Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Neobook:
Wieso? Weshalb? Warum? Band 66 - Was Tiere alles bauen von Susanne Gernhäuser
Tolles Tierbuch
Was Tiere alles bauen aus der Wieso?-Weshalb?-Warum?-Reihe ist wieder ein tolles und hochwertiges Tierbuch. Es ist ein großformatiges Ringbuch mit 7 festen und dicken Pappseiten. Also auch sehr stabil für kleine Kinderhände.
Auf den Innenseiten sind sehr schöne Zeichnungen von Tieren aus aller Welt und deren Baukünste.
Was natürlich besonders beliebt ist, sind die Klappen zum aufmachen. Da war bei uns ganz besonders die Klappe interessant, wo sich darunter eine große, schwarze Spinne versteckt hat, die Falltürspinne! Es wird weiter gezeigt was Tiere im Wald, unter der Erde, am und im Wasser, am Strand, in Eis und Schnee und in der Wüste alles Tolles bauen. Zu jedem aBild gibt es kurze Erklärungen, die auch für Erstleser zum selber lesen geeignet sind.
Das ist also, wie immer, ein tolles und empfehlenswertes Buch aus dieser schönen Reihe von Ravensburger!
Rezensionen von Carolin:
Der Mami-Plan von Constanze Lohse; Laura Altmann
äußerst hilfreich in einer besonderen Zeit
Das Buch der Mami-Plan ist wunderschön aufbereitet und ein sehr hilfreicher Ratgeber in einer besonderen Zeit. Es unterstützt einen nicht nur rein faktisch, sondern auch emotional auf dieser außergewöhnlichen Reise, die nun vor einem liegt.
Das Buch ist sehr klar strukturiert, man kann auch in den Kapiteln springen, statt es in der vorgegebenen Reihenfolge zu lesen.
Die Texte sind immer wieder durch sehr ansprechende Bilder aufgelockert. Das Begleitmaterial, das man über QR-Code abrufen kann, ist eine tolle Ergänzung und hat mir sehr geholfen. Das Buch liest sich locker und flüssig.
Viele Inhalte und Tipps sind äußerst hilfreich. Einiges wusste ich bereits schon vorher, nichtsdestrotrotz findet jeder hier neue Informationen, da viel Inhalt gegeben wird. Einige Tipps fand ich jedoch "überzogen" oder gar "albern". Globuli z.B. sind nachweislich ohne Effekt und werden hier trotzdem empfohlen.
Bis auf einige wenige Aspekte also ein Buch, welches ich wärmstens weiterempfehlen kann!
Rezensionen von Lerchie:
Die Stadtapothekerin von Johanna Benden
Lenas Entscheidung
Lena will eigentlich gerade mit ihrem Traumjob durchstarten, als es plötzlich alles ganz anders kommt. Ihre Lieblingstante ist tot und sie erbt in Glückstadt die Stadtapotheke. Sie muss sich entscheiden Apotheke oder Traumjob? Und dann taucht der charmante Tom auf. Er wird ihr immer sympathischer, doch kann sie ihm vertrauen? Da entdeckt Lena ein Geheimnis im historischen Gebäude und ein Konkurrent holt zum Schlag gegen sie aus.
Wird Lena sich behaupten können?
Meine Meinung
Das Buch ließ sich sehr gut lesen, so in einem Rutsch durch, denn es gab keine Unklarheiten im Text, die meinen Lesefluss gestört hätten. Die Geschichte war gleich interessant und ich gleich mittendrin. Ich habe mit Lena um ihre Tante geweint und mich mit ihr gefragt, ob Tom wirklich vertrauenswürdig ist. Doch dann erfährt sie etwas, das seine Vertrauenswürdigkeit beschädigt und zwar aufs Heftigste. Was, das muss der geneigte Leser schon selbst lesen, das darf ich nicht verraten. Lena braucht auch ziemlich lange, bis sie eine Entscheidung getroffen hat. Das Buch ist spannend mit einer schönen Liebesgeschichte, hat mich gefesselt und gut unterhalten. Es hat mir gut gefallen und bekommt von mir fünf Sterne und natürlich eine Weiterempfehlung!
Rezensionen von NT:
Herz König von Lily King
Sequel zu Writers & Lovers
Eine Literaturstudentin trifft an der Uni zwei junge Männer, die sich mit großen Namen der Literatur gegenseitig überbieten. Es wird diskutiert, zitiert, philosophiert und manchmal auch einfach ziemlich prätentiös geredet. Genau das macht den Reiz der ersten Hälfte des Buchs aus, auch wenn man diese Art von Uniwelt mögen muss.
Die Protagonistin gerät zwischen die beiden jungen Männer, verliebt sich zunächst in den einen, später in den anderen.
Etwa zur Hälfte schlägt das Buch dann einen völlig anderen Weg ein. Plötzlich vergeht viel Zeit, wir begleiten die Protagonistin ins Erwachsenenleben und erleben Schicksalsschläge, die mich emotional leider kaum erreicht haben. Gerade dort, wo ich mir mehr Ruhe und Tiefe gewünscht hätte, geht vieles erstaunlich schnell. Andere Passagen dagegen ziehen sich länger, als sie müssten.
Ich kann gut verstehen, warum viele den Schreibstil von Lily King lieben. Immer wieder finden sich schöne Beobachtungen und kluge Gedanken. Mit der deutschen Übersetzung bin ich aber nicht richtig warm geworden. Manche Formulierungen wirkten auf mich etwas sperrig. Vielleicht hätte ich den Roman lieber im Original lesen sollen.
Erst nach dem Lesen habe ich erfahren, dass Herz König eng mit dem Werk Writers & Lovers derselben Autorin verbunden ist. Die Jahre, die durch den großen Zeitsprung einfach übersprungen werden, bilden im Grunde den Inhalt dieses anderen Romans. Im Nachhinein erklärt das einiges. Vielleicht hätte ich die Entwicklung der Figuren besser nachvollziehen können, wenn ich beide Bücher in der richtigen Reihenfolge gelesen hätte.
So bleibt für mich ein Roman mit interessanten Figuren und schönen sprachlichen Momenten, der mich insgesamt aber nicht ganz erreicht hat. Rückblickend würde ich empfehlen, zuerst Writers & Lovers zu lesen und erst danach zu Herz König zu greifen.
Rezensionen von Ele:
Pina fällt aus von Vera Zischke
Störsteine liegen in der Mitte
Pina fällt aus, Gesellschaftsroman von Vera Zischke, EBook von Ullstein Ebooks.
Eine Geschichte über Solidarität und Nähe.
Pina lebt mit ihrem autistischen Sohn Leo alleine. Er ist 20 Jahre alt und lebt in seiner eigenen Welt, in die nur Pina Einblick hat. Sie ignoriert ihre Magenschmerzen und nimmt zu viele Schmerztabletten.
Und dann passiert das Schreckliche. Pina erleidet einen Magendurchbruch, bricht auf offener Straße zusammen und muss notoperiert werden. Sie erwacht aus dem künstlichen Koma und ist auf der Intensivstation ans Bett gefesselt. Ihre Gedanken gelten nur Leo. In der Zwischenzeit, kümmern sich die Nachbarn, Zora die von zuhause rausgeflogen ist, die 86jährige Inge die seit dem Tod ihres Mannes nur noch aufs Sterben wartet und die Wohnung nicht mehr verlässt und der einsiedlerisch lebende Wojtek. Zuerst fühlen sie sich dafür nicht zuständig, doch ganz langsam machen die drei schrägen Vögel ihre Sache immer besser, nicht nur Leo kommt etwas aus sich heraus, nein auch die Hausgemeinschaft profitiert von diesem Arrangement.
Das Buch besteht aus 26 Kapiteln mit Überschriften die auf den Inhalt hinweisen. Der Schreibstil ist auktorial, jede der Figuren erzählt aus der eigenen Sicht. Dadurch wird dem Leser ein umfassender Überblick ermöglicht. Poetisch und wortgewandt wird die tragische und ans Herz gehende Story erzählt. Schon ab dem dritten Kapitel überschlagen sich die Ereignisse und dann hatte ich es schwer, den Reader überhaupt noch aus der Hand zu legen. Obwohl es um ein wirklich ernstes Thema geht ist der Schreibstil fröhlich und schafft Zuversicht. Die Figuren werden vor komplizierte Herausforderungen gestellt, doch sie meistern alle Schwierigkeiten und für jeden der schrägen Vögel kehrt sich alles zum Besseren. Hauptsächlich kann man dabei Inge und Zora begleiten, Wojtek ist mir fremd geblieben, der Inhalt des Briefs am Ende hätte mich brennend interessiert, auch insgesamt hätte ich mir die Geschichte noch ausführlicher gewünscht, das Buch hätte noch gut mehr Seiten vertragen.
Die Botschaft des Buches, keiner ist alleine und zusammen geht vieles besser. Ich bewundere Pina die die anstrengende und belastende Care-Arbeit alleine leisten muss, die die Welt so bereitet, dass sie für Leo OK ist. Welch schwere Last liegt auf ihren Schultern, sogar ihr Vater hat die Augen dagegen verschlossen. Dann hat mir Zora richtig gut gefallen, ihr wurde auch durch Leo viel Positives zuteil, sie hat sich sehr zu ihrem Vorteil verändert. Dafür fand ich ihren Vater unmöglich der meint mit Geld und Einfluss sei alles zu regeln.
Insgesamt habe ich die Lektüre genossen, mich hat das Buch gut unterhalten, noch sind einige Fragen offengeblieben. 4 Sterne von mir.
Rezensionen von Anno:
Arthur & Agathe Amsel - Abenteuer am Futterhaus von Nicole Jüngling
Für kleine Vogelfreunde
Arthur und Agathe Amsel ist ein Buch, das Kindern die Welt der Vögel näher bringt. Es begleitet die beiden Amseln durch das Jahr, wie sie sich finden, Junge groß ziehen und den Wunder erleben. Dabei werden aber auch verschiedene andere Vogelarten vorgestellt, die sich bildlich im Buch dargestellt sind.
Neben der Geschichte von Arthur und Agathe enthält das Bauch jedoch sich noch jede Menge Wissensseiten, die unterstützt von digitalen App-Inhalten auch noch weitere Informationen zu vögeln enthalten. Man lernt von ihrer Schnabelform auf deren Ernährungsgewohnheiten zu schließen und erfährt von den Besonderheiten und Gewohnheiten einzelner Arten. Wie nisten sie, wie singen sie und was können wir tun um ihren Bestand zu sichern?
Durch diese Infos sind Kinder in der Lage ihr Wissen auch praktisch einzubringen, was ich sehr, sehr schön finde.
Inhaltlich ist das Buch also große Klasse. Aber auch gestalterisch gefällt es uns sehr gut. Enthalten sind sowohl Illustrationen als auch Fotografien. Und auch der Schwierigkeitsgrad wurde gut dem des empfohlenen Lesealters angepasst. Vom Schreibstil erinnert das Buch jedoch mehr dem eines Sachbuchs. Die enthaltene Geschichte wird aus Sicht eines Beobachters erzählt, nutzt aber die Amseln als Hauptpersonen, bzw. -vögel. Sie besticht mehr durch ihre Fülle an Informationen als durch Spannung und Abenteuer. Und hat sie dennoch sehr, sehr gut gefallen. Kein Wunder, dass mein Mini unsere Amseln nun Namen gegeben hat. Ihr dürft raten welche ????
Rezensionen von Emmmbeee:
Pause von Lena Kupke
Eine heilsame Zwangspause
Ein schwerer gesundheitlicher Zusammenbruch bringt Hanna wieder zurück zu ihren Eltern nach Lüneburg, weg von ihrer zweiten Heimat Berlin, weg von einer wackligen Beziehung. Er wirft sie auch in die Gefühlswelt eines jungen Mädchens zurück, obwohl sie über Dreißig ist. Zu diesem Zusammenbruch kommt auch noch, dass Hanna ihren Job in Rekordzeit verliert und ihr Freund Paul mit ihr Schluss macht.
Zur Verzweiflung trägt ebenfalls bei, dass weder ihre Familie noch ihre Freundinnen sie zu verstehen scheinen. Einzig ihre Nachbarin Helen und die konsultierte Ärztin bringen das nötige Mitgefühl auf. Und noch jemand kann sie positiv beeinflussen und ihr einen Schritt weiterhelfen.
Immer wieder Tränen und Alkohol, Trotzphasen, Heimlichkeiten, … Sie zählt unwillkürlich die Adverbien, wenn sie in der längeren Aussage einer Person mehrmals vorkommen, sie fühlt sich in ihrem Elternhaus wieder wie ein Teenager.
Kein Wunder, wenn jede ehrliche Kommunikation scheitert, gerade dann, wenn es in der Familie daran schon immer gefehlt hat. Doch wer schon einmal in Hannas Lage war, weiß ganz genau, was so viele Schläge auf einmal mit einem Menschen machen können, der sich so sehr nach Nähe und Verstehen sehnt. Da hilft auch das Kuscheltier nur für kurze Zeit.
Lena Kupke schreibt in einem Ton, der passgenau das Alter aufnimmt, in das Hanna vorübergehend zurückgeworfen worden ist. Sie zeigt auf, wohin uns eine Krise führen kann, wie man sich darin fühlt, aber auch einige mögliche Lösungen. Schritt für Schritt durchleben wir mit Hanna sowohl die Tiefen als auch das allmähliche Emportauchen aus dem Blues.
Ich selbst habe lange gebraucht, um in diesen Roman hineinzufinden. Dann aber war das Lesen kein Spaziergang, und ich habe beim Lesen nie mehr als 50 Seiten am Stück durchgehalten. Es hat mich sehr ermüdet und mehr bedrückt als unterhalten. Trotz der wenigen Humor-Einsprengseln. Auch hätte ich gern die Bedeutung einiger englischer Ausdrücke zumindest annähernd erklärt bekommen. Andrerseits hat die Lektüre mich zum Nachdenken darüber, wie das bei mir und meiner eigenen Familie ist, angeregt. Doch bis zuletzt wird verschwiegen, was Hanna denn nun eigentlich bei diesem Zusammenbruch passiert ist. Ein Abortus wird vage angedeutet, aber es muss viel mehr sein. Oder viel weniger, denn darauf kommt es letztendlich nicht an.
Rezensionen von peedee:
Tödliche Eifelpfade von Carla Capellmann
Knappe 3 Sterne
Ellen Engels, Band 2: Privatdetektivin Ellen Engels will sich mal im Schmuggeln versuchen, selbstverständlich nur aus Spass! Sie hat mit ihrer Nichte Macy ein Abenteuerwochenende in der Eifel gebucht, wo Schmugglerspiele angeboten werden. Aus anfänglichem Spass wird tödlicher Ernst: Die Veranstalterin liegt tot auf der Wiese – und in ihrem Bauch steckt ein Pfeil.
Es ist Ellens Pfeil, die sich kurz vorher im Bogenschiessen geübt hat. Sie avanciert gleich zur Hauptverdächtigen…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover – Natur mit tollem Farbspiel; gefällt mir sehr gut.
Dies ist Band 2 einer Reihe, für mich jedoch die erste Begegnung mit Ellen Engels. Als ich mit der Lektüre begonnen habe, war mir noch nicht bewusst, dass es eine Reihe ist, denn das Cover von Band 1 ist völlig anders gestaltet, daher gab es für mich keinen Wiedererkennungswert.
Ellen war einst Personenschützerin und ist nun Privatdetektivin. Macy will offenbar ihrer Lieblingstante nacheifern und beruflich den gleichen Weg einschlagen. Das wiederum findet Ellen nicht so gut. Wieso nicht? Soll sie zuerst etwas „Vernünftiges“ lernen? Es ist schön, dass die Tante und Nichte sich so gut verstehen, dass sie zusammen ein Abenteuerwochenende verbringen. Das Abenteuer wird jedoch schneller Realität als man „Schmugglerspiele“ sagen kann: Die Veranstalterin Vanessa ist tot und Bernd entpuppt sich als Ellens einstiger Schwarm aus gemeinsamer WG-Zeit vor Jahrzehnten. Da das für mich das erste Zusammentreffen mit Ellen und Co. war, war mir der Beziehungsstatus von Ellen und Polizist Max lange unklar: Freunde? Ein Paar? Oder noch etwas dazwischen? Max hat mir sehr gefallen, wenn er auch einen zu kleinen Part in dieser Geschichte hatte. Er will, dass sich Ellen aus diesem „echten“ Fall raushält – das sei der Job für seine Kolleg:innen. Aber hält sich Ellen daran? Selbstverständlich nicht.
Die Geschichte selbst hat mich leider nicht so begeistert: Das Schmugglerspiel konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, trotz aller Beschreibungen. Und dann taucht plötzlich die Polizei auf und ich wusste im ersten Moment nicht, ob das zum Spiel gehört oder ob es real ist. Die Ermittlungen waren verwirrend; aus Sympathie zu Ellen und Co. knappe 3 Sterne.
Rezensionen von gabiliest:
Pardon, aber da schwimmt eine Leiche in der Schokolade von Angelika Hager
Society, Sex, Skandale und eine Leiche
Bereits vor Jahrzehnten hat die bekannte Autorin und Journalistin Angelika Hager ihre Kunstfigur Polly Adler erschaffen. Doch erstmals darf Polly in einem Krimi mitermitteln.
Der Wiener Opernball geht zu Ende, ein Bienenvolk im Tanzparkett hat für einen Eklat und Panik gesorgt. In einem typischen Wiener Biotop, am Würstelstand, steht eine derangierte Polly, die nicht nur mit ihrer Kleiderfrage, sondern auch mit der Unsicherheit ihrer zukünftigen Existenz konfrontiert ist, denn ihr Zeitungsverlag wurde dicht gemacht.
Also auf ins noble Hotel Kranzler, zu ihrer Freundin Iris, die unerschüttert von allen Katastrophen das Hotel führt. Jetzt allerdings ist Feuer am Dach, denn im Schokoladebottich liegt eine Leiche, Coco Kaputt, eine ehemalige Sportsgröße, jetzt Social Media Star und Opernball- Ehrengast der Interimskanzlerin Sissi Kogelnik.
Die Polizei ermittelt, doch Polly kennt Cocos wahre Geschichte, die von ihrem geschönten Lebenslauf erheblich abweicht. Polly ist auch bereit, sich mit einem alten Feind aus Journalistentagen zu treffen, der im Netz ein Fake-News Blatt mit politischen Hintergedanken betreibt. Um zur Falllösung beizutragen trifft Polly ihren Ex- Liebhaber, Hauptkommissar Gerry Sturz vom BKA, abgebrüht in seinem Job und herzkrank, wieder. Ob es zwischen den beiden noch einmal prickeln könnte? Gemeinsam durchleuchten sie eine Bussi- Bussi Gesellschaft, in der sich betuchte Frauen zur Entspannung gerne einen Callboy gönnen und in der Vitamin B, Eifersucht und Intrige genau so wie politische Interventionen zur Tagesordnung gehören.
Angelika Hager hat einen Kriminalroman geschrieben, der das typische Wiener Flair einfängt und das goldene Wienerherz nachzeichnet. Dazu verwendet sie eine Sprache, die wienerischer nicht sein könnte, genau auf den Punkt geschrieben, die eine Szenerie von Prominenten und solchen, die es gerne wären, beschreibt. Lustvoll wird in der Wiener Politszene gewildert, Ähnlichkeiten mit bekannten Personen erscheinen nicht zufällig. Die Opernballmutter mit einem Faible für die Farbe rosa, die junge Talente und besonders die eigene Nichte fördert, steht für ein Abbild der Wiener Verhältnisse, wie es sein könnte- oder doch, wie es ist?
Immer wieder bietet die Autorin den Lesenden elegante Persiflage, feine Ironie und bissige Satire. So werden die Opernballcrasher, eine Gruppe, die gegen den Kapitalismus demonstriert und sich Extinction Injustice nennt, von der Polizei in einer Nobelvilla aufgegriffen. Die Nichte der Opernballmutter war bei Sexspielchen mitten im Geschehen, in einer Pressekonferenz aber hat sie plötzlich mitgeholfen, die Gruppe zu zerschlagen. Das zeigt, dass man die Wahrheit schon sehr genau kennen muss, um sie glaubhaft zu verdrehen.
Und natürlich ist die Liebe ein wichtiges Motiv, gerade in Wien, wo in einem Wienerlied die Bäume im Prater so schön blühen. Sowohl Interimskanzlerin Sissi als auch Hotelchefin Iris teilen sich den selben Callboy. Doch für die Frauen ist das nicht nur ein Geschäft, sie glauben, Intimität kaufen zu können und investieren zunehmend Gefühle. Jedoch ganz umsonst, denn der Callboy, Künstlername De-licious, ist unsterblich in Coco verliebt und untröstlich, als sie ermordet wird. Da ist Polly, die als ehemalige Journalistin wie ein Trüffelschwein begeistert die Verhältnisse umgegraben hat, mitten drin in diesem Gefühlschaos, löst aber dann doch diesen ungewöhnlichen Kriminalfall.
Angelika Hager hat einen spannenden Kriminalroman geschrieben, in dem es richtig menschelt. Wer jetzt denkt, mit den wienerischen Ausdrücken oder den vielen Anglizismen, dem typischen Politsprech, nicht zurecht zu kommen, kann beruhigt sein, denn es gibt Fußnoten zur Erklärung. Natürlich würde ich gerne wissen, wie es mit Polly weiter geht und hoffe auf eine Fortsetzung. Ich habe mich bei diesem Krimi köstlich amüsiert und lege ihn gerne anderen Lesenden ans Herz, und das muss gar nicht das “goldene Wienerherz” sein.
Rezensionen von froschman:
Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4) von Marc Raabe
Wo ist Westphal?
Der BKA-Ermittler Art Mayer ist mit seiner Partnerin Nele Tschaikowski auf der Suche nach Henrik Westphan, dem deutschen Bundeskanzler, der plötzlich verschwunden ist. Beinahe gleichzeitig werden im Internet Videos einer jungen Frau veröffentlicht, ihr Gesicht ist unkenntlich gemacht, lediglich ein Eulen-Tattoo am Unterarm ist zu erkennen.
Sie beschuldigt Westphal, sexuell übergriffig gewesen zu sein.
In einem U-Bahn-Tunnel unter dem Alexanderplatz wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, ihr Kopf wurde von der Bahn abgetrennt, am Unterarm prangt ein Eulen-Tattoo.
Da Mayer mit Juli, der Gattin des Kanzlers, ein Verhältnis hatte, wird er bald verdächtigt, Westphal ermordet zu haben. Während einer Hausdurchsuchung bei ihm konnte er flüchten und wird damit zu meistgesuchten Polizisten Deutschlands.
Dies ist der vierte Teil der Art-Mayer-Serie, die Marc Raabe geschrieben hat. Jedes Buch ist für sich abgeschlossen, da es aber immer wieder Rückblicke zu den vergangenen Büchern gibt, sollte man sie schon in der erschienenen Reihenfolge lesen. Wie immer bei ihm steigert sich die Spannung bis zum eher doch überraschenden Ende.











