Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PMelittaM:
Das Buch der gefallenen Blätter von A. S. Tamaki
Atmosphärisch und komplex
Vor Jahren stellte sich der Gensei-Clan gegen das Kaiserhaus und verlor. Kai, die Tochter des Clanführers wurde von einer dem Kaiser nahestehenden Familie großgezogen, sein Bruder Yora, genannt der Poet, schwor dem Kaiserhaus die Treue. Sen, damals noch ein Baby wurde heimlich in Sicherheit gebracht, wuchs im Norden als Adoptivsohn eines anderen Clans auf, und gilt als tot.
Nun, 17 Jahre später, scheint das Kaiserhaus wieder vor der Entmachtung zu stehen, der Kanzler des Reiches hat dafür gesorgt, dass das jüngste Mitglied auch mit ihm verwandt ist, und greift nach der Macht. Wieder kommt es zur Rebellion.
Über weite Teile mutet die Geschichte wie ein historischer Roman an, nur dass das Setting phantastisch ist, auch wenn es anscheinend japanisch inspiriert ist, und es phantastische Wesen wie Gottheiten und Dämonen gibt. Diese sind im Roman rar gesät, kommen aber vor.
Erzählt wird sehr bildreich, poetisch und atmosphärisch. Die Geschichte ist nicht immer leicht zu lesen und erfordert Aufmerksamkeit. Gerade in der ersten Hälfte wird viel über die politische Situation und die Verstrickungen der einzelnen Clans beziehungsweise Charaktere erzählt. Hier wäre ein Glossar im Anhang sinnvoll gewesen, auch, weil man nicht jeden Begriff kennt, obwohl die meisten aus dem Kontext Sinn ergeben. Immerhin gibt es ein Personenverzeichnis und eine Karte.
Wirkt die erste Hälfte manchmal etwas langatmig, zieht die Spannung in der zweiten Hälfte deutlich an. Während die ersten 300 Seiten die Charaktere, die Welt und die politische Lage näher bringen, wird es nun ernst, und die gegnerischen Seiten prallen zunehmend ernster aufeinander. Am Ende wird es Tote geben.
Erzählt wird aus mehreren Perspektiven. Neben den schon erwähnten Kai, Yora und Sen, gibt es noch das Mädchen Rui, das am geheimnisvollsten ist, und Yaeko, eine ehemalige Schülerin Yoras, die sich später gegen ihn stellen muss. Außerdem gibt es Einblicke in dämonisches Handeln. Außerdem gibt es weitere interessante Charaktere, wie zum Beispiel den Mönch Jobo, der sowohl der Lehrer Jens als auch der Ruis wird. Nach und nach lernt man die Charaktere besser kennen, mir sie nahe und ich habe mit ihnen mitfühlen können.
Wieder einmal hat sich gezeigt, dass es Sinn machen kann, am Ball zu bleiben, auch wenn sich ein Roman zunächst nicht wirklich zu erschließen scheint. Vielleicht hätte es Sinn gemacht, die erste Hälfte etwas zu kürzen, letztlich ist es aber schon wichtig, die verschiedenen Verknüpfungen deutlich zu machen.
A. S. Tamakis Debütroman ist besonders. Bildreich, atmosphärisch und poetisch erzählt, hat er mir interessante und spannende Lesestunden beschert. Er verlangt aufmerksames Lesen, man sollte sich auf ihn einlassen. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
Rezensionen von Sassy:
Über vier Leben von Pauline Hatscher
Wie wir werden, was wir sind
"Doch wäre traurig zu werden eine Entscheidung, hätte ich mich längst schon dagegen entschieden.” S.305
Ich finde das Cover richtig schön. Es sieht wie ein echtes Gemälde aus. Toll finde ich, wie der Titel sich in das Cover einfügt. Sehr gelungen.
Beim ersten Kapitel hatte ich ein wenig Schwierigkeiten und schon Bedenken, dass ich mit den ganzen Namen und Generationen nicht klar komme.
Aber ab dem zweiten Kapitel, also nach wenigen Seiten, war es dann viel einfacher und die Geschichte konnte mich komplett fesseln. Ich habe mir am Anfang sogar einen Stammbaum der Familie angelegt, den ich dann aber gar nicht mehr benötigte.
Das Themen “Wie wir werden, was wir sind” und der vererbte Schmerz sind in dieser Geschichte sehr intensiv und eindrücklich abgebildet. Alle Geschichten empfand ich als so unglaublich traurig und hatte mit allen vier Frauen sehr viel Mitleid. Die Schmerzen und das Leid der Frauen konnte ich gut nachvollziehen. Die meiste Zeit hatte ich beim Lesen einen dicken Kloß im Hals und habe an mehreren Stellen Rotz und Wasser geweint.
Ich habe unweigerlich über meine eigene Familie nachgedacht und hätte große Lust, jetzt selbst auf Recherchereise zu gehen.
Das Buch ist nicht zuletzt ein eindrucksvolles Portrait des Rollenbild der Frau in den letzten 100 Jahren.
Aber es ist definitiv keine leichte Kost. Es geht um Vergewaltigung, Kindesentzug, Misshandlung auch von Kindern, Depressionen, Suizid und toxische Beziehungen.
Ich weiß nicht, wann mich ein Buch das letzte Mal so berührt hat und ich werde die Autorin definitiv im Auge behalten.
Absolute Leseempfehlung für alle, die bewegende Familiengeschichten auf verschiedene Zeitebenen mögen.
Rezensionen von milky:
Masterminds, Band 1 - Der Darknet-Köder von Chris Morton
Justus van Meeren hatte einen Autounfall, bei dem er schwer verletzt wurde und seine Eltern gestorben sind. Zunächst ist er davon überzeugt, dass sein Vormund und Pate Randolf nur das Beste für ihn möchte, jedoch hegt er bald den Verdacht, dass dieser nur auf sein Millionenerbe aus ist. Zusammen mit Justus' Bodyguard Parker hecken sie einen Plan aus, um Randolf auffliegen zu lassen.
Dafür stellen sie ein Team aus fünf Masterminds zusammen.
Insgesamt ist der Schreibstil von Chris Morton sehr gut, da ich das Buch flüssig lesen konnte und über nichts "gestolpert" bin. Es waren nur knapp über 300 Seiten, aber vom Inhalt kam es mir weniger vor. Die Geschichte wurde recht schnell und mit wenigen Ausschmückungen erzählt. Die fünf Hauptfiguren hatten leider eher einen oberflächlichen Charakter mit wenig Tiefgang. Meistens konnte ich auch keine richtigen Verbindungen zu ihnen aufbauen und mich in sie hineinversetzen.
Fazit: auch wenn mich die Geschichte nicht umgehauen hat, würde ich den zweiten Teil dieser Serie lesen, um zu wissen wie es mit den fünf Masterminds weitergehen wird.
Rezensionen von Tara:
Zwei Frauen von Katja Maybach
Hannah und Julie – zwei beeindruckende Protagonistinnen
„Zwei Frauen“ ist ein historischer Roman der in München lebenden Autorin Katja Maybach, zu dem sie durch die Biografien ihrer Großmütter inspiriert wurde.
Die Handlung beginnt im Sommer 1912 in einem Dorf in der Pfalz. Hannah ist gerade einmal 22 Jahre alt, als ihr Vater stirbt. Da ihr Bruder auf den elterlichen Hof verzichtet und diesen auf sie überschreibt, steht Hannah vor einer großen Aufgabe.
Bei der Überschreibung lernt sie die Frau des Notars – Julie – kennen. Das Leben der beiden Frauen könnte kaum unterschiedlicher sein und dennoch werden sie zu engen Freundinnen, die sich im Leben unterstützen.
Der Schreibstil von Katja Maybach liest sich angenehm. Sie versteht es, ihre Leser innerhalb weniger Seiten zeitlich um mehr als 100 Jahre zurückzuversetzen. Ihre Charaktere beschreibt sie authentisch und lebendig. Mir gefiel der Kontrast zwischen ihren Protagonistinnen sehr. Während Hannah hart arbeitet und sich dadurch Freiheiten verschafft, lebt Julie in einer luxuriösen Welt, lässt sich bedienen und von ihrem Mann einschränken.
Neben ihnen gibt es zahlreiche weitere interessante Charaktere, durch die der Zeitgeist erst so richtig lebendig wird.
Der Erste Weltkrieg verändert das Leben der Frauen, der Alltag wird schwierig, aber ihre Freundschaft bleibt. Mit Hannah und Julie hat die Autorin zwei starke Persönlichkeiten erschaffen, die ich gerne ein Stück durch ihr Leben begleitet habe. Beide Frauen haben mich - jede auf ihre ganz eigene Art – beeindruckt. Ich habe mich mit ihnen gefreut, gehofft und gebangt, sodass ich richtig traurig war als ich das Buch beendet hatte.
Wer gerne historische Romane über starke Frauenfiguren liest, liegt mit diesem Roman genau richtig.
Rezensionen von gabiliest:
Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten 2 von Jeff Kinney
Witziges Gänsehautfeeling
Lust auf Gänsehautfeeling? Dann lies doch mal den zweiten Band von Ruperts “Echt unheimlichen Gruselgeschichten”! Der international bekannte Autor von “Gregs Tagebuch” und “Ruperts Abenteuern“, Jeff Kinney, lässt wieder einen Ideenschauer über seiner jugendlichen Leserschaft niedergehen und legt einen humorvollen und spannenden Comicroman vor, den man besser nicht vor dem Schlafengehen lesen sollte.
Denn schon am schaurig schönen Cover sieht man das erste Missgeschick, eine missglückte Verwandlung – und welcher Junge möchte gern als Käfer enden?
Doch in diesem grauenhaften Universum geschehen noch mehr seltsame und gespenstische Dinge. Hast du dir schon einmal überlegt, warum der Sensenmann heute so unbeliebt ist? Das war nicht immer so! Wenn nicht dumme Zufälle dazu geführt hätten, dass er immer über Leichen stolpert, könnte er heute ein fröhliches Leben führen! Und wer sagt denn, dass eine Übernachtungsparty immer gelungen sein muss? Auch nicht erwartete und eigenartig aussehende Gäste können sehr nett sein! Wusstest du übrigens, dass Zombies hervorragend mit Computern umgehen können oder dass man nicht erschrecken soll, wenn man plötzlich einen riesigen Mund auf dem eigenen Bauch sieht? Jeder Körper ist schön, es kommt nur auf das Auge des Betrachters an!
Die Augen der Kinder und Jugendlichen, die diesen Comicroman lesen, werden jedenfalls leuchten. Neben den fantasievollen Illustrationen finden sie ideenreiche, abstruse und witzige Geschichten, die für einen angenehmen Gruselschauder sorgen. Das Buch wird ab zehn Jahren empfohlen, aber auch ältere Jugendliche (und Eltern!) werden Spaß haben.
Jeff Kinney hat mit “Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten 2” ein Buch vorgelegt, das auch Lesemuffel begeistern wird. Denn die zwölf spannenden Abenteuer sind nicht nur haarsträubend komisch erzählt, sondern sind durch die große Schrift auch angenehm und vergnüglich zu lesen. Daher empfehle ich diesen zweiten Gruselschauder-Band von Gregs bestem Freund Rupert gerne allen jungen und jung gebliebenen Comicfans, die verrückte Ideen und Gänsehautfeeling lieben.
Rezensionen von beavielleser :
Wellenlänge von Wolfgang Böhm
Radio als Balsam für die Seele
Das Cover des Buches spricht mich leider nicht an und deshalb hätte ich nie danach gegriffen. Erst die Kommentare im Forum haben mich darauf aufmerksam gemacht und darüber bin ich jetzt sehr froh.
Zum Inhalt:
Felix ist 11 Jahre und wächst während der Kriegsjahre bei seinem Vater auf.
Er liebt es Radio zu hören, vorallem Sender, die bei den Nazis als Feindsender gelten. Die Moderatorin Eva Seeger hat es ihm besonders angetan. Egal wohin es ihn die nächsten Jahre verschlägt, immer ist er auf der Suche nach ihrer Stimme im Radio. Oft muss er lange warten bis er sie wieder hören kann, denn Eva Seeger flüchtet von Luxemburg nach New York, später geht sie nach London und nach Kriegsende kehrt sie wieder nach Luxemburg zurück.
Eindrücklich erzählt Wolfgang Böhm die Geschichte von Felix und Eva und wie die Nazis auf die öffentliche Meinung Einfluss genommen haben. Auch die Judenverfolgung und der Umgang mit Homosexualität kommt zur Sprache. Es ist ihm sehr gut gelungen eine fiktive Geschichte mit Zeitgeschehen zu verknüpfen.
Rezensionen von readpassion9:
Songs of the Void, Band 1 - Echo der Stille von Anne Lück
dunkle Geheimnisse, Mystery und eine Prise Romance
"Songs of the Void - Echo der Stille" ist mein erstes Buch von Anne Lück und hat mich total begeistert. Die Geschichte spielt in Montreal im Music Business, in das man tief eintaucht durch Alizes Erlebnisse. Alize musste sich in der Musikbranche hoch kämpfen und hat ihren Traumjob bei Nova Tone ergattert, doch ihr Zeitvertrag läuft bald ab und sie muss neue Talente finden, die bei Nova Tone unter Vertrag gehen.
Ihre Lieblingsband Silentbound ist für sie unerreichbar: Die Musiker tragen Masken, keiner kennt ihre wahre Identität, Tickets bekommt man nur bei einer Verlosung. Doch Alize ist ehrgeizig, durch ihr Cochlea-Implantat ist ihr Hörvermögen besonders und bei den Songs von Silentbound hört sie das gewisse Etwas. Als sie tatsächlich eine Einladung zu einem Konzert erhält wird ihr Traum jedoch zum Alptraum, etwas Mysteriöses und zutiefst Verstörendes nimmt seinen Lauf.
Wo soll ich anfangen? Bei den wundervoll gezeichneten Charakteren, die lebendig und authentisch wirken, unverwechselbar und vielschichtig sind. Alize, Leo und Malo sind mir ans Herz gewachsen, aber vor allem Alize. Durch die Erzählung aus der Ich-Perspektive ist man nah an ihr und ihren Gefühlen dran, eine Protagonistin zum mitfiebern. Besonders gelungen ist der Mix aus dunklen Geheimnissen, Mystery und einer Prise Romance. Die Story ist spannend, die Atmosphäre meist düster und geheimnisvoll. Und vor allem sehr emotional. Der Cliffhanger am Ende hat mich schockiert und war für mich nicht vorhersehbar. ich bin schon so auf die Fortsetzung gespannt.
Fazit: Sehr genial, verdiente 5*, ich bin schon so auf die Fortsetzung gespannt.
Rezensionen von readpassion9:
Alles ihre Schuld von Andrea Mara
spannender Psychothriller
Marissas heile Welt ändert sich schlagartig. Sie und ihr Mann sind beruflich erfolgreich, haben ein luxuriöses Haus, einen kleinen Sohn den sie über alles lieben, eine Nanny, die ihn betreut. Milo kommt auf einen neue Schule, muss Freunde finden. Was eignet sich besser, als ein Playdate? Marissa hat Jacobs Mutter Jenny nur kurz kennengelernt und für sympathisch befunden, den Zufall mit den identischen Kleidern hat sie perfekt überspielt.
Als die Einladung zum Playdate kommt stimmt sie zu. Doch als sie Milo abholen will, steht eine Unbekannt vor ihr, die weder Jenny noch Jacob kennt. Liegt eine Verwechslung vor? Schnell stellt sich heraus, dass es keine Verwechslung ist, Milo wurde einführt.
Der Alptraum jeder Mutter wird für Marissa wahr, die spannende Story war für mich ein Pageturner. Aus wechselnden Perspektiven legt die Handlung eine ganz eigene Dynamik vor. Geheimnisse kommen ans Licht und die Story ist bis zum Schluss fesselnd und absolut spannend. Dazu der lockere Schreibstil, der sich super flüssig lesen lässt. "Alles ihre Schuld" ist ein Thriller der Extraklasse mit Wendungen bis zum bitteren Ende. Verdiente 5 Sterne.
Rezensionen von readpassion9:
Totensee von Sophie Czerny
düsterer und brutaler Thriller
„Totensee“ von Sophie Czerny ist ein düsterer Thriller, ein gelungenes Thriller-Debüt. Im Mittelpunkt steht Ada Sabel vom LKA Wien, zur Zeit suspendiert. Adas 14jährige Tochter Mara ist seit Monaten verschwunden, dass Mara entführt wurde, glaubt ihr nur niemand. Angenommen wird, dass Mara von zu Haus ausgerissen ist.
Für Ada ist nichts wie es war, sie macht sich Vorwürfe, da sie mit Mara im Streit auseinander gegangen ist und ermittelt auf eigene Faust. Als am Ufer der Donau eine Leiche gefunden wird, in deren Haut Adas Namen geritzt ist verfolgt sie die Spur und muss tief in ihre eigene Vergangenheit eintauchen. Hilfe bekommt sie von ihrer Anwältin und ehemaligen Freundin Heidi Bauer.
Adas Zerrissenheit und Verzweiflung, ihre Selbstvorwürfe sind spürbar. Sie wirkt verletzlich und unnahbar, sie ist am Ende. Dadurch entsteht eine düstere und bedrückende Stimmung, die sich durch die gesamte Geschichte zieht.
Ada selbst ist die Antiheldin: kantig, irgendwie schwierig, kein Charakter der Sympathien erweckt. Doch sie kämpft mit allen Mitteln, um ihre Tochter zu finden.
Es läuft auf das Thema Missbrauch und Gewalt in katholischen Einrichtungen hinaus, was man durch immer wieder eingeschobene Rückblicke erfährt. Einige Kapitel sind aus der Sicht des Täters und der Opfer verfasst, es wird klar wie das Buch zu seinem Titel kommt.
Der Schreibstil ist knapp, direkt, lässt sich gut lesen. Erinnert mich tatsächlich an Bernhard Aichners Bücher.
Fazit: Harter, düsterer Thriller mit einer guten Portion Spannung.
Rezensionen von Arambol:
Alles wird Asche (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 12) von Nele Neuhaus
Komplexe Handlung
"Die perfideste Form von Macht bestand inzwischen gar nicht mehr darin, die Wahrheit zu verbergen, sondern darin, beliebig viele Wahrheiten erzeugen zu können."
Seit Jahren lese ich die Taunus-Krimis um Pia Sander und Oliver von Bodenstein und freue mich immer wieder auf einen neuen Fall.
„Alles wird Asche“ ist inzwischen der 12. Band der Reihe und erzählt erneut eine abgeschlossene Geschichte. Trotzdem empfehle ich, die Bücher in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen, denn nur so lassen sich die vielen Verknüpfungen zu früheren Fällen und die persönliche Entwicklung der Charaktere richtig einordnen.
In einer brennenden Villa im Taunus stirbt eine Frau, wenig später kommt ein Bauunternehmer in einem Frankfurter Rohbau ums Leben. Die Ermittlungen führen Pia und Oliver zum verstorbenen Milliardär Patrick Brinkhoff, seiner Familie und seiner Firma, die einen revolutionären KI-Chatbot entwickelt hat. Je tiefer die Ermittler in ein Geflecht aus Gier, Loyalität und alten Konflikten eintauchen, desto näher kommen sie dem Täter.
„Alles wird Asche“ ist erneut ein überaus aktueller und brisanter Roman. Dabei stehen Themen wie die Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz, der fahrlässige Umgang mit sensiblen Daten in sozialen Netzwerken und die scheinbar sorglose, unzureichende Absicherung von Smart-Home-Systemen im Fokus.
Die Figuren sind glaubwürdig und individuell charakterisiert. Auch bei einigen bekannten Charakteren gibt es interessante und teilweise schicksalhafte Entwicklungen im Privatleben.
Durch zahlreiche unterschiedliche Erzählperspektiven gibt es viele mögliche Spuren und Verdächtige. Allerdings ist die Handlung sehr komplex angelegt und zieht sich dadurch stellenweise etwas in die Länge. Der Kriminalfall ist interessant konstruiert, hätte für meinen Geschmack aber deutlich mehr Spannung vertragen können.
Fazit: „Alles wird Asche“ ist ein gut konstruierter und thematisch aktueller Krimi, der mich insgesamt überzeugt hat. Für mich nicht der stärkste Band der Reihe, da es stellenweise an Spannung fehlt – trotzdem unterhaltsame Krimikost auf hohem Niveau.











