Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Shilo:
Die Sylt-Schwestern – Stürmische Tage von Sina Beerwald
Ein starker zweiter Band voller Gefühl und Geschichte
Dieser zweite Band hat mich gleich wieder mitten ins Leben auf der Insel gezogen.
Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mitten auf Sylt. Der Wind, das Meer und die Menschen in der Strandperle – alles kam mir gleich vertraut vor. Genau das mag ich an den Büchern von Sina Beerwald: Man fühlt sich schnell wieder zu Hause in ihrer Geschichte.
Jella und Clara sind zwei Schwestern, die man nicht einfach vergisst, weil sie sich so menschlich und echt verhalten. Ich mochte, dass sie sich nicht in eine perfekte Harmonie flüchten, sondern ihre Konflikte ehrlich austragen. Gerade das macht sie glaubwürdig.
Der Roman führt in eine Zeit, in der sich vieles verändert – nicht nur auf der Insel, sondern im ganzen Land. Man merkt, wie sorgfältig die Autorin recherchiert hat, ohne dass es trocken wirkt. Die politischen Spannungen der frühen 1930er-Jahre sind spürbar, aber sie drängen sich nie in den Vordergrund. Stattdessen bleibt der Fokus auf den Menschen, der Familie und der Frage, was Zusammenhalt in schwierigen Zeiten eigentlich bedeutet.
Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass manche Szenen noch etwas tiefer gehen, besonders wenn es um Claras innere Zerrissenheit geht. Trotzdem hat mich die Geschichte berührt, weil sie zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Verlust, Angst und Verantwortung umgehen. Und weil sie auch leise Momente zulässt, in denen man beim Lesen kurz innehält und nachdenkt, was man selbst getan hätte.
Die Beschreibungen von Sylt sind wieder sehr gelungen. Man merkt, wie vertraut die Autorin mit der Insel ist. Beim Lesen hatte ich sofort Bilder im Kopf, wie alles aussehen und sich anfühlen könnte. Gerade diese Mischung aus Atmosphäre, Emotion und Zeitgeschichte macht das Buch zu einem starken zweiten Band.
Für mich sind es solide vier Sterne – mit Gefühl, Tiefe und einer guten Portion Inselstimmung. Nachdem die Handlung so plötzlich mitten im Geschehen abbricht, bin ich jetzt megagespannt, wie es im dritten Teil weitergeht und was die Schwestern dann erwartet.
Rezensionen von Sternzauber:
Alle weg von Stefan Maiwald
Grado im Winter – ein persönlicher Einblick des Autors
Ich mag das Cover von „Alle weg – Mein Winter an der Adria“ sehr gerne, denn die überwiegend warmen Farben passen hervorragend in die kalte Jahreszeit und die vielen Wellen sorgen trotzdem für ein maritimes Flair. Auch die typischen Gegenstände aus einer Bar, wie Gläser und Barhocker, sind sehr passend und zeigen uns LeserInnen gleich, wohin uns die Reise mit diesem Buch führt.
Besonders begeistert bin ich auch von der insgesamt so hochwertigen Gestaltung des Buches. Ich liebe die Haptik und Optik des Leineneinbandes sowie das Lesebändchen und auch im Inneren erwartet uns eine aufwendige und oft farbige Gestaltung. Einzelne Seiten sind komplett farbig unterlegt, andere mit liebevollen Details versehen und alles gemeinsam ergibt ein wunderbar stimmiges Bild, dass das Lesen zu einem noch schöneren Erlebnis macht!
Aber auch der Text selber hat mir sehr gefallen! Autor Stefan Maiwald lädt uns LeserInnen in diesem Buch zu einem Winteraufenthalt an der Adria ein und entführt uns literarisch an seine Orte dieser stillen Jahreszeit. Wobei es vor allem einen ganz besonderen Ort gibt, der für ihn eine wichtige Rolle spielt: Pinos Bar. Wir erleben mit, wie die Nebensaison das Leben dort verändert, wie sich die Themen der Einheimischen wandeln und wie die Tage verbracht werden. Besonders gut gefallen hat es mir auch, dass ich einen Einblick in die Advents- und Weihnachtstraditionen seiner Familie und der Gradeser überhaupt gewinnen konnte, sowie in die Traditionswelt zu Beginn des Jahres. Von sehr persönlichen, bis hin zu inselrelevanten Themen lässt uns der Autor teilhaben und ich mag es zudem sehr, dass immer wieder eine kulturelle Mischung zwischen deutschen, österreichischen und italienischen Sichtweisen eingeflochten wird.
Stefan Maiwald schreibt in lockererer und leicht zu lesender Sprache, die mit einem feinen Humor und immer wieder angenehm selbstironischen Tönen versehen ist. Die Lektüre ist wirklich kurzweilig und sehr unterhaltsam und ich hatte oft das Gefühl, dass ich eigentlich einem Gespräch lausche, in das ich sogar leicht mit eingebunden wurde, da der Autor seine LeserInnen auch mal persönlich anspricht.
„Alle weg“ ist für mich ein wunderbares Buch für die kalte Jahreszeit, um sich an die Adria zu träumen und ein Stück weit miterleben zu können, wie sich das Leben dort verändert, wenn die Touristenmassen den Einheimischen wieder das Feld überlassen. Ich kann es auf jeden Fall allen reiselustigen und italienliebenden Bücherfreunden empfehlen und wünsche euch viel Freude beim Lesen!
Rezensionen von begine:
Die Malerin im Birkenwald von Birgit Poppe
Malen in Worpswede
Die Schriftstellerin Birgit Poppe führt uns in ihrem Roman, Die Malerin im Birkenwald, in das Künstlerdorf Worpswede.
Da ich das Overbeck Museum kenne und auch für Paula Moderson Becker habe ich mich schon viel Interesse gezeigt, musste ich diesen Roman lesen.
Die Autorin hat mit Ella Jansen eine fiktive Person geschaffen.
Das hat sie gut gemacht. Ihre Liebe zur Malerei und diese Liebesgeschichte liest sich angenehm.
Daneben werden auch die Maler und Malerinnen, die es wirklich gab, werden gut umrissen.
Am Ende erfährt man noch, wann und wie diese Personen lebten und arbeiteten.
Ich habe diesen Roman genossen.
Rezensionen von clematis:
Arosa - wo auch Gauner Urlaub machen von Andreas Russenberger
Arosa kennt man als paradiesischen Ferienort im Schweizer Kanton Graubünden, aber Andreas Russenberger lässt uns mit seinen kurzweiligen Anekdoten noch viel tiefer blicken.
Auf tief verschneiten Hängen kreuzen veraltete Spaghetti-Schi mit Parablacks das neueste Luxusmodell, die gewitzte Putzfrau setzt sich noch vor Weihnachten in die Heimat ab, bevor es geheime Köfferchen vom Himmel regnet.
Pferde können hier nicht nur wiehern, sondern sich ganz ausgezeichnet unterhalten, während andernorts der Plüschbär steppt. Kurzweiliges Jassen und bittere Pralinen versüßen dem Leser die unterhaltsame Zeit mit diesem großartigen Büchlein, das man schon nach der ersten Geschichte gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Witz und Humor, aber auch nachdenklich stimmende Episoden folgen einander Schlag auf Schlag, nur der gelernte Concierge und der stets wache Bartender wissen auch alles, was zwischen den Zeilen geflüstert wird. Während der köstlichen Lektüre mit charmanter Schweizer Sprachfärbung darf aber auch der Leser schmunzeln über Eiszapfen als Mordwaffe oder die grandiosen Metaphern wie „das vielfältige Regelwerk zum Kartenspiel ist länger als die Bedienungsanleitung einer italienischen Espressomaschine“ (kindle, Pos. 1148). Damit einem das Lachen auch sicher nicht irgendwann im Halse stecken bleibt, empfiehlt sich zum Buch ein Kafi Lutz, dessen Zubereitung man allerdings tunlichst selbst vornehmen sollte. Warum? Lest selber nach!
Ein wunderbares Buch voller Humor und Ironie, dass die einzelnen Geschichten in raffinierter Weise durch winzige Details untereinander verbunden sind, setzt dem Ganzen noch ein Zuckerhäubchen oben drauf. Wer originelle Kurzweil sucht, wird hier sein Glück finden, auch als (Weihnachts)Geschenk findet dieser gaunerische Anekdotenband bestimmt großen Anklang. Ich habe mich jedenfalls bestens unterhalten.
Rezensionen von yellowdog:
Auf ganz dünnem Eis von Peter Stamm
Erzählungsband
Der Schweizer Schriftsteller Peter Stramm ist einer der ganz wenigen Autoren von Bedeutung, der neben Romanen auch immer wieder Erzählungsbände schreibt. Auf ganz dünnem Eis versammelt 9 Kurzgeschichten. Es sind gediegene, kleine Erzählungen ohne allzu viel Handlung und auf der Oberfläche gesehen eher kühl.
Aber man spürt schnell, dass unter dieser Oberfläche mehr liegt.
Wie bei vielen Erzählungsbänden kann man mit manchen Geschichten mehr anfange als mit anderen.Meine Favoriten sind die Titelgeschichten Auf dünnem Eis I und Auf dünnem Eis II.
Eine Geschichte zeigt Passagen aus America got talent, mit den Auftritten von Susan Boyle und Paul Potts. Sehr gut beobachtet.
Mit der dystopischen Erzählung Wintern schließt das Buch nahezu majestätisch. Absolut bemerkenswert.
Die meisten Erzählungen sind sehr ruhig, aber alle haben präzise Beschreibungen. Das Markenzeichen für Peter Stamm.
Rezensionen von yellowdog:
Sieben Gräber für den Winter von Christoffer Petersen
David Maratse
Sieben Gräber für den Winter ist einerseits ein geradliniger Krimi, andererseits aber auch ein Buch, das viel über Grönland zeigt. Die Umgebung, die Kultur, die Sprache. Christoffer Petersen thematisiert viel von Grönland, auch über Probleme und die Politik.
Er zeigt auch die Unterschiede zwischen einer Gro0stadt wie Nuuk und einem Dorf wie Inussuk.
Beides sind Schauplätze der Handlung.
Eine weitere große Stärke des Romans ist seine Hauptfigur, David Maratse. Er wurde in Nuuk bei einem Einsatz schwer verletzt und frühpensioniert. Aber so ganz ist er noch nicht bereit, loszulassen und da noch weitere Romane mit ihm folgen, wird sich das wohl auch nicht so schnell ändern. Trotz Schmerzen bleibt Maratse aktiv und auch widerspenstig. Er forscht inoffiziell in einem Fall über den Tod einer jungen Frau, die er durch Zufall im Meer gefunden hatte. Wir Leser wissen, dass sie ermordet wurde, denn die brutale Tat wurde in einem Kapitel gezeigt. Und auch Maratse ahnt es.
Ich denke, Christoffer Petersen hat seinen Grönlandkrimi gut gestaltet und man darf gespannt sein, ob das hohe Niveau in den folgenden Teilen gehalten wird.
Rezensionen von Finderfunke:
Zwei sind eine Bande von Jasmin Schaudinn
Zwei sind unzertrennlich
Kofi und Lille kennen sich schon ihr Leben lang – wortwörtlich. Kofi versuchte Lilles Kinderwagen zu schieben und dass, obwohl er kaum an die Griffe kam. Von da an war es mit Lille und Kofi wie mit zwei Magneten, die zusammengeflutscht sind. So wuchsen die beiden zusammen auf und in eine Straßengemeinschaft hinein, wo man sich kennt und die typischen Nachbarschaftsprobleme anstehen.
Doch gerade als die beiden die geniale Idee haben, eine Bande zu gründen, kommt Unruhe in die Nachbarschaft. Die Ursache ist ein Baum, der weg soll und ein Parkplatz, den es noch nicht gibt. Die Kinder hingegen haben weit wichtigere Spielprojekte vor. Denn „für Erwachsene sind ganz andere Sachen wichtig als für Kinder“ und „oft denken Erwachsene, dass Kindersachen nicht wirklich so richtig wichtig sind.“ Dabei zeigen die Kinder den Erwachsenen hier, dass sie den Bogen raus haben. Und so dürfen die Erwachsenen erkennen, dass es häufig sie sind, die sich wegen Nichtigkeiten streiten, wo Lösungen zu finden viel sinnvoller wäre.
Jasmin Schaudinn ist hier ein Buch gelungen, das selbst Erwachsene in das "Kindsein" zurückversetzen kann. Die Geschichte und die Motivation der Figuren sind dabei so authentisch, als wäre diese direkt aus Kinderköpfen auf das Papier gedruckt worden. Daher ist die Geschichte für Kinder auch sehr gut nachvollziehbar. Die Handlung schafft es zudem den Leser einzufangen und ist zugleich wie aus der Lebenswirklichkeit gegriffen. Die Illustrationen von Martina Schachenhuber untermalen dabei das Straßenbandesetting gekonnt.
So zeigt eine Zweier-Bande, dass die Bedürfnisse eines jeden erfüllt werden können, wenn man nur will und offen für Lösungen ist. Eine herrliche Geschichte über einen angehenden Chef, seiner Bande-Freundin und die ewigen Stadttauben.
Rezensionen von Nicole (Abby1810):
Ein Rezeptbuch fürs Leben von Sara Brunsvold
Warmherzig und weise
Bei diesem Buch ist das Cover ein richtiger Hingucker. Es ist richtig schön und sehr gelungen.
Ein Rezeptbuch fürs Leben ist ein Buch, welches aufzeigt, dass man aus der Vergangenheit der eigenen Vorfahren, Kraft und Weisheit schöpfen kann.
Nikki ist Lehrerin und führt ihr eigenes Leben. Als sie jedoch erfährt, dass ihr Vater, nur kurz nach der Scheidung von ihrer Mutter, bereits wieder geheiratet hat, droht der Schmerz sie zu verschlingen.
Sie stellt plötzlich ihr gesamtes Leben in Frage. Ist ihr Freund Isaac der richtige Mann für sie? Hals über Kopf verlässt sie ihre Wohnung und reist zu ihrem Onkel Wes, der auf der Farm ihrer Vorfahren lebt. Dort wurde sie regelrecht hingezogen. Ihr Onkel ist zwar erstaunt über ihr Auftauchen, dennoch ist er gastfreundlich und ladet sie ein dort zu verweilen. In der Zwischenzeit versucht ihr Vater Chris, Nikki zu kontaktieren und sich mit ihr zu versöhnen. Auch Isaac ist sehr enttäuscht von ihrem plötzlichen Verschwinden, und bricht plötzlich den Kontakt zu ihr ab.
Nikki findet ein altes Notizbuch ihrer Oma Anne voll mit tollen deutschen Rezepten und weisen Sprüchen und Bibelversen. Sie entdeckt ihre Liebe zum Kochen und lässt sich von den Rezepten ihrer Oma inspirieren. Dabei lernt sie viel über die Vergangenheit ihrer Familie, und langsam kommt sie wieder zu Kräften und heilt.
Das Buch hat mir wunderbar gefallen. Es ist sehr nachvollziehbar, dass Nikki ihrem Vater böse ist. Sie hat ihm gegenüber ambivalente Gefühle, und großes Mitleid mit ihrer Mutter. Das konnte Sara Brunsvold sehr gut transportieren und den Leser fesseln. Der Schreibstil ist flüssig und authentisch. Die Rezepte klingen sehr lecker. Ich habe Nikkis Geschichte sehr gerne gelesen, und hoffe auf weitere Bücher dieser Autorin.
Rezensionen von REM444:
Cozy baking time von Theresa Haubs
Liebevolle Gestaltung
„Cozy Baking Time“ ist ein liebevoll gestaltetes Backbuch für alle, die es lecker und zugleich gemütlich mögen. Schon das Cover vermittelt Wärme und Geborgenheit – weiche Farben und eine interessante Typografie. Im Buch finden sich viele ansprechende Rezepte für Kuchen, Kekse, Tartes und andere Leckereien.
Alle bisher ausprobierten Rezepte waren einfach nachzumachen und sind 100 Prozent gelungen. Allerdings sind auch viele Rezepte enthalten, die mich etwas weniger ansprechen. Aber das kommt in fast allen Kochbüchern vor.
Die Fotos sind jedenfalls sehr stimmungsvoll und zeigen, wie schön Backen im Alltag sein kann – ob allein, mit Freunden oder mit der Familie. Die Anleitungen sind klar geschrieben, sodass auch Anfänger sehr gut zurechtkommen werden.
Ein ansprechendes Buch, das Herz und Küche gleichermaßen wärmt.
Rezensionen von Ryria:
Mit kalter Hand von Michael Tsokos
Lektionen der Rechtsmedizin
Sabine Yao ist Rechtsmedizinerin und wird quasi jeden Tag mit neuen skurrilen Todesfällen konfrontiert. Für mich war es der erste Band der Reihe, jedoch sind die Fälle alle abgeschlossen und der Einstieg fiel daher leicht.
Lediglich zu Sabine selbst habe ich keine Verbindung aufbauen können, man hat nur kleine Bruchstücke aus ihrem Privatleben erfahren.
Dies soll anscheinend in den vorherigen Romanen besser gewesen sein, daher würde ich vermutlich nicht mit diesem Buch anfangen, wenn man viel Wert auf die Charaktere legt.
Absolut positiv hingegen ist das geballte rechtsmedizinische Wissen, das man präsentiert bekommt. Die Fälle basieren auf wahren Begebenheiten und der Autor ist selbst Rechtsmediziner, authentischer geht es kaum.
Wenn man sich für diese Wissenschaft interessiert erwarten einen zahlreiche Erklärungen und Exkurse, quasi eine Vorlesung in Thrillerform.
Problematisch ist dies jedoch, wenn man eher viel Spannung und weniger lange medizinische Sachverhalte erwartet. Große Spannung ist hier eher nicht aufgekommen, auch konnte man kaum miträtseln im Sinne von "welcher Charakter ist verdächtig".
Dafür sind die Einblicke in den Arbeitsalltag super interessant, vor allem auch in die verschiedenen Abteilungen eines rechtsmedizinischen Instituts. Man erfährt nicht nur viel über die Arbeit am Seziertisch, sondern auch über die ganzen anderen Labore dort und auch über große Suchaktionen und Ermittlungsmethoden der Polizei.
Manches hat sich leider etwas wiederholt, insgesamt kann ich das Buch jedoch allen empfehlen, die sich für Rechtsmedizin und wissenschaftliche Erklärungen begeistern können.











