Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Micki:
Hör mal (Soundbuch): DU und ICH und unser WIR von Daniela Kunkel
Gelungenes, interaktives Kinderbuch
„Du und ich und unser WIR – Soundbuch“ ist ein wirklich gelungenes interaktives Kinderbuch, das vor allem durch seine liebevolle Umsetzung und die gelungene Verbindung aus Geschichte und Geräuschen überzeugt.
Besonders positiv fallen sofort die klaren und angenehmen Sounds auf. Sie sind weder zu laut noch störend, sondern ergänzen die Szenen sinnvoll und machen das gemeinsame Lesen und Entdecken zu einem echten Erlebnis.
Kinder können aktiv mitmachen, zuhören und in die kleinen Alltagsmomente eintauchen – vom Lachen bis zum Pfützenhüpfen.
Ein echtes Highlight ist die Aufladefunktion per USB-C. Dass hier keine Batterien mehr nötig sind, ist nicht nur nachhaltig, sondern auch im Alltag extrem praktisch. Gerade unterwegs oder bei häufiger Nutzung macht das einen großen Unterschied und hebt das Buch deutlich von vielen anderen Soundbüchern ab.
Wie man es von dieser Reihe kennt, sind auch die Illustrationen wieder sehr liebevoll gestaltet. Die Zeichnungen transportieren Wärme, Nähe und das zentrale „Wir-Gefühl“ auf eine sehr zugängliche Weise, sodass Kinder sich schnell wiederfinden und mitfühlen können.
Ein kleiner Kritikpunkt: Etwas mehr Text zum Vorlesen wäre wünschenswert gewesen. Die vorhandenen Inhalte sind schön, aber an manchen Stellen hätte man sich noch etwas mehr erzählerische Tiefe gewünscht, um die gemeinsamen Lesemomente noch länger genießen zu können.
Insgesamt ist es aber ein rundum gelungenes Soundbuch, das viel Freude bereitet und besonders durch seine durchdachte Technik und die warmherzige Gestaltung überzeugt. Ideal für Familien, die gemeinsame, interaktive Lesezeit schätzen.
Rezensionen von Micki:
Das Mosaik der Frauen von Rafik Schami
Berührende Ansätze, aber nicht ganz ausgereift
Rafik Schami erzählt in Das Mosaik der Frauen die Lebensgeschichte von Nadim Suri als eine Art Erinnerungsalbum – oder eben als Mosaik, zusammengesetzt aus den Begegnungen mit den wichtigsten Frauen seines Lebens. Dieser erzählerische Ansatz ist zugleich die größte Stärke des Romans: Jedes Kapitel widmet sich einer Frau, die Nadim geprägt hat, und verleiht der Geschichte eine klare Struktur sowie eine schöne, fast poetische Idee von Identität als Summe zwischenmenschlicher Beziehungen.
Inhaltlich begleitet man Nadim von seiner Kindheit in Damaskus über seine dramatische Flucht bis hin zu seinem Leben in Deutschland. Dabei entstehen durchaus eindrückliche Szenen – etwa die tragische Geschichte um seine erste Frau Salma oder die Schilderungen politischer Verfolgung. Der Roman hat viele bewegende Momente und vermittelt spürbar Schamis Wertschätzung für starke Frauenfiguren.
Trotz dieser gelungenen Grundidee blieb bei mir jedoch ein gewisser Abstand. Die Sprache wirkte stellenweise recht abgehackt und nicht immer flüssig, was den Lesefluss wiederholt gestört hat. Auch die einzelnen Episoden hätten für meinen Geschmack mehr Tiefe vertragen: Viele der Beziehungen werden eher angerissen als wirklich ausgearbeitet, sodass emotionale Entwicklungen teilweise oberflächlich bleiben. Gerade weil jede Frau so zentral für Nadims Leben sein soll, hätte ich mir hier mehr Raum und Intensität gewünscht.
So ist Das Mosaik der Frauen ein Roman mit einer sehr schönen Konzeption und wichtigen Themen – Erinnerung, Identität, Liebe und Verlust –, der mich aber nicht vollständig überzeugen konnte. Insgesamt ein gutes Buch mit starken Ansätzen, das jedoch hinter seinem eigenen Potenzial zurückbleibt und für mich kein echtes Highlight war.
Rezensionen von Schlafmurmel:
Scars of Phoenix von Yvonne Westphal
Romantik trifft Spannung in Vegas
Scars of Phoenix – Vegas Love 1 von Yvonne Westphal hat mich wirklich positiv überrascht. Obwohl ich normalerweise Thriller lese, konnte mich diese romantisch-spannende Geschichte sofort packen.
Scarlet und Phoenix sind zwei Gauner mit Vergangenheit, die sich erneut begegnen – und diesmal geht es um weit mehr als nur Geld.
Scarlet steckt in großen Schwierigkeiten und braucht dringend Hilfe, während Phoenix noch seine eigenen Gründe hat, ihr nicht einfach zu vertrauen. Die Dynamik zwischen den beiden ist einfach großartig: frech, intensiv und voller spürbarer Anziehung.
Neben Glücksspiel, Macht und Gefahr – vor allem durch den bedrohlichen Falcone – kommt auch die emotionale Seite nicht zu kurz. Besonders die familiären Beweggründe haben der Geschichte Tiefe verliehen.
Das Ende war ein echter Cliffhanger und hat mich sprachlos zurückgelassen. Ich freue mich jetzt schon sehr auf Band 2!
Eine spannende und unterhaltsame Geschichte, die ich kaum aus der Hand legen konnte.
Rezensionen von Ameland:
Hilfe, zu viele Saurier! von Mars-Leo Frei
Flohmarktfund mit unerwartet großen Folgen
Sören ist auf der Suche nach einem Freund und wollte Tommy mit seinem Flohmarktfund beeindrucken. Im ersten Anlauf klappt das nicht, aber dann wendet sich das Blatt und es wird aufregend.
Sowohl die Vorleserin als auch die Zuhörer hatten bei dieser Geschichte sehr viel Spaß! Sie ist spannend und witzig.
Mir gefielen so Feinheiten wie Haumichnich-Schule, Toys & Tinnef, oder dass der bewunderte Tommy mit Nachnamen Herrlich heißt.
Auch wenn Sören der Hauptakteur der Geschichte ist, so läuft ihm seine kleine Schwester Fine doch sehr schnell den Rang ab. Dieses pfiffige Mädchen ist ihrem Alter weit voraus und wir haben sie sofort in unser Herz geschlossen. Es herrschte aber die einhellige Meinung, dass niemand so ein Wunderkind zur Schwester haben wollte.
Der Schreibstil von Mars-Leo Frei ist genau richtig für Kinder und durch die direkte Ansprache zwischendurch wird man quasi in die Geschichte mit einbezogen. Den Wechsel zwischen Spannung und Humor finde ich auch gut gelungen und passend. Bereichert wird die Geschichte von den aussagekräftigen Illustrationen von Daniela Kohl.
Neben allen fantasievollen Elementen findet sich aber auch ein gutes Stück Realität wieder. Genau wie Sören sind täglich Kinder auf der Suche nach Freundschaft und überlegen sich wie das zu bewerkstelligen sein könnte. Auch das Thema Geschwister, die zwar nerven, aber man bei genauerer Betrachtung nicht mehr missen möchte ist allgegenwärtig.
Ein spannendes und witziges Kinderbuch, das uns nicht nur sehr gut gefallen hat, sondern am Ende sogar noch zu überraschen wusste.
Rezensionen von DoraLupin:
Starminster - Stadt in den Wolken von Megan Hopkins
Gelungener Auftakt der neuen Kinderbuchreihe
Das Cover und der Klappentext hatten mir schnell zugesagt, deshalb wollte ich gerne mehr über die Geschichte erfahren die im Klappentext ein wenig an "Peter Pan" erinnert und in der Kinder fliegen können. Ich hab das Buch gerne gelesen und ich finde es einen gelungenen Auftakt in eine neue Kinderbuchreihe.
Astrid hat ihr ganzes Leben in einem kleinen, abgeschlossenen Schuppen verbracht. Ihre Mutter versteckte sie dort aus Angst vor der Welt. Als eine mysteriöse Frau mit Flügeln sie auf die Schule Starminster hoch oben in Überlondon bringt, beginnt ein neues Leben – sie soll selbst fliegen lernen. Inmitten von Mitternachtsunterricht und Himmelsgärten stößt sie auf ein beunruhigendes Geheimnis: Kinder verschwinden– und Astrids Mutter scheint mehr über diese Welt zu wissen, als sie erzählt hat.
Ich bin ganz gut in die Geschichte reingekommen, der Schreibstil ist kindgerecht und gut zu lesen. Sehr schnell konnte ich mit Astrid mitfiebern, die zunächst keine Flügel hat, denn diese wachsen den Kindern erst in der Pubertät, aber sie merkt das ihre Mutter sich seltsam verhält und ein Geheimnis zu haben scheint. Die Protagonistin ist sympathisch, aber auch aufgeweckt denn die hinterfragt Dinge und möchte gerne hinter die Kulissen sehen!
Die Schule in Überlondon und die Stadt selbst werden sehr bildhaft und lebendig geschrieben und ich konnte mir deshalb den Ort richtig gut vorstellen. Die anderen Kinder in der Schule werden authentisch beschrieben, es gab aber auch den ein- oder andern Charakter der ein wenig zu polarisierend beschrieben wurde. Ich mag Charaktere mit sowohl Stärken- als auch Schwächen noch lieber, so wie Astrid.
Die Story an sich liest sich zunächst sehr interessant und ist auch in weiteren Teilen Spannend, aber nicht immer ganz logisch für mich als Erwachsene. Es mag aber sein, dass Kinder darüber hinwegsehen werden. Die Idee der Geschichte ist auf jeden Fall sehr gelungen und auch Astrid mochte ich als Charakter sehr gerne. Die Story an sich hat noch etwas Luft nach oben, deshalb erhält das Buch von mir 3.5 Sterne und eine Leseempfehlung für Kinder die eine Geschichte in der es um fliegen geht, interessant finden.
Rezensionen von PeWie:
Summer Storms von Sarah MacLean
Stürmische Familie
Alice kehrt nach fünf Jahren auf die Insel ihrer Familie zurück. Sie ist im Streit mit ihrem Vater gegangen, nun ist er tot. Der Milliadär hat seinen Kindern Briefe hinterlassen in denen er Aufgaben für sein Erbe einfordert. Nur Alice bekommt ihre mündlich mitgeteilt vom Assistenten ( der auch kurz vorher ihr One Night Stand war ).
Das ist die Ausgangssituation die sehr emotional und passend beschrieben wird. Die Familienverhältnisse sind dysfunktional, es war das reinste Gift zu lesen, aber der Schreibstil war klasse. Es kam perfekt rüber wie die Geschwister sich wegen des Geldes gegenseitig unter Druck setzen, dass ja jede und jeder seine Aufgabe erfüllt. Die Mutter ist in dieser Geschichte ein Fall für sich. .Es war nicht nur der Kampf um das Erbe wichtig, sondern auch wer wie zu wem in der Familie steht.
Dieses Familiendrama in der Familie Storm war detailliert, nachvollziehbar und vor allem war der Vater, der auch noch nach seinem Tod die Strippen zieht, eine ganz besondere Figur.
Es gab Spicy Szenen, sie passten in die Geschichte , als Element einer Liebesgeschichte die dazu gehören sollte.
Diese Liebesgeschichte ging im Familiendrama und in den Naturgewalten etwas unter. Denn außer der abgelegenen isolierten Lage auf der Insel gab es natürlich auch noch einen heftigen Sommer Sturm. Das Buch war ein Lehrstück wie eine Familie nicht sein sollte und die Information: Geld allein macht nicht glücklich wurde jedem/r LeserIn deutlch gemacht.
Das Buch wird als Sommer Romance beworben, für mich war es mehr. Klar die Geschichte spielt im Sommer, der Titel Storm ist doppelt und dreifach kennzeichnend für den Roman. Die Familie heißt Storm, die Naturgewalten spielen bei den Geschehnissen eine Rolle und die Gefühle der einzelnen Protagonisten kann man durchweg als stürmisch bezeichnen.
Das hat die Autorin sehr gut vermitteln können, die Charaktere wirkten so real das ich eine Bindung zu ihnen aufgebaut habe. Ich habe einige Male gefleht, eine Ohrfeige verteilt und auch geflucht.
Einen kleinen Abstrich gab es nur weil zwei zentrale Fragen für mich nicht beantwortet wurden, sie wären für mich zum Verständnis eines Protagonisten wichtig gewesen.
Rezensionen von ekiam:
Once Upon A Tender Kiss von Myla Lion
Zwischen Fürsorge und Fremdbestimmung
Mia hat es nicht leicht: Ihre überfürsorglichen Eltern schirmen sie nach einer Herzkrankheit bei ihrer Geburt von allem ab und würden sie am liebsten bei jeder Kleinigkeit zum Check-up ins Krankenhaus schicken. Unter ihrer Wohnung eröffnet zudem eine Tanzbar, deren Musik bis tief in die Nacht in ihre vier Wände dröhnt.
Und auch ihr neuer Nachbar Tate scheint zunächst alles andere als rücksichtsvoll. Doch dann zeigt er eine überraschend charmante Seite, und gemeinsam mit seiner elfjährigen Tochter Riley wirbelt er Mias bislang so behütetes Leben gehörig durcheinander.
Obwohl mir die Geschichte insgesamt gut gefallen hat und sich der Schreibstil angenehm lesen lässt, ließ meine anfängliche Begeisterung nach etwa einem Drittel des Buches spürbar nach. Das lag nicht nur am extrem übergriffigen und nervigen Verhalten von Mias Eltern, die unter dem Deckmantel der Sorge wiederholt gegen ihre Interessen handeln und sie emotional unter Druck setzen, sondern auch an Mias Reaktionen darauf. Ihre wiederkehrende Schockstarre wirkte auf mich zunehmend schwer nachvollziehbar, da sie die Situation eigentlich reflektieren kann. Ebenso blieb für mich unverständlich, warum sie den Kontakt nicht früher einschränkt und weshalb sowohl ihre beste Freundin als auch ihre Patentante so zurückhaltend bleiben, statt ihr mehr den Rücken zu stärken.
Nicht nur der Plot erinnert stellenweise an ein modernes Märchen – entsprechende Anspielungen und Vergleiche ziehen sich auch durch den Text, wirken dabei aber gelegentlich etwas zu bemüht.
Insgesamt ein solider Plot mit interessanten Ansätzen, der mich jedoch nicht vollständig überzeugen konnte.
Rezensionen von ekiam:
Gute Nacht mit Astrid Lindgren von Astrid Lindgren
Ein zauberhafter Gute-Nacht-Schatz für kleine und große Lindgren-Fans
Dieses wunderbare Gute-Nacht-Buch vereint eine liebevolle Auswahl verschiedener Werke von Astrid Lindgren. Wir begegnen bekannten Figuren wie Pippi, Lotta, Michel oder Tomte Tummetott. Gleichzeitig enthält der Band auch einige weniger bekannte Geschichten und Lieder, die es neu zu entdecken gilt.
Die Geschichten variieren in Länge und Anspruch, sodass sie sich ideal zum abendlichen Vorlesen eignen – je nach verfügbarer Zeit kann man immer eine passende Geschichte auswählen.
Offiziell wird der Sammelband für Kinder ab fünf Jahren empfohlen, einige der kürzeren Texte und Lieder können jedoch auch schon jüngeren Kindern Freude bereiten.
Die liebevoll gestalteten Illustrationen stammen von verschiedenen Künstler*innen und verleihen jeder Geschichte ihren ganz eigenen Charakter. Manche Bilder wecken dabei nostalgische Erinnerungen.
Ein rundum gelungener Sammelband für neue wie auch langjährige Fans von Astrid Lindgren, den wir sehr gerne weiterempfehlen.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Star Falling von Christine Wayand
Ein Buch mit Tiefe
Nachdem ich von Christine Wayand „Midnight Caller“ gelesen hatte und so begeistert war, habe ich mir direkt „Star Falling“ bestellt und das Buch für einen besonderen Moment ausgesucht : ich wollte das Buch auf dem Meer lesen; meine erste Kreuzfahrt und im Kopf und meiner Vorstellung wollte ich zu dem Buch den Blick auf die Weite genießen.
Und so kam es dann auch :
Der Start in das Buch gelingt total schnell und gut – Christine Wayand hat einen unglaublich klaren und leichten Schreibstil, der so flüssig ist, dass man sofort in das Buch eintaucht.
Die Figuren sind authentisch dargestellt und ich habe mich mit Lou und Ben sehr wohlgefühlt beim Lesen und möchte sagen, dass die Autorin es richtig toll versteht, die Emotionen an den Leser/die Leserin zu übertragen; so habe ich sehr mitgefiebert.
Dass, Christine Wayand selbst ein großes Interesse an Musik hat, merkt man dem Buch an – als hätte sie die Musik aus ihrem Herzen direkt in Buchstaben geformt – das war so toll !
Für mich gab es als Highlight noch ein örtliches Highlight : Lou lebt in meinem Heimat-Stadtteil – das fand ich so so schön !
Mit dem Blick auf das Meer und Lou und Ben im Herzen, hat mir dieses Buch wunderschöne Lesestunden geschenkt ! Eine Popstar-Romance, die unheimlich viel Tiefe besitzt und lange in Gedanken bleibt.
Wer wunderschöne Lesezeit sucht, ist hier richtig: Christine Wayand hat mit „Star Falling* ein wunderschönes Buch geschrieben, das ich von Herzen empfehle !!!!
Rezensionen von JennifersBooks:
Summer Storms von Sarah MacLean
Meer, Sand – und ein Sturm, der in der Familie tobt
Aufgefallen ist mir das Buch tatsächlich wegen des Covers. Nach diesem langen Winter hatte ich große Lust auf eine sommerliche Lektüre – und jetzt, wo endlich wieder jeden Tag die Sonne herauskommt, hat mich das Bild von Meer und Sandstrand sofort angesprochen. Außerdem liebe ich Bücher, in denen es um Inheritance-Drama geht.
Es fühlte sich also nach genau der richtigen Stimmung an.
Der Roman hat mich dann auch zu Beginn sofort abgeholt. Alice’ innere Zerrissenheit ist von der ersten Seite an greifbar, und die Metaphern rund um die verschiedenen Fortbewegungsmittel haben für mich perfekt funktioniert. Sie zeigen, wie sehr ihr Leben früher von anderen gesteuert wurde und wie sehr sie sich nach einem Weg sehnt, den sie selbst bestimmen kann. Dieser Einstieg war für mich ein starker Teil des Buches, weil er Alice’ Gefühlswelt so klar und unaufgeregt sichtbar macht und sie damit zu einer starken Protagonistin werden lässt.
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, wie kaputt das Familiensystem durch die Manipulation und Kontrolle des verstorbenen Vaters ist. Die Geschwisterperspektiven in den speziellen Kapiteln haben mir besonders gefallen, weil sie die Dynamik zwischen den Familienmitgliedern verständlicher machen. Man spürt, wie viel Verletzung, Erwartungsdruck und unausgesprochene Schuld in dieser Familie steckt. In den wenigen Momenten, in denen sie wirklich miteinander reden, blitzt auf, wie anders ihr Leben hätte aussehen können. Diese Szenen gehören für mich zu den stärksten des Romans.
Ganz anders ging es mir mit der Mutterfigur Elisabeth. Ihre Kälte, ihr Selbstmitleid und die Art, wie sie ihre Kinder behandelt, haben mich beim Lesen immer wieder fassungslos gemacht. Die späteren Enthüllungen über ihr Verhalten haben das nur bestätigt. Für mich ist sie eine der Figuren, die am stärksten nachhallen – allerdings nicht im positiven Sinne.
Schwieriger wurde es für mich bei der Liebesgeschichte. Was am Anfang noch eine interessante Spannung hatte, verliert sich später in Halbwahrheiten und manipulativen Momenten. Ich konnte die romantische Entwicklung zwischen Alice und Jack einfach nicht fühlen. Zu viel Misstrauen, zu viele unausgesprochene Dinge, zu viele Situationen, in denen er Entscheidungen beeinflusst, die eigentlich ihr gehören. Für mich hat das jede Chance auf eine glaubwürdige Nähe zerstört. Gerade weil der Roman so viel Wert auf Selbstbestimmung und Verletzlichkeit legt, hat diese Beziehung für mich nicht funktioniert.
Das Ende hat mich dann zwiegespalten zurückgelassen. Einige Enthüllungen fand ich stark, andere eher enttäuschend. Besonders die Auflösung rund um die Aufgaben und das Erbe fühlte sich für mich kleiner an, als die Geschichte es aufgebaut hatte. Nach all dem Drama hätte ich mir eine Wendung gewünscht, die den Figuren mehr zutraut und ihnen mehr Raum gibt, sich wirklich zu lösen. Leider ist bis zum Schluss die manipulative Präsenz von Franklin Storm zu spüren.
Trotz dieser Kritikpunkte bleibt ein Roman, der in seinen familiären Konflikten unglaublich stark ist. Die Atmosphäre, die Dynamik zwischen den Geschwistern, die emotionalen Brüche – all das hat mich sehr berührt. Nur die Liebesgeschichte konnte für mich nicht mithalten.
Fazit: Ein intensiver Roman über Familie, Kontrolle und Verletzungen, der in seinen stärksten Momenten richtig unter die Haut geht. Die Geschwister, ihre Vergangenheit und ihre Entwicklung haben mich bewegt und oft wütend gemacht – im besten Sinne. Die Liebesgeschichte dagegen bleibt für mich blass und unausgewogen. Wer vor allem wegen des Familiendramas liest, bekommt hier viel geboten. Wer eine überzeugende Romanze erwartet, könnte enttäuscht werden. Da für mich die Romanze zweitrangig war, gibt es von mir 4 Sterne.










