Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rosetheline :
Schattengrünes Tal von Kristina Hauff
Ein bisschen zu unrealistisch
Ein traditionsgeführtes Hotel im Schwarzwald in einem Dorf. Jeder kennt dort jeden und alles nimmt ganz normal seinen Lauf. Doch eines Tages taucht eine mysteriöse Fremde namens Daniela auf, die Hilfe zu brauchen scheint. Lisa, die Tochter des Hotelbesitzers hilft ihr daraufhin und Daniela baut sich Stück für Stück ein neues Leben in dem Dorf auf.
Das Ganze geht so weit, dass Lisa sich nach und nach ersetzt fühlt. Wer ist Daniela und warum ist sie in dieses Dorf gekommen? War alles nur ein Zufall oder steckt doch mehr dahinter?
Kristina Hauff hat eine Geschichte erschaffen, die ein atmosphärisches Bild des Schwarzwaldes einfängt. Zwar sagte Hauff auf einer Lesung auf der ich war, dass ihre Romane überall spielen könnten, doch hat mir dieses Setting sehr gut gefallen und wird im Roman auch noch ein bisschen mehr im Hinblick auf den Klimawandel ausgeweitet.
Die Geschichte beginnt sehr seicht und man bekommt als Leser*in zunächst vor allem etwas über die Protagonisten und Nebenfiguren mit. Mit der Zeit baut sich dann immer mehr Spannung auf. Die ersten zwei Drittel des Buches haben mir daher gut gefallen, doch danach wurde mir das Handeln einiger Figuren Stück für Stück zu unrealistisch und glich zu sehr klischeehaften Telenovelas mit viel Drama.
Trotzdem kann ich mir vorstellen noch ein weiteres Buch von Hauff zu lesen und zu schauen, ob dies immer ihre Art zu schreiben ist. Sprachlich und atmosphärisch fand ich "Schattengrünes Tal" nämlich gut.
Zusammenfassend gebe ich daher 2,75 Sterne.
Rezensionen von rosetheline :
Peggy Guggenheim von Mona Horncastle
Ihrer Zeit voraus
Ein neues Buch in der Buchreihe "Reihenweise kluge Frauen" aus dem Molden Verlag: Diesmal hat Mona Horncastle über Peggy Guggenheim geschrieben und somit wurde nun der zehnte Band in dieser Reihe veröffentlicht.
Peggy Guggenheim ist denke ich so manchen ein Begriff. Wenn nicht im ersten Moment Peggy selbst, so bestimmt ihr Vater Benjamin Guggenheim, der auf der Jungfernfahrt der Titanic verunglückt ist und auch im gleichnamigen Film mit Kate Winslet und Leonardo di Caprio erwähnt wurde.
Peggy Guggenheim wurde in eine reiche, jüdische Familie in New York geboren und fand schon in jungen Jahren Interesse an Kunst. Ihr Ziel war es vor allem immer Künstler*innen zu unterstützen und dies tat sie Zeit ihres Lebens. Sie hielt sich den Großteil ihres Lebens in Europa auf, wo die Kunstszene boomte und wo sie in Kontakt mit Künstler*innen kam, die zu dieser Zeit wenig bekannt waren. Einige ihrer Werke kaufte sie und stellte sie aus.
Neben diesen Einzelheiten bekommt man auch etwas über Peggys Liebes- und Familienleben mit, wenn auch vor allem die Teile, die im Hinblick auf die Kunst relevant sind. Diesen Aspekt hat Horncastle bewusst gewählt. Mit ihren zahlreichen Liebschaften und dem Fokus auf Karriere statt Familie und Kindern, würde Peggy anders bewertet werden als beispielsweise ein Mann. Vor allem zu ihren Lebzeiten.
Das Buch ist neben den vielen informativen Aspekten außerdem sehr schön gestaltet und macht in jedem Bücherregal was her. Innerhalb des Buches findet man viele Fotos, die dem geschriebenen ein Bild verleihen. Das Buchcover ist dabei wie immer im Stil der ganzen Reihe designet.
Alles in Allem hat mir das Buch gut gefallen und ich durfte einen Einblick in das Leben einer interessanten Frau bekommen. Dies wird definitiv nicht das letzte Buch aus dieser Reihe für mich gewesen sein.
Rezensionen von verhei:
Der Wortschatz des Todes von Martin von Arndt
Temporeicher, aktueller Politthriller
Irina Starilenko,eine ehemalige BKA-Ermittlerin, wird von ihrem Bruder Konstantin kontaktiert, mit der Bitte seinem Freund Oeksi zu helfen. Oleksandr, Oleksi, der nach dem russischen Angriffskrieg aus der Ukraine geflüchtet ist, steht unter Verdacht einen polnischen Geschäftsmann namens Majewski erschossen zu haben.
Zu allem Überfluss hat er auch schon gestanden. Irina unterstützt Oleksis Verteidiger Julian Bergmann bei diesem Fall als Privatermittlerin, auch um ihren Bruder zu schützen.
Die Geschichte ist sehr dicht an Informationen und wird dicht und temporeich erzählt. Der Schreibstil ist flüssig, klar und verständlich. All dies sorgt dafür, dass man rasch durchs Buch kommt, unter anderem auch weil die Spannung, durch immer neue Ereignisse hoch bleibt. Dies ist auch nicht zuletzt auch dem aktuellen Thema geschuldet und der doch eher höheren Plausibilität, dass sehr viele Dinge so schon passiert ist oder passieren können.
Man erfährt im Laufe der Erzählung mehr über die Geschichte der Familie der Protagonisten und taucht damit auch immer weiter in die Geschichte der Ukraine ein. Es werden Aufstände, Hungersnöte, Repressalien und Unterdrückung in der Sowjetunion und der neuern Zeit behandelt. Man erkennt welche Auswirkungen all dies bis in die heutige Zeit und die heutigen Konflikte hat. Auch wie sehr das private Leben und Schicksale, durch all das beeinflusst werden. In manchen Geschichts- und Hintergrund lastigen Bereichen benötigt man als nicht so informierte Person jedoch sicher etwas Ruhe um die Dinge zu verarbeiten und einordnen zu können. Immerhin sind die Zusammenhänge doch komplex.
Die Charaktere sowohl der Haupt- und Nebenfiguren sind gut und glaubwürdig gezeichnet. Speziell Irina Starilenko weist viele Ecken und Kanten auf, und kämpft auch gegen ihre eigenen Dämonen. Dies macht den Charakter sehr glaubwürdig und spannend. Aber auch Nebenfiguren wie ehemalige BKA-Kollegen und Kontakte waren für mich gut getroffen, auch da sehr originell.
Insgesamt kann ich das Buch jedem empfehlen, der einen temporeichen, gut recherchierten Politthriller mit sehr aktuellem Bezug sucht. Ich hoffe noch mehr von Irina Starlineko lesen zu dürfen.
Rezensionen von rosetheline :
Im Leben nebenan von Anne Sauer
Parallelwelten
In Anne Sauers "Im Leben nebenan" geht es um Toni, die mit ihrem Freund Jakob in einer Altbauwohnung in der Stadt lebt und versucht schwanger zu werden. Leider vergebens. Eines Tages wacht Toni als Antonia auf, einer anderen und doch gleichen Version ihrer selbst: Sie lebt in ihrem Heimatdorf, ist mit ihrer ersten großen Liebe Adam verheiratet und.
.. hat ein Kind. In einer Art Parallelerzählung begleitet man zum einen Toni, die ihr Leben weiterhin lebt und Antonia, die das Leben mit Jakob kennt, aber auf der anderen Seite mit Adam und ihrer Tochter Hanna.
Innerhalb des Romans kommen somit Fragen und Gedanken auf zum Thema "Was wäre gewesen, wenn...?", aber auch wie sich eigentlich so ein Leben mit Kind anfühlt und ob dieser Wunsch intrinsisch ist oder einfach vorgelebt wird. Außerdem auch, welche Herausforderungen Frauen in der Gesellschaft als Mutter durchleben müssen. Meiner Meinung nach sind dies wichtige Themen, die vor allem Frauen um die 30 Jahre ansprechen.
Mir hat das Buch gut gefallen, auch, wenn es meiner Meinung nach nicht komplett ausgefeilt war. Die Idee der Parallelwelten finde ich an sich gut, aber leider wurde im Buch nicht direkt klar, wie sie entstanden sind.
Dennoch ist es ein Buch, das auch zum Nachdenken anregt und daher kann ich es empfehlen, sofern man sich nicht zu sehr auf die Parallelwelten konzentriert. Daher vergebe ich 3,5 Sterne.
Rezensionen von Astrid:
Leben spielen von Proschat Madani
Großaufnahme!
Wie auch wir müssen sich Schauspieler:innen ihren Ängsten und Sorgen stellen, haben Freude an ihrer Arbeit oder ärgern sich darüber. Hinzu kommt eine Besonderheit: die im Kapitel beschriebene ›Großaufnahme‹. In der wird schonungslos aufgedeckt. Jedes Wimmerl wird sichtbar, auch wenn die Maskenbildnerin alles gab.
Jede falsche Mimik wird vom Publikum wahrgenommen, als wären wir Zusehenden die FBI-Agenten auf der Suche nach den Lügen im Gesicht einer potenziellen Täterin. Die Schwierigkeit liegt also im Detail. Wie so häufig. So zu spielen, dass wir gebannt hinsehen, ist großartiges Schauspiel.
Ich fand es interessant, dem (Gefühls)Leben von Schauspielerin Proschat Madani folgen zu dürfen. Das Leben von Schauspieler:innen glänzt häufig nur wenig. Vielmehr ist es harte Arbeit, die wiederum nicht gesehen werden darf, denn im Film muss es für den Zusehenden wirken, als wäre alles echt und spontan und wahr, damit wir mitleiden, mitfiebern, träumen, weinen und lachen können.
Mir gefallen Gedanken und Schreibstil der Autorin. Diese Welt des Nachdenklichen, des Beobachtens, des Intro- und Extrovertierten, dieses ständige Wechselspiel zeigen mir, dass Proschat Madani nicht nur eine hervorragende Erzählerin ist, die mit Humor, Hirn und Hoffnung ihre Geschichten wiedergibt. Sie ist auch Philosophin und Denkerin und ihre eigene Kritikerin sowieso.
Rezensionen von Sophie H.:
Der unbekannte Junge und das Vermächtnis der Ehrlichkeit von Alexander Lombardi; Sandra Binder
Spannung pur
Die Vier vom See, das sind Antonia, Emma, Franky und Jaron. Verzweifelt versuchen die Vier zu verhindern, dass Antonias Familie und Jaron und seine Mutter die Jugendherberge aufgeben und verlassen müssen. Und auch die neue Klassenkameradin Laura bangt um ihr Zuhause in einer Sozialwohnung. In beiden Fällen hat der Rechtsanwalt Dr.
Trenner seine Finger im Spiel. Was hat er vor? Geht alles mit rechten Dingen zu? Und was hat das alles mit der Vergangenheit zu tun? Doch dann machen die Kinder eine Entdeckung, die alles in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Das Autorenpaar versteht es meisterhaft, zwei Geschichten, die auf zwei Zeitebenen spielen und den Glauben miteinander zu verknüpfen. Da ist zum einen die Geschichte um einen zweiten Kaspar Hauser aus dem Jahre 1917 in Starnberg. Ein Findeljunge wird aufgegriffen. Seine Spuren reichen bis in das Leben von Antonia. Und zum anderen die Geschichte in der Gegenwart, wo es um Freundschaft und Zusammenhalt geht und um ein Zuhause, das auf dem Spiel steht. Mitten im Raum steht dabei auch die Frage: Was ist, wenn Gott mit unserem Leben andere Pläne hat, als wir es uns wünschen? Können wir trotzdem auf seine Hilfe hoffen?
Dieses Buch ist bereits Band 9 aus der Reihe „Die Vier vom See“. Es lässt sich auch dann ohne Probleme lesen, wenn man die anderen Bände nicht kennt. Das Buch ist so spannend geschrieben, dass ich es kaum aus der Hand lesen konnte und es in einem Rutsch durchgelesen habe. Auf jeden Fall lesen!
Rezensionen von peedee:
Solo von Verena Steiner
Mit Mut gegen die Einsamkeit
Verena Steiner hat ihren Mann durch einen Unfall am Berg verloren. Nach zweieinhalb Jahren wollte sie etwas gegen die innere Leere unternehmen und ihre Lebensfreude zurückgewinnen. Sie musste herausfinden, wie sie aus der Einsamkeit herauskommt und wieder ein glückliches Leben führen kann – auch ohne ihren Partner.
Als Autorin ist sie das Recherchieren gewohnt, daher fiel ihr dies bei ihrem wohl persönlichsten Buch nicht schwer. Sie regt zum Handeln an: Jeder Tag kann genutzt werden, um an Mutprojekten zu arbeiten und die Komfortzone zu verlassen.
Erster Eindruck: Ein zurückhaltendes, bewegtes Cover – zusammen mit dem schlichten Buchtitel sehr passend.
Als ich den Untertitel „Alleinsein als Chance“ gelesen habe, dachte ich nur „ach ja, wie das?“ Einleitend schreibt die Autorin, dass das Buch alle „Solisten“, so nennt sie die Menschen, die allein sind, anspricht. Unabhängig des Alters, des Zivilstandes oder der Dauer des Sololebens. Okay, da fühle ich mich angesprochen.
Als partner-, kinder- und haustierlose Frau höre ich immer wieder mal Sprüche wie „Du hast es gut, Du kannst dieses und jenes machen, ohne auf andere Rücksicht nehmen zu müssen.“ Das wird zwar nur so dahingesagt, aber manchmal trifft mich dies. Es stimmt, dass ich allein etwas entscheiden kann. Ich kann es aber nicht nur, sondern ich MUSS. Mir fehlt der Austausch bzw. das gemeinsame Erleben in einer Partnerschaft oder Familie. Jede Lebenssituation hat zwei Seiten und es ist einfach, die Situation des Gegenüber zu bewerten, ohne zu wissen, wie es demjenigen geht.
Mir war bisher nicht bewusst, dass Einsamkeit in emotionale, soziale und existenzielle Einsamkeit unterteilt werden kann. Auf Details verzichte ich hier. Die Autorin gibt Tipps, wie man der Einsamkeit entkommen kann bzw. wie die innere Leere wieder gefüllt wird. Witzig fand ich dabei den Ausdruck, dass glückliche Allzeitsingles „nicht alle Eier in einem Korb“ haben, d.h. sie pflegen mehrere Beziehungen, unternehmen unterschiedliche Dinge, um ihr emotionales Gleichgewicht zu halten. Man soll kleinere und grössere Mutprojekte angehen, wie z.B. allein in ein Restaurant oder in ein Konzert gehen, einen Bastelkurs besuchen, einem Verein beitreten oder sich einer Reisegruppe anschliessen. Und nicht vergessen, immer wieder das Gespräch mit fremden Menschen suchen. Für mich ist es nicht schwierig, allein essen oder in ein Konzert zu gehen und banale Gespräche zu führen. Aber mir fällt es schwer, z.B. einem Verein beizutreten, denn „alle“ anderen kennen sich und ich bin „die Neue“, wohlwissend, dass das jedem zu Beginn so geht. Eine Reisegruppe wäre nichts für mich.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Es waren interessante Tipps dabei, was man der eigenen Trägheit entgegenhalten kann. Für diese Inputs bedanke ich mich – 4 Sterne.
Rezensionen von Ruth:
Die Farbe des Schattens von Susanne Tägder
Gelungene Fortsetzung
Die Juristin Susanne Tägder konnte mich schon mit ihrem Debut „Das Schweigen des Wassers“ überzeugen und gespannt erwartete ich die Fortsetzung.
Die schließt nahtlos an den Vorgänger an. Im Zentrum steht wieder Hauptkommissar Arno Groth, der im Herbst 1991, nach zwanzig Dienstjahren bei der Hamburger Polizei, als Aufbauhelfer Ost in seine Geburtsstadt Wechtershagen in Mecklenburg-Vorpommern zurückgekehrt ist.
Seit drei Monaten lebt er nun hier, doch richtig angekommen ist er noch nicht. Da landet eine Vermisstenanzeige auf seinem Schreibtisch: Der elfjährige Matti war nur kurz einkaufen und ist seitdem spurlos verschwunden. Groth ordnet eine großangelegte Suchaktion an, auch Nachbarn beteiligen sich, denn bei der Kälte ist Eile geboten. Doch die Suche bleibt ergebnislos. Zwei Tage später wird in einem Keller die Leiche des Jungen gefunden. Indizien weisen auf einen ortsbekannten Alkoholiker hin, der dann tatsächlich nach einem zermürbenden Verhör die Tat gesteht. Aber Groth hat seine Zweifel, berechtigt, wie sich bald herausstellt. Stattdessen beginnt er einer anderen Spur nachzugehen. Vor ein paar Jahren verschwand in der Gegend schon einmal ein Junge, der Fall wurde nie gelöst.
Die Ermittlungen führen Groth in eine Plattenbausiedlung in einem Brennpunktviertel. Viele hier haben nach der Wende ihren Job verloren; Frust und Wut sind die vorherrschenden Gefühle. „Da gibt es diejenigen, die an nichts mehr glauben, und diejenigen, die an das Falsche glauben. Dazwischen ist nicht viel.“ Groth trifft oft auf eine Mauer des Schweigens. Das Vertrauen in die Polizei ist nicht groß. Umso höher der Druck auf Groth, Ergebnisse zu liefern.
Susanne Tägder erzählt auch hier wieder in einem ruhigen Tempo. Detailliert beschreibt sie die tägliche mühsame Polizeiarbeit, ebenso die emotionale Belastung, die so ein Mordfall mit sich bringt.
Und mit Groth hat die Autorin einen besonderen Ermittler geschaffen. Einen, der nachdenklich und voller Selbstzweifel die Sache angeht und sich mehr von seinem Bauchgefühl leiten lässt. Und er ist ein Versehrter, wie viele der Figuren im Roman. Dazu passt auch, dass sich die Liebesbeziehung zu einer ehemaligen Schulkameradin nur langsam entwickelt. Groth ist ein Polizist, für den die betroffenen Menschen im Vordergrund stehen, nicht „ der Fall“.
Auch die Nebenfiguren werden vielschichtig und mit viel Empathie gezeichnet. Da ist das Opfer Matti, ein schweigsamer Junge, über den seine überforderte Mutter und der arbeitslose Vater wenig wissen. Oder die Taxifahrerin Ina, die mit ihrem Sohn vor ihrem saufenden und prügelnden Ehemann geflüchtet ist und deshalb viel zu spät mit ihren Beobachtungen zur Polizei geht.
Oder Kollege Gerstacker, den man noch aus dem ersten Band kennt. Der ist mittlerweile wegen seiner früheren Stasi-Verbindung vom Dienst suspendiert, wird aber von Groth zu den Ermittlungen herangezogen, da er als Einziger mit dem alten Fall vertraut ist.
Obwohl der Grundton eher ruhig und melancholisch ist, entwickelt die Geschichte einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann.
„Die Farbe des Schattens“ ist ein atmosphärisch dichter und ungemein fesselnder Roman, der das Niveau des Vorgängers halten kann. Auch dieses Mal liefert die Autorin ein stimmiges Bild der Nachwendezeit. Ich freue mich schon auf weitere Bände mit dem sympathischen Ermittler.
Rezensionen von Linelovesreading :
OTTO fährt los - Weihnachten in Finnland von Madlen Ottenschläger
Wunderbar weihnachtlich
Dieses Bilderbuch ist wunderbar weihnachtlich und man hat direkt Lust, selbst eine Reise nach Finnland zu machen, um dort Weihnachten zu verbringen.
Die Illustrationen sind einfach zauberhaft und es gibt es viel zu entdecken. Dabei fand ich es besonders toll, dass so viele Dinge abgebildet sind, die traditionell in Finnland sind.
Die Texte sind gut zum Vorlesen geeignet, da sie nicht zu lang sind. Toll fand ich auch, dass es immer wieder kurze Erklärungen und Aufgaben innerhalb der Texte gibt. So bleibt die Aufmerksamkeit der Kinder besser erhalten und es wird abwechslungsreicher, wenn die Kinder Fragen beantworten können oder etwas auf dem Bild suchen können.
Eine Sache hat mir leider nicht so gut gefallen. Das sind die Wortneuschöpfungen, die in der Geschichte sehr häufig auftauchen. Da ist meiner Meinung nach weniger mehr. Vor allem kann das Kinder verwirren, die Probleme mit der deutschen Sprache haben. Da wäre es meiner Meinung nach sinnvoller, weniger neue Wörter zu erfinden und stattdessen lieber viele Adjektive zu nutzen, um alles genau zu beschreiben.
Insgesamt aber ein sehr schönes und weihnachtliches Bilderbuch für Kinder ab etwa 4 Jahren.
Rezensionen von NT:
Bestie von Joana June
Über Freundschaften
Lilly versucht, ihre Vergangenheit als Delia hinter sich zu lassen und zieht bei Anouk ein, einer Influencerin, der sie seit langem folgt. Schon früh wird klar: Dieses neue Leben ist von Lügen durchzogen, aber auch von Hoffnung auf einen Neuanfang.
Beim ersten Reinlesen in das Buch habe ich etwas total anderes erwartet: Mir haben die ersten Kapitel einen seichten Thriller-Vibe gegeben.
Doch Bestie entpuppte sich als tiefes Porträt von Freundschaft in all ihren Facetten: Bewunderung, Eifersucht, Nähe, Distanz. Joana June zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Verehrung und Besessenheit sein kann, und wie sehr Freundschaft unser Ich mitprägt. Die Autorin hat für ihren Debütroman eine klare, moderne und poetische Sprache gefunden. Die Figuren sind vielschichtig, ihre Konflikte spürbar und nachvollziehbar. Bestie bleibt im Kopf, auch wegen der Fragen, die es uns stellt: Wer sind wir, wenn wir uns neu erfinden? Wie sehr formen Beziehungen unser Bild von uns selbst? Für mich war dieses Buch eine lohnende, intensive und moderne Lektüre.











