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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Wirf einen Schatten von Elena Fischer

Herzerwärmend

"Wirf einen Schatten" ist das zweite Buch von Elena Fischer, Jahrgang 1987, nach ihrem Debüt "Paradise Garden", das es 2023 auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat. Als ich mit dem Lesen begonnen habe, habe ich sofort gemerkt: diese Autorin kann schreiben. Sofort hat mich die Figur des einsamen Joseph, der von seiner Frau verlassen wurde und sie und den kleinen Sohn vermisst, in den Bann gezogen, ich habe mich mit ihm verbunden gefühlt und seine Fassungslosigkeit und sein Alleinsein stark spüren können.

Auch die Sprache Elena Fischers ist besonders und sie findet viele eindringliche Metaphern für das Geschehen:

"Aus dem Sehen wurde ein Schauen, aus dem Schauen ein Starren. Und dann - nichts." (S. 7)

Joseph ist ein sensibler Mensch. Er fühlt auch mit den Tieren, die er schlachten muss:

"Mittlerweile musste Joseph sich nicht mehr übergeben. Doch das Gefühl von Schuld war geblieben. Einmal hatte er versucht, mit dem Vater darüber zu sprechen. Doch der Vater, der nicht an den Schmerz der Hühner glaubte, hatte bloß gesagt: "Aus dir wird in diesem Leben kein richtiger Bauer mehr." (S. 35)

Schwer lastet es auf ihm, alleine den Bauernhof führen zu müssen, denn alle aus seiner Familie sind schon gestorben: Bruder Johann ist als Kind ertrunken, kurz darauf hat sich die Mutter das Leben genommen. Der Vater starb, als Joseph ein junger Erwachsener war, auch die Oma bald danach. Gehofft hatte Joseph, mit der tüchtigen Krankenschwester Lis an seiner Seite den Hof bewirtschaften zu können, doch nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Samuel haben sie sich auseinandergelebt, Lis hat sich allein gelassen und unverstanden gefühlt, hat realisiert, dass das Landleben doch nicht ihres ist und hat ihren Sohn verlassen und ist mit ihm in die Stadt gezogen.

Nun sitzt also Joseph am Weihnachtsabend alleine und verlassen in seinem Bauernhof, das Gewehr in der Hand. Welchen Sinn macht sein Leben noch? Was kann er noch davon erwarten?

Da klopft auf einmal unerwartet die fremde Birdie an seiner Tür, minderjährig, geschwächt und krank, und er kümmert sich um sie, holt eine Hebamme zur Versorgung zu Hilfe und pflegt sie gesund. Und auch Ada, seine Schwägerin, mit der ihn etwas Geheimnisvolles verbindet, eine Intellektuelle, versucht, ihn mit guter Literatur zu inspirieren.

So entsteht insgesamt eine sprachlich sehr schön geschriebene, spannend erzählte und äußerst herzerwärmende Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe. Es ist ein Buch, das ein besonderer Lesegenuss ist und bei dem man nur so durch die Seiten fliegen kann, das bewegt und berührt, sprachlich wie inhaltlich, mit sehr liebenswürdigen Figuren, und einer Botschaft der Hoffnung. Als solches ist es auch ein ganz wunderbares Werk.

Dafür, dass es in den 1950er und 1960er Jahren spielen soll, war für mich aber etwas viel Zeitgeist aus der heutigen Zeit dabei: natürlich geht es nicht ohne eine Figur, die bisexuell oder lesbisch ist und ohne einen Bauern, der sehr sensibel ist und mit den Tieren fühlt. Auch wird das Thema der individuellen Selbstverwirklichung auf eine Art und Weise behandelt, die ich deutlich mehr in der heutigen Zeit und Denkweise der Menschen verorten würde als damals.

Das sind nur ein paar Punkte, die mir aufgefallen sind, die für mich das Buch nicht ganz stimmig in der Zeit verorten, in der es angeblich spielt und von der mir etwas ganz anderes vermittelt wird, als zumindest ich aus Erzählungen älterer Verwandter aus dem ländlichen Bereich kenne.

Insgesamt ist es also ein gut geschriebenes, herzerwärmendes und sprachlich besonderes Buch, dem ich gerne gute 4 Sterne gebe und das ich allen empfehle, die sich gerne von einem solchen Buch berühren lassen, ohne zu hohe Ansprüche an die Authentizität des Lebens in der dargestellten Zeit zu stellen.

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Wirf einen Schatten

Rezensionen von annaja:

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Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher

Eine sehr gute Erzählung

Die Autorin Birgit Birnbach beschreibt in ihrem Roman die Geschichte eines kleinen Jungen, der zu lebhaft ist, man nennt das hyperaktiv, er fällt also gern mal auf. Das Anderssein stört, zumindest die Umgebung, die Schule und überhaupt. Er, der kluge Ozzy darf nicht so sein, wie er ist.
Ann, die Mutter ist seinem Verhalten ja nicht unähnlich, sie versteht ihn ja, wie es ihm geht, aber sie ist auch überfordert mit der Erziehung, sie muss es ja den anderen recht machen.

Sie liebt ihr Kind abgöttisch, gleichzeitig will sie ihn fördern, ihn in normale Bahnen lenken, seine Lebhaftigkeit bremsen, aber auch mit Hilfe, wenn nötig. Ozzy versteht seine Mutter gut, er will es ja auch. In den Schulferien soll er in ein Kindercamp. Doch zuvor müssen sie noch zur Oma fahren, die macht Probleme, sie ist in einer psychischen Notlage. Dann gibt es auch noch die schräge Tante, die wieder ganz anders tickt und gerade eine ganz andere Lebensform ausprobiert. Durch die plötzlichen schwierigen Ereignisse nähert sich die Familie, die lange nichts mehr miteinander zu tun hatte, wieder an.
Man spürt, welcher Balanceakt hier in diesem Mutter-Kind-Verhältnis zu bewältigen ist. Birgit Birnbach verwendet eine außergewöhnliche Sprache, sie erzählt mit Humor und fordert die Leser leise auf, nachzudenken, welchen Kampf es braucht, die Unterschiedlichkeit, die Unangepasstheit anzunehmen und in der Gesellschaft zu verteidigen.

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Sie wollen uns erzählen

Rezensionen von Murksy:

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Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger

Große Krimikunst

Ich muss sagen, dass ich kein Freund von Krimireihen bin. In diesem Fall bin ich aber so begeistert, dass ich unbedingt einen neuen Fall von DC Smith lesen will.
Der etwas kantige Ermittler, der bei seinen Vorgesetzten nicht immer gut ankommt, soll einen Unfalltod bearbeiten, der kleine Ungereimtheiten aufweist.

Was zunächst nach Routine aussieht, entwickelt sich zu einem tiefgreifenden Fall. Und der gewissenhafte Ermittler, der nicht locker lässt ist genau der richtige, um die richtigen Fragen zu stelle. Dabei tritt er auch gerne mal jemandem auf die Füße, wenn auch sanft und mit understatement.
Was mir an dem Buch hervorragend gefallen hat, war der Fokus auf guter, klassischer Ermittlerarbeit. Es wird weder überzeichnet, noch gibt es irgendwelche psychopathischen Mörder oder grausam zur Schau gestellte Opfer. Nein, ein tragischer Unfalltod, eher unspektakulär, aber in seinen Auswirkungen durch die Ermittlungen weitreichend, sorgt für Spannung. Alle Figuren wirken authentisch, auch der angenehme britische Humor kommt vor allem in den Sticheleien der Polizisten untereinander zum tragen. An diesem Buch wirkt alles glaubhaft, auf Gewalt und Action wird fast komplett verzichtet. Ein klassischer, großartiger Kriminalroman, hervorragend geschrieben, mit einem Ermittler, der neugierig auf mehr macht.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.

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Ein unglücklicher Tod

Rezensionen von brauneye29:

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Insel der Ratten von Jo Nesbø

Mir hat es gefallen

Zum Inhalt:
Massenarbeitslosigkeit und Armut haben nach der Pandemie die Demokratie nahezu ausgehebelt und marodierende Band beherrschen die Straßen. Der reiche Unternehmer Colin rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten, während sein Sohn mit seiner Bande mit seinen Kämpfen nicht mal Halt von Colins Freund Will macht, aber das lässt dieser sich nicht bieten.

Meine Meinung:
Das ist irgendwie ein ganz anderer Roman des Autoren, sowohl thematisch als auch in der Länge, da ist man doch sonst anderes gewohnt. Ich war auch gar nicht so sicher, ob ich das Buch überhaupt lesen oder hören möchte, habe aber dann letztendlich das Hörbuch gehört und war wirklich positiv überrascht. Die Story entwickelt eine starke Dynamik, so dass man immer weiter hören möchte und viel zu schnell war es dann auch schon wieder vorbei. Thematisch hatte die Geschichte auch etwas, weil es schon realistisch, dann nach eine großen Katastrophe, hier eine Pandemie, alles aus dem Ruder laufen kann.
Fazit:
Mir hat es gefallen

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Insel der Ratten

Rezensionen von Heike:

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Seamere College 1. Strange Familiars von Keshe Chow

Spannend, aber auch anstrengend

Die Geschichte an sich hat mir richtig gut gefallen: Magische Explosionen erschüttern die Welt und tierische Vertraute leiden an magischer Überladung. Was ist da los?
Gwendolynne und Harrisford müssen ihre Rivalitäten hintenanstellen und zusammenarbeiten, um Tiere und Menschen zu retten.

Dabei sehen sie sich mächtigen Unternehmen gegenüber, die ihre Geheimnisse schützen wollen. Das ist wirklich spannend gewesen und hat zum Nachdenken angeregt, wie weit Menschen gehen dürfen, was ethisch und moralisch vertretbar ist.
Ich hätte gerne noch mehr über die Vertrauten erfahren, vor allem über den Kater Percy, den ich wirklich toll fand. Aber vielleicht hebt die Autorin sich das ja für den Folgeband auf. Den werde ich allerdings nicht mehr lesen, denn für mich hatte das Buch einen großen Schwachpunkt, und das waren die Charaktere.
Die Beziehungsdynamik zwischen den beiden Protagonisten mochte ich grundsätzlich, allerdings war mir das Hin und Her dann doch etwas too much. Es fühlte sich ziemlich aufgesetzt und künstlich in die Länge gezogen an. Das Geplänkel, das am Anfang der Geschichte noch ganz süß war, verlor spätestens ab dem ersten Kuss seinen Reiz, weil die beiden Figuren einfach nicht miteinander reden. Das ist das ganze Drama.
Gwen fand ich, besonders zum Ende hin, immer anstrengender. Ihre Unsicherheiten haben mir beim Lesen den letzten Nerv geraubt. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich nicht vorwärts, sondern rückwärts entwickelt, und das, obwohl sie viele positive Verstärker spendiert bekommt.
Trotzdem fand ich das Buch insgesamt gut und lesenswert, aber ein Einzelband hätte für diese Geschichte wahrscheinlich ausgereicht.

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Seamere College 1. Strange Familiars

Rezensionen von rainbowly:

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Red Star Rebels von Amie Kaufman

Mars Mission

Inhalt
Cleo ist als illegale Anhalterin auf den Mars gekommen und versteckt sich auf der Pax Station. Hunter Graves, Sohn eines Mega Konzerns, ist gerade erst auf dem Mars angekommen und deshalb noch nicht registriert. Als plötzlich ein Alarm ausgelöst und evakuiert wird, bleiben Cleo und Hunter allein zurück.

Um zu überleben, müssen sie zusammenarbeiten.

Sprache
Der Schreibstil ist locker und lustig. Die Situation ist spannend und hält einige Überraschungen bereit. Die überraschenden Momente sind klug eingebaut und es hat Spaß gemacht Cleo und Hunter auf ihrer Mission zu begleiten. Man kann ihre inneren Konflikte und ihre Anziehung gut nachvollziehen. Die Liebesgeschichte hätte ich hier allerdings ehrlich gesagt gar nicht gebraucht. Sie war süß, aber die Geschichte hätte größtenteils auch funktioniert, wenn die beiden eine Freundschaft entwickelt hätten. Und dann hätte auch mein Sohn mehr Interesse am Buch gehabt. Die Story hätte ihn gereizt, so ist es eher nichts für ihn.

Charaktere
Cleo und Hunter sind ein sehr ungleiches Gespann. Cleo ist unter schwierigen Verhältnissen groß geworden und musste sich durchkämpfen. Für vieles davon macht sie den Konzern der Graves verantwortlich, deshalb hat sie eine gehörige Abneigung gegen die Familie. Für sie ist Hunter der typische Rich Boy.
Hinter dieser Vorstellung von Hunter, die viele haben, steckt aber viel mehr.
Mir hat die Dynamik zwischen den beiden sehr gut gefallen. Die beiden ziehen sich gerne gegenseitig auf. Das war sehr unterhaltsam.

Fazit
Ein spannendes Weltraum-Abenteuer!

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Red Star Rebels

Rezensionen von clematis:

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Sunshine Man von Emma Stonex

Rache

Nach 18 Jahren wird Jimmy Maguire aus dem Gefängnis entlassen. Auf diesen Moment hat Birdie Keller die ganze Zeit gewartet, denn endlich kann sie ihre Pläne nach Rache umsetzen, den Mord an ihrer Schwester sühnen.

Birdie erzählt aus ihrer Sicht in der Ich-Form, auch Jimmys Blickwinkel wird in etlichen Kapiteln eingenommen.

Da der Lebensweg mancher Figuren recht ähnlich verläuft und zudem immer wieder in die Vergangenheit geschwenkt wird, wirkt der Handlungsverlauf zuweilen etwas verwirrend, nicht immer ist zu Beginn einer Szene klar, um wen es gerade geht. Den durchaus interessanten Einblicken in die Persönlichkeitsentwicklung stehen düstere Schauplätze im Gefängnis entgegen, ebenso wie verstörende Ereignisse im Laufe so mancher skizzierter Kindheit. Hat nicht jedes Kind ein Recht auf Liebe, steckt nicht in jedem Verbrecher ein guter Kern? Wodurch wird ein Mensch zum Mörder? Warum wachsen auch Kinder ohne leibliche Eltern meist zu friedvollen Erwachsenen heran? Viele Fragen werden aufgeworfen, einige davon auch beantwortet, das unerwartete Ende wirkt dann durchaus stimmig.

Eine durchwegs düstere Atmosphäre beherrscht diesen Roman, im Vergleich zu Stonex‘ „Die Leuchtturmwärter“ fehlt mir hier eine gewisse Lebendigkeit. Trotz allem ist die Themenwahl ausgesprochen interessant, ist die Bedeutung familiärer und freundschaftlicher Beziehungen sehr gut dargestellt.

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Sunshine Man

Rezensionen von pandas_bücherblog:

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Ein Haus aus Salz und Tränen von Erin A. Craig

Atmosphärisch und düster

Das Cover finde ich super schön! Die Quallen in dem dunklen Blau mit den goldenen Akzenten wirken geheimnisvoll und schön. Der Schreibstil von Erin A. Craig liest sich flüssig und ist gleichzeitig sehr bildhaft und atmosphärisch. Besonders die Beschreibungen des Settings haben mir gut gefallen.

Inhaltlich handelt es sich um eine Adaption des Märchens „Die zertanzten Schuhe“, allerdings deutlich düsterer, als ich erwartet hätte.

Annaleigh als Protagonistin hat mir gut gefallen. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte spürbar weiter. Von einem eher naiven Mädchen zu einer selbstbewussten jungen Frau, die nach Antworten sucht und dabei auch in gefährliche Situationen gerät. Ihre Zweifel und ihre innere Zerrissenheit zwischen Trauer und dem Wunsch nach Wahrheit wirkten auf mich authentisch. Mit Cassius, dem mysteriösen Fremden, der ihr begegnet, hatte ich anfangs etwas Schwierigkeiten, da er lange Zeit sehr undurchsichtig bleibt, aber genau das macht später seinen Reiz aus. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden fand ich okay, wenn auch stellenweise etwas zu zurückhaltend für meinen Geschmack.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Atmosphäre des Buches. Die Mischung aus Märchen, Fantasy und leichten Horrorelementen hat mich gefesselt. Es gibt durchaus unheimliche Szenen und Momente, in denen man als Leser selbst nicht mehr weiß, was Realität und was Einbildung ist. Allerdings muss ich sagen, dass die düsteren Elemente für meinen Geschmack etwas zu sanft ausgefallen sind. Gruselig war es schon, aber wer echten Gothic-Horror erwartet, könnte enttäuscht werden.
Auch die hohe Anzahl der Schwestern hat mir anfangs etwas Probleme bereitet. Zwölf Namen auf einmal zu merken und auseinanderzuhalten, war nicht immer einfach, auch wenn die wichtigsten Figuren gut ausgearbeitet sind. Ein kleines Figurenverzeichnis hätte hier definitiv geholfen. Auch der Einstieg fand ich eher ruhig, denn erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf und die Enthüllungen überschlagen sich förmlich. Das Ende hat mich überrascht, auch wenn es mir stellenweise etwas übereilt vorkam, besonders im Vergleich zum langsamen Aufbau am Anfang.

Fazit:
„Ein Haus aus Salz und Tränen“ ist eine atmosphärisch starke Märchenadaption mit einem fesselnden Setting, einer mutigen Protagonistin und einer Geschichte, die zwischen Realität und Wahnsinn schwankt. Wer auf düstere Fantasy mit Krimi-Elementen steht und sich von einem salzigen Meersetting verzaubern lassen möchte, ist hier gut aufgehoben. Kleine Abzüge gibt es für den schleppenden Anfang und die manchmal unübersichtliche Charakteranzahl.
4/5 Sterne

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Ein Haus aus Salz und Tränen

Rezensionen von askyfullofpages:

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Und ich werde dich nie wieder Papa nennen von Caroline Darian

Die Täter müssen endlich zur Rechenschaft gezogen werden

Ich habe das Buch Und ich werde dich nie wieder Papa nennen mit einem äußerst beklemmenden Gefühl beendet. Bei mir ist des öfteren die Frage aufgetaucht, wem man überhaupt noch vertrauen kann?
Ich kann jetzt schon sagen, dass das Buch unglaublich stark, hart und wichtig ist und wünsche mir, dass es von ganz vielen Menschen gelesen wird.

Die geschilderten Ereignisse sind kaum zu ertragen. Mit jeder Seite kommen weitere erschütternde Details ans Licht, die einen an allem und jedem zweifeln lassen. Besonders bedrückend fand ich, dass der Täter selbst aus dem Gefängnis heraus noch versuchte, Einfluss auf seine Familie auszuüben und sie weiter zu spalten.
Es muss unvorstellbar schlimm sein, zu erfahren, was der eigene Vater der eigenen Mutter angetan hat. Aus der Leserinnenperspektive konnte ich die Wut und Verzweiflung der Tochter über manche Reaktionen ihrer Mutter sehr gut nachvollziehen. Gleichzeitig bin ich selbst Überlebende und weiß deshalb, dass traumatische Erfahrungen Menschen auf eine Weise prägen, die für Außenstehende oft schwer zu verstehen ist. Ich konnte sowohl die Perspektive der Mutter, als auch der Tochter verstehen. Das Buch zeigt eindringlich, dass Trauma nicht nur die unmittelbar betroffene Person trifft, sondern ganze Familien erschüttert und tiefe Risse hinterlässt.
Dieses Buch macht außerdem deutlich, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Hinter organisierter sexualisierter Gewalt stehen häufig mehrere Täter, die sich sicher fühlen, sich vernetzen, darauf vertrauen, nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden. Genau das muss sich endlich ändern! Die Scham muss die Seite wechseln, denn sie gehört auf die Seite der Täter und sie müssen konsequent verfolgt und deutlich härter bestraft werden.
Für mich ist das Buch weit mehr als ein persönlicher Erfahrungsbericht. Es ist ein wichtiges Zeugnis über Trauma, Machtmissbrauch, die Folgen für Angehörige und den langen Weg des Weiterlebens. Ich habe bereits zuvor Eine Hymne an das Leben von Gisèle Pelicot gelesen. Dieses Buch hat mich tief bewegt, doch der Blick der Tochter eröffnet noch einmal eine ganz andere Perspektive.
Ein schweres, hartes, erschütterndes, aber unbedingt lesenswertes Buch.

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Und ich werde dich nie wieder Papa nennen

Rezensionen von Ryria:

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Darkly von Marisha Pessl

Spurensuche

Die Handlung von Darkly erinnert auf schöne Weise an Escape Rooms und Alternate Reality Games: Eine Gruppe Jugendlicher wird aus Bewerbern aus der ganzen Welt ausgewählt, um u.a. auf einer verlassenen Insel nach einem verschwundenen Jungen zu suchen. Bei der Spurensuche müssen sie sich kreative Lösungen ausdenken, Rätsel lösen und neue Orte erkunden.

Begleitet wird das Ganze noch von spannenden Hinweisen wie Zeitungsartikeln, Briefen oder Bildern.
Man fühlt sich ein wenig selbst als "Spieler", sucht nach versteckten Andeutungen, formt Theorien im Kopf und rätselt mit der Protagonistin mit.
Als großer Fan solcher Games habe ich mich in diesem Buch auch direkt wohlgefühlt.

Aber auch die Handlung "drumherum" kommt nicht zu kurz, vor allem Erzählerin Dia war mir sympathisch: Sie ist verantwortungsbewusst, klug und steht dazu, ein wenig altmodisch zu sein. Ich denke für jugendliche Leser könnte sie durchaus ein gutes Vorbild sein und bestimmt können sich auch viele mit ihr identifizieren.
Die Nebencharaktere waren auch interessant, manche wurden jedoch eher nur oberflächlich charakterisiert. Generell mochte ich die Gruppendynamik allerdings schon.
Ebenfalls positiv erwähnen muss man den Schreibstil: Zusammen mit den kurzen Kapiteln sorgt er dafür, dass man in einem guten Tempo durch die Seiten fliegt, es bleibt spannend, ohne zu kompliziert zu werden.
Wer die Jugendthriller von Poznanski mag, wird auch mit Darkly viel Spaß haben.

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Darkly