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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Katyleh:

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Die Sekundenochs von Markus Hennig

Rum trödeln

Ich habe mich in "Die Sekundenochs" von Markus Hennig und Nikolai Renger verliebt! Die Geschichte von Smilla, die ständig unter Druck steht, und Tjörge, der einfach nur trödeln will, hat mich total angesprochen. Ich kann mich so gut in Smillas Situation hineinversetzen - immer diese Hektik und der Stress, nie genug Zeit für sich selbst zu haben.

Die Illustrationen von Nikolai Renger sind einfach fantastisch! Die Farben sind so lebendig und die Details sind einfach zum Entdecken da. Ich habe mich in den Bildern der Sekundenochs und ihrer Welt total verloren. Es ist so schön, wie die Geschichte die Gegensätze zwischen Smillas Leben und dem der Sekundenochs herausarbeitet.

Ich denke, dieses Buch ist ein wichtiger Fingerzeig für uns Erwachsene. Wir sollten uns öfter mal Zeit nehmen, um einfach zu trödeln und uns nicht so sehr von der Hektik des Alltags bestimmen lassen. Die Botschaft des Buches ist so wichtig und aktuell.

Ich gebe diesem Buch 4 Sterne, weil es mich einfach berührt hat. Die Geschichte ist herzerwärmend und die Illustrationen sind wunderschön. Ich kann es jedem empfehlen, der sich nach einem stressfreien Leben sehnt.

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Die Sekundenochs

Rezensionen von yellowdog:

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Die Party von Tessa Hadley

Evelyn und Moira

Es ist ein kurzes Buch, eine echte und elegant gemachte Novelle.
Tessa Hadley siedelt die Handlung im Nachkriegs-Bristol der fünfziger Jahre an. Da gibt es noch vom Krieg zerstörte Häuser.
Evelyn und ihre Schwester Mira sind Schwestern und Studentinnen. Sie wollen etwas erleben und gehen zu einer Party in eine verrufenen Gegend und lernen da Männer kennen.

Die Beschreibungen sind stilistisch brillant und treffsicher.
Tessa Hadley schafft es, eine Sprache zu finden, die ganz in diese Zeit passt. Man glaubt beim Lesen, das Buch wäre in dieser Zeit geschrieben.

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Die Party

Rezensionen von C.P.:

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Im Leben nebenan von Anne Sauer

Wirklich toll, aber leider etwas zu viel Drama-Potpourri


Auch wenn dieses Buch in keiner Weise meine Lebensrealität widerspiegelt, so finden sich doch viele Dinge wieder, die in meinem Umfeld immer mehr Menschen beschäftigen. Mit Anfang 30 ist irgendwie in meinem Freundeskreis nochmals Umbruch zu spüren. Paare trennen sich, heiraten, bekommen Kinder, wollen keine bekommen, können keine bekommen.

Das Leben ist einfach facettenreich.
Und da fand ich die Prämisse des Buches so spannend, eben zwei Facetten eines Lebens zu beleuchten. Jedes Leben besteht aus so vielen Entscheidungen und Richtungen, in diesem Buch wurde auf gerade einmal 272 Seiten nur eine Entscheidung als Aufhänger genommen. Das "wie wäre es gewesen, wenn...?".
Denn wie wäre Tonis Leben verlaufen, wenn sie sich damals vor dem Studium nicht von ihrem Freund getrennt hätte?
Über Nacht wird Toni plötzlich in ein anderes Leben geworfen, wird zu Antonia mit Neugeborenem, Mann und Haus in ihrem Heimatort und ist nicht länger Toni mit Jakob in der Altbauwohnung in der Großstadt und mit Kinderwunsch.
Parallel wird ab dem Zeitpunkt die Geschichte von Antonia und Toni beleuchtet. Das Spielen mit den beiden Perspektiven fand ich wirklich toll. Etwas irritiert hat mich am Anfang, dass nur eine der beiden in ein neues Leben geworfen wurde. Tonis Leben läuft sozusagen einfach weiter, während Toni II den Platz von Antonia einnimmt. Mit all ihren Erinnerungen an Jakob und wie ihr Leben verlaufen ist. Anfangs hat es mich doch etwas gestört, dass nur eine der beiden Erzählstimmen mehr in der Vergangenheit hing, an einem Leben, das sie vermisste und das nicht mehr das jetzige war. Während Toni ungeahnt ihr Leben weiterlebte. Aber der Erzählsprung wäre natürlich niemals der selbe gewesen, wenn eine Frau, die gerade frisch entbunden hat, plötzlich ohne ihr Kind in eine vollkommen fremden Leben aufwachen würde und sich zurecht finden müsste.

Die Themen, die in diesem Buch durch die Vermischung beider Leben aufgegriffen werden, sind echt wuchtig, wurden mir aber leider teilweise etwas zu oberflächlich behandelt. Auf den wenigen Seiten ist es aber auch schwer, mehr in die Tiefe zu gehen. Postpartale Depression und unerfüllter Kinderwunsch sind dabei schon die beiden größten Felder. Es geht aber auch um die Veränderung von Freundschaften, wenn die eigene Lebensrealität nicht mehr ganz zu der einer Freundin passt - lässt für mich dabei nur leider etwas aus, das man als Freundinnen den Spagat sehr wohl auch gut schaffen kann. Die Belastung, die eine Beziehung aushalten muss, wenn eine Person arbeitslos wird. Das Verhältnis zu den eigenen Eltern, wenn man entweder "nebenan" oder weiter entfernt lebt. Es wird sehr viel in einen Topf geworfen und so konnte leider nicht allen Themen gerecht werden. Und irgendwie fühlte es sich ein wenig nach zu viel negativem an. Ja, manchmal kann das Leben echt ganz schön aus den Bahnen laufen, aber irgendwie war hier alles ein wenig zu dunkel getrübt und ein wenig weniger Drama hätte den Grundton der Geschichte nicht wirklich verändert.
So reicht es für mich nicht für 5 Sterne, insgesamt ist das Buch aber wirklich toll gewesen und ich bin sowohl Toni als auch Antonia gerne gefolgt.

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Im Leben nebenan

Rezensionen von Sternzauber:

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Spät am Tag von Kristin Vego

Zart und innig, aber sprunghaft

„Spät am Tag“ von Kristin Vego ziert ein wunderschönes Cover, das mich sehr begeistert: Ich liebe das impressionistisch anmutende Bild von der lesenden Frau im Garten! Es erzeugt eine zauberhafte Sommerstimmung, die mich zum Lesen einlädt und mich neugierig macht auf das Buch. Auch die Kombination mit dem Titel ist für meinen Geschmack sehr gut gelungen.

Den Inhalt des Buches zusammen zu fassen finde ich gar nicht so leicht… Auf den ersten Blick geht es um die Geschichte der Schriftstellerin Johanne, die aus der Stadt flieht und sich bei einem Mann und seiner kleinen Tochter auf dem Land in ein Zimmer einmietet. Im Laufe der Zeit werden die Beiden ein Paar, leben mit Mikaels Tochter und der sehr präsenten Exfrau in mitten der Natur und Johanne schreibt, liebt und lebt. Siebzehn Jahre später schaut Johanne zurück auf ihr Leben und wir dürfen ihre Gedanken begleiten.

Und dieses Zurückschauen, Gedankenblitze, Erinnerungsfragmente und nachträgliche Einordnungen, all das steht für mich eher an erster Stelle dieses Buches. Kristin Vego entführt uns in die Gedanken, in das Erleben und Nachspüren Johannes und lässt uns teilhaben an ihren Empfindungen. Oft Sprunghaft und nur grob geordnet ergibt sich dadurch eine sehr unruhige und treibende Erzählstruktur, die für mich teilweise etwas anstrengend war.

Auf der anderen Seite sind es jedoch leise Betrachtungen und stille Einblicke, die wir miterleben und die ohne Aufregung oder Drama auskommen. Die Autorin erzählt oft poetisch und in ruhiger Art, was dem Text einem sanften Zauber schenk und was ich häufig in skandinavischer Literatur finde und sehr schätze.

Dieses Buch ist ein sehr intimer, ein sehr naher und fokussierter Einblick in Johannes Seelenleben, in ihr Erleben und ihr ihre Erinnerungswelt. Dieses sehr innige hat mich fasziniert und es gefiel mir sehr, mir der Sprunghaftigkeit und den teils wirren Gedanken war ich jedoch nicht so glücklich. Insgesamt erhält dieses schmale Buch von 140 Seiten von mir 4 Sterne, da ich es trotz der Kritikpunkte in weiten Teilen als bereichernde Lektüre erlebt habe – viel Freude allen LeserInnen damit!

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Spät am Tag

Rezensionen von Sternzauber:

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Flapp lernt fliegen von Lu Fraser

Kleine Fledermaus – großer Mut

Das Cover zum Bilderbuch „Flapp lernt fliegen“ von Lu Fraser und Sarah Warburton gefällt mir sehr gut. Als erstes fällt mein Blick auf die kleine Fledermaus mit den riesigen Augen, wodurch ich Flapp gleich kennen lerne und auch seine Freundin, die Motte, wird mir visuell bereits vorgestellt. Ich mag das starke Blau als Hintergrundfarbe und das Bild ergibt mit der Schrift eine wunderbare Einheit – für meinen Geschmack ist es eine sehr gelungene Einladung ins Buch und auch meinen Neffen hat das Cover sofort neugierig gemacht.

Die Geschichte erzählt uns davon, dass Flapp nicht fliegen kann und es trotz vieler Versuche nicht schafft seine Angst zu überwinden. Doch eines Tages zieht ein Sturm auf und seine Freundin Motte gerät in Gefahr. Um sie zu retten wächst Flapp über sich hinaus und wagt einen neuen Flugversuch…

Lu Fraser bietet uns diese Erzählung in Reimform dar und der Übersetzerin Maria Höck ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen, den Sprachrhythmus im Reim im Deutschen hervorzuheben. Es macht Spaß die Verse (vor-) zu lesen und durch sie ergibt sich eine ganz besonders dichte Atmosphäre, die der Geschichte eine große Spannung und Präsents verleiht. Sie haben außerdem so anregend auf meinen Neffen gewirkt, dass er im Anschluss an die Lektüre selber neue Reime erdachte und große Freude an Wortspielereien zeigte, was ich super fand!

Auch die Bilder von Sarah Warburton gefallen mir ausgesprochen gut. Sie sind farbenfroh und eindrücklich ohne aufdringlich zu wirken, sie zeigen viele Details und beinhalten teilweise einen zarten humorvollen Ton. Vor allem aber spielen sie gekonnt und beeindruckend mit Stimmungen und der Atmosphäre, die perfekt zur Geschichte passt. Text und Bild verbinden sich in unserer Wahrnehmung sehr gut, ergänzen sich und bilden eine stimmige Einheit, was das Bilderbuch zu einem rundum gelungenen Erlebnis macht.

Auch die Botschaft der Geschichte sagt mir sehr zu, denn Kindern Mut zu machen, an sich selber und ihre Fähigkeiten zu glauben, kann nie fehl am Platz sein. Außerdem spielen das Überwinden von Angst, Freundschaft und Gemeinschaft eine wesentliche Rolle – alles verpackt in einer schönen, berührenden und sogar spannenden Geschichte für Kinder ab 4 Jahren. Ein tolles Bilderbuch, das ich gerne allen (jungen) LeserInnen empfehlen möchte, die Lust auf eine ermutigende Geschichte haben!

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Flapp lernt fliegen

Rezensionen von yellowdog:

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Mit Liebe und Safran von Kim Fay

Briefe und Freundschaft

Mit Liebe und Safran ist ein Briefroman, der in den frühen sechziger Jahren handelt.
Die Briefe schreiben sich zwei Frauen:
Mrs.Imogen Frontier, 57, Camano Island und Miss Joan Bergstrom, 27, LA.
Es dauert eine ganze Weile, bis sie sich mal begegnen. Eigentlich bin ich kein besonderer Fan von Romanen, die in Briefform verfasst sind.

Doch hier ziehen die starken Persönlichkeiten der Protagonistinnen es wieder raus. Ihre tiefe Freundschaft hilft ihnen bei Problemen.
Eine große Rolle spielt für sie auch das Essen und das Kochen. Das Thema durchzieht das Buch. Zuletzt muss man noch die Atmosphäre erwähnen, die Kim Fay mit ihren Stil erzeugt.

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Mit Liebe und Safran

Rezensionen von Nele33:

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Station 22. Wo bist du sicher? von Anne Elvedal

konnte mich nicht erreichen

Auf das Hörbuch"Station 22" der Autorin Anne Elvedal eingelesen von Sarah Dorsel habe ich mit relativ hohen Erwartungen begonnen.

Ida ist eine beliebte Krankenschwester auf der Station 22 in einem psychiatrischen Krankenhaus. Ihre Vergangenheit ist den Kollegen nicht bekannt, bis plötzlich Patientinnen von ihr verschwinden und sie beginnt sich dieser zu stellen.

Als Kind wurde sie entführt und tauchte nach 2 Jahren wieder auf. Durch Hypnose durch ihren Kollegen hofft sie ihre Erinnerungen an diese Zeit, die in den Tiefen ihres Gedächtnisses verschlossen sind, wiederzuerlangen. Bald keimt in ihr der Verdacht auf, dass ihr Peiniger von damals sie aufgespürt hat und nun weitere Opfer sucht.

Sarah Dorsel als Sprecherin war sehr angenehm, besonders ihre Betonung bei den Personenwechseln war unfassbar gut. Die Emotionen wie Angst, Panik und Überforderung wurden durch sie überzeugend transportiert.

Leider verlor sich der anfangs spannende Plot um Ida, ihrer Vergangenheit und den verschwundenen Patientinnen mit zunehmendem Fortschreiten der Geschichte in Absurditäten und Unglaubwürdigkeit. Die Unterscheidung zwischen Wahn und Realität fiel mir, wie auch der Protagonistin immer schwerer.

Meine Erwartungen waren gänzlich anderen an diesen Thriller, sodass ich nach dem Hören doch enttäuscht zurückgeblieben bin.

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Station 22. Wo bist du sicher?

Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

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Hunderunde von Frauke Angel; Nadine Prange; Eva Howitz; Lena Seik

Mode und Stoffe umgeben uns alltäglich. Wie sich unsere Mode entwickelt hat, was sie gesellschaftlich ausgedrückt hat, wie sie entsteht, welchen ökologischen Fußabdruck Kleidung hat, was Labels aussagen, ob und wie Kleidung recycelt werden kann, welche aktuellen Trends es rund um die Mode und deren Herstellung gibt, welche ökologischen und wirtschafts- aber sozialethischen Probleme sich um die Thematik ergeben - um all das geht es in diesem Buch.

Es ist mit 64 Seiten schon eher umfangreich und mit der Altersempfehlung ab 9 sieht man auch schon, dass das Thema so bearbeitet wird, dass auch schon komplexere Zusammenhänge aufgezeigt werden und globale Vernetzungen sichtbar werden. Ich hätte das Buch selbst etwas später angesetzt, so ab der Klasse 5, eher sogar 6. Je nach Thema sind die Beschreibungen nämlich schon eher komplex und auch der Wortschatz ist eher der von Jugendlichen als von Kindern. Ich würde es auch noch in meinen Schulen mit 14+ einsetzen, etwa um ultra fast fashion zu erklären oder neue Möglichkeiten durch innovative Materialien aufzuzeigen (auch wenn die Illustrationen eher für die Zielgruppe 10-14 passen). Ich fand die Informationen jedenfalls sehr gut aufbereitet und breit gefächert. Ein sehr informatives Sachbuch!!!

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Hunderunde

Rezensionen von youngreaders:

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Über die Toten nur Gutes von Andreas Izquierdo

Macht Spaß

Dieses Buch macht definitiv Spaß zu lesen. Es ist das erste von Andreas Izquierdo, welches ich gelesen habe, aber bestimmt nicht sein letztes, zumal schon bald ein weiterer Band über den Trauerredner und Ermittler Mads Madsen herauskommt.
Allein das Setting ist schon interessant - Mads Madsen, was für ein Name, arbeitet als Trauerredner, sein bester Freund ist Bestatter, sein Vater übt schon einmal oder zweimal oder noch öfter seine eigene Beerdigung.

Dann gibt es noch eine Malteserhündin, die sich sehr um Mads kümmert ....oder umgekehrt, Mads Geschwister, aus denen beiden etwas geworden ist, während Mads noch nicht mal beim Radio ist,...und eine meist schlecht gelaunte Kommissarin, die aber ein ganz gutes Herz hat und vor allem sehr hübsch ist,...
Dieser Kriminalroman bietet so viel mehr als "nur" einen Krimi - jeder Chrakter in diesem Buch ist irgendwie überzogen, wahnsinnig sympathisch und einzigartig!

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Über die Toten nur Gutes

Rezensionen von ReiShimura:

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Muckdiwupp - Auf nach Pifo von Die Michalskis; Shari Böttcher

Ein Buch über Familienvielfalt mit Stolpersteinen

Mir ist wichtig, dass Kinderbücher nicht nur schön aussehen und eine spannende und interessante Geschichte beinhalten, sondern, dass die Kinder auch einen Mehrwert von der Geschichte haben. Da der kleine Leser in einem sehr homogenen Umfeld aufwächst und ich ihm gerne zeigen wollte, dass es auch noch andere Familienkonzepte gibt, haben wir uns für dieses Buch entschieden.

Denn, obwohl es natürlich auch eine andere Handlung gibt, nämlich den Bau der größten Sandburg, liegt der Schwerpunkt des Buches auf der Vorstellung von verschiedenen Familienkonzepten.
Muckdiwupp macht mit seiner Familie, die aus zwei Müttern und einem Vater besteht Urlaub auf Pifo und möchte dort eine riesige Sandburg bauen. Da man dies aber nicht allein machen kann, macht er sich auf die Suche nach neuen Freunden und findet diese natürlich auch. Die Gemeinsamkeit der Kinder ist, dass sie alle in unterschiedlichen Familienkonstellationen leben. Da gibt es ein Kind mit zwei Vätern, Zwillinge mit zwei Müttern, den alleinerziehenden Vater und die klassische Vater-Mutter-Kind Konstellation. Auch wenn ich es großartig finde, dass hier auch mal ein alleinerziehender Vater dargestellt wird, vermisse ich den häufiger vorkommenden Fall, der alleinerziehenden Mutter. Mir ist bewusst, dass es selbstverständlich auch noch andere Konstellationen geben kann und man in so einem Buch nicht alles abdecken kann, auch wenn das im Umkehrschluss bedeutet, dass sich nicht jedes Kind in diesem Buch wiederfinden wird.
So gut gemeint das Buch auch ist, muss ich doch leider sagen, dass es sich nicht wirklich flüssig vorlesen lässt. Dies liegt einerseits daran, dass man nicht besonders kreativ war bezüglich der Benennung der Erwachsenen. Somit gibt es eine ständige Wiederholung der Worte Mama, Mami, Papa und Papi. Ich kann verstehen, dass man es für die Kinder nicht zu kompliziert machen möchte, aber die Worte gefühlt in jedem zweiten Satz vorkommen, wird es ein wenig mühsam beim Lesen. Andererseits wurde aber auch entschieden, dass Muckelino kein eindeutiges Geschlecht hat, und die Person, die das Buch vorliest, entscheiden darf, welches Pronom für Muckelino verwendet werden soll. Ich lehne diese Idee nicht prinzipiell ab, finde aber, dass dieses Buch durch das zusätzliche Thema ein wenig zu komplex und überladen wird.
Ein wenig seltsam finde ich auch, wie in diesem Buch mit dem Thema anders sein umgegangen wird. Denn auf der einen Seite wird gezeigt, dass es neben dem klassischen Vater-Mutter-Kind Konzept eben auch noch andere Familienkonstellationen gibt und dass dies nichts Schlimmes ist. Auf der anderen Seite wird aber immer wieder betont, wie anders doch die Familie von Muckelino ist. Dieses ständige Betonen finde ich irritierend, denn dies zerstört ein wenig die gute Botschaft des Buches, nämlich, dass wir alle anders sind, dies aber gut ist. Gerade in diesem Buch hätte ich mir gewünscht, dass die verschiedenen Lebensformen neutral betrachtet werden, aber durch dieses wiederkehrende darauf beharren, dass Muckelinos Familie anders ist, kommt für mich einer Wertung gleich.
Dieses Buch war eine interessante Erfahrung und ist sicherlich eine gute Möglichkeit, wenn man Kindern zeigen möchte, dass es unterschiedliche Familienkonstellationen gibt. Ich persönlich bevorzuge aber Bücher, in denen dies zwar auch gezeigt wird, es aber nicht das Hauptthema ist. Pina Gertenbach stellt in ihrem Buch "Schokotorte für alle!" auch verschiedene Lebenskonzepte vor. Dort passiert dies aber auf eine stille und weniger aufdringliche Art und Weise und nimmt nicht den Hauptteil der Geschichte ein.
Der kleine Leser und ich werden das Buch zwar sicher noch mehrmals Lesen, aber ich denke nicht, dass es eines unserer Lieblingsbücher werden wird.

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Muckdiwupp - Auf nach Pifo