Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Peachybookdreams :
Dinghai Fusheng Records. Buch 1 von Fei Tian Ye Xiang
Mein erster Danmei Roman
-Als großer Fan queerer Liebesgeschichten war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Ich habe schon viel von Danmei gehört, aber selbst noch keines gelesen. Als kompletter Neuling im Genre war das Buch stellenweise nicht leicht für mich.-
Am meisten Schwierigkeiten hatte ich mit dem Erzählstil der Geschichte.
Ich glaube, 60–70 % der Dialoge bestehen nur aus der Lore des Worldbuildings, was mir persönlich zu viel war. Es hat mich eher aus der Geschichte herausgerissen, als mein Verständnis für die Welt zu vertiefen. Die Orte werden kaum beschrieben. Da ich optisch mit dem antiken China vertraut bin, konnte ich es mir trotzdem einigermaßen vorstellen. Wer aber gar kein Bild dazu hat, wird sich hier mit der Immersion deutlich schwerer tun. Eine große Stärke hatte der Schreibstil aber, und zwar der Humor, ohne den ich die vielen Hintergrundinfos nicht überstanden hätte.
Beide Protagonisten haben mir sehr gefallen. Chen Xing ist Exorzist und auf der Suche nach seinem Schutzpatron, den er unbedingt braucht, um die Menschheit vor einer drohenden Dämonenkatastrophe zu schützen. Er besitzt ein Artefakt, die Herzlampe, die ihm den Weg zu seinem Schützling weist, und diese führt zu einem mageren, verwahrlosten Gefangenen namens Xiang Shu. Chen Xing sorgt für die meisten lustigen Momente. Er ist an einem Glückstag geboren worden, deshalb sucht ihn das Glück regelrecht heim. Nur für alle anderen scheint es eher das Gegenteil zu bewirken: Wo Chen Xing auftaucht, ist Chaos vorprogrammiert.
Xiang Shu ist das komplette Gegenteil von Chen Xing. Er ist anfänglich wortkarg und launisch. Dass er der Schutzpatron des Jüngeren sein soll, passt ihm gar nicht. Außerdem scheint er etwas Wichtiges über sich vor ihm zu verbergen. Doch es bleibt den beiden nichts anderes übrig, als zusammenzuarbeiten, als die Dämonen angreifen. Xiang Shu war ein Charakter, den ich anfangs überhaupt nicht einschätzen konnte. Seine Entwicklung hat ihn dann Stück für Stück greifbar gemacht.
Die Dynamik zwischen den beiden ist wirklich der langsamste Slow Burn und man freut sich über jeden kleinen Moment, den man bekommt. Da Chen Xing erst 16 ist, fand ich das auch angemessener, dass noch nichts passiert ist. Trotzdem fand ich es schön zu sehen, wie langsam die Mauern zwischen den beiden zu bröckeln beginnen und eine Vertrautheit entsteht.
Es gibt einige Intrigen und natürlich auch Kämpfe, auch wenn diese teilweise schnell abgewickelt worden sind. Beide Protagonisten sind so stark, dass ich nicht das Gefühl hatte, um sie bangen zu müssen. Deshalb war es manchmal nicht ganz so spannend, wie erhofft.
Fazit: Da ich noch nie ein Danmei gelesen habe, hat mich die lange Diskussion über die Welt und andere Herrscher teilweise echt überfordert. Trotzdem sind mir aber die Charaktere sehr ans Herz gewachsen, besonders Chen Xing habe ich lieb gewonnen. Es gab einige Stellen, an denen ich so gelacht habe, weil ich den Humor echt toll fand. Deshalb liegt meine Sternebewertung genau in der Mitte, die positiven aber auch negativen Aspekte halten sich genau die Waage. Ich bin neugierig, wie es weitergehen wird. Ich habe schon die Hoffnung, dass es im nächsten Teil nicht ganz so viele Hintergrundinfos geben wird, da so viel in diesem Band erklärt wurde.
Rezensionen von ReiShimura:
Counting Days von Steffi Kuhlmann
Sympathisch, glaubwürdig und angenehm zu lesen
Steffi Kuhlmann gelingt mit ihrem Debüt ein gefühlvoller New-Adult-Roman, der besonders durch seine authentischen Figuren und den ungewöhnlichen Schauplatz Heidelberg überzeugt. Ein äußerst angenehmes Leseerlebnis mit wenigen langatmigen Passagen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass es sich hierbei um eine deutsche Autorin handelt, die sich traut ihr Buch in Deutschland spielen zu lassen.
In der letzten Zeit habe ich vermehrt feststellen müssen, dass die meisten Bücher eher in Amerika oder England spielen. Deutschland als Schauplatz gilt wohl in vielen Fällen als uncool.
Steffi Kuhlmann stammt selbst aus Heidelberg und das merkt man den detailreichen und stimmungsvollen Beschreibungen der Stadt an. Diese wirken deutlich authentischer und sympathischer, als ich es in vielen anderen Büchern erlebt habe.
Doch nicht nur die Umgebungsbeschreibungen sind glaubwürdig. Das gleiche trifft auch auf ihre Charaktere zu. Man muss zwar Dalia und Xander nicht unbedingt sympathisch finden, aber realistisch sind sie auf jeden Fall. Die beiden Hauptcharaktere haben Ecken und Kanten, Stärken und noch mehr Schwächen, ganz viele Probleme und Unsicherheiten.
Die Autorin spricht in ihrem Buch viele Themen an, die sehr gut zur Zielgruppe des Buches passen, aber auch für erfahrene Leser:innen nicht uninteressant sind. Positiv hervorheben möchte ich, wie gut sie den inneren Kampf von Lia und ihren Versagensängsten darstellt. Dies war für mich sehr überzeugend und nachvollziehbar.
Die Nebencharaktere sind interessant und von manchen hätte ich gerne mehr erfahren. Leider hat die Autorin sich hier stark zurückgehalten. Das Buch hätte jedoch deutlich gewonnen, wenn das Hin und Her zwischen Lia und Xander ein wenig gekürzt und dafür ein wenig mehr Zeit auf die Nebencharaktere verwendet worden wäre.
Die Handlung ist an vielen Stellen vorhersehbar, hat aber dennoch einen hohen Unterhaltungswert. Der Schreibstil von Steffi Kuhlmann hat mir gut gefallen und ich denke, dass ich wieder zu einem Buch von ihr greifen würde.
Pikante Szenen sind im Buch, wie nicht anders zu erwarten, vorhanden, nehmen aber nur einen geringen Teil der Geschichte ein. Alles in allem war dies für mich eine angenehme Leseerfahrung. Daher möchte ich das Buch gerne an andere Liebhaber von romantischen New Adult Romanen weiterempfehlen.
Rezensionen von brauneye29:
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Warmherziger Roman
Zum Inhalt:
Eigentlich will Ina sich doch nur in den richtigen Mann verlieben, aber irgendwie geht das immer schief. Gemeinsam mit ihrem Sohn wohnt sie zusammen in einer Siedlung und arbeitet in einem Tattoo-Studio. Und in ihrer Umgebung gibt es viele Menschen wie sie. Sie wohnen zwar in der Nähe, aber sind doch allein.
Doch dann geschieht etwas, was die Menschen in der Siedlung zusammen bringt.
Meine Meinung:
Was für ein warmherziger Roman. Es war schön, wie so langsam aus Fremden, die sich maximal gegrüßt haben, nach und nach Freunde werden. Klar, an der ein oder anderen Stelle waren die Zufälle, die dazu führten etwas arg konstruiert, nahm aber der Geschichte trotzdem nicht den Zauber. Vor allem werden viele auch ernste Themen aufgegriffen und auch gut geschildert, das hat mir gut gefallen. Es hinterlässt auch so ein Gefühl von, lass doch mal hinter die Fassade der anderen schauen. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich auch gut gelesen fand.
Fazit:
Warmherziger Roman
Rezensionen von Karina :
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Ein buntes Miteinander
4,5 Sterne
'Guten Morgen, schönes Wetter heute' - das ist nicht nur eine alltägliche Smalltalk-Floskel, ähnlich wie "Na, wie geht's?", sondern auch der Titel des Romans von Tanja Kokoska. Und genau dieses Buch möchte ich euch heute ans Herz legen. ????
Die Geschichte spielt in einer Großstadtsiedlung, in der 1583 Menschen miteinander - oder vielleicht eher nebeneinander - leben.
Wir begleiten einige von ihnen und erhalten Einblicke in ihre Sehnsüchte, Ängste, Hoffnungen und Träume. Dabei erzählt der Roman von den kleinen und großen Dingen des Lebens: davon, dass man manchmal mutig sein muss, loslassen sollte, genauer hinsehen darf und wie wichtig die kleinen Gesten sind, die unser Miteinander zusammenhalten.
Auf die einzelnen Figuren möchte ich gar nicht so sehr eingehen, denn der Klappentext verrät bereits ein wenig über sie. Aber eines muss ich unbedingt erwähnen: Ich fand alle Charaktere unglaublich lebendig und liebevoll gezeichnet. Jede einzelne Geschichte hatte ihren Reiz. Besonders berührt hat mich jedoch die Geschichte der Familie Arslan - warum, das dürft ihr gerne selbst herausfinden.
Dieses Buch verbindet Tiefgründigkeit mit einer wunderbaren Leichtigkeit und hat mir beim Lesen sehr viel Freude bereitet.
Deshalb kann ich meine Empfehlung vom Anfang nur wiederholen: Lest es! Ich glaube, dass diese Geschichte viele Menschen begeistern wird. ????✨️
Rezensionen von Nicole Koppandi:
New-York-Trilogie von Paul Auster; Paul Karasik; Lorenzo Mattotti; David Mazzucchelli
Sehr gelungene Graphic Novel Adaption
Habe gerade die Ghost Stories von Siri Hustvedt gelesen und da hatte es sich angeboten, Paul Austers New York Trilogie wieder zu lesen. Als “Prosa“-Lektüre habe ich mir die Trilogie schon vor ca 20 Jahren zu Gemüte geführt, wobei ich heute wenig Erinnerung daran habe, außer dass es ein absolut geniales Buch war.
Diese Graphic Novel-Adaption von „Stadt aus Glas“, „Schlagseiten“ und „Hinter verschlossenen Türen“ ist aber jedenfalls bestens geeignet den Inhalt wieder aufzufrischen.
Alle drei Detektivgeschichten sind so anders und gerade deshalb so besonders – jede einzeln inhaltlich zu beschreiben, würde hier den Rahmen sprengen. Nur so viel: jede Geschichte ist genial, surreal und unglaublich gut durchdacht. Die Stimmung ist düster und irgendwie unheimlich, weil die Protagonisten verstricken sich in Obsessionen einerseits und sind andererseits immer einsam. Dabei steigern sie sich gedanklich rein und schon nehmen die Dinge ihren Lauf.
Die Zeichnungen sind alle in schwarz-weiß gehalten, jedoch hat jede der drei Geschichten einen eigenen Stil.
Paul Karasik und David Mazzucchelli ist eine großartige Adaption gelungen, die gut mit dem Original mithalten kann.
Der Standard schreibt in seiner Kritik: „[…] Die literarischen Vorlagen werden in der Comicinszinierung der New-York-Trilogie niemals nur abgebildet, sondern erweitert und in einem ästhetischen Dialog in visuelle Allegorien und eine neue bildliche Sprache übersetzt“ – ich könnte keine besseren Worte zur Charakterisierung dieser Graphic Novel-Adaption finden.
Große Empfehlung!
Aus dem Englischen von Joachim A. Frank
Rezensionen von herrfabel:
Ultramarin von Ann-Christin Kumm
Ein spannungsreicher Urlaub mit Folgen
"Der leblose Körper ruht dicht vor dem Holzstapel, die Augen zur Decke gerichtet, leer. Der Mund steht leicht offen. Halb Lächeln, halb Verblüffung. Ein Arm ist in einem seltsamen Winkel abgespreizt [...] Sie hätte nicht mitkommen dürfen. Ich hätte das nicht zulassen dürfen. Hinterher weiß man so etwas.
"
Vielleicht hat es sich auch schon vorher angebahnt und Lou wollte es einfach nicht wahrhaben? "Der leblose Körper..." so beginnt dieser toxisch aufgeladene Beziehungs-/Spannungsroman Ultramarin von Ann-Christin Kumm. Eigentlich war alles anders geplant, Lou und sein Freund Raf, dessen Schwester Sophie und Nora, eine Freundin von ihr, wollten gemeinsam Urlaub an der dänischen Küste machen. Doch Sophie ist kurzfristig abgesprungen und so fahren sie nun zu dritt, zum Ferienhaus von Rafs Familie. Zunächst ein sehr unbeschwertes Bild, die Wellen, die Idylle, das Kennenlernen... doch mit jeder weiteren Seite bekommt die Fassade Risse, in Rückblenden lernen wir Lous und Rafs Geschichte kennen, ihre Liebe und Schulzeit, erfahren von den früheren gemeinsamen Urlauben und von Jakob. Es entsteht eine toxische Dynamik oder war sie schon immer da? Und als Nora dann plötzlich eines Nachmittags verschwindet... bei dem Anfang?
Insgesamt ist es ein wohlkonstruierter, sehr aufgeladener Roman mit mehreren Spannungsbögen und ergänzenden Rückblenden. Eigentlich ein sehr geschickt gemachter Text, denn durch das vorweggenommene Unglück wird man als Leser*in sofort mitgerissen, stellt Vermutungen auf und versucht Entwicklungen zu deuten. Auch dass Lou, keine weibliche Protagonistin ist, habe ich erst recht spät verstanden, was mich irgendwie noch immer fasziniert. Und so habe ich dann auch lange über diesen Roman und seine Wendungen, wie Handlungen nachgedacht, was leider nicht immer positiv war... Die Dynamik zwischen den Figuren fand ich sehr spannend, teils hat mich dieses Buch an In blaukalter Tiefe von Kristina Hauff erinnert, nur eben mit einem Haus, statt einem Boot. Vergleichend fand ich diese Geschichte, dann deutlich besser, die Machtverhältnisse und Ungleichheiten interessanter beschrieben, das Austesten der Grenzen zwischen den einzelnen Figuren nicht ohne, aber inhaltlich harkte es für mich an so einigen Stellen. Schon zu Beginn wunderte ich mich über die Konstellation der Gruppe: Würde man als Frau mit zwei, beinahe fremden Typen in den Urlaub fahren? Auch im weiteren Verlauf (ich möchte nun nichts vorweg nehmen) fand ich es sehr fraglich, dass XY nichts von den beschriebenen, einschneidenden Erlebnissen mitbekommen hat oder eingeschritten ist, nichts näher hinterfragt hat, scheinbar nichts zu hören war oder oder. Das hat mich schon beim Lesen wahnsinnig genervt und zeitgleich fühlte ich mich so mitgerissen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie dieser Roman ausgeht und auf welchen Höhepunkt diese toxische Beziehungsdynamik zusteuert. Und dann das Ende... naja.
Kurz gesagt: ich hab Ultramarin irgendwie gern gelesen, es ist ein toller, unterhaltsamer Spannungsroman mit so einigen Abzügen. Es ist kein Lieblingsbuch geworden, aber so als Strandlektüre oder zwischendurch kann man´s schon mal lesen.
Rezensionen von Sheilo:
Last Kiss of Summer von Jessica M. Felleman
Emotionale Second Chance Romance
Sera hat nicht nur als Baby gekämpft, als ihr Herz das erste Mal versagte und sie ein Spenderherz erhalten hat. Sie teilt eine lange Geschichte mit ihrem früheren besten Freund Luke, der ihr alles bedeutet hat und ihr doch das Herz brach. Nach 2 Jahren kehrt Sera nun an ihren einst liebsten Ort der Sommer zurück, nach Cape Cod.
Nur wie soll sie es anstellen und Luke dort aus dem Weg gehen, der immer noch im Haus nebenan wohnt?
"Last Kiss of Summer" ist eine wahnsinnig emotionale Second Chance Romance von Jessica M. Felleman. Das wundervolle, sommerliche Setting macht richtig Lust auf Urlaub und Sommer, doch bietet diese Geschichte einen sehr tiefgründigen Kern rund um das Thema Organspende. Denn die gesundheitlichen Probleme belasten dabei nicht nur den Patienten selbst, sondern auch das familiäre Umfeld richtet das Leben nach der Krankheit aus, um die Person bestmöglich zu unterstützen.
Die Handlung des Buches ist fesselnd und das Ende kam sehr unerwartet, doch passte sehr gut zur Geschichte.
Sera ist eine aufgeweckte junge Frau, die versucht, das Beste aus allem zu machen. Sie liebt Kunst und so nutzt sie die Möglichkeit, in einem Kunst-Feriencamp als Betreuerin zu arbeiten. Denn sie selbst hat dieses Camp früher geliebt und immer wieder wecken Momente ihre Erinnerungen an die Zeit mit Luke. Luke mag ich als Charakter auch sehr, vor allem wie er sich um seine Familie kümmert, wobei er seine eigenen Wünsche teilweise aus den Augen verliert.
Die Gefühle und Emotionen zwischen Luke und Sera sind beim Lesen sehr greifbar und ich mag die Entwicklungen zwischen ihnen. Ich muss aber auch zugeben, dass mich die emotionalen Szenen sehr zu Tränen gerührt haben. Neben den Protagonisten habe ich vor allem Maddy, die beste Freundin von Sera, ins Herz geschlossen.
Wer tiefgründige Jugendbücher mag, der wird "Last Kiss of Summer" lieben, da es Emotionen, die Liebe zur Kunst und ein wundervolles, sommerliches Setting vereint und mich sehr zum Nachdenken über das Thema Organspende angeregt hat. Ich kann es sehr empfehlen.
Rezensionen von kabo16:
Im Morgengrauen von Marc Raabe
Wo ist der Bundeskanzler?
Endlich geht es mit Art Mayer und seiner Kollegin Nele Tschaikowski weiter. Es ist der 4. Band dieser Reihe, und man sollte die vorherigen Teile unbedingt gelesen haben, sonst fehlt einem zu viel Hintergrundwissen. Alle, bis auf Nele, sind verbunden durch ihre Vergangenheit. Aus Teenager-Zeiten, die sie geprägt hat.
Vom Kind zum Erwachsenen - wo sehr viel passiert ist. Das wird auch in diesem super spannenden Thriller immer eine Rolle spielen.
Der Leser schaut hinter die Kulissen der Macht. Da ist jeder nur ein Mensch, der sein Schicksal meistern muss.
Dieses mal rutscht auch Neles familiäre Situation stärker in den Fokus. Familie und Zusammenhalt spielt eine große Rolle, dies tut der Spannung aber keinen Abbruch. Es macht die Ermittler nur sympathischer. Gerade bei Art ist die harte Schale ja kaum zu durchbrechen.
Zum Inhalt: Der Bundeskanzler Henrik Westphal ist verschwunden. Hat er sich abgesetzt, weil Videos seiner angeblichen Affäre aufgetaucht sind?
Nach über 500 Seiten werden Sie es wissen.
Das Cover passt mit seinen grellen Farben perfekt zu den ersten Büchern dieser Reihe.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Ein Wiedersehen im Sommer von Julie Caplin
Dem Dorfleben entfliehen?
Beth, die sich im ersten Band der "Country Escapes"-Reihe so gut um Neuling Ella gekümmert hat, hat Herzschmerz. Jack, der jüngere Sohn des Tierarztes Geoffrey, hat Schluss gemacht. Niemand weiss davon, bis Jack urplötzlich doch in Wilsgrave aufschlägt. Nun kann sie es nicht mehr für sich behalten und das Dorf weiss schneller Bescheid, als ihr lieb ist.
Bei Beth, die eh schon kein gesundes Selbstwertgefühl hat, dreht sich nun das Gedankenkarussell pausenlos. Soll sie kündigen, wird ihr gekündigt und wer ist sie eigentlich, wenn sie nicht die beliebteste Tierarztassistentin in Wilsgrave ist?
Grund für ihre Selbstzweifel und ihr ständiges Gefühl, nur geduldet zu sein, liegt in ihrer Kindheit. Der Vater weg, die Mutter krank und egoistisch, wächst sie in keiner guten Umgebung auf. Sie denkt, sie hätte die Lehrstelle nur durch Mitleid erhalten und sei in der Praxis auch nur geduldet, so lange sie mit Jack liiert ist. Auch ihr gemeinsames Häuschen gehört eigentlich seinen Eltern, also muss sie dort wohl auch raus - und Tiggy aus dem Tierheim zu sich zu holen, geht somit auch nicht.
Was alles nicht stimmt, denn Beth ist sehr beliebt in Wilsgrave. Sie selbst kann das nicht sehen. Als ihre Wohn- und Jobsituation geklärt ist, überlegt sie sich, was sie selbst aktiv, nach ihren Wünschen, an ihrer Lebenssituation ändern könnte. "Erst mal ich", ist bald ihre neue Devise.
Damit stösst sie Jack vor den Kopf, der bald merkt, was er an Beth hatte. Aber auch er beschäftigt sich mit ähnlichen Fragen wie Beth. Beide sind eigentlich nie aus Wilsgrave rausgekommen, ausser Jack während seinem Studium. Und so fühlt sich alles gerade sehr eingefahren an, während beide, jeder für sich, überlegen, wie sie vielleicht doch noch dem Dorfleben entfliehen könnten.
Während sie dies tun und Pläne schmieden, läuft das Leben weiter und auch die jahrelangen Gefühle füreinander lassen sich nicht einfach abstellen. War ihre Beziehung vielleicht doch nicht nur eine Jugendliebe, von der man sich aus Bequemlichkeit nicht verabschieden wollte, sondern eine viel tiefere Liebe als angenommen? Doch da ist noch Jamie, ein Journalist, der gerade einen Artikel über das "Land- versus Stadtleben" schreibt, was thematisch perfekt zu dieser Reihe passt.
Beth ist eine total sympathische Frau, während Jack meine Sympathie erst noch verdienen musste. Allerdings fand ich das "Selbstmitleid" der beiden zu repetitiv. Einige Male weniger darauf aufmerksam zu machen, hätte gereicht. Dafür ist das Setting in Wilsgrave wie schon im ersten Band gut gelungen, der Zusammenhalt im Dorf ist gross. Mit bekannten Figuren aus Band 1 gibt es ein Wiedersehen und viele neue Charaktere im Umfeld von Beth machen den Roman interessant.
Der heimliche Star in "Ein Wiedersehen im Sommer" ist aber klar Tiggy, Beths Hündin, die schnell zeigt, wen sie mag und wen nicht.
Fazit: Ein kurzweiliger zweiter Band. Nur leider muss man sich nun einige Zeit gedulden, bis der nächste Band erscheint ;-)
4 Sterne.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Ein Zuhause im Frühling von Julie Caplin
Eine Stadtpflanze entdeckt das Dorfleben
Ella soll das Cottage ihrer Patentante Magda für einige Monate hüten. Die Stadtpflanze auf dem Land. Juhui.
Doch Ella ist so verzweifelt, dass sie sich das freiwillig antut. Damit ihr nicht langweilig wird und sie nicht nur mit Nachdenken beschäftigt ist, wurde sie von Magda mit diversen Aufgaben bedacht.
Ebenso kümmern sich einige Nachbarn und Dorfbewohner mehr um Ella, als ihr lieb ist. Mit Tierarztassistentin Beth freundet sie sich auf den gemeinsamen Spaziergängen mit den Hunden an. Beth ist auch diejenige, die Ella das Dorfleben in Wilsgrave erklärt.
Ella ist lebensunfähig. Das denkt man sich auf jeden Fall beim Lesen der ersten Seiten, in denen erzählt wird, wie sie mit dem Haushalt überfordert ist. Ganz zu schweigen vom Hund, den sie betreuen soll. So kommt Ella zu Beginn sehr unsympathisch rüber, was wohl die volle Absicht der Autorin war. Doch je mehr man Ella kennenlernt und sie die Dorfbewohner, je besser versteht man sie. Das Landleben ist doch nicht so schlimm, wie sie es erwartet hat und so macht Ella im Laufe der Geschichte eine grosse und glaubhafte Wandlung durch.
Der Kontrast zwischen der quirligen und aufgeblähten Kunstwelt in London und dem behäbigen Dorfleben in Wilsgrave könnte nicht grösser sein. Hier kommt Ella endlich zum Luft holen und entdeckt, was in London alles falsch gelaufen ist.
Auch der junge Tierarzt Devon, der für seinen Vater in dessen Praxis einspringt und sich überlegt, wieder nach Wilsgrave zu ziehen, hat in London ähnliche Erfahrungen machen müssen wie Ella. Als die beiden sich kennenlernen, zoffen sich beide an. Erst langsam bröckeln bei beiden die Mauern, die sie um ihr Inneres gezogen haben, dann unterstützen sie sich gegenseitig in ihrem Bemühen um faire finanzielle Belange. Doch erst müssen die beiden lernen, Hilfe anzunehmen.
Im Laufe des Romans lernt man auch andere Dorfbewohner*innen kennen: Nachbar George, der gerne bei Ella Kaffee trinkt - oder eher trinken möchte; die ehemalige Tänzerin Doris; die Organisatorin Aubrey, die die Fäden des Dorfes zusammenhält; Greta vom Pub und viele weitere Figuren, die wir sicher auch in den kommenden Bänden begleiten werden. Für die meisten Schmunzler und Eskapaden im Roman sorgen aber nicht die Zweibeiner, sondern deren vierbeinige Mitbewohner. Es sind die Hunde der beiden Protagonisten: Tess und Dexter, ohne die der Roman nur halb so gut wäre ;-)
Diesen ersten Band der "Country Escapes"-Reihe hab ich, abgesehen vom Anfang, als Ella sich schwierig verhielt, sehr gerne gelesen. Julie Caplins Schreibstil ist wie immer flüssig und die Geschichte mit viel Humor, aber dennoch auch ernsteren Themen versehen, wie aus dem realen Leben gegriffen.
Spätestens am Ende von "Ein Zuhause im Frühling" fühlt man sich heimisch in Wilsgrave und freut sich, dass noch weitere Bände geplant sind, damit man wieder "nach Hause kommen kann" und miterleben, welche anderen Wilsgraver und Wilsgraverinnen ihre Probleme angehen werden.
Fazit: Ein unterhaltsamer Auftakt zur neuen Reihe "Country Escapes" von Julie Caplin.
4 Sterne.











