Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Immenhof:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Sturmtage von Sibel Daniel

gut recherchiert

Das Buch "Sturmtage" ist ein gut recherchierter Roman, was insbesondere aus den Informationen am Ende des Buches ersichtlich wird. Allerdings muss einem bewusst sein, dass er thematisch hauptsächlich der Darstellung von politisch aktiven Menschen darstellt, welche nach Skandinavien geflohen sind.

Nahezu alle im Roman aktiven Personen sind politisch aktiv. Auch ein grosser Teil der Handlung spielt in Skandinavien und die Probleme, welche geflohene Menschen dort erwartete wurde schön dargestellt und thematisiert. Auch dass die Menschen dort nicht sicher waren und wie weit die Macht reichte, war spannend zu lesen. Wenn man sich jedoch einen Roman erhofft, welcher noch andere Seiten aufzeigt bzw. überwiegend in Deutschland spielt, dann ist der Roman vermutlich weniger geeignet.

Insgesamt ein gut recherchierter Roman, welcher eine Fluchtbewegung aufzeigt, welche ansonsten oftmals literarisch nicht verarbeitet wird. Jedoch ist es schade, dass alle Hauptpersonen dieselben Ansichten miteinander teilen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Immenhof
Sturmtage

Rezensionen von Anno:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Mumpelmoff und das Wunder am Schloss von Bo Starker

Herzensschön und ungewöhnlich

Eine ungewöhnliche Geschichte, aber hervorragend erzählt. Erst war mir nicht ganz klar um was für ein Wesen es sich hier handelt, doch das ist Teil der Geschichte und durchaus so gewollt. Die Handlung wirkt dabei etwas aus der Zeit gefallen, ungewöhnlich schräg und trotzdem sehr persönlich. Mumpelmoff und sein Ballon schlichen sich dabei aber in Windeseile in unser Herz.

Und daher kennen wir in der Zwischenzeit nicht nur das wirklich hervorragend und atmosphärisch vertonte Hörbuch, sondern auch die wunderschön gestalteten Seiten des Buches. Beide Medien sind für sich ein kleines Kunstwerk und ergänzen sich hervorragend. Mit dem Hörbuch im Ohr, fällt dann auch das Lesen der ungewöhnlichen Bezeichnungen leichter. Und das Buch liefert der Geschichte dazu noch ein richtig tolles Bild. Selbstwert und das anders sein wird hier auf eine schöne und emphatische Weise thematisiert und dargestellt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anno
Mumpelmoff und das Wunder am Schloss

Rezensionen von Karina :

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Was du siehst von Laura Maaß

Bunte Welt

Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist ... bunt wie ein Farbmalkasten.
So vielfältig liest sich auch der Roman 'Was Du siehst ' von Laura Maaß.
Ihr Debütroman - und meiner Meinung nach ein sehr gelungener.
Wir begleiten Andi und Jule ab dem Jahr 1967 und erleben, wie sie sich im Laufe der Jahre immer näherkommen.

Eine besondere Freundschaft wächst heran, zu der beide mit ihren sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten etwas beitragen.
Jule ist getrieben von der Sehnsucht, ihren Vater zu finden, und reist nach der Wende durch die Welt.
Andi hingegen geht seinen eignen Weg - und wartet auf seine Jule.
Ob sie zu ihm zurückkehrt? Das müsst ihr selbst lesen. ☺️
Besonders gefallen haben mir die farblich betitelten Kapitel - ein schöner Einfall - sowie die kleinen Rituale zwischen Jule und Andi, die ihre Verbindung so besonders machen.
Auch die Nebenfiguren haben mich berührt - allen voran Frieda, die für meinen Geschmack ruhig noch mehr Raum in der Geschichte hätte einnehmen dürfen.
Ihre kleine Erzählung war ebenfalls sehr schön und, wie ich finde, noch nicht auserzählt.
Auch Andis Vater - verschroben, aber liebenswert - ist mir im Gedächtnis geblieben.
Es ist kein spannungsgeladener Roman, aber einer, der zu Herzen geht.
Manche Leser*innen fanden bestimmte Stellen etwas langatmig - das habe ich persönlich nicht so empfunden.
Lediglich das Ende wirkte auf mich etwas konstruiert, was aber sicher Geschmackssache ist.
Ich habe diesen Roman gerne gelesen und empfehle ihn mit gutem Gewissen weiter.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Karina
Was du siehst

Rezensionen von Furbaby_Mom:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

183 Pinguine. Das große Tier-Such-Buch von Stéphane Frattini; Édouard Manceau

A ton of fun!

Tierfreunde und Wimmelbuch-Fans aufgepasst! Neben den titelgebenden Pinguinen erwarten euch in diesem schönen Familienbuch, das mich direkt angelacht hat, auch Krokodile, Kühe & Co.

Detaillierte Suchaufgaben zu den niedlich gestalteten, farbenfrohen Abbildungen sorgen für jede Menge Spaß, nicht nur bei den Kleinen.

Egal, ob man sich gerne in den Zeichnungen verliert und die einzelnen Feinheiten bewundert oder über die humorvollen Formulierungen schmunzelt - es steckt so viel Liebe im Detail.

Um es abwechslungsreich zu halten, variieren die Schwierigkeitslevel, außerdem punktet das hübsche Hardcover-Büchlein mit zahlreichen interessanten Fakten. - Wusstet ihr, dass die Zunge eines Blauwals so viel wiegt wie ein kleiner Elefant? Oder dass es weltweit nur etwa 600.000 Flamingos gibt - die bei einem Gewicht von durchschnittlich 3kg in ihrer Gesamtheit als Tierart etwa 2.000 Tonnen schwer sind? - "Gerade einmal so viel wie vier große Flugzeuge mitsamt Passagieren." Ich feiere ja Facts und bildreiche Vergleiche dieser Art total!

Mein liebstes Zitat befand sich übrigens auf der Seite der klitzekleinen Tierchen:
"Wenn Verliebte sich küssen, wandern 80 Millionen Bakterien von einem Mund in den anderen. Aber kein Grund, „Igitt!“ zu sagen, denn tonnenweise Liebe auszutauschen, ist der beste Weg, um leichten Herzens zu leben!" Wahre Worte!

Fazit:
Spaßig und lehrreich zugleich, so soll es sein. Im Gegensatz zu vielen anderen Wimmelbüchern mit reinem Illustrationsfokus geht es hier um mehr als 'nur' die Bildersuche. Mein einziges 'Manko':
Für meinen Geschmack hätte das Werk gerne noch ein paar Seiten mehr haben können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Furbaby_Mom
183 Pinguine. Das große Tier-Such-Buch

Rezensionen von Arambol:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste von Kelly Mullen

Mittel. Motiv. Gelegenheit.


„Ich brauche dringend einen Ort, an dem ich in Ruhe Panik schieben kann.“

Rosemary „Mimi“ MacLaine ist 77 Jahre alt und führt auf der Insel Mackinac ein beschauliches Leben – bis sie eines Tages eine rätselhafte Einladung erhält. Ihre wohlhabende Nachbarin Jane lädt sie zu einer Party ins Herrenhaus ein und warnt zugleich: Sollte Mimi nicht erscheinen, werde sie ihr dunkelstes Geheimnis aufdecken.

Mimi kann die Einladung nicht ignorieren und bittet ihre Enkelin Addie, sie zu begleiten.
Schon früh am Abend kommt es zu einem Mord: Jane, die Gastgeberin, wird tot aufgefunden. Unverzüglich nehmen Mimi und Addie erste Ermittlungen auf.

Die gewählten Zutaten dieses Thrillers – ein Schneesturm, Stromausfall, eine isolierte Gruppe samt Mörder/in – sind wahrlich nicht gerade neu, werden aber unterhaltsam präsentiert.
"Die Einladung" ist ein sehr klassischer Winterkrimi, der mich trotz bekannter Zutaten gut unterhalten hat: Der Humor gefällt mir, der Schreibstil ist flüssig, die Handlung nimmt ohne langes Vorspiel direkt Fahrt auf.

Besonders gelungen empfinde ich das illustrierte Personenverzeichnis in den Innenseiten der Buchklappen. Das ist nicht nur äußerst praktisch, sondern auch ansprechend gestaltet, allerdings wirkt die Illustration von Mimi für eine 77-Jährige reichlich schmeichelhaft.

Mimi und Addie bilden ein interessantes Ermittlerduo. Die beiden führen ihre zahlreichen Befragungen aber leider so akribisch durch, dass der Mittelteil des Buches spürbare Längen entwickelt und der Spannungsbogen deutlich abflacht. Die Verdächtigen werden brav der Reihe nach abgeklappert, das Erzähltempo wird stark ausgebremst.
Die einzelnen Charaktere bleiben zudem insgesamt eher blass und skizzenhaft; selbst Mimi und Addie könnten mehr Tiefe vertragen.

Sehr überflüssig empfinde ich die wiederholten Markennennungen von Zigaretten; das passt einfach nicht in die Zeit.

Etwa nach der Hälfte des Buches schafft Kelly Mullen ein gehöriges Maß an Verwirrung: Wer ist hier eigentlich Täter und wer ist Opfer?
Es wird zunehmend komplexer und komplizierter. Die Geschichte selbst wird immer abgedrehter – das ist mir schon etwas des Guten zu viel.

Das Ende erscheinr dann zwar wieder rund, vielleicht mit einem Hauch zu viel "Happy End", kam für mich jedoch zu abrupt. Es gab immens viele Irrungen und Wirrungen zu entflechten, so viele falsche Fährten waren ausgelegt, und dann gibt es ein Geständnis fast emotionslos und ohne offensichtliche Gegenwehr.

Dank der zahlreichen, angenehm kurz gehaltenen Kapitel und einiger spitzer Dialoge liest sich das Buch zügig und macht Spaß. Wer leichte, humorvolle Winterkrimis mag, bekommt hier solide Unterhaltung – ein Cozy Crime, der im Mittelteil etwas Längen hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Arambol
Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste

Rezensionen von bedard:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Gesellschaftsspiel von Dora Zwickau

Gesellschaft der Zukunft?

Die Schwestern Isabelle und Annika sowie ihre Tante Dagmar verbinden zunächst nur wenige Gemeinsamkeiten. Als Gabi, deren Mutter beziehungsweise Schwester, einen Schlaganfall erleidet und im Sterben liegt, müssen sich die drei Frauen notgedrungen zusammenfinden.

Annika lebt in den USA und ist aufgrund der zunehmenden Ausländerfeindlichkeit und rassistischen Tendenzen in Deutschland sehr kritisch gegenüber ihrem Heimatland.

Isabelle ist Lehrerin und alleinerziehende Mutter. Sie ist engagiert, aber auch ständig am Limit durch die Mehrfachbelastungen. Dagmar lehrt an der Uni Soziologie, hat aber in lebenspraktischen Belangen ausgesprochene Defizite.

In die emotional schwierige Situation platzt die Meldung über ein Experiment, das ausgerechnet in ihrer Stadt Weimar stattfinden soll. Der amerikanische Tech-Milliardär und Spiele-Erfinder „Double Z“ hat die geschichtsträchtige Stadt im Osten Deutschlands auserkoren, um ein neues Gesellschaftsmodell per App zu testen. Die BewohnerInnen bestimmen direkt über die App Syndicate mit, schwerfällige Entscheidungsprozesse fallen weg. Eine ganze Stadt wird zum Testfall für die Gesellschaft der Zukunft.

Die Reaktion der drei Frauen fällt ganz unterschiedlich aus. Annika bleibt zunächst eher emotionslos, auch wenn ihr Freund Wang absolut begeistert ist. Dagmar versucht die Idee mit ihrem sozialwissenschaftlichen Hintergrund in allen Facetten zu durchdringen und Isabelle setzt sich gemeinsam mit ihren Schülern mit der App auseinander.

Stilistisch ist der hochaktuelle Roman nicht ganz einfach zu fassen. Das eigentlich emotional belastende Familiengeschehen rückt ein bisschen zu sehr in die Hintergrund. Hinzu kommen die eingestreuten Social Media Posts, die zwar gut zu dem Thema des Romans passen, den Lesefluss aber unterbrechen und bewusst stören.

Trotz einiger Schwächen ist der Roman empfehlenswert aufgrund seiner aktuellen Thematik. Es ist zwar Fiktion, aber erschreckend realistisch und die Handlung regt definitiv zum Nachdenken an.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von bedard
Gesellschaftsspiel

Rezensionen von Ryria:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Oishii! von Stefan Braun

Japan-Liebe geht durch den Magen

Oishii bedeutet lecker, und dies sind die hier vorgestellten Gerichte und Snacks zweifelslos.
Dies ist jedoch kein typisches Kochbuch und auch die Betonung der Izakayas ist meiner Meinung nach falsch gewählt.
Vielmehr erwartet einen hier ein kulinarischer Ausflug nach Japan, eine Mischung aus fotografischem Bildband, interessanten Kurztexten und Rezepten.

Die Fotos stehen hier mehr im Fokus als die Rezepte, daher kann ich das Buch niemandem empfehlen, der nur kochen möchte, aber wenig Interesse an der japanischen Kultur hat.

Falls man sich jedoch dafür begeistern kann, kommt man hier eher auf seine Kosten.
Man erlebt quasi einen Tag in Japan mit, unterteilt in morgens/mittags/abends, dazu Fotos dieser Tageszeit und passenden Gerichten.
Zwischendurch gibt es immer wieder Fun Facts zur japanischen (Essens-)Kultur und dem gesellschaftlichen Leben. Durch Abbildungen vieler Menschen fühlt man sich quasi mittendrin. Hier hätte ich es jedoch auch noch toll gefunden, wenn vereinzelt manche der Personen kurz vorgestellt werden - wer ist die alte Omi, die in der Küche steht?
Falls man selbst schon mal in Japan war werden viele Erinnerungen geweckt, es wirkt auch alles sehr authentisch. Auch die Atmosphäre in den Izakayas etc. wurde gut durch die Fotos eingefangen - hierbei mochte ich auch den Blick in die Küchen. Die Infos sind dafür nicht außergewöhnlich und richten sich wohl eher an Leser, die sich noch nicht so viel mit Japan beschäftigt haben.

Die Rezepte greifen einen Großteil der beliebten Gerichte auf. Ich mochte es auch, dass die japanischen Namen mit abgedruckt werden, denn gerade in Izakayas gibt es oft ja kein englisches Menü. Die Zutaten sind nicht zu exotisch, man sollte in jedem asiatischen Supermarkt fündig werden. Auch die Zubereitungsschritte werden leicht verständlich erklärt.
Immer wieder wird allerdings auf Grundrezepte verwiesen, diese hätten besser zu Beginn des Buches abgedruckt werden sollen und nicht am Ende oder mitten drin.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ryria
Oishii!

Rezensionen von FogandBooks:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Soulmates and Other Ways to Die von Melissa Welliver

Zwischen Schicksal und Entscheidung

Soulmates and Other Ways to Die ist für mich eine dieser Geschichten, die einen sofort packen, weil Setting und Message einfach perfekt ineinandergreifen. Wir haben hier eine dystopische Welt, in der die sogenannten KinTwins über Leben und Tod miteinander verbunden sind – stirbt einer, stirbt auch der andere.

Was erstmal nach einer süßen Idee klingt, hat natürlich eine dunkle Kehrseite: Menschen leben in Angst, Beziehungen sind riskant, und jeden Tag sterben Tausende durch diese Verbindung. Das macht die Story unglaublich greifbar und bringt einen ernsten Unterton in eine eigentlich locker erzählte Young-Adult-RomCom.

Im Mittelpunkt steht Zoe – eine Einsiedlerin, die lieber für sich bleibt, nachdem sie ihren Vater verloren hat. Sie ist clever, stark und vor allem nicht bereit, sich von einem System vorschreiben zu lassen, wie sie zu leben oder zu lieben hat. Dann trifft sie auf Milo. Anfangs dachte ich: typischer Bad Boy – risikofreudig, charmant, lebt nach dem Motto „Wer weiß, ob es ein Morgen gibt“. Aber schnell merkt man, dass da viel mehr ist: Er ist derjenige, der sich zuerst verliebt, der bereit wäre, alles für Zoe zu tun. Ihre Dynamik ist herrlich gegensätzlich, und genau das macht es so spannend. One Bed-Trope? Check. He Falls First? Definitiv.

Besonders gefallen hat mir, wie gesellschaftlich offen die Geschichte ist. Liebe wird hier nicht als Schicksal oder Pflicht dargestellt, sondern als Entscheidung – und jede Form von Liebe hat Platz, inklusive queerer Charaktere. Damit zeigt das Buch Jugendlichen, dass sie frei sind, wen sie lieben möchten, und genau das macht es für mich so wertvoll.

Abgerundet wird das Ganze durch die wunderschöne Gestaltung: Cover und Farbschnitt sind einfach ein Traum, und wenn man die Geschichte kennt, versteht man sofort die Bedeutung dahinter. Für mich war Soulmates and Other Ways to Die ein richtig starkes Leseerlebnis, das ich mit 4,5 Sternen sehr gerne weiterempfehle – gerade an jüngere Leser:innen, die sich in dieser Mischung aus Spannung, Liebe und Gesellschaftskritik absolut wiederfinden können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von FogandBooks
Soulmates and Other Ways to Die

Rezensionen von Nicole Koppandi:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Die Republik der Irren von Dirk Stermann

Was für eine ungelaubliche und wahre Geschichte

Wenn man dieses Buch liest, kann man kaum glauben, dass wesentliche Teile davon wahr sind. Parallelen zu aktuellen politischen Themen sind nicht zu übersehen.

Es geht um die Hafenstadt Fiume, dem heutigen Rijeka, das nach dem 1. Weltkrieg als Freistaat unter die Herrschaft des Dichters Gabriele D’Annunzio geriet.

Fiume gehörte nach der Neuaufteilung Europas nirgendwo dazu. In Fiume wurde deutsch, italienisch und kroatisch gesprochen. Das irre Experiment dauert ungefähr eineinhalb Jahre.

D’Annunzio gründete einen Staat, in dem Menschen aus Psychiatrien zu Ministern ernannt wurden und Ministerien leiteten, wie zB das Ministerium für Handstreiche, das Ministerium für Luft oder das Ministerium Adler, Schlangen, Windhunde und noch zu erschaffende Lebewesen. Viele Futuristen, Anarchisten und Nudisten wurden von dieser Idee angezogen und fanden in Fiume eine neue Heimat. In dieser Republik wurde das Geld abgeschafft, wurden ständig Partys gefeiert und es floss der Alkohol. Kokain war an der Tagesordnung und Sex konnte frei ausgelebt werden, so dass Fiume bald mit Geschlechtskrankheiten verseucht war.

D’Annunzio lebte als Herrscher in einem Palast, hielt von dessen Balkon seine Ansprachen. Dabei trug er Fantasieuniformen, dazu zB Schuhe mit aufgenähten Penissen. Er hob immer wieder seinen rechten Arm (was sich später Mussolini und die weiteren Faschisten abschauen sollten) und begeisterte sein Volk.

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Cherubino, einem Pfleger in einer Psychiatrie, der einen seiner verrückten Patienten, Zino, nach Fiume begleitete. Zino, der nach einem an seiner Familie begangenen Axtmord in experimenteller Weise einer Lobotomie unterzogen wurde, ist seitdem friedlich, jedoch körperlich groß, geradezu riesig und stark – und kämpft auf Befehl. Zino wird zum Minister für Handstreiche. Das geht so lange gut, so lange Beruhigungsmedikamente vorhanden sind.

Eine unglaubliche, aber eher unbekannte Geschichte, die sich nicht irgendwo zugetragen hatte, sondern tatsächlich nur ein paar hundert Kilometer von uns entfernt. Ganz nach dem Motto „Eine verrückte Welt muss von Verrückten regiert werden“. Eine unbedingt lesenswerte Geschichte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nicole Koppandi
Die Republik der Irren

Rezensionen von Buster:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Lügennebel von Viveca Sten

Unglaublich spannend

Dieses Buch von Viveca Sten ist wieder der Wahnsinn.
Schon das Buchcover ist wieder toll gestaltet und fügt sich super in die Reihe mit Hanna Ahlander ein.
Auch diesmal ist es wieder eisig kalt in Are und Hanna und ihr Kollege Daniela müssen wieder all ihr Können einsetzen um dem Mörder auf die Spur zu kommen.

Ich war gleich zu Beginn wieder komplett ins Buch eingetaucht und konnte nicht aufhören zu lesen bis das Buch zuende war. Sofort haben mich der Schreib und Erzählstil gefesselt und es war immer eine gewisse Spannung zu spüren. Hinzu kamen noch die zahlreichen Wendungen und Sackgassen mit denen das Ermittlerteam kämpfen musste und das Hanna in der Zeitung stand, was aber nichts mit dem Mord zu tun hatte sondern eher privater Natur war.
Die Beschreibung der Gegend in Are und die eiskalten Temperaturen waren sehr faszinierend. Als die Gruppe eine Abfahrt macht ist es vor Spannung kaum auszuhalten. Werden es alle schaffen? Kommen alle heil an?
Es war wieder ein tolles Buch und ich kann es nur wärmstens empfehlen .
Es gibt schon Teil 5 und 6 und ich hoffe sie werden bald übersetzt. Ich kann es kaum erwarten wieder mit Hanna und Daniela in Are auf Mörderjagd zu gehen!!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Buster
Lügennebel