Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Mit anderen Augen von Jane Tara
Wunderbar leicht, ernst und witzig zugleich
Ein Roman für fast alle Frauen über 50!
Tilda, mit 52 noch nicht alt, aber auch nicht mehr jung, geschieden, erfolgreich als Fotografin mit ihrer eigenen kreativen Firma, zwei tolle 20jährige Töchter, zwei ebenfalls tolle, langjährige Freundinnen, ein Haus in der Nähe des Strandes, ein Hund.
Eigentlich hat sie alles.
Alles, ausser ihren kleinen Finger. Also, da ist er schon noch, sie spürt ihn, sieht ihn aber nicht mehr. Als weitere Körperteile verschwinden, Tilda sich zur Ärztin wagt, und ihr die Diagnose "Unsichtbarkeit" gestellt wird, ist sie erst mal am Boden zerstört, denn sie hat noch nie davon gehört.
In einer Selbsthilfegruppe, lernt sie weitere betroffene Frauen kennen und stellt fest, dass diese ihr bisher unbekannte Krankheit weitaus verbreiteter ist, als angenommen. Es gibt sogar Literatur dazu und sie bekommt einen Termin bei einer Spezialistin, die aber umstritten ist.
Während sie selbst versucht, soviel wie möglich über die Krankheit herauszufinden, auch ob sie heilbar ist (Wissenschaftlerin Selma sagt ja, Selbsthilfegruppeleiterin Brenda nein), muss sie und ihr Umfeld erst mal lernen, damit umzugehen. Soll sie Handschuhe tragen, damit der fehlende Finger nicht auffällt? Neben solchen äusserlichen Fragen geht es auch ums Innere, ums Eingemachte.
Ausgerechnet jetzt lernt Tilda einen Mann kennen, der sich für sie interessiert. Kann und will sie sich auf Patrick einlassen, solange sie selbst noch nicht weiss, wie mit der Diagnose umgehen? Was, wenn sie eines Tages gar nicht mehr zu sehen ist, wie Carol aus der Gruppe?
Autorin Jane Tara hat mit "Mit anderen Augen" einen unglaublich kreativen Roman vorgelegt. Ein wichtiges und ernstes Thema hat sie in eine humorvolle Geschichte verpackt. Nur schon die Charaktere: alle absolut gelungen. Allen voran Tilda, die sich auf Selmas Therapieideen einlässt. Dicht gefolgt von Patrick, der mit seiner Persönlichkeit und seinem Beruf überrascht. Aber auch Paula, die wir alle kennen und Carol, Erica, Leith, Yumiko. Gurinder erinnerte mich an eine frühere Ärztin von mir. Wirklich toll gezeichnete Figuren, keine zu wenig, keine zu viel.
Genau so die Seitenzahl: obwohl hoch mit fast 500 Seiten, ist keine zu wenig und keine zu viel. Es kommen keine Längen auf. Im Gegenteil: diese Geschichte, im Stil des magischen Realismus gehalten, kommt wunderbar leicht, witzig und ironisch daher und verliert trotzdem nie die Ernsthaftigkeit. Dieser kluge Roman regt zum Nachdenken über die eigene Lebenssituation und "Un-/Sichtbarkeit" an und wird sicher noch lange nach hallen. "Mit anderen Augen" könnte ein Kandidat für die Jahreshighlight-Liste sein.
Fazit: Ein grossartiger Roman, dem ich ganz viele Leserinnern wünsche!
(Solche, die nicht mehr jung, aber auch noch nicht wirklich alt sind ????)
Rezensionen von xdeano:
Meeresdunkel von Till Raether
Mittelmäßig
Meeresdunkel von Till Raether ist so ein Buch, bei dem ich wirklich hin- und hergerissen war – und ehrlich gesagt auch bis zum Schluss nicht ganz weiß, ob ich es mochte oder nicht.
Der Schreibstil ist… gewöhnungsbedürftig. Sehr abgehackt, sehr kurz, fast schon spröde. Das passt zwar irgendwie zur Atmosphäre, hat mich aber oft eher rausgebracht als reingezogen.
Und diese ganzen gezwungen wirkenden Anglizismen? Warum? Jugendsprache schön und gut, aber es war dann doch zu viel des Guten.
Positiv fand ich dagegen die kurzen Kapitel – die lassen sich angenehm weglesen und geben dem Ganzen zumindest ein bisschen Tempo. Auch die Entscheidung, die Geschichte nur aus drei Perspektiven zu erzählen, war gut. Mehr hätte das Ganze wahrscheinlich nur noch chaotischer gemacht.
Inhaltlich hatte ich allerdings ein ziemliches Problem: Bis etwa zur Hälfte ist das hier einfach ein reines Familiendrama. Und nicht mal ein besonders spannendes. Für einen Thriller passiert erschreckend wenig. Die ersten 50 % ziehen sich ziemlich, und ich hab mich mehr als einmal gefragt, wann jetzt endlich mal irgendwas kommt. Spannung? Kaum vorhanden. Emotionen? Leider auch nicht wirklich. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass die Figuren auf eine Prügelei stärker reagieren als auf eine Leiche – was irgendwie alles ziemlich irrational wirken lässt.
Und dann sind da noch die Figuren. Generell verhalten sich die Erwachsenen hier oft kindischer als die eigentlichen Kinder – die übrigens für mich das Beste am ganzen Buch waren. Die waren zumindest noch halbwegs glaubwürdig.
Juri ist zwar "speziell", aber gerade ihn fand ich ziemlich unterhaltend.
Trotz allem hatte das Buch aber diesen seltsamen Sog: Es war nicht wirklich spannend, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es ausgeht. Selbst 90 Seiten vor Schluss hatte ich noch absolut keine Ahnung, worauf das Ganze hinausläuft – und das ist immerhin etwas, was ich positiv anrechnen muss.
Die Rückblenden bzw. die Nebenstory aus dem Jahr 1995 haben mir tatsächlich noch am besten gefallen. Da hatte ich das Gefühl, dass endlich mal so etwas wie Atmosphäre und Interesse aufkommt.
Das Ende… schwierig. Einerseits: Es ergibt Sinn, es beantwortet die offenen Fragen und ist definitiv unvorhersehbar. Andererseits wirkt es extrem konstruiert und ziemlich weit hergeholt. Und vor allem: Es hat mich emotional komplett kaltgelassen. Selbst die letzten Seiten haben bei mir nichts mehr ausgelöst.
Normalerweise inhaliere ich den letzten 50-70 Seiten, und muss mich zwingen, nichts zu überfliegen, da ich einfach so aufgeregt und geladen bin. Bei "Meeresdunkel" habe ich selbst auf den letzten Seiten noch Pausen eingelegt.
Unterm Strich habe ich das Gefühl, dass das Buch sein eigenes Genre verfehlt. Als Familiendrama hätte es vermutlich besser funktioniert – aber als Thriller fehlt es einfach an Spannung, Emotion und Dringlichkeit. So bleibt ein Roman, der interessante Ansätze hat, mich aber letztlich eher frustriert als überzeugt zurücklässt.
Da ich dem Buch aber das tolle Setting, die Unvorhersehbarkeit, die vier interessanten/sympathischen Charaktere (Juri, Esmé, Finn und Freddy), und dieses seltsame Sog-Potenzial anrechne, gibt es immerhin noch 3/5 Sterne. Absolut kein Hit, aber ich hab auch schon schlechteres gelesen.
Wer eher mit der Erwartung an ein Familiendrama an diese Geschichte rangeht, könnte sich einiges an Enttäuschung ersparen, und vielleicht eine ganz gute Zeit mit dieser Geschichte haben.
Rezensionen von xdeano:
Meeresdunkel von Till Raether
Mittelmäßig
Meeresdunkel von Till Raether ist so ein Buch, bei dem ich wirklich hin- und hergerissen war – und ehrlich gesagt auch bis zum Schluss nicht ganz weiß, ob ich es mochte oder nicht.
Der Schreibstil ist… gewöhnungsbedürftig. Sehr abgehackt, sehr kurz, fast schon spröde. Das passt zwar irgendwie zur Atmosphäre, hat mich aber oft eher rausgebracht als reingezogen.
Und diese ganzen gezwungen wirkenden Anglizismen? Warum? Jugendsprache schön und gut, aber es war dann doch zu viel des Guten.
Positiv fand ich dagegen die kurzen Kapitel – die lassen sich angenehm weglesen und geben dem Ganzen zumindest ein bisschen Tempo. Auch die Entscheidung, die Geschichte nur aus drei Perspektiven zu erzählen, war gut. Mehr hätte das Ganze wahrscheinlich nur noch chaotischer gemacht.
Inhaltlich hatte ich allerdings ein ziemliches Problem: Bis etwa zur Hälfte ist das hier einfach ein reines Familiendrama. Und nicht mal ein besonders spannendes. Für einen Thriller passiert erschreckend wenig. Die ersten 50 % ziehen sich ziemlich, und ich hab mich mehr als einmal gefragt, wann jetzt endlich mal irgendwas kommt. Spannung? Kaum vorhanden. Emotionen? Leider auch nicht wirklich. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass die Figuren auf eine Prügelei stärker reagieren als auf eine Leiche – was irgendwie alles ziemlich irrational wirken lässt.
Und dann sind da noch die Figuren. Generell verhalten sich die Erwachsenen hier oft kindischer als die eigentlichen Kinder – die übrigens für mich das Beste am ganzen Buch waren. Die waren zumindest noch halbwegs glaubwürdig.
Juri ist zwar "speziell", aber gerade ihn fand ich ziemlich unterhaltend.
Trotz allem hatte das Buch aber diesen seltsamen Sog: Es war nicht wirklich spannend, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es ausgeht. Selbst 90 Seiten vor Schluss hatte ich noch absolut keine Ahnung, worauf das Ganze hinausläuft – und das ist immerhin etwas, was ich positiv anrechnen muss.
Die Rückblenden bzw. die Nebenstory aus dem Jahr 1995 haben mir tatsächlich noch am besten gefallen. Da hatte ich das Gefühl, dass endlich mal so etwas wie Atmosphäre und Interesse aufkommt.
Das Ende… schwierig. Einerseits: Es ergibt Sinn, es beantwortet die offenen Fragen und ist definitiv unvorhersehbar. Andererseits wirkt es extrem konstruiert und ziemlich weit hergeholt. Und vor allem: Es hat mich emotional komplett kaltgelassen. Selbst die letzten Seiten haben bei mir nichts mehr ausgelöst.
Normalerweise inhaliere ich den letzten 50-70 Seiten, und muss mich zwingen, nichts zu überfliegen, da ich einfach so aufgeregt und geladen bin. Bei "Meeresdunkel" habe ich selbst auf den letzten Seiten noch Pausen eingelegt.
Unterm Strich habe ich das Gefühl, dass das Buch sein eigenes Genre verfehlt. Als Familiendrama hätte es vermutlich besser funktioniert – aber als Thriller fehlt es einfach an Spannung, Emotion und Dringlichkeit. So bleibt ein Roman, der interessante Ansätze hat, mich aber letztlich eher frustriert als überzeugt zurücklässt.
Da ich dem Buch aber das tolle Setting, die Unvorhersehbarkeit, die vier interessanten/sympathischen Charaktere (Juri, Esmé, Finn und Freddy), und dieses seltsame Sog-Potenzial anrechne, gibt es immerhin noch 3/5 Sterne. Absolut kein Hit, aber ich hab auch schon schlechteres gelesen.
Wer eher mit der Erwartung an ein Familiendrama an diese Geschichte rangeht, könnte sich einiges an Enttäuschung ersparen, und vielleicht eine ganz gute Zeit mit dieser Geschichte haben.
Rezensionen von Alo:
Unter Wasser von Tara Menon
Unter der Oberfläche der Erinnerung
Unter Wasser erzählt von großen, schweren Themen: Umweltzerstörung, Naturkatastrophen, Gewalt an Frauen, Verlust und Trauer. Und doch ist es kein lautes Buch. Es kommt ohne dramatische Zuspitzungen aus, stattdessen entfaltet es seine Wirkung leise, eindringlich und mit einer Intensität, die sich nach und nach unter die Haut schiebt.
Im Mittelpunkt steht Marissa, deren Geschichte sich auf zwei Zeitebenen entfaltet. Zum einen begleiten wir sie im Jahr 2012 in New York, zum anderen führt uns der Roman zurück ins Jahr 2004 nach Thailand. Dort erleben wir gemeinsam mit ihr und ihrer besten Freundin Arielle eine unbeschwerte Kindheit voller Nähe zur Natur: Die beiden tauchen, erkunden ihre Umgebung und teilen eine tiefe, fast selbstverständliche Freundschaft. Doch gleichzeitig ist Unter Wasser auch die Geschichte eines Verlustes, denn Marissa hat Arielle verloren.
Gerade diese Verbindung aus Vergangenheit und Gegenwart macht den Roman so eindringlich. Als Leser*innen tauchen wir tief in Marissas Gedanken- und Gefühlswelt ein und erleben, wie Erinnerungen, Trauer und Schuld miteinander verwoben sind.
Besonders gelungen ist der Autorin die Darstellung der Natur. Sie zeigt nicht nur ihre Schönheit, sei es in den lebendigen Bildern Thailands oder in stillen Momenten im Central Park , sondern auch ihre Verletzlichkeit. Die Bedrohung und Zerstörung der Umwelt schwingt immer mit und verleiht der Geschichte eine zusätzliche Tiefe.
Was dieses Buch so besonders macht, ist seine ruhige Erzählweise. Es baut keine großen dramatischen Höhepunkte auf, sondern zieht einen langsam hinein. Die Geschichte entfaltet sich behutsam, beinahe unmerklich, und bleibt gerade deshalb lange im Gedächtnis.
Leseempfehlung.
4,5/5 Sterne
Rezensionen von Alo:
Alle glücklich von Kira Mohn
Hinter dem perfekten Bild
Nach dem Lesen von Alle glücklich brauchte ich erst einmal einen Moment, um zu begreifen, was dieses Buch eigentlich mit mir gemacht hat. Es ist keine Geschichte, die durch große Ereignisse oder dramatische Wendungen auffällt und doch hat sie eine überraschend intensive Wirkung.
Auf den ersten Blick erzählt der Roman von einer vierköpfigen Familie, deren Leben geordnet und beinahe perfekt wirkt.
Nach außen hin scheint alles zu stimmen: Es geht ihnen gut, sie funktionieren als Einheit, sie wirken, wie der Titel verspricht, glücklich. Doch schnell wird klar, dass hinter dieser Fassade mehr steckt. Vielleicht müsste der Titel eher als Frage gelesen werden: Sind wirklich alle glücklich?
Die Geschichte wird aus vier Perspektiven erzählt, aus der Sicht jedes Familienmitglieds. Genau darin liegt die große Stärke des Romans. Die Figuren sind unglaublich fein ausgearbeitet, bis ins Detail durchdacht und wirken dadurch sehr lebendig. Man beobachtet sie nicht nur beim Lesen, man fühlt mit ihnen. Ihre Entscheidungen sind nachvollziehbar, selbst dann, wenn man sie am liebsten aufhalten oder wachrütteln würde.
Besonders beeindruckend ist, wie ehrlich und sensibel hier das Bild einer Familie gezeichnet wird. Es geht um unausgesprochene Erwartungen, um gesellschaftlichen Druck und um das, was zwischen den Zeilen bleibt. Beim Lesen beginnt man unweigerlich, auch über das eigene Umfeld nachzudenken: Was geht in den Menschen vor, die einem nahestehen? Was wird vielleicht nicht ausgesprochen?
„Alle glücklich“ ist ein leiser, aber eindringlicher Roman, der einem viel zum Nachdenken gibt. Eine Geschichte, die zeigt, dass es oft die stillen Zwischentöne sind, die am meisten berühren und dass hinter einem scheinbar perfekten Leben oft viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick sieht. 4,5/5 Sterne
Rezensionen von nanu?!:
"Hier und heute" ist ein guter Tag zum Kochen von Olaf Baumeister; Julia Floß; Julia Komp; Lars Middendorf; Fabian Timmer; Alexander Wulf
Nicht nur für Fans der Sendung
Das Nachmittagsmagazin "Hier und heute" ist beim deutschen Publikum seit Jahren schwer beliebt.
Im wöchentlichen Wechsel präsentieren die Fernsehköche und -köchinnen Olaf Baumeister, Julia Floß, Julia Komp, Lars Middendorf, Fabian Timmer und Alexander Wulf ihre regionalen und saisonalen Rezepte.
Die besten 72 Rezepte wurden in dieses erste Kochbuch der Sendung gepackt, so kann der Zuschauer die Gerichte zuhause, und in aller Ruhe nachkochen und genießen.
Alle 6 Köche und Köchinnen werden kurz vorgestellt und dann geht es auch schon los mit dem Kochen.
Aufgeteilt sind die Rezepte in den vier Jahreszeiten.
- Im FRÜHLING kann der Leser sich auf Gerichte mit Bärlauch, Spargel und Rhabarber freuen. Aber auch die ersten Erbsenhülsen, junge Möhren, Kohlrabi, Porree und Mairübchen werden ab Mai bereits geerntet.
Daraus ergeben sich dann zum Beispiel gefüllte Maultaschen, Seelachs in Kräuterkruste oder auch weiße Frühlingslasagne.
Den Süßkartoffel-Spargel-Salat mit Halloumi, Avocado und Zitronen-Honig-Dressing kann ich nur empfehlen.
- Im SOMMER kann die Redaktion aus dem Vollen schöpfen.
Auberginen, Fenchel, Bohnen, Zucchini, Paprika und Tomaten. Im Sommer hat gefühlt alles Saison und das sollte man ausnutzen.
Die Salate in diesem Kapitel finde ich mehr als gelungen. Kombiniert wird das Gemüse gerne mit Früchten und unterschiedlichen Käsesorten.
Herzhafte Gemüsecremes und Pesto, gefüllte Auberginen, Zucchini und Pfannekuchen, Gemüseauflauf und mehr erwarten den Leser.
- Bunt geht es im HERBST weiter. Jetzt übernehmen Kürbis, Pilze, Maronen, Esskastanien und Kohl die Hauptrolle.
Auf herzhafte Suppen, Strudel (wobei gerne zum fertigen Teig gegriffen wird, zum Glück), bunte Eintöpfe, herbstliche Gemüseteller, Rindergulasch und Hackbällchen kann man sich freuen.
- Herzhaft geht es auch im WINTER weiter mit Walnüssen, Kartoffeln, Grünkohl, Wirsing und mehr.
In diesem Kapitel kann man von gemütlicher Hausfrauenküche sprechen, finde ich. Es gibt Lammschmortopf, geschmorte Chicorée, Kartoffel-Sauerkraut-Plätzchen, Großmutters Frikadellen, ...
Persönlich finde ich die Auswahl der Rezepte sehr gelungen. Es wurde auf eine gewisse Balance geachtet. So gibt es vegetarische Gerichte, welche mit Fleisch oder Fisch, es gibt sehr viel Hausmannskost, aber auch Gerichte für den besonderen Anlass, vieles stammt aus der Heimat, aber auch Weltessen ist vertreten.
Desserts oder süße Kuchen gibt es keine.
Die Anleitungen sind klar und deutlich, in einzelnen Schritten beschrieben.
Spezielles Equipment wird in den Rezepten extra erwähnt, wie Backbleche und Formen, Nudelmaschine, Nudelholz.
Zubereitungs- und Garzeiten werden angegeben.
Ein schönes Buch zur Sendung für Fans und alle, die es noch werden wollen.
Rezensionen von buchina:
Meine tote Schwester: Psychothriller von Catherine Shepherd
Eher Jugendbuch als typischer Thriller
Catherine Shepherd hat schon einige spannende Thriller geschrieben, oft aus der Perspektive der Ermittlerin. Diesmal wagt sie sich an etwas neues. Der Roman ist nicht aus Ermittlersicht, sondern aus einer jugendlichen Perspektive mit einem insgesamt sehr düsteren Setting.
Die Geschichte dreht sich um die 16-jährige Mia, die seit elf Jahren mit dem Trauma des gewaltsamen Todes ihrer Schwester Jasmin kämpft.
Was genau passiert ist, erfährt man erst ziemlich am Ende des Romans, nur das in der verlassenen Villa gegenüber von Mias zuhause stattfand, weiß man. Ihre Mutter hat ihr streng verboten, das Haus zu betreten, doch als eine neue Familie einzieht, beginnt Mia, die Grenzen zu überschreiten. Grund ist vor allem der gleichaltrige Lukas, der in seiner Heimat als Mörder beschimpft wurde, warum, weshalb, bleibt auch erst einmal im Dunkeln.
Es gibt also viele Geheimnisse zu Beginn, die von Anfang an eine gewisse Spannung aufbauen. Gekonnt baut die Autorin eine dunkle Atmosphäre auf, wobei auch immer wieder die düstere Vergangenheit der Villa eine Rolle spielt. Dazu kommt eine kontinuierliche Spannung, die durch den Wechsel der Erzählperspektiven gefördert wird.
Was mir schwer viel, mich in die Charaktere der Protagonisten hineinzuversetzen. Ich habe die Handlungen der Schüler:innen und aber auch der Mütter zum Teil nicht nachvollziehen können. Keine der Charaktere konnte mich wirklich berühren. Dennoch war es für mich ein spannender Thriller mit überraschendem Ende. Schade war für mich, dass die Geschichte der Villa, die immer wieder angesprochen wurde, dieser Handlungsstrang wurde für mich nicht logisch zu Ende geführt. Für mich eine ungenutzte Chance.
Insgesamt würde ich den Roman eher in der Jugendbuchecke verorten. Für mich war es kein typischer Thriller. Ich würde mich freuen, wenn die Autorin wieder ihre anderen Reihen weiterführt, die haben mich persönlich mehr angesprochen.
Rezensionen von LeserinLu :
Work-Lunch-Balance von Stina Spiegelberg
Einfach lecker
„Work-Lunch-Balance“ ist ein Kochbuch, das schon beim ersten Durchblättern Lust aufs Nachkochen macht. Die Gestaltung ist ansprechend und hochwertig, jedes Rezept wird von einem ansprechenden Foto begleitet, das sofort Appetit macht und einen guten Eindruck davon vermittelt, was einen erwartet. Das ist mir immer sehr wichtig.
Besonders überzeugt hat mich aber vor allem der Inhalt: Die vier Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, sind alle wunderbar gelungen und haben mich geschmacklich wirklich begeistert. Die Gerichte sind abwechslungsreich, kreativ und zeigen, wie unkompliziert und lecker vegane Küche sein kann. Entsprechend lang ist inzwischen auch meine Liste an Rezepten, die ich unbedingt noch ausprobieren möchte – und das ist für mich immer ein gutes Zeichen bei einem Kochbuch. Was ich allerdings etwas irreführend finde, ist die Vermarktung als perfektes Lunch-Kochbuch für den Arbeitsalltag. Zwar sind die Rezepte alltagstauglich, für meine persönliche Mittagspause wären viele davon aber dennoch zu aufwendig. Tatsächlich koche ich die Gerichte eher abends, wenn ich mehr Zeit habe und das Essen bewusst genießen kann. Das schmälert die Qualität der Rezepte nicht, zeigt aber, dass der Titel vielleicht etwas andere Erwartungen weckt.
Unterm Strich ist „Work-Lunch-Balance“ für mich also weniger ein Buch für die schnelle Mittagspause als vielmehr eine Sammlung richtig leckerer Wohlfühlrezepte. Wer unkomplizierte vegane Gerichte mit viel Geschmack sucht, wird hier definitiv fündig.
Rezensionen von Alo:
Weißer Sommer von Eva Pramschüfer
Poetisch und bildgewaltig erzählt
Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ist ein Buch, das sich leise entfaltet und dabei eine ganz eigene Sogwirkung entwickelt. Vor allem die Sprache hat mich sofort gepackt: so besonders, so fein und poetisch, dass ich am liebsten darin versunken wäre. Es ist eine dieser Geschichten, bei denen man nicht einfach nur liest, sondern regelrecht eintaucht.
Vor meinem inneren Auge lief dabei ständig ein Film voller wunderschöner Bilder ab.
Im Zentrum stehen Theo und Alma, die sich in ihrer ersten großen Liebe begegnen. Vier Jahre später stehen sie an einem Punkt, an dem sie sich fragen müssen, ob Liebe allein noch reicht, um ihre Beziehung zu tragen.
Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: im Jetzt, während eines Urlaubs in Frankreich, und in der Vergangenheit, in der sich Stück für Stück Theos und Almas gemeinsame Geschichte entfaltet. Am Anfang brauchte ich einen Moment, um mich in dieser Struktur zurechtzufinden, doch das hat sich schnell gelegt. Danach hat sich alles sehr stimmig angefühlt und die beiden Ebenen haben sich wunderbar ergänzt.
Was besonders hängen bleibt, ist die dichte Atmosphäre, die die Autorin erschafft. Alles wirkt ruhig, beinahe zart, und gleichzeitig liegt eine unterschwellige Spannung in der Luft. Der poetische Schreibstil verstärkt dieses Gefühl noch und macht das Buch zu einem sehr intensiven Leseerlebnis.
„Weißer Sommer“ ist keine laute Geschichte, sondern eine, die zwischen den Zeilen wirkt und genau darin liegt seine Stärke. 4,5/5 Sterne
Rezensionen von Tara:
Die Mitternachtsreise von Matt Haig
Ein Ticket in die Vergangenheit – berührend & philosophisch
„Die Mitternachtsreise“ ist nach „Die Mitternachtsbibliothek“ ein weiteres zauberhaftes Buch aus dem "Mitternachtswelt"-Universum des britischen Autors Matt Haig. Abgesehen davon, dass es wieder um das Leben, bedeutende Momente, existenzielle Fragen und zweite Chancen geht, haben die Bücher inhaltlich nichts gemeinsam und lassen sich vollkommen unabhängig voneinander lesen.
Während es in der "Mitternachtsbibliothek" um eine magische Bibliothek ging, steht dieses Mal ein rätselhafter Zug im Vordergrund.
Nachdem der 81-jährige Wilbur Budd gestorben ist, findet er sich auf einem verlassenen Bahnsteig wieder. Dort trifft er auf die Buchhändlerin Agnes Bagdale, die er aus seiner Kindheit kennt. Diese nimmt ihn im Mitternachtszug mit auf die Reise in seine Vergangenheit. Während dieser durchlebt Wilbur bedeutende Momente seines Lebens neu, was dazu führt, dass er sie anders bewertet und erlebt als zuvor.
Die Idee des Autors gefiel mir sehr. Wäre es nicht toll, wenn man sich die bedeutendsten Momente seines Lebens erneut anschauen, diese mit ein wenig Abstand erneut bewerten und einordnen könnte? Was würde man mit dem Wissen von heute anders machen?
Matt Haig lädt auch hier wieder dazu ein, über das Leben nachzudenken und hinzusehen, auf Momente, die man verdrängt hat und auch auf solche, die man am liebsten ewig festhalten möchte.
Der Schreibstil ist lebendig, angenehm zu lesen, mal melancholisch, mal amüsant und dann wieder nachdenklich machend. Durch die Kürze der Kapitel liest sich das Buch kurzweilig und ich war überrascht wie schnell ich es beendet hatte.
Das Cover ist sowohl optisch als auch haptisch ein Highlight. Die Prägung verleitet dazu über das Cover zu streifen und im Dunklen gibt es leuchtende Elemente.
Ich habe auch dieses Buch des Autors wieder sehr gerne gelesen. Es regt zum Nachdenken an und zeigt, dass sich im Leben immer eine zweite Chance bietet.










