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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Kokoloreslot:

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Nu Jork, Nu Jork! von Alexandra Lüthen

Henni reist nach Nu Jork

"Nu Jork, Nu Jork!" ist eine positive Bilderbuchgeschichte für junggebliebende Erwachsene, weil es an ein Kinderbuch mit großer Botschaft erinnert. Es geht um ein Huhn, das einen Traum verfolgt und eine lange Reise nach New York antritt. Das mutige Huhn heißt Henni und ihr stehen einige Abenteuer bevor.

Dabei macht sie verschiedene Bekanntschaften und lernt einiges daraus und dazu. Es ist einfach und verständlich geschrieben. Eine entspannte Lese-Abwechslung. Die tollen Illustrationen stammen von Künstler Peter Gaymann. Sie werten das Buch nicht nur auf, sie geben der Geschichte noch mehr Humor und einen ganz eigenen Charakter.

Ich finde, es ist eine herzerwärmende Geschichte mit vielen Einfällen. Da steckt schließlich so viel drin, was man mitnehmen kann und es wird auch spannend und ist oft lustig. Geb nicht auf! Wunder sind möglich! Eine hoffnungsgebende Botschaft, bunt und fantasievoll verpackt. Sicher auch eine Hommage an das entsprechende Lied von Frank Sinatra. Das hatte ich beim Lesen im Ohr.
Mir hat es sehr gefallen und es ist ein glücklich machender Genuss und tolles Geschenk für Buchgenießer und Hühnerfreunde.

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Nu Jork, Nu Jork!

Rezensionen von peedee:

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Herzgezeiten - Küstenglück in Greetsiel von Anja Seefeld

Die Liebe fährt Tandem

Greetsiel, Band 2: Es liegt Liebe in der Luft, denn Jules beste Freundin Katharina und ihr Verlobter Jasper werden heiraten! Jule überlegt, wie es wäre, selbst zu heiraten. Doch ihr Freund Sebastian denkt nur an seine Karriere. Vielleicht kommt er aber bei der Hochzeit auf die richtigen Gedanken zu ihrer beiden Zukunft? Dieser Traum platzt, als Jules Schwester Sebastians Profilbild auf einer Dating-App findet.

Traurig macht sich Jule als Neo-Single auf den Weg nach Greetsiel. Als Trauzeugin will sie ihrer Freundin die schönste Hochzeit aller Zeiten bieten. Der Trauzeuge des Bräutigams ist ausgerechnet Nils – ein dorfbekannter Flirtkönig! Aber er überrascht sie positiv…

Erster Eindruck: Vom Sujet her gefällt mir das Cover, aber das Netz mit den Krabben sieht komisch aus.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Für mich war es ein schönes Wiedersehen mit Altbekannten.

Es gibt so viele Tage im Jahr, aber ausgerechnet jetzt fallen zwei Termine auf das gleiche Datum: Die Hochzeit der Freunde sowie ein wichtiges Geschäfts-Meeting von Sebastian. Für Jule ist klar, dass die Hochzeit ihrer Freundin Vorrang vor sämtlichen beruflichen Terminen hat. Aber Sebastian sieht das anders: Er „muss“ in Begleitung beim Geschäftstreffen auflaufen, sonst ist alles vorbei. Natürlich. Nur kein Drama, „lieber“ Sebastian! Bei Jules Arbeit läuft nicht alles nach Wunsch und daher kommt es für sie wie gerufen, dass sie Ferien und Überzeiten auf einmal beziehen und umgehend nach Greetsiel fahren kann.
Es war sehr interessant zu lesen, wie Jule plötzlich zwischen zwei Männern stand: Einerseits der unkomplizierte Fahrradverleiher Nils, der sich in ihr Herz geschlichen hat, und andererseits der stets wie aus dem Ei gepellte und durchgeplante Sebastian, dem nun bewusst wurde, was er an Jule hatte. Als Leser:in war die Wahl selbstverständlich einfach, keine Frage!

Mit am besten gefallen hat mir auch dieses Mal die Freundschaft der beiden Frauen Katharina und Jule. Und Nils: Wie er es geschafft hat, die „Playboy-Fassade“ fallen zu lassen und seine Gefühle und Verletzlichkeit zu zeigen. Ein Happy End – das ist ja keine Überraschung, oder? – und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Herzgezeiten - Küstenglück in Greetsiel

Rezensionen von Tara:

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Spanisch lernen mit 5-Minuten Kurzgeschichten | 30 einfache & praxisnahe Geschichten für Urlaub & Alltag von Carmen Delgado

Alltagsnah und effektiv

Mit "Spanisch lernen mit 5-Minuten Kurzgeschichten“ gelingt es der Autorin Carmen Delgado auf eine einfache Art und Weise ihre Leser an die spanische Sprache heranzuführen.
Mir fällt es schwer Fremdsprachen zu erlernen, aber mit diesem Buch macht es Spaß.
Die 30 Kapitel beinhalten alltagsnahe Geschichten, die mich abgeholt haben und die so passend und stimmig für einen Urlaub oder kurzen Aufenthalt in Spanien sind, dass es mir relativ leicht viel, mir die entsprechenden Vokabeln zu merken.

Direkt zu Beginn des Buches befindet sich ein QR-Code, der zu einer Vokabelliste führt und so für die korrekte Aussprache sorgt.
Da die einzelnen Kapitel kurz und überschaubar sind, macht es Spaß zum Buch zu greifen und diese durchzuarbeiten. Für die Selbsttests findet man am Ende des Buches die korrekte Lösung.
Mir gefällt das Buch, es ist alltagsnah und ich konnte meine Spanischkenntnisse schnell und effektiv auffrischen und erweitern.

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Spanisch lernen mit 5-Minuten Kurzgeschichten | 30 einfache & praxisnahe Geschichten für Urlaub & Alltag

Rezensionen von Anndlich:

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Whisperwicks - Die Suche nach den Flüsterflammen von Jordan Lees

Düsternis im Winkelwald

Benjamiah lebt über einer Buchhandlung und liebt es, seiner Oma in dieser auszuhelfen. Er glaubt wie seine Mutter an die Wissenschaft, Logik und die Macht der Vernunft. Magie und fantastische Welten interessieren ihn nicht. Doch eines Tages erhält Benjamiah ein Paket mit einer seltsamen Puppe, die ihn in eine Parallelwelt führt und die dunkle Geheimnisse verbirgt.

Mit Glück gerät Benjamiah an Hansel, der vergeblich nach seinem Sohn Edwid sucht und Ben bei sich aufnimmt. Gemeinsam mit Elizabella, Edwids Zwillingsschwester, macht Ben sich auf die Suche nach Edwid und einem Weg zurück in seine Welt.

Whisperwicks - Die Suche nach den Flüsterflammen von Jordan Lees ist ein düsteres, fantastisches Abenteuer, das einen von der ersten Seite an einnimmt und das Gefühl etwas ganz besonderes gelesen zu haben hinterlässt.

Benjamiah ist ein toller Protagonist, der Gefühle zeigt, Fehler macht, sich selbst reflektiert, aber auch durch Elizabella u.a. wächst und Erkenntnisse sammelt, die ihm helfen mit seiner Lebenswelt umzugehen. Auch die Freundschaft zwischen Ben und Elizabella hat sich wunderbar entwickelt, von anfänglicher Skepsis, zum Vertrauen, das sich erarbeitet wurde und einer Dankbarkeit für den Zusammenhalt.

Es gibt viele kleine und größere Botschaften, die in der Geschichte mitschwingen. Besonders gut hat mir die Münze des Versprechens gefallen, die nur dann bricht, wenn man nicht alles gegeben hat, um sein Versprechen einzulösen und gleichzeitig schafft der Autor es über solche Handlungen dafür zu sorgen, dass die Botschaften nicht über bloße Worte (von bspw. Erziehungsberechtigten) herangetragen werden, sondern über die Geschichte selbst.

Der Winkelwald ist eine tolle Phantasiewelt, die interessante Figuren bietet u.a. die gehängten Männer, die als einzige durch den Winkelwald navigieren können und auch ein besonderes System darstellt. Die Besonderheit der Augenfarbe zeigt nochmal auf, wie düster Winkelwald dargestellt wurde und gleichzeitig verbreitet er auch einen ganz besonderen Zauber.

Einzige Kritik wäre für mich, dass ich gerne noch mehr über das Weltensystem in Winkelwald erfahren hätte und das Gefühl bleibt, dass bisher nur an der Oberfläche gekratzt wurde. Und obwohl Whisperwicks - Die Suche nach den Flüsterflammen grundsätzlich das Gefühl eines Standalones gibt und nicht mit einem Cliffhanger daherkommt, freue ich mich, dass eine kurze Recherche ergab, dass es einen zweiten Band geben wird.

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Whisperwicks - Die Suche nach den Flüsterflammen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Der Sohn und das Schneeflöckchen von Vernesa Berbo

Nichts für Zartbesaitete!

Als am 4. Mai 1980 Josip Broz Tito, der Staatspräsident Jugoslawiens, stirbt, weiß noch niemand, dass zehn Jahre später, der Staat, den die Person Tito mit eiserner Klammer zusammengehalten hat, auseinanderbrechen wird. Leider wird die Trennung nicht so friedlich wie bei der Tschechoslowakei, die sich in Tschechien und die Slowakei trennt, erfolgen.

Auf Grund der verschiedenen Ethnien, Sprachen und Schriften, Religionen und vor allem gemischten Dörfern und Städten wie Sarajevo, in den man meist friedlich nebeneinander lebt, zetteln Anführer unterschiedlicher Parteien eine Reihe von (Bürger)Kriegen an, die uns als Jugoslawien- oder Balkankriege der Jahre 1991 bis 2001 bekannt sind. Sie scheuen dabei weder ethnische Säuberungen, noch andere Kriegsverbrechen.

Vernesa Berbo, 1968 in Proboj, im heutigen Serbien geboren, lebte während der Belagerung Sarajevos einige Zeit in der Stadt und ist selbst als Kriegsflüchtling 1992 nach Deutschland gekommen. In ihrem Debütroman schildert sie an Hand von Dijana (Sohn) und Dada (Schneeflöckchen) die Belagerung Sarajevos (5. April 1992 bis 29. Februar 1996), die rund 11.000 Menschen das Leben kostete.

Wir erfahren von diesen Jahren der Belagerung aus der Sicht von Dada, die von ihrer Familie Schneeflöckchen genannt worden ist, seit ihrer Flucht aus Sarajevo nun in Berlin wohnt und als Dolmetscherin in den Kriegsverbrecherprozessen übersetzt. Es sind Dadas Erinnerungen an ihre Familie, speziell an ihre Schwester Dijana, die allgemein nur Sohn gerufen wird, an das unbeschwertes Leben bevor der Krieg alle Pläne zunichte gemacht hat und an Mirza, ihre große Liebe.

Es sind aber auch die Erinnerungen Dijanas an die große Scham, die sie empfindet, die wir lesen. Die eine, weil sie ihre Familie nicht wissen lässt, dass sie ein anderes Leben führt und die andere, weil sie sich die Schuld gibt, die kleine Schwester im Stich gelassen zu haben.

Die Erinnerungen versetzen uns in den März 1992 als sich die Lage in Sarajevo zuspitzt und die Belagerung beginnt. Wir erleben die Ereignisse aus den Perspektiven von Dada und Dijana hautnah mit. Ein genialer Schachzug ist, Dada in der dritten Person erzählen zu lassen und Dijana als Ich-Erzählerin.

Zunächst scheinen die Berichte wie aus großer Distanz. Erst als Vater und Sohn (also Dijana) an die Front müssen und Mirza, Dadas große Liebe, nicht mehr zurückkehrt, ändert sich die Stimmung in der Familie. Es sind nicht die direkten Gefechte, die Eindruck hinterlassen, sondern die Verwandlung der Menschen. Die Rückschau auf verpasste Gelegenheiten und die Trauer, die sich stellenweise in Trotz und Wut verändern.

Viele Ereignisse sind ob der Brutalität und der Gräuel nur angedeutet.

„Sie [Dada] landete alleine direkt in einem Krankenhaus. Ab da erinnerte sie sich mehr an vieles. Bruchstückhaft weiß sie noch, dass sie sich wunderte, dass nur schwangere Frauen um sie herum waren. Dass in diesem Monat in dem sie da war, viel zur Entbindung gebracht wurden, aber alle mit leeren Händen und geschwollenen Brüsten zurückkamen, ohne ihre Kinder. Keine sprach jemals über die Entbindung oder ihr Baby. Man gab ihnen Schmerzmittel und Medikamente gegen die Brustentzüdnung, dann verschwanden sie aus dem Zimmer. Wie am Fließband kam neue Frauen mit prallen Bäuchen, neue leere Hände, neue entzündete Brüste, neue Verzweifelte, die sich wie Tauben aus dem Krankenhausfenster in die Tiefe stürzten.“ (S. 305)

Meine Meinung:

Die Autorin lässt in ihren Debütroman zahlreiche persönliche Erfahrungen einfließen, wodurch das Buch eine beklemmende Sogwirkung entfaltet. Es überzeugt durch die weibliche Sicht der Belagerung Sarajevos und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Gerne gebe ich diesem Debüt, das sich sowohl als Aufarbeitung eines Traumas, als auch als Plädoyer gegen den Krieg versteht, 5 Sterne. Allerdings ist es nichts für Zartbesaitete.

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Der Sohn und das Schneeflöckchen

Rezensionen von SalMar:

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Ja, nein, vielleicht von Doris Knecht

Genau mein Fall

Die Protagonistin geht auf die 60 zu und hat sich in ihrem Leben eingerichtet. Aber dann scheint ihr genau dieses Leben immer wieder Hindernisse vor die Füße zu werfen: Ein Zahn, dessen Tage gezählt sind. Die Stadtwohnung, die auf einmal „belegt“ ist. Oder ein ehemaliger Liebhaber, der völlig unverhofft ihren Weg kreuzt.

Und es kommt die Frage auf, ob sie sich nun von diesen Dingen aus der Bahn werfen lässt.
Dieses Buch habe ich einfach nur furchtbar gern gelesen. Schon nach den ersten Kapiteln war mir klar, dass die Erzählweise, der Schreibstil und der Humor der Autorin genau mein Fall sind. Bewundernswert aber auch, dass das Buch bis zum Schluss gleichermaßen unterhaltsam bleibt und der Text nicht ein einziges Mal schwächelt.
Als Leser verbringt man auf jeden Fall viel Zeit im Kopf der Protagonistin (was aber nie langweilig wird, denn ihre Gedanken drehen sich nicht im Kreis!), aber ganz nebenbei passiert auch noch so einiges, so dass der Input nie ausgeht. Unter anderem reflektiert sie über das Älterwerden, über vergangene Entscheidungen, Freundschaften, Familie und die Männer, die ihr in ihrem Leben begegnet sind – immer auf eine unaufdringliche Art und Weise, die Platz für eigene Gedanken lässt.
Zusammengefasst konnte mich „Ja, nein, vielleicht“ also durchweg begeistern – so sehr, dass ich mir fest vorgenommen habe, auch die anderen Werke der Autorin bald in die Hand zu nehmen. Absolute Leseempfehlung!

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Ja, nein, vielleicht

Rezensionen von Sophie H.:

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Der Sommer am Ende der Welt von Eva Völler

Zu viel

Hanna reist zusammen mit ihrer Tochter nach Borkum. Hanna ist Journalistin und möchte einen Bericht über die Verschickungskinder, zu denen einst auch ihre Mutter gehörte, schreiben. Die Tochter Katie ist alles andere als erbaut von diesem Trip. Sie hätte die Tage lieber bei ihrer besten Freundin verbracht.

Dass dieser Urlaub der beste und aufregendste in ihrem Leben wird, konnte sie nicht ahnen. Auch für Hanna hält der Urlaub auf der Insel einige Überraschungen bereit. Nicht nur, dass sie sich Hals über Kopf in den Inselarzt Ole verliebt, ganz plötzlich ist sie auch einem Mord auf der Spur.

Bei diesem Buch hatte mich der Klappentext sehr angesprochen. Erst wenige Wochen zuvor hatte ich schon ein anderes Buch über Verschickungskinder gelesen, von deren Elend ich bis dato nichts wusste. Da es hieß, dass Eva Völlers Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, wollte ich auch dieses Buch unbedingt lesen. Leider bin ich ein wenig enttäuscht. Dieses Buch will einfach zu viel. Zum einen erfährt man etwas über diese Verschickungskinder, aber auch viele andere Themen werden angeschnitten: eine unerwartete Liebe, ernste Erkrankung von Hanna, ein Mordfall und die Tatsache, dass es einige Menschen auf der Insel gibt, die den Bericht über die Kurheime für die Verschickungskinder verhindern möchten. Und dann ist da noch Katie, die sich in einen Sunnyboy verliebt und im Urlaub ihre Unschuld verliert. Für mich war das einfach zu viel!
Der Schreibstil von Eva Völler ist locker und leicht. Man fliegt so über die Seiten. Wer eine leichte Sommerlektüre sucht, ist mit diesem Buch gut bedient.

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Der Sommer am Ende der Welt

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Die neue Mauer von Ilko-Sascha Kowalczuk; Bodo Ramelow

Zwei Perspektiven zu Deutschlands Osten

"Die neue Mauer: ein Gespräch über den Osten" ist genau das, was der Titel sagt: ein Gespräch zweier prominenter Männer - auf der einen Seite der in der DDR aufgewachsene Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, auf der anderen Seite der ehemalige Ministerpräsident Thüringens und Linke-Politiker Bodo Ramelow - über vielfältige Themen, die mehr oder weniger mit dem ehemaligen Ostdeutschland und den jetzigen neuen Bundesländern im Osten Deutschlands verbunden sind.

Thematisch lose in einige wenige längere Kapitel gegliedert, unterhalten sich die beiden Männer miteinander über diese Themen, über das, was diese Region ihrer Meinung nach geprägt hat und wie diese Prägungen bis heute nachwirken und sich in Gesellschaft und Politik zeigen. So einige im Buch erwähnte Themen setzen einiges an Vorwissen zur Geschichte der DDR und der Deutschen Einheit sowie zu den Entwicklungen danach voraus. So wendet sich das Buch grundsätzlich an politisch und historisch gut gebildete und interessierte Leserinnen und Leser. Besonders ist, wie sich die beiden Männer in manchen ihrer Ansichten unterscheiden, aber doch immer in einem wertschätzenden und offenen Dialog miteinander bleiben - etwas, das in der heutigen Zeit selten geworden ist und umso mehr wert ist, erwähnt und bewahrt zu werden.

Inhaltlich geht es um die DDR-Zeit, um die Aufarbeitung oder Nicht-Aufarbeitung der NS-Zeit in den beiden deutschen Staaten und danach, um den "Freiheitsschock" (so heißt auch ein weiteres Buch eines der Autoren) nach der Wende und viel darum, was aus Sicht der beiden Autoren den Boden für die jetzigen Erfolge der AfD bereitet hat.

Mir persönlich war die Perspektive insgesamt eine doch bei allem Bemühen und der Betonung des ursprünglichen Arbeiterhintergrundes der beiden Männer akademisch und distanziert gebliebene, für mich ist beim Lesen nicht fühlbar geworden, was die Menschen im ehemaligen Ostdeutschland heute wirklich bewegt. Dennoch habe ich insgesamt viel Interessantes, Neues und Lesenswertes aus dem Buch mitgenommen, auch wenn es naturgemäß durch die Art des Buches eine einseitigere Perspektive ist, als wenn es zusätzlich statistische Daten, wissenschaftliche Quellen oder Ergebnisse aus Interviews stärker miteinbezogen hätte.

Insgesamt kann ich das Buch aber allen, die sich für diesen speziellen Blick auf das Thema interessieren, als eine von mehreren Quellen durchaus empfehlen.

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Die neue Mauer

Rezensionen von SalMar:

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Im Finsterwald von Marie Hermanson

Atmosphärisches Puzzle

Im Göteborg der 20er Jahre verschwindet bei einem Museumsausflug ein neunjähriges Mädchen spurlos. Der zuständige Kommissar stößt bei seinen Ermittlungen bald auf diverse Ungereimtheiten – im Museum, aber auch in der Familie des Mädchens.
Das Buch gehört zu einer Reihe der Autorin, die sich um den Polizisten Nils Gunnarsson dreht, von der mich bereits der erste Teil – Der Sommer, in dem Einstein verschwand – begeistern konnte.

Tatsächlich stehen aber die einzelnen Geschichten bzw. Fälle stark im Vordergrund, so dass sie, meiner Meinung nach, problemlos einzeln gelesen werden können.
Die Geschichte in diesem Buch ist geprägt von einer recht düsteren Atmosphäre, und ich konnte mir insbesondere die Szenen im Naturhistorischen Museum, die geradezu gruselig waren, unheimlich gut vorstellen. Aber auch außerhalb dessen gibt es immer wieder beklemmende Momente, die doch des Öfteren Gänsehaut bei mir verursachten.
Neben der besonderen Atmosphäre ist aber in jedem Fall auch die Art und Weise, wie die Autorin nach und nach die Figuren und deren Beziehungen zueinander skizziert, hervorzuheben. Als Leser erhält man so ein Puzzlestück nach dem anderen, bis man erst ganz am Ende das ganze Bild vor sich hat. Ich fand es unheimlich spannend und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Wie bereits beim ersten Buch von ihr konnte mich die Autorin auch mit diesem Werk vollauf begeistern. Im Gegensatz zum ersten wird dieses hier auf dem Cover als „Kriminalroman“ deklariert – aber ich finde, es ist viel mehr als nur das. Es ist alles andere als ein 08/15-Krimi, allein schon aufgrund des Schauplatzes im Göteborg der 20er Jahre, der außerordentlich gut recherchiert zu sein scheint. Absolute Leseempfehlung!

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Im Finsterwald

Rezensionen von SalMar:

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Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der gestohlene Kristall von Lena Hach

Jahrmarktzauber

Das Zentrum von Livs Leben ist der Jahrmarkt, auch wenn es Momente gibt, in denen sie wünschte, es wäre anders. Ihrer Familie gehört das große, alte Karussell, und damit ziehen sie das ganze Jahr von Ort zu Ort – lediglich die Wintermonate verbringen sie in einem festen Zuhause. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, als ihr zwischen den Buden und Attraktionen, die sie wie ihre Westentasche kennt, immer öfter ein merkwürdiger Junge auffällt, der wie aus einer anderen Zeit scheint.

Als auch noch der Kristall des Karussells gestohlen wird, will sie der Sache auf den Grund gehen…
Die Geschichte rund um Liv und das Leben auf dem Jahrmarkt ist auf alle Fälle eine sehr atmosphärische – man kann die Geräusche der Fahrgeschäfte und die Gerüche von Zuckerwatte und anderem Süßkram förmlich wahrnehmen. Dass der Einstieg in die Welt der Jahrmärkte so leichtfällt, liegt aber insbesondere auch an Liv selbst – an ihrer offenen Einstellung und ihren inneren Gedankengängen. Mit ihren oftmals witzig formulierten „Schaustellerregeln“ erklärt sie dem Leser ganz nebenbei, welche Besonderheiten ihr Leben ausmacht.
Vom Tempo her variiert die Geschichte – manchmal hat man viel Zeit, um neue Entwicklungen zu verarbeiten, gegen Ende wurde es etwas sprunghaft und ich hätte mir gerne etwas mehr Zeit mit den Charakteren gewünscht. An den Charakteren mochte ich besonders, dass sie – bis auf wenige Ausnahmen – nicht schwarz-weiß gezeichnet sind, sondern alle ihre Sonnen- und Schattenseiten haben. Das lässt sie echt wirken, hält aber auch gleichzeitig die Spannung hoch.
Insgesamt habe ich das neue Buch von Lena Hach wirklich sehr gerne gelesen, und deswegen freue ich mich sehr, dass der Cliffhanger am Ende eine Fortsetzung verspricht. Die Altersempfehlung des Verlags (ab 11 Jahre) finde ich angemessen; etwas jüngere Kinder haben wahrscheinlich auch schon viel Spaß an der fantastischen Geschichte, verstehen aber vermutlich nicht alle Anspielungen.

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Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der gestohlene Kristall