Kunden em pfehlungen
Rezensionen von clara@silke-kuehn.net:
The Sea Spinner (Wind Weaver 2) von Julie Johnson
Atmosphärisch erzählt, aber nicht ganz rund
Der erste Eindruck von „The Sea Spinner“ ist durch das wunderschön gestaltete und zur Handlung passende Cover gleich sehr positiv. Gerade in Verbindung mit dem Farbschnitt ist das Design wirklich ein Fest. Dazu kommen noch die liebevollen Illustrationen auf den Innenseiten des Einbands und auf einer zusätzlichen Seite im Buch.
Bei diesen hat mich ein bisschen verwirrt, dass die Charaktere auf den Bildern doch sehr unterschiedlich aussehen, aber es ist auch schön zu sehen, wie verschiedene Personen sich die Figuren vorstellen.
Auch das Leseerlebnis ist sehr gelungen. Das Buch liest sich angenehm. Besonders gut gefällt mir, wie detailliert alles, also Umgebung, Figuren und Gefühle beschrieben wird. So kann man richtig in die Geschichte abtauchen und z.B. in Gedanken durch Hylios schlendern. Die Handlung fand ich hingegen ein wenig unausgeglichen. Ganz am Anfang passiert etwas und dann geht es auf den letzten hundert Seiten noch einmal heiß her. Über das, was auf den anderen der 580 Seiten passiert, müsste ich allerdings erstmal nachdenken. Es gibt zwischendurch immer mal wieder das eine oder andere Ereignis, das ein bisschen Action bringt, sonst fokussiert sich die Geschichte eher auf die Charakterentwicklung. Ein Buch, das man vor lauter Spannung nicht aus der Hand legen kann, ist es für mich also nicht unbedingt. Langweilig ist es aber trotzdem nicht, gerade auch durch den bereits gelobten Schreibstil.
Was mich hingegen wirklich ratlos zurückgelassen hat, ist das Ende. Es wirkt wie ein sehr unbefriedigender Abschluss der gesamten Geschichte. Ich musste erst nachschauen, ob es noch einen dritten Teil gibt, weil meiner Meinung nach überhaupt keine Spannung oder Vorfreude auf den dritten Band aufrechterhalten wird. Von dieser Ausgangslage ausgehend frage ich mich sowieso, welche absurde Ereignisse stattfinden müssen, um die Handlung weiterzuführen zu können.
Rezensionen von Lerchie:
Die Millionärsvilla am See: Herzenskuss von Lotte R. Wöss
Die neue Stelle
Jessi war eigentlich der Meinung, dass Alex ihr einen Heiratsantrag machen wolle, nachdem sie ja bereits neu Jahe zusammen waren. Doch Alex beendet überraschend die Beziehung du fordert, dass Jessi auszieht. Eines Tages steigt der berühmte Bandleader Mike Ryder im Hotel ab und bietet ihr unerwartet Arbeit ihn einem Hotel am Attersee an.
Dieses Hotel leitet sein Sohn Moritz, der jedoch davon ausgeht, dass er eine ehemalige Geliebte seines Vaters vor sich hat. Doch mit der Zeit beginnt er seine Vorurteile zu hinterfragen. Aber auch Moritz behält einen wichtigen Teil seines Lebens für sich. Er denkt, dass Jessi, käme sein Geheimnis ans Licht, ihn sofort verlassen würde. Als Mike Ryder an den Attersee kommt, erfährt Jessi eine Wahrheit, die alles verändert. Sie stellt fest, dass eine gemeinsame Zukunft mit Moritz nicht möglich ist. Oder?
Meine Meinung
Das Buch war leicht und flüssig zu lesen, denn es gab keine Unklarheiten im Text, die den Lesefluss gestört hätten. Ich kam schnell in die Geschichte rein und konnte mich auch mit den Protagonisten anfreunden, mich in sie hineinversetzen. Alex, Jessis Freund, mit dem sie sich eigentlich ein Leben aufbauen wollte, ist ein Mistkerl, der nur auf Geld aus war. Zum Glück hat er Jessi das dann auch gesagt, auch wenn es sie hart traf. Aber besser jetzt, als erst nach der Hochzeit. Da Jessi nicht mehr mit ihm im selben Hotel arbeiten wollte, ging sie auf Stellensuche. Da kam das Angebot von Mike Ryder gerade zur richtigen Zeit. Am Attersee fühlte sie sich wohl und mit ihrem Chef kam sie nach einiger Zeit auch gut aus. Dass dann nicht alles so ganz glatt lief, wird sich der Leser denken können. Was passiert ist, habe ich erwartet, denn ich kam auf den richtigen Gedanken, aber den verrate ich hier natürlich nicht. Das soll der geneigte Leser selbst herausfinden. Auf jeden Fall ist das Buch spannend, hat mir gut gefallen, mich gefesselt und auch gut unterhalten. Von mir eine Leseempfehlung sowie vier Sterne für diesen Liebesroman.
Rezensionen von Ryria:
The Night We Met von Abby Jimenez
(Hunde-)Liebe und Freundschaften
Larissa und Chris sind wie füreinander gemacht - doch bevor sie dies erkennen können, entscheidet sie sich für seinen besten Freund Mike.
Was folgt sind viele Situationen, die die Beiden immer wieder zusammenführen und ihre Gefühle auf die Probe stellen.
Auch hier hätte man vieles vermutlich mit besserer Kommunikation einfach lösen können, aber dann hätten wir auch nicht so ein Buch bekommen.
Als Abby-Jimenez-Neuling mochte ich den Schreibstil direkt sehr, es liest sich leicht und kaum hat man angefangen sind auch schon 100 Seiten wieder rum.
Auch der Humor hat meinen Geschmack getroffen, wobei ernstere Themen ebenfalls nicht zu kurz kamen.
Es ist dementsprechend nicht nur eine schöne, entspannte Sommerromance, sondern verfügt auch über eine Triggerwarnung am Anfang. Ich fand das Verhältnis aber überwiegend durchaus angemessen, die Probleme haben den Charakteren noch ein wenig mehr Tiefe gegeben.
Die Beziehung zwischen den Protagonisten war nicht immer perfekt, aber überwiegend konnte ich gut mitfühlen und mochte ihre Chemie sehr. Statt von großen Erlebnissen lebt die Anziehung hier eher von Alltagssituationen und Dingen, die gehörig schiefgehen, was es insgesamt auch wieder realistischer macht.
Die Erzählung aus wechselnden Perspektiven hat einem schön beide Seiten nähergebracht.
Dazu gibt es dann auch noch einen süßen Hund, der gut im Herzen stehlen ist und oft für Wohlfühlmomente gesorgt hat.
Die Grundidee war nicht so komplett meins, aber trotzdem hatte ich viel Spaß mit diesem Buch und bin jetzt umso neugieriger auf andere Romane der Autorin.
Rezensionen von JennifersBooks:
Flauschi und Schnuff büxen aus von Ross Montgomery
Kleine Meerschweinchen auf großem Abenteuer
Das Bilderbuch "Flauschi und Schnuff büxen aus" aus dem Thienemann Verlag ist für mich ein echtes Highlight für Kinder ab vier Jahren. Schon das Cover ist ein farbenfroher Eyecatcher, der sofort Sommer- und Urlaubsstimmung vermittelt. Die gelben Streifen im Hintergrund leuchten intensiv, ohne dabei die beiden Meerschweinchen zu überstrahlen, die wunderbar hervortreten.
Auch Vorsatz und Nachsatz sind liebevoll gestaltet und zeigen Flauschi und Schnuff in verschiedenen Posen, sodass man schon vor der ersten Seite viel zu entdecken hat.
Der gereimte Text von Ross Montgomery liest sich unglaublich flüssig und erzählt eine humorvolle Geschichte, die sofort gute Laune macht. Dazu passen die Illustrationen von Sarah Warburton perfekt. Jede Seite ist lebendig, detailreich und voller Ausdruck - ich hätte nicht gedacht, dass Meerschweinchen so viele unterschiedliche Gesichtsausdrücke haben können. Man geht beim Lesen und Anschauen regelrecht auf Entdeckungsreise, und alles strahlt diese fröhliche, bunte Urlaubsatmosphäre aus.
Besonders beeindruckt hat mich, wie vielfältig die Meerschweinchen gestaltet sind. Farben, Größen, Felllängen - jedes wirkt wie ein kleines Individuum mit eigenem Charakter. Gleichzeitig ergänzen die Illustrationen die Geschichte auf wunderbare Weise. Was der Text nicht erzählt, führen die Bilder weiter, etwa wenn die Tiersitterin bemerkt, dass Flauschi und Schnuff ausgebüxt sind und Vermisstenzettel druckt und aufhängt. Diese kleinen erzählerischen Erweiterungen machen das Buch noch lebendiger.
Insgesamt ist es ein wunderschönes Bilderbuch, an dem alles stimmt und das beim Lesen und Anschauen wirklich gute Laune macht.
Fazit: Ein fröhliches, warmherziges und rundum stimmiges Bilderbuch, das mit Text und Illustrationen gleichermaßen begeistert und kleine wie große Leser:innen sofort mitreißt.
Rezensionen von LeserinLu :
Ein Riesenspaß für die ganze Familie von Jennifer E. Smith
Warmherzige Familiengeschichte
Familiengeschichten ziehen mich fast immer in ihren Bann und auch „Ein Riesenspaß für die ganze Familie“ hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Im Mittelpunkt stehen vier Geschwister, die sich über Jahre entfremdet haben und durch ein chaotisches Familientreffen in North Dakota wieder miteinander konfrontiert werden.
Dabei geht es um alte Verletzungen, unerfüllte Wünsche und die Frage, ob ein Neuanfang auch nach langer Funkstille noch möglich ist.
Besonders mochte ich den flüssigen Schreibstil. Das Buch liest sich angenehm leicht, ohne oberflächlich zu sein, und die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man jede Figur besser kennenlernt. Mit jedem Kapitel öffnet sich ein weiteres Fenster in das Leben der Geschwister und nach und nach setzt sich das Familienbild zusammen. Auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Da sie sehr unterschiedlich sind und ganz verschiedene Lebensentwürfe verfolgen, fand ich sie interessant und vielschichtig. Jede Figur bringt ihre eigenen Konflikte mit, sodass ich neugierig blieb, wie sich die Beziehungen untereinander entwickeln würden.
Das Erzähltempo war mir irgendwann allerdings etwas zu langsam. Manche Entwicklungen wurden für meinen Geschmack etwas zu ausführlich behandelt. Vor allem die wiederkehrende Betonung, dass die Geschwister trotz der jahrelangen Funkstille immer wieder aneinander denken und emotional miteinander verbunden bleiben, hatte ich schon früh verstanden. Hier hätte ich mir etwas mehr Straffung gewünscht, denn einige Wiederholungen haben die Handlung stellenweise ausgebremst.
Trotzdem hat mich der Roman mit seiner Mischung aus Familiengeheimnissen und emotionalen Konflikten gut unterhalten. Ein ruhiger, warmherziger Familienroman mit interessanten Figuren, der für mich nur ein wenig kürzer hätte sein dürfen!
Rezensionen von Peachybookdreams :
The Sea Spinner (Wind Weaver 2) von Julie Johnson
Eine packende, stürmische Flut.
– Es gibt einige Reihen, die vom Fluch des zweiten Buches betroffen sind, doch diese Geschichte hat mir sogar noch besser gefallen als Band 1. –
Der Schreibstil und das Worldbuilding waren einfach wieder grandios. Wie die Inselstadt Hylios mit den vielen Zitrusbäumen, Kanälen und dem schwimmenden Markt beschrieben wurde, war einfach traumhaft schön.
Die Geschichte ist deutlich ruhiger am Anfang, da sie sich sehr um die Charakterentwicklung dreht, aber genau das hat die Figuren nochmal so viel greifbarer und authentischer gemacht. Im ersten Band war die Stelle mit den Riesen-Tausendfüßlern eine meiner liebsten. Auch hier gibt es wieder einige neue Kreaturen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.
Was einem sofort auffällt, ist, wie sehr Rhya die Fyrenacht plagt. Sie versucht, so gut es geht, den Bewohnern mit ihrem Heilwissen zu helfen. Gerade in dieser schweren Zeit bräuchte sie selbst jemanden, der ihr zur Seite steht, aber Pen schirmt sich immer weiter ab bei dem Versuch, alles wieder geradezurücken. Viele Glaubenssätze haben sich in ihren Kopf eingenistet, wenn es um ihre Fähigkeiten geht. Doch sie spürt, dass Pens Ansatz für sie nicht die Lösung sein kann. Gemeinsam mit Soren versucht sie endlich, keine Angst mehr vor ihrer Macht zu haben. Was mir wirklich gefallen hat, war, dass man das Erlernen und Beherrschen von Rhyas Fähigkeiten auch wirklich miterleben konnte. In vielen Fantasy-Büchern können die Protagonisten einfach alles gleich, ohne wirklich dafür etwas machen zu müssen. Das war hier definitiv nicht der Fall. Auch wenn sie natürlich etwas Unterstützung von Soren bekommen hat, musste sie sich trotzdem vieles selbst erkämpfen.
Soren… Ich muss mich wirklich zwingen, mich kurz zu halten, denn ich könnte viel zu lange über diesen Mann schreiben. Ich war schon im ersten Teil Team Soren, und meine Liebe zu ihm und den beiden hat sich nur noch vertieft. Ich habe die neckenden Dialoge der beiden so geliebt und teilweise beim Lesen mit den Füßen gekickt wie ein verliebter Teeny, haha. Ich habe das wirklich selten, dass mich das Knistern zwischen zwei Figuren so mitreißt. Schon im ersten Buch hatte er das, was mir bei Pendefyre gefehlt hat … Er sieht Rhya als ebenbürtig und traut ihr ihre Kräfte zu, anstatt sie kontrollieren zu wollen.
Pendefyre hat es mir wieder nicht leicht gemacht. Stellenweise wollte ich am liebsten die imaginäre Wand durchbrechen und ihn mal kräftig schütteln. Wie schon aus dem ersten Teil bekannt, kämpft er noch immer damit, Rhya ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen und sie nicht dauerhaft beschützen und verstecken zu wollen. Seine innere Zerrissenheit ist so spürbar und es wurde auch erklärt, warum er sich so verschließt. Es ist irgendwie auch nachvollziehbar. Trotzdem lösten manche seiner Sprüche bei mir eine Abneigung ihm gegenüber aus. Auch wenn er natürlich auch gute Eigenschaften hat.
Die Nebencharaktere haben einfach mein ganzes Herz. Durch sie ist die Reise so viel emotionaler geworden. Die Found Family aus Farley, Jac, Mabon, Cadogan und Carys bekommt aber noch Zuwachs. Einige der neuen Charaktere waren einfach zum Knuddeln. Besonders Vaughn hat es mir angetan. Was mir auch sehr gefallen hat, war die diverse Repräsentation der Figuren, denn es gab auch eine stumme Nebenprotagonistin, weshalb auch Zeichensprache in der Geschichte eine Rolle spielt.
In den letzten Kapiteln nimmt die Spannung noch einmal extrem zu und wird düster. Das Ende ist einfach absolut böse. Es bleibt so vieles offen und bei manchen Figuren weiß man wirklich nicht, wie es ihnen im nächsten Band ergehen wird.
Fazit: Nach diesem Buch ist mir klar, dass diese Reihe einen großen Platz in meinem Herzen hat. Wer Found Family liebt, wird mit den liebenswerten Nebencharakteren eine Freude haben. Dieser Band ist zwar nicht so kampflastig, aber trotzdem gibt es genug spannende Momente für meinen Geschmack. Die knisternde Romanze war für mich das Highlight. Rhya lernt viel Wichtiges über sich selbst und ihre Kräfte kennen, und so wie das Buch aufgebaut worden ist, habe ich das Gefühl, dass der letzte Band richtig episch werden wird. Ich kann und will gar nicht mehr länger warten, das nächste Buch lesen zu können.
Rezensionen von Havers:
Hope Joanna von Horst Evers
Dit is' Berlin
Horst Evers kannte ich bisher nur als Kabarettist, gelesen hatte ich noch nichts von ihm. Aber kann einer, dessen Markenzeichen hintergründiger Humor ist, auch Krimi? Ja, er kann, auch wenn das Ergebnis eher als ein etwas schräges Produkt daherkommt.
Das Cover, ganz im Stil des Sozialistischen Realismus des Arbeiter- und Bauernstaats gehalten, hat mich angesprungen und sticht ohne Frage aus der Masse der Neuerscheinungen heraus.
Und dann noch der Titel „Hope Joanna“. Wer da nicht sofort einen Ohrwurm hat und mit den Füßen wippt…
Die Story fängt dann ja auch so, wie man es von einem Krimi gewohnt ist, an. Zwei Tote, gebissen von einer Giftschlange. Dazu ein brisanter Brief aus dem Nachlass plus ein geheimnisvolles Elixier. Und schon sind wir in medias res…ähm…mitten in der Hauptstadt. Und es wird ziemlich schräg und chaotisch, mit viel trockenem Humor in den Dialogen, insbesondere was Berlin und die „arm aber sexy“ Berliner angeht, aber durchaus auch mit gesellschaftskritischen Untertönen, die die aktuelle politischen Lage im Land aufgreifen. Das ist zwar nicht immer ganz hasenrein, aber Kabarett lebt ja bekanntlich von Übertreibungen. Und unterhaltsam ist es auf alle Fälle.
Worauf ich gerne verzichtet hätte, war die übersinnliche Schiene. Das hat meiner Meinung nach nicht gepasst. Aber ansonsten eine coole Story mit pointierten Dialogen und sympathischen Protagonisten.
Rezensionen von askyfullofpages:
Du in meinem Leben von Nayantara Roy
Wie das Leben spielt
Ich habe Du in meinem Leben von Nayantara Roy als Hörbuch angehört und mochte es wirklich sehr gern.
Es geht um Familie, Schwesternliebe, Beziehungen und all die Dinge, die einen manchmal ein Leben lang begleiten. Die Charaktere waren für mich gut ausgearbeitet und ihr Erleben fühlte sich für mich authentisch an.
Ich möchte nicht mehr zum Inhalt sagen, weil ich auf keinen Fall spoilern möchte. Ich kann aber sagen, dass ich die Geschichte richtig gut fand.
Ein großes Lob geht auch an die Sprecherin Sarah Dorsel. Sie hat das Hörbuch sehr gut eingesprochen. Ihre angenehme Stimme und ihre feine Art zu erzählen, haben die Atmosphäre der Geschichte wunderbar eingefangen. Sie hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich mich richtig in die Handlung hineinversetzen konnte.
Das fulminante Ende hat mir besonders gut gefallen. Damit habe ich so nicht gerechnet. Die Geschichte hat einen richtig starken Schluss.
Für mich war das ein ganz tolles Hörerlebnis. Ich habe das Hörbuch sehr gerne gehört und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.
Rezensionen von Niko:
Freunde fürs Leben von Fredrik Backman
Freundschaft auf Backman-Sprache
Auf einem verlassenen Pier in einer kleinen Küstenstadt verbringen vier Teenager – Joar, Ali, Ted und C. Jat – lange Sommertage miteinander. Zwischen ihnen entsteht eine tiefe Freundschaft, denn der Pier ist ihr Zufluchtsort vor einem schwierigen Alltag. Alle vier kommen aus belastenden Familienverhältnissen und müssen sich mit Gewalt, Zukunftsängsten oder Vernachlässigung auseinandersetzen.
C. Jat wird später ein berühmter Maler und schafft das Gemälde, das viele Jahre danach Louisa tief berührt und sie dazu bringt, sich auf die Suche nach den vier Freunden zu machen.
Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen: dem magischen Sommer, der im Gemälde festgehalten ist, und der Gegenwart, 25 Jahre später, in der Louisa die Jugendlichen aus dem Bild wiederzufinden versucht.
Fredrik Backmans Schreibstil ist eine wunderschöne Mischung aus Herzerwärmendem und Herzzerreißendem. Niemand wird bei ihm schwarz‑weiß gezeichnet – jede Figur trägt tausend Schattierungen in sich. Besonders in Freunde fürs Leben zeigt sich, wie viel Empathie Backman für seine Charaktere empfindet. Seine Figuren sind sorgfältig gebaut: ganz normale Menschen, die hoffen, Fehler machen und Angst haben.
Gerade in Freunde fürs Leben schreibt Backman poetischer und melancholischer, als ich es von ihm gewohnt war. Vielleicht möchte er, dass wir noch stärker diese Sehnsucht nach einer Zeit spüren, die viel zu schnell vergeht – eine Zeit, die untrennbar mit dem Weg ins Leben verbunden ist, mit der Jugend.
Das zentrale Thema des Buches ist die Freundschaft. Louisa versteht dieses Thema aus eigene Erfahrung – vielleicht ist sie deshalb so tief von dem Gemälde Das vom Meer berührt. Als sie Ted begegnet, erfährt sie die Geschichte der Freundschaft der vier Jugendlichen und wie das Bild entstanden ist. Gleichzeitig vertieft der Roman das Motiv der Freundschaft immer weiter.
Fazit:
In all seinen Büchern schreibt Backman mit einem leisen, warmen Humor über ernste Themen und schafft es, Leserinnen und Leser im selben Satz zum Lachen und zum Weinen zu bringen. Er ist ein Meister der großen Gefühle – besonders dann, wenn es um ganz normale Menschen geht.
In Freunde fürs Leben kommt zu seinem typischen Ton eine zusätzliche Schicht aus Melancholie und poetischer Sprache. Der Roman trägt eine Sehnsucht in sich: nach jener Zeit, in der Freundschaften noch unschuldig, selbstverständlich und ganz natürlich entstehen – nach der Jugend, die so schnell vergeht und doch ein Leben lang nachhallt.
Eine große Leseempfehlung von meiner Seite.
Rezensionen von JennifersBooks:
Konfetti im Kopf von Doreen Aldugan
Ein Buch, das Neurodivergenz kindgerecht erklärt
Ich habe mich bei Vorablesen auf Konfetti im Kopf beworben, weil mein Sohn Autismus mit ADS (ohne Hyperaktivität) hat und viele der beschriebenen Merkmale sich überschneiden: mangelnde Konzentration, fehlende Organisation, Chaos im Kopf, Reizüberflutung. Als Mutter suche ich seit Jahren nach Büchern, die diese Themen kindgerecht erklären, ohne sie zu vereinfachen oder zu dramatisieren.
Doch der Markt ist dünn. Es gibt Ratgeber für Erwachsene, pädagogische Fachliteratur oder Bilderbücher für die ganz Kleinen – aber fast nie Bücher, die Kinder selbst lesen können, um ihre eigene Neurodivergenz zu verstehen. Genau deshalb hat mich dieses Buch so positiv überrascht - zumal es bereits für Kinder ab 5 Jahren geeignet ist, aber auch ältere Kinder wunderbar davon profitieren können.
Doreen Aldugan schafft es, komplexe Inhalte verständlich zu machen, ohne sie zu verwässern. Das Buch ist klar gegliedert und führt Schritt für Schritt durch die wichtigsten Bereiche: Was ist AD(H)S, wie funktioniert das Gehirn, welche Routinen helfen im Alltag. Besonders gelungen fand ich den Vergleich mit der Konfettimaschine im Kopf. Mein Sohn konnte dieses Bild sofort greifen. Er hat direkt Situationen aus seinem Alltag damit verknüpft und verstanden, warum manche Tage reibungslos laufen und an anderen plötzlich „Stau auf dem Fließband“ entsteht. Dieses Bild begleitet uns seitdem im Alltag und hilft ihm, seine Gefühle und Überforderungen besser einzuordnen.
Viele der vorgeschlagenen Strategien nutzen wir bereits, aber wir konnten auch einiges Neues mitnehmen – vor allem für die Hausaufgaben und das Etablieren neuer Routinen. Ich schätze sehr, dass der Text so geschrieben ist, dass Kinder selbst darin lesen und sich die Ideen heraussuchen können, die zu ihnen passen. Das vermittelt Selbstwirksamkeit und stärkt das Selbstvertrauen, ganz anders als klassische Elternratgeber, bei denen Kinder nur das fertige Ergebnis präsentiert bekommen.
Ein echtes Highlight ist das kindgerechte Glossar am Ende, in dem wichtige Begriffe wie Reizüberflutung oder Neurodivergenz erklärt werden. Dazu kommen kleine Textkästen mit Informationen für Eltern sowie Impulsen der Diplom‑Psychologin Anke Kaupp, die in wenigen Sätzen Klarheit schaffen und Hintergründe verständlich machen. Die Illustrationen von Emily Claire Völker runden das Buch ab. Sie sind stimmungsvoll, erklärend und helfen besonders Kindern, die visuelle Reize brauchen, beim Verstehen. Viele Szenen sind aus dem Alltag gegriffen und schaffen sofort Nähe.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Manche Seiten sind sehr voll und können Kinder mit AD(H)S schnell überfordern. Das Auge springt von einem Punkt zum nächsten, was ermüdend wirken kann. Trotzdem überwiegt der positive Gesamteindruck deutlich.
Fazit: "Konfetti im Kopf" ist eines der wenigen Bücher, das Kinder wirklich dort abholt, wo sie stehen. Es erklärt, stärkt, begleitet und gibt ihnen das Gefühl, verstanden zu werden. Für uns war es ein wertvoller Gewinn – sowohl emotional als auch praktisch im Alltag.










