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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von froschman:

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Der Boss - Ist er ein Monster oder ein Genie? von Iliana Xander

Die Macht des Geldes

Caro, Lindsey und Natalie sind von einer Kleinstadt nach New York gezogen, um in der Großstadt ihr Glück zu versuchen. Doch Lindsey starb an Krebs, sodass nur mehr Caro und Natalie durch die Lokale ziehen konnten. In einem dieser Lokale hat Caro ihren Traummann gefunden und ist mit ihm aus dem Lokal gegangen.

Am nächsten Tag wird sie ohnmächtig an einer Bushaltestelle gefunden und ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr wurde eine Art Vergewaltigungsdroge verabreicht, allerdings ein starkes, nicht im Handel erhältliches Präparat, sodass sie jetzt im Koma liegt. Die Polizei tappt im Dunkeln. Doch Natalie will den finden, der Caro das angetan hat. Sie entdeckt den Mann auf dem Cover eines Magazins, es handelt sich um den Unternehmer Geoffrey Rosenberg, dessen Krypto-Unternehmen in ein paar Tagen an die Börse gehen wird.
Natalie versucht, einen Job bei Rosenberg zu bekommen, als Reinigungsfrau bei einem großen Fest in seiner Villa, bei der zahlreiche Anleger den Börsengang feiern werden. Sie ist bereit, alles zu riskieren und will Rosenberg eine Falle stellen. In der Villa bemerkt sie, dass praktisch alle Räume mit Kameras versehen sind, das gesamte Personal benimmt sich komisch. Die Atmosphäre ist von Anfang an beklemmend. Je tiefer sie in die Welt Rosenbergs eintaucht, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Lüge, Wahrheit und Manipulation. Sitzt sie eigentlich schon selbst in der Falle?
Iliana Xander hat einen Thriller geschrieben, den man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Auch die kurzen Kapitel und der Blickpunkt aus verschiedenen Positionen erleichtern das Lesen.

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Der Boss - Ist er ein Monster oder ein Genie?

Rezensionen von Tara:

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Wiedersehen im Kamelienhaus von Tabea Bach

Atmosphärisch und mitreißend

„Wiedersehen im Kamelienhaus“ ist nach „Das Kamelienhaus“ der zweite Band der Kamelienhaus-Saga der im Schwarzwald lebenden Autorin und ehemaligen Operndramaturgin Tabea Bach.
Das Buch lässt sich ohne Vorwissen aus dem vorherigem Band lesen, aber um die Entwicklung der Charaktere nachvollziehen zu können, ist es schon sinnvoll sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Lucy Riwall ist eine kluge aber auch warmherzige Geschäftsfrau, die sich für ihre Werte einsetzt und ihren Prinzipien folgt. Sie hat die Leitung der tsubaki-Kooperative - die das beste Kamelienöl der Welt produziert - übernommen und sich damit einen Traum erfüllt, der gleichzeitig eine große Herausforderung bedeutet. Aber es gibt nicht nur berufliche Herausforderungen für Lucy, auch privat, in der Familie und im Liebesleben, läuft nicht alles glatt.

Der Schreibstil von Tabea Bach liest sich angenehm leicht, flüssig und lebendig. Sie versteht es ihre Charaktere sowie die Schauplätze lebendig werden zu lassen. Dabei beschreibt sie das Setting in der Bretagne und in Japan so bildhaft, dass ich die Umgebung direkt vor Augen hatte.

Lucy ist eine tolle Protagonistin, die es keineswegs immer leicht hat, sondern immer wieder vor schwierige Entscheidungen gestellt wird. Neben ihr gibt es zahlreiche weitere Charaktere, die keineswegs alle sympathisch sind. Die Konflikte zwischen ihnen sind spürbar.
In den Buchinnencovern gibt es eine Personenübersicht, die mir das Lesen deutlich erleichtert hat, da ich es gerade bei den japanischen Namen oft schwierig finde den Überblick zu behalten. Ebenso hilfreich fand ich das Glossar mit den französischen und japanischen Worten, die für eine tolle Atmosphäre gesorgt und das entsprechende Flair verbreitet haben.

Insgesamt ist es eine fesselnde und spannende Geschichte mit Wohlfühlfaktor vor den Kulissen der Bretagne und Japans. Ich freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen mit Lucy und auch den anderen Charakteren im nächsten Band.

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Wiedersehen im Kamelienhaus

Rezensionen von Lilli33:

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Eine Maus namens Merlin von Simon Van Booy

Warmherzig und berührend

Warmherzig und berührend

Nach über sechzig Jahren in Australien kehrt die 83-jährige Helen Cartwright wieder nach England zurück in den Ort, wo sie einst aufwuchs. Vieles hat sich verändert und Helen kennt keine Menschenseele. Ihr Mann und ihr Sohn sind schon verstorben, und auch Helen gedenkt, nicht mehr allzu lange zu leben.

Der Tod schreckt sie nicht, und so will sie einen Tag nach dem anderen in ihrer Routine allein vor sich hinleben, bis es so weit sein wird.

Doch da hat sie die Rechnung ohne ihren neuen „Mitbewohner“ gemacht. Unabsichtlich holt Helen sich eine Maus ins Haus und will sie so schnell wie möglich wieder loswerden, aber bitte auf humane Weise. Doch weder der Einsatz einer Mausefalle noch der Anruf beim Tierheim sind von Erfolg gekrönt. Während Helen alles Mögliche versucht, das Tier aus dem Haus zu bekommen, kümmert sie sich in der Zwischenzeit fürsorglich darum - natürlich nur vorübergehend, der kleine Kerl wird ja nicht lange bleiben …

Unglaublich, was Helen alles für das Tier auf die Beine stellt! Das Schöne dabei ist, dass sie sich dadurch selbst wieder dem Leben und ihren Mitmenschen zuwendet. Dies ist sehr berührend geschildert. Besonders Helens Erinnerungen an ihren Mann, ihren Sohn, ihren Vater und den Zweiten Weltkrieg gingen mir zu Herzen.

Die Geschichte ist herzerwärmend und hoffnungsfroh. Helen ist eine tolle Protagonistin, die sich in kurzer Zeit sehr positiv entwickelt. Zunächst ihrer Umgebung gegenüber recht abweisend und barsch, beginnt sie nach und nach Hilfe anzunehmen und sich in Gesellschaft anderer sehr wohl zu fühlen und das Leben wieder zu lieben.

Die Handlung ist zwar sehr vorhersehbar, aber trotzdem interessant und lesenswert. Obwohl sie gut in die Handlung passen, störten mich manchmal zu detaillierte Beschreibungen von Alltäglichem. Diese untermauern zwar Helens ödes Leben, sind aber leider nicht besonders spannend.

Ich habe mir das Hörbuch von Frauke Poolman vorlesen lassen. Sie hat ihre Sache sehr gut gemacht, es war angenehm, ihrer Stimme zu lauschen. Das Hörbuch ist ungekürzt und läuft 6 h 35 min.

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Eine Maus namens Merlin

Rezensionen von FogandBooks:

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Tricking A Bad Boy (Sons of Chicago 1) von Leandra Seyfried

Zwischen Spannung, Gefühl und kleinen Schwächen

Dieses Buch hat mich von Anfang an total abgeholt und ich war direkt in der Geschichte drin. Die Seiten sind teilweise nur so an mir vorbeigeflogen, weil die Mischung aus Spannung, Emotionen und ruhigeren Momenten einfach unglaublich stimmig ist. Es gibt diese Szenen, die einen mitreißen, und gleichzeitig auch solche, die Raum zum Durchatmen lassen.

Genau diese Balance hat für mich den Lesefluss so angenehm gemacht und dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.

Besonders die Dynamik zwischen Nova und Dan ist für mich eines der größten Highlights. Man spürt von Anfang an diese unterschwellige Spannung, die sich immer weiter entwickelt und gleichzeitig nie ganz greifbar ist. Ihre Beziehung ist nicht einfach nur romantisch, sondern geprägt von Unsicherheiten, inneren Konflikten und diesem ständigen Hin und Her zwischen Nähe und Distanz. Gerade Nova fand ich als Protagonistin unglaublich spannend, weil sie nicht nur stark wirkt, sondern auch verletzlich ist und sichtbar mit sich selbst kämpft. Ihr Zwiespalt zwischen ihrem früheren Ich und dem, was sie sein möchte, zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht ihre Entwicklung besonders greifbar.

Auch die Nebencharaktere bringen nochmal richtig Tiefe in die Geschichte und haben dafür gesorgt, dass sich alles lebendig und rund anfühlt. Freundschaft, Vertrauen und das Gefühl von Zugehörigkeit spielen dabei eine große Rolle, was mir besonders gut gefallen hat. Gleichzeitig gab es aber auch einzelne Momente, die mich nicht komplett überzeugen konnten. Vor allem gegen Ende hätte ich mir mehr Raum gewünscht, damit sich bestimmte Entwicklungen und Wendungen noch intensiver entfalten können. Einige Szenen wirkten dadurch etwas zu schnell abgehandelt und konnten emotional nicht ganz das transportieren, was sie vielleicht hätten erreichen können.

Trotzdem bleibt am Ende ein wirklich stimmiger erster Band, der Lust auf mehr macht. Die Geschichte hat mich unterhalten, emotional abgeholt und neugierig auf die Fortsetzung gemacht. Es ist vielleicht kein absolutes Highlight, aber ein Buch, das sich sehr gut lesen lässt und das ich definitiv weiterempfehlen würde. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht und welche Entwicklungen uns dort noch erwarten.

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Tricking A Bad Boy (Sons of Chicago 1)

Rezensionen von Anjulia :

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FREI - Bester Anfang (FREI 3) von Sarah Welk

Freundschaft und die Suche nach dem Vater

Koray ist vor etwa zehn Monaten mit seiner Mutter zurück in den kleinen Ort Rottloch gezogen. Da die Karriere der Mutter als Influencerin klar gescheitert ist, leben beide in der Wohnung der Oma. Geld muss her, und Alimente wären die Lösung. Doch Koray kennt seinen Vater nicht, und seine Mutter schweigt dazu verbissen.

Gemeinsam mit seiner Clique stellt er Nachforschungen an.

FREI – Bester Anfang von Sarah Welk ist der dritte Teil einer Jugendbuchreihe rund um die Clique von Koray, Nico, Nasrin, Nina und Josh. Diesmal geht es um Koray, der seinen Vater sucht. Das Buch kann problemlos ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Teile gelesen werden. Schreibstil und Geschichte sind modern, die Sprache wirkt authentisch, was manchmal etwas zu Lasten der Grammatik geht. Die Geschichte wird aus Korays Sicht erzählt, der für seine fünfzehn Jahre schon sehr reflektiert wirkt. Als Charakter hat er mir gut gefallen, genau wie seine Freunde, vielleicht mit Ausnahme von Nico, der eine mehr als fragwürdige Idee hat. FREI – Bester Anfang ist ein Buch, in dem es um Freundschaft, das Finden der eigenen Herkunft, familiäre Probleme und eine erste (queere) Beziehung geht. Insgesamt habe ich die Geschichte gemocht, und kann sie im Jugendbuchbereich weiterempfehlen.

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FREI - Bester Anfang (FREI 3)

Rezensionen von cosmea:

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Der Gesang der See von Trude Teige

Pflicht oder Liebe?

Mit “Der Gesang der See“ liegt Trude Teiges Debütroman erstmals auf Deutsch vor. Die Geschichte spielt auf einer kleinen Insel an der norwegischen Westküste. Dort leben die Menschen von Fischerei und Schafzucht. Die junge Kristiane ist mit ihrem ersten Kind schwanger, als ihr geliebter Mann Anders bei einem Sturm ums Leben kommt.

Sie hat ihrem Vater einst versprochen, dass sie dafür sorgen wird, dass das Lotsenamt in der Familie bleibt. Er hat ihr zwar alles über das Leinenfischen und den Umgang mit Booten beigebracht, aber Frauen ist es verwehrt, als Lotsen zu arbeiten. Man setzt ihr eine Frist. Wenn sie keinen geeigneten neuen Partner findet, der die Lotsenprüfung besteht, verliert die Familie die Lotsennummer. Sie heiratet Lars, der seit der Kindheit ihr Freund ist und sie immer schon liebt. Er ist ein verlässlicher Partner und ein guter Vater für ihren kleinen Sohn Lisje Anders. Allerdings hat sich Kristiane inzwischen in Fredrik verliebt, einen gutaussehenden Mann aus einer reichen, einflussreichen Familie. Sie beginnen eine geheime leidenschaftliche Beziehung.
Kristiane ist eine sehr sympathische Protagonistin, eine ambitionierte, kämpferische Frau, die sich von Männern nichts vorschreiben lässt. Dafür erntet sie viel Kritik, obwohl sie durch geschicktes Verhandeln mit dem Fischhändler bessere Preise nicht nur für sich, sondern für alle Fischer im Dorf erzielt. Man tratscht über sie, weil sie im Meer schwimmt, was sich angeblich nicht gehört. Der Roman zeigt die harten Lebensbedingungen der Fischer, die durch ihre Arbeit kaum genug zum Überleben verdienen und lässt den Leser eintauchen in Landschaft und Klima der Westküste. Mir hat die Geschichte gut gefallen. Allerdings haben mich die ersten beiden Bände ihrer berühmten Trilogie noch mehr beeindruckt.

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Der Gesang der See

Rezensionen von Gute_Laune:

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Giftiger Grund von Thomas Knüwer

Düster und gewaltig!

Joran kommt frisch aus der JVA. Er hat seine Strafe abgesessen, doch sein Vater sieht das anders, er hat es schwer, einen Job zu finden, niemand gibt ihm eine echte Chance. Also muss er die versteckte Beute von damals holen. Doch an der längst verlassenen Tankstelle trifft er auf Chara und Edda und findet die Leiche seines Freundes.

Wer hat ihn getötet? War es der dritte im Bunde? Und was hat es mit dem Mädchen im Schlafanzug und der jungen Frau auf sich?

Schnell erkennt man, dass Chara, Edda und Joran jeweils ihre heftigen Probleme haben. Einiges wird nur angedeutet, anderes fast schon zu ausführlich erzählt. Insofern ist dieser Thriller enorm bedrückend. Thomas Knüwer hat schlimme Themen eingewebt, die an die Nieren gehen. Das geht schon ein Stück weiter, als bloße Sozialkritik. Man wird tatsächlich regelrecht in die Story gesogen, traut sich nicht aufzuhören. So schlimm die Szenen oft sind, so angewidert man immer wieder ist, will man verstehen und hat das Gefühl, alles wird für die Figuren besser, wenn man für sie da ist. Klingt bescheuert, ich weiß, aber anders kann ich es nicht erklären.

Die Entwicklung ist anfangs langsam, fast schleichend, doch dann überschlagen sich die Ereignisse und ergeben eine atemberaubende Story. So krass alles ist, so realistisch ist es doch. Mich hat die Story unfassbar bewegt und erschüttert. Das Finale ist umwerfend und für meinen Geschmack passt das Ende sehr gut.

Mir gefällt sehr gut, dass mehrere Sprecher eingesetzt wurden, um den Figuren die passende Erzählerstimme zu geben. Man kann sie sehr gut unterscheiden und so der Story besonders gut folgen. Sprecher und Story bilden eine tolle Einheit und ich wurde aufs Beste unterhalten. Fünf blitzblanke, leuchtende Sterne!

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Giftiger Grund

Rezensionen von nil_liest:

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Noch fünf Tage von Helena Falke

Wie klärt man einen Mord, wenn man selbst das Opfer ist?

Manchmal reicht ein einziger Abend, um ein ganzes Leben aus der Bahn zu werfen. Für Lis beginnt alles mit einem luxuriösen Silvesterdinner in Davos – und endet mit einer Diagnose, die kaum brutaler sein könnte: Vergiftung. Radioaktives Polonium. Fünf Tage bis zum sicheren Tod.
Helena Falke nimmt ihre Leser:innen in „Noch fünf Tage“ mit in einen Thriller, der nicht von Verfolgungsjagden lebt, sondern von Zeitdruck – und zwar einem gnadenlosen.

Die Milliardärsfamilie Harman ist nach dem Festmahl tot, das Lis als exklusive Köchin für sie zubereitet hat. Sie selbst hat nur eine geringere Dosis des Gifts abbekommen. Genug, um noch wenige Tage zu leben. Genug Zeit, um herauszufinden, was wirklich passiert ist.
Der Roman entfaltet seine Spannung aus einer ungewöhnlichen Perspektive: Lis erzählt ihre Geschichte selbst. Vom Krankenhausbett in einer luxuriösen Klinik aus versucht sie, die Ereignisse der Silvesternacht zu rekonstruieren. Gleichzeitig muss sie sich mit einer viel größeren Frage auseinandersetzen: Wie verabschiedet man sich von seinem Leben – und vor allem von seiner Tochter?
Gerade dieser Aufbau macht den Thriller so intensiv. Statt klassischer Kapitel strukturiert Falke die Handlung mit Tages- und Uhrzeitangaben, die wie ein Countdown wirken. Beim Lesen hört man förmlich die Sekunden ticken. Jede Szene fühlt sich an wie ein kleiner Wettlauf gegen die Zeit – und gegen Lis’ schwindende Kräfte.
Auch stilistisch hat das Buch eine eigene Dynamik. Die Ich-Perspektive zieht einen unmittelbar in Lis’ Gedankenwelt hinein. Ihre Erinnerungen, Zweifel und Vermutungen wirken fast tagebuchartig – fragmentarisch, manchmal sprunghaft, aber gerade dadurch sehr nahbar. Rückblicke auf ihre Karriere in einer Londoner Spitzenküche oder ihre Zeit mit der Familie Harman fügen sich nach und nach zu einem größeren Bild zusammen. Stück für Stück entstehen Hinweise, Motive und Verdachtsmomente.
Besonders faszinierend fand ich die vielen kulinarischen Details. Falke beschreibt Lis’ Arbeit als Spitzenköchin so lebendig, dass man beim Lesen fast den Duft der Gerichte wahrnehmen kann. Diese luxuriöse Welt der Sterneküche und der Superreichen bildet einen starken Kontrast zur beklemmenden Situation im Krankenhaus, in der Lis versucht, ihr Leben zu ordnen.
Doch der Roman lebt nicht nur von Spannung. Er hat auch eine sehr emotionale Seite. Lis ist nicht nur Verdächtige und Ermittlerin in eigener Sache – sie ist vor allem Mutter. Die Szenen mit ihrer Tochter Cosima gehören zu den berührendsten Momenten des Buches und geben dem Thriller eine Tiefe, die über die reine Krimihandlung hinausgeht.
So entsteht eine Geschichte, die gleichzeitig rasant und nachdenklich ist. Ein Thriller, der fragt: Was bleibt von einem Menschen, wenn seine Zeit abläuft – und was ist man bereit zu tun, um die Wahrheit noch ans Licht zu bringen?
„Noch fünf Tage“ ist ein ungewöhnlicher, temporeicher Thriller mit einem cleveren Aufbau, einer starken Hauptfigur und einem Countdown, der einen bis zur letzten Seite unter Spannung hält. Ein Buch, das man nicht nur liest – man zählt die Stunden mit.

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Noch fünf Tage

Rezensionen von nil_liest:

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Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher

Wenn Gedanken keine Autobahnen bauen

Manchmal beginnt alles mit einem kleinen Wunsch: ein bisschen Chaos, bitte – nur genug, um einen unangenehmen Moment zu verhindern. Genau so startet dieser Roman. Der neunjährige Oz trägt einen Brief seiner Lehrerin nach Hause und hofft insgeheim auf eine Katastrophe, die seine Mutter davon ablenken könnte.

Als er schließlich nach Hause kommt, stellt sich heraus: Eine Katastrophe hat tatsächlich schon stattgefunden. Seine Großmutter ist verschwunden.
Doch dieser Roman erzählt weit mehr als nur die Geschichte eines vermissten Familienmitglieds. Birgit Birnbacher zeichnet ein sensibles, manchmal schmerzhaft ehrliches Porträt einer Familie, die sich in einem Alltag voller Überforderung, Diagnosen und Erwartungen bewegt. Im Zentrum steht Oz, ein Junge mit ADHS – unruhig, rebellisch, voller sprunghafter Gedanken und doch gleichzeitig unglaublich feinfühlig. In der Schule fällt er ständig auf, wird bewertet, getestet, eingeordnet. Aber was viele übersehen: Oz ist auch klug, empathisch und besitzt eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe.
Seine Mutter Ann ist ihm dabei ähnlicher, als ihr vielleicht lieb ist. Auch sie lebt mit einem Nervensystem, das nicht immer den gesellschaftlichen Erwartungen folgt. Ihr Leben wirkt wie ein Balanceakt: berufliche Unsicherheit, eine gescheiterte Ehe, Therapien, Termine und der ständige Versuch, ihrem Sohn Halt zu geben – obwohl sie selbst oft kaum festen Boden unter den Füßen spürt. Trotzdem kämpft sie unermüdlich für ihn. Immer wieder stellt sie sich gegen Zuschreibungen und vorschnelle Urteile von außen.
Birgit Birnbachers Sprache ist aufmerksam, dicht und gleichzeitig sehr lebendig. Sie versucht gar nicht erst, die Gedankenwelt ihrer Figuren zu glätten – im Gegenteil: Die Sätze folgen oft den schnellen Richtungswechseln der Gedanken. Abschweifungen, Beobachtungen, kleine innere Umwege – all das spiegelt wunderbar wider, wie sich eine Welt anfühlen kann, in der Gedanken nicht brav auf geraden Autobahnen verlaufen, sondern über Seitenstraßen, Abzweigungen und überraschende Wege führen.
Gerade dadurch entsteht eine große Nähe zu den Figuren. Man spürt ihre Überforderung, aber auch ihren Humor. Denn trotz der ernsten Themen – Diagnoseprozesse, schulische Probleme, familiäre Konflikte – ist dieser Roman immer wieder überraschend leicht. Birnbacher schreibt mit einem feinen, manchmal sehr leisen Humor, der besonders in den Beobachtungen von Oz aufblitzt.
Auch sprachlich hat das Buch seinen eigenen Klang. Die österreichischen Ausdrücke verleihen dem Text eine besondere Atmosphäre und machen das Erzählen noch lebendiger. Es fühlt sich an, als würde man direkt in diese Familie hineingezogen werden – mitten hinein in ihr Chaos, ihre Zärtlichkeit und ihre manchmal verzweifelten Versuche, einander zu verstehen.
Besonders berührt hat mich, wie der Roman die Beziehung zwischen Mutter und Sohn zeigt. Beide beobachten sich ständig, versuchen einander zu stabilisieren, sich gegenseitig vor emotionalen Ausbrüchen zu schützen. Diese stille Fürsorge ist vielleicht das Herz der Geschichte.
Am Ende bleibt vor allem eine Frage im Raum: Wer entscheidet eigentlich, was „normal“ ist? Und könnte es sein, dass gerade die Menschen, deren Gedanken wild wachsen dürfen, unserer überreizten Welt etwas Wichtiges entgegenzusetzen haben?
„Sie wollen uns erzählen“ ist kein lauter Roman – aber einer, der lange nachhallt. Ein Buch über Überforderung und Liebe, über neurodivergentes Denken und darüber, wie schwer – und gleichzeitig wie wertvoll – es sein kann, nicht in vorgegebene Formen zu passen.

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Sie wollen uns erzählen

Rezensionen von nil_liest:

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Alt genug von Ildikó von Kürthy

Wann ist man eigentlich alt genug, endlich man selbst zu sein?

Das Sachbuch….ist es überhaupt eines? Da sind wir wieder bei Schubladen….Es beginnt wie ein Glas Wein auf einer Party, das plötzlich zu einem sehr ehrlichen Gespräch führt – eines, bei dem man merkt, dass jemand den Mut hat, Dinge auszusprechen, die viele denken, aber selten laut sagen.
Wieder mal sehr gelungen von Ildikó von Kürthy, kein Wunder, dass sie mit diesem Buch „Alt genug“ auf der Spiegel BestsellerListe auf Platz 1 gelandet ist.

Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, nicht einfach ein Buch zu lesen, sondern einer klugen, witzigen Freundin zuzuhören. Ildikó von Kürthy schreibt in „Alt genug“ nicht in der Distanz einer Autorin, sondern in der Nähe einer Erzählerin, die ihr Leben einmal auf den Tisch legt – mit all seinen Ecken, Zweifeln, kleinen Triumphen und auch den unbequemen Wahrheiten.
Formal ist das Ganze eigentlich gar kein klassisches Sachbuch. Es ist eher ein Memoir, ein literarischer Gedankenstrom, der sich rund um einen einzigen Abend entfaltet: eine Geburtstagsparty, während der die Autorin gedanklich durch ihr Leben wandert. Diese Struktur mochte ich sehr. Zwischen Gesprächen, Beobachtungen und kleinen Momenten der Selbstreflexion entstehen Rückblicke auf Freundschaften, Liebe, Verluste und Ängste. Alles fügt sich Stück für Stück zu einem sehr persönlichen Gesamtbild.
„Bis hierhin habe ich es also geschafft.
Nicht unbeschadet, natürlich nicht, ziemlich angeschlagen sogar, aber eben doch letztlich nicht unterzu-kriegen. Die Lebensmitte ist überschritten, ich habe geliebte Menschen, etliche Illusionen, häufig den Mut und zweimal mein Portemonnaie inklusive sämtlicher Papiere verloren.“ (Auftakt des Buches)
Ildikó von Kürthy schreibt lebendig, selbstironisch und mit einem feinen Gespür für Pointen. Sie kann in einem Moment sehr humorvoll sein – etwa wenn sie über das Wunder des Mittagsschlafs oder das frühzeitige Verlassen von Partys spricht – und im nächsten Moment überraschend ehrlich über Themen schreiben, über die sonst eher geschwiegen wird: Wechseljahre, Medikamente, Selbstzweifel, das Älterwerden selbst. Gerade diese Mischung aus Leichtigkeit und Offenheit sorgt dafür, dass der Text nie belehrend wirkt. Man fühlt sich vielmehr eingeladen, mitzudenken.
Besonders berührt hat mich, wie sehr dieses Buch Verbindung schafft. Es ist voller kleiner Bekenntnisse, die zeigen: Niemand ist mit seinen Ängsten, Erwartungen oder Unsicherheiten allein.
Und obwohl sich das Buch stark mit der Lebensmitte beschäftigt, habe ich gemerkt, wie gut mir diese Lektüre auch unter 50 tut. Vielleicht gerade deshalb. Es wirkt ein bisschen wie ein Blick in eine Zukunft, die weniger beängstigend ist, als man manchmal denkt. Eine Zukunft, in der man lernt, nicht mehr allen gefallen zu müssen.
Für mich war „Alt genug“ deshalb fast wie Balsam für die weibliche Seele – besonders für die Seite in uns, die so lange versucht, Erwartungen zu erfüllen, angepasst zu sein und es allen recht zu machen. Dieses Buch flüstert einem leise zu: Irgendwann kommt der Moment, in dem man merkt, dass man frei ist, einfach man selbst zu sein.
Und vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieses Buches:
Alt genug zu werden heißt nicht, etwas zu verlieren – sondern endlich etwas loslassen zu dürfen.

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Alt genug