Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Eternal-Hope:
Chinas entführte Töchter von Barbara Demick
Wenn Staatsbeamte Kinder rauben
Barbara Demick ist eine amerikanische Journalistin, die viel Erfahrung mit China hat und auch die Sprache in Grundzügen beherrscht. In diesem Buch erzählt sie von den dramatischen Auswirkungen der jahrzehntelangen Ein-Kind-Politik in China und davon, wie die repressive Diktatur in diesem Land nicht nur Frauen bis kurz vor der Geburt zu gewaltsamen Abtreibungen gezwungen und Menschen zwangssterilisiert hat, sondern außerdem auch Familien ihre Kinder gewaltsam entrissen, diese in Waisenhäuser gebracht und nichtsahnenden amerikanischen und europäischen Paaren als vermeintliche von ihren Familien verlassene Waisen zur Adoption angeboten hat.
Dabei geht die Autorin detailliert auf die Hintergründe der Ein-Kind-Politik in China ein und erzählt dann von einem besonders berührenden Schicksal: eine Familie, die nach zwei Mädchen - schon für das zweite davon musste eine hohe Strafe bezahlt werden - weitere zwei Zwillingsmädchen auf die Welt brachte und alles unternahm, um diese vor den Behörden geheim zu halten. Doch das klappte leider nicht auf Dauer und eine der beiden wurde mit knapp zwei Jahren, in einem Alter, in dem das intelligente Mädchen schon gehen und sprechen konnte, von den Behörden gewaltsam der Tante, bei der sie sich gerade aufhielt, entrissen, in ein Waisenheim gebracht und nach einigen Monaten dort an eine sehr gläubige evangelikale amerikanische Familie aus Texas vermittelt, die keine Ahnung hatte, dass dieses Kind nicht freiwillig von den Eltern aufgegeben worden war. Alle Versuche der verzweifelten Eltern, ihr Kind wiederzubekommen, blieben lange erfolglos.
Barbara Demick lernt diese Familie kennen, als die verbleibende Zwillingsschwester neun Jahre alt ist, und sie macht sich an die Arbeit, um die nach Amerika verbrachte Zwillingsschwester aufzuspüren. Sie findet sie, aber erst einmal will die Adoptivfamilie nichts von einem Kontakt wissen, zu groß sind die befürchteten Wunden, die das aufreißen könnte. Doch später finden die Zwillinge wieder zusammen und es passiert eine vorsichtige Annäherung zwischen zwei Mädchen, die sich als eineiige Zwillinge so sehr gleichen, doch keine gemeinsame Sprache haben und in ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen aufgewachsen sind.
Sehr berührend ist dieses Schicksal, an dem uns die Autorin mit zahlreichen Details, Bildern und anschaulich geschilderten Begegnungen teilhaben lässt. Interessant ist auch, wie sie aufzeigt, dass es sich dabei keinesfalls um einen Einzelfall handelte, sondern die gewaltsame Entführung chinesischer Kinder aus ihren Familien durch die staatlichen Behörden und deren Vertreter System hatte und es zahlreiche Betroffene gibt, die bis heute versuchen, mit Hilfe von Selbsthilfeorganisationen und Gentests ihre leiblichen Verwandten wiederzufinden.
China hat erst vor wenigen Jahren die Programme zur Auslandsadoption gestoppt, doch in Bezug auf die Vergangenheit wurde und wird viel vertuscht, gelogen und liegt bis heute im Dunkeln, was es den Betroffenen schwer macht. Nach einer Phase der Hoffnung auf mehr Demokratie und Öffnung in den 2010er Jahren ist es insbesondere im Zuge der Corona-Pandemie und danach zu großen Rückschritten in den Bereichen Transparenz, Demokratie und Menschenrechte gekommen, was sich auch auf diesen Bereich auswirkt.
Es handelt sich also um ein sehr interessantes, persönlich geschriebenes Sachbuch, das ich jenen, die sich für die Thematik internationale Adoptionen oder Ein-Kind-Politik interessieren, sehr empfehlen kann. Jedenfalls ist es Augen öffnend in Bezug auf Auslandsadoptionen und die mit ihnen oft verbundene ethischen Probleme.
Rezensionen von Petra:
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Die Welt von oben
Wie sähe die unser kleiner Ausschnitt der Welt von oben aus? Eine Frage die immer wieder für die Kastaniensiedlung auf eine besondere Art beantwortet wird. Es ist eine kleine Welt mit mehreren Hochhäusern. In denen Menschen wie Frau Kaiser, älter mit Demenz, Ina mit Henry fast 18 alleinerziehend, Herr Bello, verwitwet, sehr zurückhaltend, Familie Arslan betreuen einen kleinen Lebensmittelladen und wirken unglücklich, Samy, der Koch mit besonderen Herzenswünschen und Pedro, der Baggerfahrer der eine Bombe ausgräbt.
Sie alle haben ihre Wünsche, Träume, Ängste und Hoffnungen. Wir dürfen daran teilhaben.
Selten ist mir ein Buch untergekommen das solche Emotionen bei mir geweckt hat, dabei kam ich mir nicht wie ein Voyeur vor, denn diese Protagonisten haben mich ein Stück weit eingeladen an ihrem Leben teil zu haben. Ich durfte sie eine Zeitlang begleiten und sie kennenlernen, ihnen zustimmen, mit ihnen lachen und auch traurig sein.
Ich habe erfahren das man Bilder oder Geräusche nicht mehr aus dem Kopf bekommt auch wenn sie schon Jahrzehnte darin wohnen, ich glaube das es stimmt denn sowas denkt sich keine Autorin aus, aber man kann sie mit einem anderen zudecken.
Vor allem haben es mir aber die passenden Ausschnitte aus den Rilke Gedichten angetan. Wir haben sie vor Ewigkeiten in der Schule gelesen. Als sie hier angesprochen wurden, welche Wirkung sie auf die Menschen haben, kamen gute Erinnerungen daran hoch. Ich glaube kein Dichter kann Gefühle und Hoffnungen so schön beschreiben.
Sie passten wunderschön in die Situation und haben am Ende Gutes bewirkt.
Ein Buch das nachhält, weiter empfohlen wird und auch mehrmals gelesen.
Danke an die Autorin.
Rezensionen von Gute_Laune:
Im Morgengrauen,2 Audio-CD, 2 MP3 von Marc Raabe
Offene Rechnungen
Die skandalösen Details der Affäre einer jungen Frau mit dem Bundeskanzler, die sie über Videos viral macht, beschäftigen seit Wochen das Netz. Als Henrik Westphal dann plötzlich verschwindet und Art Mayer und Nele Tschaikowski die Leiche einer entstellten Frau finden, stellen sich viele neue Fragen.
Zentraler Punkt wird auch Art selbst, denn Westphals Ehefrau ist seine Jugendliebe Juli und es steht die Frage im Raum, ob er ein Verhältnis mit ihr hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Ich mag Art sehr und besonders seine Fürsorge für Milla. Daher macht es mich ein wenig traurig, dass dies der letzte Band der Reihe ist. Und ich habe enorm viel davon erwartet. Ganz erfüllt hat Raabe diese Erwartung leider nicht.
Die Verwicklungen sind clever gemacht, allerdings zieht sich alles doch etwas. Da muss man Durchhaltevermögen haben, sonst schweift man ab und verliert den Faden. Gut gelungen ist, dass man sich von so einigen Schlüssen, die man vom ersten bis zu diesem Band gezogen hat, verabschieden muss. Fast nichts ist so, wie man überzeugt war. Es kommt aber immer wieder zu Spannungsspitzen, die dafür sorgen, dass man Buch bzw. Hörbuch nicht beiseitelegen kann.
Dennoch finde ich die Auflösung etwas enttäuschend. Vieles kommt mir sehr klischeehaft vor und die Tricks und Fallen rückblickend viel zu stark von den Beamten bewertet, zu wenig hinterfragt. Auch bleiben mir zu viele offene Enden für einen letzten Teil einer Reihe. Schade! Es fing so vielversprechend an, sowohl die Reihe als auch dieser Band. Bleiben leider nur drei Sterne. Und die Hoffnung, dass es doch noch mindestens einen weiteren Band geben wird, der die losen Enden verknotet.
Rezensionen von Nele33:
Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4) von Marc Raabe
letzter Band?-Schade
Marc Raabe hat mit "Im Morgengrauen" den anscheinend letzten Band um Art Mayer und Nele Tschaikowski veröffentlicht.
Nicht nur das der Bundeskanzler verschwunden ist, nein es kursieren auch im Netz Videos, die ihn beschuldigen, sexuellen Missbrauch begannen zu haben.
Initiiert von einer jungen Frau namens Kessy.
Doch die Quelle dieser Videos aufzuspüren gelingt erst einmal. Die ersten Leichen lassen nicht lange auf sich warten und zu allem Übel wird Art letztendlich des Mordes beschuldigt:Seine Partnerin Nele versucht natürlich ihn zu entlasten und begibt sich damit wieder einmal selbst in Gefahr.
Ich empfehle vorher die ersten Bände gelesen zu haben, da einiges an Hintergrundwissen nötig ist um die Zusammenhänge zu durchschauen. Der Thriller war wie gewohnt spannend zu lesen, forderte aber aufgrund der unterschiedlichen ebenen einiges an Konzentration.
Ich hoffe auf einen weiteren Band, denke aber das dies der letzte Band gewesen ist.
Empfehlung für spannende Lesestunden.
Rezensionen von clara@silke-kuehn.net:
The Sea Spinner (Wind Weaver 2) von Julie Johnson
Atmosphärisch erzählt, aber nicht ganz rund
Der erste Eindruck von „The Sea Spinner“ ist durch das wunderschön gestaltete und zur Handlung passende Cover gleich sehr positiv. Gerade in Verbindung mit dem Farbschnitt ist das Design wirklich ein Fest. Dazu kommen noch die liebevollen Illustrationen auf den Innenseiten des Einbands und auf einer zusätzlichen Seite im Buch.
Bei diesen hat mich ein bisschen verwirrt, dass die Charaktere auf den Bildern doch sehr unterschiedlich aussehen, aber es ist auch schön zu sehen, wie verschiedene Personen sich die Figuren vorstellen.
Auch das Leseerlebnis ist sehr gelungen. Das Buch liest sich angenehm. Besonders gut gefällt mir, wie detailliert alles, also Umgebung, Figuren und Gefühle beschrieben wird. So kann man richtig in die Geschichte abtauchen und z.B. in Gedanken durch Hylios schlendern. Die Handlung fand ich hingegen ein wenig unausgeglichen. Ganz am Anfang passiert etwas und dann geht es auf den letzten hundert Seiten noch einmal heiß her. Über das, was auf den anderen der 580 Seiten passiert, müsste ich allerdings erstmal nachdenken. Es gibt zwischendurch immer mal wieder das eine oder andere Ereignis, das ein bisschen Action bringt, sonst fokussiert sich die Geschichte eher auf die Charakterentwicklung. Ein Buch, das man vor lauter Spannung nicht aus der Hand legen kann, ist es für mich also nicht unbedingt. Langweilig ist es aber trotzdem nicht, gerade auch durch den bereits gelobten Schreibstil.
Was mich hingegen wirklich ratlos zurückgelassen hat, ist das Ende. Es wirkt wie ein sehr unbefriedigender Abschluss der gesamten Geschichte. Ich musste erst nachschauen, ob es noch einen dritten Teil gibt, weil meiner Meinung nach überhaupt keine Spannung oder Vorfreude auf den dritten Band aufrechterhalten wird. Von dieser Ausgangslage ausgehend frage ich mich sowieso, welche absurde Ereignisse stattfinden müssen, um die Handlung weiterzuführen zu können.
Rezensionen von Lerchie:
Die Millionärsvilla am See: Herzenskuss von Lotte R. Wöss
Die neue Stelle
Jessi war eigentlich der Meinung, dass Alex ihr einen Heiratsantrag machen wolle, nachdem sie ja bereits neu Jahe zusammen waren. Doch Alex beendet überraschend die Beziehung du fordert, dass Jessi auszieht. Eines Tages steigt der berühmte Bandleader Mike Ryder im Hotel ab und bietet ihr unerwartet Arbeit ihn einem Hotel am Attersee an.
Dieses Hotel leitet sein Sohn Moritz, der jedoch davon ausgeht, dass er eine ehemalige Geliebte seines Vaters vor sich hat. Doch mit der Zeit beginnt er seine Vorurteile zu hinterfragen. Aber auch Moritz behält einen wichtigen Teil seines Lebens für sich. Er denkt, dass Jessi, käme sein Geheimnis ans Licht, ihn sofort verlassen würde. Als Mike Ryder an den Attersee kommt, erfährt Jessi eine Wahrheit, die alles verändert. Sie stellt fest, dass eine gemeinsame Zukunft mit Moritz nicht möglich ist. Oder?
Meine Meinung
Das Buch war leicht und flüssig zu lesen, denn es gab keine Unklarheiten im Text, die den Lesefluss gestört hätten. Ich kam schnell in die Geschichte rein und konnte mich auch mit den Protagonisten anfreunden, mich in sie hineinversetzen. Alex, Jessis Freund, mit dem sie sich eigentlich ein Leben aufbauen wollte, ist ein Mistkerl, der nur auf Geld aus war. Zum Glück hat er Jessi das dann auch gesagt, auch wenn es sie hart traf. Aber besser jetzt, als erst nach der Hochzeit. Da Jessi nicht mehr mit ihm im selben Hotel arbeiten wollte, ging sie auf Stellensuche. Da kam das Angebot von Mike Ryder gerade zur richtigen Zeit. Am Attersee fühlte sie sich wohl und mit ihrem Chef kam sie nach einiger Zeit auch gut aus. Dass dann nicht alles so ganz glatt lief, wird sich der Leser denken können. Was passiert ist, habe ich erwartet, denn ich kam auf den richtigen Gedanken, aber den verrate ich hier natürlich nicht. Das soll der geneigte Leser selbst herausfinden. Auf jeden Fall ist das Buch spannend, hat mir gut gefallen, mich gefesselt und auch gut unterhalten. Von mir eine Leseempfehlung sowie vier Sterne für diesen Liebesroman.
Rezensionen von Ryria:
The Night We Met von Abby Jimenez
(Hunde-)Liebe und Freundschaften
Larissa und Chris sind wie füreinander gemacht - doch bevor sie dies erkennen können, entscheidet sie sich für seinen besten Freund Mike.
Was folgt sind viele Situationen, die die Beiden immer wieder zusammenführen und ihre Gefühle auf die Probe stellen.
Auch hier hätte man vieles vermutlich mit besserer Kommunikation einfach lösen können, aber dann hätten wir auch nicht so ein Buch bekommen.
Als Abby-Jimenez-Neuling mochte ich den Schreibstil direkt sehr, es liest sich leicht und kaum hat man angefangen sind auch schon 100 Seiten wieder rum.
Auch der Humor hat meinen Geschmack getroffen, wobei ernstere Themen ebenfalls nicht zu kurz kamen.
Es ist dementsprechend nicht nur eine schöne, entspannte Sommerromance, sondern verfügt auch über eine Triggerwarnung am Anfang. Ich fand das Verhältnis aber überwiegend durchaus angemessen, die Probleme haben den Charakteren noch ein wenig mehr Tiefe gegeben.
Die Beziehung zwischen den Protagonisten war nicht immer perfekt, aber überwiegend konnte ich gut mitfühlen und mochte ihre Chemie sehr. Statt von großen Erlebnissen lebt die Anziehung hier eher von Alltagssituationen und Dingen, die gehörig schiefgehen, was es insgesamt auch wieder realistischer macht.
Die Erzählung aus wechselnden Perspektiven hat einem schön beide Seiten nähergebracht.
Dazu gibt es dann auch noch einen süßen Hund, der gut im Herzen stehlen ist und oft für Wohlfühlmomente gesorgt hat.
Die Grundidee war nicht so komplett meins, aber trotzdem hatte ich viel Spaß mit diesem Buch und bin jetzt umso neugieriger auf andere Romane der Autorin.
Rezensionen von JennifersBooks:
Flauschi und Schnuff büxen aus von Ross Montgomery
Kleine Meerschweinchen auf großem Abenteuer
Das Bilderbuch "Flauschi und Schnuff büxen aus" aus dem Thienemann Verlag ist für mich ein echtes Highlight für Kinder ab vier Jahren. Schon das Cover ist ein farbenfroher Eyecatcher, der sofort Sommer- und Urlaubsstimmung vermittelt. Die gelben Streifen im Hintergrund leuchten intensiv, ohne dabei die beiden Meerschweinchen zu überstrahlen, die wunderbar hervortreten.
Auch Vorsatz und Nachsatz sind liebevoll gestaltet und zeigen Flauschi und Schnuff in verschiedenen Posen, sodass man schon vor der ersten Seite viel zu entdecken hat.
Der gereimte Text von Ross Montgomery liest sich unglaublich flüssig und erzählt eine humorvolle Geschichte, die sofort gute Laune macht. Dazu passen die Illustrationen von Sarah Warburton perfekt. Jede Seite ist lebendig, detailreich und voller Ausdruck - ich hätte nicht gedacht, dass Meerschweinchen so viele unterschiedliche Gesichtsausdrücke haben können. Man geht beim Lesen und Anschauen regelrecht auf Entdeckungsreise, und alles strahlt diese fröhliche, bunte Urlaubsatmosphäre aus.
Besonders beeindruckt hat mich, wie vielfältig die Meerschweinchen gestaltet sind. Farben, Größen, Felllängen - jedes wirkt wie ein kleines Individuum mit eigenem Charakter. Gleichzeitig ergänzen die Illustrationen die Geschichte auf wunderbare Weise. Was der Text nicht erzählt, führen die Bilder weiter, etwa wenn die Tiersitterin bemerkt, dass Flauschi und Schnuff ausgebüxt sind und Vermisstenzettel druckt und aufhängt. Diese kleinen erzählerischen Erweiterungen machen das Buch noch lebendiger.
Insgesamt ist es ein wunderschönes Bilderbuch, an dem alles stimmt und das beim Lesen und Anschauen wirklich gute Laune macht.
Fazit: Ein fröhliches, warmherziges und rundum stimmiges Bilderbuch, das mit Text und Illustrationen gleichermaßen begeistert und kleine wie große Leser:innen sofort mitreißt.
Rezensionen von LeserinLu :
Ein Riesenspaß für die ganze Familie von Jennifer E. Smith
Warmherzige Familiengeschichte
Familiengeschichten ziehen mich fast immer in ihren Bann und auch „Ein Riesenspaß für die ganze Familie“ hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Im Mittelpunkt stehen vier Geschwister, die sich über Jahre entfremdet haben und durch ein chaotisches Familientreffen in North Dakota wieder miteinander konfrontiert werden.
Dabei geht es um alte Verletzungen, unerfüllte Wünsche und die Frage, ob ein Neuanfang auch nach langer Funkstille noch möglich ist.
Besonders mochte ich den flüssigen Schreibstil. Das Buch liest sich angenehm leicht, ohne oberflächlich zu sein, und die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man jede Figur besser kennenlernt. Mit jedem Kapitel öffnet sich ein weiteres Fenster in das Leben der Geschwister und nach und nach setzt sich das Familienbild zusammen. Auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Da sie sehr unterschiedlich sind und ganz verschiedene Lebensentwürfe verfolgen, fand ich sie interessant und vielschichtig. Jede Figur bringt ihre eigenen Konflikte mit, sodass ich neugierig blieb, wie sich die Beziehungen untereinander entwickeln würden.
Das Erzähltempo war mir irgendwann allerdings etwas zu langsam. Manche Entwicklungen wurden für meinen Geschmack etwas zu ausführlich behandelt. Vor allem die wiederkehrende Betonung, dass die Geschwister trotz der jahrelangen Funkstille immer wieder aneinander denken und emotional miteinander verbunden bleiben, hatte ich schon früh verstanden. Hier hätte ich mir etwas mehr Straffung gewünscht, denn einige Wiederholungen haben die Handlung stellenweise ausgebremst.
Trotzdem hat mich der Roman mit seiner Mischung aus Familiengeheimnissen und emotionalen Konflikten gut unterhalten. Ein ruhiger, warmherziger Familienroman mit interessanten Figuren, der für mich nur ein wenig kürzer hätte sein dürfen!
Rezensionen von Peachybookdreams :
The Sea Spinner (Wind Weaver 2) von Julie Johnson
Eine packende, stürmische Flut.
– Es gibt einige Reihen, die vom Fluch des zweiten Buches betroffen sind, doch diese Geschichte hat mir sogar noch besser gefallen als Band 1. –
Der Schreibstil und das Worldbuilding waren einfach wieder grandios. Wie die Inselstadt Hylios mit den vielen Zitrusbäumen, Kanälen und dem schwimmenden Markt beschrieben wurde, war einfach traumhaft schön.
Die Geschichte ist deutlich ruhiger am Anfang, da sie sich sehr um die Charakterentwicklung dreht, aber genau das hat die Figuren nochmal so viel greifbarer und authentischer gemacht. Im ersten Band war die Stelle mit den Riesen-Tausendfüßlern eine meiner liebsten. Auch hier gibt es wieder einige neue Kreaturen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.
Was einem sofort auffällt, ist, wie sehr Rhya die Fyrenacht plagt. Sie versucht, so gut es geht, den Bewohnern mit ihrem Heilwissen zu helfen. Gerade in dieser schweren Zeit bräuchte sie selbst jemanden, der ihr zur Seite steht, aber Pen schirmt sich immer weiter ab bei dem Versuch, alles wieder geradezurücken. Viele Glaubenssätze haben sich in ihren Kopf eingenistet, wenn es um ihre Fähigkeiten geht. Doch sie spürt, dass Pens Ansatz für sie nicht die Lösung sein kann. Gemeinsam mit Soren versucht sie endlich, keine Angst mehr vor ihrer Macht zu haben. Was mir wirklich gefallen hat, war, dass man das Erlernen und Beherrschen von Rhyas Fähigkeiten auch wirklich miterleben konnte. In vielen Fantasy-Büchern können die Protagonisten einfach alles gleich, ohne wirklich dafür etwas machen zu müssen. Das war hier definitiv nicht der Fall. Auch wenn sie natürlich etwas Unterstützung von Soren bekommen hat, musste sie sich trotzdem vieles selbst erkämpfen.
Soren… Ich muss mich wirklich zwingen, mich kurz zu halten, denn ich könnte viel zu lange über diesen Mann schreiben. Ich war schon im ersten Teil Team Soren, und meine Liebe zu ihm und den beiden hat sich nur noch vertieft. Ich habe die neckenden Dialoge der beiden so geliebt und teilweise beim Lesen mit den Füßen gekickt wie ein verliebter Teeny, haha. Ich habe das wirklich selten, dass mich das Knistern zwischen zwei Figuren so mitreißt. Schon im ersten Buch hatte er das, was mir bei Pendefyre gefehlt hat … Er sieht Rhya als ebenbürtig und traut ihr ihre Kräfte zu, anstatt sie kontrollieren zu wollen.
Pendefyre hat es mir wieder nicht leicht gemacht. Stellenweise wollte ich am liebsten die imaginäre Wand durchbrechen und ihn mal kräftig schütteln. Wie schon aus dem ersten Teil bekannt, kämpft er noch immer damit, Rhya ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen und sie nicht dauerhaft beschützen und verstecken zu wollen. Seine innere Zerrissenheit ist so spürbar und es wurde auch erklärt, warum er sich so verschließt. Es ist irgendwie auch nachvollziehbar. Trotzdem lösten manche seiner Sprüche bei mir eine Abneigung ihm gegenüber aus. Auch wenn er natürlich auch gute Eigenschaften hat.
Die Nebencharaktere haben einfach mein ganzes Herz. Durch sie ist die Reise so viel emotionaler geworden. Die Found Family aus Farley, Jac, Mabon, Cadogan und Carys bekommt aber noch Zuwachs. Einige der neuen Charaktere waren einfach zum Knuddeln. Besonders Vaughn hat es mir angetan. Was mir auch sehr gefallen hat, war die diverse Repräsentation der Figuren, denn es gab auch eine stumme Nebenprotagonistin, weshalb auch Zeichensprache in der Geschichte eine Rolle spielt.
In den letzten Kapiteln nimmt die Spannung noch einmal extrem zu und wird düster. Das Ende ist einfach absolut böse. Es bleibt so vieles offen und bei manchen Figuren weiß man wirklich nicht, wie es ihnen im nächsten Band ergehen wird.
Fazit: Nach diesem Buch ist mir klar, dass diese Reihe einen großen Platz in meinem Herzen hat. Wer Found Family liebt, wird mit den liebenswerten Nebencharakteren eine Freude haben. Dieser Band ist zwar nicht so kampflastig, aber trotzdem gibt es genug spannende Momente für meinen Geschmack. Die knisternde Romanze war für mich das Highlight. Rhya lernt viel Wichtiges über sich selbst und ihre Kräfte kennen, und so wie das Buch aufgebaut worden ist, habe ich das Gefühl, dass der letzte Band richtig episch werden wird. Ich kann und will gar nicht mehr länger warten, das nächste Buch lesen zu können.










