Kunden em pfehlungen
Rezensionen von cosmea:
Lola im Spiegel von Trent Dalton
Auf der Suche nach der eigenen Identität
Ein namenloses 17jähriges Mädchen lebt mit der Mutter in einem kaputten Van auf einem Schrottplatz in der Nähe des Brisbane River. Sie waren viele Jahre lang auf der Flucht, denn die Mutter hat vor langer Zeit etwas sehr Schlimmes getan und wird noch immer von der Polizei gesucht. Deshalb hat die Frau, die sich Erica Finlay nennt, dem Mädchen nie seinen Namen gesagt.
Sie will ihre Geschichte erst erzählen, wenn ihre Tochter 18 ist und niemand sie in eine Einrichtung sperren kann. Dann will sie sich auch der Polizei stellen. Ihren kargen Lebensunterhalt verdienen die beiden, indem sie für die grausame Flora Box genannt Lady Flo und ihren Sohn Brandon Drogen ausliefern. Keiner kommt aus diesem Milieu wieder heraus. Doch dann ertrinkt die Mutter, als sie ein Baby rettet, und die Tochter wird erst einmal keine Antworten auf ihre Fragen finden. Die talentierte Zeichnerin gibt jedoch nicht auf und verliert ihren Traum, eine berühmte Künstlerin zu werden, nicht aus den Augen. Immer wieder malt sie sich aus, wie am Ende ihres langen Lebens ein Kunstkenner im Metropolitan Museum Of Art in New York ihre Kunst lobt und ihre Lebensgeschichte erzählt. Doch noch ist es nicht so weit. Das Mädchen findet zwar Unterstützung und Hilfe und begegnet in dem jungen Danny Collins aus reichem Hause der Liebe ihres Lebens, gerät jedoch in lebensbedrohliche Situationen und gewalttätige Auseinandersetzungen, in denen auch Freunde und ein hilfsbereiter Polizist sterben.
Der Roman einer Identitätssuche hat mir – wie schon der Vorgänger “Der Junge, der das Universum verschlang“ – insgesamt gut gefallen, obwohl die Geschichte des Mädchens, das auf der Suche nach sich selbst immer wieder in Spiegelscherben schaut und Gespräche mit jemand namens Lola führt, trotz der dargestellten Grausamkeiten wenig realistisch ist und eher märchenhafte Züge trägt. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass jemand aus diesem Milieu am Rande der Gesellschaft den Aufstieg zur berühmten Künstlerin schafft. Dennoch hat mich die Darstellung, die nicht frei von Längen ist, immer wieder verzaubert. So überwiegt am Ende doch der positive Eindruck.
Rezensionen von Claudia R.:
Gaze of Iladri 1: Fall of the Fae Era von Katha Gansch
spannende Romantasy
Klappentext / Inhalt:
*Eine Fae darf nicht lieben – erst recht nicht einen Menschen*
Ava ist die wertvollste Waffe der Krone. Die gefürchtete Gabe der seltenen Fae ist vom Königshaus begehrt. Doch Ava gelang die Flucht … zu einem hohen Preis: Sie musste nicht nur ihre Schwester, sondern auch Tarim zurücklassen – ihren Verbündeten und den Mann, den sie liebt, obwohl sie es nicht darf.
Als ein geheimnisvoller Hilferuf sie zurück in den Palast zwingt, wagt sie das Unmögliche: die Befreiung ihrer Schwester und den Sturz der Königin. Tarim schafft es sie in den Palast zu schleusen, wo jedes Bündnis trügerisch ist und Verrat hinter jedem Lächeln lauert. Gefangen in einem Netz aus Täuschung und Hass wird Ava selbst zur Spielfigur – und riskiert alles, was sie liebt.
Packend, düster und voller Leidenschaft. »Fall of the Fae Era« ist für Fans epischer Fantasy und starker Heldinnen.
//Dies ist der erste Band der fesselnden Fantasy-Dilogie »Gaze of Iladri«. Alle Romane der epischen Romantasy:
-- Band 1: Fall of the Fae Era
-- Band 2: Rise of the Dark Fae//
Cover:
DEas Cover finde ich einfach wunderschön und die Flügel sehr feingliedrig und genau gezeichnet und umgesetzt. Optisch und farblich finde ich das Cover toll erfasst.
Meinung:
Eine spannende und düstere Romantasy Geschichte mit tollen Wendungen und zugleich ein gelungner Auftakt, der Lust auf mehr macht. Dieser Auftakt der Dilogie lässt einige Fragen offen und bringt zugleich Spannung und fesselnde Elemente hinein. Schnell ist man im Geschehen und auch den Charakteren und der Atmosphäre sehr nah. Es wirkt lebendig und ist ereignisreich erzählt, ohne zu überladen oder zu viel zu sein. Es ist spannend und schnell erzählt und dabei dennoch nicht zu schlicht oder zu einfach, denn die Wendungen sind klasse platziert und nicht vorhersehbar und man wird schnell ans Geschehen gefesselt und möchte unbedingt mehr erfahren.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel erzuni halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und gut verständlich und lässt sich sehr gut und leicht lesen. Schnell kommt man in Charaktere und Ereignisse hinein. Die Charaktere sind facettenreich und vielschichtig und Ava konnte schnell mein Herz erobern. Auch die Atmosphäre und das Knistern kommt hier sehr nah und spürbar herüber und die Gefühle werden sehr gut erfasst und umgesetzt.
In die Charaktere findet man sich sehr gut hinein und die wechselnden Perspektiven bringen Spannung und Tempo hinein. Durch die recht kurzen Kapitel kommt weiterhin Spannung auf. Auch die Ich-Perspektive macht es spürbar und erlebbar. Die kleinen Verzierungen am Beginn sind sehr schön gewählt und die Anfänge sind zugleich auch gut erkennbar und gut gewählt. Gliederung und Gestaltung ist gut umgesetzt und im Gesamten ist es stimmig und rund gewählt.
Die Geschichte ist wendungsreich und lässt ein Igel Fragen offen, die so aber auch zugleich die Neugier auf mehr und somit den zweiten Band der Dilogie erwecken.
Die Geschichte und Storyline, sowie die Charaktere finde ich sehr gut ausgearbeitet. Die Atmosphäre und Stimmung wird sehr gut herübergebracht und die vielen Wendungen runden das Gesamte perfekt ab.
Fazit:
Eine spannende und düstere Romantasy Geschichte mit tollen Wendungen und zugleich ein gelungner Auftakt, der Lust auf mehr macht.
Rezensionen von peedee:
Morgensonnenglück von Petra Schier
Durchwachsener Einstieg
Eine aussergewöhnliche Einladung – wohl eher eine Aufforderung – erreicht die Familienmitglieder von Milton Flower: Aufgrund seiner Krankheit will er gewisse Dinge bei der Flower-Ranch in Lissenborn regeln, aber das geht nur, wenn alle seinem Plan zustimmen. Die Tochter und Grosskinder haben alle völlig verschiedene Leben und es gibt viel Ungesagtes zwischen ihnen.
Holly, eines der Grosskinder, mittlerweile Ärztin, befürchtet, dass ihr Grossvater das Gut verkaufen möchte. Als sie nach Hause kommt, wartet eine Überraschung auf sie: Raik, ihre heimliche Jugendliebe, ist als Anwalt der Rechtsberater ihres Grossvaters. Unerwartet flammen ihre einst heimlichen Gefühle für ihn wieder auf…
Erster Eindruck: Ein ehrwürdiges Herrenhaus auf dem Cover – gefällt mir.
Der Einstieg fiel mir erstaunlich schwer, aber ich kann gar nicht benennen, woran es gelegen hat. Es gab viele Protagonisten (mit Blumennamen) und noch viel mehr Probleme. Überraschend war, dass tatsächlich alle Familienmitglieder „antrabten“ und dem Patriarchen Milton Folge leisteten. Und dies ist wohl auch gerade einer meiner Knackpunkte dieses Buches: Es gibt so viel Ungesagtes, jahrelange Funkstille zwischen Milton und Maria mit ihrer Tochter Violet. Die beiden haben, nachdem ihre Tochter mit 16 Jahren Mutter von Zwillingen geworden ist, die Fürsorge für Holly und Ivy übernommen, damit Violet ihre Schule fertig machen konnte. Wie es dann kam, dass Violet plötzlich in den USA landete und dort arbeitete, kann ich hier selbstverständlich nicht erörtern. Die Beziehung von Holly und Ivy zu ihrer Mutter ist quasi inexistent, wenn man von den obligaten Feiertagsgrüssen und Geschenken absieht. Bei dem jetzigen Treffen lernen sie ihre Halbschwester Lilly kennen.
Den Plan, den Milton über lange Zeit und mit grosser Akribie ausgearbeitet haben muss, ist sehr interessant. Seine Bedingung: Es müssen alle zustimmen. Wow, nur kein Druck, lieber Milton! Das ist wohl auch ein weiterer Knackpunkt für mich: Im wahren Leben würden doch niemals-nie-unter-keinen-Umständen alle auf Anhieb einem solchen Plan zustimmen.
Ich gehe stark davon aus, dass dies der Beginn einer Reihe ist, denn Material (und Probleme!) gibt es wahrlich genug. Für diesen (Reihen)Start vergebe ich 3 Sterne.
Rezensionen von Tinimore:
Die weiße Nacht von Anne Stern
Atmosphärische Spannung
Im Bitterkalten Winter des Jahres 1946 finde die Fotografin Lou Faber eine tote Frau im Schnee und hält diese Szene mit ihrer Kamera fest. Der Kriminalkommissar Alfred König kommt in dem Fall nur schwer voran und ist bald auf die Hilfe von Lou angewiesen.
Anne Stern schafft es in dem 1. Teil der neuen Krimireihe die angespannte, bitterkalte Atmosphäre des 2.
Winters nach dem 2. Weltkrieg eindringlich darzustellen. Keiner traut seinem Nächsten – der Hunger und die Kälte sitzt tief. Die Spannung wird im ganzen Buch aufrechterhalten und auch wenn ich bald das Motiv des/der Mörder:in erraten hatte, tat dies der Spannung keinen Abbruch. Die beiden Hauptpersonen Lou und König sind mir ans Herz gewachsen und auch wenn der Kommissar schlecht gelaunt und eigen ist, überzeugte er mich mit seiner Einstellung gegenüber der „zweifelhaften Menschengruppe“, genannt Männer. Kurz vor dem Schluss hat mich die Geschichte zu tränen gerührt. Was für mich wirklich selten ist.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band der neuen Krimireihe über Lou Faber und Alfred König.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Britta Speer:
Im ersten Licht Roman. 17.02.2026. BB. von Gstrein Norbert
Ein Buch über den Krieg
Wenn man sich auf das langsame Erzähltempo Gstreins einlässt, dann entfaltet sich auf leise und brillante Weise ein Bild des Ersten und Zweiten Weltkriegs mit all ihren Implikationen, menschlichen Verwicklungen und ethischen Folgen. Gstrein gelingt es, all das, was wir heute über diese historischen Ereignisse in den Geschichtsbüchern finden, in Literatur zu übersetzen.
Wir folgen seinem „merkwürdigen“ Protagonisten Adrian Reiter, der 1901 geboren ist und beide Kriege mit- und überlebt, v.a. weil sein Vater ihn als Jugendlichen absichtlich mit der Axt am Unterschenkel verletzt und somit untauglich gemacht hat. Er bleibt also verschont, aber nicht schuldlos. Adrian ist keine Figur, der man als Leser nahekommen kann, eher ein ‚Mann ohne Eigenschaften’, der diesem Rat folgt: Das Leben „kann Ihnen jederzeit in der Luft zerplatzen. Sie können morgen schon tot sein! Befreien Sie sich davon und suchen Sie sich irgendeines aus, das auf Sie wartet, und machen Sie es zu Ihrem.“ (99) Und so ist der Roman aufgebaut. Im ersten Teil ist Adrian tief beeindruckt von „Ernest Eller“, der als Invalide mit entstelltem Gesicht aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrt. Im zweiten Teil ist es sein Schüler Martin Baumgartner, der der nationalsozialistischen Ideologie verfällt und euphorisch in den Zweiten Weltkrieg zieht. Schließlich taucht er in die Erfahrungen des englischen Kriegsverweigerers Teddy Stephen ein (3.Teil). Adrian überlebt sie alle drei und hat „in beiden Kriegen … sonst nichts getan, was nur irgendjemandem geholfen hatte, am Leben zu bleiben“. (S.282) Diese Scham, diese seelische Invalidität prägt sein weiteres eigenes Leben, um das auch er durch diese Kriege gebracht worden ist. Am Ende des Romans wartet er vermeintlich auf einen jungen Autor, der seine Lebensgeschichte aufschreiben könnte. Aber selbst die Möglichkeit, auf diese Art zumindest an die Kriegsschicksale zu erinnern und sie vor dem Vergessen zu retten, bleibt ihm verwehrt. Die jüngere Generation ist schlichtweg nicht interessiert. Für uns hat Gott sei Dank Norbert Gstrein diese Aufgabe übernommen. Dieser Roman gehört auf jede Leseliste – gerade jetzt!
Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:
Black History von Amat Levin
Geschichte Afrikas und seiner Kulturen neu erzählt
In seinem mittlerweile in der zweiten Auflage erschienen Buch „Black History. Die vergessene Geschichte Afrikas. Von den Schwarzen Pharaonen bis heute.“ erzählt der schwedisch-gambische Journalist Amat Levin die Geschichte Afrikas und seiner Kulturen auf fesselnde Weise.
Europäische Historiker waren lange auf schriftliche Geschichtsquellen fixiert.
Viele afrikanische Kulturen hatten aber vor der Kolonialzeit keine Schriftsprache, sondern eine Erzähltradition mit der sie Geschichten und Geschichte von Generation zu Generation weitergaben. Wenn diese Kulturen untergingen, konnten ihre Spuren nur mehr archäologisch verfolgt werden.
Wie wertvoll diese „erzählte Geschichte“ sein kann, wurde westlichen Historikern, erst durch die „oral history“ im 20. Jhdt vor Augen geführt. Die Methode der „oral history“ war es zum Erkenntnisgewinn Zeitzeugen zu interviewen und daraus Schlüsse zu ziehen.
Gerade als Journalist hat Amat Levin einen besonderen Bezug zu erzählten Geschichten und erzählter Geschichte. Er folgt den Spuren untergegangener Kulturen und vergessener Ereignisse teils über Afrika hinaus. So ist sein Buch ein außergewöhnliches Mosaik aus Geschichten, die teilweise miteinander vernetzt sind, staunen lassen und zum Weiterlesen verführen.
Er erzählt von vergessenen Kulturen, den Hochkulturen in Nubien, Aksum oder Südafrika, in Äthiopien, Mali oder Groß-Simbabwe über die Epoche der Unterwerfung und Versklavung bis hin zum Freiheitskampf in der Karibik.
Das Buch ist lesenswert und vielfältig in den angesprochenen Themen. (fish)
Rezensionen von booklover00:
Nein ist Nein! Das gilt für Groß und Klein von Sonja Blattmann; Karin Derks
Ein echter Ohrwurm
Das Buch zum Kinderschutzrap kommt bei uns super an! Wir lieben es, gemeinsam darin zu blättern und das Gesungene zu tanzen. Das Pappbilderbuch hat stabile Seiten und ist kunterbunt und kindgerecht gestaltet, somit super ansprechend für die Kleinen. Besonders positiv finde ich, dass die Seiten nicht überladen sind.
Die Illustrationen sind sehr niedlich und kommen gut an. Es werden insgesamt fünf verschiedene Schutzbotschaften vermittelt.
Mittels einfacher Reime bleibt das Gelesene und Gesungene dann auch definitiv bei den Kleinsten im Gedächtnis. Auf der letzten Doppelseite werden die Bewegungen nochmal zusammengefasst. Über den QR-Code gelangt man zum Lied und haben dann so mitgemacht. Es hat uns viel Freude bereitet und noch dazu wurden wertvolle Botschaften vermittelt. Das Buch ist ein echter Mehrwert für Groß und Klein
Rezensionen von Shilo:
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Wenn Wegsehen normal wird
Was zunächst wie eine ruhige Familiengeschichte beginnt, kippt schneller als erwartet. Hinter der Fassade einer kleinen Stadt liegen feste Machtverhältnisse und ein Schweigen, das seit Jahren besteht. Hazel gerät in ein System, das Zustimmung voraussetzt und Ablehnung nicht duldet. Ihr Nein setzt eine Entwicklung in Gang, die niemand mehr kontrollieren kann.
Riverburg erscheint geordnet und vertraut. Schule, Nachbarschaft und Alltag folgen festen Abläufen. Doch bald wird deutlich, dass diese Ordnung auf Verdrängen beruht. Besonders schwer wiegt, wie selbstverständlich das Wegsehen geworden ist. Vieles ist bekannt, doch kaum jemand handelt. Dieses Schweigen zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman.
Hazel wird nicht idealisiert. Ihre Reaktion ist spontan und von Unsicherheit begleitet. Angst, Überforderung und Wut stehen nebeneinander. Das Nein ist kein Zeichen von Stärke im klassischen Sinn, sondern eine klare Grenze. Die Folgen treffen nicht nur sie, sondern auch ihre Familie, die zwischen Schutz, Zweifel und Anpassung steht.
Auch die Erwachsenen bleiben widersprüchlich. Eltern, Lehrkräfte und Verantwortliche wirken zögerlich oder ausweichend. Gespräche verlaufen vorsichtig, Verantwortung wird weitergereicht. Der Roman zeigt, wie leicht Unrecht bestehen bleibt, wenn niemand bereit ist, offen hinzusehen.
Der Stil ist ruhig und zurückhaltend. Auf Zuspitzung wird verzichtet. Stattdessen entfaltet sich die Geschichte über Beobachtungen und Gespräche. An einigen Stellen hätte das Tempo straffer sein dürfen, was den Lesefluss kurz bremst. Die Wirkung des Themas bleibt jedoch erhalten und klingt nach.
Das Buch bleibt ernst und fordert Aufmerksamkeit. Nicht alles ist gleich stark erzählt, manches wirkt bewusst ausgedehnt. Trotzdem hinterlässt die Geschichte einen bleibenden Eindruck, weil sie nah an den Figuren bleibt und schwierige Themen ohne Sensationslust behandelt. 4 Sterne für einen Roman, der unbequem ist und gerade dadurch Wirkung entfaltet.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Evi Werkl:
Im ersten Licht Roman. 17.02.2026. BB. von Gstrein Norbert
Die österreichische Seele
Adrian Reiter, Protagonist und Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts ist ein unnahbarer, rätselhafter Mann, der mich oft verwirrt und ratlos zurückgelassen hat. Obwohl er das Glück hatte, an beiden Weltkriegen, die er miterlebt hat, nicht aktiv teilnehmen zu müssen, bleiben ihm Kriegstraumata, über die er erst sehr spät mit ausreichender Distanz sprechen kann.
Dabei fällt der Satz, dass er sich schämt. Für mich die Quintessenz dieser Geschichte eines Nicht-Helden.
Die Sprache des Buches wirkt auf mich stellenweise schwadronierend und damit etwas anstrengend zu lesen. Der Schreibstil zwingt dazu, innezuhalten, Sätze mehrmals zu lesen und erzeugt damit eine Stimmung, die einem Gespräch mit einem fast Hundertjährigen wohl ähnlich ist. Insgesamt wirkt die Lebensgeschichte des Adrian Reiters für mich sehr grau und trostlos, besonders die beklemmende Zeit des zweiten Weltkriegs und die hilflose Sprachlosigkeit der Nachkriegsjahre geht sehr unter die Haut.
Das gemächliche Begleiten durch das Leben des Lehrers für Geschichte und Englisch, der erst in der Pension nach England reist, ist ein Dabei-Zusehen, wie Verdrängung, Wegschauen, Nicht-Wahrhaben-Wollen und sich schadlos halten seine Spuren hinterlässt. Es wirft die Frage auf, wie ich mich selbst durch diese schwierigen Zeiten durchlaviert hätte?
Keine leichte Kost, kein Page-Turner, geht bedrückend tief unter die Haut und wirkt lange nach.
Rezensionen von Cellissima:
Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab von Kristina Ohlsson
Gute Fortsetzung der Reihe
Band 2 der Hovenäset-Reihe von Kristina Ohlsson: Diesmal steht Alva im Mittelpunkt. Ihr Vater starb vor knapp 3 Jahren. Alle scheinen das einfach so zu akzeptieren, doch Alva kommt die Sache immer noch komisch vor, und so beschließt sie, endlich herauszufinden, was damals wirklich geschah.
Doch der Tod ihres Vaters ist nicht die einzige seltsame Sache in Hovenäset; Alvas Mutter hat gerade eine Strandhütte gekauft und möchte ein Café eröffnen.
Irgendetwas stimmt ganz und gar nicht mit dieser Strandhütte. Die Voreigentümer wollen nichts sagen - doch sie verschweigen eindeutig was!
Und zur selben Zeit erscheinen plötzlich ein kleines Mädchen, eine Frau und eine schwarze Katze in Hovenäset. Das Mädchen ist immer allein, die Frau spricht kein Wort, die schwarze Katze verfolgt Alva, nachts hört sie die Schritte ihres Vaters ...
Alva möchte natürlich auch diesen Dingen auf den Grund gehen, zumal sie schon bald ahnt, dass diese Dinge mit dem Tod ihres Vaters zusammenhängen.
Doch je weiter sie forscht, je näher sie der Lösung und Erklärung kommt, desto mehr schwebt sie in Gefahr ...
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Meine Nichte und ich haben schon den ersten Band, "Flammenrad", zusammen gelesen, und waren, da wir diesen Auftakt toll fanden, sehr gespannt auf "Sternengrab".
Kristina Ohlsson schreibt gewohnt gut, die Geschichte lässt sich wieder sehr angenehm und flüssig lesen.
Erneut ist es eine Geschichte, die sich sowohl zum Selberlesen als auch Vorlesen sehr gut eignet und die auch Erwachsene noch gerne lesen.
Auch die Altersempfehlung passt diesmal im Gegensatz zu "Flammenrad" gut, da "Sternengrab" nicht ganz so heftig, düster und gruselig ist. Natürlich kommt es immer auf das jeweilige Kind an, sodass man immer überlegen sollte, ob das jeweilige Kind schon bereit für so eine Geschichte ist oder ob man noch eine Weile warten sollte; grundsätzlich denke ich aber, dass Kinder ab elf Jahren das Buch gut lesen können.
Auch hier stehen Grusel, Mystery, Spuk, Krimielemente, Familie und Freundschaft, das Leben in einem kleinen schwedischen Küstenort sowie natürlich ein dunkles Geheimnis im Mittelpunkt.
"Sternengrab" lässt sich durchaus unabhängig von "Flammenrad" lesen.
Und auch diese Geschichte erzählt Kristina Ohlsson wieder atmosphärisch und bildhaft.
Grundsätzlich hatten wir wieder viel Freude an und mit dieser Geschichte, wenngleich wir sie schwächer fanden als den ersten Band. Für zartbesaitete Kinder ist das definitiv ein Vorteil, macht es diesen zweiten Band geeigneter - doch wir fanden ihn fast schon zu beschaulich. Nett, aber schwächer als den Auftakt eben. Erst ab S. 160 wurde es so richtig spannend und gruselig - dann allerdings überschlugen sich die Ereignisse und es wurde wirklich düster, fesselnd und spannend.
Ich möchte nun nicht ins Detail gehen, um nicht zu spoilern - aber es zeigen sich bzgl. der Auflösung, bzgl. der Frage, wer oder was dieses Mädchen ist, was es mit ihm auf sich hat, das selbe Muster, der selbe Aufbau, die selbe Erklärung und die selbe Auflösung wie schon im ersten Band bzgl. Bill. Das fanden wir enttäuschend. Wir hätten es besser gefunden, wenn die Autorin hier eine neue Idee gehabt hätte. So wirkt die Reihe sehr vorhersehbar. Wenn sich das beim dritten und letzten Band fortsetzt, dann ist sie es auch in der Tat. Das ist wenig kreativ. Und ich könnte mir vorstellen, dass Leser gleich welchen Alters wegen dieser Vorhersehbarkeit auch das Interesse an dieser Reihe verlieren könnten. Sicher nicht alle, aber doch manche.
Immerhin muss man der Autorin zugute halten, dass sie bzgl. der Mutter eine andere Lösung gefunden hat, und diese Idee war dann durchaus spannend und hat die Vorhersehbarkeit bzgl. des Mädchens etwas ausgeglichen.
Und ich muss auch sagen, dass die sonstige Geschichte, die Kristina Ohlsson rund um dieses Mädchen, um Evelyn, gestrickt hat, wirklich gut ist und für Gänsehaut sorgt. Das wiederum ist ihr hier so viel besser und überzeugender gelungen als bei Bill im ersten Band! Vielleicht kann man so also doch über dieses wiederkehrende Muster und die diesbezüglche Vorhersehbarkeit hinwegsehen.
Nicht ganz so glücklich bin ich allerdings auch bezüglich einiger Botschaften, die hier vermittelt werden. Erwachsene stehen drüber, im Hinblick auf Kinder sehe ich es kritisch.
So schweigen sowohl Kinder als auch Erwachsene, aus Angst, dass man ihnen ohnehin nicht glauben würde.
Und ich denke, dass man im Jahr 2026 wirklich nicht immer noch Angst vor schwarzen Katzen und Aberglauben fördern sollte - schon gar nicht bei Kindern. Man sollte endlich davon wegkommen, wenn man das noch nicht getan hat, bzw. bei Kindern dafür sorgen, dass diese Dinge gar nicht erst entstehen.
Und es ist einfach ein ebenso trauriger wie unfassbarer Fakt, dass auch im Jahre 2026 noch schwarze Katzen und generell schwarze Tiere diejenigen sind, die am längsten in Tierheimen ausharren müssen, sich am schwersten vermitteln lassen - weil auch im Jahr 2026 noch zahlreiche Menschen von Aberglauben geprägt sind, Angst haben und allen Ernstes denken, dass diese Katzen bzw. Tiere Unglück bringen würden ...
Daher finde ich diese Darstellung in einem Kinder- bzw. Jugendbuch etwas unglücklich bzw. zumindest erklärungsbedürftig.
Es ist für mich also wie schon Band 1 ein Buch, das man entweder mit den Kindern zusammen lesen oder über das man zumindest mit ihnen reden sollte.
Davon abgesehen haben wir aber auch "Sternengrab" gerne gelesen und sind nun schon sehr gespannt auf den dritten und letzten Band und auf das, was Harry und seine beiden Freundinnen dort erleben werden!










