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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

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Broccoli Punch von Lee Yuri

Storys

Dieses Erzählungsband bietet einige originelle Storys einer Autorin aus Südkorea. Aber nur weil sie aus Korea kommt, würde ich sie nicht gleich mit der Literaturnobelpreisträgerin Han Kang vergleichen. An das Niveau kommt Lee Yuri nicht ran, da ihr Stil ziemlich einfach ist.
Aber das muss ja auch nicht sein, um unterhaltsame Erzählungen zu schreiben.

Spaß macht gleich die erste ironische Geschichte um eine Frau, deren gestorbener Vater zu einer sprechenden Topfpflanze wird und geradezu neu auflebt.
In der nächsten Story wird die Faszination für K-Pop mit Außerirdisches Leben verbunden. Das leuchtet mir zwar nicht ein, aber das Gefühlsleben der Protagonistin wird nachvollziehbar.
Dann die Titelstory: Broccoli Punch. Es gibt ein phantastisches Element. Die Hand eines jungen Mannes hat sich plötzlich in einen Brokkolikopf verwandelt. Lee Yuri arbeitet einen psychologischen Aspekt dafür aus.
In einer weiteren Story wird jemand unsichtbar. Eine Story zeigt die Kommunikation mit einem Leguan. Vieles wirkt obskur.

Ich möchte jetzt nicht alle Storys aufzählen, aber erwähnenswert ist noch das einseitige Nachwort der Autorin, in dem es ihr gelingt sogar noch eine Geschichte zu verstecken.

Mein persönliches Fazit: Wegen den vielfach eingesetzten phantastischen Elemente ein interessantes Erzählungsband, das mich aber literarisch ein Stück weit nicht überzeugte.

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Broccoli Punch

Rezensionen von Ryria:

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Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly

Berührende Erzählung über zweite Chancen

In einer stürmischen Nacht verschwindet Dorothys Sohn in einem kleinen Fischerdorf im 19. Jahrhundert. Circa 20 Jahre später wird ein Junge am Strand angespült, der ihrem Sohn sehr ähnlich sieht.
Dies klingt zunächst doch sehr mysteriös und man wird direkt in den Bann der Geschichte gezogen: Wer ist dieser Junge und was geschah damals mit dem Sohn?
Kurze Kapitel und die Neugier lassen den Leser nur so durch die Seiten fliegen, man möchte Antworten auf die Fragen und gleichzeitig das Dorf und seine Bewohner besser kennenlernen.

Dies geschieht auf zwei Zeitebenen, Stück für Stück verfolgt man die damaligen Geschehnisse mit, während man durch die Gegenwartsebene eigentlich schon weiß, was passieren wird - halt nur noch nicht wie.
So ist zwar einiges schon klar, aber die Spannung lässt trotzdem nicht nach.
Verschiedene Erzählperspektiven runden das Ganze dann noch zusätzlich ab.
Besonders gut hat mir auch der Schreibstil gefallen, immer wieder habe ich mich an eine Art Märchen erinnert gefühlt.

Die Charaktere haben mich ziemlich oft aufgeregt, sind mir aber gleichzeitig auch ans Herz gewachsen. Man will nur das Beste für sie, aber sie treffen dumme Entscheidungen und als Leser verzweifelt man fast - was gleichzeitig auch wieder sehr realistisch ist und für die Authentizität der Charaktere spricht.
Menschen machen Fehler, aber es ist nie zu spät für zweite Chancen, diese Botschaft wird hier einfühlsam vermittelt.
Ich konnte insgesamt super miträtseln und wilde Theorien aufstellen, mit den Charakteren mitfiebern und mitfühlen und ebenfalls einen schönen Einblick in das damalige Dorfleben erhalten.

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Das Geschenk des Meeres

Rezensionen von Furbaby_Mom:

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Ihr habt es gut, ihr habt ja mich von Renate Bergmann

Wie immer: absolut wunderbar!

Ich habe schon sämtliche Bände der gleichermaßen cleveren wie entzückenden Online-Omi gelesen und würde 'Oma Nate' am liebsten höchstpersönlich adoptieren!

Auch in Band 21 beweist sie wieder einmal, dass sie Herz, Humor und jede Menge klaren Menschenverstand hat. Hinter dem Pseudonym steckt übrigens Erfolgsautor Torsten Rohde - den ich an dieser Stelle offiziell darum bitte, dass Renate mindestens ein stolzes Alter von 100 Jahren oder mehr erreichen muss, denn ohne sie geht es nicht!

Als alte Berliner Pflanze (halb Berlin, halb Brandenburg) hat mich der sympathische Dialekt der knuffig-patenten Omi direkt an meine Spreewald-Heimat erinnert.

Was soll ich euch sagen … jedes Renate-Buch fühlt sich wie ein gemütlicher Plausch mit einer lang vertrauten Freundin an - und tut meiner Seele einfach gut.

Ihre Tipps fürs Dorfleben habe ich ebenso geliebt wie die Beobachtungen zum Unterschied von Ost- und West - absolut on point, da musste ich beim Lesen so schmunzeln:

"An den kleinen Marktplätzen in den Dörfern erkennt man übrigens bis heute den Unterschied zwischen Osten und Westen. (…) Mit der Straßenumbenennerei haben sie es ja, davon kann ich auch ein Lied singen. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen auch die Menschen, derer gedacht wird und die man wertschätzt. Manchmal fällt es einem ja direkt ins Auge, dass der Geehrte nicht mehr in die Zeit passt und dass umgetauft werden sollte. […]"

Renates spontaner Wahlkampf in Spreeweide ist ein echtes Lesevergnügen - immer voll authentisch und lebendig, stets mit einem Augenzwinkern erzählt und manchmal auch mit einem kleinen Hauch Melancholie.

Mein Lieblingszitat dieses Mal:

"Man soll immer sagen, was man denkt, und wenn man das Herz auf dem rechten Fleck hat, denkt man auch meist gute Sachen. Und wofür hat man ein Herz, wenn man nicht drauf hört, frage ich Sie."

Das ist nicht nur typisch Bergmann, sondern auch ein Lebensmotto, das ich mir am liebsten sofort in großen Lettern an den Kühlschrank pinnen möchte.

Fazit:
Auch wenn andere Online-Omi-Bücher (wie z.B. meine Highlights "Das ist ja wohl die Krönung", "Fertig ist die Laube" oder "Man muss sich nur trauen") mir inhaltlich mehr zusagen das Thema Politik/Wahlkampf, war es wieder einmal ein wunderbar gelungenes Werk - warmherzig, liebenswert, voller Situationskomik und mit viel Herz geschrieben. Besonders das relativ offene Ende überraschte mich und verstärkte meine Neugier auf den nächsten Band. Klare Leseempfehlung!

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Ihr habt es gut, ihr habt ja mich

Rezensionen von Immenhof:

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Heimat von Hannah Lühmann

Verwirrende Gedanken

Ich musste lange nach einem passenden Titel suchen.
Das Buch ist nicht in Kapitel unterteilt und beleuchtet immer wieder Sequenzen des Lebens der Protagonistin. Einzig dem Punkt, dass die Protagonisten emanzipiert ist und auf komplette Gegensätze trifft, konnte ich nicht folgen, da sie bereits zu Beginn des Buches ihren Job gekündigt hat.

Leider erfährt man dadurch keine tiefgründigen Hintergründe, sondern eher kurze Eindrücke. Der Schreibstil wirkt hierbei auch eher sachlich distanziert. Trotzdem schafft es das Buch einen zu fesseln und zum Nachdenken anzuregen, wenn auch nicht im positiven Sinn der Protagonistin gegenüber. Das Ende lässt viele verschiedene Schlussfolgerungen und Raum zur Interpretation zu.
Insgesamt handelt es sich nicht um eine leichte Lektüre, sondern um ein Buch das viel zum Nachdenken anregt.

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Heimat

Rezensionen von Nicole Koppandi:

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Botanik des Wahnsinns von Leon Engler

Klug und empathisch, großartig

Ein persönlich geschriebener Roman, der den eigenen familiären Bezug zu psychiatrischen Erkrankungen adressiert und zugleich die eigene Sicht als Mitarbeiter in einer Psychiatrie facettenreich beschreibt – beides in absolut gelungener Weise erzählt.

Die Herkunftsfamilie des Autors litt an unterschiedlichen psychiatrischen Diagnosen: die Mutter war Alkoholikerin, der Vater depressiv.

Die Großmutter, bipolar, hatte mehr als zehn Suizidversuche hinter sich, und der Großvater war Patient am ‚Steinhof‘. Aufgrund dieser Familienanamnese befürchtet der Autor, selbst einmal an einer psychiatrischen Diagnose zu erkranken – statistisch gesehen hat er ohne Zweifel ein hohes Risiko.

Leon Engler erzählt sein eigenes prekäres Aufwachsen, das ärmliche Leben der Eltern und auch deren Krankheiten. Er zeigt, wie es sich auswirkte, wenn der Vater depressiv war und wie schwierig es für die alkoholkranke Mutter war, abstinent zu bleiben und nicht wieder rückfällig zu werden. Er beschreibt so gekonnt einerseits seinen professionellen Zugang zu den Erkrankungen, wie diese in der Wissenschaft und Literatur beschrieben werden – und wie es sich dann in der Realität auf der Psychiatrie individuell darstellt, bei jeder*m Patient*in ganz anders. Ich finde, das macht der Autor mit großem Respekt, ohne zu (ver-)urteilen.

Mir hat der Roman wahnsinnig gut gefallen. Er ist sehr einfühl- und unterhaltsam, manchmal ironisch, aber auch ernst. Er liest sich flüssig und interessant. Für mich ist das Konzept des Romans komplett aufgegangen, wie in jeweils kurzen Kapiteln unterschiedliche Facetten von Personen und Erkrankungen beschrieben wurden.

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Botanik des Wahnsinns

Rezensionen von Zisa:

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Heimat von Hannah Lühmann

Faszinierend

Das Cover strahlt für mich eine Mischung aus Idylle und Kontrast aus und genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch. Mich hat es so gefesselt, dass ich es binnen eines Tages gelesen habe. Die Protagonistin Jana sucht ihren Platz auf dem neu zugezogenen Lande und kommt in einen Freundeskreis, der von einer sogenannten Tradwife angeführt wird.

Zwischen Faszination und Irritation taucht der Leser in die Geschichte ein und wird immer mehr in die Gedanken und Gefühle von anfänglicher Befremdung hin zu Akzeptanz oder Duldung eingewoben. Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und die Geschichte verläuft zwar auf eine Art vorhersehbar, die trotzdem mitreißend ist. Mich hat das Buch sehr zum nachdenken angeregt und für alle Frauen zwischen 30 und 40 birgt die Geschichte ein hohes Identifikations- und Reflektionspotenzial. Absolute Leseempfehlung meinerseits.

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Heimat

Rezensionen von Zisa:

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Jakob und Jelena von Tamara Bach

Feinfülig

Das Buch „Jakob und Jelena“ handelt von zwei Kindern, die sich nun neu in der fünften Klassen kennenlernen sollen und einander in einem Referat vorstellen.
Dafür verbringen die beiden einen Tag miteinander. Das Buch begeistert mit seiner feinfühligen Sprache, und einem sehr beobachtenden Schreibstil, der den Leser direkt mit rein nimmt in die Geschichte, wie einen stummen Zuschauer.

Die Geschichte ist sehr ruhig und entschleunigend geschrieben und ein bemerkenswerter und angenehmer Gegenpol zu all den Actiongeladenen aktuellen Kinderbüchern. Wer das zu schätzen weiß, kann wundervoll in das Geschehen eintauchen und ab dieser Stelle sei noch der Hinweis, es ist zwar als Kinderbuch konzipiert, der Schreibstil hält aber auch für alle Erwachsene eine Menge an Möglichkeiten in die Geschichte einzutauchen bereit unbedingt hat mir sehr gut gefallen.

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Jakob und Jelena

Rezensionen von wolkenbücherwelt:

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Immortal Consequences - Die Blackwood Academy Trials von I. V. Marie

Magisch, Düster, … Blackwood

„In Blackwood existierte nichts von alldem. Nicht wirklich.“

Optisch hat das Buch mich sofort begeistert: Hardcover, farbiger Buchschnitt und ein Cover, das direkt ins Auge fällt. Und dann unter dem Schutzumschlag! – darunter noch ein weiteres, ebenfalls wunderschönes Design! Eine rundum kreative und stimmungsvolle Ausgabe.

Bereits beim Lesen der Leseprobe fiel mir die zauberhafte Übersetzung auf, und dieser positive Eindruck setzte sich auch beim Weiterlesen fort. Der Schreibstil macht das Lesen angenehm und flüssig.

August mochte ich sofort :‘) und Wren hat mich mit ihren geheimnisvollen „Nachtschrecken“ direkt neugierig gemacht. Die Idee einer „Welt“ zwischen Leben und Tod ist richtig spannend und frisch – ein Thema, das ich bisher so noch nicht gelesen habe (aber kurz gesagt: ich habe bis jetzt kaum Dark-Academia-Settings gelesen).

Anfangs war es zwar ungewohnt, ohne lange Erklärungen direkt in die Geschichte geworfen zu werden, aber genau das hat mir später richtig gut gefallen – es fühlte sich nämlich anders an, dauerhaft, und man hatte kaum Zeit, seine eigenen Überlegungen mit einzuweben, weil man aufmerksam bleiben musste und halt einfach schon direkt dabei war.

Auch die Geschichte aus sechs Perspektiven – Wren, August, Irene, Masika, Emilio und Olivier – zu erleben, hat sich als Stärke dargestellt: Jede Figur, jeder Charakter, bringt eine eigene Geschichte, eigene Geheimnisse und Motivation mit, wodurch die Welt lebendig und facettenreich wirkt. Das verstärkte das pure Lesegefühl noch einmal enorm.

Die Prüfungen waren für mich ein Highlight – spannend und atmosphärisch geschildert. Manchmal hätte ich mir noch ein paar zusätzliche Details gewünscht, aber der Schreibstil trägt sich selbst und die stimmungsvolle Atmosphäre fördert bereits viel zur Spannung bei. Das Tempo bleibt durchgehend gut hoch, Längen entstehen kaum – ein paar mehr Details hätte ich mir trotzdem gewünscht, wären für mich lediglich ein extra-extra Pluspunkt gewesen. :D

Auch besonders gelungen fand ich die Dynamik zwischen den Charakteren. Mal gab es Spannungen, mal Annäherung, dann immer mal ein ständiges Hin und Her zwischen Freund und Feind oder Feind und Freund – aber, gut umgesetzt und authentisch. Auch die Wren-August-Entwicklung war für mich ein kleines Highlight, weil sie doch recht glaubwürdig beschrieben wurde.

Zwar konnte ich einige Entwicklungen voraussehen, aber das hat meinen Lesespaß keinesfalls gemindert. Etwas neu zu erfinden ist ohnehin schwer, doch der Schreibstil und der kreative Umgang mit Mystery, Rivalität, Fantasy-Elementen und das Dark-Academia-Flair machen die Umsetzung frisch und fesselnd. Manche Handlungsstränge könnten noch etwas ausgearbeiteter sein und an ein, zwei Stellen weniger verwirrend, aber das sind nur kleine Kritikpunkte – also:
für mich ist das ein atmosphärischer, düsterer und spannender Reihenauftakt mit einem tollen Setting, lebendigen und facettenreichen Figuren sowie einer gelungenen rundum-Mischung. Ich freue mich schon darauf, noch tiefer in Blackwood einzutauchen! – also²: ich freue mich sehr auf Band 2!

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Immortal Consequences - Die Blackwood Academy Trials

Rezensionen von Claudia R.:

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Wohnverwandtschaften von Isabel Bogdan

Gemeinschaft

Klappentext / Inhalt:

Ein Roman über eine Wohngemeinschaft, in der vier Menschen unterschiedlichen Alters aus unterschiedlichen Motiven zusammenleben und feststellen: Freunde sind manchmal die bessere Familie.
Constanze zieht nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten in die Wohngemeinschaft von Jörg, Anke und Murat.

Was zunächst als Übergangslösung gedacht war, entpuppt sich als zunehmend stabil. Da ist Jörg, dem die Wohnung gehört und der eine große Reise plant; Anke, die als mittelalte Schauspielerin kaum noch gebucht wird und plötzlich nicht mehr die einzige Frau in der WG ist; und Murat, der sich einfach keine Sorgen machen will und dessen Lebenslust auf die anderen mitreißend und manchmal auch enervierend wirkt. Constanze sorgt als Neuankömmling dafür, dass sich die bisherige Tektonik gehörig verschiebt. Alle vier haben ihre eigenen Träume und Sehnsüchte und müssen sich irgendwann der Frage stellen, ob sie eine reine Zweck-WG sind oder doch die Wahlfamilie.
In diesem virtuos komponierten, lebensklugen und humorvollen Roman kommen reihum vier grundverschiedene Menschen zu Wort, die jeweils auf ihre Weise ihre Lebensentwürfe neu justieren müssen.

Cover:

Angedeutetes und zerbrochenes Geschirr gehen auf die Thematik ein und setzen diese sinnbildlich um. Einfach und dennoch passend gestaltet und umgesetzt.

Meinung:

Über das Leben, Gemeinschaft und Unterschiede, die verbinden. Eine humorvolle, interessante und gefühlsbetonte Geschichte zu Wohngemeinschaft von sehr unterschiedlichen Menschen, mit dennoch auch Gemeinsamkeiten. Unterhaltsam und interessant umgesetzt.

Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Informationen dazu zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut und flüssig lesen. In Geschehnisse und Charaktere findet man sich gut hinein. Jeder der Charaktere hat so seine Eigenarten und jeder für sich ist gut durchdacht. dennoch fand ich nicht in alle hinein und hatte dabei manche, die mir besser gefielen und manche, die ich nicht ganz greifen konnte. Der Wechsel zwischen Erzählung und Dialogen ist ganz gut gelungen und bringt zudem auch Tempo hinein. Die Wechsel der Perspektiven und Personen macht es interessant und unterhaltsam. Die einzelnen Abschnitte haben eine gute und angenehme Länge und ermöglichen so einen guten Lesefluss.

Auch der Humor kommt hier nicht zu kurz, aber auch die Emotionen und Gedanken sind gut ausgearbeitet und man merkt, dass hier auch so einiges zwischen den Zeilen erzählt wird, was auch zum Nachdenken anregt und im Anschluss noch nachhallt.

Alles in allem unterhaltsam und kurzweilig erzählt. Interessant und gut umgesetzt.

Fazit:

Über das Leben, Gemeinschaft und Unterschiede, die verbinden.

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Wohnverwandtschaften

Rezensionen von Bücherfreundin:

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Mein Name ist Emilia del Valle von Isabel Allende

Roman über eine mutige und selbstbewusste Frau

Wie all ihre Werke hat der Suhrkamp Verlag auch "Mein Name ist Emilia del Valle" veröffentlicht, den aktuellen Roman der chilenisch-US-amerikanischen Schriftstellerin Isabel Allende.

Am 14.4.1873, dem siebten Geburtstag der kleinen Emilia, geht ihre Mutter Molly mit ihr zum Fotografen. Am nächsten Tag begeben sie sich zum Haus des in einem feinen Wohnviertel von San Francisco lebenden Gonzalo Andrés del Valle.

Die junge Frau möchte dem chilenischen Aristokraten das Foto und einen Brief übergeben, in dem sie ihm seine Tochter vorstellt.
Molly, die in einem Waisenhaus aufwuchs, wollte Nonne werden, ehe sie Gonzalo kennenlernte und von ihm schwanger wurde. Sie musste das Kloster verlassen und heiratete den Schulleiter Francisco Claro. Dieser verwöhnt Emilia wie eine Prinzessin, er fördert und unterstützt sie, stärkt ihr Selbstvertrauen. Emilia, die schon als Kind leidenschaftlich gern liest und deren Schreibtalent sich früh zeigt, veröffentlicht mit 17 Jahren ihren ersten Groschenroman unter einem männlichen Pseudonym. Der Roman verkauft sich gut, weitere Romane und Abenteuergeschichten folgen. Fünf Jahre später beginnt Emilia bei der Zeitung Daily Examiner als Journalistin und wird 1891 gemeinsam mit ihrem Kollegen Eric Whelan nach Chile geschickt, um über den bevorstehenden Bürgerkrieg zu berichten. Ihre Mutter nimmt ihr vor der Reise das Versprechen ab, Gonzalo aufzusuchen und ihm einen Brief zu übergeben ...

Isabel Allende beherrscht die Kunst des Erzählens meisterhaft, das beweist sie auch in ihrem neuen Roman. Während es im ersten Drittel des Buches um Mollys Vergangenheit sowie Emilias Kindheit und Jugend geht, steht im restlichen Teil überwiegend Emilias und Erics Aufenthalt in Chile im Fokus. Die Autorin beschreibt detailliert die Gräuel und Schrecken des Krieges und schildert Emilias Suche nach ihrem leiblichen Vater. Die Darstellung des grausamen Kriegsgeschehens ist schwer zu ertragen und ging mir stellenweise so unter die Haut, dass ich das Buch aus der Hand legen musste. Interessant und berührend fand ich Emilias Suche nach ihren Wurzeln und die Begegnungen mit ihrem chilenischen Vater. 

Die fesselnde Geschichte ist in der Ich-Form aus Emilias Perspektive erzählt und liest sich sehr flüssig. Die Charaktere sind authentisch skizziert, das Rollenbild der Frau, das so vollkommen anders war als heute, ist gut dargestellt. Ich mochte Emilia, die schon früh weiß, was sie will und selbstbewusst ihren Weg geht. Mutig bewegt sie sich mitten im Kriegsgeschehen und hilft, wo sie kann. Sie sieht das sinnlose Töten und gerät dabei selbst in große Gefahr, wird verletzt und gefoltert. 

Leider konnte mich das Buch nicht so begeistern wie "Violeta" und "Der Wind kennt meinen Namen", die beiden letzten Werke der Autorin. Im aktuellen Roman stellt der von Isabel Allende ergreifend beschriebene Bürgerkrieg einen deutlichen Schwerpunkt dar. Das war mir zu viel, ich hätte gern weniger über das Kriegsgeschehen gelesen und mehr über Emilias späteres Leben erfahren. Gut gefallen haben mir die eingeschobenen Zeitungsartikel, die sie während des Kriegs für ihren Arbeitgeber verfasst, sie enthalten interessante Zusatzinformationen.

Wie schon in ihren anderen Romanen, so vermittelt Isabel Allende auch in "Mein Name ist Emilia del Valle" auf eindrucksvolle Weise Kultur, Geschichte und Leid ihrer Heimat. Ich kann mir vorstellen, dass der Roman in vielen Lesern das Interesse weckt, sich intensiver mit der Geschichte Chiles zu beschäftigen und empfehle das Buch gern weiter!

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Mein Name ist Emilia del Valle