtirol gebaut und über den Brenner geschmuggelt. Ein raffinierter Roman über ein zerrissenes Land.
Robert Renk empfiehlt:
Blackbird von Matthias Brandt
Blackbird
„Blackbird“ ist zum einen ein Roman über Sprache. Darüber, was es für einen 15jährigen in den 70ger-Jahren bedeutet, in einer Welt aufzuwachsen, in der die Erwachsenen zwar reden, aber dennoch kommunikationsunfähig sind. Die Worte passen nicht zum Geschehen. Die Scheidung der Eltern, nicht in Worte zu fassen.
Wie soll Motte, der 15jährige, da erst eine Sprache finden, als sein Freund Bogi plötzlich sterbenskrank wird. Und als Jacquline Schmiedebach an ihm vorbeiradelt, fehlen ihm so und so die Worte. Sehr lesenswert!
Andrea Scheiber empfiehlt:
Südlichter von Nina George
Südlichter
"Wissen Sie, Bücher schulen uns vielerlei, auch Durchhalten", dieser Satz aus dem neuen Roman von Nina George trifft bei der Geschichte nicht zu, eher das Gegenteil. Das Mädchen Marie-Jeanne kann die Liebe sehen und fühlt, wer füreinander bestimmt ist. Der Blickwinkel aus der Sicht der Liebe macht diesen Roman noch poetischer.
Eine gedankliche Reise in die schöne Landschaft von Frankreich und der Duft von Lavendel, der ist gewiss. Der fiktive Roman aus "Das Lavendelzimmer" ist real.
Das geheime Band zwischen Mensch und Natur von Peter Wohlleben
Das geheime Band
In seinem aktuellen Buch beschreibt Peter Wohlleben das zarte Sensorium, mit dem Bäume ihre Umwelt erfassen. Der gelernte Förster zitiert Studien zu Magnetfeldern in und um Bäumen, ihrem "Herzschlag", und zeigt, wie Pflanzen auf Streicheln reagieren. Sein Buch "Das geheime Band" zeigt Parallelen zwischen den menschlichen Sinnen und dem Sensorium der Bäume.
Fast wie ein Schamane versucht er die "Sprache der Bäume" zu verstehen und zu übersetzen. Und sensibilisiert damit den Leser für sein eigenes Sensorium.
Robert Renk empfiehlt:
Alles außer fern von Konrad Ksenia
Alles außer fern
Was ist komplizierter: die deutsche Sprache oder die Außerferner? Mit Humor entdeckt Ksenia Konrad bei beiden Interessantes. Konrad, die aus der Metropole Moskau in die Tiroler Provinz übersiedelte, arbeitet heute als Deutschtrainerin für MigrantInnen und hilft anderen dabei, Sprache als Schlüssel für die Tür zur neuen Heimat zu sehen.
Ein Schlüssel, der gern mal stecken bleibt. Plusquamperfekt oder Minusquamperfekt? Und was heißt bitte gschnablig oder dempfig? Konrad aber hat den Dreh raus.
#KillTheRich - Wer Neid sät, wird Hass ernten von Fassnacht Lucas
#KillTheRich
Angefangen hat alles mit einem Artikel über Google, doch der war längst wieder vergessen. Geblieben ist der Hashtag #killtherich, der weiter durch die sozialen Medien geistert. Weltweit. Die Auswirkungen bekamen jedoch alle zu spüren, Bolsonaro in Brasilien, Trump in Amerika, ebenso die EU und Indien.
Lucas Fassnacht hat einen politischen Thriller geschrieben, der die aktuellen Zeitgeschehnisse gekonnt fiktionalisiert. Ein spannendes Debüt.
Maria Leitner empfiehlt:
Pettersson und Findus. Schau mal, was ich kann, Pettersson! von Sven Nordqvist
Schau mal, was ich kann, Pettersson!
F
indus hat Lust darauf, sich mit jemandem zu messen. Und wer außer Pettersson käme dazu in Frage? Ob springen, klettern oder Hühner erschrecken, Findus ist in allem der Beste. Aber kann es sein, dass es vielleicht doch etwas gibt, in dem Pettersson der Beste ist…? Das neueste Abenteuer von Pettersson und Findus zeigt, dass jeder andere Stärken und Schwächen hat - wie immer lustig und liebevoll illustriert!
The Mortal Instruments 1: City of Bones von Cassandra Clare
City of Bones
After witnessing a murder committed by three teenagers only she can see Clary’s life only gets weirder as her mother is kidnapped. As she is trying to find her mother, Clary is pulled into the Shadow World, a hidden world where demons, vampires and werewolves, as well as demon killing Shaddowhunters, are real, and where a war is starting to brew.
With an intricate fantasy setting that spans over multiple series that are interconnected I couldn’t escape the Shadow World once I’ve set foot into it, just like Clary. I’ve fallen in love with the diverse set of characters, felt love and heartbreak, fear and joy with them and was never sure what would happen next.
Maria Leitner empfiehlt:
Girl, Woman, Other Gebunden. von Evaristo Bernardine
Girl, Woman, Other
Girl, Woman, Other recounts the stories of twelve black women living in Great Britain. Their ages, social standing, sexuality and general views on life vary but they all share one aspect: They all struggle to find their place within society. Some assimilate to fit in, others break patterns and go against the current to stand out.
What is so incredibly interesting and ultimately so amazing about this book, is the way it melts together the many different perspectives. Some of the women know each other, some are related, some had a pivotal influence on others’ lives, others just visit the same theatre performance at the National Theatre. All these different yet interconnected stories are a clever way to address a long list of issues without making the narrative seem convoluted. On the contrary, Girl, Woman, Other manages to pack the various difficult topics into small yet poignant portions of information which makes it a very quick and interesting read.
All in all, this is an absolutely fascinating, multi-faceted novel about the struggles of living in and trying to fit into a diverse yet restricted world.











