Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Die wilden Jahre von Susanne Goga
Ein packender historischer Roman
„Die wilden Jahre“ ist ein packender, historischer Roman der in Mönchengladbach lebenden Autorin Susanne Goga.
Die Handlung beginnt im April 1919 in Düsseldorf. Der Erste Weltkrieg hat deutliche Spuren im Land und im Leben der Menschen hinterlassen. Viele Städte sind besetzt und es ist nicht möglich sich frei zu bewegen.
Auch das Geschwisterpaar Thora und Hannes Bernrath spürt die Veränderungen der letzten Jahre. Während Thora bereits wieder Träume hat und in Düsseldorf Schauspiel studieren möchte, wirkt Hannes verloren. Als er wegen Mordverdacht verhaftet wird, beginnt Thora für ihren Bruder zu kämpfen.
Gleich zu Beginn gelingt es Susanne Goga, vergangene Zeiten lebendig werden zu lassen. Sie fängt die Atmosphäre der damaligen Zeit gelungen ein und zeichnet ihre Charaktere lebendig und authentisch.
Die Handlung wechselt zwischen Düsseldorf, München-Gladbach, Bowdon Manchester und Arras-Roeux (Frankreich) und ist in den Jahren zwischen 1914 und 1919 angesiedelt. Durch diese stetigen Wechsel lesen sich die Ereignisse abwechslungsreich und Spannung wird aufgebaut.
Es geht um einen Neubeginn nach dem Krieg, Liebe, Mut, Loyalität, Hoffnung, Familie und vieles mehr.
Historische und fiktive Ereignisse greifen gelungen ineinander und man merkt, dass hier zuvor ausgiebig recherchiert wurde.
Mit ihrem Nachwort hat die Autorin ihr Werk gelungen abgerundet. Hier findet man auch eine Auflistung der realen historischen Persönlichkeiten, die den meisten Rheinländern ohnehin bekannt sein dürften.
Da ich im Rheinland lebe, gefiel mir das Setting besonders gut. Ich hatte die historischen Schauplätze vor Augen und war sehr beeindruckt, wie Susanne Goga geschichtliche Ereignisse mit ihrem Roman verwoben hat. Ich kann das Buch Liebhabern historischer Romane nur empfehlen.
Rezensionen von DoraLupin:
Tierschutzhund Lieblingshund von Ursula Löckenhoff; Simone Sombecki
Liebevoll mit dem Tierschutzhund
Ich kenne die Autorinnen bereits aus der "Tiere suchen ein Zuhause- Sendung" und habe sie dort immer sehr liebevoll und nahbar mit den Hunden erlebt, deshalb wollte ich auch gerne dieses Buch lesen und bin absolut begeistert. Sehr liebevoll und mit vielen guten Tipps wurde das Buch geschrieben, ich bin absolut glücklich damit!
Inhaltlich geht die Frage dieses Buches darum: Wie erkenne ich einen seriösen Tierschutzverein? Was ist wichtig, wenn der Hund einzieht? Welche Probleme können auftreten? Dieses Buch gibt Antworten und ist sowohl für Neulinge als auch für erfahrene Hundehaltende gleichermaßen informativ.
Ursula Löckenhoff und Simone Sombecki berichten aus ihrem Erfahrungsschatz über ihre langjährige aktive Arbeit im Tierschutz. Mit fundiertem Wissen haben die beiden Autorinnen ein Standardwerk geschaffen. Sie geben Einblick in die Tierschutzarbeit und zeigen auf, warum Hunde von klein bis groß, von unkompliziert bis anspruchsvoll in Not kommen. Dieses Buch gibt Hilfestellung bei der Entscheidungsfindung auf dem Weg zum passenden Tierschutzhund inklusive eines Fragebogens zur Selbstanalyse. Von der Adoption bis zur tiefen Bindung enthält es zahlreiche Praxistipps, damit Mensch und Hund zusammen glücklich werden.
Der Schreibstil ist sehr leicht und verständlich und das ist bei so einem Sachbuch auch wichtig, gerade wenn man sich mit dem Thema noch nicht so viel auseinandr gesetzt hat. In diesem Buch werden die Fragen sehr gut beantwortet und wer einen Hund dann tatsächlich adoptiert hat hier sehr gutes Fachwissen, denn das Tier steht hier immer im Vordergrund.
Fazit: Sehr empfehlenswert, gerade wenn man einen Hund aus dem Tierschutz hat oder sich bald einen anschaffen möchte. Oder auch einfach wenn man etwas zu dem Thema Tierschutzhund um allgemeinen mehr erfahren mag.
Rezensionen von DoraLupin:
Die Berghebamme - Zeit der Kinder von Linda Winterberg
Großartiger Abschluss
Ich habe bereits die anderen Teile der Berghebammen-Reihe gelesen und war immer wieder begeistert! Deshalb wollte ich auch den Abschluss nicht missen und wieder ist die Geschichte ganz großartig erzählt!
Die Geschichte dreht sich im dritten Teil um die Berghebamme Maria, diese hat in dem Landarzt Georg ihre große Liebe gefunden und führt gemeinsam mit ihm eine eigene Praxis.
Alles könnte perfekt sein, doch Marias innigster Wunsch erfüllt sich nicht: Sie möchte Mutter werden. Um sich von ihrer Trauer abzulenken, beschließt sie, ein Wohnheim für verstoßene Schwangere zu gründen. Ein Unterfangen, das für große Missbilligung seitens der Dorfbewohner sorgt, denn ledige Mütter gelten als Schande. Und schon bald kommt es zu einem Vorfall, der nicht nur Marias Existenz bedroht, sondern auch das Leben der Frauen, die bei ihr Schutz suchen ….
Der Schreibstil war wieder ganz locker und leicht zu lesen und die Seiten sind nur so dahin geflogen! Sehr lebendig erzählt die Autorin von der Arbeit als Hebamme und mit den Kindern und als Leser ist man immer mitten im Geschehen dabei! Sehr bildhaft und lebendig wird auch die Landschaft in den Bergen beschrieben und das Leben auf dem Land.
Ich mochte die Protagonistin Maria von Beginn an aber sie wird immer tapferer und mutiger von einem Teil zum nächsten, es gefällt mir sehr wie sie immer wieder für die schwachen eintritt!
Fazit: Wieder ein wunderbarer Teil der Hebammen- Reihe, ich kann die ganze Reihe nur empfehlen!
Rezensionen von Petra Sch.:
Finale Curioso von Ralph Neubauer
Finale der Südtirol-Krimi-Reihe
3,5 Sterne
Im 12. und letzten Fall der Südtirol-Krimi-Reihe müssen Commissario Fabio Fameo und seine Kollegin Francesca Giardi den brutalen Tod mehrerer Frauen in einer Villa in Bozen aufklären.
Es stellt sich schnell heraus, dass dies ein Nobelbordell ist, mit Kunden aus den höchsten Kreisen.
Deshalb gestalten sich die Ermittlungen natürlich schwierig; es wird von höchster Stelle interveniert.
Doch es wäre nicht Fabio, ließe er sich aufhalten, auch wenn er und Francesca dabei in Gefahr geraten.
Es gibt im finalen Band der Südtirol-Krimi-Reihe viele Nebenschauplätze, die privaten Belange waren mir oft zu viel. Auch die Hintergründe der Südtiroler Musikkapellen waren manchmal etwas viel.
Der Hauptfall selbst ist in sich geschlossen und kann daher eigenständig gelesen werden, auch wenn es einige Bezüge zum vorigen Band "Gier ist ein Luder" gibt.
Alle Wichtigen Infos aus Fabios Vergangenheit sind geschickt in die Geschichte integriert. Auch trifft man wieder alte Bekannte aus den vorigen Bänden, wie seine Frau Elisabeth, seine Kollegen Francesca und Eduard und der mittlerweile pensionierte Polizist Tommaso, der nun in der Musikkapelle ein Hobby gefunden hat.
Ralph Neubauer hat das Südtiroler Flair, die Schauplätze und das Lokalkolorit sehr gut eingefangen; er hat es geschafft, die Orte der Handlung und die wunderschöne Südtiroler Landschaft lebendig werden zu lassen, sodass man sich fühlt, als wäre man mitten im Geschehen.
Die Aufklärung der Morde im Bordell ist authentisch - denn die (politischen) Spielchen um Macht und Einfluss und die dazugehörigen Postenschachereien wird es wohl immer geben. Ebenso die Gier der Menschen nach immer mehr Geld. Trotzdem konnte ich diesmal nicht ganz so mitfiebern wie bei den vorigen Fällen.
Eigentlich hat mir der Neben-Fall des Diebstahls in der Blaskapelle sowie die Auflösung dazu am besten gefallen.
Fazit:
Das Finale der Süditrol-Krimi-Reihe bietet einen runden Abschluss mit (leider authentischen) Intrigen und Machtspielchen, Süditalienischem Flair und Lokalkolorit; jedoch konnte ich diesmal leider nicht ganz so mitfiebern wie bei den vorigen Bänden.
Rezensionen von Katzenmicha:
Wichtel Emil und die Waldtiere. 24 Geschichten zum Vorlesen im Advent. Für Kinder von 3 bis 6 von Annegret Gerleit
Ein schöner tierischer Adventskalender
„Wichtel Emil und die Waldtiere“ – sind 24 Geschichten zum Vorlesen im Advent , total schön verpackt in einer kleinen Schachtel.Die Geschichten von der Autorin Annegret Gerleit und sind mit traumhaften Illustrationen von Diana Kohne versehen.Was es für die Kinder sehr schön macht es sich vorzustellen.
Es gibt 24 Vorlesekarten und noch 24 passende ausgestanzte Motive zum Bestaunen und in die Hand nehmen. Man lernt Emil, den Weihnachtswichtel kennen , der im Winterwald lebt und seine Freunde.Die Idee für jede Geschichte eine liebevoll gestaltet Karte zu nehmen und die insgesamt 24 Karten mit Geschichten bis zum Weihnachtsfest,fanden meinel Enkel und ich toll. So kann man jeden Abend eine schöne und lustige Geschichte vorlesen. Die Geschichten haben auch noch die perfekte Länge .Ein besonderes Highlight- zu jeder Geschichte gehört ein vorgestanztes, rundes Tiermotiv, das man herausdrücken konnte und bei uns am Fenster einen Platz haben wird.Die Illustrationen sind zauberhaft-mit den freundlichen Gesichtern, harmonischen Farben und einer liebevollen Atmosphäre, die sofort Gemütlichkeit verbreitet.Die Box ist rundherrum gelungen und haben meine beiden Enkel sehr gut gefallen-5 Sterne.
Rezensionen von Anndlich:
Gespensterjäger auf eisiger Spur (Band 1) - Mit 8 neu illustrierten Farbseiten von Cornelia Funke
Auf Gespensterjagd
Tom entdeckt im eigenen Keller ein schimmlig-grünes Gespenst, doch außer ihm kann niemand das Ungetüm sehen und außer seiner Oma glaubt ihm auch niemand. Diese schickt ihn jedoch zu ihrer guten Freundin Frau Kümmelsaft, eine erfahrene Gespensterjägerin. Sie gibt Tom hilfreiche Tipps und dieser erfährt daraufhin, dass der ungebetene Gast selbst lieber ganz woanders spuken möchte, doch dort lauern noch größere Gefahren.
Gespensterjäger auf eisiger Spur von Cornelia Funke ist der erste Band der Gespensterjäger-Reihe, die 1996 das erste Mal auferlegt wurde. Die Reihe ging damals vollkommen an mir vorbei, umso schöner sind die Zeichnungen der Autorin, die einen direkt in die damalige Zeit werfen und die eigene Kindheit wieder aufleben lassen. Unterstützt werden die ‚alten‘ Zeichnungen von Neuen, diese wurden von Franziska Blinde gezeichnet und sind unfassbar gut gelungen. Das Cover bietet einen ersten Eindruck von Blindes Stil und auf den letzten Seiten werden dann ihre weiteren Illustrationen gezeigt, eine wundervolle Ergänzung zu Funkes Zeichnungen.
Der tollpatschige Tom ist ein echter Sympathieträger und die Geschichte durch seine Perspektive zu erleben, lässt einen immer wieder schmunzeln. Für Kinder ab acht könnte das Selberlesen aufgrund der außergewöhnlichen Sprechweise des MUGs - mittelmäßig unheimlichen Gespensts - schwierig sein, dann eignet sich das Buch jedoch auch hervorragend zum Vorlesen. Die Geschichte macht auf jeden Fall von der ersten Seite an Spaß, hat eine Menge Humor und ein wenig Grusel parat.
Rezensionen von Sina:
Gym von Verena Keßler
Fitnesswahn und Körperkult
Verena Keßler hat mit „Gym“ ihren dritten Roman vorgelegt. Dieser befasst sich mit allgegenwärtigen Themen der Gesellschaft wie Leistungsdruck, Körperkult und Selbstoptimierung.
Die namenlose Protagonistin braucht nach einem Vorfall in ihrem verantwortungsvollen Bürojob eine neue Arbeit und erschleicht sich durch eine Notlüge die Anstellung im MEGA GYM als Tresenkraft.
Ihr neuer Chef ist ein selbsternannter Feminist und somit ist es für ihn selbstverständlich eine alleinstehende Mutter einzustellen, die erst vor wenigen Wochen entbunden hat. Doch mit der Zeit nimmt nicht nur die Lüge ein immer größer werdendes Ausmaß an, auch das Interesse der Hauptfigur an Fitness und Körperkult wächst rasant, bis Ehrgeiz zur Obsession und Selbstoptimierung zur Selbstzerstörung werden.
Verena Keßlers Stil ist lakonisch, auf den Punkt, teilweise fast ein bisschen zynisch und ohne Schnörkel. Die Handlung nimmt schnell an Fahrt auf und hält konstant ein rasantes Tempo. Einmal angefangen ist es schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen.
Die Hauptfigur bleibt durch ihre undurchdringliche Vergangenheit, von welcher man nur bruchstückhaft erfährt immer etwas distanziert, was jedoch auch dazu führt, dass sie für die Leser:innen unberechenbar erscheint und es bis zum Schluss spannend bleibt.
Obwohl mir die erste Hälfte des Romans deutlich besser gefallen hat, hatte ich bis zum Schluss ein durchweg positives Leseerlebnis. Der Roman zeigt, wie schnell der Wunsch nach Bestätigung und Anerkennung zum Lebensmittelpunkt werden können und man sich selbst verliert. Wer eine kurzweilige aber intensive Unterhaltung sucht, ist mit Gym bestens bedient!
Rezensionen von Shilo:
Elbnächte. Schatten über St. Pauli von Henrike Engel
Eine fesselnde Rückkehr nach St. Pauli
Die Fortsetzung führt zurück in das lebendige und oft raue St. Pauli des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Die bereits aus Band 1 vertrauten Figuren stehen erneut vor schweren Entscheidungen, und ihre Wege berühren auch diesmal Themen, die weit über einen historischen Kriminalfall hinausreichen. Besonders deutlich wird, wie sehr sich Louise, Ella und Paul seit den früheren Ereignissen verändert haben und wie aus vorsichtigen Bündnissen ein gemeinsamer Halt geworden ist.
Die Spannung entsteht nicht nur aus den Ermittlungen, sondern auch aus dem Wissen, wie gefährlich jeder Schritt werden kann, denn Louises Mann ist auf freiem Fuß und seine Rache schwebt wie ein Schatten über allem. Die Angriffe auf ihr Haus und die Verletzungen der Menschen in ihrem Umfeld zeigen, wie ernst die Lage ist. Gleichzeitig wächst die Verbindung zwischen den drei Hauptfiguren weiter.
Ella entwickelt eine Stärke, die ganz besonders anrührt. Ihr neues Leben, die Arbeit beim Bäcker, die Abende in der Schule und ihr Mut, Joshua und dessen Pflegefamilie beizustehen, geben dem Roman eine warmherzige und menschliche Note. Paul kämpft mit seiner Vergangenheit und seinem verlorenen Arm. Gerade diese Unsicherheit macht seine Figur glaubwürdig. Die Szenen rund um die Prothesenwerkstatt bringen ein Stück Zeitgeschichte in ein Licht, das selten so offen dargestellt wird.
Louise ist in ihrem neuen Leben angekommen, doch der Kampf gegen ihren früheren Mann holt vieles wieder an die Oberfläche. Ihre Zusammenarbeit mit Kommissar Thönnis bleibt angespannt, aber zielgerichtet. Heimliche Entdeckungen, verdeckte Ermittlungen und unerwartete Gefahren treiben die Handlung voran, ohne den Lesefluss zu brechen.
Der Roman verbindet Spannung, historische Atmosphäre und menschliche Geschichten auf eine natürliche Weise. Hamburg wirkt lebendig und mit wenigen, klaren Bildern greifbar. Es entsteht das Gefühl, die Protagonisten nicht nur zu begleiten, sondern nah bei ihnen zu stehen.
Besonders berührend ist, wie viel Mut die Figuren zeigen, obwohl die Umstände oft gegen sie arbeiten. Ihr Wunsch nach Freiheit und einem eigenen Platz in der Welt lässt das Buch trotz aller Bedrohung hoffnungsvoll wirken. Die Mischung aus Kriminalfall, Frauenschicksalen und einem Blick auf soziale Ungerechtigkeiten macht diese Fortsetzung zu einem runden Abschluss der Dilogie.
Im letzten Teil bündeln sich alle Fäden. Entscheidungen, die früher getroffen wurden, holen die Figuren ein, und die Gefahr erreicht ihren Höhepunkt. Das Finale ist kraftvoll und zugleich bewegend. Eine leichte Wehmut bleibt, da die Reihe hier endet. Die Protas wirken so lebendig, dass man ihnen gerne noch ein Stück weiter gefolgt wäre.
Ein starker und atmosphärischer Roman, der bindet, bewegt und mit einer warmen Menschlichkeit erzählt wird. Fünf Sterne und eine klare Empfehlung.
Rezensionen von Allie:
Der Tag, an dem Barbara starb von Richard Hooton
Cozy Crime mit ernstem Hintergrund
“Der Tag, an dem Barbara starb” spielt in einer englischen Kleinstadt und ist aus der Perspektive einer alten Dame geschrieben, die gemeinsam mit ihrem Enkel versucht, den Tod ihrer Nachbarin aufzuklären. Margaret Winterbottom lebt ihr halbes Leben schon in der gleichen Straße, liebt Kreuzworträtsel und knabbert seelisch immer noch am Verlust ihres Ehemanns Albert, der im vergangenen Jahr starb.
Das Problem ist nur, dass Margarets Gedächtnis sie in letzter Zeit immer wieder im Stich lässt, und sich ihr Umfeld zusehends seltsam verhält und sich übermäßig um sie sorgt.
Ich bin zu dem Buch gekommen, weil ich das Thema sehr spannend finde. Die Idee, einen Kriminalroman aus der Sicht einer Demenzkranken alten Dame zu schreiben und so eine Perspektive zu würdigen, die normalerweise eher klein gehalten wird, finde ich mutig und schön. Gleichzeitig war ich sehr neugierig, wie ein Krimi funktionieren kann, bei dem die Erzählerin Dinge vergisst oder durcheinanderbringt und man sich so nie sicher sein kann, ob etwas tatsächlich geschehen ist oder nicht.
Den Kampf, eine Krankheit zu akzeptieren, die einem gefühlt raubt, worauf man sich immer verlassen konnte - das Gedächtnis und die Cleverness - finde ich sehr gut dargestellt. Immer wieder blitzt die “gesunde” Margaret hindurch, eine energische, clevere und furchtlose Frau, die bereits im Krieg ihren Beitrag geleistet hat. Und dann wieder ist sie orientierungslos, findet Sachen nicht wieder oder stellt Erinnerungslücken fest, die ihr Angst machen.
Das führt allerdings auch dazu, dass die Story relativ seicht dahin plätschert und der Krimi etwas in den Hintergrund gerät. Gerade den Beginn des Buches fand ich nicht sonderlich spannend und es hat mich eine Weile gekostet, um reinzukommen. Gegen Ende nahm es dann zwar Fahrt auf, hat mich aber alles in allem nicht ganz überzeugt.
4 Sterne gibt es trotzdem, weil ich das Thema und die Idee so gut finde.
Rezensionen von Herwig Oberlerchner:
Für Polina von Takis Würger
Ein Gegenentwurf
Takis Würger beschreibt detailliert liebevoll besondere Menschen, pointierte Charaktere, von denen man annehmen würde, sie bleiben für sich und einsam. Doch sie treffen sich in ihrer individuellen Wahrnehmung der Welt, in ihrem individuellen Fühlen, Denken und Handeln und es entstehen warme und echte Beziehungen, die einen Gegenentwurf zu unserer harten und rohen und oberflächlichen Alltagswelt darstellen.
Wohltuend.











