Kunden em pfehlungen
Rezensionen von JennifersBooks:
Konfetti im Kopf von Doreen Aldugan
Ein Buch, das Neurodivergenz kindgerecht erklärt
Ich habe mich bei Vorablesen auf Konfetti im Kopf beworben, weil mein Sohn Autismus mit ADS (ohne Hyperaktivität) hat und viele der beschriebenen Merkmale sich überschneiden: mangelnde Konzentration, fehlende Organisation, Chaos im Kopf, Reizüberflutung. Als Mutter suche ich seit Jahren nach Büchern, die diese Themen kindgerecht erklären, ohne sie zu vereinfachen oder zu dramatisieren.
Doch der Markt ist dünn. Es gibt Ratgeber für Erwachsene, pädagogische Fachliteratur oder Bilderbücher für die ganz Kleinen – aber fast nie Bücher, die Kinder selbst lesen können, um ihre eigene Neurodivergenz zu verstehen. Genau deshalb hat mich dieses Buch so positiv überrascht - zumal es bereits für Kinder ab 5 Jahren geeignet ist, aber auch ältere Kinder wunderbar davon profitieren können.
Doreen Aldugan schafft es, komplexe Inhalte verständlich zu machen, ohne sie zu verwässern. Das Buch ist klar gegliedert und führt Schritt für Schritt durch die wichtigsten Bereiche: Was ist AD(H)S, wie funktioniert das Gehirn, welche Routinen helfen im Alltag. Besonders gelungen fand ich den Vergleich mit der Konfettimaschine im Kopf. Mein Sohn konnte dieses Bild sofort greifen. Er hat direkt Situationen aus seinem Alltag damit verknüpft und verstanden, warum manche Tage reibungslos laufen und an anderen plötzlich „Stau auf dem Fließband“ entsteht. Dieses Bild begleitet uns seitdem im Alltag und hilft ihm, seine Gefühle und Überforderungen besser einzuordnen.
Viele der vorgeschlagenen Strategien nutzen wir bereits, aber wir konnten auch einiges Neues mitnehmen – vor allem für die Hausaufgaben und das Etablieren neuer Routinen. Ich schätze sehr, dass der Text so geschrieben ist, dass Kinder selbst darin lesen und sich die Ideen heraussuchen können, die zu ihnen passen. Das vermittelt Selbstwirksamkeit und stärkt das Selbstvertrauen, ganz anders als klassische Elternratgeber, bei denen Kinder nur das fertige Ergebnis präsentiert bekommen.
Ein echtes Highlight ist das kindgerechte Glossar am Ende, in dem wichtige Begriffe wie Reizüberflutung oder Neurodivergenz erklärt werden. Dazu kommen kleine Textkästen mit Informationen für Eltern sowie Impulsen der Diplom‑Psychologin Anke Kaupp, die in wenigen Sätzen Klarheit schaffen und Hintergründe verständlich machen. Die Illustrationen von Emily Claire Völker runden das Buch ab. Sie sind stimmungsvoll, erklärend und helfen besonders Kindern, die visuelle Reize brauchen, beim Verstehen. Viele Szenen sind aus dem Alltag gegriffen und schaffen sofort Nähe.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Manche Seiten sind sehr voll und können Kinder mit AD(H)S schnell überfordern. Das Auge springt von einem Punkt zum nächsten, was ermüdend wirken kann. Trotzdem überwiegt der positive Gesamteindruck deutlich.
Fazit: "Konfetti im Kopf" ist eines der wenigen Bücher, das Kinder wirklich dort abholt, wo sie stehen. Es erklärt, stärkt, begleitet und gibt ihnen das Gefühl, verstanden zu werden. Für uns war es ein wertvoller Gewinn – sowohl emotional als auch praktisch im Alltag.
Rezensionen von Niko:
Fünf, sechs, sieben, acht von Ewald Arenz
„Fünf, sechs, sieben, acht“
Ich bin auf das Buch Fünf, sechs, sieben, acht von Ewald Arenz wegen seines Titels aufmerksam geworden. Der Titel zieht einen sofort in eine Welt voller Leidenschaft hinein – und plötzlich versteht man auch den Protagonisten viel leichter.
Auch das Cover und die gesamte Gestaltung des Buches sind wunderschön gelungen.
Ich habe mich richtig gefreut, es endlich in den Händen zu halten.
Anton ist mit seinen sechzig Jahren noch immer ein leidenschaftlicher Stepptänzer. Umso härter trifft es ihn, als das Theater seinen Vertrag nicht verlängert – das Team soll jünger werden, und damit wird Anton ersetzt. Niemand bereitet ihn darauf vor, dass ausgerechnet seine eigene Tochter die Choreografie übernehmen wird.
Das wirft Anton in eine Lebensphase, in der er gezwungen ist, zurückzublicken – auf das, was war, und auf das, was er verloren hat. Doch genau dadurch gelingt es ihm später, wieder mit echter Freude nach vorne zu schauen.
Der Autor Ewald Arenz lässt uns sehr eindrücklich spüren, wie es Anton in dieser Situation geht. Anton weiß genau, dass er nicht mehr der Jüngste oder der Schnellste ist. Er tanzt jedoch mit ungebrochener Leidenschaft – und das Publikum feiert ihn weiterhin, was das Loslassen nur noch schwerer macht.
Als er erfährt, dass ausgerechnet seine Tochter Emma seinen Platz einnimmt, ist er zugleich wütend und stolz auf sie. Auf ihrer gemeinsamen Reise nach Irland werden die Konflikte zwischen Vater und Tochter noch deutlicher – Arenz bringt sie mit großer Sensibilität ans Licht.
Das Buch ist ruhig erzählt und widmet sich dem Altwerden, dem Loslassen, der Familie und der Frage, ob man im Leben die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Ewald Arenz hat mit Anton eine authentische Figur geschaffen und lässt uns aufmerksam beobachten, wie sich sein Protagonist weiterentwickelt.
Ganz besonders haben mir die Beschreibungen des Tanzens gefallen. Sie vermitteln noch stärker das Gefühl von Leidenschaft und lassen einen spüren, wie viel Emotion mit Tanzen verbunden ist.
Ein tolles Buch für alle, die das Tanzen im Herzen tragen und sich mit der zweiten Jugend beschäftigen möchten.
Rezensionen von Havers:
Die Straße von Robert Seethaler
Von Seethaler bin ich Besseres gewohnt
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber jetzt ist es passiert! Ich habe ein Buch des Autors, den ich über die Jahre schätzen gelernt habe, entnervt abgebrochen.
Seit Seethaler „Trafikant“ bin ich ein großer Fan des Autors, habe alle seine Romane nicht nur mit großer Freude, sondern auch persönlichem Gewinn gelesen.
Sie haben mich angefasst, weil er immer wieder die grundlegenden Themen der menschlichen Existenz, des Seins, des Miteinanders, in den Mittelpunkt gestellt hat. Absolut gelungen in „Das Café ohne Namen“.
Daran wollte er wohl mit „Die Straße“ anknüpfen, aber meiner Meinung nach ist ihm das hier nicht wirklich gelungen. Zu kurz die Einwürfe der jeweiligen Bewohner, zu wenig Das habe ich leider in diesem Porträt der Straße nicht entdecken können. Zu kurz die jeweiligen Einwürfe, eine Ansammlung von Banalitäten, nichtssagend in ihren Andeutungen einer Gesellschaftskritik.
Und leider lässt auch die (einmal mehr) gewählte Erzählstruktur, ob ihrer kurzen Beiträge und permanent wechselnden Perspektive, ein unbefriedigendes Gefühl zurück, wird der Leserin/dem Leser doch damit nicht nur die Möglichkeit genommen, eine wie auch immer geartete Verbindung zu dem Leben der Sprechenden aufzubauen, ganz zu schweigen davon, eine Vorstellung des Lebensraums dieser Menschen zu bekommen.
Leichte Kratzer an der Oberfläche ohne Empathie und Handlung. Von Seethaler bin ich Besseres gewohnt.
Rezensionen von Havers:
Die Straße von Robert Seethaler
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber jetzt ist es passiert! Ich habe ein Buch des Autors, den ich über die Jahre schätzen gelernt habe, entnervt abgebrochen.
Seit Seethaler „Trafikant“ bin ich ein großer Fan des Autors, habe alle seine Romane nicht nur mit großer Freude, sondern auch persönlichem Gewinn gelesen.
Sie haben mich angefasst, weil er immer wieder die grundlegenden Themen der menschlichen Existenz, des Seins, des Miteinanders, in den Mittelpunkt gestellt hat. Absolut gelungen in „Das Café ohne Namen“.
Daran wollte er wohl mit „Die Straße“ anknüpfen, aber meiner Meinung nach ist ihm das hier nicht wirklich gelungen. Zu kurz die Einwürfe der jeweiligen Bewohner, zu wenig Das habe ich leider in diesem Porträt der Straße nicht entdecken können. Zu kurz die jeweiligen Einwürfe, eine Ansammlung von Banalitäten, nichtssagend in ihren Andeutungen einer Gesellschaftskritik.
Und leider lässt auch die (einmal mehr) gewählte Erzählstruktur, ob ihrer kurzen Beiträge und permanent wechselnden Perspektive, ein unbefriedigendes Gefühl zurück, wird der Leserin/dem Leser doch damit nicht nur die Möglichkeit genommen, eine wie auch immer geartete Verbindung zu dem Leben der Sprechenden aufzubauen, ganz zu schweigen davon, eine Vorstellung des Lebensraums dieser Menschen zu bekommen.
Leichte Kratzer an der Oberfläche ohne Empathie und Handlung. Von Seethaler bin ich Besseres gewohnt.
Rezensionen von ReiShimura:
Mistakes were Made von Lucy Score
Zurück in Story Lake – und ich wollte gar nicht mehr weg
Dieses Buch wurde von mir bereits sehnsüchtig erwartet. Mit dem ersten Band der Reihe konnte mich Autorin Lucy Score bereits überzeugen und ich hoffte, dass der Erfolgskurs weitergeht. Glücklicherweise wurde ich nicht enttäuscht.
Lucy Score hat mit Story Lake eine wirklich entzückende Kleinstadt geschafften, die sich aber deutlich von anderen Orten abhebt.
Die teilweisen skurrilen Traditionen und die noch seltsameren Bewohner des Städtchens machen einen Großteil des Charmes des Buches aus.
In diesem Buch gibt es ein Wiedersehen mit vielen geliebten Charakteren und einige Handlungsstränge aus dem ersten Teil werden fortgesetzt. Die Bücher könnten theoretisch unabhängig voneinander gelesen werden. Meiner Meinung nach, sollte die richtige Reihenfolge aber unbedingt eingehalten werden.
Im Mittelpunkt steht dieses Mal natürlich wieder einer der Bishop Brüder. Die weibliche Hauptrolle nimmt dieses Mal Zoey ein, die Literaturagentin von Hazel Hart. Zoey und ihre chaotische Art haben mich von der ersten Sekunde an begeistert. Auch wenn ich nicht immer mit allen Entscheidungen und Handlungen von Zoey einverstanden war, habe ich sie doch tief ins Herz geschlossen.
Die Geschichte besticht durch ihre witzigen Dialoge, skurrilen Figuren und einer wunderbaren Handlung. Gespickt wird das ganze dann natürlich noch mit einem Haufen pikanter Szenen. Von letzterem bin ich kein besonderer Fan und könnte gerne darauf verzichten. Lucy Score schafft aber eine gute Mischung. Sie bindet sie gelungen in die Handlung ein, sodass sie nie überhandnehmen.
Lucy Score arbeitet wieder einmal alle Punkte ab, die für eine spicy RomCom nötig sind und lässt dabei kaum ein Klischee aus. Wenn die Geschichte nicht so gut geschrieben und fesselnd wäre, hätte mich dies eventuell gestört. So kann ich aber getrost darüber hinwegsehen.
Trotz seiner doch recht beachtlichen Seitenanzahl für einen Romance Roman wird das Buch an keiner Stelle langatmig oder langweilig. Die Lesezeit ist wie im Flug vergangen und am liebsten würde ich sofort mit dem nächsten Band weitermachen. Leider ist dieser noch nicht erschienen und es heißt wieder Geduld haben.
Dieses Buch bzw. die Buchserie möchte ich all jenen ans Herz legen, die auf der Suche nach einem herzerwärmenden, lustigen und unglaublich unterhaltsamen Roman sind. Klare Weiterempfehlung meinerseits.
Rezensionen von Havers:
Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger
Ein würdiger Nachfolger für Inspektor Morse
„Ein unglücklicher Tod“ ist der Auftaktband der ursprünglich im Eigenverlag veröffentlichten, mittlerweile 17-bändigen Reihe mit DC Smith. Smith ist ein sympathischer Protagonist, ein gewitzter Ermittler mit Vergangenheit, ein Dinosaurier, der in seinem Berufs- und Privatleben nicht nur Erfolge sondern auch Niederlagen zu verbuchen hat.
Verortet ist die Reihe in Norfolk, East Anglia, was der Autor aber nicht zum Anlass nimmt, die Story mit ellenlangen Landschaftsbeschreibungen aufzublähen. Ganz im Gegenteil.
Grainger legt seinen Fokus zum einen auf die akribische Ermittlungsarbeit, zum anderen auf die Beschreibung des Protagonisten, sein zwischenmenschliches Agieren und den moralischen Kompass, der Smith während seiner beruflichen Laufbahn weniger Applaus als vielmehr misstrauische Blicke der Kollegen und Vorgesetzten, samt einer beruflichen Degradierung (die ihn aber weiter nicht kratzt) eingebracht hat.
So auch im Todesfall des ertrunkenen Teenagers, mit dem er beauftragt wird. Eigentlich nur eine Überprüfung, Routine, aber dann entdeckt Smith einen ungewöhnlichen Abdruck auf der Leiche. Gemeinsam mit Watts, einem Anfänger, (Sohn eines ehemaligen von ihm sehr geschätzten Kollegen), der ihn unterstützen soll, beginnt er zu ermitteln. Eine Erkenntnis reiht sich an die nächste, und schließlich landen sie bei einem Verbrechen, das während des bosnischen Genozids begangen wurde und dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.
Ein sympathischer Protagonist mit Ecken und Kanten, ein klassischer, englischer Polizeiroman, der sich auf die Ermittlungsarbeit konzentriert, die moralischen Konsequenzen, die ein Verbrechen nach sich zieht, betrachtet und auf schmückendes Beiwerk weitestgehend verzichtet.
Kennt und schätzt ihr die Inspektor Morse Romane von Colin Dexter? Dann solltet ihr unbedingt zu Peter Graingers DC Smith Krimis greifen. Nachdrückliche Empfehlung meinerseits!
Rezensionen von Havers:
Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger
Ein würdiger Nachfolge r für Inspektor Morse
„Ein unglücklicher Tod“ ist der Auftaktband der ursprünglich im Eigenverlag veröffentlichten, mittlerweile 17-bändigen Reihe mit DC Smith. Smith ist ein sympathischer Protagonist, ein gewitzter Ermittler mit Vergangenheit, ein Dinosaurier, der in seinem Berufs- und Privatleben nicht nur Erfolge sondern auch Niederlagen zu verbuchen hat.
Verortet ist die Reihe in Norfolk, East Anglia, was der Autor aber nicht zum Anlass nimmt, die Story mit ellenlangen Landschaftsbeschreibungen aufzublähen. Ganz im Gegenteil.
Grainger legt seinen Fokus zum einen auf die akribische Ermittlungsarbeit, zum anderen auf die Beschreibung des Protagonisten, sein zwischenmenschliches Agieren und den moralischen Kompass, der Smith während seiner beruflichen Laufbahn weniger Applaus als vielmehr misstrauische Blicke der Kollegen und Vorgesetzten, samt einer beruflichen Degradierung (die ihn aber weiter nicht kratzt) eingebracht hat.
So auch im Todesfall des ertrunkenen Teenagers, mit dem er beauftragt wird. Eigentlich nur eine Überprüfung, Routine, aber dann entdeckt Smith einen ungewöhnlichen Abdruck auf der Leiche. Gemeinsam mit Watts, einem Anfänger, (Sohn eines ehemaligen von ihm sehr geschätzten Kollegen), der ihn unterstützen soll, beginnt er zu ermitteln. Eine Erkenntnis reiht sich an die nächste, und schließlich landen sie bei einem Verbrechen, das während des bosnischen Genozids begangen wurde und dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.
Ein sympathischer Protagonist mit Ecken und Kanten, ein klassischer, englischer Polizeiroman, der sich auf die Ermittlungsarbeit konzentriert, die moralischen Konsequenzen, die ein Verbrechen nach sich zieht, betrachtet und auf schmückendes Beiwerk weitestgehend verzichtet.
Kennt und schätzt ihr die Inspektor Morse Romane von Colin Dexter? Dann solltet ihr unbedingt zu Peter Graingers DC Smith Krimis greifen. Nachdrückliche Empfehlung meinerseits!
Rezensionen von Shilo:
Lehm an meinen Schuhen von Monika von Bothmer
Bewegende Themen, aber ein holpriger Lesefluss
Marie hat ihr Leben längst in feste Bahnen gelenkt. Auf der Insel kreuzt jemand aus früheren Zeiten ihren Weg. Dadurch rücken Erlebnisse wieder in den Vordergrund, die lange keine Rolle mehr gespielt haben. Nach und nach ergeben einzelne Erinnerungen, Gespräche und Familiengeschichten ein größeres Bild.
Viele Figuren richten ihr Leben nach dem aus, was von ihnen erwartet wird. Eigene Pläne geraten dabei nicht selten in den Hintergrund. Gerade die Frauen der Familie tragen Entscheidungen mit sich, die oft Jahre oder sogar Jahrzehnte zurückliegen.
Die Geschichte wechselt regelmäßig zwischen unterschiedlichen Jahren und Lebensabschnitten. Anfangs braucht es etwas Zeit, um sich zurechtzufinden, doch mit jeder weiteren Station fügen sich die einzelnen Teile besser zusammen. So entsteht nach und nach ein Eindruck davon, wie eng die verschiedenen Generationen miteinander verbunden sind.
Zum Hofleben, zur Familie und zu alten Konflikten erfährt man vieles eher nebenbei. Oft sind es kleine Bemerkungen oder Erinnerungen, die Zusammenhänge verständlicher machen. Das wirkt stellenweise angenehm zurückhaltend und überlässt dem Leser eigene Gedanken.
Beim Lesen gibt es jedoch immer wieder Unterbrechungen. Die plattdeutschen Dialoge gehören zwar zur Geschichte und passen zur Umgebung, haben den Lesefluss hier aber deutlich erschwert. Da die Übersetzungen erst am Ende des Buches stehen, war häufiges Nachschlagen nötig. Gerade in längeren Gesprächen hat das immer wieder aus der Handlung herausgeführt.
Manche Figuren bleiben länger im Gedächtnis als andere. Manche Szenen bleiben ebenfalls hängen, weil sie zeigen, wie lange bestimmte Ereignisse nachwirken können. An anderen Stellen zieht sich die Geschichte etwas und verliert an Tempo.
An mehreren Stellen wird deutlich, wie stark die Familie das Leben der einzelnen Personen bestimmt. Das betrifft nicht nur Marie, sondern auch andere Angehörige über verschiedene Generationen hinweg. Dadurch ergeben sich immer wieder Situationen, in denen persönliche Wünsche und familiäre Erwartungen aufeinandertreffen.
Besonders die älteren Familiengeschichten tragen dazu bei, die Menschen besser zu verstehen. Gleichzeitig erreichen nicht alle Abschnitte die gleiche Wirkung. Zusammen mit den häufigen Unterbrechungen durch die plattdeutschen Dialoge entsteht dadurch ein eher wechselhafter Leseeindruck.
Der Roman hatte für mich gute Momente, hat mich aber nicht durchgehend mitgenommen. Vor allem die vielen Unterbrechungen beim Lesen haben dazu beigetragen. Deshalb reicht es am Ende für solide 3 von 5 Sternen.
Rezensionen von Havers:
Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger
Ein würdiger Nachfolger für Inspektor Morse
„Ein unglücklicher Tod“ ist der Auftaktband der ursprünglich im Eigenverlag veröffentlichten, mittlerweile 17-bändigen Reihe mit DC Smith. Smith ist ein sympathischer Protagonist, ein gewitzter Ermittler mit Vergangenheit, ein Dinosaurier, der in seinem Berufs- und Privatleben nicht nur Erfolge sondern auch Niederlagen zu verbuchen hat.
Verortet ist die Reihe in Norfolk, East Anglia, was der Autor aber nicht zum Anlass nimmt, die Story mit ellenlangen Landschaftsbeschreibungen aufzublähen. Ganz im Gegenteil.
Grainger legt seinen Fokus zum einen auf die akribische Ermittlungsarbeit, zum anderen auf die Beschreibung des Protagonisten, sein zwischenmenschliches Agieren und den moralischen Kompass, der Smith während seiner beruflichen Laufbahn weniger Applaus als vielmehr misstrauische Blicke der Kollegen und Vorgesetzten, samt einer beruflichen Degradierung (die ihn aber weiter nicht kratzt) eingebracht hat.
So auch im Todesfall des ertrunkenen Teenagers, mit dem er beauftragt wird. Eigentlich nur eine Überprüfung, Routine, aber dann entdeckt Smith einen ungewöhnlichen Abdruck auf der Leiche. Gemeinsam mit Watts, einem Anfänger, (Sohn eines ehemaligen von ihm sehr geschätzten Kollegen), der ihn unterstützen soll, beginnt er zu ermitteln. Eine Erkenntnis reiht sich an die nächste, und schließlich landen sie bei einem Verbrechen, das während des bosnischen Genozids begangen wurde und dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.
Ein sympathischer Protagonist mit Ecken und Kanten, ein klassischer, englischer Polizeiroman, der sich auf die Ermittlungsarbeit konzentriert, die moralischen Konsequenzen, die ein Verbrechen nach sich zieht, betrachtet und auf schmückendes Beiwerk weitestgehend verzichtet.
Kennt und schätzt ihr die Inspektor Morse Romane von Colin Dexter? Dann solltet ihr unbedingt zu Peter Graingers DC Smith Krimis greifen. Nachdrückliche Empfehlung meinerseits!
Rezensionen von Anno:
National Geographic Kids - Abenteuer einer Wildtierärztin von Gabby Wild
Der Berufswunsch steht nun fest
Löwen haben weiße Flecken unter den Augen um besser sehen zu können, der Beutel eines Wombats öffnet sich genau anders herum und Tapire gehen gern im Wasser auf Toilette. Die Streifen eines Tigers bleichen mit der Zeit aus und Pandas besitzen sogar eine extra Zehe- ist das nicht alles unglaublich faszinierend?!
Nichts davon war und zuvor bekannt und so lasen wir das Buch mit immer größer werdender Begeisterung.
Mein Kind liebt Tierdokus und besonders welche, die sich um Tierärzte dreht. Dieses Buch reiht sich da sehr schön ein. Der Vibe ist ein ähnlicher und man bekommt tatsächlich einen schönen, sehr abwechslungsreichen Einblick in das Leben einer Wildtierärztin. Hierbei geht es aber weniger um mögliche Operationen, der Fokus ist vielmehr auf die Tiere selbst gerichtet, ihre Besonderheiten und ihrem Zustand als Art- auch wie Menschen deren Existenz bedrohen. Durch kleine begleitende Anekdoten oder Infos wird jedoch auch ein recht persönlicher Eindruck aufrecht erhalten und Wissen zu Behandlungen und Krankheiten weitergegeben. Gegen Ende des Buchs geht die Autorin sogar noch auf den Berufswunsch vieler Kinder „Tierarzt“ ein und nennt auch hierfür Tipps, wie sich dieser auch verwirklichen lässt.
Ob Gestaltung, Inhalt oder Herangehensweise- dieses Buch ist wirklich toll gemacht, und durch den Blick einer Tierärztin auch etwas ganz besonderes.








