Kunden em pfehlungen
Rezensionen von lectrice:
Dr. No von Percival Everett
Die Macht des Nichts
Ich bin ein großer Fan von Percival Everett und zuletzt konnte er mich mit "James" begeistern.
In seinem neuen Roman geht es um den Mathematik-Professor Wala Kitu und den Milliardär John Sill - und um das Nichts. Wala ist nämlich ein großer Experte für das Nichts, womit er sich auf wissenschaftlicher Ebene schon lange beschäftigt.
Wie kann es um das Nichts gehen, wie kann es so bedeutend sein? Und weshalb geht es bei dem Nichts um eben nichts weniger als die Weltherrschaft? Und weshalb ist das Nichts so wichtig für John Sill?
Ganz viele Fragen und es klingt alles etwas absurd, aber Percival Everett hat hier viel Gesellschaftskritik und Philosophie untergebracht, wie üblich viel Tiefgang und ein Roman, der viele Denkanstöße gibt. Und auch ein wenig höhere Mathematik - bei dem Thema ein Muss und eben kein Nichts.
Der Schreibstil ist auch wieder außergewöhnlich gut und wirklich ein Genuss - auch hier ein Lob für die Übersetzung von Nikolaus Stingl.
Für mich wieder ein Highlight.
Rezensionen von Murksy:
Cosmix von Laurent Schafer
Wissenschaft in bunt
Das Wissenschaftsbuch richtet sich an alle, die mit möglicherweise wenig Vorkenntnissen einen schnellen und einfachen Überblick über verschiedene Bereiche bekommen wollen. Die Aufmachung im Comicstil sorgt dafür, dass das Ganze locker und nicht zu ernst rüber kommt. Wer tiefgehende Informationen ohne füllendes Beiwerk möchte, ist hier falsch.
Inhaltlich erinnert das Buch ein wenig an die bekannte Buchreihe, die sich an sogenannte Dummies richtete. Dies soll nicht despektierlich sein, aber trotzdem darf man das Niveau nicht allzu hoch erwarten. Die Informationen des Buches sind faktisch natürlich richtig, keine Frage. Nur sorgt die Präsentation als Graphic novel eher dazu, das Ganze auch genauso zu lesen. Das Hinterfragen der Informationen oder die tiefgreifende Recherche fällt weg. Die Frage ist, ob von dem Gelesenen allzu viel hängen bleibt. Gerade die flapsigen Kommentare im Comic, die zwar für Lockerheit sorgen, aber teilweise auch etwas zu flach sind. Dennoch ist das Buch ein guter Einstieg, wenn man sich mit normalen Sachbüchern schwer tut und doch einen Blick in die Welt der Wissenschaft werfen will. Möglicherweise regt es den einen oder anderen doch dazu an, sich näher mit diversen Gebieten zu beschäftigen. Das Buch bietet auf den etwas über 200 Seiten einen rudimentären Rundumschlag über das Entstehen des Universums und uns Menschen, viel Stoff für einen Comic. Das Buch ist zwischen lockerer Unterhaltung und ernster Wissenschaft in einer Grauzone, die nicht so recht begeistern mag. Für manchen Leser werden die Informationen trotzdem zu komplex sein, hier fehlt eindeutig eine wirklich thematische, genaue Erklärung, für andere Leser enthält das Buch zu wenig Informationen, aus ebenfalls diesen Gründen.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
Rezensionen von Gaby 2707:
Hildur - Die Toten am Meer von Satu Rämö
Ein guter Abschluss
Eigentlich wollte Kriminalpolizistin Hildur Rúnarsdóttir die ruhige Zeit im Frühsommer in Ísafjörður in den Westfjorden Islands genießen. Da kommen gleich mehrere Verbrechen auf ihren Tisch. Es werden auffällig viele Einbrüche in Sommerhäuser angezeigt bei denen aber nichts gestohlen wird; sie und ihr Kollege Jakob werden zu einem plötzlichen Kindstod gerufen; auf dem Hof hinter ihrem Elternhaus in Kotsdalur werden bei Erdarbeiten für einen festen Behälter für Schmutzwasser 4 Leichen entdeckt; im Dorfkrankenhaus muss ein brutal misshandelter Mann vom Kreuzfahrtschiff „Diamant of the Sea“ behandelt werden; ihr Kollege Jakob bekommt seltsame Textnachrichten, über die er nicht sprechen will; ihr Freund Anton schickt gut gelaunte, aber völlig unbedeutende Nachrichten, die zu nichts führen, und Helga, eine ehemalige Nachbarin und gute Freundin ihrer Mutter leidet immer häufiger an Gedächtnisstörungen und sieht fremde Menschen im ihrem Zimmer im Seniorenheim.
Sie selbst spürt wieder dieses diffuse Gefühl der Beklemmung und fürchtet, dass dieses Gefühl ein schlimmes Ereignis ankündigen könnte. Und je weiter sie in die Machenschaften am Fjord eintaucht, desto mehr lichten sich auch die Nebel über der Vergangenheit.
Nachdem mir die ersten drei Bände der Hildur-Reihe sehr gut gefallen haben, habe ich mich richtig gefreut, dass hier noch ein weiterer Band nachgeschoben wurde. Und auch dieses Buch hat mich nicht enttäuscht.
Mit diesem 4. Band knüpft Autorin Samu Rämö direkt an die Vorgängerbände an. In kleinen Rückblicken in die 1990er Jahr erfahre ich mehr über die Ehe und das Leben von Hildurs Eltern Rúnar und Rakel, die bei einem Autounfall ums Leben kamen. Außerdem bekomme ich verschiedene Briefe zu lesen, die für den Fall der 4 Toten auf Hildurs Grundstück eine Rolle spielen. Nur, wie das alles zusammenhängt, das war mir sehr lange nicht klar.
Hildur beweist auch bei diesen Ermittlungen wieder, wie geduldig, verlässlich und ausdauernd sie ist. Sie macht aber auch vieles mit sich selbst aus, was für ihren Kollegen Jakob und ihre Chefin manchmal recht anstrengend ist. Mir persönlich war diese Frau, die immer ihr Surfbrett und ihren Neoprenanzug im Auto dabei hat, ab dem ersten Kennenlernen sympathisch.
Es war sehr schön auch die Menschen wiederzulesen, mit denen ich es in der Vergangenheit hier schon zu tun hatte. So sehe ich Hildurs Schwestern Rosa, die gerade das elterliche Haus renoviert, und Björk, die in Reykjavik im Gefängnis einsitzt genau so wieder wie Jakobs Sohn Matias, der immer noch Eingewöhnungsschwierigkeiten in Island hat und seine neue Lebensgefährtin Gudrun. Sie alle bereichern die Geschichte mit ihren so unterschiedlichen Charakteren ungemein.
Was mir bei diesen so unterschiedlichen Fällen, die schlussendlich fast alle irgendwie zusammen hängen, gefehlt hat, ist eine gewisse Grundspannung. Die habe ich einfach vermisst. Es läuft alles ohne direkte Höhepunkte ab, wabert hier und da einfach so dahin. Wobei jeder Fall für sich genommen schon eine gewisse Spannung beinhalten könnte. Nur kommt die leider nicht bei mir an. Und bei den Ergebnissen spielt hier oft Kommissar Zufall eine Rolle.
Ich erfahre auch wieder einiges über Island, die Gebräuche und das Leben auf dieser nördlichen Insel. Auch die wundervollen Landschafts- und Naturbeschreibungen, die mein Kopfkino abgespeichert hat, werde ich bestimmt noch lange im Kopf haben.
Interessante Fälle, die sich schlüssig und glaubhaft aufklären und ein sehr sympathisches Ermittlerduo machen auch dieses Buch trotz der mir fehlenden Spannung wieder zu einem Lesevergnügen.
Rezensionen von Karina :
Treppe aus Papier von Henrik Szántó
Zeitgeschichte
Mit dem Roman 'Treppe aus Papier' hat Henrik Szántó ein beeindruckendes Werk geschaffen, das durch seine erzählerische Tiefe und seine vielschichtige Thematik besticht.
Das besondere an diesem Buch ist die Erzählung, die sich um ein Mehrfamilienhauses dreht und die vielfältigen Geschichten und Ereignisse, die dieses Haus im Laufe der Jahrzehnte erlebt hat.
Da ein Haus Erinnerungen anders speichert als ein Mensch, sind die Erzählungen oft vielschichtig und überlagert.
Dies macht das Lesen manchmal herausfordernd, da man gelegentlich einen Moment zurückblättern muss, um den zeitlichen Kontext besser zu erfassen.
Der Roman spannt den Bogen von der NS-Zeit bis in die Gegenwart und schildert die Geschichte der Bewohner*innen sowie die Zeitgeschichte, die das Haus geprägt hat.
Irma, die 90 Jahre alt ist, hat vieles miterlebt.
Sie lebte bereits während der Hitlerzeit mit ihren regimegetreuen Eltern in diesem Haus und kehrte später zurück - getragen von einer schweren Schuld, die sie nie ganz loslassen konnte.
Nele, die im vierten Stock wohnt - ehemals die Wohnung der jüdischen Familie Sternheim - lernt durch Irma viel über diese dunkle Zeit.
Durch die Erzählungen der Zeitzeugin wird Nele neugierig und vertieft sich in die Geschichte, insbesondere in die Familiengeschichte ihrer eigenen Vorfahren.
Mich hat der poetische Schreibstil von Szántó sehr fasziniert.
Trotz gelegentlicher Unterbrechungen im Lesefluss hat mich die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, tief berührt.
Besonders begeistert hat mich die originelle Idee eines erzählenden Hauses, das die Geschichte seiner Bewohner lebendig werden lässt.
Ich kann Euch 'Treppe aus Papier' nur ans Herz legen und finde, dass es ein berührendes Buch ist, das zum Nachdenken anregt.
Rezensionen von Petra:
Der Regenbogenfisch in Gefahr von Marcus Pfister
Gefahr
Das glückliche Leben des Regenbogenfischschwarms ist in Gefahr. Ihre Welt ist bis jetzt unberührt von der Fischerei, sie liegt anscheinend bis jetzt in einem Winkel der Weltmeere wo die Fangflotten noch nicht hingekommen sind. Nun tauchen vermehrt Fische auf die davon berichten, von Schlepp dnetzen die jedes Tier und jeden Fisch fangen und dabei auch noch den Meeresboden beschädigen.
Auch die Korallenriffe sind davon betroffen. Als der Regenbogenfisch auch in so einem Netz landet kann er Hilfe mobilisieren und es geht noch einmal gut aus.
Die Bilder sind wie gewohnt wunderschön die auffallenden Glitzerschuppen, die vielen unterschiedlichen Fische, die detaillierten Bilder von dem Netz und seinem Inhalt, das alles kann auch jüngere Kinder ansprechen. Der Text wendet sich aber eindeutig an Ältere. Kindern den man Umweltschutz beibringen will, der nicht nur aus Mülltrennung und fachgerechter Entsorgung besteht. Die Gefahren für die Meeresbewohner durch die Schleppnetzfischerei ist riesengroß dadurch können ganze Arten vernichtet werden oder andere in Bereiche angesiedelt werden in denen sie auf invasive Art Unheil bringen. Ein großes Thema das in diesem Buch angerissen wird und dann aufgrund dieses Aufhängers vertieft werden kann.
Für mich aber ist es in erster Linie ein gelungenes Bilderbuch das aufzeigt auch eine glückliche Welt kann in Gefahr geraten und mit Hilfe von Freunden und anderen noch gerettet werden.
Rezensionen von brauneye29:
Die Sonne und die Mond von Chris Kraus
Hat mich nicht abgeholt
Zum Inhalt:
Einst waren sie beste Freundinnen, begannen sogar eine gemeinsame Bühnenkarriere, bis der Bruch kam. Sonja, genannt Sonne, wurde von Jana von Mond verraten. Mond wurde ein erfolgreicher Comedy-Star, Sonne leitet ein Bestattungsinstitut. Nun steht Mond vor Sonne und bittet sie die Bestattung ihres Liebsten zu übernehmen und damit brechen alte Wunden wieder auf und neue Wunden entstehen.
Meine Meinung:
Ich konnte mich einfach nicht wirklich in das Buch einfinden, da ich auch die Protagonisten nicht wirklich sympathisch fand. Dadurch habe ich mich auch echt schwer getan, das Buch zu Ende zu bringen. Viele der Ereignisse konnte ich auch nicht nachvollziehen und manches Mal habe ich mich bei der Lektüre fast gelangweilt. Wenn man das Nachwort liest, weiß man dann schon, warum der Autor das Buch geschrieben hat und das kann auch dazu geführt haben, dass es vielleicht nicht so gut lesbar war.
Fazit:
Hat mich nicht abgeholt
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Nichts drin von Irene Matt
Von wegen nichts drin !
Die Bücher von Irene Matt lese ich sehr gerne : ihr Schreibstil ist flüssig, authentisch und sehr bildlich. So auch bei ihrem Krimi „Nichts drin ?
Spannung und ein interessanter Blick auf die homöopathische Medizin sind gut miteinander kombiniert und mir ist es sehr leicht gefallen, in den Krimi einzusteigen.
Die Figuren sind allesamt authentisch dargestellt, so dass man einen guten Bezug findet und auch dem Fall selbst sehr gut folgen kann.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass der Spannungsbogen sich komplett über das gesamte Buch hinweg aufrecht gehalten hat – so sind beim Lesen die Seiten nur so dahin geflogen und ich mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Ein weiteres Highlight – finde ich – ist, dass es dem Leser selbst überlassen bleibt, welche Gedanken er zur Homöopathie hat, es wird nicht ge- oder beurteilt und man kann sich selbst sein eigenes Bild machen.
Super geschrieben und mit Spannung und Lesegenuss gespickt – absolut empfehlenswert !
Rezensionen von Anndlich:
Very Bad Widows von Sue Hincenbergs
Roulette des Lebens
Pam, Nancy und Shalisa erfahren, dass ihre Männer eine hohe Lebensversicherung auf sich abgeschlossen haben. Nachdem die Drei vor Jahren ihre gemeinsame Rentenkasse geplündert haben und sich der Lebensstandard drastisch verändert hat, beginnen die drei Frauen einen Plan zu schmieden, um die Lebensversicherung ihrer Männer zu erhalten.
Very Bad Widows von Sue Hincenbergs erleben wir aus verschiedenen Perspektiven, wobei wir nur eine Perspektive der Frauen einnehmen und ich bin froh, dass diese die von Pam war. Pam war mir von allen Frauen noch die sympathischste, wenngleich auch sie teilweise wirklich abstruse Gedanken hatte. Dennoch blitzte bei ihr, nicht nur in ihren Gedanken, sondern auch in ihren Handlungen, weiterhin die Liebe zu ihrem Mann durch. Deutlich sympathischer waren mir indes die Männer der Frauen, die damals zwar einen großen Fehler gemacht haben, aber nie an ihrer Liebe zweifelten. Besonders Hank mochte ich. Diese Sympathieverteilung hat mir den Einstieg ins Buch jedoch erschwert und die Hälfte empfand ich doch sehr zäh und vorhersehbar.
Mit etwa der Hälfte des Geschehens und den vorhersehbaren Entwicklungen, war es jedoch ganz interessant zu sehen, was die Autorin aus dieser Lage anstellt und dieses Interesse trug mich dann auch schneller durch die Geschichte. Zwar blieb es weiterhin kein spannungsgeladener Roman, Überraschungen blieben komplett aus und auch der Humor war mir meistens zu flach, dennoch hatte ich ab diesen Punkt meinen Spaß, auch wenn es inhaltlich kein Feuerwerk wurde.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Schwestern der Freiheit von Heather Morris
Eine klare Leseempfehlung!
Heather Morris entführt ihre Leser mit diesem Buch in das Jahr 1942 an einen eher unbekannten Schauplatz des Zweiten Weltkriegs - nach Indonesien. Die japanische Armee okkupiert Singapur. Die Zivilbevölkerung, darunter zahlreiche Europäer versuchen an Bord der wenigen Schiffe zu fliehen. Die australische Krankenschwester Nesta James und die englische Musikerin Norah Chambers ergattern mit vielen anderen einen Platz an Bord der HMS Vyner Brooke, die kurz nach dem Auslaufen von der japanischen Luftwaffe angegriffen und versenkt wird.
Es gibt nur wenige Überlebende, darunter die Schwestern Nesta und Ena sowie Norah, die sich an einen der Strände Indonesiens retten können . Wenig später werden sie von japanischen Truppen in eines ihrer berüchtigten Kriegsgefangenenlager gebracht, wo sie der Willkür des Lagerkommandanten ausgeliefert sind. Seelische und körperliche Misshandlungen. Krankheiten und die Ungewissheit, was aus ihren Liebsten sowie den anderen Passagieren geworden ist, lassen den Frauen zunächst kaum Hoffnung.
Obwohl sie den Japanern ausgeliefert sind, lassen sie sich nicht brechen. Gemeinsam versuchen Ena, Nesta und Norah den anderen Gefangenen das Leben so wenig schmerzhaft wie nur möglich zu machen. Dabei entwickeln die internierten Frauen, unter denen sich einige Krankenschwestern des Australian Army Nursing Service (AANS) sowie einige Ordensschwestern befinden, eine mentale Stärke und einen eisernen Überlebenswillen. Sie bieten den Bewachern mit subtilen Mitteln wie Gesang und der Gründung eines Stimmorchesters die Stirn. Unterstützt werden sie von ihrer Mitgefangenen, der US-Amerikanerin Mrs. Hinch, die ihren Vornamen nicht verrät.
Meine Meinung:
Ich habe von Heather Morris bereits zwei andere Bücher („Der Tätowierer von Auschwitz“ und „Die Schwestern von Auschwitz“) gelesen, die durch akribische Recherche und einfühlsamen Schreibstil bestechen. Während wir in Europa eher mehr über Konzentrationslager des NS-Regimes lesen können, sind Bücher Kriegsgefangenlager der Japaner in den von ihnen besetzten Gebieten weniger bekannt. Hier sind Trude Teiges Buch „Und Großvater atmete mit den Wellen“ sowie die Erinnerungen von Dacia Maraini „Ein halber Löffel Reis“, die ihre Kindheit in einem japanischen Internierungslager nur knapp überlebt, eine lohnende, wenn auch nicht einfache Lektüre. Anders als die deutschen Konzentrationslager sind die japanischen zwar nicht auf Massenvernichtung ausgelegt, nimmt aber den Tod von Gefangenen billigend in Kauf.
Dieser historische Roman, der die Leiden der internierten Frauen mit gebotenem Respekt und eindrucksvoll beschreibt, zeigt auf, welchen Gräueln die Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs ausgesetzt war.
Das Nachwort, in dem die Autorin die weiteren Lebenswege der Überlebenden - soweit eruierbar - beschreibt, hat mir sehr gut gefallen. Erschreckend zu lesen, weil typisch männlich: Heimkehrende Soldaten werden als Helden empfangen und gefeiert, die Rückkehr der ehemals internierten Frauen mit mehr oder weniger Achselzucken.
Der Vorname von Mrs. Hinch ist übrigens Gertrude, wie sie Norah beim Abschied aus dem Internierungslager verrät.
Fazit:
Diesem Buch, dem eine wahre Geschichte von Frauen zu Grunde liegt, die in japanischen Kriegsgefangenenlagern über sich hinausgewachsen sind, gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Monsieur Eiffel und sein Turm von Ralf Klingsieck
Eine detaillierte Biografie
Wer kennt ihn nicht, den Eiffelturm, das Wahrzeichen von Paris? Selbst wenn man diesem 300 Meter hohen Turm noch nie persönlich gesehen hat, muss man von ihm fasziniert sein. Doch wer kennt eigentlich seinen Schöpfer Gustave Eiffel (1832-1923)? Und ist dieses Bauwerk ein Solitär geblieben oder hat Eiffel noch anderes gebaut?
Die Frage nach anderen Bauwerken ist leicht zu beantworten: Ja, er hat! Vorrangig (Eisenbahn)Brücken über große und kleine Flüsse, in Frankreich, dem benachbarten und fernen Ausland bis nach Indochina, das im 19.
Jahrhundert zum französischen Kolonialreich gehörte, sowie Bahnhofshallen, runde Lichtkuppeln, die auf Bürogebäude und Kaufhäuser aufgesetzt worden sind, um Licht zu spenden.
Der Erfolg seiner Metallkonstruktionen liegt darin, dass er ein international anerkanntes (und angewandtes) Verfahren zur Konstruktion für große Bauwerke aus Gusseisen und Stahl entwickelt hat. Als studierter Chemiker hatte er das nötige Fachwissen. Eiffel hat sich eine Vielzahl seiner Entwicklungen patentieren lassen. Zudem hat er für seine Brücken handliche (also, wenn man bei einer mehrere hundert Meter langen Brücke von handlich reden kann) Teilstücke herstellen lassen, die dann, wie in einem Baukastensystem, an Ort und Stelle zusammengebaut werden konnten.
Nicht alle seiner Ideen, die schon visionär zu nennen sind, kann er wirklich bauen. Schmerzhaft muss er erkennen, dass ein erfolgreicher Mann auch zahlreiche Feinde hat.
Aber, ich will dieser detaillierten Biografie, die uns in 18 Kapiteln das arbeits- und ereignisreiche Leben von Gustave Eiffel sowie von seinen Konstruktionen erzählt, nicht vorgreifen.
Autor Ralf Klingsieck zeichnet ein umfassendes Bild von Gustave Eiffel, der sicherlich kein einfacher Zeitgenosse war, wegweisend war er jedenfalls. Architekten und Bauingenieure werden ihre Freude mit diesem Buch haben. An manchen Stellen geht der Autor sehr ins technische Detail. Mir persönlich macht das als Technikerin nichts aus, manchen Leser mag diese Fülle vielleicht ein wenig zu viel sein.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser detaillierten Biografie Gustave Eiffels, die auch seine Niederlagen nicht ausspart, 5 Sterne.











