Kunden em pfehlungen
Rezensionen von begine:
Der Traum des Jaguars von Miguel Bonnefoy
Leben in Venezuela
Der französische Schriftsteller Miguel Bonnefoy führt uns in seinem Roman,Der Traum des Jaguar nach Venezuela.
Er beschreibt erst die Kindheit Antonios, die als Findelkind begann. Dann ist Anna Marias Kindheit dran.
Die beiden treffen sich an der Uni in Caracas wieder. Sie studieren beide Medizin und werden ein Paar.
Interessant sind die Aufstände und Putschs in Venezuela. Da gibt es zahlreiche von.
Der Autor beschreibt die Lage Venezuelas und seiner Einwohner
eindrucksvoll.
Der Roman ist gut gemacht und lesenswert.
Rezensionen von DoraLupin:
Wallis Simpson von Michaela Lindinger
Ein interessantes Leben
Ich lese immer wieder gerne über berühmte Persönlichkeiten! Über Wallis Simpson hatte ich schonmal einen Roman gelesen und kenne sie auch durch die Serie "The Crown", nun wollte ich aber mehr Fakten über die bekannte Frau an der Seite Edwards erfahren. Ich wurde von diesem Buch sehr gut unterhalten und habe Wallis Simpson nochmal anders und besser kennengelernt.
Inhaltlich dreht es sich natürlich über die berühmte Frau, die auch als "Die meistgehasste Frau der Welt" Bekanntheit erlangte. Fast 85 Jahre vor Harry und Meghan sorgte schon ein anderes Paar für einen Skandal bei den Windsors und für weltweite Schlagzeilen: König Edward VIII. löste 1936 mit seinem Wunsch, die zweifach geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson zu heiraten, eine Verfassungskrise im Königreich aus. Das royale Paar musste England verlassen – schuld ist: Wallis Simpson. Spionage, Spielsucht, Dreiecksbeziehungen, Drogen, Abtreibungen, Nähe zu faschistischen Systemen, Nymphomanie ... Es gab nur wenige Schmähungen, die die Stilikone in ihrem fast 90-jährigen Leben nicht zu hören bekam. Lesen Sie die Geschichte dieser schillernden, charismatischen und komplexen Frau und ihrer Liebe mit dem englischen König, die schon zu Ende war, bevor sie richtig begonnen hatte.
Ich bin gut ins Buch reingekommen und habe diese Biografie auch wirklich gerne gelesen. In ein paar Tagen hatte ich das Buch verschlungen und vorallem die Fotos haben mich richtig in der Zeit zurückreisen lassen. Natürlich ist Wallis vorallem durch Edward bekannt und weil dieser sogar den Thron aufgegeben hat um mit ihr zusammen zu sein. Das klingt erst einmal sehr romantisch, doch in diesem Buch wird recht nüchtern über das Paar und ihre Persönlichkeiten geschrieben. Es gibt hier nicht viel Glamour sondern das Buch erzählt auch über die Psyche der beiden und wie sie sich mit den falschen Leuten einlassen. Der Schreibstil ist dabei recht einfach und verständlich zu lesen, manchmal etwas ausschweigend und dadurch auch etwas trocken. Insgesamt kann ich aber sagen, dass ich Wallis Simpson und auch Edward durch das Buch nochmal von einer anderen Seite kennen gelernt habe und viel dazulernen durfte. Deshalb erhält das Buch auch eine Leseempfehlung für Interessierte und gute 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von cosmea:
Dr. No von Percival Everett
Am Ende bleibt nichts
Der Protagonist des neuen Romans von Percival Everett mit dem sprechenden Namen Dr. No ist ein renommierter Mathematikprofessor an der Brown University, der sich Wala Kitu nennt. Die Wörter stammen aus den Sprachen Tagalog und Suaheli und bedeuten „nichts“. Er ist Spezialist für nichts. Eines Tages engagiert ihn der farbige Milliardär John Sill.
Wala Kitu und seine Kollegin Eigen Vector sollen in Fort Knox einbrechen und einen Schuhkarton stehlen, der nichts enthält. Mit dem Inhalt hofft Sill die Weltherrschaft zu erlangen und sich für die Ermordung seiner Eltern durch weiße Polizisten zu rächen. Sill wirkt wie ein Bond-Schurke. Es beginnt eine aberwitzige Reise mit vielen grotesken Episoden. Der Roman enthält philosophische Ausführungen sowie zahlreiche Passagen in einem für Laien unverständlichen mathematischen Jargon, aber auch viele witzige Episoden, die auf den Wortspielen um „nichts“ basieren. Am Ende sind alle erleichtert, denn es geschieht nichts.
Neben der Beschreibung der wilden Reise geht es um Gesellschaftskritik, vor allem um den immer noch allgegenwärtigen Rassismus. Das Thema und seine sprachliche Umsetzung sind schon sehr speziell. Ein Zitat, das hier für zahllose andere steht: “…, es ist nicht nicht-nichts, und damit ist es nichts.“ (S. 319). Mir hat der Roman nicht so gut gefallen wie zwei andere Bücher des Autors, die ich kenne: “Erschütterung“ und “James.“ Von daher bin ich etwas enttäuscht.
Rezensionen von Marw76:
Secret Forest Academy. Avas Bestimmung von Tina Stein
Auftakt der Secret Forest Academy
Cover: Das Cover passt wunderbar zum Inhalt und hat meinen Sohn direkt neugierig auf die Geschichte gemacht. Der grüne Wald und mitten darin Ava und der Bär Urs passen natürlich perfekt zum Inhalt, ohne zu viel zu verraten.
Inhalt: Schon wieder ist Ava mitten im Wald aufgewacht! Seit ihre Eltern verschwunden sind, passiert ihr das immer wieder.
Eines Tages taucht ein unheimlicher Fremder auf, der behauptet zu wissen, wo Avas Eltern sind – und warum es sie nachts in den Wald zieht. Als er Ava angreift, bekommt sie unerwartet Hilfe von einem sprechenden und sehr verfressenen Bären: Urs kennt ihre Eltern und er hat den Auftrag, Ava in eine geheime Akademie zu bringen. Sie spürt, dass sie dem Bären folgen muss. In der Secret Forest Academy erwarten sie magische Wesen und coole (und auch ein paar nicht so coole) Mitschüler. Darunter der geheimnisvolle River, der sich nachts immer heimlich in den Wald schleicht. Ava beginnt zu ahnen, dass hinter dem Verschwinden ihrer Eltern mehr steckt, als sie bisher dachte. Und sie ist bereit, sich ihrem Schicksal zu stellen.
Unsere Meinung: Ich bin immer wieder auf der Suche nach gutem Lesestoff für meinen Sohn. Als ich von diesem Buch hier erfahren habe, war ich gleich sehr neugierig darauf, denn der Klappentext hat mich schon einmal neugierig gemacht. Unterhalten wurde er sehr gut von dem Buch und wir hoffen, dass es noch viele weitere Bände dieser Reihe geben wird. In die Geschichte hat mein Sohn ohne Probleme hineingefunden. Der Schreibstil ist auf jeden Fall altersgerecht und er hatte überhaupt keine Probleme, der Geschichte zu folgen. Generell ist alles sehr bildlich beschrieben und mein Sohn konnte sich die Academy und seine Bewohner gut vorstellen. Ava sowie auch der sprechende Bär Urs sind meinem Sohn schnell ans Herz gewachsen, aber auch die anderen Charaktere sind interessant beschrieben worden. Generell bleibt die Geschichte von Anfang bis zum Ende interessant und spannend. Wir wurden von dem Buch gut unterhalten und hoffen auch noch viele weitere Bände der Reihe. Gerne geben wir die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung ab.
Rezensionen von stina23:
Öffnet sich der Himmel von Seán Hewitt
Die Schmerzen des Erwachsenwerdens
James stattet seinem kleinen Heimatdorf, in dem er schon seit vielen Jahren nicht mehr gewesen ist, einen Besuch ab und wird mit vielen Erinnerungen konfrontiert - besonders die an das Jahr, als Luke im Dorf auftauchte und schnell das Leben des Teenagers, sein Erleben und seine Gedanken bestimmte.
Was ab den ersten Sätzen sofort auffällt, ist die poetische Sprache, in der dieses Buch geschrieben wurde.
Ich kann hier nur von der deutschen Übersetzung sprechen, aber mir hat das Lesen sehr viel Freude bereitet. Der Autor schafft es, schöne und ausdrucksstarke Bilder zu malen, die wunderbar berauschend, aber auch melancholisch und tieftraurig sind, so wie James‘ Realität, die oft hart ist, unbeschönigt abzubilden. Dabei ist der Schreibstil sehr flüssig und recht einnehmend und einfach schön zu lesen. Durch die Unterteilung der Geschichte in Kapitel, die den Jahreszeiten entsprechen, kann man James durch ein bestimmendes Jahr seines Lebens folgen. Obwohl im Außen nicht so viel geschieht, wird die Geschichte von den Gedanken, Gefühlen, Sehnsüchten und Wahrnehmungen des jungen Mannes getragen. Dabei geht der Autor in die Tiefe und ließ mich mit James mitfühlen. Sein Gefühl der oftmaligen Hoffnungslosigkeit und der Ausweglosigkeit wechselt mit Hoffnung auf Liebe. Auch als Leserin teilte ich diese mit ihm, obwohl schnell klar war, dass der ein Jahr ältere Luke seine Zuneigung nicht erwidern wird. Mich hat James tief berührt. Obwohl ihn seine Außenseiterrolle mit Luke verbindet, will man ihn einfach nur glücklich sehen und merkt, dass das für ihn als Teenager fast unmöglich ist, da er in dem kleinen Dorf als homosexueller junger Mann an den Rand gedrängt lebt. Auch von seiner Familie wird er nicht als der wahrgenommen und akzeptiert, der er ist.
Für mich ein leises Buch, dass absolut in die Tiefe geht und etwas Besonders darstellt. Eine Leseempfehlung!
Rezensionen von clematis:
Hier oben sind wir unendlich von Gemma Tizzard
Stahlskelett
1930: Ein gigantisches Stahlskelett erhebt sich über den Dächern New Yorks, das Empire State Building wächst mit hoher Geschwindigkeit Stockwerk für Stockwerk dem Himmel entgegen. Furchtlose Männer, oder solche, die schlicht und einfach ihre Familie ernähren müssen, betreten tagtäglich schmale Stahlträger und vollbringen ihr erstaunliches Werk in schwindelerregender Höhe.
Darunter Patrick O’Connell, der sich eines Tages so verletzt, dass er unmöglich am nächsten Morgen weiterarbeiten kann. Miete und Medikamente für die jüngere Schwester sind aber dennoch zu bezahlen, der Vater ist bereits beim Arbeiten an den Docks umgekommen, er also verantwortlich für die Mutter und die Geschwister. Ein irrwitziger Plan nimmt Gestalt an: Patricks Zwillingsschwester Grace, die bislang als Tänzerin aufgetreten ist, soll an seiner Stelle sechs Wochen lang als Stahlarbeiter das vierköpfige Team ergänzen. „Du könntest es machen.“ „Ich könnte deinen Platz einnehmen.“ [Patrick und Grace O’Connell, kindle, Pos. 882]
Auf überaus detaillierte und lebendige Weise erzählt Gemma Tizzard aus den 1930er-Jahren in New York, beschreibt die aus der Wirtschaftskrise resultierende Armut und Not der Bevölkerung. Auf engstem Raum wohnen kinderreiche Familien, für wenig Geld nimmt man jede auch noch so anstrengende Arbeit an, man lebt von einem Tag auf den anderen, hofft darauf, auch im nächsten Monat noch die hungrigen Mäuler stopfen zu können und das Geld für die schäbigen Zimmer aufzubringen. Grace und Patrick aus einer irischen Einwandererfamilie stehen neben den Italienern Francesco und Guiseppe Gagliardi im Mittelpunkt und lehren die Leser das Fürchten, denn es geht mit dem Aufzug hinauf in den 21. Stock, hinaus auf nackte Stahlträger, ein einziger falscher Schritt kann den Tod bedeuten. Auch mit festem Boden unter den Beinen fühlt man Schwindel in sich aufsteigen beim Lesen, hält den Atem an ob der komplizierten Arbeiten mit glühend heißen Nieten, jedem Wind und Wetter ausgesetzt. Einer muss sich auf den anderen verlassen können, diese Regel gilt ausnahmslos, nun ist es eine als Mann verkleidete Frau, die diese verantwortungsvolle Rolle ohne mit der Wimper zu zucken übernimmt, denn verlassen können muss sich auch die Familie, welche keinen anderen Ausweg sieht. Tanzschuhe im Austausch gegen Stahlkappen, Zirkuserfahrung gegen Höhenangst, das ist es, was Grace bieten kann und auf bewundernswerte Weise am Stahlskelett des Empire State Buildings unter Beweis stellt.
Großartig recherchiert, verknüpft Gemma Tizzard die Geschichte des damals höchsten Stahlkonstruktes der Welt mit einer einfühlsamen Erzählung über den Kampf ums nackte Überleben, über Mut, Freundschaft, Vertrauen und die Liebe. Ein phantastisches Buch, welches mir mitunter Gänsehaut beschert hat und das ich uneingeschränkt weiterempfehle.
Rezensionen von yellowdog:
Deutschland, lass uns reden von Katrin Göring-Eckardt
Zuhören
Die Bündnis 90/Grünen-Ikone Katrin Göring-Eckhardt berichtet von ihren Reisen, Begegnungen und Gesprächen mit verschiedenen Bürgern, aber auch bekannten Persönlichkeiten wie Charlotte Knobloch oder Igor Levit
Dabei blendet sie auch immer wieder ihre Gedanken zu den Äußerungen der Gesprächspartner ein.
Das sind nachträgliche Kommentar und eigentlich wäre es vielleicht doch besser gewesen, sie hätte das gleich ausgesprochen. Doch sie wollte in erster Linie die andere Seite zu Wort kommen lassen. Zuhören ist ihr wichtig.
Sie spricht auch mit Flüchtlingen und Migranten sowie einer Bürgergeldempfängerin.
Katrin Göring-Eckardt und das für das sie einsteht haben meine Sympathien. Dieses Buch lädt zu gesellschaftlich-politischen Diskussionen ein.
Rezensionen von LEXI:
Versprich mir, dass du tanzt von Dani Atkins
Eine Liebe, die begonnen hat, als wir Teenager waren, und die niemals enden wird
„Es war lange her, dass ich mich in Josh Metcalf verliebt hatte, und eines wusste ich mit absoluter Gewissheit: keiner von uns beiden wollte, dass dies wieder passierte.“
Als das zwölfjährige Pflegekind Josh nach einer schwierigen Kindheit zu Gordon und Janette Baker nach Elm Close kommt, findet es zum ersten Mal in seinem Leben liebevolle Aufnahme in einem dauerhaften Zuhause.
Aufgrund seiner negativen Erfahrungen fällt es dem mürrischen Jungen jedoch schwer, Beziehungen einzugehen. Es ist das naseweise Nachbarsmädchen Lily, das schließlich mit ihrer Hartnäckigkeit zu Josh durchdringt, sich nicht abwimmeln lässt und den großen Bergahorn im Garten der Bakers kurzerhand zu ihrem gemeinsamen Rückzugsort erklärt. Dank Lilys unverblümter Art und ihrem offenen Wesen werden die beiden schnell unzertrennliche Freunde. Der Umzug der Bakers ein paar Jahre später ist besonders für Lily ein schwerer Schlag. Denn sie hat zu lange damit gewartet, Josh ihre Gefühle einzugestehen, die mittlerweile längst über eine Freundschaft hinausgehen.
Jahre später fabriziert Lily als Konditorin köstliche Kreationen, liebt ihren Beruf und ihren Verlobten Adam, der sie auf Händen trägt. Kurz vor der Hochzeit mit Adam kommt es aber zwischen Lily und Josh zu einem fürchterlichen Streit und Josh verschwindet spurlos aus Lilys Leben. Als Adam Lily auf seinem Sterbebett das Versprechen abringt, sich mit Josh zu versöhnen, muss sie ihren ganzen Mut und all ihre Willenskraft aufwenden, um den letzten Wunsch ihres verstorbenen Mannes zu erfüllen und Josh ausfindig zu machen.
Die aktuelle Neuerscheinung von Dani Atkins thematisiert das Drama eines viel zu frühen Todes und eine Teenager-Freundschaft, die zur ganz großen Liebe wurde. Den Protagonisten werden zahlreiche Hindernisse in den Weg gelegt, bereits die ersten Seiten sind von Trauer und Leid geprägt, die seelischen Qualen der handelnden Figuren setzen sich im gesamten Inhalt fort. Das Buch ist zwar in einem lockerem Schreibstil verfasst, die Grundstimmung ist aber eher traurig.
Die Protagonisten wurden gut charakterisiert, die Autorin geht auf ihre Gefühls- und Gedankenwelt sowie ihre persönlichen Entwicklungen ein. Dennoch konnte ich mich für keine der Figuren erwärmen, einige Reaktionen und Handlungen vermochten mich zudem nicht zu überzeugen. Zwar stirbt Lilys Ehemann Adam bereits auf den ersten Seiten dieses Romans, dank einiger Rückblenden erfährt man aber ein wenig über das kurze gemeinsame Leben des jungen Paares. Kapitel, welche die Ereignisse in der Vergangenheit thematisieren, sind mit der Angabe eines Zeitraums versehen und kursiv gedruckt. Die optische Aufmachung des Covers mit dem rosafarbenen Hintergrund, dem gleichfarbigen Buchschnitt, der tänzelnden Frauenfigur und den goldenen Lettern stellt einen deutlichen Gegensatz zum bedrückenden Inhalt dar.
Gedanken zum Inhalt - ACHTUNG SPOILER!
Die Geschichte von Adam, Josh und Lily ließ mich zwiegespalten zurück. Im Grunde fand ich die Entwicklung der innigen Teenager-Freundschaft von Josh und Lily, die zur großen Liebe wurde, berührend und romantisch. Für meinen Geschmack stellen sich den handelnden Figuren aber eindeutig viel zu viele Hürden und Missverständnisse in den Weg. Es gab zudem langatmige Passagen im Buch. Die Entwicklung der Geschichte dauerte gefühlt endlos, aber die Auflösung wurde dann in rasantem Tempo innerhalb weniger Seiten abgehandelt. Als ich nach dem zähen und langwierigen Auf und Ab und dem Gefühlschaos der beiden Hauptfiguren mit diesem unerwarteten und abrupten Ende konfrontiert wurde, war ich im ersten Moment vollkommen fassungslos. Indem die Autorin das gemeinsame Leben von Josh und Lily als Ehepaar lediglich mit wenigen Worten erwähnt und mehr als vierzig Jahre überspringt, fühlte ich mich um die eigentliche Liebesgeschichte, das Happy End, betrogen. Ich erfuhr buchstäblich nichts über das Leben von Josh und Lily, nachdem sie nach über vierhundert Seiten ENDLICH zueinander gefunden hatten. Am Ende der einen Seite stand Lily noch kurz vor der Geburt ihres Sohnes und zu Beginn der nächsten Seite war sie bereits eine alte Frau über siebzig, die im Sterben liegt.
Das Buch war sehr emotional, aber insgesamt betrachtet beinhaltet es bei Weitem viel zu viele Dramen. Es gibt Bücher, die das Herz berühren, die das Innerste mit Wärme erfüllen und für Glücksgefühle sorgen. „Versprich mir, dass du tanzt“ war jedoch aufgrund seiner negativen Grundstimmung bedrückend und hinterließ lediglich einen schalen Nachgeschmack. Ich fand es schrecklich, dass die Protagonisten die meiste Zeit verzweifelt und unglücklich sind und Reue, Verlust und Trauer im Buch dominieren. Dass darüber hinaus auch noch zwei der drei Hauptfiguren sterben, veranlasst mich endgültig dazu, zukünftig von Werken dieser Autorin Abstand zu nehmen. Ich möchte beim Lesen in eine heile Welt eintauchen und furchtbare Schicksale oder tragische Todesfälle zumindest für die Zeit der Lektüre ausblenden können.
Von mir gibt es daher leider keine Leseempfehlung, ich stand hin und wieder tatsächlich kurz davor, das Buch abzubrechen. Es gibt Bücher, die mich begeistern aber es gibt auch Bücher, die mich schwer enttäuschen. „Versprich mir, dass du tanzt“ ist bedauerlicherweise eines davon.
Rezensionen von Ruth:
Heimat von Hannah Lühmann
Jede Menge Diskussionsszoff
Jana und Noah sind mit ihren beiden kleinen Kindern aufs Land gezogen. Der Traum vom eigenen Haus ließ sich in der Stadt nicht verwirklichen, obwohl beide nicht schlecht verdient haben. Aber einfach dürfte es auch hier nicht werden, denn Jana hat ihren Job in der Agentur gekündigt, nachdem ihre Chefin wenig begeistert auf ihre dritte Schwangerschaft reagiert hat.
Außerdem fühlt sich Jana fremd in der Neubausiedlung, in der sie die Einzige zu sein scheint, die ihre Kinder ganztags in der Kita lässt. Nein, Jana ist nicht heimisch geworden in ihrer neuen Heimat. Das ändert sich erst, als sie Karolin kennenlernt, eine Frau, die ganz locker ihren großen Haushalt managt, sich vorbildlich um ihre fünf Kinder kümmert und dabei noch auf Instagram ihre Bilderbuchfamilie präsentiert. Und die glücklich zu sein scheint in ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter. Aber Karolin hat auch einen Mann, der sich kümmert, einen richtigen „ Versorger“.
Dieser Clemens ist so ganz anders als Noah. Der befindet sich schon länger auf dem Rückzug, ist kaum mehr daheim und wenn, dann nicht ansprechbar. Jana fühlt sich von ihm im Stich gelassen, ganz konkret bei den häuslichen Pflichten und bei der Kindererziehung, aber auch emotional. „ Sie hatte das Gefühl, dass ihre Beziehung zunehmend verstummte.“ Kein Wunder, dass sie fasziniert ist von ihren neuen Bekannten und deren heiler Welt.
Sie verfolgt schon beinahe obsessiv Karolins Insta-Kanal, und ist glücklich, als sie immer mehr zum inneren Zirkel von Karolin Zugang findet. Sie freut sich über die Einladung zum „ Mama-Lesekreis“, auch wenn ihr die Themen anfangs suspekt sind : „Kita-freie Erziehung“ oder „keine Impfpflicht für Kinder“.
Obwohl sich hinter der vermeintlichen Idylle Brüche und Widersprüche verbergen, so gerät Jana doch immer stärker in den Dunstkreis ihrer neuen Freunde, die sich auch ganz offen politisch rechts verorten. Und bald steht sie gemeinsam mit anderen Frauen an einem Parteistand der AfD und kämpft gegen die Einrichtung eines Asylbewerberheims in der Innenstadt.
Hannah Lühmann greift in ihrem zweiten Roman ein aktuelles Thema auf. Die sog. „ Tradwives“, die auf Social Media sehr erfolgreich ihr traditionelles Familienleben inszenieren und damit ein konservatives Rollen- und Gesellschaftsbild propagieren. In den USA gibt es diesen Trend schon länger, politisch meist im rechten Spektrum angesiedelt. Und auch in Deutschland passt diese Bewegung in das traditionelle Wertesystem der rechten Parteien.
Warum moderne Frauen anfällig werden können, ihr Heil in der Hausfrauen- und Mutterrolle zu finden, das zeigt Hannah Lühmann exemplarisch an ihrer Protagonistin. Denn Jana kennt den Spagat zwischen Job und Familie, weiß, wie viel Kraft der kostet und wie wenig Unterstützung frau dabei erfährt. Gleichzeitig kann der Alltag mit den eigenen Kindern befriedigender sein als mancher langweilige Bürojob.
Dabei zeichnet die Autorin ihre Hauptfigur als unsichere und überforderte Frau, die ihre alten Werte zunehmend in Frage stellt. Ihr früheres Leben mit Mann und Job existiert nicht mehr, bei Karolin und deren Umfeld findet sie Unterstützung und Gemeinschaft.
Der Autorin gelingt es sehr gut, diese langsame Veränderung von Jana an vielen kleinen Episoden erfahrbar zu machen. Dabei schwingt untergründig etwas Unheimliches und Bedrohliches mit. Dazu passt das überraschende Ende, das viele Fragen aufwirft.
Der Roman liest sich süffig, so dass man die knapp 170 Seiten in einem Rutsch durchlesen kann. Etwas mehr Seiten hätte ich dem Buch gewünscht, angesichts der Fülle an Themen.
Auch wenn manche Figuren etwas blass bleiben, so z.B. Janas Mann Noah, dessen Rückzug kaum erklärt wird, andere eher Klischees entsprechen wie Janas Hippiemutter, so gelingt der Autorin doch ein authentisches Bild bestimmter sozialer Milieus.
Der Roman überzeugt weniger mit sprachlicher Brillanz und literarischer Finesse. Dafür greift er viele aktuelle Fragen auf und bietet jede Menge Diskussionsstoff. Ein Lob noch für das tolle Cover, das kongenial das Thema illustriert.
Rezensionen von Immenhof:
Falling Like Leaves von Misty Wilson
Herbststimmung
Das Buch sticht schon auf den ersten Blick ins Auge: Ein wunderschönes Cover, das perfekt zum Jahreszeitenroman passt, und ein toller Farbschnitt mit bunten Blättern, der das Thema Herbst spielerisch unterstreicht. Auch inhaltlich überzeugt der Roman: Die Geschichte ist als Young-Adult-Roman sehr nachvollziehbar, da die Protagonistin ihr letztes Highschool-Jahr erlebt, wirkt aber durchgehend auch für erwachsene Leser angenehm zu verfolgen.
Besonders schön sind die vielen US-typischen Events wie Homecoming Ball oder andere Schulfeste, die Atmosphäre und Setting glaubhaft machen. Die Figuren wirken authentisch, mit Stärken und Schwächen, sodass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Einzig die sehr bekannte Freundin der Protagonistin wirkte auf mich unnötig, da sie für die Handlung und den Verlauf der Geschichte eher unrealistisch erschien.
Insgesamt ein stimmiger, atmosphärischer Roman mit Charme und Herz.











