Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anilam:
Mindmates - Bergflüstern von Marie Wollatz
Ruhige Geschichte mit viel Gefühl
Mindmates – Bergflüstern ist für mich eine ruhige und sehr besondere Geschichte, die mich vor allem mit ihrer Stimmung und ihrer angenehmen und wohltuenden Atmosphäre überzeugt hat. Ich mochte das Setting in den Bergen sehr, ich konnte während des Lesens einfach gut abschalten und in die Berge abtauchen.
Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Figuren, ihre Gedanken und Emotionen.
Frieda ist ein junges Mädchen, welches sensibel aber nicht schwach wirkt. Ihre Wahrnehmung der Welt und die Verbindung die sie zu anderen Figuren hat fühlt sich erstmal ungewöhnlich, aber dennoch total stimmig an. Das Thema Verbundenheit – auf eine andere, tiefere Art – zieht sich ruhig durch die ganze Handlung und regt zum Nachdenken an.
Der Schreibstil ist ruhig und angenehm zu lesen, eher gefühlvoll als actionreich. Wer eine laute oder schnelle Geschichte erwartet, könnte enttäuscht sein – wer sich aber auf Atmosphäre, leise Spannung und emotionale Nähe einlässt, wird hier ein schönes Leseerlebnis finden. Für mich ein angenehmes und schönes Buch.
Rezensionen von nessabo:
Die Schrecklichen von Pia Klemp
Der Titel ist hier wirklich Programm…
Eigentlich hat mich der Klappentext trotz des negativen Titels positiv gestimmt. Denn Bücher mit politischer Botschaft mag ich gern und dass sogar Tierrechte mitgedacht werden im menschlichen Befreiungskampf, hat mich erst recht überzeugt.
Und ich runde auch wohlwollend auf für das explizit Politische dieser Geschichte.
Denn gerade weil die Aussagen sicherlich vielen Menschen aufstoßen werden, bewerte ich diesen Grenzgang positiv - Bücher sind schließlich auch dafür da, unseren Horizont aufzubrechen, so schmerzhaft das manchmal ist.
Aber darüber hinaus kann ich leider nicht viel Positives nennen. Gorgo ist wirklich durch und durch misanthrop. Das alleine wäre sicherlich weniger ein Problem, wenn sie charakterlich eine Entwicklung durchmachen würde oder zumindest zu ihren Freund*innen eine Beziehung aufbauen könnte. Doch abgesehen von ein paar wirklich lieben, solidarischen Momenten konnte ich da nicht viel spüren.
Den Schmerz der Protagonistin, die in ihrem politisch so aufgeklärten Freund*innenkreis immer wieder ihren Veganismus verteidigen muss, kann ich sehr gut nachvollziehen. Und auch die rotzige Widerständigkeit der Protagonistinnen inkl. wirklich inspirierender Protestaktionen hat mich gepackt. Aber die Geschichte hängt einfach so sehr an der Protagonistin Gorgo und die hat mich ehrlicherweise vor allem deprimiert.
Auch sprachlich war der Text nicht mein Fall. Pia Klemp arbeitet mit extrem vielen Metaphern, Bildern und Assoziationen. Das alleine gefällt mir üblicherweise schon nicht so sehr, aber die schiere Masse und Aneinanderreihung dieser Stilmittel war mir noch einmal deutlich zu viel.
Der Roman hätte meiner Meinung nach richtig viel Potenzial gehabt, wenn female rage und solidarische Verbundenheit besser in Balance gewesen wären. Auf die hier vorliegende Art war er für mich aber vielmehr eine Enttäuschung.
Rezensionen von Anilam:
Hauptkommissar Häcker von Gerd Raguß
Krimi mit Tiefgang
Mich hat Hauptkommissar Häcker positiv überrascht. Ich habe einen klassischen Krimi erwartet und auf jeden fall mehr bekommen: eine spannende Geschichte, die mich nicht nur unterhalten hat, sondern auch sehr nachdenklich gemacht hat. Die Figur des Manfred Häcker wirkt angenehm menschlich und authentisch – mit Zweifeln, Ecken und einer Vergangenheit, die ihn sehr prägt.
Gerade das hat ihn für mich glaubwürdig und auch sympathisch gemacht.
Besonders gut gefallen hat mir, dass das Thema Umweltaktivismus nicht schwarz-weiß dargestellt wird. Der Roman stellt Fragen, ohne einfache Antworten zu liefern und regt dazu an, eigene Standpunkte zu hinterfragen. Die Handlung bleibt dabei durchgehend spannend, auch wenn sie stellenweise etwas ruhiger erzählt ist.
Der Schreibstil ist klar und gut zu lesen. Insgesamt ein Krimi mit Tiefgang, vor allem weil er mich über mein eigenes Handeln nachdenklich machen konnte. Ich habe das Buch gern gelesen.
Rezensionen von Anilam:
Purpurträume von Ute Schusterreiter
Spannend, mit vielen unerwarteten Wendungen
Purpurträume von Ute Schusterreiter ist ein spannender Roman über Ava, die ihr Gedächtnis verloren hat. Ava lebt zurückgezogen, sie hat eine sprechende Katze und als sie auf der Suche nach Antworten ist führt ihre eigene Spur sie zu einer Sekte.
Mich hat der Roman vor allem durch den sehr angenehmen Schreibstil überzeugt.
Obwohl es einige Wendungen gab mit denen ich Anfangs nicht gerechnet hatte und ich deshalb gleichzeitig auch ein paar mal länger nachdenken musste, konnte man gerade deswegen den Thriller schön flüssig lesen. Der Spannungsaufbau hat mir sehr gefallen. Außerdem fand ich die zum Teil sehr bildhaften Beschreibungen sehr gelungen - ich konnte mir viele Sachen sehr gut vorstellen und hatte gleichzeitig eigenen Raum um meine eigenen Gedanken einzubringen. Das mag ich sehr!
Rezensionen von brauneye29:
Blutwild von Saskia te Marveld
Tolle Story
Zum Inhalt:
Eine seltsame SMS mit GPS-Daten und dem Wort Hilfe lässt die ehemalige Polizistin Anka nicht los und sie sucht den Ort auf. Dort stößt sie auf eine Art Galerie von Körperteilen eingelegt in Formaldehyd. Es erinnert sie sofort an ihre eigene Entführung vor Jahren, die nicht nur körperliche Spuren hinterlassen hat, denn es ist die Handschrift ihres Peinigers.
Doch der sitzt doch noch in Haft, oder?
Meine Meinung:
Dieses Buch ist das Erstlingswerk der Autorin, was schon bemerkenswert ist. Das Buch ist wahnsinnig spannend, hat Wendungen, die man nicht erwartet und eine Brutalität, die man so auch nicht erwartet. Zudem wird das Buch in unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, was einem stückweise immer mehr eröffnet, was damals mit Anka passierte, aber auch was die anderen Protagonisten machten und auch dachten. Vermeintlich gute Personen stellen sich plötzlich als böse raus und nichts ist am Ende so, wie es am Anfang den Anschein hat. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung für dieses Buch, ich habe es förmlich verschlungen.
Fazit:
Tolle Story
Rezensionen von PMelittaM:
Die Entdeckerin der Welt von Alexander Schwarz
Leben und Werk einer beeindruckenden Frau
1691 zieht Maria Sibylla Merian mit ihren beiden Töchtern nach Amsterdam. Sie ist da schon keine Unbekannte mehr, hat mehrere Bücher veröffentlicht und sich mit der Metamorphose der Schmetterlinge beschäftigt. Ihre künstlerische Tätigkeit und ihre naturkundlichen Arbeiten will sie nun wieder aufnehmen und vertiefen, vor allem aber will sie sich endlich ihren größten Wunsch erfüllen und eine Forschungsreise nach Suriname machen.
Die letzten Jahre hat sie, nach der Trennung von ihrem Ehemann, bei der Labadistensekte verbracht, doch nun will sie endlich wieder auf eigenen Beinen stehen und ihre Profession und Berufung nachgehen. Ein bisschen Angst, ob sie alles schaffen wird, ob man sie und ihr Können auch in Amsterdam zu schätzen weiß, ob sie das eigene Leben und das ihrer Kinder sicherstellen kann, ist natürlich auch da. Doch bald zeigt sich, dass Amsterdam eine gute Wahl war.
Der Roman setzt ein als die Protagonistin schon eine gestandene Frau ist, die weiß, was sie will, und die vor allem ein großes künstlerisches Können und ein fast ebenso großes Faible für die Erforschung der Natur mitbringt. Beides zu verbinden, und der Welt zu zeigen, wie zum Beispiel eine Raupe mit einem Schmetterling zusammenhängt, und das im tatsächlichen Umfeld, in dem beide leben, ist das Einzigartige, das sie nicht nur ihren Zeitgenossen, sondern auch der Nachwelt gegeben hat, sie war auch die erste, die die Natur Surinames in Wort und Bild erfasst hat. Neben der Protagonistin und ihrer Familie trifft man hier eine ganze Reihe weiterer historischer Persönlichkeiten.
Maria Sibylla Merians Leben vor ihrem Umzug nach Amsterdam wird immer wieder rückblickend aufgegriffen. Der Roman endet zwei Jahre vor ihrem Tod, als sie schon von Krankheit gezeichnet ist, so dass man am Ende einen guten Eindruck ihres gesamten Lebens erhalten hat.
Dem Roman gelingt es gut, den Leser:innen diese faszinierende Frau nahezubringen. Ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihr Wissen und ihr Wollen kann man fühlen, der Autor hat dazu noch die verschiedenen Techniken, die sie nutzte, um ihre Bücher zu gestalten und zu veröffentlichen, recherchiert und lässt sie mit in den Roman einfließen, das Sammeln und Züchten der Exponate, das Präparieren, das naturnahe Zeichnen, das Kupferstechen, das Drucken. Das las sich für mich alles sehr interessant, und die Protagonistin und ihr Umfeld kamen mir dabei sehr nahe. Im Nachwort erläutert der Autor einiges zur Datenlage und zu Fakten und Fiktion.
Der Roman hat mir eine interessante und beeindruckende Frau und ihr Werk nahe gebracht, und mir zugleich eine spannende Geschichte erzählt.
Rezensionen von Sichtbarer Benutzername:
Half His Age von Jennette McCurdy
interessante Wandlung
Mich haben sowohl das Coverbild als auch der Titel des Buches gleich angesprochen. Die Kurzbeschreibung hat mich neugierig auf die Protagonistin gemacht und beim Lesen der Leseprobe wurde ich gleich mitten in die Geschichte katapultiert. Es geht um Waldo, ein 17jähriges Mädchen, welches seinen Platz in der Gesellschaft sucht und hilflose Versuche startet, ihren Platz zu finden.
Ihre innere Leere füllt sie mit exzessivem Online-Shopping von Bekleidung und Kosmetika. Sie flüchtet sich in eine obsessive Romanze mit dem Lehrer eines ihrer Kurse in der Schule und ihre Gefühlsspirale dreht sich immer weiter abwärts. Man durchlebt mit ihr ihre Ängste, Zweifel und Enttäuschungen, bis sie zum Schluss des Buches sich selbst findet. Auch ihre Mutter macht in dem Roman eine regelrechte Gefühls-Achterbahn mit ihren wechselnden Partnern durch, welche sie auf Waldo projiziert. Es ist ein sehr interessanter Roman über das Fehlen eines Platzes in der Gesellschaft und das Finden zu sich selbst. Ich habe ihn in einem durchgelesen. Der Schreibstil ist zum Teil schonungslos, aber auch sehr gefühlvoll. Ich mag den Schreibstil sehr gerne und habe mit der Protagonistin mitgelitten, weil sie trotz ihrer Wirrungen absolut menschlich und sympathisch rüberkommt.
Rezensionen von Philiene :
Kleopatra von Saara El-Arifi
Kleopatra
Der Roman Kleopatra erzählt nicht ihre Geschichte, sondern sie erzählt uns ihre Geschichte. Kleopatra erzählt uns ihre Geschichte und zwar so, als würde sie sie uns heute erzählen. Sie geht also auch auf das ein, was wir heute alle über sie wissen.
Die Geschichte beginnt mit dem Tod ihres Vaters und somit mit ihrer Thronbesteigung.
Sie erzählt von ihren Geschwistern, Ratgebern und den Bräuchen im alten Ägypten. Aber natürlich auch von Cesar und ihrer Liebe zu ihm. Von Politik und Intriegen, von Menschen denen sie vertauen k8nnte und von großen Verlusten. Kurz gesagt von ihrem ganzen Leben. Der Roman läßt uns hinter die Fassade der Königon blicken und den Menschen dahinter kennenlernen.
Mir hat es sehr gut gefallen das der Roman in der Ich Perspektive geschrieben ist. Für mich eirkt die Geschichte dadurch echter ud lebendiger. Mir hst auch die Mischung aus der privaten Kleopatra und der Königin gut gefallen.
Mein einziger Kritikpunkt ist das fehlende Personenregister. Es kommen sehr viele Personen vor unx da hätte mir ein kleiner Überblick sehr gut gefallen.
Alles in allem aber ein sehr guter historischer Ronan, der mich tief in das alte Ägypten zur Zeit Kleopatras geführt hat.
Rezensionen von clematis:
Die weiße Nacht von Anne Stern
Schneewittchen
Berlin, Hungerwinter 1946/47: Lou Faber streift wie so oft frühmorgens durch die bitterkalte Stadt, um Fotomotive zu finden und dann Abzüge ihrer Bilder an ein Magazin zu verkaufen. Als sie sich einer schneebedeckten Ruine nähert, entdeckt sie einen starren Körper – eine weibliche Leiche, die friedlich aufgebahrt im unschuldigen Weiß liegt und mit ihren schwarzen Haaren an Schneewittchen erinnert.
Der eilig hinzugezogene Kommissar Alfred König sieht sich alsbald mit einer schwierigen Ermittlung konfrontiert, denn im unter den Besatzungsmächten viergeteilten Berlin und der Scheinheiligkeit nach dem verlorenen Krieg steht er vor einer Wand des Schweigens.
Aufregend und mit der großartigen Atmosphäre einer beklemmenden Vorweihnachtszeit zieht mich dieser Kriminalroman schon nach wenigen Sätzen in seinen Bann. Bis zum letzten Glockenschlag der Neujahrsnacht, welche das Ende dieses fesselnden Serienstarts markiert, kann ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und bin auch danach noch völlig überwältigt von den Schlag auf Schlag folgenden Geschehnissen und den verschiedensten Blickwinkeln, welche Anne Stern auf eloquente Art und Weise beleuchtet. Die furchtbare Zeit im zerbombten Berlin ist auf großartige Weise eingefangen, die Not an Essbarem und an Heizmaterial ist greifbar, die Überlebensstrategie eines jeden so individuell wie der einzelne Mensch selbst. Mittendrein in diese spannende Kulisse fügt sich alsbald ein höchst bemerkenswerter Mordfall, der schwer aufzuklären scheint, mangelt es doch der Polizei nicht nur an personellen, sondern auch an materiellen Ressourcen jeglicher Art. So ist es nicht zuletzt Lous Fotos zu verdanken, dass die Ermittlungen neue Anstöße bekommen, welche die Nachforschungen auf geschickt verdeckte Missstände während der Kriegsjahre lenken.
Überzeugende Figuren und penible Recherchearbeit lassen diesen Krimi zu einem überaus realistischen Zeitbild werden, das offene Ende schürt Ungeduld beim Warten auf die Fortsetzung. Klare Leseempfehlung für Freunde des Historischen Kriminalromans mit fundierten geschichtlichen Details!
Rezensionen von buchina:
Das Ganymed-Fragment von David Reimer
Unterhaltsam mit ein paar Längen
Der Roman ist eine Mischung aus Science-Fiction und Krimi. Die Handlung setzt im Jahr 2225 ein. Das Sonnensystem wurde kolonialisiert, aber ansonsten hat sich die Menschheit nicht weiterentwickelt. Die Gesellschaft wird immer noch von Gier und Machtgefällen dominiert. Große Industriefirmen kämpfen um die Rohstoffe der Monde im Sonnensystem.
Protagonist des Romans ist Alan Bishop, ein desillusionierter Ermittler, der auf dem Mond Ceres arbeitet. Mit einem neuen Auftrag wird sich sein Leben ändern. Er soll den Tod eines Bergingenieurs auf dem Jupitermond Ganymed aufklären. Damit wird eine Lawine losgetreten, die alles verändern kann.
Der Einstieg des Romans ist gelungen, die Beschreibung der Trostlosigkeit auf Ceres und die Industrieanlagen auf Ganymed wirkten sehr realistisch und ich konnte mich gut in die Welt hineinversetzen. Der Beginn der Ermittlung des Todesfalls ist ähnlich wie ein klassischer Krimi mit Täuschungen und immer wieder der Frage wen kann man trauen. Ab Mitte des Buches fiel die Spannung etwas für mich, auch wirkten die Handlungsstränge nicht mehr logisch auf mich. Mir fiel auch zunehmend schwerer die Handlungsmotive der einzelnen Charaktere nachzuvollziehen. Am Ende gibt es dann nochmal einen spannenden Showdown, der aber einige Fragen offenließ. Aber vielleicht erfährt man im Folgeroman mehr, denn der Roman endet mit den Worten „Fortsetzung folgt“, was mir am Anfang nicht klar war. Aber zum Glück gibt es keinen richtigen Cliffhanger.
Der Roman ist ein unterhaltsamer Krimi im Science-Fiction Gewand mit einem sympathischen Protagonisten, über den ich gerne mehr erfahren hätte. Gelungen ist es dem Autor vor allem eine dunkle Atmosphäre zu schaffen mit realitätsnaher Zukunft.











