Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anndlich:
Cosmix von Laurent Schafer
All das Wissen
Cosmix - Vom Urknall bis zum Menschen ist eine Graphic Novel von Laurent Schafer, die sich für 224 Seiten sehr viel vorgenommen hat. Klar, dass es inhaltlich nicht in die Tiefe gehen kann und dennoch bekommt man viele interessante Fakten und Wissen geliefert, das einen guten Einstieg bietet und Interesse wecken kann.
Der Zeichenstil ist super angenehm, die Farben gut gewählt und aufgrund des hohen Textanteils ist auch die eher dezente Farbwahl genau richtig. Die Graphic Novel hat im Gegensatz zu vielen anderen einen sehr hohen Textanteil, der einen phasenweise erschlägt und auch informativ eine extreme Dichte aufweist, sodass Cosmix keine einfache Lektüre darstellt.
Mir hat die komprimierte Darstellung des Wissens gut gefallen, gleichzeitig ist es ein schmaler Grat zwischen ‚es fehlt Tiefe, um die komplexen Themen wirklich nachvollziehen zu können‘ und ‚es ist zu komprimiert, sodass sich Information an Information reiht und kaum Luft zum atmen bleibt‘. Letzteres ist möglicherweise etwas, das sich vor allem Graphic Novel Leser:innen eigentlich wünschen, weswegen eine Entzerrung (und dementsprechend mehr Seiten) Cosmix für meinen Geschmack gut getan hätten.
Den Humor muss man wohl mögen, manche Dinge werden sehr flapsig formuliert. Vermutlich um aufzulockern, auf die Dauer wirkt es jedoch eher gegenteilig.
Cosmix eignet sich vermutlich vor allem für jene, die gerne Graphic Novels lesen und sich dabei erstes Wissen aneignen, das sie dann an anderer Stelle vertiefen.
Rezensionen von Gavroche:
Das Antiquariat am alten Friedhof von Kai Meyer
Eine neue Geschichte
Eine neue Geschichte aus dem Graphischen Viertel in Leipzig, eine neue Büchergeschichte. Und dieses Mal geht es um Bücherdiebe und einen Club von vier gelangweilten jungen Männern im Jahr 1930. Und dann fünfzehn Jahre später, nach dem Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten. Denn dann kehrt Felix, einer der Bücherdiebe, zurück nach Leipzig.
Mittlerweile arbeitet Felix als Bibliothekar für die Amerikaner.
Wie schon in den anderen Büchern über das Graphische Viertel ist das Viertel auch hier wieder ein weiterer Protagonist und der Nebel und die Dunkelheit spielen hier ebenso wieder eine Rolle.
Ein ganz eigener Genremix, eine düstere Geschichte, viele Bücher und viele Geheimnisse sowie Freundschaften. Die Charaktere sind gut gezeichnet, hier gibt es oft keine klare Einteilung in gut und böse und kein Schubladendenken.
Gerne habe ich dieses Buch gelesen und bin wieder in das Graphische Viertel zurück gekehrt.
Rezensionen von Leseratte1604:
Ein Herz aus Papier und Sternen von Cecelia Ahern
Origamimädchen entfaltet sich
Es ist eine Weile her seid ich den letzten Roman von Cecilia Ahern gelesen habe, aber ich muss sagen, dass mich "En Herz aus Papier und Sternen" direkt wieder abgeholt hat.
Pip hat kein einfaches Leben seit sie mit 16 Jahren schwanger geworden ist. Das Buch spielt 16 Jahre später als Pip 32 und ihre Tochter Bella selbst 16 Jahre alt ist.
Pip ist mehr Schwester als Mutter für ihre Tochter, was an ihrer sehr bestimmenden Mutter Josephine liegt, welche Pip kleinhält und sich nicht entfalten lässt. Auch zum Vater von Bella wurde jeder Kontakt unterbunden und er wurde aus Irland weggeschickt. Pip schreibt kleine Origamigedichte und "versteckt" diese in ihren Origamifaltungen.
Es ist schön während des Lesens zu erleben, wie Pip sich aus einem kleinen zusammengefalteten, unsicheren und selbstzweifelnden "Mädchen" immer weiter auseinanderfaltet und Mut entwickelt und zu einer jungen Frau und Mutter wird.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Liaisons von Céline Robert
Liebschaften en masse
Es machte unheimlich Spass diese sinnliche und ideenreiche Geschichte zu lesen. Bei Nadia kommt man ins Schmunzeln. Doch halt, Nadias Geschichte kommt erst in der Mitte vor.
Das Buch beginnt mit der Erzählung von Lauren, wie sie sich in der Ehe fühlt und wie sie Maxime kennenlernt. Danach geht es weiter mit Maxime, er wiederholt kurz wie er Lauren kennengelernt hat und wie seine Ehe mit Nadia sehr frei ist, doch Nadia sich in letzter Zeit verändert hat.
Weiter geht es dann eben mit Nadia, die über ihre aktuelle Lebensphase spricht. Es folgt die Story von Emma, die gleich zwei Menschen kennenlernt.
Die Figuren sind alle toll gezeichnet. Beginnen wir mit Jean, charismatisch und ein sehr taktiler Mensch. Er beschenkt seine Frau Lauren gern. Die Geschenke ihres Mannes gefallen ihr zwar, aber sie fühlt sich komischerweise verpflichtet. Er sieht sie, gibt ihr Aufmerksamkeit - aber sie ist im Zwiespalt, fühlt sich zu stark gebunden. Lauren und Maxime arbeiten in derselben Firma. Maxime ist oberflächlich, flirtet gern. Lauren hat Lust und will was Neues erleben und lässt sich aufs Flirten ein, allerdings nach ihren Regeln, mit denen Maxime erst mal klar kommen muss. Maximes Frau Nadia hat zielstrebig ihre Ziele erreicht und hat jetzt ein Burnout. War ihre Zielstrebigkeit das alles wert? Dann Emma, die der glücklichste Mensch sein will. Doch was es heisst, glücklicher als andere zu sein, weiss sie eigentlich selbst nicht.
"Liaisons" ist toll und kreativ erzählt. Einer nach dem andern bricht aus seinem normalen Leben aus, sucht neue Freiheiten und verbindet sich mit einer anderen Figur. Wie in einem in Kreisform gelegtem Dominospiel, aber am Ende sind fast alle irgendwie auch miteinander verwoben. Der Schauplatz Paris, die Cité de l'amour, passt perfekt.
Fazit: Man muss es einfach so schnell wie möglich auslesen, diesen unglaublich kreativen, sinnlichen und amüsanten Roman, weil diese Domino-Kreis-Story derart fasziniert, dass man unbedingt wissen muss, wie es weitergeht. Man kann es einfach nicht aus der Hand legen - aber da es nicht zu lang ist, ist dies gar kein Problem. Absolut lesenswert!
5 Sterne.
Rezensionen von nil_liest:
Die Frau der Stunde von Heike Specht
Eine Frau der Stunde trifft auf eine Leserin mit vielen Hüten
Als Frau mit mehreren Rollen im Alltag – Mutter, Führungskraft, Teilzeit-Therapeutin meiner To-do-Liste und Vollzeit-Multitaskerin – hat mich Die Frau der Stunde von Heike Specht direkt gepackt. Denn wer sich schon einmal in einem Meeting zwischen charmanten Mansplainern behaupten musste, der wird Catharina Cornelius sofort ins Herz schließen.
Heike Specht entführt uns ins Bonn der späten 70er – also dorthin, wo Politik noch nach Cognac, kaltem Rauch und Altherrenparfüm roch. Zwischen Aktenbergen und Anzugträgern sitzt Catharina, liberal, ledig, furchtlos – und plötzlich Außenministerin. Die Herren im Bundestag fallen fast vom Stuhl, als die „zierliche Frau mit dem Chignon“ das politische Parkett betritt. Und was macht sie? Sie zieht das durch. Mit Stil. Mit Scharfsinn. Und mit Gin Tonic.
Specht schreibt das mit einer herrlichen Mischung aus Witz, Tiefgang und Zeitkolorit. Ich wäre gern mit Catharina und ihrer Frauenclique in einer Bonner Bar gesessen, während sie zwischen Weltpolitik und Frauenfreundschaft jongliert. Und das mit einem Schlag Selbstironie, der selbst in den verrauchten Hinterzimmern von 1979 frischen Wind verbreitet hätte.
Besonders gefallen hat mir, dass Specht keine Heldin aus Zuckerwatte zeichnet. Catharina ist klug, verletzlich, ehrgeizig – und manchmal einfach müde davon, ständig doppelt so gut sein zu müssen wie die Herren in grauen Anzügen. Ihre Freundinnen, die belgische Journalistin Suzanne und die iranische Regisseurin Azadeh, geben der Geschichte zusätzlich internationale Tiefe – und das Gefühl, dass Frauen auf der ganzen Welt denselben Tanz führen: zwischen Freiheit und Erwartung, Herz und Haltung.
Natürlich gibt es viele Figuren (ich hätte mir fast ein Personenverzeichnis gebastelt), aber sobald man drin ist, entfaltet der Roman eine wunderbare Mischung aus politischem Drama, Frauenpower und 70er-Jahre-Glamour.
Mein Fazit: Ein Buch für alle, die sich schon mal gefragt haben, wie weit Selbstbestimmung wirklich geht – und ob sich Freiheit manchmal wie ein Drahtseilakt in High Heels anfühlt.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ich bin geil auf dich! Erotische Geschichten von Sarah Roseanne Fox
Prickelnd, erotisch und sehr leidenschaftlich
Sparkassenfilialleiterin Marlene, die im Karneval statt Süßkram Kerle sammelt, landet hier bei einem strammen Feuerwehrmann. Herr Wagner beglückt nicht nur seine Schülerin Rachelle, sondern wird auch von seiner Kollegin Elke begehrt. Galeristin Chiara bringt einen jungen Künstler mit vollem Körpereinsatz zu neuer Kreativität.
Auch die Sexhungrigen der weiteren 4 Geschichten tun alles um sich das zu holen, was sie befriedigt und sich ihre Wünsche zu erfüllen.
Sarah Roseanne Fox bringt mich in ihren sehr abwechslungsreichen, erotischen Geschichten mit interessanten Menschen zusammen, die alle nur das eine anstreben – ihre wollüstigen Fantasien auszuleben. Ich habe schon andere Geschichten von ihr gelesen und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Mir gefällt ihr leichter, lockerer, sehr freizügiger Erzählstil ohne anstößig zu sein oder derb unter die Gürtellinie zu gehen, sehr gut. Mit ihren Geschichten knipst sie sofort mein Kopfkino an, das dann heiß läuft. Meinen Geschmack hat sie mit ihren sieben erotischen, abwechslungsreichen Geschichten sehr gut getroffen.
Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere anregende exklusive Geschichte der Autorin als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und wie üblich ist auch hier ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.
Rezensionen von Katzenmicha:
Der Doktor und der liebe Mord von René Anour
Humorvoller Krimi mit Herz
In einer Landtierarztpraxis mit dazugehörigem sehr großem Gnadenhof,ist der Besitzer ein Medienstar und eher an seinem eigenem Glanz interessiert als an den Tieren. Er findet es macht sich gut Spendengelder für die armen Tiere einzusammeln-und damit Herz zu zeigen.Seine Mitarbeiter kennen ihren Chef ,sie sind wenig von ihm begeistert.
Die Putzfrau Jedna ,der junge engagierte, aber etwas naive Tierarzt Severin haben unter dem Professor zu leiden.Dem schüchternen Tierarzt Severin Herr passiert aus Versehen ein Mord-an seinem Chef.Severin hat ein Problem, er muß den Mord vertuschen.Dieser allerding hatte Spendengelder veruntreut und es Severin in die Schuhe geschoben.Doof nur, dass ihm Putzfrau Jedna auf die Schliche kommt. Jedna konnte den Chef eh nicht leiden und hilft Severin aus der Patsche.Aber auch Jedna hat noch ganz andere dunkle Geheimnisse…
Der Autor René Anour hat einen fließendenund spannenden Schreibstil.Die Geschichte ist schräg, aber auch spannend.Ich mag solche Krimis sehr gerne. Die Dialoge zwischen Severin, Jedna und Tristan sprühten vor Witz.Es hat so viel Freude gemacht zu lesen,sehr gerne 5 Sterne.
Rezensionen von peppi:
In den Scherben das Licht von Carmen Korn
Neuanfang
Mit ihrem Roman "In den Scherben das Licht" entführt uns die Autorin Carmen Korn in das Hamburg des Jahres 1946. Die Stadt ist vom Krieg gekennzeichnet, aber die Menschen wollen nach vorn schauen und ihr Leben wieder lebenswert machen.
Gert und Gisela sind zwei der Hauptpersonen.
Die Jugendlichen finden Zuflucht im Keller der ehemaligen Schauspielerin Frieda Wahrlich, der dritten Hauptperson des Buches. Sie werden zu einer engen Gemeinschaft, der sich bald weitere Personen anschließen, die in Friedas Haus ein zuhause finden.
Jeder von ihnen mit seiner eigenen Lebensgeschichte, die oft auch die Unterstützung der Freunde braucht, um mit ihr klar zukommen.
Der Autorin ist hier ein Roman gelungen, der nicht nur den Wiederaufbau einer Stadt, sondern auch der Herzen beschreibt.
Es ist ein Buch über Neubeginn, Hoffnung und Menschlichkeit.
Meine Leseempfehlung!
Rezensionen von nil_liest:
The Seoul Season von Patricia Bouslair
Kunst, K-Drama und Küsse
Ich sag’s gleich vorweg: The Seoul Season von Patricia Bouslair ist so gar nicht mein übliches Beuteschema. Normalerweise tummeln sich auf meinem Nachttisch eher Krimis, verschrobene Familiengeschichten oder Bücher, bei denen man mindestens drei Mal nachdenken muss, bevor man versteht, warum die Hauptfigur plötzlich im Jahr 1862 steht.
Aber – und das ist das Schöne am Viellesen – manchmal stolpert man in Genres hinein, die man sonst links liegen lassen würde … und landet prompt mitten in Seoul, zwischen Kirschblüten, Kunst und K-Drama-Vibes.
Schon nach den ersten Kapiteln hatte ich das Gefühl, ich binge-watche statt lese. Location-Scout Maya ist so eine dieser Figuren, die man gleichzeitig schütteln und umarmen möchte. Beruflich ehrgeizig, emotional leicht chaotisch, und immer mit der Kamera im Anschlag – wie eine Mischung aus Karrierefrau und Tagträumerin auf Koffein. Und dann taucht Jae-ho auf, der grumpy Künstler mit der charmanten Aura eines Mannes, der zu viele Espresso und zu wenig Komplimente bekommen hat. Natürlich prallen die beiden aufeinander wie Öl und Wasser – und genau das macht’s so herrlich.
Was mir richtig gefallen hat, war, wie Bouslair die Stadt selbst zur dritten Hauptfigur macht. Zwischen Neonlichtern, stillen Galerien und Gassen, die nach Streetfood riechen, hat man das Gefühl, Seoul atmet mit jeder Seite. Ich musste kurz nach Flugpreisen googeln, bevor ich mich wieder daran erinnerte, dass mein Kontostand die „Reise“ auf Papier eindeutig bevorzugt.
Ja, die Story ist stellenweise vorhersehbar, und die obligatorische „Oh nein, eine Lüge droht alles zu zerstören“-Szene kommt pünktlich wie der Abspann einer Netflix-Romcom. Aber wisst ihr was? Ich habe es genossen. Diese Mischung aus leichter Melancholie, Humor und Fernweh ist einfach ansteckend. Und der „Slow Burn“ zwischen Maya und Jae-ho? Ein emotionaler Tanz auf Glut, bei dem man am liebsten selbst mitfächeln würde.
Fazit einer sonst genrefremden Vielleserin: The Seoul Season ist wie ein hübsch gestalteter Farbschnitt – vielleicht nicht tiefgründig wie ein Dostojewski, aber wunderschön anzuschauen, charmant in seiner Einfachheit und perfekt, wenn man Herzklopfen und Reisesehnsucht auf einmal spüren will.
Wer Romantik mag, bekommt hier Seoul fürs Herz. Wer sonst anderes liest, bekommt eine angenehm süße Überraschung. Und ich? Ich überlege gerade, ob ich mich doch mal an ein K-Drama wage … nur zu Recherchezwecken natürlich.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Sigrun Alten:
Die Passantin von Nina George
Libertat
Ein herausragendes Buch über Gewalt gegen Frauen, über Freundschaft und Frauensolidarität, über Selbstermächtigung und den Weg zu einem selbst bestimmten Leben mit einem fulminanten Show Down. Nina George erfindet nicht nur einen spannenden Plot sondern zeichnet emphatisch und nachvollziehbare Leidensgeschichten von Frauen und deren Mut, ihren Opferstatus zu verlassen.
Eine Buchempfehlung, für alle, die vor Gewalt gegen Frauen nicht die Augen verschließen.











