Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ryria:
Kokoro von Beth Kempton
Lebenserkenntnisse in Japan
Die Japanologin Beth steckt mitten in ihrer Midlife Krise und muss dabei zusätzlich noch den Verlust ihrer Mutter und einer Freundin verarbeiten.
Im Rahmen der Trauerbewältigung und der Suche nach einer Art Sinn des Lebens begibt sie sich auf mehrere Reisen ins ländliche Japan und dortige Bergwanderungen.
Der Aufbau der Kapitel ist interessant und durchaus gelungen: Nach diversen Erzählungen über ihre Erlebnisse und ihr Leben werden dem Leser im Rahmen einer Übung einige Fragen gestellt, die zum Nachdenken anregen und dies teilweise auch gut schaffen, manchmal jedoch auch kaum Wirkung zeigen.
Im Anschluss folgt noch eine Weisheit, die uns die Autorin mit auf den Weg gibt.
Nach einer doch etwas zu lang geratenen Einleitung hat mich besonders der erste Teil des Buches überzeugen können.
Die japanische Kultur und Religionen wurden gut erklärt, erwecken Interesse und selbst mit viel Vorwissen kann man noch viel Neues lernen.
Immer wieder werden auch Kanji (japanische Schriftzeichen) und ihre Bedeutung erklärt, was für Lernende der Sprache echt toll war, jedoch kann ich mir auch gut vorstellen, dass es für den Rest der Leserschaft doch überwiegend uninteressant sein könnte.
Schilderungen wie Begegnungen mit weisen und freundlichen Einheimischen oder Erlebnisse in der Natur und auf Pilgerreisen wecken hingegen schnell die Aufmerksamkeit und öfters wurde ich an eigene ähnliche Erlebnisse in Japan erinnert.
Der spätere Teil des Buches geht sehr in Richtung Trauerbewältigung der Autorin und hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Während ich zu Beginn noch die persönlichen Schilderungen als positiv empfand, wurde es mir hier etwas zu persönlich und hat mich teilweise an eine Art Tagebuch erinnert.
Auch wenn man selbst jemanden verloren hat, ist manches nicht einfach zu lesen.
Ebenso wirkte die Struktur manchmal etwas wirr und ich konnte den Zeitsprüngen nicht immer direkt folgen.
Die Grundidee hat mir besonders als Japan-Fan gut gefallen, meinen Geschmack haben die sehr persönlichen Abschnitte über die Trauer dann jedoch nicht getroffen.
Rezensionen von Petra:
Spookily Yours von Jennifer Chipman
zuviel erwartet
Willow ist einsam, zwar lebt ihre Schwester im gleichen Ort und sie betreiben zusammen eine Bäckerei aber nach Feierabend ist sie eben allein in ihrem Haus. Ein Seelengefährte fehlt, und wenn es wieder eine Katze ist wie sie sie seit ihrer Kindheit hatte und die nun verstorben ist. Im Tierheim ist ein Kater eine Dämonenkatze die ihr auf dem ersten Blick gefällt und zu die sie einen Draht findet.
Leider ist die Katze nicht nur ein Kater sondern auch ein Dämon der leider verwandelt wurde, von einer Hexe, kann Willow den Zauber rückgängig machen?
Das Thema klingt witzig und gut passend zum Herbst. Leider hat die Umsetzung für meinen Geschmack nicht geklappt. Denn die Geschichte wird sehr oberflächlich und schnell dahin erzählt. Die Charaktere haben keine Tiefe und die Lösung des Problems ist blitzschnell abgehandelt. Danach kommt Liebesgesülze und Spice. Andere Charaktere wie die Schwester und der Halbbruder werden im Vorbeigehen erledigt. kann sein das sie im nächsten Band eine eigene Geschichte ausführlicher erzählt bekommen. Aber das werde ich nicht lesen.
Alles was ich mir erhofft hatte kam in dem Buch nicht vor. In der Beschreibung war von sehr viel mehr die Rede.
Rezensionen von tonton:
Die unendliche Klassenfahrt - Spuk auf Burg Hammelstein von Michael Petrowitz
Abenteuerliche Reise, mit Punktenabzug
Ich habe dieses Buch mit meinem siebenjährigen Kind gelesen und er fand die Geschichte spannend und lustig. Mein Kind liebt die amerikanische "Zauberschulbus"-Serie und dieses Buch hat eine ähnliche Grundidee. Die Umsetzung ist jedoch ganz anders: Hier reisen die Schüler in ein Buch und erleben dort ein spannendes Abenteuer.
Die Aufmachung des Buches ist wirklich gelungen. Das Cover mit seinen Glitzerverziehrungen, fällt sofort ins Auge. Die Seiten bestehen aus dickem Papier, und es gibt farbige Illustrationen auf fast jeder Seite. Die Schrift ist groß und dadurch auch für weniger geübte Leser gut lesbar.
Womit ich persönlich etwas unzufrieden bin, ist die Darstellung der Beziehung zwischen den Eltern und dem Lehrer, die eher antagonistisch wirkt. Eines der Schüler bekommt sogar heimlich ein Handy von seinem Vater, und der Vater versucht dann, Beweise dafür zu sammeln, dass die Reise gefährlich sei. Das gelingt ihm natürlich nicht, obwohl er im Grunde recht hatte.
Als Elternteil bekomme ich den Eindruck, dass dieses Buch das Verhalten von Kindern normalisiert, verbotene Dinge vor ihren Eltern zu verbergen.
Rezensionen von Netti:
Die Verlorene von Miriam Georg
Wow, was für ein tolles Buch
Es gibt nicht viele Bücher, die es schaffen, einen von Anfang an zu fesseln.
Dieses Buch hat es bei mir geschafft. Von Anfang an war ich sofort mit der Geschichte verbunden, fand sie interessant und spannend und konnte es kaum aus der Hand legen. So wurde es oft spät beim lesen, da man doch paar Kapitel mehr gelesen hat als man eigentlich wollte.
Die Autorin schafft es, von Anfang an das Interesse des Lesers zu wecken und eine Spannung aufzubauen, die sich das ganze Buch über hält und sich teilweise sogar noch steigert! Langatmige Stellen gab es nicht! Es hatte soviel Überraschungen und Wendungen auf sich, mit denen ich nicht gerechnet habe. Es ist nicht vorhersehbar.
Ein wunderbarer Schreibstil, mit dem man sofort in die Geschichte abtauchen kann und dabei ist.
Worum es geht: Lauras Großmutter Änne ist gestorben. Grund war ein Sturz, weil sie etwas aus einer Kiste auf dem Schrank holen wollte und vorher ein Bild zugeschickt bekam, was sie wohl sehr aufgeregt hat. Laura schaut nach, was sich in dieser Kiste befand und fand Sachen, die mit Großmutters Leben in Schlesien zu tun haben mussten, bevor sie im 2. Weltkrieg flüchten mussten. Diese Sachen werfen Fragen auf, da sie sich nicht mit den Erzählungen der Großmutter decken. Laura und ihre Mutter Ellen fahren nach Schlesien, da Änne nie viel erzählt hat von ihrem Leben und der Vergangenheit dort und sie den Ungereimtheiten auf den Grund gehen wollen. Und was sie da alles erleben und rausfinden, werde ich nicht verraten.
Meine Großeltern mütterlicherseits sind auch als Schlesien geflohen. Sie haben nie über die Flucht gesprochen. Selten gab es mal 2-3 Erzählungen aus ihrer Kindheit, mehr nicht. Genauso wie Ellen und Laura weiß ich nicht viel aus dieser Zeit. Aber auch wir haben die Häuser vor Jahren mal besucht!
Ich denke aber, auch alle anderen Leser, die keine Verbindung nach Schlesien haben, werden das Buch lieben! Es geht in erster Linie darum, wo komme ich her, von wem stamme ich ab, was haben meine Vorfahren erlebt, also Ahnenforschung.
Ein super spannendes und fesselndes Buch, eins meiner Lesehighlights dieses Jahr. Ich kann es nur wärmstens empfehlen und es wird nicht das letzte Buch der Autorin gewesen sein, was ich lese. Ich bin restlos begeistert von diesem tollen Buch.
Rezensionen von yellowdog:
Vorwiegend festkochend von Lara M. Gahlow
Minna und Moni
Vorwiegend festkochend ist eine Erzählung der Hamburger Autorin Lara M.Gahlow. Aufepeppt ist das Ganze mit ein paar Fotos und Rezepten, die ich persönlich nicht gebraucht hätte. Aber die Erzählung ist wirklich lesenswert.
Die 92jährige Minna und ihre neue Pflegerin Moni.
Zwei Frauen, die sehr unterschiedlich sind und die sich doch verstehen.
Das schafft die Autorin auf wenig Raum zu zeigen. Und doch muss man als Leser die Geschichte leider schon allzubald verlassen.
Rezensionen von Dragon:
Cosmix von Laurent Schafer
Die Magie des Lebens
Woher wir kommen, beschäftigt den Menschen wahrscheinlich schon seit er denken und sich Fragen über seine Existenz stellen kann. Dieses Buch ist dabei ein guter Ratgeber, denn es fängt mit seinen Erklärungen beim Urknall an und erläutert auf anschauliche, lustige und unterhaltsame Weise komplexe Vorgänge aus den Bereichen Physik, Astronomie, Biologie, Medizin und Chemie.
Das Besondere an diesem über 200 Seiten starken Buch ist, dass es Graphic-Novel aufgebaut ist und so den Zeitgeist trifft und Wissen leicht verständlich und praxisnah dem Leser darstellt. Dabei richtet es sich meiner Meinung nach aber klar an das erwachsene Publikum, da es trotz seiner comichaften Aufmachung viel Text enthält, der teilweise mit Fachbegriffen und wissenschaftlichen Erklärungen doch auch anspruchsvoll ist.
Mir gefällt besonders der Humor des Autors, den er schon zu Anfang unter Beweis stellt. Der Leser wird immer wieder auf humorvolle Art angesprochen und lebensnahe Beispiele aufgezeigt, die auch komplexe Sachverhalte verständlich wirken lassen. Dabei zieht sich ein roter Faden durch das gesamte Buch, indem die eingangs vorgestellten Personen immer wieder in Erscheinung treten und bestimmte Sachverhalte erforschen. Für den Leser tun sich oft erstaunliche Erkenntnisse auf, wie die Tatsache, dass z. B. das Gehirn aus denselben Bausteinen besteht wie ein Blumentopf.
Die Illustrationen sind einfach aussagekräftig, bunt, anschaulich und genau passend für dieses Format. Die einzelnen 10 Kapitel sind übersichtlich und lassen sich je nach Interesse auch unabhängig voneinander lesen, wenn sich im Moment z. B. nur einem bestimmten Gebiet widmen möchte. Dabei kommt das Buch nie trocken oder allzu ernst daher, sodass auch anspruchsvollere Sachverhalte Spaß machen und man am Ende gut informiert über Entropien, Aminosäuren, Evolution und weiteres das Buch zuklappt.
Dieses neue Konzept, Wissenschaftliches in Comic-Form zu erklären, hat mich überzeugt und kann ich absolut weiterempfehlen für alle, die tiefer in die Frage nach unserer Herkunft eintauchen möchten.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly
Eine sehr berührende Geschichte
Eine Erzählung in zwei Zeitebenen: damals und jetzt.
Damals, im Jahr 1900, ist Dorothy als junge Lehrerin auf die schottische Insel Skerry direkt von Edinburgh gekommen. Von den Bewohner*innen und auch den Kindern in der Schule wird sie nicht akzeptiert. Schon ihre gesamte Kindheit kennt sie es, Außenseiterin zu sein.
Die Frauen des Dorfes beobachten sie und ziehen über sie her, hinter ihrem Rücken. Einzig Joseph hat sich sehr um sie bemüht, bis Dorothy von einem Tag auf den anderen unleidlich zu ihm wurde und ihm auch aus dem Weg ging – für ihn unerklärlich. Damals verliert Dorothy auch ihren Sohn Moses ans Meer. Joseph findet den Stiefel des Buben.
Jetzt – ca 20 Jahre später - wird ein gestrandeter Junge am Strand ausgerechnet von Joseph aufgefunden. Er hat nur einen Stiefel an, der dem Stiefel von Dorothys Sohn zum Verwechseln ähnlich aussieht, und auch der Junge im selben Alter ist wie Moses damals als er plötzlich verschwand. Zuerst kommt der gestrandete Junge beim Pfarrer im Dorf in Pflege, später wird Dorothy gebeten, den Jungen zu pflegen, da die Frau des Pfarrers selbst ein Kind zur Welt bringt.
Erinnerungen und alte Wunden werden aufgerissen, nicht nur bei Dorothy, auch bei den Dorfbewohner*innen, die das raue und karge Leben als Fischerdorf kennen, und Verluste zu beklagen haben, wenn Ehemänner, Brüder oder Söhne nicht vom Meer nach Hause kommen.
Der Autorin ist es großartig gelungen den Spannungsbogen aufrecht zu halten, denn im Jetzt weiß man ja zum Teil was damals passierte, aber immer nur angedeutet, nichts Genaues. Und auch das Damals ist bereits von Anfang an klar, aber die Spannung besteht darin zu erfahren, wie es zu all dem gekommen ist. Immer wieder gibt es einen kompletten Perspektivenwechsel, wie auch weitere Dorfbewohner*innen bestimmte Situationen erlebt haben, die meist noch mal anders sind.
Absolute Empfehlung
Rezensionen von Alo:
Das Geschenk von Gaea Schoeters
Satire mit ernstem Kern
Im Jahr 2024 sorgte der botswanische Präsident mit einem ungewöhnlichen Vorschlag für Schlagzeilen: Er regte an, 20.000 Elefanten nach Deutschland zu schicken. Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, hat einen ernsten Hintergrund und genau diesen nimmt Gaea Schoeters in ihrem neuen Buch Geschenk auf.
Die Autorin spinnt aus dieser realen Begebenheit eine literarische Idee, die ebenso überraschend wie kraftvoll ist. Was würde passieren, wenn tatsächlich plötzlich 20.000 Elefanten in Berlin ankämen? Welche politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Fragen würde das aufwerfen? Schoeters verwebt dieses Gedankenexperiment zu einer scharfzüngigen politischen Satire, die über das humorvolle Gedankenspiel hinausgeht.
Wie schon in ihrem Vorgänger Trophäe gelingt es ihr, die Leserinnen und Leser zum Nachdenken zu bringen: über Machtverhältnisse, über das Verhältnis zwischen Europa und Afrika und über die Frage, wie wir global zusammenleben wollen. Dabei bleibt Geschenk trotz seiner Kürze ungemein dicht, prägnant und treffsicher formuliert.
Kurz gesagt: Geschenk ist eine kluge, pointierte und literarisch überzeugende Satire, die nicht nur aktuelle Debatten aufgreift, sondern auch die großen Fragen nach Verantwortung, Macht und Zusammenleben stellt.
Rezensionen von yellowdog:
Heimat von Hannah Lühmann
Die neuen Frauen von Stepford
Von der Journalistin und Autorin Hannah Lühmann kommt mit Heimat ihr zweiter Roman, der die Frauen in den Mittelpunkt stellt und eine gesellschaftliche Situation zeigt. Der erste Roman war schon nicht schlecht, aber Heimat ist literarisch eine Steigerung.
Jana zieht mit ihrem Freund Noah und ihren zwei Kindern aufs Land, Sie ist wieder schwanger.
Sie trifft hier auf Karolin und ihren Freundeskreis.
Ein konservatives Frauenbild, wie es die rechten propagieren, dominiert im Dorf und ist den Freundinnen ein Ideal.
Jana verspürt eine gewisse Faszination und lässt sich immer mehr vereinnahmen.
Damit verbunden ist auch eine Abkehr vom bisherigen und die Beziehung zwischen Jana und Noah wird schwieriger.
Die Autorin zeigt diesen Prozess des Wandel langsam und präzise. Dadurch wird es umso eindrücklicher. Außerdem entwickelt eine starke, beunruhigende Atmosphäre.
Rezensionen von yellowdog:
Buch der Gesichter von Marko Dinic
Balkan-Reigen
Von Marko Dinic hatte mich sein Roman Die guten Tage beeindruckt.
Buch der Gesichter ist komplex und als Leser muss man erst einmal in den Text reinkommen. Betrachtet wird eine Zeit Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Figuren wechseln mit den Kapiteln. Es wirkt wie ein Reigen.
Viele Schilderungen sind hat, bis an die Grenze des Erträglichen.
Das Buch kann daher nur Lesern empfohlen, die thematisch wirklich interessiert sind.











