Kunden em pfehlungen
Rezensionen von anonym011:
Die Sekundenochs von Markus Hennig
Humorvolle Trödler
Ein unterhaltsames Buch, dass das Thema "Stress im Alltag" sehr gut aufgreift und kindgerecht darstellt.
Der lustige Sekundenoch Tjörge zeigt dem süssen Menschenmädchen Smilla wie man richtig trödelt, dabei sieht sie die Welt ein kleines bisschen durch die Augen ihrer Mama, wie ich finde.
Aber auch als Mama kann man beim Lesen lernen, dass manchmal nicht alles sofort sein muss und trödeln nicht immer gleich der Weltuntergang ist.
Ein aus dem wahren Leben aufgegriffenes Thema, dass auf humorvolle Weisse umgesetzt wurde. Das Buch regt durchaus zum Schmunzeln an, meine Kinder fanden den kleinen Trödler auch sehr lustig und unterhaltsam. Ein durchwegs kurzweiliges und humorvolles Buch, von dem man sich im Mama-Alltag auch manchmal eine Scheibe abschneiden kann.
So sehr mich der Inhalt überzeugt, muss ich aber sagen ist mir das Design der Sekundenochs etwas zu sehr im Comic-Stil. Da bin ich eher ein Fan von klassischen Kinderbuch-Illustrationen.
Das Poster ist aber eine grandiose Idee, die ich so noch nicht kenne. Meine Kinder sind hellauf begeistert davon.
Rezensionen von anonym011:
Heart of Night and Fire von Nisha J. Tuli
5 Sterne - ein Highlight
Ein grossartiger Auftakt, den die Autorin mit Zarya und ihren Geheimnissen hingelegt hat! Man fühlt förmlich, dass man mit Band 1 nur einen kleinen Einblick, eine Kostprobe dieser fantastischen und indisch angehauchten Welt erhalten hat, aber eine wirklich grandiose Kostprobe.
Die perfekte Mischung aus Fantasy, Spannung pur und Liebesgeschichte.
Eine fantastische Welt, die ich beim Lesen förmlich vor Augen hatte. Die Autorin ist eine Meisterin darin, die Welt bildlich zu beschreiben, ohne das es zu viel oder ausführlich ist. Die magischen Träume, die fast brüderliche Beziehung die der Geschichte noch mehr Tiefe gegeben hat, die Familiengeheimnisse, Vikram der mindestens genauso viele Geheimnisse mitbringt, der geheimnisvolle Fremde und die Gefahr durch die Dämonen, diese ganze magische, mystische Welt macht einfach Lust auf mehr.
Ich finde es fantastisch, wie die Autorin es schafft die Spannung über das ganze Buch hochzuhalten und Kapitel für Kapitel neue Geheimnisse lüftet und dann der unerwartete Twist am Ende... einfach fantastisch! Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Alles, was ich mir für ein gutes Fantasy Buch wünsche.
Nach dem unerwartete Ende, bin ich mir sicher, dass uns die richtige Liebesgeschichte noch bevorsteht. Band zwei wird da bestimmt noch einiges an Spannung, Geheimnisse und Romanze drauflegen und ich kann es kaum erwarten!
Rezensionen von anonym011:
Jim Salabim und der Mogel-Strauß von Karsten Teich
Süßer frecher Hase
Die Leseprobe hat mich auf eine süsse Geschichte mit einem noch viel süsseren frechen kleinen Hasen freuen lassen. Und der kleine Hase ist wirklich ganz bezaubernd. Er weiss ganz genau was er will und hat eindeutig seinen eigenen Kopf. Süss, frech und aufgeweckt. Er ist mutig und geht seinen eigenen Weg, das finde ich ganz toll.
Auch eine wunderbare Botschaft, die der Hase mit sich bringt.
Leider gibt es aber im Text Passagen, die mich nicht so ganz überzeugt haben. Es gab einige Szenen im Buch, die ich während dem Vorlesen sogar geändert habe, da ich das einfach nicht lesen wollte. Für ein Kinderbuch ab 5 Jahre fand ich das ganz und garnicht schön, zb:
Wie der Fuchs zum Beispiel den Hasen kopfüber am Baum aufhängt und auf der nächsten Seite der Fuchs mit dem grossen Messer zu sehen ist "So macht man das im Wald". ...der Teil trifft nicht meinen Kinderbuchgeschmack, das habe ich übersprungen. Die Anspielungen auf Ju-Tjuup und Klick-Klock fand ich auch für Kinder in dem Alter nicht passend.
Alles in allem ist vor allem der Hase ein sehr niedlicher Charakter, aber vom Text her überzeugt es leider nicht immer. Nicht ganz altersgerecht bzw passend für ein Kinderbuch aus meiner Sicht. Da ich diese Sätze beim Vorlesen aber einfach weglasse und den frechen, mutigen Hasen ansonsten sehr süss finde, gibt es trotzdem 3 Sterne von mir.
Rezensionen von anonym011:
Arche Boa von Cornelia Boese
Rundherum gelungen
Ein Kinderbuch, bei dem einfach alles stimmig ist. Die Botschaft, die Illustrationen und Farben, die Reime, alles top. Kinder und Mama sind gleichermassen begeistert.
Der Arche ein neues Gesicht zu geben und jedem der 12 Tiere aus dem Buch die Chance zu geben sein aktuelles Problem bezüglich Umwelt- und Klimaschutz selbst kindgerecht zu erklären, finde ich einfach toll.
Auch das Ende bzw den Wendepunkt, finde ich gut gelöst, es kann ja nicht nur ein Tier Sieger sein. Ein schweres aber unfassbar wichtiges Thema, dass Kindern hier in einfacher Form und dank der bezaubernden Reime sehr eingänglich erklärt wird. Die Reime sind wirklich unfassbar toll, ein extra Sternchen dafür!
Die Illustrationen treffen ganz meinen Geschmack, was bei Kinderbüchern nicht unwichtig ist. Das Farbkonzept, einfach alles sehr stimmig. Auch der Titel wurde unglaublich gut und durchdacht gewählt. Man weiss sofort wohin das Thema führt, vermeidet aber jegliche Verwechselungsmöglichkeit dank der Boa.
Ich bin voll und ganz überzeugt und lese es sehr sehr gerne mit meinen Kindern, bei denen dieses Buch genauso gut ankommt. Vor allem bietet es eine wundervolle Basis, um Themen wie Umweltschutz, Klimaerwärmung etc. mit den Kleinen anzusprechen. Ein wichtiges Thema, ganz toll und wunderbar kindgerecht erklärt.
Rezensionen von MarcoL:
Das schöne Lächeln von Riambel von Priya Hein
Episch. Poetisch. Eine bewegende Geschichte aus Mautitius. Leseempfehlung!
Mauritius! Mit diesem Namen verbinden wir Urlaub, Meer, Sonne, Palmen, weiße Sandstrände, exotische Drinks, Luxus. Was es tatsächlich ist: eine Insel voller Ausbeutung und Rassismus. Ein Land, auf dem sehr wenige sehr reich geworden sind und die Bevölkerung versklavt wurde. Der Grund: Zuckerrohr.
Die Plantagen gibt es immer noch, die Ausbeutung genauso. Was dazugekommen ist: der Tourismus – eine Folge der Kolonisation. Auch hier: der weiße Luxus contra den Slums.
Noemi erzählt von ihrem Leben. Nur eine Straße trennt ihre karge Behausung von einem Herrschaftsanwesen. Nur eine Straße und eine Hautfarbe trennen sie zwischen Armut und überheblichen Luxus. Und die Weißen nehmen sich nach wie vor, was sie möchten.
S. 13: „Ich bin die Ururenkelin einer Plantagenvergewaltigung. Unter der Dunkelheit meiner ebenholzfarbenen Haut liegt ein leicht heller Unterton. Ich in die Tochter kreolischer Sklavinnen und etwas Düsterem. […] Den weißen Anteil, den ich in mir trage, habe ich mir nicht ausgesucht. Die gierigen Zuckerbarone nahmen sich einfach, was sie wollten ...“
Noemi lebt im Süden der Insel, in Riambel.
S.14: „Der Name klingt wie eine fröhliche Melodie – wie Sommer und Lachen. Ich habe Mama einmal gefragt,ob der Name unseres Dorfes von 'rire en belle' kommt. Aus vollem Herzen lachen. Ungehemmt.“
Zu Lachen hatten sie wahrlich selten Gelegenheit. Es galt die Bedürfnisse der „Oberschicht“ zu befriedigen. Zu arbeiten und gehorchen. Demut zeigen. Nicht sprechen, den Kopf nach unten …
S.74: „Mama hat uns beigebracht, die Blan [Anm.: die Weißen] nicht anzusprechen, es sei denn, sie sprechen uns an.“
In der Schule lernt Noemi Mrs Maggie kennen, eine Aktivistin, die ihr die Geschichte der Sklaverei erzählt, und alle ermuntert, ihr Leben in die Hand zu nehmen und aus dem System auszubrechen. Wie: mit Bildung, lesen – und die eigene Geschichte erzählen.
Das Wort „history“ [aus dem griechischen historia] kann auch anders gedeutet werden: His story. Seine Geschichte. Von Männern erzählt, verfälscht und all die Greueltaten glorifiziert.
Wie wäre es, wenn die Mädchen aus history „her story“ machen würden.
Priya Hein erzählt so wunderbar einfühlsam über das Leben. Leicht, wie eine Brise im Sommer, schön wie ein tropischer Sonnenuntergang und tief wie der Ozean.
Die Sprache ist wunderbar – und die Übersetzung von Mirjam Nuenning mehr als genial. Auf der einen Seite direkt, auf der anderen voller Poesie. Manche Kapitel beherbergen nur einen Satz, aber diese haben es in sich.
S. 160: „ 64: Ich bin ganz allein – gestrandet auf meiner eigenen Insel, von der es kein Entkommen gibt.“
Der Text drückt eine unerfüllte, ja eine unerfüllbar scheinende Sehnsucht aus. Nach einem selbstbestimmten Leben, nach einem Abschüttelwollen der Vergangenheit. Einfach nach Freiheit und dem Wunsch, das alle Menschen egal welcher Ethnie und Hautfarbe als das respektiert und erkannt werden, als was sie sind, nämlich Menschen.
Der poetische Roman ist ein Aufschrei gegen Rassismus, gegen das weltweit dominierende Patriarchat, gegen die Kolonialisierung, gegen das Sklaventum (welches in anderer Form weiterlebt).
S.161: „Du möchtest davonlaufen, doch du kannst nicht. Wohin? Der Horizont folgt dir überall hin.“ - was für ein wunderbarer Satz!
Gerne gebe ich eine absolute Leseempfehlung für diesen sehr bewegenden und tiefschürfenden Roman. Kauft und lest ihn! Unbedingt!
Rezensionen von Eternal-Hope:
Wohin du auch gehst von Christina Fonthes
Über vielfältige Verbindungen zwischen Menschen
Der Roman "Wohin du auch gehst" von Christina Fonthes heißt im englischsprachigen Original "Where you go, I will go". Das bezieht sich auf den Bibelspruch aus dem Buch Rut: "Rut antwortete: Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren. Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich.
Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe auch ich, da will ich begraben sein. Der Herr soll mir dies und das antun – nur der Tod wird mich von dir scheiden.", der gerne bei Hochzeiten zitiert wird. Dabei geht es ursprünglich darin gar nicht um eine heterosexuelle Paarbeziehung, sondern um die Verbindung zwischen der verwitweten Rut und ihrer Schwiegermutter.
Damit ist es eine äußerst klug und passend gewählte Referenz für ein besonderes Buch, in dem es um vielfältige Beziehungen zwischen Menschen geht, die über klassische heterosexuelle Paarbeziehungen, aber auch über leibliche Eltern-Kind-Beziehungen weit hinaus gehen.
Wir erleben das Buch aus zwei Perspektiven, die abwechselnd geschildert werden. Da ist zum einen die lebenslustige, fröhliche, freche Mira, ein 16-jähriger Teenager, die unbeschwert mit ihrer älteren Schwester Eugenie und den gemeinsamen Eltern in Kinshasa in Zaire (jetzt "Demokratische Republik Kongo") in Afrika lebt. Die Mädchen wachsen geliebt und unterstützt auf, die Familie ist finanziell sehr gut situiert, hat ein schönes großes Haus mit Garten, sie sprechen perfekt Französisch und Lingala, dürfen eine gute Schulbildung genießen und haben scheinbar alles, was sie brauchen. Doch die Familie ist auch konservativ und auf ihren Ruf bedacht, insbesondere, da der Vater gerade für den Posten des Gouverneurs kandidiert. So brechen Ereignisse über Mira herein, die sie sehr von ihrer Familie entfremden und für viele Jahre alleine nach Europa führen werden.
Die zweite Perspektive des Buches ist die der jungen Bijoux, etwa 15 bis 25 Jahre später (je nach Kapitel). Es werden Erlebnisse aus verschiedenen Lebensphasen der jungen Frau geschildert, in den meisten Kapiteln ist sie Anfang bis Mitte 20. Bijoux ist bis zu ihrem 12. Lebensjahr bei ihren Eltern Sylvain und Eugenie in Zaire aufgewachsen, als Teil der dortigen Oberschicht mit beiden Eltern in gesellschaftlich hochstehenden Positionen (die Mutter ist etwa Ärztin), jedoch in einer von politischen und militärischen Konflikten überschatteten, unsicheren Zeit. Mit 12 musste sie plötzlich und ungefragt zu ihrer schweigsamen und erzkonservativen Tante Mireille nach Europa ziehen und fortan dort aufwachsen. Nun ist Bijoux seit einigen Jahren volljährig und formal erwachsen, weiß eigentlich, dass sie lesbisch ist, doch es ist eine Herausforderung, gegenüber ihrer Mutter, die eine leitende Position in einer charismatischen Bibelgemeinde einnimmt, dazu zu stehen.
Das Buch ist sehr zugänglich und interessant geschrieben. Ich habe dabei viel über ein mir bisher unbekanntes Land gelernt: Zaire/Kongo. Wie schon beschrieben, ist es die Position einer sehr privilegierten afrikanischen Familie, aus der wir auf dieses Land schauen, und dadurch ganz spezifische Möglichkeiten und Herausforderungen kennen lernen, mit denen die Charaktere zu tun haben. Die Charaktere sind tiefgründig, authentisch und liebevoll gezeichnet, sodass ich mich beim Lesen mit beiden weiblichen Hauptfiguren verbunden gefühlt habe und sehr mitgefiebert habe. Das Thema des Coming-of-Age und Outing speziell als lesbische Frau mit afrikanischem Hintergrund ist für mich gut in die Gesamtkonstruktion des Buches eingewoben. Dabei war es für mich sehr interessant zu lesen, mit wie vielen Schwierigkeiten speziell Bijoux zu kämpfen hat und wie sie ihren Weg findet, aber auch Mira/Mireille ist eine sehr spannende Persönlichkeit mit einer Geschichte, die Mitgefühl erregt und zum Nachdenken anregt, und auch interessante Twists und Turns aufweist.
Ich kann das Buch allen, die sich für Migrationsgeschichten, Afrika, vielschichtige Familienbeziehungen und das Thema Queerness interessieren, oder zumindest für all diese Themen offen sind, sehr empfehlen. Ich habe es sehr gerne gelesen, dabei mit den Charakteren mitgefiebert, wurde gut unterhalten und habe so einiges gelernt.
Rezensionen von Lilli33:
Kaltes Fieber von Arne Dahl
Gelungene Fortsetzung der Eva Nyman-Reihe
Gelungene Fortsetzung der Eva Nyman-Reihe
Inhalt:
Auf dem Skinnarviksberg wird die Leiche eines Mannes entdeckt - im Inneren einer Zeusstatue aus Gips. Und schon bald folgt ein zweiter Mord, wieder im Gewand eines der sieben Weltwunder. Heißt das, es sind sieben Morde zu befürchten? Die Ermittler*innen der NOVA-Gruppe in Stockholm stehen unter Druck.
Meine Meinung:
Eva Nyman ist zwar die Chefin der NOVA, doch spielt sie für diesen Thriller keine größere Rolle als die übrigen Ermittler*innen. Klar, sie hält die Fäden in der Hand und koordiniert die Polizeiarbeit, aber die Lesenden begleiten vor allem die anderen bei ihren Ermittlungen. Jede*r von ihnen ist auf etwas anderes fokussiert und bekommt die Möglichkeit, sich auf dem jeweiligen Gebiet hervorzutun.
Manchmal erschien mir die Story durch die häufigen Perspektivwechsel etwas zerrissen und ich musste mich immer wieder neu sortieren, weil es meinen Lesefluss etwas unterbrach. Aber dafür bekam ich auch eine wenig vorhersehbare, komplexe Geschichte, in der die Spannung immer weiter anstieg. Die einzelnen Kapitel sind relativ kurz, so kann man immer „ach, nur noch eins“ lesen, denn aufhören fällt schwer.
Die Figuren der Ermittler*innen sind mir aus dem 1. Band bekannt. Damals mochte ich sie alle nicht besonders. Dadurch, dass ich sie nun aber immer besser kennen gelernt habe, kann ich auch ihre Handlungsweisen besser verstehen.
Die Eva Nyman-Reihe:
1. Stummer Schrei
2. Kaltes Fieber
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Blankenese - Zwei Familien von Michaela Grünig
Fesselnder Abschluss der Trilogie
Mit diesem dritten Teil der Blankeneser Familien-Saga, der in den 1970er-Jahren spielt, beendet Michaela Grünig ihre Trilogie.
Wie immer gelingt es Michaela Grünig mit ihren Charakteren wie Sabine, Ulrike, Sonja, Kurt und Fanni die Gegensätze der verzweigten Familie lebendig und authentisch zu zeichnen.
Für die Darstellung der historischen Hintergründe hat sie penibel recherchiert. Einige von uns haben noch eine vage Erinnerung an ihre Kindheit und Jugend, die in dieses Jahrzehnt fallen. Am Beispiel Sabine zeigt die Autorin, wie leicht junge, unsichere Menschen in die Hände von Fanatikern fallen können.
Es ist die Zeit der Proteste, die 1968 begonnen haben, als Studenten unter anderem nach der Rolle ihrer Väter und Großväter im NS-Regime gefragt haben und teils falsche oder enttäuschende Antworten erhalten haben. Es ist aber auch die Zeit des Aufbruchs und des Wandels im Allgemeinen - langhaarige Männer, die Pille und Minirock.
Doch es sind auch die Jahre des Terroranschlags in München 1972, einiger Flugzeugentführungen sowie der RAF (also nicht der Royal Air Force, sondern der Roten Armee Fraktion) in Deutschland und der Brigate Rosse in Italien, die durch Entführungen eine blutige Spur durch Europa ziehen. Ich kann mich an diese Zeit recht gut erinnern, denn auch die Entführung des Wiener Industriellen Walter Michael Palmers im Jahr 1977 gehört zu diesen Verbrechen. Da einer der Entführer im Haus meiner Oma gewohnt hat, ist mir diese Entführung, die zur Geldbeschaffung gedient hat, besonders in Erinnerung.
Es gibt aber auch andere, wie Beate und Serge Klarsfeld, die mit ihrer Jagd auf NS-Verbrecher für Schlagzeilen gesorgt haben. Das wird hier im Buch von Michaela Grünig sehr gut in die Handlung eingebaut, genauso wie die Rücksichtslosigkeit mancher Öl-Konzerne, die, wie hier am Beispiel der Jacobson-Reederei, die um Gewinne zu maximieren auf Sicherheitsvorkehrungen bei Tankschiffen, bewusst verzichtet haben. Diese Unfälle mit Tankschiffen sind die Geburtsstunde des Umweltschutzes.
Gut gefällt mir, dass Michaela Grünig ihre Figuren weiterentwickelt, nicht immer zum deren Vorteil. In einem, für sie typischen Statement, enthüllt die harte Geschäftsfrau Sonja Casparius ihr höchst persönliches Geheimnis.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem fesselnden und an manchen Stellen durchaus brutalen Abschluss der Saga rund um die beiden Familien Jacobson und Casparius 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Gaby 2707:
Die Löwin vom Tafelberg. Catharina Ustings' kühner Weg in die Freiheit von Inès Keerl
Die berührende Geschichte einer starken Frau
Um der Heirat mit einem stadtbekannten Säufer zu entgehen, die ihre Stiefmutter Magda arrangiert hat, beschließt Catharina ihr erbärmliches Leben in Lübeck zu beenden. Auf einem Ochsenkarren flieht sie nach Hamburg, wo sie sich ihre Haare abschneidet und als Junge verkleidet als blinder Passagier auf dem Dreimaster Hoff van Zealand der Niederländischen Ostindien-Kompanie auf dem Weg nach Batavia versteckt.
Hier soll man die leckersten Früchte direkt von den Bäumen pflücken können, erzählt ihr Simon, ein junger Mann, der auf dem Schiff als hopelooper (Schiffsjunge) anheuert. Bedingt durch eine Seuche an Bord, geht sie in Südafrika am Kap Good Hope von Bord. Hier nimmt sie ihr Schicksal in die Hand um als freie Frau ihr eigenes Leben zu leben.
Was für ein wunderbares an historische Fakten angelehntes Buch legt hier Autorin Ines Keerl vor. Sie hat mich mit ihrer Geschichte ab der ersten Seite in ihren Bann gezogen und bis zur letzten nicht mehr losgelassen. Sie beschreibt die Lebensumstände der damaligen Zeit so lebendig, schonungslos offen und bildhaft, dass ich mich selbst schon auf der Hoff van Zealand und dann am Kap der Guten Hoffnung gesehen habe. Ich habe mit Catharina, die es wahrlich nicht leicht hat in ihrem Leben, gebangt und gehofft, mich mit ihr immer wieder auf neue Lebensumstände eingestellt und mich schlussendlich mit ihr auf ihr neues Leben gefreut.
Egal ob noch in Lübeck oder dann in ihrem neuen Lebensbereich – überall konnte ich mich dank der Beschreibungen gut zurechtfinden. Ich habe gerade die Flora und Fauna in Catharinas neuem Lebensbereich beim lesen direkt vor Augen gehabt.
Aber auch die vielen anderen Menschen, die mir hier begegnen, habe ich sehr gut in mein Kopfkino, das wahrlich sehr viel zu tun hatte, einfügen können. Neben der starken, taffen und mutigen Catharina, die durch ihre Hochzeit mit dem Vrijburgher Hans Ras mit ihrer Vergangenheit endgültig abschließt und doch nicht glücklich zu werden scheint, hat mich hier Eva/Krotoa genau so beeindruckt. Mehr wird aber nun nicht verraten.
Diese dramatische, absolut lesenswerte Lebensgeschichte einer beeindruckenden Frau, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt, hat mich fasziniert und mir abenteuerliche Lesestunden geschenkt. Ein wundervolles Buch für alle, die gerne in die Vergangenheit eintauchen, auch wenn es manchmal schwer zu ertragen ist.
Rezensionen von brauneye29:
Was du siehst von Laura Maaß
Schöne Geschichte
Zum Inhalt:
Als der Mann, den Ruth liebt, spurlos verschwindet, verlässt Ruth Ostberlin. In einem kleinen Dorf in Mecklenburg trifft sie auf Hannah und sie findet ein neues Zuhause. Die Kinder der beiden, Jule und Andi, wachsen gemeinsam auf und träumen von der Zukunft. Irgendwann gestehen sie beide sich, dass sie sich lieben und alles scheint perfekt.
Doch ein lange gehütetes Geheimnis zieht Jule nach dem Mauerfall in die Welt.
Meine Meinung:
Das Buch liest sich ungeheuer leicht und in der Hörbuchversion macht es einfach Spaß zuzuhören. Die Protagonisten fand ich durch die Bank sympathisch und authentisch dargestellt. Schön fand ich zum Beispiel, dass die Geschichte zwar zunächst im Osten spielte, dann durch den Mauerfall auch in einem weiteren Feld spielte. Mir hat die ganze Art des Romans gefallen, die Erzählweise ist angenehm leicht und dennoch nicht banal.
Fazit:
Schöne Geschichte











