Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sophie H.:
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
Nicht mein Buch
Dieses Buch fängt richtig stark an, nämlich mit der Vergiftung des Spions Dieter Germershausen. Rückblickend wird nun die Geschichte von Germershausen erzählt. Beginnen tut die Geschichte im Garten der Botschaft der russischen Föderation in Rom. Der eiserne Vorhang ist endlich gefallen und das muss ausgiebig gefeiert werden.
Zu den Gästen zählt auch Germershausen, der an diesem Abend den Kontakt zum Dichter Jakob Dreiser sucht. Nicht, weil er dessen Gedichte so mag, sondern weil er ihn als Spion gewinnen will. Dumm nur, dass Germershausen so gar keine Gedichte mag. Noch dümmer, dass er eigentlich gar keine anderen Menschen mag. Er mag keine höflichen Geplänkel. Jakob Dreiser dafür umso mehr.
Der Beginn des Buches hatte mich sofort in seinen Bann gezogen, aber die Geschichte hielt in meinen Augen nicht, was sie versprochen hat. Die Protagonisten konnten mich nicht fesseln und blieben blass. Auch die Heiterkeit blieb für mich auf der Strecke. Ich habe mich nur so durch die Kapitel gequält. Ich bin ratlos zurückgeblieben. Was will diese Geschichte? Ich welches Genre soll ich sie einordnen?
Rezensionen von Sheilo:
Von Blut & Magie (Die Geschichte der Anderswelt 1) von Melanie Lane
Plötzlich Prinzessin, und zwar in einer ganz anderen Welt
Lilly arbeitet als Kellnerin und lebt seit dem Tod ihrer Mutter sehr zurückgezogen und allein. Doch eines Tages taucht Nick auf, welcher sie zusammen mit Lucan Vale entführt. Doch dann erwacht sie in einer luxuriösen Suite und alle sind nett zu ihr. Denn in ihr scheint weit mehr zu stecken, als sie selbst ahnt und sie erlebt das Abenteuer ihres Lebens, welches wohl nie enden wird.
"Von Blut & Magie" ist der mitreißende Auftakt der sechsteiligen Fanteasyreihe "Die Geschichte der Anderswelt" von Melanie Lane und in meinen Augen ein echtes Highlight. Die Geschichte umfasst ein wunderbares Worldbuilding, mit einer Parallelwelt zu der unseren und verschiedenen Völkern, die teils über eine betrachtliche Magie verfügen. Zudem existieren leider festgefahrene, archaisch Anschauungen, die auf den Prüfstand gestellt werden. Bei dieser Mischung kommt nie Langeweile auf und der fantastische, flüssige Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass man quasi nur so durch die Seiten fliegt.
Lilly ist eine unglaublich starke Protagonistin, aus deren Blickwinkel auch alle Kapitel, bis auf den Epilog, geschrieben sind. Sie ist wahnsinnig taff und geht mit der sich ihr bietenden Situation sehr gut um. Dabei scheut sie sich nicht davor, ihre Meinung zu sagen und gegen vorhandene Ungerechtigkeiten vorzugehen, auch wenn sie sich bewusst ist, dass sie sich damit viele Feinde macht. Rückendeckung erhält sie dabei von ihrem Bruder Nick, Alina, die von der Kammerzofe zur wahren Freundin wird, und Lucan, dem König der Assassinen und seinen treuesten Kämpfern. Gerade Lucan war für mich von Anfang an ein sehr interessanter Charakter und zwischen ihm und Lilly gibt es ganz besondere Vibes, obwohl Lilly als Königin eigentlich einen Engel heiraten sollte.
Alles in allem ist es wirklich toll zu sehen, wie sich Lilly schon im Verlauf dieses ersten Bandes weiterentwickelt hat. Sie nimmt ihr Schicksal an und kämpft für eine bessere Anderswelt. Ich selbst bin schon total gespannt, wie es weitergehen wird, da die Geschichte nur so gespickt ist von Geheimnissen und in meinem Kopf noch so einige Fragen unbeantwortet sind.
Für mich ist dieser Reihenauftakt ein echtes Highlight und ich kann ihn sehr empfehlen.
Rezensionen von Island :
Eisnebel von Kate Alice Marshall
Eine angesehene Familie und ihre Abgründe
Die Covergestaltung dieses Buches passt sehr gut zum Schauplatz des Thrillers, einem abgelegenen, aber großzügigen Anwesen in einer bergigen, schneereichen Gegend in den USA.
Theodora soll im luxuriösen Winterdomizil Idlewood die extrem Reiche Familie ihres Verlobten Connor kennenlernen. Diese begegnet ihr sehr reserviert, teilweise sogar regelrecht abweisend und sie erhält bald Drohnachrichten, dass sie lieber verschwinden und sich künftig von Connor fernhalten solle.
Mehr und mehr hat sie zudem das Gefühl, schon einmal auf dem Anwesen gewesen zu sein. Vielleicht in ihrer Kindheit, da sie sich an die Jahre, bevor sie als Kleinkind adoptiert wurde, nicht mehr erinnern kann? Je besser sie die Familie und das Anwesen kennenlernt, desto mehr meint sie sich zu erinnern, gerät dadurch aber auch in Lebensgefahr.
Der Thriller war sehr fesselnd und wies immer wieder überraschende Wendungen auf, da man, genau wie Theodora, nie sicher sein konnte, was wahr ist und, wem man trauen kann. Der Schauplatz, das abgelegene Anwesen ohne Mobilfunknetz und tief eingeschneit ist der ideale Schauplatz für einen Thriller. Theodora als Protagonistin war mir sympathisch und auch die anderen Charaktere waren recht gut ausgestaltet. Der Schreibstil der Autorin war gut nachvollziehbar, Rückblicke in Form von Theodoras nach und nach wiederkehrenden Erinnerungen steigerten die Spannung. Das Hörbuch wurde in einem zur Stimmung passenden Tonfall eingesprochen und man konnte gut folgen.
Rezensionen von Novalie:
Eisnebel von Kate Alice Marshall
Spannung für die ganze Familie
Stockholm, im Jahre 1880. Der Winter ist kalt und das Leben von Waisenkind Mika hart. Doch dann wird ein Baby im Waisenhaus abgegeben, eine Mordermittlung gestartet und der Fall eines bereits gefassten Serienmörders wirft neue Fragen auf.
Die Geschichte, die für Hörer:innen ab 10 Jahren geeignet ist, bietet leichte Spannung, ohne zu brutal zu sein, ist aber auch für Erwachsene unterhaltsam.
Die Themen sind natürlich nichts für extrem schwache Nerven, werden aber durchaus Altersentsprechend und sensibel vermittelt. Man kann die Story auch gut gemeinsam als Familie hören.
Die Geschichte ist als Hörbuch sehr angenehm anzuhören. Mika ist eine kluge Heldin, die wirklich schnell kombinieren kann und der Fall war übersichtlich, aber trotzdem einfallsreich.
Das Hörbuch ist sehr kurz, weshalb man es auch gut beim Kochen, Kekse essen oder basteln hören kann.
Es ist eine nette Geschichte mit Winter-Vibes, die man auch zu jeder Jahreszeit wegsnacken kann.
Rezensionen von Anilam:
Eine vergessene Schuld von Arne Jensen
Schwere Kost, aber unglaublich eindringlich
„Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen erzählt von Menschen, deren Leben durch Krieg, Schuld und familiäre Verstrickungen auf tragische Weise miteinander verbunden sind. In mehreren Zeitebenen entfaltet sich nach und nach eine Geschichte, die zeigt, wie Entscheidungen aus der Vergangenheit bis weit in die Gegenwart hineinwirken.
Was mir wirklich sehr gefallen hat, ist der Schreibstil. Arne Jensen schreibt ruhig, klar und irgendwie unaufgeregt, aber genau dadurch extrem wirkungsvoll. Er erklärt nicht alles bis ins Kleinste, sondern lässt vieles einfach stehen – und das arbeitet dann im Kopf weiter. Gerade diese leisen, fast beiläufigen Sätze haben mich immer wieder getroffen, weil sie so ehrlich wirken und nicht auf Effekte aus sind.
Das ist definitiv kein Buch für mal eben zwischendurch. Man kann das hier nicht einfach weglesen und abhaken. Mich hat die Geschichte wirklich lange beschäftigt, auch nachdem ich das Buch schon zugeklappt hatte. Immer wieder musste ich an einzelne Szenen denken und an die Fragen, die der Roman aufwirft: Schuld, Verantwortung, Wegsehen. „Eine vergessene Schuld“ ist keine leichte Lektüre, aber eine, die hängen bleibt – und genau das macht sie für mich so besonders.
Rezensionen von Philiene :
TINTE und SCHWERT (1) – Verwandlung von Matthias Soeder
Menschen während des dreißigjährigen Krieges
Dieser Roman ist ein ungeschönter und gut recherchierten Einblick in den dreißigjährigen Krieg. Zusammen mit dem jungen Jakob erleben wir den Beginn dieses Krieges und erleben wie aus einem Junge der davon träumt ein Geistlicher zu werden, ein Mann wird der seine Familie rächen will.
Schonungslos schreibt Matthias Soeder von den Gräultaten des Krieges, von Schlachten aber auch von Überfällen auf die Zivilbevölkerung.
Er erzählt vom Leben in einem Söldnerherr auf der einen en Seite aus Jakobs Sicht, aber auch aus der des Leutnants Heinrich. Wir Leser bekommen so einen klaren Einblick auf die Zeit.
Dann ist da auch noch die Heilerin Anna, die als Hexe verfolgt wird und die zu Jakobs Verbündter wird. Noch einmal ein ganz anderer Blick.
Dieser Roman ist perfekt recherchiert und zeigt den Krieg wie er wirklich war. Grausam, dreckig, stinkend. Er zeigt was er aus Menschen gemacht hat und wie grausam Menschen sein können. Hier wird nichts beschönigt sondern so erzählt wie es war.
Mir hat Tinte und Schwert sehr gut gefallen, ich mag einfach die Mischung aus Fiktion und Historie. Der Roman war spannend und gleichzeitig interessant. Die Charaktere waren glaubhaft und lebendig dargestellt.
Ein Roman für Fans von gut recherchierten historischen Romanen, die das wahre Leben zeigen.
Rezensionen von Island :
In den Scherben das Licht,2 Audio-CD, 2 MP3 von Carmen Korn
Schicksalsverwandte
Der neueste Roman von Carmen Korn hat das zerbombte Nachkriegs-Hamburg im Jahr 1946 zum Schauplatz. Schon die Covergestaltung ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Handlung vor mehreren Jahrzehnten spielt.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen mehrere Hauptpersonen. Da sind einmal Gert und Gisela, beide noch Jugendliche, die im Krieg von ihren Familien getrennt wurden und auch enge Angehörige verloren haben und von den restlichen nicht wissen, ob sie noch leben.
Sie lernen sich im Keller des Hauses von Friede, einer ehemaligen Schauspielerin, kennen, wo sie beide Unterschlupf suchen. Im Laufe der Zeit wachsen diese zufällig zusammengewürfelten "WG-Mitglieder" immer enger zusammen und es kommen auch noch weitere, vorübergehende und dauerhafte, Mitbewohner:innen dazu.
Der Roman fängt gut die Stimmung im Nachkriegsdeutschland mit aller Not, allen Sorgen und der Notwendigkeit von ganz viel Improvisation ein. Zugleich haben die Protagonist:innen aber auch die Hoffnung nie aufgegeben und der Krieg hat sie nicht zu Einzelkämpfer:innen werden lassen, sondern sie achten aufeinander. Somit handelt es sich nicht um ein düsteres, sondern hoffnungsvolles Buch über die Nachkriegszeit. Ich habe das Hörbuch gehört, dem man sehr gut folgen konnte. Dieses wurde von der Autorin selbst eingesprochen.
Rezensionen von Novalie:
Game of Scandal von Laura Wood
Süße Story
Game of Scandal ist der dritte Teil der Agency for Scandal Reihe und nachdem der erste Teil ein absolutes Highlight für mich war, konnte ich es kauf erwarten, auch diesen Teil zu lesen.
Felicity Vane ist eine hübsche junge Dame aus gutem Haus. Logischerweise wird von ihr erwartet, dass sie bald heiratet.
Sie will aber viel lieber Mathematik studieren und plant, die Studiengebühren bei illegalen Kartenspielen zu gewinnen. Doch Ash, der charmante Besitzer des Casinos, beschuldigt sie des Betrugs, wodurch sie ungewollt die Aufmerksamkeit eines gefährlichen Mannes auf sich zieht.
Die Geschichte der beiden war mega cute und ich fand es richtig toll, dass auch Charaktere aus den vorherigen Bänden ihren Platz in der Story gefunden haben. Natürlich spielt auch das Finkennest, eine feministische Detektei, wieder eine große Rolle.
Die Charaktere waren sehr sympathisch und hatten eine richtig gute Chemie. Ich konnte überhabt nicht genug von ihren Interaktionen bekommen und hätte gerne noch mehr von ihnen gelesen.
Mir hat das Buch richtig gut gefallen, es ist leicht lesbar, unterhaltsam und auch für jüngere gut geeignet.
Wenn man eine süße Geschichte über starke Frauen, die sich selbst treu bleiben und Männer, die personifizierte Green Flags sind lesen will, macht man mit dieser Reihe wirklich alles richtig!
Rezensionen von Anilam:
Romeo und Julia von Steve Shakespeare; Steve Barlow; Steve Skidmore
Ein Klassiker in starken Bildern neu erlebt
Diese Graphic Novel zu Romeo und Julia hat mich von Anfang an begeistert und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Besonders die Illustrationen sind sehr sehr toll: Sie sind so toll detailreich und ausdrucksstark. Emotionen wie Verliebtheit, Wut, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit werden visuell so stark dargestellt, dass sie oft mehr sagen als der Text allein - so wie es bei einer Graphic Novel optimal immer ist.
Die Bilder tragen die Geschichte und machen die Tragödie richtig spürbar.
Auch inhaltlich überzeugt mich die Umsetzung. Die Sprache ist zugänglich und flüssig, ohne den Kern der Originalgeschichte zu verlieren, und der Wechsel zwischen ruhigen, romantischen Momenten und dramatischen, düsteren Szenen gelingt hervorragend. Auch meine Tochter konnte das die Graphic Novel so ohne große Nachfragen verstehen.
Besonders gelungen finde ich außerdem das ergänzende Material, das Hintergründe zum Stück, zu Shakespeare und zur Erzählstruktur liefert und das Buch sinnvoll erweitert. Für mich ist dieses Buch keine bloße Nacherzählung, sondern eine visuell starke, emotionale Annäherung an einen Klassiker, die neugierig auf das Original macht. Eine klare Leseempfehlung. ????????
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Im ersten Licht von Norbert Gstrein
Maikäfer, flieg!
Stellt Euch vor, es war Krieg, und keiner erzählt: nicht von heldenhaften oder erlittenen Kampfhandlungen, nicht von Weltanschauungen, Propaganda, Kriegszielen … Stattdessen: von den Verwüstungen an Leib und Seele, die Teilnehmer des Ersten wie des Zweiten Weltkriegs davongetragen haben. Derartige Beobachtungen stellt ein Protagonist an, der selbst als „Untauglicher“ nur aus der Ferne beobachten kann, aber in seinem Beruf als Geschichtslehrer die pompösen Imaginationen von kavalleristischem Kriegsgeschehen weitergibt und so seine eigene – selbst und gesellschaftlich empfundene – ‚Minderwertigkeit‘ kompensiert.
Die Folgen für die Generation seiner Schüler und besonders für einen bestimmten Stellvertreter dieser Jugend sind wiederum mörderisch.
Zugleich gibt es immer eine kritische Unterströmung, die mit einer eingeheirateten ‚Fremden‘, einer Engländerin, beginnt und auch von einheimischen Frauen getragen wird. Mit den bescheidenen Mitteln des englischen Vermächtnisses macht der Protagonist in fortgeschrittenem Alter schließlich eine Reise in ehemaliges ‚Feindesland‘ und stellt fest, dass die Menschen dort freundlich und die Kriegsgeschichten vermutlich genauso verlogen und inhuman sind wie in seiner eigenen Heimat. Mit dieser späten (Selbst-) Erkenntnis geht dann auch eine späte Liebe einher.
So weit, so unspektakulär und gerade dadurch aufschlussreich: Alltägliche Episoden werden in einfacher und zugleich sehr genauer Sprache geschildert, Vergleiche und Metaphern prägen sich ein und lenken den Blick auf eindrückliche Szenerien wie die der operettenhaften Kriegsführung durch die k. und k. Armee im Ersten Weltkrieg, aber auch den Standesdünkel und die Weltfremdheit der ‚höheren‘ Gesellschaftsschichten. So offenbart sich die Bedeutung des vermeintlich Kleinen im größeren Zusammenhang: durch das Erzählen von (fast) einem Jahrhundert im Erleben eines kleinen Mannes, der erst nach einer Phase der geistig-seelischen Erblindung – wie ein Kriegsversehrter – quasi wieder sehend wird: „[…] am meisten Angst gehabt hat er im ersten Licht“ (S. 83).










