Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Streiflicht:
Was dein Leben leichter macht von Sina Haghiri
Sollte jeder lesen
Wie schon beim ersten Buch dieses Autors habe ich immer und immer wieder beim Lesen gedacht, dass jeder dieses Buch lesen sollte. Es hat soviel Wissenswertes, Weises und Hilfreiches in sich - da wird der Alltag auf jeden Fall einfacher. Manchmal wünschte ich mir, wir hätten in der Schule solche Themen behandelt oder solche Bücher gelesen.
Es wäre so wichtig zu verstehen, wie wir und unsere Mitmenschen ticken, warum man manchmal auf der falschen Fährte ist, und wie es so einfach sein könnte, wenn man manche Mechanismen kennt und umschiffen oder austricksen kann.
Mir hat auch die Aufmachung des Buchs sehr gut gefallen. Das sehr persönliche Vorwort des Autors, die vielen praktischen Beispiele, die leicht verständlich erklären, worum es genau geht. So kann man schnell verstehen, was gemeint ist. Unter den Überkapiteln Alltag, Psyche, Gesellschaft und Gesundheit finden sich so viele Tipps, dass man das Buch immer wieder zur Hand nehmen kann. Man muss es nicht chronologisch lesen, sondern kann sich das Kapitel heraussuchen, das einen gerade am meisten interessiert, oder das hilfreich sein könnte.
Fasziniert hat mich eigentlich alles, auch wenn ich natürlich manche Abschnitte ganz besonders genossen und regelrecht aufgesaugt habe. Mein Interesse für die menschliche Psyche besteht schon lange und ich habe sogar im Nebenfach Psychologie studiert, das aber nie beruflich weiter verfolgt. Dafür begeistern mich solche Bücher umso mehr.
Für mich ein absolutes Highlight, das ich nur empfehlen kann. Gerade wenn es um Nachsicht mit sich selbst und anderen, um Verständnis und Verantwortung, aber auch ein angenehmes Leben geht, kann dieses Buch viele hilfreiche Tipps geben. Vieles spielt sich in unserem Kopf ab und da können wir dann immer ein bisschen Hilfestellung gebrauchen. Ich freue mich schon jetzt darauf, das Buch nochmal zu lesen!
Rezensionen von Igela:
Der Tag, an dem ich sterbe von Federico Axat
Zurück in die Zukunft
Anna de Marchi ist verliebt in ihren Freund Oliver Cohen und trotzdem ermordet sie ihn im Haus seiner Eltern. Nach dem Mord verschwindet die junge Frau, hinterlässt nur eine Notiz mit einem Datum.
Zwei Jahre später und genau an dem notierten Datum wird sie gefunden. Bewusstlos am Ufer eines Sees.
Ihr fehlt die Erinnerung an den Mord, überhaupt kann sie sich nicht mehr an die Vergangenheit erinnern.
Anna wird in die psychiatrische Klinik Lavender Memorial eingewiesen. Doch die behandelnde Ärztin, Dr. Julia Katz, ist überzeugt, dass die Antwort, weshalb Anna gemordet hat, ausserhalb der Klinik zu finden ist. Dr. Katz schafft Anna auf eine Farm, was Annas Erinnerungen beeinflusst.
Ich benötigte 200 Seiten bis ich den Plot einigermassen verstanden habe. Die ersten 200 Seiten empfand ich als wirr und undurchschaubar. Ich hatte ständig das Gefühl, der Geschichte nicht folgen zu können. In diesem Teil musste ich mich ganz schön durchbeissen. Ich mag es nicht, wenn die Zeitebenen nicht klar sind oder ich ganze Passagen nicht einordnen kann. Ohne zu viel zu verraten, liegt genau hier das Zentrum dieses Psychothrillers, wie ich dann Mitte Buch begriffen habe. Was dann kommt, ist genial und habe ich so noch nie gelesen in einem Thriller. Aber eben, bis ich an diesem Punkt angelangt war, musste ich mich durchkämpfen. Es lohnt sich allemal.
Vorahnungen, Erinnerungen, Realität, Träume, Zukunftsvisionen, Einbildung: damit spielt der Autor und als Leser ist man ständig damit beschäftigt, alles entsprechend einzusortieren. Es geht leicht in die Richtung Fantasy und man sollte sich auf Grundthema Vorahnungen einlassen können. Es vermischen sich Passagen, die Anna im Jetzt erlebt mit Szenen aus der Vergangenheit und Erlebnissen in der Gegenwart. Das konnte ich nicht immer klar einreihen und manchmal war die Verwirrung gross.
Die Figuren, die im Mittelpunkt stehen, konnte ich sehr lange nicht einschätzen. Allen voran Anna, die ihren Freund ermordet haben soll und sich nun in der psychiatrischen Klinik befindet. Spielt sie ihrem Umfeld etwas vor oder hat sie wirklich keine Ahnung, was vor zwei Jahren geschah?
Ebenfalls ein Mysterium für mich war Dr. Julia Katz. Was verbirgt sie vor ihrer Patientin? Was steckt hinter der Beziehung zu ihren drei Kindern? Carla, die aus der ersten Ehe ihres Mannes stammt. Der neunjährige Martin, der spürt, dass seine Mutter zu ihm auf Distanz geht. Oder dem Nachzügler, Baby Aaron, dem sie die meiste Aufmerksamkeit schenkt. Sachen, die erst beim "Blick in die Zukunft" nachvollziehbar werden und ein Highlight der Geschichte sind.
Federico Axat spielt in diesem Psychothriller mit den Zeitebenen. Wo die Geschichte in der Handlung steckt, war mir nicht immer ganz klar. Dazu hätte ich mir, anstelle dieser kryptischen Zeitangaben, klare Ansagen bei Kapitelbeginn gewünscht.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Leichter Sommerwohlfühlroman
"Guten Morgen, schönes Wetter heute" von Tanja Kokoska hat ein farbenfroh gestaltetes Cover. Man sieht darauf viele kleine Fenster von Wohnungen, mit unterschiedlich ausgemalten Wänden im Hintergrund. Damit stimmt das Buch schon gut auf sein Thema ein: es geht um die Menschen in einer Straße, nämlich "Am Kastanienbaum", und ihre individuellen Schicksale, die teils nebeneinander und teils immer mehr miteinander verflochten sind.
Da gibt es Ina, alleinerziehend mit ihrem jugendlichen Sohn Henry, die gerade die Wohnung ihrer verstorbenen Eltern ausräumt. Eine türkischstämmige Familie, bei der die Großelterngeneration zurück in die Türkei gegangen ist, nie in Deutschland wirklich heimisch werden konnte und nun aufgrund der Distanz, steigender Flugpreise und wenig Urlaub auch nur wenig besucht kann, während eine der erwachsenen Töchter sich für Gedichte interessiert und diese in Produktverpackungen im Supermarkt versteckt.
Henry lebt eine unkonventionelle Seite aus und lässt sich spontan seine Nägel in einem neu eröffneten Nagelsalon machen, dort arbeiten ausgebeutete Thailänderinnen, die erst einmal die Kosten, um sie ins Land zu bringen, wieder hineinwirtschaften müssen, eine davon gefällt ihm gut. Dann gibt es noch ein paar weitere Charaktere. Und irgendwo wird gegraben, vielleicht nach einem Schatz, vielleicht findet sich auch eine Bombe?
Es ist ein liebevoll erzähltes Buch, das sich sehr gut als locker-leichte Sommerunterhaltung ohne besonders viel Tiefgang eignet. Es sind größtenteils liebenswerte Charaktere aus der Durchschnittsbevölkerung, die hier vorgestellt werden, die aber wiederum dann auch so gar nicht diversen Klischees entsprechen. Man merkt, dass die Autorin sich Mühe gegeben hat, vielfältige Menschen mit individuellen Lebensweisen zu beschreiben, die eben in keine Schublade passen... außer vielleicht in diese des Zeitgeistes, der sich um Vielfalt und Toleranz bemüht.
Ich persönlich bin mit dem Buch nur teilweise warm geworden, was aber vermutlich eher an meinen sonstigen Lesegewohnheiten als an diesem Buch liegt. Stellenweise war es mir dann doch zu sehr Unterhaltung und zu wenig literarischer Anspruch. Letzten Endes waren mir manche Charaktere dann vielleicht doch zu alternativ und damit ein Stück unglaubwürdig und manches war nicht mein Humor. So richtig hineingezogen hat mich die Erzählweise mit diesen vielen Geschichten auch nicht, eine besondere Sprache, wie ich sie an anspruchsvoller Literatur schätze, habe ich auch nicht entdecken können. Es ist also klar ein Werk der Unterhaltung, was es ja auch sein darf.
Wer gerne leichte Sommerlektüre, Humor und eine warmherzige Erzählweise mag, wird mit diesem Buch sicherlich seine Freude haben können.
Rezensionen von Murksy:
Widdersehen von Leonie Swann
Wollidarität
Wortspiele wie diese machen den Charme des neuen Schafkrimis aus. Ich gebe zu, dass ich skeptisch war. Eine Fortsetzung 20 Jahre nach Glennkill? Passend zur Verfilmung des Kultbuches? Das klang mir zu sehr nach Marketing und Gewinnoptimierung. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Der dritte Teil ist witzig und charmant geschrieben, die Einfälle um die Schafherde ideenreich und wenn dann die Schafe „Take a chance on mäh“ trällern, muss man einfach grinsen.
Dazu kommt noch, dass die Geschichte raffiniert auch alltägliche Probleme wie Fremdenhass, Flucht und Integration aufgreift. Der Roman ist gewohnt kurzweilig, die Charaktere muss man einfach lieben und die Konfrontation der Schafe mit der menschlichen Existenz halten uns auch immer ein wenig den Spiegel vor. Eine wahrlich gelungene und gerechtfertigte Fortsetzung...mäh.
Rezensionen von Emmmbeee:
Ochsenkopf von Manik Sarkar
Leidenschaftlich, aber stur
Seltsam – zuerst fiel mir eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem Rinderkopf auf dem Cover und der Stirn auf dem Autorenfoto auf. Und dann habe ich mit Vergnügen den Roman über einen recht sturen, aber sehr begabten Metzger gelesen. Begabt ja, für das Fleisch und seine Be- und Verarbeitung, aber der zwischenmenschliche Bereich fällt dem jungen Rensing halt verflixt schwer.
Zwar hat er mit seiner Frau eine kluge Person an seiner Seite, aber das anzuerkennen, fällt ihm schwer. Doch es gibt eine gewisse Handlung, die ihm die Kraft für die richtigen Entscheidungen gibt…
Ich habe mich beim Lesen öfters köstlich amüsiert. Der unaufgeregte, ruhige Stil hat mich davongetragen, die Bilder sind stark und eindrücklich, die Charaktere eingängig gestaltet. Zudem interessieren mich Menschen am Rand der sogenannten „Normalität“ ohnehin viel mehr als alle anderen. Rensings Kampf gegen den Supermarkt bzw. seinen abgewanderten Kundenstock nimmt groteske Ausmaße an. Die Vernunft ist zwar bei seiner Frau durchaus beheimatet, doch es fällt ihrem Gatten schwer, das anzuerkennen. Einerseits der ruhig fließende Erzählton, andrerseits das viele Neue, das den Metzger zum Umdenken zwingen will, ihm immer mehr zusetzt und ihm innere Stürme beschert.
Von mir aus hätte auf die junge, praktisch veranlagte Metzgerstochter und nun Ehefrau Jacomine und auf eine andere Außenseiterin, Jans, mehr eingegangen werden können.
„Sturkopf“ ist lustig und traurig zugleich, weil ein so hingebungsvoller, begabter Mensch immer wieder scheitert. Auf jeden Fall ein ungewöhnliches Thema, kurzweilig und lesenswert, mit Blick auf die Einzelheiten, gestaltet. Der Einblick in das Metzgerhandwerk und wie ein Handel dabei vonstattengehen kann, hat mein bescheidenes Hausfrauenwissen überdies erweitert.
Von diesem Autor möchte ich mehr lesen. Gern empfehle ich den Roman weiter.
Rezensionen von Liselottchen:
Ein unerhörter Wunsch von Ann Packer
Was bleibt am Schluss?
Claire hat Krebs und nur mehr wenige Monate Lebenszeit. Sie lebt mit ihrem Mann Elias in einem schönen Haus, ihre Kinder sind beide erwachsen. Die Tochter Abby ist verheiratet und lebt mit Mann und Töchtern weiter fort, auch der Sohn Josh ist nicht in der Nähe. Eliot kümmert sich um Claire, man kann sagen, dass sich das Leben in den letzten Jahren hauptsächlich um Claire und ihre Krankheit gedreht hat.
Als ihre Freundinnen Holly und Michelle anreisen, äußert Claire den ungewöhnlichen Wunsch, dass Eliot ausziehen möge, sie wollte die letzten Wochen nur mit den Freundinnen verbringen. Als Begründung gibt sie an, dass sie das ebenso gemacht hätte, als damals eine andere Freundin erkrankt war, die sie bis zum Tod begleitet hätten. Eliot ist wie vor den Kopf gestoßen, doch er möchte den letzten Wunsch seiner Frau nicht abschlagen und zieht in Hollys Haus. Kurz darauf bemerkt er, das er auch als Besucher nicht willkommen ist ...
Das Buch war überhaupt nicht meins und hat mich richtig runtergezogen. Nich wegen der Krebserkrankung und dem drohenden Tod, sondern weil ich Claires Verhalten in keiner Weise nachvollziehen konnte. Die Geschichte ist in der dritten Person aber ausschließlich aus Eliots Sicht geschrieben, ich hatte tiefes Mitgefühl mit dem Mann. Dass die Partnerin es vorzieht, die letzte Zeit mit Freundinnen zu verbringen, anstatt mit dem Lebenspartner, war für mich unverständlich und traurig. Eliot leidet darunter und ich musste zeitweise das Buch weglegen, weil ich das Gefühl hatte, Claire schütteln zu müssen. Krankheit hin oder her, sie verhält sich egoistisch und verrückt. Leider erfährt man nichts von ihren Gedanken und Gefühlen, vielleicht hätte ich sie dann besser verstehen können, so konnte ich das nicht. Allerdings muss ich auch sagen, dass Eliot schwach wirkt, er nimmt alles hin, ohne sich wirklich zu wehren.
Die zwei Freundinnen blieben mir unsympathisch, zeitweise schien es, dass sie richtig Freude daran hatten, dass Eliot ausgeschlossen wurde und sie nun in Claires Leben die Nummer eins waren. Der Roman plätschert dahin, bleibt für mich oberflächlich, keine Gespräche, die die Eheleute näherbringen, wie es oft im Angesicht des nahenden Todes ist. Gegen Schluss tut Claire zusammen mit ihren Freundinnen etwas, das Eliot tief verletzt, weil er erneut ausgegrenzt wurde.
Ich begreife nicht, was uns die Autorin damit sagen wollte, denn eine Entwicklung der Figuren kann ich nicht feststellen.
Auch der Schluss blieb schwammig, es erschien mir, als wollte sich die Autorin mit dem »danach« nicht auseinandersetzen. Dieses Thema, das mich normalerweise tief berührt und das ich in vielen Büchern hautnah ergreifend erleben durfte, konnte mich hier nicht abholen.
Rezensionen von Phija:
00-Laschet von David Safier
Welchem Politiker kann man schon die Welt anvertrauen?
Armin Laschet als Geheimagent? Ob das eine so gute Idee ist? In "00-Laschet" ist das (leider?!) Realität. Ich kann mir nur wenige andere vorstellen, die für die Rettung der Welt noch schlechter geeignet wären. Aber durch überzeichnete Charaktere und absurde Situationen entfaltet sich im Laufe der (eher kurzen) Lesezeit eine humorvolle Politsatire und ein gar nicht so übler Agent 00-Laschet.
Durch den sehr lockeren, humorvollen Schreibstil und die sehr kurzen Kapitel lässt sich das Buch wirklich schnell lesen. Es ist weder anspruchsvoll noch beinhaltet es unerwartete Wendungen, sondern überzeugt hauptsächlich durch seinen Humor. Diesen würde ich eher als stumpf bezeichnen, trifft bei mir aber genau ins Schwarze.
Die Rolle, die Laschet hier einnimmt, ist amüsant mit anzusehen und hat mir immer wieder ein Schmunzeln hervorgelockt. Seine Begleitung, die junge Agentin 12, bringt dabei frischen Wind mit. Als junge Leserin, die der Gen Z zugehörig ist, hatte ich fast etwas Sorge, dass das Buch eher Boomer-Humor bedient, doch dem war gar nicht so! Gerade das Aufeinandertreffen der Generationen, was überraschend akkurat und ohne Vorverurteilung von statten ging, war tatsächlich einfach gut geschrieben.
Die Geschichte wird jedoch in ihrem Verlauf immer abgedrehter, schneller und hat am Ende mit der Realität nur noch wenig zu tun. Gerade das ist absolut Geschmackssache. Da ich bei dem Buch mit der Haltung rangegangen bin, einfach gut unterhalten zu werden, war das für mich vollkommen in Ordnung.
Wer also ein Buch sucht, das man einfach mal zwischendurch lesen kann, ohne sich dabei groß anzustrengen, wird mit "00-Laschet" sehr wahrscheinlich glücklich! Damit es keine bösen Überraschungen gibt (18€ sind ja schon nicht ohne), empfehle ich jedem, der etwas unsicher ist, einen Blick in die Leseprobe zu werfen. Dort wird gleich auf den ersten Seiten sehr deutlich, worauf man sich mit "00-Laschet" einlässt.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Zu viel von Allem und zu wenig vom Richtigen von Michael Lehofer
Viele tiefgründige Gedanken
Dr. Michael Lehofer interessiert sich schon seit langem intensiv für die Tiefen der menschlichen Seele. So hat er sowohl ein Psychologie- als auch ein Medizinstudium absolviert und arbeitet nun seit Jahrzehnten als Psychiater, Klinischer Psychologe und Psychotherapeut. Er hat schon einige Bücher veröffentlicht, in denen er seine Praxiserfahrungen und philosophischen Gedanken dazu mit einem breiten Publikum teilt.
In seinem neuesten Werk "Zu viel von Allem und zu wenig vom Richtigen" geht es auch wieder um Betrachtungen der heutigen Gesellschaft, durch die Linse eines erfahrenen Praktikers, der Menschen bei ihren Lebensthemen unterstützt und dabei so einiges erlebt hat. Gegliedert nach Themen wie "Sehnsucht", "Lebenskunst", Selbstverwirklichung", "Dankbarkeit" oder auch "Das Göttliche" schreibt der Autor von seinen Gedanken und Erfahrungen dazu. Es sind interessante und erfrischende Perspektiven, so einiges interpretiert er neu, auf eine Art und Weise, wie sie mir bisher noch nicht begegnet ist und mich als Leserin ebenfalls zu neuen Betrachtungsweisen anregt.
Hier ein paar Beispiele:
"Spiritualität ist die Anerkennung des Zauberhaften im Leben. Die Theologie versucht aufgrund von heiligen Schriften und Überlieferungen, Antworten auf die numinose, die jenseitige Welt zu finden. Damit banalisiert sie weitestgehend die faszinierende spirituelle Sphäre. Denn was Gott und das Numinose (also das nicht in Realitätskonstrukte Einbaubare) sind, kann man nicht beantworten, sondern nur anfragen. Auch die sogenannten heiligen Schriften bieten keine Antworten, sondern sind Einladungen für eigene existenzielle Fragen. Ansonsten sind die heiligen Schriften nicht heilig. Das Heilige ist nämlich nur heilig, wenn es heilsam ist, nicht, wenn irgendeine Religionsbehörde es für heilig erklärt. Im Fragen nach dem Göttlichen liegt somit das Heilende." (S. 66 im E-Book)
"Trauer ist eine wunderbare Kompetenz. Sie erzeugt im Menschen die Fähigkeit zur ständigen Metamorphose, die notwendig ist, um in das eigentliche Selbst hineinzuwachsen." (S. 115 im E-Book)
"Kein Geschenk ist gratis. Geschenke kosten die Unverbindlichkeit und führen zu Verbindlichkeit." (S. 44 im E-Book)
Insgesamt kann man spüren, dass der Autor ein gläubiger, spiritueller und suchender Mensch ist, aber auch ein kritisch hinterfragender. Manchen Aussagen habe ich angemerkt, dass es sich um einen Menschen handelt, der fast 30 Jahre älter ist als ich, dieses Jahr 70 geworden ist und somit aus einer anderen Generation und gesellschaftlichen Prägung stammt als ich. So blickt er durchaus sehr skeptisch auf manche modernen gesellschaftlichen Entwicklungen, diese Ansichten mag man teilen oder auch nicht.
Doch geht es bei diesem vielfältigen und intelligenten Werk ja auch nicht darum, in allem mit dem Autor einer Meinung zu sein. Stattdessen leistet es das, was gute Bücher leisten sollen: den eigenen Geist, das eigene Gefühl und das kritische Denken und Nachspüren anzuregen, die Thesen des Autors auf sich wirken zu lassen, damit in Dialog zu gehen und die eigenen Perspektiven auf die Welt wieder ein Stück weit zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
Es ist ein wertvolles Buch mit vielen tiefgründigen Gedanken, das man am besten nicht nur einmal liest, sondern stückchenweise und immer wieder mal konsultiert, für einen Dialog mit einem intelligenten Gegenüber, das sich viele interessante Gedanken gemacht hat. Ich kann es allen, die gerne nachdenken und sich für Psychologie, Philosophie und gesellschaftliche Fragen interessieren, sehr empfehlen. Auch als Geschenkbuch für Menschen mit diesen Interessen eignet es sich bestens.
Rezensionen von Sheilo:
The Monet Family - Shine Bright Like a Diamond von Weronika Anna Marczak
Das turbulente Finale der großartigen Buchreihe
Adrien hat Hailie das Herz gebrochen, doch Hailie denkt noch oft an ihn. Als er plötzlich vor ihrer Tür steht, muss sie ihre gesamten Gefühle unterdrücken, um ihm nicht um den Hals zu fallen. Ob es noch eine zweite Chance für die beiden gibt, trotz all dem, was vorgefallen ist?
"The Monet Family – Shine Bright Like a Diamond" ist ein Buch, auf welches ich mich riesig gefreut habe und das nun die Geschichte von Hailie abschließt.
Es wird sehr spannend und turbulent, denn auf Hailie warten neben einem großen Gefühlschaos noch so einige Zwischenfälle und man merkt, wie gefährlich ihr Leben ist. Ich selbst habe das Buch beim Lesen kaum aus der Hand legen können, so gefesselt hat mich dieses Finale.
Wenn man sich die Entwicklung von Hailie in Verlauf der kompletten Reihe ansieht, kann man einfach nur sagen, dass sie eine verantwortungsvolle und selbstbewusster Frau geworden ist, die für ihre Liebsten alles tut. Auch die Brüder hat sie wohl an der ein oder anderen Stelle geformt und Hailie bereichert das Leben ihrer Familie und ihrer Freunde sehr.
So einige interessante Informationen erhalten wir in diesem Band auch über Will und Vincent, wobei mich einige davon sehr überrascht haben. Ich selbst liebe die "Monet Family"-Reihe und kann sie allen sehr empfehlen, die Young Adult mit ein paar Mafia Vibes lieben. Ich würde mich sehr freuen, wenn auch das Spin-Off der Autorin über Lissy, der Tochter von Vincent, übersetzt werden würde.
Rezensionen von Natalie:
Eine zu viel von Samantha Hayes
Mehr Familiendrama statt Thriller
Das Testament von Ray birgt eine unangenehme Wahrheit in sich. Seine Frau Connie lädt deswegen ihre drei Töchter mit deren Familien ins schottische Hochland in ihre Familien-Lodge ein. Während Connie nach dem perfekten Moment sucht, um auf das Testament zu sprechen kommen, kommen auch ohne diesem immer mehr Spannungen hoch und die Situation scheint kurz vorm Eskalieren…
„Eine zu viel“ ist für mich persönlich weniger Thriller, als mehr ein Spannungsroman mit Fokus auf eine komplexe familiäre Geschichte mit so einigen Geheimnissen.
Sehr gut gefallen hat mir das Setting in der Lodge, das schlechte Wetter, die raue Natur des schottischen Hochlands. Auch die Erzählweise aus der abwechselnden Sicht der Protagonisten ist gut umgesetzt, man spürt ihre Emotionen. Dadurch kommt auch zusätzliche Spannung auf und man wartet immer gespannt darauf, was wohl als nächstes passiert. Die Wendungen wurden dabei geschickt platziert und gipfeln dann im Finale.
Alles in allem ein Buch, welches ich gern gelesen habe. Wer allerdings einen „klassischen“ Thriller sucht, wird hier wohl eher etwas enttäuscht sein, da es, wie schon erwähnt, doch eindeutig mehr ein komplexes Familiendrama ist.











