Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Island :
Alles Liebe von Ronja von Rönne
Facetten von Einsamkeit
Der Titel "Alles Liebe" lässt schon vermuten, dass es sich um keinen durchgängigen Handlungsstrang mit einem oder zwei Hauptpersonen handelt. Stattdessen gibt es mehrere, teilweise locker miteinander verknüpfte Episoden, in deren Mittelpunkt immer Personen stehen, die nach Liebe und Aufmerksamkeit suchen.
Gemeinsam haben alle, dass sie mit ihrem aktuellen Leben nicht zufrieden sind, teilweise auch schlimme Verluste erlebt haben und nach Strategien suchen, wie sie ihr Glück noch finden können. Diese fallen dann teilweise sehr extrem aus. So führt Barbara eine fiktive Beziehung mit einem Mann, den sie nur als Model aus dem Versandhaus-Katalog kennt und Laura gewinnt die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler:innen auf Kosten ihrer kranken Freundin.
Auf den ersten Blick scheinen die einzelnen Episoden komplett voneinander unabhängig zu sein, aber am Ende ergeben sich doch Zusammenhänge. Die Autorin hat ihre Charaktere sehr überzeugend ausgestaltet, teilweise hätte ich mir aber eine noch etwas tiefergehende Beschäftigung mit ihnen und ihren jeweiligen Motiven gewünscht und dafür weniger einzelne Geschichten. Der Schreibstil war gut nachvollziehbar und anschaulich und auch die Sprecherin des Hörbuchs empfand ich als zum Roman passend gewählt.
Rezensionen von Island :
Der Einsiedlersommer von Anne Sverdrup-Thygeson
Rückzugsort
Der Titel "Einsiedlersommer" hat im Zusammenhang mit dem Debütroman von Anne Sverdrup-Thygeson mehrere Bedeutungen. Einerseits geht es um die Suche nach einem "Eremitenkäfer", in dessen Namen ja auch das Wort "Einsiedler" steckt und andererseits zieht auch die 33-jährige Protagonistin Eva Wist sich bewusst aus Oslo in ein Dorf in Vestfold zurück, weil sie die Totgeburt ihres ersten Kindes verarbeiten muss und daher von der Gemeinde die Aufgabe annimmt, nach dem Eremitenkäfer zu suchen.
Und dann gibt es dort noch die 76-jährige Nachbarin Olga, die schon lange wie eine Einsiedlerin lebt und kaum Kontakte in den Ort pflegt. Auch auf Eva reagiert sie zunächst sehr abweisend und sieht sie als Störfaktor an.
Doch bald merken die beiden Frauen, dass sie viel mehr gemeinsam haben, als man ahnen konnte und auch der Einsatz gegen einen Steinbruch in der abgelegenen Gegend mit den ökologisch wertvollen alten Baumbeständen eint die beiden Frauen, auch wenn jeweils unterschiedliche Motive dahinterstecken, bei Eva der Lebensraum des seltenen Käfers und anderer Lebewesen, bei Olga ein altes Familiengeheimnis.
Ich fand die Geschichte der beiden Frauen sehr interessant, zumal auch die unschöne Vergangenheit, in der die Nationalsozialisten viel Unheil in Norwegen angerichtet haben, eine gewisse Rolle spielt. Auch, wie das alltägliche Leben in so einem kleinen, abgelegenen norwegischen Ort abläuft, hat mich, ebenso wie natürlich die Natur dort, interessiert. Die Handlung blieb auch lange spannend, da es immer wieder zu unerwarteten Wendungen kam. Der Schreibstil der Autorin war gut nachvollziehbar anschaulich und auch die Sprecherin des Hörbuchs empfand ich als gut gewählt, passend zur Atmosphäre des Romans. Man konnte ihr gut folgen.
Rezensionen von Petra Sch.:
Düster von Ivar Leon Menger
fesselnder zweiter Fall für Kommissar a.D. Stahl - diesmal auf einer Nordseeinsel
Oktober 1987. Kommissar a.D. Hans Jörg Stahl, 73, ist nun fix zu seiner Lebenspartnerin, der Wirtin Geli, in das kleine Dörfchen Katzenbrunn in den Odenwald gezogen.
Doch Geli will unbedingt mit Hans in den Urlaub fahren, egal wohin. Doch Stahl hasst Urlaub - bis er einen Anruf aus dem hohen Norden erhält: Die Hotelchefin des Grandhotels auf der Nordseeinsel Liekenoog bittet ihn im Fall einer verschwundenen Mitarbeiterin um Hilfe.
Sie hat nämlich von seinem Erfolg im Fall der vom "Greifer" entführten Jugendlichen im letzten Jahr gelesen und hofft, dass er den jungen und unerfahrenen Inselpolizisten Jochen Böhm unterstützen kann. Stahl nimmt natürlich an und schwindelt Geli einen Luxusurlaub vor.
Man fühlt sich wieder lebendig in die 80er zurückversetzt - Ivar Leon Menger versteht es, die damaligen Gepflogenheiten so realistisch wiederzugeben, und man kann alles so gut nachvollziehen. Vor allem an das viele Rauchen kann ich mich selbst noch gut erinnern - fast jeder hat geraucht, ständig und vor allem: überall!
Stahl ist mir mit seiner leicht grummeligen Art schon im vorigen Band sehr ans Herz gewachsen; und ich fand witzig, wie er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollte: das Ermitteln, das ihm immer noch im Blut liegt, obwohl er schon in Rente ist; und seiner Freundin Geli einen Luxusurlaub zu bieten (den er allerdings kostenlos bekommen hat. Und sie soll natürlich nicht mitbekommen, aus welchem Grund er eigentlich auf die Insel gereist ist).
Ich fand auch die Ermittlungsarbeit wieder realistisch und spannend dargestellt. Und wie Stahl dem jungen und unerfahrenen Inselkommissar seine Erfahrung in Mordfällen näherbringen will, fand ich sehr herzlich. Denn Böhm ist motiviert und Stahl findet ihn sympathisch und will ihm unter die Arme greifen.
Diesmal sind die Mordfälle sehr brutal und es gibt viele Leichen von jungen Frauen mit ausgestochenen Augen, brrr.
Der Autor präsentiert etliche mögliche Täter, die sich auch teilweise sehr verdächtig verhalten haben, und man kann super miträtseln.
Immer wieder gibt es auch Rückblicke in die 60er aus Sicht des kleinen Berti, wobei sich hier bald sehr klar herauskristallisiert, wie dies mit den aktuellen Geschehnissen zusammenhängt.
Diesmal hatte ich schon so ein Gefühl, was den Täter betrifft. Leider bin ich damit nicht ganz so glücklich, da mich die Motivation des Täters nicht so ganz überzeugen konnte; auch wenn ich es später besser verstehen konnte. Im vorigen Band war die Aha-Überraschung besser gelöst. Deshalb gebe ich diesmal 'nur' 4 Sterne und freue mich schon sehr auf einen - hoffentlich! - weiteren Fall mit Kommissar a.D. Stahl, der mir, ebenso wie dem Autor selbst, sehr ans Herz gewachsen ist.
Fazit:
Ein wieder ungewöhnlicher und sehr fesselnder (aber auch brutaler) Fall für den Kommissar a.D. Hans Jörg Stahl, den ich mit Spannung verfolgt habe, und wo man gut miträtseln konnte. Leider hat mich die Auflösung diesmal nicht ganz so überzeugt.
Rezensionen von Philiene :
Am Rand der Welt von Caroline Bernard
Großartig
En stilles aber großartiges Buch. Am Rand der Welt spielt an der Nordsee in einem Koog der nach einem der schlimmsten Nazies benannt worden ist. Der Hermann Göring Koog.
Die Geschichte beginnt 1935 als die ersten Landwirte in den neu erschaffen Koog ziehen und zunächst unter sehr schweren Bedingungen hier leben.
Protagonistin des Buches ist Grete, eine junge Mutter die nicht wirklich glücklich hier ist, nur das Watt lässt sie an diesem Ort Hoffnung schöpfen. Anhand von Grete wird in dem Roman vom Leben der Menschen im Nationalsozialismus erzählt. Von der ersten Freude über die schönen Häuser über ernten Anzeichen das schlimme Dinge geschehen bis hin zu der Zeit als die Männer in den Krieg ziehen und Zwangsarbeiter auf den Hof kommen..
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Er konzentriert sich auf das Wesentliche und erzählt die Geschichte der Menschen die mit der Nordsee leben und das in einer grausamen Zeit. Er erzählt von Missgunst und Menschen die ihre Macht ausnutzen, aber auch das es auch in den dunkelsten Zeiten Menschlichkeit gibt.
Ein wirklich gelungener Roman, der mich zum Nachdenken angeregt hat.
Rezensionen von froschman:
Insel der Ratten von Jo Nesbø
Chaos nach einer Pandemie
Eine Pandemie hat die Welt verändert. Die Polizei ist nahezu machtlos, Gangs regieren mit Waffengewalt, es gibt praktisch keine Demokratie, plündernde Banden beherrschen die Straßen. Colin Lowe, einer der reichsten Männer des Landes hat sich mit seiner Familie die Insel der Ratten gekauft. Man kann sie nur mit Hubschrauber oder Booten erreichen und er hat das Gebäude zu einer Festung ausgebaut.
Sein Sohn Brad wütet mit seiner Gang in der Stadt. Er verschont nicht einmal Will, den besten Freund seines Vaters. Er vergewaltigt seine Frau und entführt dessen Tochter. Will beginnt einen Rachefeldzug mit einigen Freunden, sie haben die Villa von Crowe besetzt, zu einer Festung umgebaut und warten nur mehr darauf, dass Brad mit seiner Bande das Haus zu stürmen versucht.
Jo Nesbø beschreibt den Juristen Will, der an Recht und Gerechtigkeit glaubt, aber beides ist bereits außer Kraft. Er hat diesen Thriller bereits im Jahr 2021 unmittelbar nach der Corona-Pandemie als Hauptteil einer Novellensammlung geschrieben. Eine Endzeit-Story mit beängstigendem Inhalt.
Rezensionen von Island :
Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln Charlie & KIM von Florian Schwiecker
Die Macht Künstlicher Intelligenzen
Die Covergestaltung deutet schon ziemlich unmissverständlich auf einen Thriller hin, in dem modernste Technik eine Rolle spielt und auch der Titel lässt dies vermuten.
Die EU wird von Cyberterroristen erpresst und als erste Warnungen fallen wiederholt Dienste aus, die auf das europäische Galileo-Satelliten-System angewiesen sind.
Die junge Programmiererin Charlie hat vor einiger Zeit selbst eine Hochleistungs-KI namens KIM programmiert, aber nutzt diese seit einem traumatischen Vorfall nicht mehr. Nun stellt sie ihre und KIMs Fähigkeiten doch den Ermittlungsbehörden zur Verfügung, gerät dabei aber selbst in Gefahr und kann nie wissen, wem sie noch trauen kann.
Ich fand diesen Thriller sowohl spannend als auch interessant, was einerseits die Möglichkeiten angeht, die eine leistungsstarke KI heute bietet, aber auch die Manipulationsmöglichkeiten und enormen Gefahren, wenn diese Werkzeuge in die falschen Hände geraten. Charlie als Protagonistin war mir dabei sehr sympathisch und die Spannung blieb lange erhalten, da es immer wieder Wendungen gab. Am Ende steht ein Cliffhanger, weil noch nicht alles an dem Fall komplett abgeschlossen ist. Was mir persönlich etwas zu viel war, war die Vermenschlichung KIMs, die über weite Strecken wirklich wie ein menschlicher Partner kommunzierte, aber vielleicht ist auch das schon immer mehr Realität. Ich habe das Hörbuch gehört und war sehr zufrieden mit dem Sprecher. Man konnte gut folgen und es gelang ihm sehr gut, die Spannung immer weiter aufzubauen.
Rezensionen von Rosenfreund:
Carcassonne Labyrinth - Gesellschaftsspiel & Brettspiel ab 8 Jahre von Klaus-Jürgen Wrede; Max J. Kobbert
Bekannter Spielspaß in neuem Gewand
Seit der Zeit mit unseren Kindern ist mir sowohl das Spiel Carcassonne als auch das Spiel Labyrinth wohlbekannt. Durch die geschickte Kombination beider Spielmechaniken entsteht ein vertrautes, aber auch innovatives Spielgefühl.
Bereits das Layout des Spielekartons verspricht ein schön gestaltetes Spiel für die ganze Familie.
Dies bestätigt sich nach dem Auspacken des Spielinhaltes. So sind sowohl die Legeplätchen als auch das Spielbrett detailreich und familienfreundlich gestaltet. Die Spielmaterialien sind bekannt, glänzen jedoch in neuem Design. Es handelt sich bei diesem Crossover der beiden bekannten Spieleklassiger um ein Verschiebe-Legespiel von Plättchen, bei dem es als Zusatzaufgabe durch geschicktes Anlegen der erhaltenden Plättchen zusätzliche Punkte zu generieren gibt.
Das angegebene Spielalter ist gerechtfertigt für spielerfahrene Kinder.
Eine Partie zu zweit, bei 2 Erwachsenen, dauert 30 Minuten. Das Erlernen der Spielregeln hat ca. 15 Minuten in Anspruch genommen. Diese waren gut verständlich erklärt und illustriert. Eine zusätzliche Spielvarianz entsteht durch die 12 unterschiedlichen Auftragskarten, so dass ein andauernder Spielspaß gewährleistet ist.
Insgesamt kann ich dieses Spiel empfehlen für einen geselligen Spielenachmittag mit der ganzen Familie bis zu 4 Personen. Eine insgesamt gelungene Kooperation zwischen den etablierten Spieleverlagen Ravensburger und Hans im Glück!
Rezensionen von froschman:
Insel der Ratten von Jo Nesbø
Chaos nach einer Pandemie
Eine Pandemie hat die Welt verändert. Die Polizei ist nahezu machtlos, Gangs regieren mit Waffengewalt, es gibt praktisch keine Demokratie, plündernde Banden beherrschen die Straßen. Colin Lowe, einer der reichsten Männer des Landes hat sich mit seiner Familie die Insel der Ratten gekauft. Man kann sie nur mit Hubschrauber oder Booten erreichen und er hat das Gebäude zu einer Festung ausgebaut.
Sein Sohn Brad wütet mit seiner Gang in der Stadt. Er verschont nicht einmal Will, den besten Freund seines Vaters. Er vergewaltigt seine Frau und entführt dessen Tochter. Will beginnt einen Rachefeldzug mit einigen Freunden, sie haben die Villa von Crowe besetzt, zu einer Festung umgebaut und warten nur mehr darauf, dass Brad mit seiner Bande das Haus zu stürmen versucht.
Jo Nesbø beschreibt den Juristen Will, der an Recht und Gerechtigkeit glaubt, aber beides ist bereits außer Kraft. Er hat diesen Thriller bereits im Jahr 2021 unmittelbar nach der Corona-Pandemie als Hauptteil einer Novellensammlung geschrieben. Eine Endzeit-Story mit beängstigendem Inhalt.
Rezensionen von Streiflicht:
Weil sie lügt von Caroline Seibt
Wechselbad der Gefühle
Mich hat dieses Buch total fasziniert, weil mich erstens schon die Geschichte an sich neugierig gemacht hat. Dann weil man von Anfang an eine Hoffnungslosigkeit spürt, obwohl man so sehr mit Anna und ihrer Mutter und auch dem kleine Bruder hofft und natürlich auch irgendwie für den Vater, auch wenn man keine Ahnung hat, ob er wirklich so unschuldig ist.
Diese Gefühle ziehen sich durch das ganze Buch und man schwankt immer hin und her.
Man möchte so sehr hoffe und an ein Happy End glauben - aber ist das wirklich realistisch? Und was ist in dieser Nacht und auch davor wirklich alles passiert?
Ich mochte die vielen Twists, die einen quasi im Zickzack durch die Geschichte jagen. Genauso wie den Erzählstil mit den zwei Perspektiven. Auf der einen Seite Anna als Schwester, die tief betroffen und gezeichnet ist, auf der anderen Seite Katharina, die ermittelt und die Wahrheit unbedingt herausfinden möchte.
Wer sich in ein Wechselbad der Gefühle stürzen und sehr spannende Lesestunden erleben will, ist hier genau richtig. Allerdings sollte man sich nichts mehr vornehmen, weil man nur noch zu Ende lesen möchte, um endlich die Auflösung oder vielleicht sogar die Erlösung zu erfahren!
Rezensionen von Island :
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Feinsinniger Blick auf die Nachbarschaft
Das Cover des Romans ist sehr farbenfroh gestaltet und dadurch auffällig. Allerdings wirkt die Abbildung wie ein großes Hochhaus, was für mich nicht vollkommen stimmig ist, da ja eine ganze Wohnsiedlung mit eher kleineren Mehrfamilienhäusern der Schauplatz der Geschichte ist.
Die verschiedenen Charaktere leben meist schon sehr lange in dieser Siedlung, hatten bisher aber kaum Berührungspunkte.
Im Laufe des Romans lernen sich aber einige doch besser kennen und plötzlich gibt es unerwartete Berührungspunkt, umso mehr, als bei Bauarbeiten eine Bombe gefunden wird, die alle zwingt, ihre Wohnungen zu verlassen.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, die Autorin beobachtet sehr genau und beschreibt die Dynamiken in diesem Viertel, wie man es wahrscheinlich in jeder etwas größeren Stadt finden kann, sehr feinsinnig. Der Blick hinter die Fassaden offenbart so einige Sorgen, Nöte und Probleme. Dennoch ist auch jeden Menge Hoffnung vorhanden, weil trotz aller Anonymität doch Menschen füreinander da sind und sich zeigen, dass sie einander nicht egal sind. Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und auch sehr anschaulich, sodass man sich gut in die jeweiligen Situationen hineinversetzen kann.










