Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Shilo:
Die Reise der Blütensammlerin von Sally Page
Zwischen Blumen und den Spuren der Vergangenheit
Emma fällt zunächst kaum auf. Sie arbeitet zwischen Blumen, macht ihren Job, hält sich im Hintergrund. Nach dem Verlust ihres Mannes wirkt sie noch zurückgezogener, fast so, als würde sie sich selbst aus dem Alltag herausnehmen. Vieles an ihr bleibt erst einmal leise.
Als dann die Geschichte der Titanic auftaucht, verändert sich etwas.
Nicht plötzlich, eher Schritt für Schritt. Eine Einladung zu einem Vortrag, eine beiläufige Frage, ein Thema, das hängen bleibt. Daraus entwickelt sich mehr, als man am Anfang denkt.
Die Spur führt zu einer jungen Frau, die auf der Titanic gearbeitet hat. Und während Emma sich damit beschäftigt, kommen bei ihr selbst Dinge in Bewegung, die lange feststanden. Das passiert nicht in großen Szenen, eher nebenbei, zwischendurch, fast unbemerkt.
Die Handlung bleibt insgesamt ruhig. Manches zieht sich auch ein Stück, weil nicht viel gedrängt wird. Es gibt Kapitel, die eher vor sich hinlaufen, als wirklich voranzugehen. Trotzdem entstehen genau dadurch diese kleinen Momente, in denen etwas hängen bleibt.
Die Figuren drumherum wirken unterschiedlich stark. Einige treten nur kurz auf, andere bleiben länger. Oft sind es keine großen Auftritte, eher kleine Begegnungen, die trotzdem etwas verändern oder einen Gedanken auslösen.
Rund um die Titanic entsteht eine zweite Ebene in der Geschichte. Die wirkt nicht wie ein eigener Strang, der sich klar abhebt, sondern eher wie etwas, das immer wieder durch den Alltag von Emma hindurchläuft.
Am Ende bleibt kein großer Abschlussmoment. Eher einzelne Szenen, die im Kopf bleiben. Nicht alles ist rund oder geschlossen, manches bleibt einfach stehen und wirkt nach.
4 Sterne
Rezensionen von clematis:
Der Fotograf der Kaiserin - Funke einer neuen Zeit von Tom Sacher
Unter Strom
Erst zerstört ein Flammenmeer das Wiener Ringtheater und damit auch hunderte Menschenleben, dann stirbt eine Tänzerin. Kurz darauf erteilt Kaiserin Sisi ihrer Kammerdienerin Liesel und dem Hoffotografen Angerer eigennützige Aufträge, um im Hintergrund die Fäden zu ziehen. Während der hawaiianische König David Kalākaua und seine Schwester Lili auf ihrer Weltreise Wien besuchen, geht es also turbulent zu, alles steht förmlich unter Strom.
Kann es sein, dass es hier Zusammenhänge gibt, welche nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind?
Auch der zweite Band rund um Liesel und Angerer führt uns ins kaiserliche Wien in den 1880er-Jahren, wo gerade ein Streit darüber entbrennt, ob man an den bewährten Gaslampen festhalten oder doch Edisons neuartige Glühbirnen installieren solle. Selbstverständlich stehen Kaiser Franz Joseph und Sisi – wieder einmal – auf unterschiedlichen Seiten, wenn das Wort Strom fällt. Mit vielen Details zum Thema Elektrizität, zu hawaiianischen Traditionen und natürlich zu den unterschiedlichsten Gefolgsleuten am Wiener Hofe unterhält uns Schriftsteller Tom Sacher in diesem Krimi, denn Leichen gibt es ebenfalls. Eine Prise Humor darf nicht fehlen, genauso wie tierische Verstärkung, diesmal in Form eines Elefanten, um welchen sich Lieserl mit ihrer Erfahrung als einstige Ziegenhirtin und naturgegebenem Menschenverstand kümmern muss. Obwohl sie nie lesen und schreiben gelernt hat, kombiniert sie blitzschnell, nur der gewitzten Kaiserin hinkt sie gedanklich immer einen Schritt hinterher. Dennoch gelingt die Lösung nach einiger Aufregung und wir statten noch kurz einen Gegenbesuch in Hawaii ab.
Auf bemerkenswerte Weise lässt Sacher reale Ereignisse nahtlos in seine fiktive Geschichte einfließen, erzählt viel Interessantes ohne belehrend zu wirken. Historisch verbürgte Personen erleben spannende Auftritte im Geschehen und geben dem Ganzen dadurch seine spürbare Lebendigkeit.
Was bleibt am Ende? Ein genialer Kriminalroman, entstanden aus genauer Recherche und blühender Phantasie, welcher uns Leser für einige Stunden eintauchen lässt in die funkensprühende Zeit von Kaiserin Sisi. Lesenswert!
Rezensionen von ytheyrr:
Der Einsiedlersommer von Anne Sverdrup-Thygeson
Natur
Dieses Buch „Der Einsiedersommer“ von Anne Sverdrup-Thygeson ist ein schönes Buch und zeigt uns, wie schön die Natur sein kann. Denn in der Natur gibt es auch viele kleine Lebewesen, wie z.B. die Käfer, die für uns wichtig sind. Es gibt viele Stellen, die mich überrascht hat. Außerdem finde ich es schön, wie die Autorin die Charaktere so sympathisch beschrieben hat.
Das Schreibstil ist sehr schön und gut zu lesen. Es ist überhaupt nicht trocken und kompliziert. Ich finde es ebenfalls gut, dass die Kapitel kurz sind.
Das Cover ist sehr schön, die Farben sind hell und fröhlich. Der Käfer auf dem Cover zeigt uns bereits, um was es in dem Buch geht.
In diesem Buch geht es um vieles, um Natur, um Freundschaft, aber auch um Naturschutz und wie wichtig es ist, dass wir Menschen die Natur mehr schätzen müssen.
Insgesamt ein gutes Buch die ich weiter empfehlen kann.
Rezensionen von Claudia R.:
Mein total vertrollter Sommer in Schweden von Carolin Jenkner-Kruel
trolliges Abenteuer
Klappentext / Inhalt:
Ein Sommer in Schweden am See, duftende Zimtschnecken und Ausflüge mit dem Boot: Pias Sommerferien bei Tante Käthe scheinen sorglos wie in Bullerbü, bis in der Bäckerei ihrer Tante merkwürdige Dinge geschehen. Ob Trolle dahinterstecken, wie Käthes Stiefsohn Pelle behauptet? Pia geht der Sache auf den Grund und erlebt dabei die besten Sommerferien ihres Lebens.
Ein Leseabenteuer für große und kleine Schwedenfans - nicht nur für die Ferien!
Cover:
Auf dem Cover sind zwei Kinder zu sehen, sowie zwei große Zimtschnecken mit Trollen darauf und die Fahnen im Hintergrund zeigen, dass wir uns in Schweden befinden. Das Ganze ist farblich und optisch toll umgesetzt und spricht auf jeden Fall an. Das Cover macht Lust auf ein Schweden Abenteuer und ist auch dementsprechend gestaltet und umgesetzt.
Meinung:
Ein wundervolles Schweden Abenteuer mit Einblicken in die Bräuche, sowie tolle landschaftliche Beschreibungen und einer wunderschönen sommerlichen Lektüre.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu bedeckt.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Schnell findet man sich in Charaktere und Geschichte hinein. Besonders klasse fand ich die Trolle, die dem Ganzen den besonderen Pepp gegeben haben. Mathe und Trolle ist eine tolle Kombination und so kann man hier noch einiges lernen und wird das ein oder andere mal recht gut überrascht. Die Charaktere sind sympathisch und man kommt gut in alles hinein. Die Beschreibungen sind bildlich, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann.
Die bunte Illustration zu den Familienmitgliedern und auch die erste Zeichnung mit den Häusern ist toll umgesetzt und bringt einen gut in die Geschichte hinein. Die Kapitelanfänge sind sehr gut herausgearbeitet und gut ersichtlich. Die kleinen Illustrationen am Beginn der Kapitel sind toll und passend gewählt.Die Kapitel sind einfach durchnummeriert. Gliederung und Gestaltung haben mir sehr gut gefallen.
Durch die Ich-Perspektive findet man sich gut in Charaktere und die Gedanken dieser hinein und kann das Ganze sehr gut nachempfinden und miterleben.
Ein tolles sommerliches Abenteuer, bei dem man nebenbei noch einiges lernen kann und so manches über Schweden und Trolle erfahren kann. Ich fand die Umsetzung klasse und es hat sich sehr kurzweilig und gut gelesen.
Fazit:
Ein wundervolles Schweden Abenteuer mit Einblicken in die Bräuche, sowie tolle landschaftliche Beschreibungen und einer wunderschönen sommerlichen Lektüre.
Rezensionen von Katja K.:
Summer Tides von Sarah Fulmar
Angenehm unaufgeregt, ohne langweilig oder seicht zu sein
Wow, von diesem Buch war ich echt positiv überrascht! Die Meinungen scheinen auseinander zu gehen und mir hatte sogar eine Person davon abgeraten es zu lesen. Dabei muss ich wirklich sagen, mir hat die Geschichte richtig gut gefallen und ich habe sie an zwei Tagen ganz locker durchgelesen.
Der Schreibstil ist angenehm "echt", flüssig und locker und insgesamt ist es das, was für mich auch die Atmosphäre des Buches ausgemacht hat.
Alles wirkt irgendwie authentisch und wie aus dem Leben gegriffen. Ein paar ernste Themen waren dabei und wurden in meinen Augen gut aufgearbeitet. Und die Found Family Vibes waren toll.
Sowohl Scarlett als auch Jonah fand ich als Charaktere richtig angenehm und authentisch. Auch die Beziehungsdynamik konnte ich fühlen.
Mein Fazit: Eine unaufgeregte und leicht zu lesende Sommerlektüre, die ich allen empfehlen kann, die New Adult mögen (auch wenn die Charaktere hier schon älter sind) und nicht unbedingt wahnsinnig viel Action in einer Story brauchen.
Rezensionen von _Le4_:
Weavingshaw von Heba Al-Wasity
Ausgezeichneter Slowburn
Leena braucht Medizin, um ihren schwerkranken Bruder zu heilen. Dafür muss sie zum Saint der Stille gehen und diesem ein Geheimnis verkaufen. Das einzige, das Leena zu verkaufen hat, ist jedoch, dass sie Geister sehen kann. Leider ist diese Fähigkeit ausgesprochen hilfreich für den Saint, der sie daher direkt in einen Arbeitsvertrag zwingt.
Sie muss mit ihm nach Weavingshaw reisen und den Geist des ehemaligen Hausherren suchen.
Das Thema des Buches war sehr gut ausgewählt. Die fantastischen Aspekte passen ausgezeichnet mit den Gothic Aspekten zusammen. Es sorgt für ein düstere und mystische Atmosphäre. Die Sprache, die die Autorin dazu benutzt, ist bezaubernd und unterstützt die Stimmung ausgezeichnet.
Der Beziehungsaufbau zwischen Leena und Silas war super. Das Ganze war einfach Bilderbuch Slowburn. Ihr Interesse und ultimativ ihr Verlangen nacheinander wurde so langsam und stetig aufgebaut, dass es herrlich qualvoll war.
Der Aspekt der Flucht, der durch Leenas Familie reinkam, und der Revolution war sehr gut mit der Geschichte verwoben und hat der Welt zusätzliche Tiefe verliehen.
Der Anfang des Buches war ausgezeichnet, gegen Ende hat es aber etwas an Dynamik verloren, weswegen ich der Geschichte doch nur vier Sterne gebe.
Das Buch ist sehr empfehlenswert. Ich werde auf jeden Fall den zweiten Teil der Duologie lesen. Außerdem werde ich die Autorin im Blick behalten. Sie hat den Slowburn so kunstvoll geschrieben, dass ich gespannt bin, was sie noch schreiben wird.
Rezensionen von Tara:
00-Laschet,1 Audio-CD, 1 MP3 von David Safier
Etwas absurd, aber sehr amüsant
„00-Laschet“ ist ein ausgesprochen unterhaltsames Buch des in Bremen lebenden Autors David Safier.
Titel und Cover machen bereits deutlich, um wen es hier geht: Armin Laschet.
Dieser hat seiner Meinung nach gerade unglaubliches Glück gehabt. Er ist nicht Kanzler geworden und muss sich somit nicht um so langweilige Dinge wie Kriege, Klima und Kilometerpauschalen kümmern.
Stattdessen darf er nun als frischgebackener Bundespräsident Empfänge im Schloss Bellevue geben. Von seiner eigentlichen Aufgabe und dem, was im Keller seines Wohnsitzes vor sich geht, wird er dann ein wenig überrascht.
Zugegebenermaßen, die Handlung ist ein wenig absurd und skurril, aber dabei ist sie gleichzeitig ausgesprochen amüsant.
Es gibt zahlreiche Anspielungen auf Politiker, Prominente und das aktuelle Weltgeschehen. Vieles wird ein wenig überspitzt dargestellt und es werden auch so einige Klischees bedient. Das nimmt der Geschichte aber nicht ihren Unterhaltungswert, sondern hat dafür gesorgt, dass ich mich bestens amüsiert habe.
Ich habe die Geschichte als Hörbuch konsumiert. Dies wurde von Thomas Nicolai gelesen. Er spricht die unterschiedlichen Charaktere mit verschiedenen Stimmlagen. Sie sind leicht auseinander zu halten, aber einige habe ich beim Zuhören als ein wenig anstrengend empfunden.
Die Story ist spannend und witzig, hier wird weder an übertriebenen Peinlichkeiten noch an kleinen, gemeinen Seitenhieben gespart. Wer sich für Politik interessiert, die aktuellen Ereignisse ein wenig verfolgt hat und kein Problem mit Übertreibungen hat, wird hier sicherlich eine Menge zum Lachen bekommen.
Rezensionen von nina90:
Eine zu viel von Samantha Hayes
Empfehlenswertes Familiendrama
Ich habe einige der früheren Thriller von Samantha Hayes gelesen, sie aber leider in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren. Umso mehr freue ich mich, dass mich "Eine zu viel" direkt wieder begeistern konnte.
Nach dem Tod ihres Mannes Ray lädt Connie ihre drei Töchter mit ihren Familien in das abgelegene Ferienhaus in Schottland ein.
Dort möchte sie mit ihnen über Rays Testament sprechen; sie ist nervös vor dem Gespräch, denn das Testament enthält ein lange gehütetes Familiengeheimnis. Als alle Familienmitglieder eingetroffen sind, merkt man schnell, dass die Anspannung größer wird, denn beinahe jeder hat ein Geheimnis zu verbergen.
Der Schreibstil von Samantha Hayes ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, wodurch man die Figuren und ihre Geheimnisse nach und nach besser kennenlernt. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und enden häufig mit Cliffhangern, sodass es schwer ist, Lesepausen einzuhalten. Selbst ganz am Schluss gab es noch eine unerwartete Wendung.
Das düstere Cover mit der einsam gelegenen Hütte in der schottischen Wildnis passt perfekt zur Atmosphäre der Geschichte. Die gelbe Schrift ist ein echter Hingucker. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die unblutige Thriller und Familiengeheimnisse mögen.
Rezensionen von _Le4_:
Lucifer Ascending - One Sinful Secret von Marie Niehoff
Romanze mit Besessenheit
Lilian ist endlich frei. Zumindest so frei wie es eine Halbdämonin in einem christlichen Orden sein kann. Sie hat endlich ihre Ratsanhörung hinter sich und nun schwebt nicht ständig ein Damoklesschwert über ihr. Bei ihrem ersten Auftrag als freie Frau stirbt sie jedoch. Ihr langjähriger Freund Jupiter ist jedoch nicht bereit, sie aufzugeben.
Er geht einen Pakt mit Luzifer ein, um Lilian wiederzubeleben. Die Frage ist nur, ob sie das letztendlich alles kosten kann.
Das Buch hat viel Spaß gemacht. Das Thema ist nicht super einzigartig, aber ich lese persönlich gerne Bücher über Besessenheit. Das ist einfach ein interessantes Thema und die Autorin setzt es spannend um. Jupiter und Lilian sind schon lange verliebt, weswegen ich es nicht schlimm fand, dass sie sich direkt angeschmachtet haben. Anders war es für mich bei der Romanze mit Luzifer, die ebenso schnell ging. Vor allem, weil er direkt erst einmal gedroht hat, sie umzubringen.
Lilian hat einige dunkle Sehnsüchte, die sie nach ihrem Kennenlernen mit Luzifer anfängt auszuleben. Dabei finde ich persönlich gut, dass Consent immer ein konsequentes Thema ist. Trotz aller Drohungen seitens Luzifer sind die Sexszenen überraschend unproblematisch.
Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist, dass die Autorin sehr viel mit Anglizismen gearbeitet hat. Die Bücher sind voll von englischen Slang und Jugendsprech, was ich persönlich unangenehm finde.
Trotz des letzten Punkts, den ich verwirrend fand, hat das Buch unheimlichen Spaß gemacht. Wer einen düsteren Romantasy Roman sucht, ist hier genau richtig.
Rezensionen von jori1020:
All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer
Zwischen Unsichtbarkeit und Zusammenhalt
Cora Wucherers Roman 'All die Farben, all das Licht' erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich doch näher sind, als sie selbst lange glauben. Im Mittelpunkt stehen die 17-jährige Juna und ihre vier Jahre jüngere Schwester Martha. Während Martha ihre ersten Schritte ins Erwachsenwerden macht, heimlich mit Junas Ausweis einen Job im Kino annimmt, neue Freundschaften schließt wird Junas Welt immer kleiner.
Sie leidet am Usher-Syndrom und verliert nach und nach ihr Sehvermögen. Für die angehende Künstlerin droht damit ihr größter Traum zu zerbrechen. Bevor sie ihr Augenlicht endgültig verliert, hat sie nur noch einen Wunsch: Sie möchte das Lieblingsgemälde der Malerin Lotte Laserstein in Malmö mit eigenen Augen sehen. Kurzerhand machen sich die beiden Schwestern gemeinsam auf den Weg.
Besonders gelungen ist die Beziehung zwischen Martha und Juna. Erzählt wird abwechselnd aus beiden Perspektiven, wodurch man die Unsicherheiten, Ängste und Hoffnungen beider Figuren gut nachvollziehen kann. Juna kämpft mit der Aussicht, immer mehr von der Welt zu verlieren, während Martha sich trotz aller Liebe zu ihrer Schwester häufig unsichtbar fühlt und das Gefühl hat, im Schatten von Junas Krankheit zu stehen. Gerade diese Dynamik verleiht dem Roman seine emotionale Stärke.
Auch sprachlich konnte mich das Buch überzeugen. Cora Wucherer schreibt klar, einfühlsam und angenehm zugänglich. Der Roadtrip der beiden Schwestern entwickelt eine schöne Sogwirkung und verbindet Coming-of-Age, Familiengeschichte und die Auseinandersetzung mit einer schweren Erkrankung auf gelungene Weise.
An manchen Stellen hätte ich mir allerdings etwas mehr Tiefe gewünscht. Gerade Junas Erkrankung und ihre Auswirkungen auf ihren Alltag hätten für meinen Geschmack noch ausführlicher erzählt werden können.
Nichtsdestotrotz ist 'All die Farben, all das Licht' ein berührender Roman über Geschwisterliebe, Identität und das Erwachsenwerden. Ein Buch, das zeigt, dass Familie nicht immer einfach ist, Zusammenhalt aber oft gerade dann entsteht, wenn das Leben die größten Herausforderungen bereithält.











