Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Was bleibt, wenn Gott schweigt von Nicola Vollkommer
Beten nur mit Garantie?
Was tun, wenn Gebete nicht erhört werden? Wenn Gott Nein sagt? Aber weshalb erhört Gott manche Gebete und andere nicht? Ist der/die Betende es nicht wert? Soll er/sie sich deshalb von Gott abwenden, da das Gebet nichts „gebracht“ hat? Nicola Vollkommer zitiert Beispiele aus der Bibel und zeigt auf, was nach Gottes Nein geschah.
Erster Eindruck: Das Cover entspricht leider nicht meinem Geschmack (aber es kommt ja eh auf die inneren Werte an!).
Es heisst immer, Gott ist gut. Aber wieso gibt es z.B. Kriege, unheilbare Krankheiten, zerbrechende Beziehungen? Hier zwei eindrückliche Zitate von Hiob: „Das Gute nehmen wir von Gott an, da sollten wir das Böse nicht auch annehmen?“ Und: „Egal, was geschieht, Gott hat recht, Gott lenkt, Gott hat das letzte Wort.“ Solche Aussagen beeindrucken mich sehr. Auch wenn in der heutigen Zeit todkranke Menschen oder jene, die etliche Verluste in ihrem Leben erleiden mussten, so etwas sagen.
Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht: Wie hätte ich an seiner/ihrer Stelle reagiert? Wäre ich so geduldig gewesen? Hätte ich weiterhin vertraut, auch bei einem wiederholten Nein? Wenn alles im Leben gut läuft, ist es einfach, zu glauben. Doch wenn es Krisen gibt, zeigt sich, wie stark der Glaube ist. Schon lange heisst es „höher, schneller, weiter“, d.h. wenn etwas nicht in kurzer Zeit zum Ziel führt, sollte man die Bemühungen intensivieren oder es aufgeben. Soll dies heissen, wenn ein Gebet nicht in einem Ja resultiert, ist das Beten „unnütz“? Muss ich einfach doppelt so intensiv beten? Es gibt keine „Frömmigkeit mit Rendite“. Ein schönes Bild: Ein gläubiger Mensch steht am Bankschalter und zahlt ein, z.B. 10 Gebete für ein Ja von Gott. Tja, so funktioniert es eben nicht.
Für mich war dies das dritte Buch der Autorin, nach „Am Rande der gefrorenen Welt“ sowie „Menschen, die die Welt bewegen“, welche mir beide ausgezeichnet gefallen haben. Das vorliegende Buch hat sich nicht mal eben so „runterlesen“ lassen, denn schliesslich ist es kein Roman. Die Erfahrungen aus der Bibel, bei denen Nein gesagt wurde, machen den Grossteil des Buches aus. Dabei gibt es auch Bezüge zur aktuellen Zeit, wobei ich mir gewünscht hätte, dass diese zahlreicher wären. Vielen Dank für dieses Buch und die Denkanstösse – 3 Sterne.
Rezensionen von robertp:
Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger
Mr. Smith
Und so beginnt es: DC Smith soll routinemäßig den Unfalltod des siebzehnjährigen Wayne Fletcher prüfen, der beim Baden mit Freunden im Fluss ertrank.
Der Polizist spielt hier die Hauptrolle, der Fall ist nur Nebenschauplatz. Tatsächlich geht es darum, dem Kollegen nahezubringen in den Ruhestand zu gehen.
Seine Anwesenheit ist lästig, er kennt zu viele Geheimnisse, warum möchte er nicht in Rente? Beförderungen lehnt er ab, die Kollegen schauen zu ihm auf oder weg sobald er den Raum betritt. Um ihn umzustimmen bekommt er auch noch einen Azubi zugeteilt, ihm soll er die Raffinessen des Berufs zeigen. Der junge Kollege, Chris Waters, hat sich ihn als Mentor gewünscht. Der Detektiv sieht zwei Beweggründe darin entweder ist er ein Spitzel, der ihn observieren soll oder tatsächlich interessiert an der unkonventionellen Art wie Smith seine Fälle erfolgreich löst. Als er erfährt, dass er der Sohn eines Arbeitskollegen und Freundes ist, wird die Beziehung herzlicher.
Die Recherchen bringen die beiden zu einem, im Ruhestand befindlichen, Captain J. Hamilton, der sich auf seinem Anwesen eine Privatarmee leistet. Warum, fragen sich die beiden und forschen nach.
Bald schon werden sie in Verbrechen von internationalem Umfang (Jugoslawienkrieg) involviert.
Mit DC Smith hat Peter Grainger 2013 den englischen Krimiboden betreten - im Selbstverlag. Inzwischen sind es 15 Fälle mehr geworden und seine „follower“ sind begeistert. Die Serie sollte dem Englischlehrer zunächst ein kleines Taschengeld nebenher einbringen, wurde aber zu einem größeren Erfolg als der Autor gedacht hat. Nun ist DC Smith auch in Deutschland angekommen. Mit seinem Debüt wird er sicherlich erfolgreich sein, steht er doch in der Tradition eines John Rebus in den nördlichen Gefilden und ist am Ende seiner Karriere angelangt, womit er sich sozusagen um nicht mehr sch….. muss. Der ersten Teil macht Lust auf viel mehr und hoffentlich folgen bald alle anderen – 2 & 3 sind schon in der Pipeline des Verlags.
Rezensionen von spozal89:
Einfach Frida! Hurra, mein letztes Kindergartenjahr! von Eliane Retz
sehr einfühlsam
Für Kinder im Vorschulalter meiner Meinung nach genau das richtige Buch um mit dem Thema Kindergarten-Schulwechsel umzugehen. Ich finde den Schreibstil sehr einfühlsam und auch sehr realitätsnah. Das Vorlesen macht Spaß, weil sich die Kinder hier auf jeden Fall sehr gut mit Frida identifizieren können! Es werden viele Alltagssituationen rund um den großen Wechsel behandelt und darauf eingegangen.
Jedes Kind hat da seine eigenen kleinen und großen Problemchen damit, aber es ist immer ein Abenteuer.
Die Geschichte wird durch tolle Illustrationen ergänzt, weshalb es sich meiner Meinung auch gut als Vorlesebuch im Kindergarten eignen würde. Es behandelt nämlich nicht nur die Vorfreude und die besonderen Ereignisse des letzten Kindergartenjahres, sondern auch die Zweifel und Ängste, was dieser große Schritt mit sich bringt. Daher gibt es eine klare Leseempfehlung!
Rezensionen von Petra:
Red Star Rebels von Amie Kaufman
Wettlauf mit der Zeit
Hunter und Cleo sind die beiden Einzigen die auf einer Marsstation zufällig zurück geblieben sind. Sie eine illegale Einwanderin, er der Spross der Gründerfamilie. Die Evakuation war nicht auf Grund eines Unfalls sondern von Terroristen herbei geführt. Nun haben die beiden ca. 8 Stunden Zeit die Situation zu retten.
Die Science Fiction Geschichte ist spannend und erinnert an Raumschiff Enterprise und ähnliches. Das Tempo ist genauso rasant wie man es aus Filmen kennt, wenn man schon mit Lichtgeschwindigkeit reist ( obwohl hier an einer Stelle von 25 km/h die Rede ist ) dann muss man sein Lesetempo anpassen. Abwechselnd denken und handeln Cleo und Hunter, bei beiden scheint es Liebe auf dem ersten Blick zu sein, trotz der großen Unterschiede in der Herkunft.
Die Geschichte ist von allem etwas. Science Fiktion, Liebesgeschichte, Abenteuer, Thriller. Jedoch in jedem Bereich eher zahm sodass sich alle Fans der einzelnen Themen entweder nicht ganz abgeholt oder neugierig gemacht auf andere Genres fühlen.
Der Schreibstil hat Witz und ist locker, flockig vom Hocker. Meiner Meinung nach eine unterhaltsame Geschichte für zwischendurch.
Rezensionen von Shilo:
Stunden des Umbruchs von Elisa Rimpach
Zwischen Krieg, Angst und Hoffnung
Nach vielen gemeinsamen Jahren mit der Familie Hartmann fällt der Abschied nicht leicht. Die Figuren sind längst vertraut geworden, deshalb fühlt sich dieser letzte Band noch einmal besonders an.
Die letzten Kriegsmonate stellen die Familie vor schwere Entscheidungen. Paul versucht den Weg nach Hause zu finden und muss sich gleichzeitig mit dem auseinandersetzen, was der Krieg aus ihm gemacht hat.
Erika lebt mit der Angst, entdeckt zu werden. Während sie heimlich Informationen an den Widerstand weitergibt, bringt ihre Liebe zu einem französischen Kriegsgefangenen sie immer wieder in schwierige Situationen. Als dann auch noch die Familienfabrik zerstört wird, scheint kaum noch Hoffnung zu bleiben.
Pauls Entwicklung gehört zu den stärksten Teilen der Geschichte. Seine Gedanken und Entscheidungen verändern sich Schritt für Schritt und genau das wirkt überzeugend.
Auch Erika steht immer wieder vor Entscheidungen, die nicht leicht sind. Sie lebt mit der Angst, entdeckt zu werden, und versucht trotzdem, ihren eigenen Weg zu gehen. Dadurch lassen sich ihre Entscheidungen gut nachvollziehen.
Auch in schweren Zeiten verlieren die Figuren den Blick nach vorn nicht ganz. Das macht die Geschichte abwechslungsreich und sorgt dafür, dass die Hoffnung nie völlig verloren geht. Viele Situationen wirken nachvollziehbar und passen gut zu den Menschen, um die es hier geht.
Die Geschichte spielt in den letzten Monaten des Krieges. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Menschen mit ihren Sorgen, ihren Verlusten und der Frage, wie es für sie weitergehen kann. Genau das macht das Buch für mich so lesenswert.
Für die Familie Hartmann endet der gemeinsame Weg auf eine passende Weise. Nicht jede Wunde kann heilen, doch viele offene Fragen finden ihren Abschluss. Ein gelungener Abschluss, der die Geschichte der Familie Hartmann passend zu Ende bringt.
5 Sterne.
Rezensionen von lu_rkz:
Les Bouttiers - Wir sind alles von Antonia Wesseling
Zum Verlieben schön
„Les Bouttiers – Wir sind alles“ von Antonia Wesseling hat mich von der ersten Seite an gepackt, wie auch schon der erste Band. Die Geschichte verbindet große Gefühle, spannende Geheimnisse und eine richtig besondere Atmosphäre, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die Figuren wirken lebendig und authentisch, mit all ihren Ecken und Kanten, wodurch man schnell mit ihnen mitfühlt.
Besonders schön fand ich, wie sich die Beziehungen nach und nach entwickeln, ohne überstürzt zu wirken. Auch der Schreibstil liest sich super flüssig und macht es leicht, komplett in die Geschichte einzutauchen. Aber dafür ist Antonia Wesseling ja bekannt. Wer emotionale New-Adult-Romane mit Spannung, einer tollen Kulisse und sympathischen Charakteren mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Für mich war es ein echtes Highlight, das Lust auf mehr macht.
Rezensionen von lu_rkz:
tiptoi® Abenteuer Großwerden - Smilla lernt ein gutes Miteinander von Sandra Grimm
Spielerisch soziales Lernen
„tiptoi Abenteuer Großwerden – Smilla lernt ein gutes Miteinander“ von Sandra Grimm vermittelt Kindern auf einfühlsame und altersgerechte Weise, wie wichtig Rücksicht, Hilfsbereitschaft und gegenseitiger Respekt im Alltag sind. Smilla erlebt typische Situationen aus dem Kinderleben, in denen es ums Teilen, Entschuldigen, Zuhören oder auch darum geht, die eigenen Gefühle auszudrücken.
Dadurch fällt es kleinen Zuhörerinnen und Zuhörern leicht, sich mit der Geschichte zu identifizieren. Besonders gelungen sind die farbenfrohen, liebevoll gestalteten Illustrationen, die viele Details enthalten und die Szenen lebendig wirken lassen. In Verbindung mit den interaktiven tiptoi-Funktionen entstehen abwechslungsreiche Hörerlebnisse, die das Thema zusätzlich vertiefen. Das Buch verbindet Unterhaltung mit wichtigen sozialen Werten und eignet sich hervorragend, um mit Kindern über ein respektvolles Miteinander ins Gespräch zu kommen.
Bei unserem Sohn kommt dieses Buch sehr sehr gut an und er liebt es dieses Buch anzuschauen. Wir hoffen, dass das Thema des Buches auch so bei ihm bald Früchte trägt.
Rezensionen von Sternzauber:
Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg
Ein intensiver Blick in die Zerrissenheit einer jungen Frau in der DDR
Ich mag das Cover von „Falls jemand fragt, wer wir waren“ von Eva Kranenburg wirklich gerne, denn die beiden Farben des Titels und der Linie symbolisieren die Zerrissenheit der Hauptperson für mich sehr anschaulich und auch das Bild der jungen Frau passt sehr gut zum Inhalt.
Die Geschichte erzählt von der jungen Tilla, deren Freundin Rena eines Tages plötzlich verschwindet.
Sofort macht sie sich auf die Suche nach ihr, muss jedoch schnell feststellen, dass nichts von dem, was sie über ihre Freundin zu wissen glaubte, stimmt. Dies verunsichert Tilla stark und zunehmend kommen auch all die anderen Fragen und Unstimmigkeiten in ihrem Leben, sowie in der sie umgebenden DDR zu Tage. Der Volksaufstand des 17. Juni führt letztlich zum großen Knall und Tilla muss sich entscheiden, wie sie fühlen, leben und denken will, woran sie glaubt und wie weit sie bereit ist zu gehen, um sich der Wahrheit zu nähern…
Mich hat dieses Buch sehr überrascht und in seiner Intensität richtig begeistert, Ich muss gestehen, dass ich mich mit der Historie der DDR nicht besonders gut auskenne, mich hat diese Geschichte jedoch sehr gereizt, da ich die Handlung an Hand des Klappentextes interessant fand – und ich bin absolut nicht enttäuscht worden! Eva Kranenburg erzählt eine sehr intensive, dichte und fesselnde Geschichte einer jungen Frau, die voller Überzeugung den sozialistischen Gedanken lebt und für ihre Regierung einsteht, bis immer mehr Ungereimtheiten und offensichtliche Fehler zu Unsicherheit und Glaubensverlust führen. Für mein Empfinden ist es der Autorin besonders gut gelungen, diesen inneren Zwiespalt, das Hin und Her, das Hoffen und Zweifeln und die zermürbende Unsicherheit in Worte zu fassen, so dass ich intensiv mitfühlen und mit durch die Geschichte gehen konnte. Das hat mich sehr begeistert!
Doch dies ist nicht das einzige Thema, das einen Platz in diesem Roman gefunden hat. Freundschaft und verschiedene Formen der Liebe spielen ebenso eine wesentliche Rolle, wie die alltäglichen Erlebnisse im Schul- und Arbeitsleben damals, sowie die Auswirkungen der Naziherrschaft auf die Männer dieser Generation, psychische und physische Gewalt, aber auch Zukunftshoffnungen, Zusammenhalt und viele andere. Die Geschichte bildet ein sehr lebendiges Bild eines Lebens damals ab und auch, wenn ich das inhaltlich leider nicht wirklich beurteilen kann, so wirkt das Geschehen auf mich sehr authentisch und echt. Sehr gut gefallen hat mir in dieser Hinsicht auch, dass Eva Kranenburg am Ende den historischen Kontext deutlich macht und ich als Leserin somit genau erfahren durfte, welche Inhalte der Geschichte fiktiv und welche historisch belegt sind. Das rundet die Lektüre für mich perfekt ab.
Der Text an sich ist zudem sehr angenehm und flüssig lesbar und es gefällt mir gut, dass den verschiedenen Teilen passende Zitate voran gestellt werden. Auch der Aufbau der Geschichte ist meiner Meinung nach hervorragend gelungen, denn es bleibt immer spannend und interessant, es gibt mehrere unerwartete Wendungen und es hat mir große Freude bereitet Tilla in ihrer Entwicklung begleiten zu dürfen.
Mich hat dieses Buch im besten Sinne überrumpelt und beeindruckt, zum Nachdenken gebracht und intensiv in mir nachgewirkt. Ich fand es fesselnd, sehr interessant und ich durfte mitfühlen, weshalb ich es sehr gerne all jenen LeserInnen empfehlen möchte, die sich auf eine Geschichte im historischen Umfeld und Kontext einlassen und die intensiv eintauchen möchten – viel Freude beim Lesen!
Rezensionen von verhei:
Sunny Baking Time von Theresa Haubs
Sommerbackbuch in moderner, lockerer Umsetzung
Sunny Baking Time ist nun schon das zweite Backbuch von Theresa Haubs und ergänzt es perfekt.
Denn was hat man im Sommer frisch zur Verfügung – teilweise auch in sehr großen Mengen, so dass man es unbedingt verwenden möchte und wenn möglich nicht immer in der gleichen Variante: Genau Früchte.
Der erste Teil des Buches widmet sich verschiedenen Kuchen bzw. allgemein Gebackenem mit verschiedenen Obstsorten: Erdbeeren, Aprikosen, Himbeeren, Rhabarber – also Obst das Saisonware. Aber auch Rezepte zu Bananen findet man.
Der zweite Teil liefert dann Desserts, über die man sich sicher in der warmen Sommerzeit besonders freut. Teilweise mit saisonalem Obst, teilweise aber auch einfach passend auf Grund der Esstemperatur -Eis und Konsorten dürfen hier einfach nicht fehlen.
Umrundet wird der Rezeptteil durch eine lockere Einleitung und Back Basics, so dass auch Neulinge gut mit diesem Buch arbeiten können. Die Hinweise wie man Rezepte vegan oder glutenfrei abwandeln kann, sind auch für erfahrene Bäcker interessant.
Ein schönes, modernes Kochbuch, das definitiv Ideen für saisonale Sommerrezepte liefert.
Rezensionen von verhei:
Pardon, aber da schwimmt eine Leiche in der Schokolade von Angelika Hager
Society Journalistin ermittelt - Skandale und Wiener Schmäh
Wien, der Morgen nach dem Opernball und alles ist in Aufruhr, gab es doch eine Bienenaktion von Anarchisten, die die Opernballbesucher treffen soll. Polly Adler, ehemalige Society Journalistin, die gerade ihre Anstellung bei einem Magazin verloren hat, ist natürlich mitten im Geschehen. Die Leiche des Stargasts der Interimsbundeskanzlerin wird im Schokobottich des berühmten Hotel Kranzlers gefunden wird und auch hier ist Polly Adler mittendrin in den Ereignissen.
Zu allem Überfluss kennt sie auch noch den ermittelnden Kommissar. Rasch deckt sie so manches Geheimnis der High Society auf.
Die Kunstfigur Polly Adler wurde in den 90ern von der Autorin Angelika Hager erfunden und ist neben der Kolumne in einer österreichischen Zeitung auch durch Bücher, hier das mittlerweile zehnte, bekannt. Doch dies ist der erste Fall in dem Polly Alder in einen Kriminalfall hineinstolpert.
Man darf sich den typischen Schreibstil erwarten. Eine große Portion Wiener Schmäh, Wortwitz, messerscharfe Beobachtungen und ein rasanter Schreibstil. Man folgt der Autorin durch verschiedene Wiener Bezirke und Milieus die gekonnt beschrieben und persifliert werden. Auch diverse Personen der österreichischen High Society und der österreichischen Politik, teilweise verschmolzen, findet man in den Figuren rasch wieder. Für Kenner Österreichs natürlich besonders unterhaltsam, doch auch andere finden sich leicht zurecht – nicht zuletzt auf Grund der Fußnoten für typisch österreichische Begriffe.
Besonders gelungen fand ich den kapitelweisen Wechsel der Erzählperspektive, wodurch die Gedankenwelt der Beteiligten so viel besser transportiert wird. Ein kleiner Nachteil ergibt sich dadurch am Anfang, da man quasi in die Geschichte stolpert, ohne genau zu wissen was wann chronologisch passiert ist. Man landet mitten im Gewusel des Morgens nach dem Opernball und wird temporeich mit einer Schar von Gestalten und Namen konfrontiert, die man sich eben erst ordnen muss.
Polly Adler funktioniert definitiv auch als Krimikomödie. Unterhaltung durch den Witz und die parallelen zur Realität ist gegeben und man schüttelt so manchmal ungläubig den Kopf.











