Kunden em pfehlungen
Rezensionen von mariasbooks:
The Last Wish of Bristol Keats von Mary E. Pearson
Abschluss der Reihe
ZUM BUCH
The Last Wish of Bristol Keats ist der 2. Teil und Abschluss der Bristol Keats Dilogie aus der Feder von Mary E. Pearson. Die Autorin kennt man bereits von ihren Reihe "die Chroniken der Hoffnung/Verbliebenen" ua. der Kuss der Lüge.
Das Buch ist im LYX Verlag erschienen.
Ich war schon sehr gespannt auf das Buch, da ich bereits den vorherigen Teil der Reihe gelesen und geliebt habe.
Zudem bin ich auch ein Fan der bisherigen Bücher der Autorin.
GESTALTUNG / AUFBAU
Ich habe das Buch als eBook gelesen.
Mir persönlich gefällt das Cover sehr gut. Ich liebe die Farbe und die Schörkel in der Gestaltung.
In meinem ebook gibt es keine Dekoration der Kapitelüberschriften. Es werden nur die Kapitelnummern als Abgrenzung genutzt.
Das Buch ist aus der 3. Person geschrieben, während wir aber die meiste Zeit rund um die namensgebende Protagonistin Bristol verbringen.
Was uns auch schon zu den Chracteren des Buches bringt.
CHARACTERE
Bereits im ersten Teil habe ich die Protagonistin Bristol ins Herz geschlossen. In diesem Teil kommt noch viel mehr ihre Liebe für ihre Familie heraus und wie sie stehts versucht das richtige zu tun. Sie hätte etwas mehr Tiefe haben können, aber ihre Handlungen waren stehts nachvollziehbar.
Die Lovestory hat mir ganz gut gefallen, war jetzt aber in diesem Buch auch nicht besonders herausstechend. Das lag aber auch daran, dass die Liebesbeziehung nicht mehr der Fokuspunkt der Handlung war.
Was mir BESONDERS GUT gefallen hat, war die Welt, die geschaffen wurde. Es gab viele Charactere, viele Orte und ein vielfältiges Zusammenspiel aus Politik, Ränken und dem Durchsetzen der eigenen Interessen.
Das Buch ist zudem sehr flüssig geschrieben. Wenn man ins Buch hineingefunden hat und alle Charactere und Zusammenhänge, die einige sind, im Kopf hat, dann ist es ein imposante Welt, die sehr Spaß macht zu lesen.
Man merkt, dass sich die Autorin viel Zeit genommen hat, sich die Welten auszudenken und ihr Zusammenspiel sinnvoll auszubauen, was mir persönlich immer sehr wichtig an Fantasybüchern ist.
Bei den Kritikpunkten muss ich gleich mit dem Beginn des Buches beginnen. Denn es fand einfach überhaupt keine Einleitung statt. In den meisten Büchen, die Teil einer Reihe sind, wird am Anfang viel Wert darauf gelegt, die Leserschaft wieder auf den aktuellen Stand zu bringen und alle wichtigen Charaktere und Handlungen langsam wieder einzuführen. Vor allem in Reihen, bei denen zwischen den Teilen Monate bis hin zu einem Jahr liegen kann, ist das auch unbedingt notwendig. Ich musste über 20% vom Buch lesen, um überhaupt wieder einigermaßen zu verstehen, was gerade los ist, und das sollte nicht sein. Denn vor allem in Fantasybüchern tut man sich sonst schwer, sodass ich kurz davor war, das Buch einfach abzubrechen, da ich einfach überhaupt nicht mitgekommen bin. Deshalb auch 1 Stern Abzug.
Und eigentlich ist das Schade, denn nachdem ich dann doch das Buch beendet habe, muss ich sagen, dass es gut war. Und vermutlich wäre es für mich sogar ein Highlight gewesen, wenn ich mich nicht am Anfang hätte so ärgern müssen.
Zudem hätte ein Glossar dem Buch wirklich gut getan.
FAZIT
Mary E Pearson hat die Dilogie zu einem guten Ende gebracht und finde die Reihe als komplettes wirklich gut. ABER, die Reihe sollte aber UNBEDINGT zeitnah oder am besten direkt nacheinander gelesen werden um ihren Zauber zu entfalten.
Ja, das Buch hat an einigen Stellen extreme ACOTAR Vibes, aber nicht so, als dass es nicht als eigenes unabhängiges Werk fungieren könnte.
Ich werde, trotz meiner Kritik, weiterhin die Autorin verfolgen und bin gespannt, in welche Welt sie mich als nächstes entführen wird.
Rezensionen von MariasBooks:
The Last Wish of Bristol Keats von Mary E. Pearson
Abschluss der Reihe
ZUM BUCH
The Last Wish of Bristol Keats ist der 2. Teil und Abschluss der Bristol Keats Dilogie aus der Feder von Mary E. Pearson. Die Autorin kennt man bereits von ihren Reihe "die Chroniken der Hoffnung/Verbliebenen" ua. der Kuss der Lüge.
Das Buch ist im LYX Verlag erschienen.
Ich war schon sehr gespannt auf das Buch, da ich bereits den vorherigen Teil der Reihe gelesen und geliebt habe.
Zudem bin ich auch ein Fan der bisherigen Bücher der Autorin.
GESTALTUNG / AUFBAU
Ich habe das Buch als eBook gelesen.
Mir persönlich gefällt das Cover sehr gut. Ich liebe die Farbe und die Schörkel in der Gestaltung.
In meinem ebook gibt es keine Dekoration der Kapitelüberschriften. Es werden nur die Kapitelnummern als Abgrenzung genutzt.
Das Buch ist aus der 3. Person geschrieben, während wir aber die meiste Zeit rund um die namensgebende Protagonistin Bristol verbringen.
Was uns auch schon zu den Chracteren des Buches bringt.
CHARACTERE
Bereits im ersten Teil habe ich die Protagonistin Bristol ins Herz geschlossen. In diesem Teil kommt noch viel mehr ihre Liebe für ihre Familie heraus und wie sie stehts versucht das richtige zu tun. Sie hätte etwas mehr Tiefe haben können, aber ihre Handlungen waren stehts nachvollziehbar.
Die Lovestory hat mir ganz gut gefallen, war jetzt aber in diesem Buch auch nicht besonders herausstechend. Das lag aber auch daran, dass die Liebesbeziehung nicht mehr der Fokuspunkt der Handlung war.
Was mir BESONDERS GUT gefallen hat, war die Welt, die geschaffen wurde. Es gab viele Charactere, viele Orte und ein vielfältiges Zusammenspiel aus Politik, Ränken und dem Durchsetzen der eigenen Interessen.
Das Buch ist zudem sehr flüssig geschrieben. Wenn man ins Buch hineingefunden hat und alle Charactere und Zusammenhänge, die einige sind, im Kopf hat, dann ist es ein imposante Welt, die sehr Spaß macht zu lesen.
Man merkt, dass sich die Autorin viel Zeit genommen hat, sich die Welten auszudenken und ihr Zusammenspiel sinnvoll auszubauen, was mir persönlich immer sehr wichtig an Fantasybüchern ist.
Bei den Kritikpunkten muss ich gleich mit dem Beginn des Buches beginnen. Denn es fand einfach überhaupt keine Einleitung statt. In den meisten Büchen, die Teil einer Reihe sind, wird am Anfang viel Wert darauf gelegt, die Leserschaft wieder auf den aktuellen Stand zu bringen und alle wichtigen Charaktere und Handlungen langsam wieder einzuführen. Vor allem in Reihen, bei denen zwischen den Teilen Monate bis hin zu einem Jahr liegen kann, ist das auch unbedingt notwendig. Ich musste über 20% vom Buch lesen, um überhaupt wieder einigermaßen zu verstehen, was gerade los ist, und das sollte nicht sein. Denn vor allem in Fantasybüchern tut man sich sonst schwer, sodass ich kurz davor war, das Buch einfach abzubrechen, da ich einfach überhaupt nicht mitgekommen bin. Deshalb auch 1 Stern Abzug.
Und eigentlich ist das Schade, denn nachdem ich dann doch das Buch beendet habe, muss ich sagen, dass es gut war. Und vermutlich wäre es für mich sogar ein Highlight gewesen, wenn ich mich nicht am Anfang hätte so ärgern müssen.
Zudem hätte ein Glossar dem Buch wirklich gut getan.
FAZIT
Mary E Pearson hat die Dilogie zu einem guten Ende gebracht und finde die Reihe als komplettes wirklich gut. ABER, die Reihe sollte aber UNBEDINGT zeitnah oder am besten direkt nacheinander gelesen werden um ihren Zauber zu entfalten.
Ja, das Buch hat an einigen Stellen extreme ACOTAR Vibes, aber nicht so, als dass es nicht als eigenes unabhängiges Werk fungieren könnte.
Ich werde, trotz meiner Kritik, weiterhin die Autorin verfolgen und bin gespannt, in welche Welt sie mich als nächstes entführen wird.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Brüchiges Plastik von Angie Volk
Mutterschaft und Mutter-Tochter-Beziehungen im Spiegel des Zeitgeistes
Dieses Buch beginnt stark, mit einem eindringlichen Gedicht zum Thema Mutterschaft, in dem sehr viel Wahrheit steckt: "Mutterschaft macht müde, Mutterschaft macht zornig, weich, angreifbar, unzuverlässig, unpünktlich, ungehalten, Mutterschaft macht wütend. Und niemand will eine wütende Mutter sehen.
" (S. 10)
Doch leider handelt es sich dabei nur um ein Manuskript, das bei dem Verlag, den zwei der Hauptcharaktere betreiben, eingereicht, und von diesem abgelehnt wird. Worum geht es in diesem Buch sonst? Um Eve, die mit Hendrik ein Baby bekommt, Tochter Mia, und gerne eine gleichberechtigtere Aufteilung der Care-Arbeit hätte: doch das klappt nicht, Hendrik ist zu beschäftigt mit den Aufgaben im Verlag, den er gemeinsam mit seiner Kollegin Anthea leitet. Anthea ist kinderlos, Eltern gegenüber nicht sehr aufgeschlossen, und außerdem bisexuell.
Letzteres wird, den Zeitgeist bedienend, auch sonst ein großes Thema in diesem Buch sein: denn Eve bekommt zur Unterstützung Au-Pair-Mädchen Juna aus einem spanisch-sprachigen Land, aber perfekt Deutsch sprechend und auch sonst nicht sehr authentisch wirkend, zur Seite gestellt, und wird mit dieser eine lesbische Affäre beginnen.
Ansonsten gibt es noch die Perspektiven der erwachsenen Mia, die eine Fehlgeburt verarbeiten muss und sich mit dieser Erfahrung von ihrem Partner Tom unverstanden und allein gelassen fühlt. Und die von Gabriele, Eves Mutter, die eine sehr traditionelle Beziehung mit ihrem verstorbenen Mann führte und von ihren beiden Töchtern schon abgelehnt wurde, als diese noch recht kleine Kinder waren. Ja, selbst, als sie mit ihnen schwanger war, hat sie schon wahrgenommen, um was für andersartige Wesen im Vergleich zu ihr es sich bei diesen handeln würde, und danach wurde es nicht besser: "Sowohl Eve als auch Clara wurden in Windeseile zu Töchtern, die ihre Mutter als unnötige Last wahrnahmen, sich von ihr zu lösen versuchten wie Tiere, die sich gegen das Zähmen wehrten." (S. 100)
Ich könnte noch einiges aus dem Inhalt erzählen, aber darum geht es hier nicht. Und ich hätte dieses Buch so gerne gemocht, aber ich finde die Figuren einfach nur klischeehaft, den Zeitgeist bedienend bis unglaubwürdig. Ich war genervt davon, dass auch in diesem Buch wieder an vielen Stellen unbedingt lesbische Liebesbeziehungen und dementsprechende erotische Szenen eingebaut werden mussten ("Eve, die dem Bedürfnis widersteht, mit ihrem Mund Junas Nacken zu berühren, stattdessen ein Messer aus der Schublade holt, sich auf die Unterlippe beißt wie ein Kind, das sich schamhaft ertappt fühlt, viel zu fest", S. 159).
Insgesamt konnte ich auch keinen wirklichen Spannungsbogen finden, der mich gefesselt hätte. Die Kapitel sind aus verschiedenen Frauenperspektiven erzählt, aber auch das hat das Buch für mich nicht retten können.
Ich gebe dem Buch 2,5 Sterne, die ich mit viel Nachsicht für die gute Absicht, Mutter-Tochter-Beziehungen und die Problematik moderner Mutterschaft darzustellen, und insbesondere für das einprägsame Gedicht am Anfang, auf 3 aufrunde.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton
Das Flussmädchen und das Traumbild der Liebe
Hauptfigur ist die 12-jährige Bo, die mit ihrem Bruder und ihrer Mutter im Jahr 1918 im historischen London lebt. Die Familie hat nicht viel Geld, aber Bo kann die Schule besuchen und muss keinen Hunger leiden. Trotzdem denkt Bo nicht daran die wertvolle Münze zu verkaufen, die sie im Schlamm der Themse gefunden hat.
Der Fluss sprach zu ihr und sie hatte eine Vision. Bo weiß, da steckt mehr dahinter. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund Billy, der von einer zweiten Münze weiß, beginnt das Abenteuer um das Rätsel der magischen Münzen.
„Billy lachte sein wundervolles Lachen, das Bo von innen wärmte, und dazu der Geschmack der köstlichen Karamellbonbons. Hier unten am Fluss war das Leben schön.“ 119
Eine kindgerechte und langsam aufgebaute Geschichte, mit einer geradlinigen Handlung und vielen Rätseln, die nach und nach gelüftet werden. Erwachsene werden diese schneller durchschauen, aber für Kinder ist es eine berührende und mitreißende Story, die zum Wegträumen in eine andere Zeit einlädt, und sie überraschen wird. Durch die überschaubare Anzahl an Figuren und der einfachen Erzählweise, kann man der Handlung gut folgen. Besonders in Bo kann man sich gut einfühlen, ohne das es jedoch zu tiefgreifend wird. Die Kapitel haben eine angenehme Länge für geübte Lesende und ich würde das Buch ab 10 Jahren empfehlen.
Für alle, die eine poetische Geschichte suchen, die im alten London spielt, aber nicht bedrückend, sondern magisch, atmosphärisch und rätselhaft erzählt wird. Die tiefere Botschaft und das Ende hinterlassen als besonderes Abenteuer einen nachhaltigen Eindruck.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Firewatch von Colin Hadler
Lügen und große Gefühle - Hörbuch
„Ich muss demjenigen schmeicheln, den ich auf der ganzen Welt am meisten verabscheue. Nur so gelange ich an die Wahrheit.“
Die rückblickenden Kapitel mit Aaron, der später vermisst wird, haben mir besonders gut gefallen, weil ich die Vorstellung von einem Ferienjob als Fire-Observer in einem kalifornischen Nationalpark aufregend finde.
Man erfährt auch einiges über den Ablauf und seine Arbeit. Für den extrovertierten Aaron ist der Job aber vor allem eintönig und einsam. Deshalb muss er ständig an den attraktiven Kian denken, der dreißig Meilen entfernt auf seinem Turm ist, und mit dem er in Funkkontakt steht, aber ihn noch nie gesehen hat.
Zehn Monate später weiß Robin immer noch nicht, was mit seinem Freund Aaron passiert ist, aber er hat einen schwerwiegenden Verdacht und will Gerechtigkeit. Robin ist eigentlich schüchtern, einfühlsam und aufrichtig. Doch er ist so entschlossen, Kians Vertrauen zu gewinnen und herauszufinden, was mit Aaron passiert ist, dass er lügt, manipuliert und sich dabei zu verlieren droht. „Als die Tränen aufhören, fühle ich mich armselig. Es ist einfach über mich gekommen. So wird sich Kian nie in mich verlieben, und ich werde ihn nie ausliefern können. Aaron war anders. Stark. Nicht so verletzlich. Kian sucht jemanden wie ihn, nicht wie mich.“ Dazu kommt die Tatsache, dass er Kian mag und gleichzeitig hasst. „Dieser Zerrissenheit und seiner Erkenntnis ‚Das bin nicht ich‘ zu folgen, macht es psychologisch nervenaufreibend und spannend.“ Ich konnte mit ihm mitfiebern und sein Handeln nachvollziehen, obwohl es einen Moment gab, wo ich fassungslos war, wie er das tun konnte. Es ist eine Gratwanderung, sich mit einem Mann einzulassen, den man verdächtigt, einen Mord begangen zu haben. Die Atmosphäre ist dementsprechend bedrohlich und aufgeladen. Bei allen Charakteren wird klar, sie verbergen etwas. Ein falsches Spiel, das Autor Colin Hadler souverän beherrscht und eine ungewöhnliche Kombination aus Spicy Romance und Psychothriller, unvorhersehbar und einnehmend. Es gibt zwei spicy Szenen, die explizit beschrieben werden. Ich mag es lieber, wenn es bei Andeutungen bleibt, aber da sind die Geschmäcker ja verschieden.
Meine Wahl für das Hörbuch habe ich nicht bereut. Sprecher Nicolás Artajo passt großartig. Ich konnte mir sowohl Aaron als auch Robin sehr gut mit der Stimme vorstellen, die kraftvoll und ein bisschen rau ist, in ihren Nuancen variiert, Emotionen klar rüberbringt und der ich stundenlang zuhören konnte. Einzig die Augenblicke, (leider auch zwei Kapitel) wo er flüstert, lagen mir gar nicht. Die lassen sich aber überspringen, ohne das man Wichtiges verpasst.
Manchmal zieht sich alles ein bisschen, aber die Auflösung ist heftig und erschütternd. Da wird so einiges losgetreten, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Also ein spannendes und ungewöhnliches Hörerlebnis mit teilweise waldigem Setting, großen Gefühlen der ersten Liebe und zahlreichen Geheimnissen. Für alle, die Lust auf queere Liebe und Nervenkitzel haben.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Happy Head von Josh Silver
Kein Entkommen!
«Happy Heat» ist ein packender Near-Future-Fiction-Thriller und Auftakt einer Reihe, in dem Autor Josh Silver die psychische Gesundheit junger Menschen in einer zunehmend zerstörerischen Welt mit einer queeren Liebesgeschichte vor dem Hintergrund eines experimentellen Mental-Health-Programms kombiniert.
Der siebzehnjährige Seb ist Hauptfigur und nimmt nur widerwillig am HappyHeat-Program teil. Keiner seiner Freunde und Mitschüler wurde ausgewählt, seine Mutter gibt ihm deshalb zu verstehen, wie einzigartig diese Chance ist, sein Leben wieder auf die Spur zu bringen. Obwohl man seine Familie nur auf der Hinfahrt kennenlernt, legen Sebs Erinnerung die Vermutungen nahe, dass seine gläubigen Eltern nicht glücklich über sein bisheriges Verhalten sind und er sie stolz machen möchte, um sich geliebt zu fühlen. Dort setzt das Programm an und ich hab mich gefragt sich, ob Seb sich treu bleiben oder die an ihn gerichteten Ansprüche erfüllen wird.
Mir hat besonders gefallen, dass sehr nah aus der Perspektive von Seb erzählt wird, der über ein bisschen Humor und viel Sympathie verfügt. Dazu gehört auch, dass man durch seine Bewusstlosigkeit blind wird und auf seinem Kenntnisstand bleibt. Das gibt einem das Gefühl, selbst am Programm teilzunehmen. Ich war durchweg gespannt, welche Aufgabe das Giftgrüne Team von Seb oder nur ihn allein als Nächstes erwartet. Davon gibt es einige und sie sind alle abwechslungsreich und spannend – auch was die Textgestaltung angeht. Die Mitarbeiter sind unheimlich gut gelaunt, die Regeln sind streng und für Gehorsamkeit und Erfolge winken Belohnungen. Der rätselhafte Finn, zu dem Seb sich hingezogen fühlt, und Seb verhalten sich ganz unterschiedlich. Finn rebelliert, während Seb Vertrauen aufbaut und die Anerkennung genießt. Jedoch bringt die Zuneigung zu Finn ihn dazu, sein Verhalten zu hinterfragen. Der Traum vom Ende des Unglücklichseins, der in London tragisch seinen Anfang nahm, regt zum Nachdenken an. Autor Josh Silver bringt seine beruflichen Erfahrungen ein und trifft den richtigen Ton, der vermittelt, aber den Spaß nicht vermissen lässt. „Einem Ort, an dem sie dazu ermutigt würden, auch mal ein Blick über den Tellerrand zu werfen und sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Dazu, zu verstehen, was Gemeinschaft wirklich bedeutet. Dazu, sich einmal zu fragen, was Erfolg eigentlich ist und welchen Wert er für diese Gesellschaft – und für sie ganz persönlich – hat.“
Von jemandem der Teilnehmer fällt früh der Vergleich mit ‹Squid Game›, einer südkoreanische Netflix-Serie, bei der es um tödliche Überlebensspiele geht, der auch vom Verlag aufgegriffen wird. In meinen Augen weckt der Vergleich falsche Erwartungen oder schreckt wohlmöglich ab, denn «Happy Head» ist unproblematischer. Obwohl einige sensible Themen vorkommen (die ausführlich aufgelistet sind), wird auf unnötige oder reißerische Darstellungen verzichtet, und ich hatte den Eindruck, dass diese sprachlich verantwortungsvoll und altersgerecht behandelt wird. Man bleibt größtenteils im Unklaren, wofür die Aufgaben sind und welche Schlüsse daraus für die Teilnehmenden gezogen werden, was es spannender macht. Ich hätte am liebsten jede freie Minute weitergelesen. Es ist nicht wild konstruiert, was mir gut gefallen hat, allerdings auch weniger wendungsreich, als ich gedacht hätte.
Obwohl die queere Liebesgeschichte zwischen Seb und Finn nicht im Mittelpunkt steht, gibt es herzerwärmende Augenblicke, die Seb Kraft geben. Wenn ich an den unterhaltsamen Badezimmerpakt denke, ist Sebs Entwicklung greif- und nachvollziehbar, und nimmt ebenso zu, wie der Spannungsbogen, der auf den letzten Seiten zu explodieren scheint, während man in einem Cliffhanger zurückgelassen wird. Auf die Fortsetzung muss ich mich bis zum Herbst 2026 gedulden, aber ich kann es kaum erwarten, wieder in Sebs Rolle einzutauchen und zu erfahren, wie es weitergeht.
Rezensionen von gabiliest:
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
Plötzlich Spion
Der SPIEGEL- Bestseller Autor Kristof Magnusson entführt mit seinem neuesten Roman “Die Reise ans Ende der Geschichte” in die Zeit nach Ende des Kalten Krieges und in eine Welt veränderter geopolitischer Verhältnisse. Hier geht es, wie das witzige und gelungene Hardcover bereits andeutet, um den Tanz um den Abgrund, bei dem man leicht das Gleichgewicht verlieren kann.
Dieter Germeshausen ist Spion, im mittleren Alter, ungelenk sowohl körperlich wie im Umgang mit anderen Menschen. Seine Arbeit beim BND fühlt er nicht ausreichend gewürdigt. Daher wird er Doppelagent auch im Dienst des russischen FSB. Nunmehr liegt Dieters Welt in Trümmern, der Kalte Krieg vorbei, die Berliner Mauer ist gefallen. Dieter fürchtet seine Enttarnung, er will aussteigen, aber noch ein großes Geschäft machen. Hier kommt Jakob Dreiser ins Spiel.
Jakob Dreiser ist jung und als Dichter gemeinsam mit einer jungen Russin international bekannt geworden. Nunmehr gibt es Aussicht auf dauerhaften Frieden und Jakob ist glücklich, warum sollten die ehemaligen Feinde einander weiter hassen? Für ihn ist das das Ende der Geschichte, was sich alsbald als gewaltiger Irrtum herausstellen wird. Jakobs besonderes Talent, auf Menschen zuzugehen, auch schweigsame Gesprächspartner zum Reden zu bringen, Vertrauen zu erwecken ist genau das, was Germeshausen braucht. Daher reist Jakob mit Germeshausen nach Kasachstan ohne den Hintergrund der Reise zu kennen. Dennoch ist er es, dem es gelingt, die notwendigen Kontakte zu knüpfen. Jakob ist begeistert von seiner neuen Aufgabe und fühlt sich endlich lebendig. Mit auf der Reise ist auch Francesca, Sprachlehrerin an der Russischen Botschaft in Rom und natürlich auch Spionin des FSB. Denn Germeshausen muss am Leben bleiben, seine Kenntnisse sind für den FSB unverzichtbar.
Kristof Magnusson beschreibt eine Reise, die ganz anders verläuft als es sich der Befehlsstrukturen gewohnte Germeshausen vorstellt. Dreiser macht einfach sein eigenes Ding, rettet ihm sogar das Leben, doch Dankbarkeit gehört nicht zu Germeshausens hervorstechenden Eigenschaften. Noch einmal braucht er Jakob, diesmal ist das Geschäft im Stande, den Weltfrieden zu gefährden. Nun ist Jakob zum Handeln gezwungen…
“Die Reise ans Ende der Geschichte” ist ein angenehm lesbarer, spannender und fast fröhlicher Roman. Das liegt vor allem an der Figur des Jakob Dreiser, der freundlich auf Menschen zugeht, gut zuhört und imstande ist, jeden aus der Reserve zu locken. Obwohl er in dieser Geschichte eine tragende Rolle spielt, wirkt er immer wieder erstaunt, welche Möglichkeiten sich plötzlich auftun. Allerdings auch enttäuscht, als er seine Tätigkeit als Spion beendet glaubt. Das Buch verbreitet Leichtigkeit und ein angenehmes Gefühl, im Kreise von Spionen zu sein, jedoch nur als Beobachtende. Die Lesenden müssen allerdings alleine ans Ende der Geschichte reisen, denn der Autor lässt die weiteren Entwicklungen offen. So bleibt es der eigenen Phantasie überlassen, wie es Germeshausen und Dreiser letztlich in Russland ergeht.
Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass das Buch in den letzten Kapiteln Anleihen an Buch und Film “Jagd auf roter Oktober” nimmt. Wer diesen Film mag, wird auch “ Die Reise ans Ende der Geschichte” mögen.
Mein Fazit:
“Die Reise ans Ende der Geschichte” ist ein locker und leichthändig geschriebener Roman, was jedoch der Spannung keinen Abbruch tut. Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet und die Atmosphäre nach Ende des Kalten Krieges authentisch eingefangen. Das Buch bietet unvorhersehbare Wendungen und spiegelt eine sich verändernde gesellschaftliche Wirklichkeit, doch immer mit feinem Humor. Für mich hat Kristof Magnusson eine gelungene Reise beschrieben, die ich gerne allen reiselustigen Lesefreunden weiterempfehle.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Eilig, so unglaublich eilig! von Christian Merveille
Wunderschön illustriertes Bilderbuch über einen hektischen Hasen
Das französische Bilderbuch dreht sich um einen anthropomorpher Hasen, der zügig an sein Ziel kommen will. Er saust durch das kleine britisch angehauchte Städtchen, immer auf dem Sprung, um geschwind anzukommen, vorbei an Geschäften, Cafés und Häusern und nimmt nichts um sich herum wahr.
Auf dem Buchrücken steht, er wäre ein Bilderbuch zum Innehalten und Immer-wieder-Anschauen.
Das trifft es auf den Punkt. Ich werde es immer zur Hand nehmen, wenn ich in dieses Gefühl eintauchen möchte, das ich sofort hatte, als mich schon beim Aufschlagen das Vorsatzpapier einladend in diese Welt zog, und ich dachte, wow, ist das wunderschön. Der wenige Text und die Wiederholungen schaffen einen angenehmen Rhythmus, der das Vorlesen lebendig und spannend macht. Wo will der Hase nur so schnell hin? Die seitenfüllenden Illustration sind kunstvoll, atmosphärisch und strahlen eine Ruhe aus, die man spürt, und die einen sanften Kontrast zur Eile des Hasen bildet. Die lebhaften Grüntöne und die malerische Landschaft lassen vom Frühling träumen, sodass man sich ganz ins idyllische Gemeinschaftsgefühl des wimmelnden Treibens träumen darf. Hier gibt es viel zu entdecken. Besonders amüsant fand ich die spielerischen Wiederholungen der Charaktere, die einem das Gefühl geben, der Hase würde viel länger brauchen, obwohl er so schnell ist. Ich würde am liebsten in dieses kleine Städtchen ziehen und dort leben.
Das Bilderbuch erinnert daran, das Tempo runterzuschrauben und innezuhalten. Es ist eine Einladung zur Ruhe zu kommen und ein bisschen in dieser Idylle zu verweilen. Ich finde es besonders wertvoll für Kinder und Erwachsene, die sich ausschließlich auf das Ziel konzentrieren und vergessen, eine Verschnaufpause einzulegen, um die Aussicht zu genießen.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Die Enthusiasten von Markus Orths
Großartig verrückt
„Für dieses Buch würden sie töten! Sie alle drei!“
Dem vierundvierzigjährigen Vincent Bär fiel das Erzählen schon immer leichter als das Schreiben. Deswegen lässt er als Ich-Erzähler daran teilhaben, wie im März 2018 sein Leben zu kippen begann. Als großer Bewunderer des irischen Schriftstellers Laurence Sterne reist Vincent jedes Jahr nach Coxwold und trifft dort seine Kollegin Bianca und Ole.
Zusammen sind sie große Anhänger des meisterlichen Pioniers der modernen Literatur, denen ein ungeahntes Wunder begegnet: ein Mann namens Morton Minelli behauptet, ein unbezahlbares Manuskript des zehnten Buches zu besitzen, von dessen Existenz niemand wusste – es gab nur Gerüchte. Er will den Inhalt von ihnen auf Echtheit prüfen lassen. Vincent ist Feuer und Flamme. „Sie hatten nicht die geringste Ahnung, wozu ich fähig und was ich zu riskieren bereit wäre…“
In den Rückblicken erfährt man viel über Vincents Familie, die lese- und wortverrückte Kindheit der drei Geschwister und wie einschneidend es die Familie verändert hat, als die Mutter spurlos verschwand. So manche bezaubernde Erinnerung wird mir wohl immer im Gedächtnis bleiben. Der letzte Auftrag vor dem Ruhestand des ‚Wiederholungsphobikers‘ und ‚Herrn der Kommas‘ schenkte mir ein inneres Lächeln, ebenso wie die verrückte Europameisterschaftsgeschichte oder der erste Film von Vincents Bruder Marcellus. Jedes Familienmitglied bekommt seinen Moment, eingebetet in einfallsreiche Sprachgemälde für unvergleichliches Kopfkino. „Er nebelte wie ein Gespenst durch sein Leben. Die Traurigkeit legte sich wie ein klebriger Film auf sein Gemüt.“ Erfundenes trifft auf Wahres und offene Fragen treffen auf Dazu-später-mehr-Vertröstungen, die es spannend machen und ins Konzept passen. Gewoben wird ein spielerisches Kunstwerk um Laurence Sterne, das im Stil und der leicht ausschweifenden Erzählweise gewollte Verknüpfungen aufweist.
Insgesamt eine außergewöhnliche Geschichte, bei der ich mich auf vielen Ebenen abgeholt gefühlt habe - vor allem vom Ende. Mein Buch ist voller Markierungen. Ich könnte es irgendwo aufschlagen und garantiert einen Satz finden, der mir Freude macht. Nicht nur durch die unvorhersehbare Handlung und prägnante Botschaft, sondern auch wegen des ironischen Humors, der reflektierenden Ebene, der wunderbaren Bär-Familie, der Intertextualität und dem experimentellen Sprachcharakter, der dem Roman eine besondere Note verleiht.
Ein uferloses Vergnügen und ein spaßiges Ereignis, bei dem man nie so genau weiß, was man findet und wie irrsinnig es sein wird. Wer sich einmal auf den „frohlockenden Stil“ von Markus Orths eingelassen hat, wird mehr wollen. Dazu gehört sicher ein bisschen Begeisterung für den Sprachwahnsinn und eine Liebe zu unkonventionellen Geschichten, die Brücken zwischen Menschen bauen. Ich fand es großartig und kann es jedem empfehlen, der sich für literarische Vielfalt und ihre Kunst begeistert.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
The Poet Empress von Shen Tao
«Möget Ihr tausend Jahre leben» - Ein gnadenloses Machtspiel
Das schöne Cover und der passende Farbschnitt sehen fantastisch aus und verleihen der außergewöhnlichen Geschichte eine angemessene Erscheinung. Ich war von Beginn an fasziniert von der Bauerntochter Yin Wei und überrascht, wohin das alles führte, denn das hätte ich ihr nie zugetraut. Für mich war es ein frischer Ansatz und eine Abwechslung im Fantasy-Genre.
Der warnende Hinweis ist angemessen, denn die Handlung ist düster und enthält brutale Szenen, die an einen Thriller erinnern: „Ich hatte nie zuvor solche Menschen getroffen. Menschen, die so grausam waren wie die Bösewichte in Geschichten.“
Yin Wei erzählt, abgesehen von ein paar Ausnahmen, nachvollziehbar aus ihrer Sicht. Ihr Dorf, ihre hungernde Familie und ganz besonders ihr kleiner Bruder Bao liegen ihr so am Herzen, dass sie, trotz des grausamen Rufes des Prinzen, alles riskiert, um seine Konkubine zu werden, obwohl die Chancen beinahe aussichtslos sind, da sie vom Dorf kommt. Ihr schlägt nur Verachtung entgegen, alles ist neu und fremd, und trotzdem gibt sie nicht auf: „…egal, wenn mich keiner mochte, denn ich war nicht für sie hier, sondern einzig und allein für Bao.“ Die Konkurrenz ist erbarmungslos, die Chance, Macht zu erlangen, verlockend. „Merk dir meine Worte, Dorftöle: Du wirst sterben. Und wenn du tot bist, dann werde ich deinen Platz einnehmen.“ Sie lernt nicht nur die Kunst der Verführung der Schlage, sondern verbotenerweise Literomantie, was es ihr ermöglicht, an ihrem Herzseelengedicht zu arbeiten. Es ist die einzige Möglichkeit den grausamen Thronfolger zu töten, der von einem mächtigen Schutzzauber geschützt wird, und so das Land vor einem tyrannischen Herrscher zu bewahren, der das Volk der Hungersnot überlässt. "Wie ungerecht es doch war, musste ich unwillkürlich denken, dass der Böseste unter uns zugleich der Unbesiegbarste war.“ Diese starke und kluge Heldin hat mich in vieler Hinsicht beeindruckt, wie sie klaglos leidet, was sie durchstehen muss, und wie sie ihre unerwünschte Rolle anerkennt, in der alle auf sie zählen. Die Bewunderung gilt nicht nur ihrem vorausschauendem Denken, sondern auch ihrer gesamten Entwicklung, die so bedacht und eindringlich geschildert wird, dass Shen Tao und den Übersetzerinnen Sybille Uplegger und Alicia Rein ein großes Lob gebührt.
Ich war gebannt, fand es sehr spannend und bin begeistert, weil diese Geschichte beweist, dass es nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen muss, es auch ohne großes Worldbuilding und schablonenhafte Charaktere funktioniert. Spicy wird es übrigens auch nicht. Das Ende ist grandios.
Ein Highlight voller Tragik, Schmerz, Leid, gnadenloser Machtspieler und einem Hauch Magie. Sehr empfehlenswert für alle, die Lust auf was anderes haben und die Brutalität nicht abschreckt.










