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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Cellissima:

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Mika Mysteries - Der Ruf des Nachtraben von Johan Rundberg

Das beste Kinderbuch des Jahres!

Stockholm im bitterkalten Winter 1880: Die zwöljährige Mika lebt im Waisenhaus. Dort wird eines Nachts ein Neugeborenes abgegeben - und eine Person getötet. Die Polizei tappt im Dunkeln. Doch Mika, eine gute Beobachterin mit scharfer Kombinationsgabe ist davon überzeugt, dass ein Zusammenhang besteht.

Und so bittet Valdemar Hoff, der zuständige Komissar, Mika darum, ihm bei den Ermittlungen zu helfen.
Der Fall muss so schnell wie möglich aufgeklärt werden, denn das letzte Opfer sagte noch, dass der Nachtrabe ihn geholt habe. Und auch die Tatumstände und die Verletzungen des Opfers sprechen dafür. - Sollte der Serienmörder, der doch hingerichtet werden sollte, tatsächlich noch leben und zurückgekehrt sein? Und wenn ja, wie ist das möglich?
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Das wunderschöne Cover fiel uns sofort auf, und der Klappentext klang extrem spannend und gut. Wirklich gute historische Krimis für Kinder sind selten, noch dazu spielt dieser in Schweden, so dass auch diese Kulisse eine willkommene Abwechslung bot.
Rundbergs Schreibstil gefiel uns auf Anhieb - seine Sprache hebt sich deutlich von der anderer Autoren hervor, ohne die Kinder dabei zu überfordern, macht einfach Freude beim Lesen. Die Geschichte ist herrlich atmosphärisch. Noch dazu ist sie extrem spannend.
Man fühlt sich sofort ins Stockholm dieser Zeit und in diesen Winter versetzt, hat das Gefühl, Mika auf Schritt und Tritt zu begleiten, diese Geschichte wirklich mitzuerleben.
Der Fall ist hervorragend aufgebaut, auch die Figuren sind großartig.
Rundberg ist völlig zu Recht mehrfach preisgekrönt - "Mika Mysteries" ist eindeutig das beste Kinder-/Jugendbuch, das wir dieses Jahr bzw. generell seit langer Zeit gelesen haben, und es wird nur sehr schwer bis gar nicht zu übertreffen sein.
Mika ist eine geniale Ermittlerin und auch sonst ein in jeder Hinsicht tolles Mädchen.
Es ist ein Buch, das man wirklich nur empfehlen kann! Wir freuen uns sehr darüber, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt. Wir haben Mika ins Herz geschlossen und sind große Fans dieser Reihe geworden und freuen uns schon sehr auf die weiteren Bände.
Es ist keinesfalls ein reines Kinder- und Jugendbuch - auch ältere Teenager und Erwachsene werden ihre Freude daran haben. Auch mir als erwachsener Frau gefiel "Mika Mysteries" außerordentlich gut. Ich hatte nie das Gefühl, nicht mehr zur Zielgruppe zu gehören, sondern konnte das Buch im Gegenteil nicht mehr aus der Hand legen, weil ich es so genossen habe und es so fesselnd und spannend war. Es ist wirklich ein Buch, das man in fast jedem Alter lesen kann.
Das bringt mich zum einzigen kleinen Kritikpunkt: Das Buch wird ab zehn Jahren empfohlen. Natürlich ist das eine sehr individuelle Sache - aber ich finde das (deutlich) zu früh. Ich würde das Buch keinem Kind in dem Alter, das ich kenne, geben, und würde es in dem Alter vermutlich auch nicht vorlesen, da die Geschichte extrem düster und gruselig ist. Selbst ich als Erwachsene empfand das so. Im Zweifelsfall selbst reinlesen, entscheiden und dann warten, bis die Kinder das passende Alter erreicht haben. Denn dann ist dieser erste Band gerade auch durch seine düstere und gruselige Grundstimmung so gut!
Ansonsten wie gesagt eine uneingeschränkte Empfehlung für dieses hervorragende Buch!

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Mika Mysteries - Der Ruf des Nachtraben

Rezensionen von Tyrolia-Testleser:

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Die fieseste Lehrerin der Welt von Ulrike Rylance

Testleserin VALENTINA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Innsbruck)

Testleserin VALENTINA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Innsbruck)

Die fieseste Lehrerin der Welt
In diesem Buch handelt es um eine junge Lehrerin, die sich sehr seltsam kleidete. Immer lila war ihr Motto. Am ersten Tag in der Schule von der lila Frau wurde schnell alles anders. Sie stellt viele neue Regeln in der Schule auf, wie zB.

: Goldfische verboten, Uhren verboten, gleich sterben verboten,…
Zu Beginn meinten die Kinder, die neue Lehrerin wäre ein Ausserirdischer, dann ein Vampir, ein Monster, ein Verbrecher usw…
Die Lehrerin hatte eine sehr merkwürdige Tasche - sobald man etwas hineinlegt, fing sie sofort an zu schmatzen. Gemeinsam versuchten die Kinder gegen die Lehrerin anzukämpfen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

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Die fieseste Lehrerin der Welt

Rezensionen von Herwig Oberlerchner:

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Das andere Tal von Scott Alexander Howard

So ein Sog ...

„Das andere Tal“ von Scott Alexander Howard. Diogenes Verlag.
Odile, die 16jährige Protagonistin im Buch lebt in einem geographisch übersichtlichen Tal mit Bergen, Dörfern, Städten und einem See mit ihrer verwitweten Mutter in einem Haus. Sie besucht die Schule, wo schwarze Pädagogik, körperliche Züchtigung aber auch Mobbing Alltag zu sein scheinen.

Odile wirkt schüchtern, introvertiert, unnahbar, schwer erreichbar und durchlebt Phasen von Verunsicherung und Selbstwerteinbrüchen. Langsam findet sie jedoch Zugang zu einer Clique. Das Tal wird nach Osten und Westen begrenzt von identen Tälern, ebenso von hohen Zäunen umgeben, streng bewacht von einer bewaffneten Gendarmerie, jeder Fluchtversuch endet tödlich. In diesen Tälern, im Osten und Westen leben dieselben Menschen, jedoch jeweils um 20 Jahre nach vorne (Osten) oder 20 Jahre zurück (Westen) zeitversetzt. Jede Handlung in der Vergangenheit hat massive, oft kaum zu durchschauende Auswirkungen auf Gegenwart und Zukunft in den Nachbartälern, sodass Übertritte in die Nachbartäler streng geahndet werden und Besuche nur sehr selten nach sehr intensiver und sorgfältiger Prüfung durch das Conseil genehmigt werden. Odile bewirbt sich für die Ausbildung zur Conseiliere, scheitert im Verlauf des Aufnahmeverfahren, wird aber in die Gendarmerie angenommen, bewacht die Grenze und begleitet Besucher mit Besuchserlaubnis auf den herausfordernden Wanderungen ins Nachbartal. Ihr Leben ist still, einsam, eintönig, doch Odile genießt die Natur, die Stille, die Möglichkeit in den vielen Stunden in der Natur Holzschnitte anzufertigen.
In der Schule Jahre zuvor verliebt sich Odile in einen Mitschüler, Edme. Er stirbt bei einem Sturz über eine Klippe. Oder ist es ein Suizid? Hätte sie ihn retten können? Im Lauf der Jahre spitzen sich die Ereignisse in Odiles Leben scheinbar zufällig so zu und kulminieren in einem verbotenen Übertritt ins Nachbartal mit dem Ziel die Vergangenheit zu verändern. Wird sie Edmes Leben retten können? Wird sie Ihr Leben in andere Bahnen lenken können?
Ein kluges, berührendes Buch, das wohl in allen Leser*innen zu lawinenartigen Assoziationsketten führen wird. Man denkt an die DDR, an autoritäre Regime, an die engen Lebenswelten, aus denen sich junge Menschen zu befreien trachten, Howard führt subtil auch zu spirituellen und philosophischen Grundfragen der Menschen, uralte Sehnsüchte und ungeahnte Gefühle steigen hoch, atemlos flüchtet man zuletzt mit Odile in die Vergangenheit, die zur Gegenwart wird und die Zukunft bestimmt.

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Das andere Tal

Rezensionen von nil_liest:

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Gym von Verena Keßler

Lügen, Pump & Proteinshakes

Wer glaubt, dass ein Fitnessstudio nur der Ort für Bizeps, Burpees und Beinpresse ist, der irrt gewaltig. Verena Keßler zeigt in Gym, dass hinter glänzenden Spiegeln und Eiweißshakes nicht nur Muckis, sondern auch ganze Lebenslügen aufgebaut werden können – und das in einem Ton, der so frisch ist wie der Geruch von neu geöffnetem Magnesium-Pulver.

Die namenlose Protagonistin stolpert nicht einfach in das MEGA GYM, sie mogelt sich hinein – mit einer Notlüge, die so klein klingt wie ein Satz Sit-ups und sich dann doch zu einem Marathon aus Täuschungen auswächst: Angeblich hat sie gerade ein Kind bekommen. Applaus, Mitleid, Respekt – alles da. Nur: Babyfotos sind schwer zu liefern, wenn es „den Kleinen“ gar nicht gibt. Hier liegt die große Raffinesse des Romans: Keßler macht aus einer spontanen Ausrede einen dramaturgischen Deadlift, bei dem wir Leserinnen und Leser mit jeder Seite tiefer in die Gedankenwelt einer Erzählerin gezogen werden, die selbst nicht mehr weiß, wo die Wahrheit endet und die Pose beginnt.
Besonders stark gelingt es Keßler, den Fitnesskult als Bühne für Selbstoptimierung, Sehnsucht nach Anerkennung und die Gefahr der Obsession zu inszenieren. Zwischen legeren Flirts am Tresen, Proteinshake-Smalltalk und dem Stolz eines feministischen Chefs entfaltet sich eine Geschichte, die mal komisch, mal beklemmend wirkt – ein Wechselspiel wie zwischen Aufwärmübung und Maximalgewicht.
Und dann ist da Vick: die Bodybuilderin, die wie eine lebendige Hantel aus Stahl den Ton im Studio und in der Erzählung verschiebt. Mit ihrem Auftreten kippt das Buch vom lockeren Aufwärmen ins Hochintensive – kein leichtes Pumpen mehr, sondern eiserner Drill. Ab hier wird klar: Die Notlüge war nur der erste Satz im Trainingsplan einer Frau, die sich selbst neu erfinden will – koste es, was es wolle.
Keßlers Sprache ist dabei so pointiert, dass man beim Lesen fast glaubt, den Schweiß tropfen zu hören. Humor und Härte, Satire und Tragik – Gym jongliert das alles mit der Leichtigkeit eines Fitnessgurus, der noch beim Plank über Gleichstellung diskutiert.
Am Ende bleibt ein Fazit, das so simpel wie schwer ist: Ehrlichkeit wiegt mehr als jede Langhantel. Gym ist ein Roman, der unterhält, erschüttert, zum Schmunzeln bringt und gleichzeitig mitten ins Herz der Selbstoptimierungsgesellschaft zielt. Ein echtes Jahreshighlight – mit Muskelkater-Garantie fürs Hirn.

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Gym

Rezensionen von nil_liest:

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Heimat von Hannah Lühmann

Wenn Geborgenheit gefährlich wird

Hannah Lühmanns kurzer Roman Heimat ist eine Provokation im besten Sinn: Auf gerade einmal 170 Seiten verhandelt sie die gefährliche Schnittstelle zwischen Sehnsucht nach Zugehörigkeit und der Verführbarkeit durch reaktionäre Ideologien.
Im Zentrum steht Jana, die mit Familie aufs Land zieht – auf der Suche nach Ruhe, Einfachheit, Bodenhaftung.

Was zunächst wie ein vertrautes Stadtflucht-Narrativ beginnt, entpuppt sich als beklemmende Studie über das Wiedererstarken traditioneller Rollenbilder. Jana begegnet Karolin, einer charismatischen Mutter von fünf Kindern, die ihr Leben als Tradwife-Influencerin inszeniert: Herd, Heim, Hingabe. Die Faszination ist unmittelbar, das Unbehagen wächst leise – und genau darin liegt die Stärke des Romans.
Hannah Lühmann erzählt in kühler, klarer Prosa. Sie verzichtet auf moralische Kommentare, überlässt es den Leser:innen, die Ambivalenz auszuhalten. Diese Zurückhaltung macht Heimat literarisch interessant und politisch brisant: Der Text führt mitten hinein in eine Denk- und Gefühlswelt, in der Geborgenheit nahtlos in autoritäre Muster übergeht. Dass AfD-Wahlergebnisse im Dorf wie selbstverständlich hingenommen werden, ist keine Fußnote, sondern Teil eines Systems.
Gerade in einer Gegenwart, in der rechte Bewegungen und Tradwife-Accounts Millionen erreichen, trifft die Autorin ins Mark. Dass sie ihre Leser:innen nicht mit einer klaren Auflösung entlässt, ist konsequent – auch wenn es manche unbefriedigt zurücklassen dürfte. Mich machte es schon leicht rasend. Aber wie gesagt, textlich richtig.
Fazit: Heimat ist kein idyllischer Landroman, sondern eine präzise sezierende Versuchsanordnung über Sehnsucht und Verführung. Ein schmales Buch, das wie ein Schlaglicht wirkt – und nachwirkt.

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Heimat

Rezensionen von nil_liest:

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Aufsteiger von Peter Huth

Aufstieg, Eitelkeit und Medien-Drama

„Aufsteiger“ ist wie ein Espresso für die Medienseele: kurz, intensiv und mit ordentlich bitterer Note. Peter Huth nimmt uns mit auf die Achterbahnfahrt von Felix Licht, einem Redakteur, der alles für die Karriere geopfert hat – Freundschaften, Familie, Freizeit – nur um dann festzustellen, dass der Chefredakteurposten an Zoe Rauch geht: jung, hübsch, woke und alles, was Felix selbst nie war.

Huths Blick auf die Berliner Medienwelt ist messerscharf: jede Intrige, jeder Karriereknick und jede bittere Eitelkeit wird mit einer Präzision beobachtet, die man sonst nur von Zoos kennt, wenn ein Löwe die neue Antilope mustert. Besonders amüsant: Felix‘ Selbstmitleid springt fast aus den Zeilen, während Zoe souverän durch den Dschungel aus Fake News, Power Lunches und Instagram-Politik navigiert.
Das Buch ist klug, witzig und gelegentlich so bitter, dass man fast das Karamell im Kaffee vermisst. Einziger kleiner Wermutstropfen: Man wünscht sich manchmal, Felix würde weniger jammern und mehr handeln – aber vielleicht ist genau das die Pointe.
Fazit: Wer auf Medienkarrieren, bitter-satirische Beobachtungen und Menschen stößt, die glauben, ihnen stehe die Welt zu, steht hier goldrichtig. Vier von fünf Sternen, weil der Kaffee noch etwas heißer sein könnte – aber sonst: volle Punktzahl für Huths präzise Feder und messerscharfen Humor!

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Aufsteiger

Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:

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Nachsaison - zwischen Watt, Wellen und Krabbenbrötchen von Melanie Amélie Opalka

Eine zweite Chance in Büsum

Dies war mein erstes Buch von Melanie Amelie Opalka – und vorneweg : ganz sicher nicht das Letzte ! – und so bin ich sehr neugierig in das Buch gestartet :
Schon das Cover verleiht Meerweh und man weiß, es geht an die Küste. Toll gestaltet mit einer sehr liebevollen Farbauswahl und Bildgestaltung ist das Cover genau meins und ein wunderschönes optisches Highlight.

Die Autorin versteht es, mit ihrem flüssigen Schreibstil den Leser / die Leserin sehr schnell in die Geschichte zu holen und so war ich schon nach kurzer Zeit mitten im Geschehen.
Mir haben vor allem die Charaktere gefallen : authentisch dargestellt, so dass man einen sehr guten Bezug dazu hat.
Die Geschichte ist toll konstruiert, lässt sich leicht lesen und nimmt einen mit ans Meer und in das Leben der Figuren.
Mir hat das Buch sehr gefallen und ich habe mich mit dem Buch von Melanie Amelie Opalka sehr wohl gefühlt ( und manchmal auch ein klein wenig salzige Meerluft in der Nase gehabt ) und möchte es euch von Herzen empfehlen !

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Nachsaison - zwischen Watt, Wellen und Krabbenbrötchen

Rezensionen von MarcoL:

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Ich gab dir Augen, und du blicktest in die Finsternis von Irene Solà

Reich an Bildern, manchmal wirr und sehr komplex. Katalanische Märchenwelt

Irene Solà (Singe ich, tanzen die Berge) nimmt uns mit diesem Roman auf eine wirre und wilde Reise durch die Welt der katalanischen Sagen, Märchen und Mythologie. Wer sich damit nicht auskennt, der dürfte, so wie ich, mit der Lektüre überfordert sein. Und dennoch haben die Worte und Zeilen durchaus ihren besonderen Reiz, vor allem das Rundherum um die reale Welt, die sich am Totenbett von Bernadeta abspielt.

Obwohl, auch hier tauchen die Geister der Vergangenheit auf, längst verstorbene Ahninnen der greisen Frau. Ihre Lebensgeschichten entpuppen sich zu einem Hexenreigen, der die Grenzen zu Realität und Fiktion, gelebtem Leben und die pralle Welt der Märchen auf innige Weise im Tanz verstricken.
Auf der einen Seite macht es Spaß, wenn die Toten am Sterbebett lungern, ihre Geschichten preis geben, anprangern und huldigen, geduldig wartend, die Sterbende im Reich der Toten aufzunehmen.
Der Roman ist aufgeteilt in die Abschnitte des Tages – Morgen, Vormittag, Mittag, Nachmittag, Abend, Nacht – bis schließlich zum Unausweichlichen, wenn sich die Frauen um das Bett von Bernadeta die Hände reichen. Trotzdem verspielt sich der Inhalt über Jahrhunderte, ist reich an Mythologie, und voll mit Lebensberichten der Frauen. Es fällt mitunter schwer, der Handlung zu folgen, manchmal nicht zu wissen, wann und wo man sich gerade befindet, ob in der Gegenwart, oder gerade im Bürgerkrieg, der auch nicht zu kurz kommt.
Genauso wild ist die Sprachführung – meist ein atemloser Ritt, selten direkt, oftmals verspielt und verträumt voller Poesie – man könnte manchmal meinen, es ist nur ein Sammelsurium von schön gewählten Worten, wahllos aneinander gereiht, die auf den zweiten Blick durchaus Sinn ergeben.
Wie gesagt, ich fühlte mich überfordert, ziehe dennoch meinen (imaginären) Hut vor dieser literarischen Herausforderung und Leistung der Autorin.
Mit einer Leseempfehlung tue ich mich schwer, dazu ist das Werk zu komplex.

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Ich gab dir Augen, und du blicktest in die Finsternis

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Seidenstraße von Robert Lackner

Komplexer Politkrimi

Dass die millionenschweren Investitionen Chinas in europäische Firmen und Infrastruktur nicht allzu beliebt sind, ist nichts Neues. Natürlich gibt es auch Gruppen, die aus unterschiedlichen Gründen auf solche Investments drängen. Diesmal geht es um Anteile am Hamburger Hafen. Nun stehen sich Befürworter und Gegner des Deals nicht nur mit Transparenten sondern auch mit Schlagstöcken gegenüber.

Vor diesem Hintergrund spielt dieser Politkrimi, bei dem man nicht genau weiß, wer Freund und wer Feind ist. Das muss auch Max Oster, ehemaliger BND-Mitarbeiter und Ex-Soldat, der nun als Sicherheitschef am Hamburger Hafen arbeitet, am eigenen Leib spüren, als Jessica Wang, eine musikbegeisterte Chinesin, die er in der Elbphilharmonie kennengelernt hat, ermordet wird. Sie wird nicht die einzige Tote bleiben.

Recht schnell gerät Oster zwischen die Mahlsteine unterschiedlicher Interessen. Er wird von Polizei und Geheimdienst gejagt. An seiner Seite, die junge etwas naive Journalistin Laura Schneider, die glaubt einem großen Scoop auf der Spur zu sein. Beide wissen nicht, wem sie noch trauen können und welche Rolle der eine oder andere aus Regierung und Geheimdienst spielen.

Meine Meinung:

Dieser Politkrimi ist rasant und lässt sich sehr gut lesen. Nicht immer ist es leicht, herauszufinden, wer auf welcher Seite steht. Manchmal gibt es nur die eigene Seite.

Interessant ist der Krimi allemal, denn er zeigt, dass die Regierungsmitglieder nicht einer Meinung sind und verschiedene Gruppen teils aus Eigennutz teils aus Verblendung eigene Ziele verfolgen. Trotz der oft verwirrenden Hinweisen, die sich oft als Sackgasse entpuppen, gelingt es Robert Lackner eine schlüssige, wenn auch vielleicht nicht befriedigende Auflösung darzubieten.

Die Charaktere sind recht gut ausgearbeitet. Mit Laura Schneider kann ich mich überhaupt nicht anfreunden. Zum einen wirkt sie auf mich ziemlich naiv, auf der anderen halte ich sie für ehrgeizig und berechnend. Ich denke, sie würde Max Oster bedenkenlos fallen lassen, wenn er ihr nicht mehr nützlich erscheint. Das passt für mich nicht ganz zu einer Volontärin, die gerade einmal 23 Jahre alt ist.

Ich kenne Robert Lackner von seinem ersten Buch, der Biografie von Willy Perl, jenem Anwalt, der Tausenden Juden das Leben gerettet hat.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Polit-Krimi 4 Sterne.

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Seidenstraße

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Frauen am Bauhaus Dessau von Unda Hörner

Einblick in die Welt des Bauhaus in Dessau

Unda Hörner hat sich in ihren Büchern jener Frauen und Künstlerinnen angenommen, die zwischen 1919 und 1939 gewirkt haben. Diesmal verschreibt sie sich den Frauen am Bauhaus wie Ise Gropius, Nina Kandinsky, Gunta Stölzl und Lucia Moholy-Nagy, die 1925 gemeinsam mit ihren Männern von Weimar nach Dessau übersiedeln.

Dort werden neben dem Schul- und Werkstättengebäude die sogenannten Meisterhäuser errichtet, in denen die Lehrkräfte - also sie Meister - mit ihren Familien leben.

Die Hoffnung der Lehrenden und vor allem weiblichen Studierenden nach dem Umzug in das kleiner Dessau zu einem neuen Höhenflug ansetzen zu können, erfüllt sich nicht. Die bunte Gruppe, die einen unkonventionellen Lebensstil führt, wird von den Einwohnern Dessaus scheel angesehen. Zumal auch hier antisemitische und antisozialistische Kräfte erstarken.

Das Bauhaus ist trotz aller moderner Ideen und Avantgardegedanken durch und durch patriarchalisch organisiert. So werden Frauen, entgegen aller Werbung, vorrangig in den Webereiklassen untergebracht. Weben, Wolle, Weib - diese Alliteration sollte bis zur Auflösung des Bauhauses 1932 das Credo sein. Frauen als Bildhauerinnen, als Architektin? Niemals, wenn es nach Gropius & Co geht. Lediglich die Fotografieklasse läuft unter dem Radar der Männer und kann sich, da Mann den Frauen nichts zutraut und daher keine Konkurrenz in ihr sieht, entwickeln.

Obwohl die Experiment des Bauhaus‘, eine Art Künstlerkolonie zu sein, als gescheitert bezeichnet werden muss, haben diese Jahre seiner Existenz zahlreiche Impulse für die moderne Kunst und das Kunsthandwerk gegeben. Eine Ähnlichkeit mit der Jahre zuvor von Josef Hoffmann und Koloman Moser angestrebten Erneuerung der Kunst in Symbiose mit dem Kunsthandwerk ist unübersehbar.

Meine Meinung:

Da ich einige Bücher von Unda Hörner kenne, habe ich mich auf dieses hier sehr gefreut und bin nicht enttäuscht worden. Die Autorin beschreibt die Situation der Künstlerinnen, die manche Männer recht bald als Konkurrenz gesehen haben, recht gut. Als Musen und vor allem als zahlende Schülerinnen sind sie herzlich willkommen. Doch bevor sich die Frauen in ihren künstlerischen Ambitionen entwickeln können, werden sie in die Webereiklassen gesteckt. Nur das hält der Big Boss Walter Gropius für angemessen. Angemessen für wen? So gesehen ist es kein Wunder, dass das Experiment scheitert, ja scheitern muss.

Neben kurzen Biografien der Frauen, die durch Auszüge aus ihrer Korrespondenz ergänzt werden, erfahren wir, wie es ihnen nach dem endgültigen Aus des Bauhaus in Dessau ergangen ist. Zahlreiche Fotos geben uns einen Eindruck der Frauen.

Schade finde ich, dass keine Grundrisse der Meisterhäuser abgebildet worden sind. Diese sind nach dem Auszug der Bauhäusler dem Verfall preisgegeben, im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und ab 1990 saniert bzw. als Replik neu errichtet.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Einblick in die Welt des Bauhaus 5 Sterne.

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Frauen am Bauhaus Dessau