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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anndlich:

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Marie und die Woche ohne Donnerstag von Elke Michel

Zwischen den Tagen

Marie muss am Donnerstag zu ihrem absoluten Nicht.Lieblingsarzt, dem Zahnarzt. Das vermiest ihr ihre Ferien bereits am Sonntag, umso glücklicher ist sie über ihre neuen T-Shirts, die sich als magisch herausstellen und mit dem sie zwischen den Tagen wechseln kann. Wie praktisch, wenn man immer wieder den Besuch auf dem Rummel und das Lieblingsessen essen kann, doch dann fällt Marie auf, dass sie in dieser Woche feststeckt.

Kann sie dafür sorgen, dass sich die Zeit wieder weiterdreht?

Marie und die Woche ohne Donnerstag von Elke Michel ist ein magisches Abenteuer, das ziemlich ruhig daherkommt, aber eine unheimlich schöne Botschaft hat. Marie findet die außergewöhnlichen, magischen T-Shirts und kann durch sie zwischen den Wochentagen hin- und herwechseln, doch irgendwann verliert sie auch an den schönsten Dingen die Lust, weil diese ihre Besonderheit verloren haben. Durch Mut kann sie sich aus der Tristesse befreien und in eine neue Woche wechseln, doch dafür muss sie zum unbeliebten Zahnarzt.

Die Botschaft, dass auch unschöne Dinge wie der Besuch eines Zahnarztes dazu gehören, finde ich super. Gleichzeitig zeigt sich auch, dass schöne Erlebnisse auch irgendwann ihren Zauber verlieren könnten, wenn man sie ‚zu oft‘ erlebt. Marie vermittelt dadurch, dass man den Moment genießen muss und durch Mut belohnt wird. Und auch Tage mit unliebsamen Terminen sind nicht automatisch schlechte Tage, sie können dennoch schöne Momente erschaffen.

Die Geschichte kommt jedoch sehr ruhig rüber, durch den ständigen Wechsel zwischen den Tagen wirkt sie gleichzeitig zwangsläufig an einigen Stellen repetitiv, was etwas die Spannung und das Tempo herausnimmt und der Geschichte eher ruhige Töne mitgibt. Das Ende lässt erahnen, was im nächsten Band passieren könnte und obwohl die Idee wirklich toll war, weiß ich nicht, ob sie ein zweites Mal auf diese Weise funktionieren kann. Aber vielleicht ist genau das die große Überraschung für des nächsten Bands.

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Marie und die Woche ohne Donnerstag

Rezensionen von LeserinLu :

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Prep von Curtis Sittenfeld

Hanni und Nanni für Erwachsene

Der Roman „Prep“ von Curtis Sittenfeld hat mich super unterhalten. Als großer Fan von Coming-of-Age-Geschichten bin ich voll auf meine Kosten gekommen und das Internatssetting mit Einblicken in die Welt der Reichen und Privilegierten hat mir zusätzlich sehr gut gefallen.

Erzählt wird aus Sicht von Lee Fiora, die mit vierzehn dank eines Stipendiums an die renommierte Eliteschule Ault bei Boston kommt.

Was zunächst wie der Eintritt in eine glamouröse, verheißungsvolle Welt wirkt, stellt sich schnell als emotionale Herausforderung heraus. Zuhause war Lee selbstbewusst und schlagfertig, in Ault fühlt sie sich zwischen den Reichen und Schönen plötzlich unscheinbar und fehl am Platz. Der Roman begleitet sie über mehrere Schuljahre hinweg durch Freundschaften, erste Lieben, Unsicherheiten und Fehlentscheidungen. Das Lesen fühlte sich ein wenig an wie das Verfolgen einer Serie: Man erlebt die Jahreszeiten, Entwicklungen und kleinen Dramen intensiv mit. Dabei bleibt die Geschichte leicht und gut lesbar, ohne oberflächlich zu sein. Gerade diese Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang hat mir sehr gefallen. Ich war deshalb sehr froh, dass der Roman so viele Seiten hat!

Für mich war „Prep“ ein sehr gelungener Coming-of-Age-Roman: unterhaltsam, klug beobachtet und mit genau der richtigen Portion Sozialkritik. Wer das Genre mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

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Prep

Rezensionen von flyingmouse88:

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Das Zauberwort heißt Nein! von Rebecca Mir; Ruth Rahlff

Wichtig und lehrreich

In ihrem ersten Kinderbuch widmet sich Rebecca Mir einem Thema, das im Alltag vieler Menschen eine große Rolle spielt: dem Mut, „Nein“ zu sagen. Viel zu oft möchte man anderen gefallen und macht dadurch Dinge, die man eigentlich nicht machen möchte oder sollte.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der kleine Kater Fiete, der genau dieses Problem kennt.

Er möchte seine Freunde nicht enttäuschen und hat Angst, sie zu verlieren. Doch diese bemerken schnell, dass Fiete kaum widerspricht – und nutzen das zu ihrem Vorteil aus. Erst eine unerwartete Begegnung mit einer kleinen Maus hilft ihm dabei, auf sein eigenes Gefühl zu hören. Schritt für Schritt gewinnt er an Selbstvertrauen.

Die Autorin erzählt in kurzen, klaren Sätzen, die sich gut für jüngere Kinder eignen. Mein Sohn ist vier Jahre alt und konnte der Geschichte gut folgen, anhand von täglichen Beispielen konnte ich dann das Gelesene auch in seinen Alltag transferieren.

Die großformatigen, farbenfrohen Illustrationen unterstreichen die Handlung wirkungsvoll. Besonders die Mimik und Körpersprache der Figuren machen ihre Gefühle nachvollziehbar und verstärken die emotionale Wirkung der Geschichte.

Einen Kritikpunkt habe ich jedoch, für mich wirkt die Geschichte am Ende zu abrupt beendet, irgendwie bleibt das Gefühl, dass noch etwas fehlt.

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Das Zauberwort heißt Nein!

Rezensionen von MarcoL:

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Am Ende der Kleinigkeiten von Franziska Hauser

Wunderbarer Roman über weit mehr als eine toxische Mutter/Tochter Beziehung

Irmas Geburtstag ist zugleich die Geburtsstunde von „Zeugland“, eine kommunenhafte Einrichtung für ein Zusammenleben ohne Besitz. Gründerin ist Irmas Mutter. Im Prinzip eine bedauernswerte Figur, die sich von Anfang an zur Antipathieperson schlechthin entwickelt, die man eigentlich aus tiefstem Herzen verachten und hassen müsste, so wie sie mit Irma umgeht.

Aber ist sie vielleicht auch nur ein Opfer?
Mit fünfzehn bricht Irma aus der Gemeinschaft, die ihr mehr Familie war als ihre Mutter in hundert Jahren nicht sein könnte, aus, und landet mittellos in der Stadt. Sie hat Glück, kommt im Theater unter, bekommt kleine Arbeiten, ein Dach über dem Kopf und bald sogar Rollen im Theater. Sie scheint ein Naturtalent zu sein, spielt die Rollen so, wie sie glaubt, sie spielen zu müssen, passt sich an. Dabei ist ihr völlig bewusst, dass ihre Mutter dabei als Vorlage dient.
Irma fühlt sich wohl in der Theatergemeinschaft, es ähnelt sogar ein wenig ihrer ersten Wohngemeinschaft. Allerdings mit einem großen Unterschied: während es auf Zeugland kaum persönlichen Besitz gab, herrscht in der Stadt und in ihrem neuen Leben der pure Kapitalismus. Ohne Geld geht nichts. Aber Irma rappelt sich durch. Enge Bekanntschaften zu einem Agent, der sie tatsächlich fördern möchte (zumindest so lange, wie seine Kassa damit klingelt) und in weiterer Folge mit einem toxischen Regisseur, der alles nur aus Eigennutz und persönlichen Befindlichkeiten sieht, bringen sie auf die Bühne.
Doch wie das Leben so spielt, eine Schwangerschaft beenden die Träume, und sie wird fallen gelassen. Auch ihre erste Mentorin, eine erfolgreiche Schauspielerin, kann ihr nicht mehr helfen. Irma kapiert: sie muss ihr eigenes Leben leben, und nicht nur spielen. Und sich nicht nur in die Rolle einer anderen eindenken.

S.239:“ […] fragte ich mich, was eigentlich mit mir auf der Bühne passierte, solange ich jemand anders war. Wo ist eigentlich Irma währenddessen? Wer passt auf mein wahres Ich auf, wenn ich gerade einem anderen Ich meinen Körper zur Verfügung stelle? Und was ist, wenn ich mich hinter der Bühne nicht wiederfinde?“

Dieser Roman ist weit mehr als der Selbstfindungstrip der Ich-Erzählerin Irma. Es ist quasi ein Kern, um den sich wie Zwiebelhäute der Kapitalismus, die alten DDR-Strukturen, und vor allem das Patriarchat spannen. Eine Männerwelt, die stets glaubt, dass Frauen ein Selbstbedienungsladen sind (Spoiler: so wie es auch der Regisseur Taron Irma gegenüber ausdrückte, wenn er morgens seinem „Drang“ nachgeben wollte).
Franziska Hauser hat in diesem Roman spannende, sehr authentisch wirkende Charaktere erschaffen. Wie erwähnt, die einen kann man nur lieben, die anderen nur hassen oder verachten.
Ich bin sehr gerne in diese Welt zwischen Siedlungsgemeinschaft und Theater eingetaucht. Man kann sich wunderbar von den Worten und tollen Sätzen treiben lassen, stets mit einer bestimmten kühlenden Brise im Antlitz, damit man immer gewahr ist, dass das Leben nicht nur Glück und Sonnenschein ist, aber viele Kleinigkeiten zu bieten hat.
Große Leseempfehlung für diesen wunderbaren Roman.

PS: Ein paar Allegorien würden mir noch zum Begriff „Zeugland“ einfallen. Ein geschickt gewählter Name, würde ich sagen. Oder für das Theater, dass ja bekanntlich die „Bretter der Welt“ bedeuten soll.
Und noch eines: Je länger man liest, umso mehr wird man als Leser Teil dieser Welt. Da gibt es keine Längen, oder Wiederholungen. Mit fortschreitender Seitenzahl wird die Stimme der Autorin lauter, gleichzeitig einfühlsamer, die Sprache schöner und die Sätze intensiver. Ganz große Erzählkunst!

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Am Ende der Kleinigkeiten

Rezensionen von Shilo:

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Vergiss nicht zu tanzen, Hanna von Mareike Busch

Eine Geschichte, die berührt

Die Geschichte fängt ruhig an und zieht langsam hinein. Hanna steht sofort im Mittelpunkt und ihre Erinnerungen wirken echt. Es entsteht schnell Nähe zu dem, was sie erlebt hat und was sie verloren hat. Der Text liest sich leicht und flüssig und bleibt dabei klar. Erzählt wird aus Hannas Sicht, was der Geschichte Tiefe gibt und vieles nah wirken lässt.

Besonders fesselnd ist, wie sich Hannas Kindheit in Westpommern entfaltet. Die enge Bindung zwischen den Schwestern wird spürbar. Auf der Flucht geht Rosa verloren, und Hanna gibt sich die Schuld dafür. Die Ereignisse werden ruhig geschildert und nicht ausgeschmückt. Gerade dadurch sind viele Passagen sehr ergreifend.
Die Geschichte bleibt konzentriert und nachvollziehbar. Hannas Gedanken, ihre Angst und ihre Hoffnung wirken echt. Krieg, Verfolgung und Flucht werden ernst und respektvoll behandelt, ohne zu übertreiben. Vieles passiert zwischen den Zeilen, was die Geschichte noch berührender macht.
Der Aufbau ist sehr gelungen. Die Handlung bleibt überwiegend in der Vergangenheit und springt nicht ständig zwischen Zeiten hin und her. Nur am Anfang und am Ende öffnet sich der Blick in die Gegenwart. Das passt gut und sorgt dafür, dass der Lesefluss erhalten bleibt. Die Geschichte kann sich entfalten, ohne dass etwas hektisch wirkt.
Am Ende passt alles zusammen. Die Geschichte bleibt im Kopf und lässt einen nicht sofort los. Es bleibt ein ruhiges, zugleich schmerzhaftes Gefühl zurück, das noch eine Weile anhält.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die ruhige, fesselnde und sehr ergreifende Romane mit historischem Hintergrund mögen. 5 wohlverdiente Sterne.

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Vergiss nicht zu tanzen, Hanna

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Liefern von Tomer Gardi

Viele neue Blicke aufs Liefern

Insbesondere in den urbanen Ballungszentren rund um den Globus sind sie überall präsent: die Männer, manchmal auch Frauen, auf ihren Fahrzeugen, die sich durch den Verkehr schlängeln und versuchen, möglichst schnell warme Speisen oder frische Lebensmittel zuzustellen. Denn eine schnelle Lieferung sorgt für zufriedene Kunden und gute Bewertungen, und außerdem kann man dann rasch den nächsten Auftrag annehmen, denn viel bekommen sie pro Lieferung ja kaum bezahlt.

Es ist eine prekäre wirtschaftliche Existenz, oft sozial wenig abgesichert, dem Verkehr, der Wetterlage und den Gefahren der Großstadt ausgesetzt, und unter ständigem Druck zu arbeiten, in der Hoffnung auf eine gute Bewertung und ein bisschen Trinkgeld.

Der Autor Tomer Gardi hat für diesen Roman jahrelang recherchiert. Gelungen ist ihm ein vielfältiges Kaleidoskop der universalisierbaren Erfahrungen rund ums Liefern. In diesem Episoden- oder Kollektivroman lernen wir verschiedene Charaktere rund um den Globus kennen, deren Leben zum Teil lose miteinander verflochten sind. Da gibt es Filmon, der aus Eritrea nach Israel geflüchtet ist, während seine Partnerin Daniat und die gemeinsame Tochter es nach Deutschland geschafft haben. Der versucht, über Videotelefonate die Verbindung und ein bisschen Intimität mit Daniat aufrechtzuerhalten und seine bald jugendliche Tochter noch nie live gesehen hat, seit er sich von seiner schwangeren Partnerin trennen musste, um das Land zu verlassen. Um in Israel als Lieferfahrer arbeiten zu können, muss er erst einmal beim Vermittler Shai, der kräftig mitkassiert, einen gefälschten Account dafür kaufen, denn die Wartezeiten, um regulär als Fahrer aufgenommen zu werden, sind bei den Lieferdiensten lang und unkalkulierbar.

In Delhi wartet eine Familie aus einer besser gestellten Sozialschicht auf die bestellten Burger, die nicht kommen, weil die Fahrerin Sachin - eine mutige Alleinerziehende, die von ihrem Mann verlassen wurde und sich auf diese Weise durchschlägt - einen Unfall hat, der wiederum das Leben von Nina aus Deutschland, die gerade im Rahmen ihres Studiums ein paar Wochen in Indien verbringt, dauerhaft verändern wird.

Die bisher erwähnten Personen sind nur ein paar der vielfältigen Charaktere und Perspektiven, die dieses Buch prägen. So tauchen wir beim Lesen immer wieder tief in das Leben einer Person ein, begleiten sie in ihrem rasanten Lieferalltag mit ein bisschen Privatleben drumherum und beginnen, mit ihr mitzufühlen, bis es dann auch schon um die nächste Region und eine neue Perspektive geht... doch insgesamt einen sie alle die Herausforderungen dieser Tätigkeit, die rund um den Globus oft von Menschen am Rande der Gesellschaft ausgeübt wird.

Das bunte Kaleidoskop an Perspektiven, das dabei entsteht, zeigt sehr gut die Universalität der Erfahrung prekärer Arbeit in diesem Bereich auf, genauso wie Klassenunterschiede, die oft von den Mächtigeren ausgenützt werden, und aber auch, was die Arbeit für manche "Rider" und insbesondere "Riderinnen" noch schwieriger oder gefährlicher macht als für andere: beispielsweise für solche ohne legalen Aufenthaltsstatus oder für Frauen, die noch einmal mehr den Gefahren gewalttätiger Übergriffe ausgesetzt sind, wie sich z.B. hier an Sachins Beispiel in Delhi zeigt:

"Alle Riders wussten, welches die gefährlichen Orte waren, und keiner wollte dorthin. Die Bestellungen wurden von einem Algorithmus an die Lieferanten verteilt, es war also reine Glückssache, eine Art Russisch Roulette. Technisch war es möglich, eine Lieferung abzulehnen, und ab und zu tat Sachin das auch, wenn sie die Gefahr manchmal nicht ertragen konnte oder wenn sie spürte, dass Vivaan an dem Tag besonders verletzlich war und sie ihn nicht in noch größere Ängste stürzen wollte. Aber jede Ablehnung einer Bestellung bedeutete einen automatischen Punktabzug auf der Bonanza-App und eine mögliche Senkung ihres Rankings. Für dieselbe Fahrt bekam ein Gold Status Rider dreimal so viel Geld wie einer auf Blue." (S. 99)

Interessant ist, dass sich in der Mitte des Buches ein längeres Kapitel findet, das der Autor im Gegensatz zum Rest des Buches ursprünglich in seiner Muttersprache Hebräisch verfasst hat und das für dieses Buch übersetzt wurde: dieses spielt in Istanbul und es geht unter anderem um Haartransplantationen, aber auch hier findet sich natürlich wieder ein Bezug zu den Riders und zu prekären Arbeitsbedingungen im Allgemeinen.

Insgesamt ist ein großes Kunstwerk entstanden, in dem es gelingt, so vielfältige und dabei oft universalisierbare Erfahrungen rund ums Liefern zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzuweben. Es ist aber durchaus ein anspruchsvolles Buch, das auch aufgrund der vielen Charaktere und Ortswechsel einiges an Aufmerksamkeit beim Lesen braucht. Geendet hat es für mich etwas abrupt und offen, hier hätte ich mir eine stimmigere Zusammenführung einiger offener Stränge gewünscht, aber das war vielleicht gar nicht die Intention des Autors.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und auch einige Wochen nach der Lektüre schwingt es bei mir emotional nach und hat meinen Blick auf die "Riders" und deren Lebensrealitäten stark erweitert. Ich kann das Buch allen, die bereit sind, Zeit und Energie in ein interessantes, aber durchaus forderndes Werk zu investieren, um ihre Perspektive aufs Liefern zu verändern, jedenfalls empfehlen.

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Liefern

Rezensionen von S.L. :

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Zwei in einem Bild von Morgan Pager

Im Gemälde

Aus anderer Perspektive gesehen: tagsüber erscheinen die Personen in jedem Gemälde der Galerie bewegungslos und starr, nachts dürfen sie agieren, ein eigenes Leben führen. Der Leser kann an ihren Gedanken teilhaben. Besonders an denen eines jungen Mannes aus einem Gemälde von Matisse. Dieser wirkt eigenartig auf Claire.

Sie liebt gemalte Bilder und ist glücklich über ihren Job, nächtens die Museumsräume zu putzen und die Gemälde nahezu ungestört betrachten zu können. Dabei geschieht das Unglaubliche: Claire kann hinein ins Gemälde klettern. Sie lernt Jean, einen Sohn Matisses, näher kennen und entdeckt auch die Welt anderer Kunstwerke. Ihr offenbart sich Ungeahntes.
Morgan Pager beschreibt ein Welt hinter Glas. Wie geht es den Figuren, wie leben sie, was fühlen sie und vor allem: was machen sie, wenn keine Besucher anwesend sind? Interessant, unerwartet - Gedankenspiele, die ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Andererseits aber auch ein wenig traurig stimmen …
Mit einigen Längen, jedoch phantasievoll und sogar mit einem Kriminalfall mitunter spannend.

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Zwei in einem Bild

Rezensionen von S.:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Zwei in einem Bild von Morgan Pager

Im Gemälde

Aus anderer Perspektive gesehen: tagsüber erscheinen die Personen in jedem Gemälde der Galerie bewegungslos und starr, nachts dürfen sie agieren, ein eigenes Leben führen. Der Leser kann an ihren Gedanken teilhaben. Besonders an denen eines jungen Mannes aus einem Gemälde von Matisse. Dieser wirkt eigenartig auf Claire.

Sie liebt gemalte Bilder und ist glücklich über ihren Job, nächtens die Museumsräume zu putzen und die Gemälde nahezu ungestört betrachten zu können. Dabei geschieht das Unglaubliche: Claire kann hinein ins Gemälde klettern. Sie lernt Jean, einen Sohn Matisses, näher kennen und entdeckt auch die Welt anderer Kunstwerke. Ihr offenbart sich Ungeahntes.
Morgan Pager beschreibt ein Welt hinter Glas. Wie geht es den Figuren, wie leben sie, was fühlen sie und vor allem: was machen sie, wenn keine Besucher anwesend sind? Interessant, unerwartet - Gedankenspiele, die ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Andererseits aber auch ein wenig traurig stimmen …
Mit einigen Längen, jedoch phantasievoll und sogar mit einem Kriminalfall mitunter spannend.

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Zwei in einem Bild

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Giovanni, du stinkst! von Christian Klinger

Hat mich gut unterhalten

Dieser Krimi spielt an einem künstlichen See im Burgenland. Der See ist gilt jenen Menschen, die in den 1970er-Jahren mit ihrer eigenen Hände Arbeit kleine Häuser auf dem Pachtgrund errichtet haben, als Paradies. Doch nun ist das Paradies aus mehreren Gründen in Gefahr. Erstens hebt der Grundeigentümer zum wiederholten Male den Pachtzins an, zweitens gibt es unter den Paradiesvögeln, wie die Einheimischen die Siedlungsbewohner nennen, die eine oder andere Liaison dangereux, also ein Gspusi und drittens liegt Herbert Wolk tot am Strand.

Für die Gründe eins und zwei ist Abteilungsinspektor Giovanni Sinovats nicht zuständig, für den toten Wolk schon. Auf Grund der sommerlichen Hitze wirkt alles ein wenig retardiert, ausgenommen Traudl Sinovats, die mit ihrem Italien-Fimmel sowohl ihrem Sohn als auch ihrer Umgebung schwer auf die Nerven geht. Doch aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, ist auch keine Option. Also beißt er die Zähne zusammen und lässt sich, von ihren Worten „Giovanni, du stinkst. Geh duschen“ mehrmals täglich ins Badezimmer scheuchen.

Wenig später muss Sinovats abermals zum See ausrücken, weil man dort ein Brodeln im See und Gasgeruch wahrgenommen hat. Die Feuerwehr, Rettung und das Bundesheer mit einer Kompanie von der ABC-Abwehr-Truppe sind schon vor Ort.

Das Gerücht, auf ein Erdgasvorkommen gestoßen zu sein, ruft nicht nur einen Mitarbeiter der Landesregierung auf den Plan sondern auch den Eigentümer des Sees sowie dir Pächter der Seegrundstücke...

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist das neueste Buch des österreichischen Autors Christian Klinger, der sowohl für seine Krimis rund um den Privatdetektiv Marco Martin als auf für seine historischen Triest-Krimis rund um Ispettore Gaetano Lamprecht bekannt ist.

Gleich vorweg, in diesem Krimi werden Insider in dem einen oder anderen Charakter reale Personen erkennen. Daher finden vielleicht nicht-österreichische bzw. nicht-burgenländische Leserinnen und Leser nicht ganz so interessant, spielen doch Landespolitik und herrschaftliche Attitüden eine große Rolle.

Jedenfalls, zeigt Autor Christian Klinger seine Protagonisten nicht immer von ihrer besten Seite. Da dürfen sich schon mal lang gehegte Rachegefühle ihren Weg bahnen. Dass davor auch der Abteilungsinspektor nicht gefeit ist, gibt dem Ganzen ein ziemlich humorvolle, wenn auch tragische Note, denn letzten Endes gehört auch Giovanni Sinovats nicht mehr zu den Guten.

Der Autor lässt seine Leserinnen und Leser hinter die Kulissen eines vermeintlichen Paradieses blicken, in dem sich Ehepaare auseinandergelebt haben, sich langweilen und der eine oder andere wenig Sinn im Leben findet.

Der Schreibstil ist fein, immer wieder mit Hinweisen auf burgenländische Eigenheiten gespickt. Es herrscht keine Hochspannung, sondern ein besonderes Flair, auf das man sich einlassen muss.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi, der ich gut unterhalten 5 Sterne.

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Giovanni, du stinkst!

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Work Life Remix. von Carsten Meier; Nina Meier-Hahasvili; Gregor Kalchthaler

Interessanter Ansatz zur Neubetrachtung der eigenen Work-Life-Balance

Die Autoren, zwei Männer und eine Frau, kennen sich noch aus dem Studium und betreiben seit Jahren erfolgreich die New-Work-Agentur "Intraprenör" in Berlin, mit der sie Organisationen zu modernen Arbeitsmodellen beraten. Nun haben sie, basierend auf ihrer Leidenschaft zur Musik, dieses unkonventionelle Arbeitsbuch zur Neubetrachtung der eigenen Work-Life-Balance herausgebracht.

Durch das ganze Buch ziehen sich konsequent Metaphern aus der Musik: so heißen die Kapitel etwa Sound, Break, Mischpult, Remix oder Synthesizer. Inhaltlich beginnt es zuerst mit einer Einführung in Konzepte der New Work und den Einfluss aktueller Zeittrends und der Pandemie-Zeit.

Nach dem ersten Drittel des Buches geht es mit "Mischpult" praktisch weiter und die Einladung zur Analyse der eigenen Work-Life-Balance beginnt. Die Dimensionen, anhand denen diese analysiert wird, heißen "Raum" (hier geht es um Arbeits- und Lebensorte, einen oder mehrere oder mobiles Arbeiten), "Takt" (etwa die Grade an Freiheit und Selbstbestimmung bei der Einteilung der Arbeit oder des Alltags), "Arrangement" (Routinen und Struktur), "Bass" (Verpflichtungen und Abläufe) und "Echo" (Sozialkontakte und Resonanzquellen).

Dazu gibt es jeweils Tabellen, um sich einzuordnen und der eigenen Arbeit und dem eigenen Leben eine Stufe zuzuordnen. Basierend darauf kann dann in späteren Kapiteln analysiert werden, wie die jeweiligen Stufen zueinander passen und ob und welche Veränderungen man im eigenen Leben, beruflich wie privat, gerne vornehmen würde.

Dafür finden sich weiter hinten im Buch noch viele praktische Übungen, die in ähnlicher Form auch aus anderen Coachingformaten bekannt sind, z.B. ein Work-Life-Journal oder der Song des Tages, sowie, nach Analysekategorie eingeteilt, Ideen für kleine Schritte zur Veränderung des beruflichen und privaten Alltags.

Es ist ein ungewöhnlicher und neuartiger Ansatz, Arbeit und Leben auf diese Art und Weise zu betrachten. Das hat mir einerseits gefallen, weil es dadurch Möglichkeiten für ganz neue Blickwinkel darauf öffnet.

Andererseits hat es mir aber auch beim Lesen einiges an Konzentration abgefordert, dass die Musikmetaphern so omnipräsent waren - vielleicht hat das aber auch mit mir als Leserin zu tun, die mit der Musikwelt sicher weniger vertraut ist als die Autoren. Ich finde, man merkt dem Buch auch ein bisschen an, dass die Autoren vermutlich meistens mit Gruppen in Organisationen arbeiten und weniger mit Einzelpersonen.

Bei vielen der Übungen hatte ich das Gefühl, dass ich diese zwar alleine machen könnte, mich aber vom Buch nicht so richtig dazu eingeladen fühle, und sie angeleitet in einer Gruppe stärker ihre Wirkung entfalten würden. Gefehlt hat mir auch ein bisschen der tiefere Blick abseits der Strukturen, z.B. auf die Werte, die einen im Leben anleiten.

Insgesamt ist es aber jedenfalls ein originelles und interessantes Buch, das ich jenen empfehlen kann, die einen unkonventionellen und gleichzeitig analytischen Zugang schätzen und für sich selbst oder für die berufliche Arbeit mit Gruppen neue Tools zur Analyse und Veränderung der eigenen Work-Life-Balance suchen.

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Work Life Remix.