Kunden em pfehlungen
Rezensionen von lilaslesewelt:
Light my Fire von Sheila de Liz
Ratgeber für die 2. Lebenshälfte
Light my Fire von Sheila de Liz bietet einen gut strukturierten Einblick in die Wissenschaft und Praxis in Bezug auf die Menopause. Die Autorin verbindet medizinisches Wissen mit zahlreichen Erfahrungen die sie aus ihrer gynäkologischen Praxis nimmt. Wissenschaftliche Grundlagen, wie die hormonellen Veränderungen und anatomischen Zusammenhänge werden verständlich erklärt.
Wissen, das definitiv auch jüngeren Frauen nicht schadet, auch was die Prävention betrifft. Besonders schön, fand ich den einfachen Schreibstil und die etlichen Fallbeispiele. Der nahbare und realistische Ton haben mir gut gefallen und das ganze wirkte jünger und jugendlicher als das Thema auf den ersten Blick anmutet.
Gerne hätte ich weitere wissenschaftliche Einordnungen gehabt. Somit ein gut verständlicher Ratgeber der gern etwas mehr Tiefe vertragen hätte.
Rezensionen von L.:
Light my Fire von Sheila de Liz
Ratgeber für die 2. Lebenshälfte
Light my Fire von Sheila de Liz bietet einen gut strukturierten Einblick in die Wissenschaft und Praxis in Bezug auf die Menopause. Die Autorin verbindet medizinisches Wissen mit zahlreichen Erfahrungen die sie aus ihrer gynäkologischen Praxis nimmt. Wissenschaftliche Grundlagen, wie die hormonellen Veränderungen und anatomischen Zusammenhänge werden verständlich erklärt.
Wissen, das definitiv auch jüngeren Frauen nicht schadet, auch was die Prävention betrifft. Besonders schön, fand ich den einfachen Schreibstil und die etlichen Fallbeispiele. Der nahbare und realistische Ton haben mir gut gefallen und das ganze wirkte jünger und jugendlicher als das Thema auf den ersten Blick anmutet.
Gerne hätte ich weitere wissenschaftliche Einordnungen gehabt. Somit ein gut verständlicher Ratgeber der gern etwas mehr Tiefe vertragen hätte.
Rezensionen von Sternzauber:
Die Gesetze von Liebe und Logik von Debra Curtis
Facetten der Liebe und die Unwägbarkeiten des Lebens
Das Cover von “Die Gesetze von Liebe und Logik“ von Debra Curtis ist sehr interessant. In abgestimmt, homogenem Farbspiel ist ein Paar zusehen, das sich an den Händen hält und das miteinander im Austausch zu stehen scheint. Bei mir hat diese Darstellung gleich viele Fragen geweckt und dazu angeregt, diese Szene ganz genau zu betrachten.
Sie lädt ein und macht neugierig, was ich sehr verlockend finde.
Die Geschichte selber erzählt von Lily, die in ihrer Jugend ihre große Liebe findet und sich sicher ist, dass diese für immer halten wird. Doch ein tragisches Erlebnis verändert alles und auch die Beziehung der beiden zerbricht. Jahre später findet Lily ein Zuhause in der Liebe zu ihrem Ehemann, dem Ornithologen Marshall, doch die Erinnerungen und die Sehnsucht nach ihrer Jugendliebe lassen Lily nie ganz los…
Debra Curtis erzählt in diesem Buch keine rosa-rote Liebesgeschichte, die von Schmetterlingen wimmelt, sondern eine Geschichte aus den verschiedensten Facetten dieses großen Gefühls, gepaart mit Verlust, Sehnsucht, den äußeren Einwirkungen auf den Lebensverlauf und begleitet von Beständigkeit, Sicherheit und Leidenschaft. Sie stellt große Fragen und lässt uns LeserInnen sehr intensiv eintauchen in die Antworten, die sich die ProtagonistInnen dieser Geschichte erarbeiten. Die Figuren wirken auf mich authentisch, lebensnah und nahbar. Ich kann mich gut in sie hineinversetzen und durch die Tatsache, dass wir sie über einen langen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten begleiten dürfen, entspinnt sich auch eine unglaubliche Tiefe und Nähe zu ihnen sowie eine faszinierende Entwicklung und Dynamik. Die Charaktere zeigen sympathische Schwächen und Stärken und ich fand es sehr interessant, wie die Familien- und Freundesgemeinschaften sich in dieser Geschichte beeinflussen.
„Die Gesetze von Liebe und Logik“ ist kein lautes und dramatisches Buch, obwohl es durchaus sehr tragische Momente gibt, sondern die Geschichte ist von eher leisen und realistischen Tönen geprägt. Die Autorin zeigt einen Schreibstil, der sich gut lesen lässt, der jedoch zeitweise auf Grund der teils wissenschaftlichen Themen und komplexen Zusammenhängen auch durchaus anspruchsvoll daherkommt. Immer wieder gab es Textstellen, die mich zum Nachdenken angeregt haben und auch außerhalb der Lektürezeiten hat mich die Geschichte – im positiven Sinne - beschäftigt, was ich sehr mag.
Irritiert hat mich dagegen, dass die Jugendliebe von Lily durchweg mit der Umschreibung „der Junge“ betitelt wird und er nie wirklich einen Namen erhält. Mir erschließt sich dieses Vorgehen nicht und zu Beginn fand ich es wirklich befremdlich, mit der Zeit habe ich mich jedoch gut daran gewöhnt und es hat meinen Lesegenuss nicht mehr beeinträchtigt.
„Die Gesetzen von Liebe und Logik“ ist ein beeindruckendes und nachwirkendes Buch, das viele große Fragen aufwirft, zum Nachdenken anregt und eine anregende Lesezeit schenkt. Ich empfehle es sehr gerne weiter und wünsche ganz viel Freude beim Lesen!
Rezensionen von Odina:
Sommer ist mein Lieblingsort von Franziska Blum
Gelungener Sommerroman
"Sommer ist mein Lieblingsort" von Franziska Blum ist ein gefühlvoller Roman, der perfekt in die warme Jahreszeit passt. Die Geschichte rund um Cäcilia, die auf Sylt ein Tierheim leitet und dringend eine Auszeit braucht, liest sich leicht, bildhaft und sehr angenehm. Auf ihrer Reise begegnet Cäcilia dem charmanten Camper Roman, der sie sofort fasziniert.
Doch er scheint ein Geheimnis zu verbergen, während ihre Gefühle für ihn immer stärker werden. Das Cover ist sehr schön gestaltet und wirkt direkt einladend. Der Schreibstil ist flüssig, gefühlvoll und bildhaft, die Kapitel sind angenehm aufgebaut, sodass man gern weiterlesen möchte. Cäcilia ist eine sehr sympathische Protagonistin und auch ihren Hund Adonis schließt man sofort ins Herz. Roman wirkt zwischendurch etwas unsympathisch, doch im Verlauf klärt sich alles auf. Auch die Nebenfiguren sind stimmig und fügen sich wunderbar ein. Ein rundum gelungener Sommerroman mit viel Gefühl, Herz und Wohlfühlatmosphäre.
Rezensionen von jori1020:
Die Straße von Robert Seethaler
Ein etwas anderer Seethaler
Wer Robert Seethaler vor allem für seine präzise Fokussierung auf einzelne Lebenswege und die eindringliche biografische Entwicklung seiner Figuren schätzt, wie etwa in 'Ein ganzes Leben' oder 'Der Trafikant', dürfte sich mit seinem neuen Roman Die Straße zunächst schwertun – so ging es mir zumindest.
Statt einer klaren, linearen Handlung setzt Seethaler hier auf ein mosaikartiges Erzählen. In einer vielstimmigen Anlage, mit häufig wechselnden Perspektiven und Erzähler*innen, werden die kleinen und großen Begebenheiten der Bewohner*innen einer einzigen Straße miteinander verwoben. Es ist weniger ein klassisches Erzählen als vielmehr ein Nebeneinander von Stimmen, ein Beobachten und Kommentieren. Dabei greift der Roman eine Vielzahl gesellschaftlicher Themen auf: Xenophobie, Rassismus, soziale Verrohung, Gentrifizierung, die Überforderung von Pflege und Polizei sowie ein spürbares Maß an sozialer Kontrolle.
Das zutiefst Humane, das Seethalers Werke sonst auszeichnet, ist auch hier spürbar. Die Straße funktioniert als eindringliches Gesellschaftsporträt im Mikrokosmos einer einzelnen Straße in einer namenlosen deutschsprachigen Stadt. Gleichzeitig macht gerade diese Vielstimmigkeit die Lektüre nicht immer einfach. Die Perspektivwechsel sind teils schwer nachzuvollziehen, nicht immer ist eindeutig, wer gerade spricht, und eine durchgehende Handlung im klassischen Sinne fehlt. Gerade im Vergleich zu Seethalers früheren, sehr konzentrierten und erzählerisch dichten Romanen wirkt dieses Buch auf mich weniger zugänglich und dadurch auch weniger eindringlich.
'Die Straße' ist somit kein typischer Seethaler. Es ist ein literarisches Experiment, das neue Wege geht und bewusst mit Erwartungen bricht. Ob dieser Ansatz ebenso überzeugt wie seine bisherigen Romane, wird letztlich Geschmackssache bleiben. Meinen Geschmack hat es leider nicht ganz getroffen.
Rezensionen von Sternzauber:
Fermentieren - Twist your Taste! von Nadine Schünemann
Grundlegende Basics und viele anregende Ideen
Das Cover von „Fermentieren- Twist your Taste“ von Nadine Schünemann ist modern und gradlinig gestaltet und gefällt mir sehr gut. Ich kann auf den ersten Blick interessante Fermente entdecken und die lebendigen Farben der Lebensmittel kommen bei dem weißen Hintergrund wunderbar zur Geltung. Genau so ansprechend geht es dann auch in dem hochwertig gebundenen Buch weiter.
Die Seiten sind übersichtlich und optisch attraktiv gestaltet, so dass ich mir die Texte gerne näher anschaue, gesuchte Dinge aber auch gut und schnell wieder finden kann. Ergänzt werden die Textbausteine, die in kurze, gut erfassbare Abschnitte gegliedert sind, durch ästhetisch zurückhaltende Fotos. Besonders angetan haben es mir die Bilder zu den Rezepten, die mir einfach sprichwörtlich „das Wasser im Mund zusammen laufen lassen“.
Nadine Schünemann berichtet in diesem Buch aus jahrelanger, eigener Erfahrung mit dem Fermentieren und gibt ihr Wissen in sehr sympathischer Art und Weise an uns LeserInnen weiter. Ich mag es sehr, dass sie viele Basics aufgreift und uns wirklich die Ausgangspunkte an die Hand gibt, um selber aktiv werden zu können. Ich habe bei diesem Buch zum ersten Mal das Gefühl, dass ich mich wirklich selber ans Ausprobieren wagen werde, weil ich viel Wissen zu den Grundlagen erwerben konnte - die auch noch ansprechend daher kamen. Sehr hilfreich fand ich zum Beispiel Erläuterungen dazu, wie ein Ferment aussehen sollte, oder wie eben nicht. Aber mich haben auch die Informationen zum gesundheitlichen Nutzen von Fermenten, zu der Geschichte des Fermentierens und zum Einsatz von fermentierten Lebensmitteln sehr interessiert.
Besonders faszinierend wird es natürlich dann, wenn es in die Praxis geht und da hält die Autorin einen ganzen Schatz an herzhaften sowie süßen Basis-Fermenten bereit und regt dazu an, diese auch experimentell zu nutzen und z. B. als Würzmittel einzusetzen. Im Kapitel „Mix & Match“ werden aber auch verlockende Rezepte „fertig“ angeboten. Z. B. finden sich Frühstücksideen, Drinks, Desserts oder auch Comfort Food. Ich bin absolut überrascht, wie vielfältig sich fermentierte Lebensmittel einsetzen lassen und extrem neugierig darauf auszuprobieren.
Eine schöne Ergänzung für Neulinge wie mich, aber auch eben eingebaute Werbung, ist die Tatsache, dass die Autorin mit der Marke „Lieblingsglas“ einen eigenen Verkauf von Zubehör betreibt. Ich werde mich auf ihrer Seite noch mal genauer umschauen, denn als Anfängerin fühle ich mich mit dem Gedanken sehr wohl, dass ich mit den Produkten arbeiten kann, die auch im Buch beschrieben werden.
„Fermentieren“ hat mich mit der Fülle der Informationen und mit einer sehr ansprechenden, sowie kompetent wirkenden Vermittlung, absolut überzeugt und ich freue mich wahnsinnig darauf, in dieses spannende Metier einzusteigen. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter und wünsche viel Spaß beim Ausprobieren!
Rezensionen von manu63:
How to Kill Fate (Fate Dilogie, Bd. 2) von Saskia Louis
Guter Abschluss
How to kill fate ist der Abschlussband der Fate Dilogie der Autorin Saskai Louis.
Der Band setzt nahtlos an Band eins an und Kiana und Tyron sowie Nevin befinden sich in einer lebensgefährlichen Lage und setzen ihre Flucht vor den Göttern fort. Da Tyron gefangen genommen wird und dadurch in eine fast aussichtslose Lage gerät, muss Kiana folgenschwere Entscheidungen treffen und sich ihrer Fähigkeiten bewusst werden.
Die Geschichte wird fast komplett aus der Sicht von Kiana und Tyron erzählt und nur vereinzelt kommt Nevin sowie die Sicht der Gottheiten hinzu. Es gibt lange Dialoge zwischen Kiana und Tyron mit vielen Überlegungen zu ihrer Lage und was sich daraus ergibt. Das kann für manche Leser mühsam und langwierig sein, mir hat es gut gefallen. Ich mag lieber Dialoge, welche die Handlung weiter bringen, als endlose Kampfbeschreibungen.
Der Erzählstil ist lebendig und die Spannungsbögen finde ich gut gesetzt. Es gibt einige überraschende Wendungen welche ich so nicht erwartet habe.
Insgesamt fand ich die Dilogie gut lesbar und sie hat mit einige Stunden Lesevergnügen beschwert.
Rezensionen von Ruth:
Matei entdeckt die Freiheit von Catalin Dorian Florescu
Zwischen Rache und Freiheit
Der 1976 in Rumänien geborene Autor Catalin Dorian Florescu lebt zwar seit seiner Ausreise kurz vor seinem 15. Geburtstag in der Schweiz, kehrt aber in seinen Romanen immer wieder zurück in die ehemalige Heimat. So z.B. in seinem mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichneten Werk „Jakob beschließt zu lieben“, 2011 erschienen.
Und auch seine neueste Veröffentlichung „Matei entdeckt die Freiheit“ spielt wieder in Rumänien.
Der Ich-Erzähler Matei wird als junger Mann im Herbst 1956 wegen ein paar großspurig als „politisches Manifest“ angekündigter Gedichte verhaftet und zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Als er 1964 entlassen wird, ist das keine Rückkehr in die Freiheit. „ Das ganze Land hatte sich in eine Zelle verwandelt,…“ Ein Klima von Angst, von Bespitzelung und Überwachung lähmt das Volk.
Matei selbst muss gleich eine bittere Erfahrung hinnehmen. Während ihm die Liebe zu seiner Freundin Irina Halt und Stütze war in den Jahren der Gefangenschaft, hat diese sich längst von ihm losgesagt. Sie ist mittlerweile mit einem Geheimdienstoffizier verheiratet. Doch bald lernt er Monica kennen, Witwe eines Gulag-Häftlings und Mutter einer Tochter. Sie nimmt ihn bei sich auf, vermittelt ihm Arbeit als Sargmacher in der Volkskooperative „Genossenschaftlicher Trost“. Man begegnet ihm, dem ehemaligen „Volksfeind“, zwar mit Misstrauen, doch das Schicksal meint es nun endlich gut mit ihm. Die Ehe mit Monica ist liebevoll, Andrei, Freund als Gulagtagen, steht ihm lebenslang zur Seite und Enkelin Aurelia ist die Freude seines Alters.
Aber das Lager steckt nicht nur in Form zahlreicher Krankheiten und Beschwerden in seinem Körper, sondern noch tiefer in seiner Seele. Die Bilder von damals verfolgen ihn Tag und Nacht, die früheren Weggefährten besuchen ihn in seinen Träumen.
Eine tiefe Lethargie lähmt ihn geradezu.
Da trifft er eines Tages auf seinen früheren Peiniger. „Das erste Mal, als ich meinen Henker wiedersah, war in einem schäbigen Bukarester Bus.“ Leutnant Pana war Geheimdienstmitarbeiter und hatte ihn in dieser Funktion verhört und gefoltert. Und als 1989 mit dem Tod des Diktators eine neue Zeit beginnt, beschließt Matei sich zu rächen.
Der Wunsch nach Rache ist stärker als alles andere, stärker als die Liebe zu Frau, Familie und Freund. Besessen arbeitet Matei an seinem Racheplan. Ob ihm das Ruhe und Frieden schenken wird, soll hier nicht verraten werden.
Catalin Dorian Florescu entwickelt seine Geschichte auf mehreren Zeitebenen, denen er nicht chronologisch folgt. So gelingt ihm nicht nur ein glaubhaftes Bild der Jahre unter Ceaucescu, sondern er zeigt auch die Endphase des stalinistischen Rumäniens ebenso wie die Nachwendezeit.
Weil Matei schon in jungen Jahren dem Wunsch nach Freiheit Worte verleiht, wird er eingesperrt. Den Alltag im Arbeitslager, das Überleben und Sterben im Donaudelta beschreibt der Autor so genau und präzise, als hätte er dies selbst erlebt. Es sind Szenen, die kaum auszuhalten sind. Matei erfährt dabei aber nicht nur unfassbare Grausamkeit und Willkür, sondern auch Momente von Menschlichkeit und Solidarität.
Florescu zeichnet ebenfalls ein düsteres Bild vom Leben unter Ceaucescus Diktatur. Die Menschen kämpfen ums Überleben. Sie stehen an für Lebensmittel und Heizmaterial, bekommen keine notwendigen Medikamente; es fehlt an allem. Die Securitate unterdrückt jeglichen Widerstand, verfolgt mit unbarmherziger Grausamkeit offensichtliche und vermeintliche Gegner des Regimes.
Und das Ende der Diktatur bringt wenig Verbesserungen für die Bevölkerung . „Die Renten sind miserabel, das halbe Land ist arbeitslos, und an der Macht sind ehemalige Kommunisten.“ Denen liegt wenig an einer Aufarbeitung der Geschichte. Matei wartet vergebens darauf, dass die Täter von damals verhaftet und verurteilt werden. Er muss die Sache selbst in die Hand nehmen.
Florescu verfolgt mit seinem Schreiben eine „Mission“. Er will aufklären, ergreift Partei für diejenigen, die unter das Rad der Geschichte gekommen sind. Dazu erschafft er lebendige, glaubwürdige Charaktere, mit denen der Lesende empathisch mitgeht. Mit Monica ist ihm wieder eine starke Frauenfigur gelungen und Matei ist geradezu eine tragische Figur. So lange ihn sein Hass und sein Wunsch nach Rache antreiben, so lange wird er unfrei bleiben.
Florescu beweist hier erneut seine erzählerische Kunst, die sich durch eine bildstarke und poetische Sprache, große Intensität und Spannung auszeichnet.
So ist „Matei entdeckt die Freiheit“ ein Roman, der auf eindringliche Weise beschreibt, wie stark eine Diktatur das Leben der Betroffenen bestimmt, sie nie mehr loslässt. So lange ein Land seine Vergangenheit nicht aufarbeitet und die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden, so lange gibt es keine Freiheit für die Opfer.
Der 1976 in Rumänien geborene Autor Catalin Dorian Florescu lebt zwar seit seiner Ausreise kurz vor seinem 15. Geburtstag in der Schweiz, kehrt aber in seinen Romanen immer wieder zurück in die ehemalige Heimat. So z.B. in seinem mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichneten Werk „Jakob beschließt zu lieben“, 2011 erschienen. Und auch seine neueste Veröffentlichung „Matei entdeckt die Freiheit“ spielt wieder in Rumänien.
Der Ich-Erzähler Matei wird als junger Mann im Herbst 1956 wegen ein paar großspurig als „politisches Manifest“ angekündigter Gedichte verhaftet und zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Als er 1964 entlassen wird, ist das keine Rückkehr in die Freiheit. „ Das ganze Land hatte sich in eine Zelle verwandelt,…“ Ein Klima von Angst, von Bespitzelung und Überwachung lähmt das Volk.
Matei selbst muss gleich eine bittere Erfahrung hinnehmen. Während ihm die Liebe zu seiner Freundin Irina Halt und Stütze war in den Jahren der Gefangenschaft, hat diese sich längst von ihm losgesagt. Sie ist mittlerweile mit einem Geheimdienstoffizier verheiratet. Doch bald lernt er Monica kennen, Witwe eines Gulag-Häftlings und Mutter einer Tochter. Sie nimmt ihn bei sich auf, vermittelt ihm Arbeit als Sargmacher in der Volkskooperative „Genossenschaftlicher Trost“. Man begegnet ihm, dem ehemaligen „Volksfeind“, zwar mit Misstrauen, doch das Schicksal meint es nun endlich gut mit ihm. Die Ehe mit Monica ist liebevoll, Andrei, Freund als Gulagtagen, steht ihm lebenslang zur Seite und Enkelin Aurelia ist die Freude seines Alters.
Aber das Lager steckt nicht nur in Form zahlreicher Krankheiten und Beschwerden in seinem Körper, sondern noch tiefer in seiner Seele. Die Bilder von damals verfolgen ihn Tag und Nacht, die früheren Weggefährten besuchen ihn in seinen Träumen.
Eine tiefe Lethargie lähmt ihn geradezu.
Da trifft er eines Tages auf seinen früheren Peiniger. „Das erste Mal, als ich meinen Henker wiedersah, war in einem schäbigen Bukarester Bus.“ Leutnant Pana war Geheimdienstmitarbeiter und hatte ihn in dieser Funktion verhört und gefoltert. Und als 1989 mit dem Tod des Diktators eine neue Zeit beginnt, beschließt Matei sich zu rächen.
Der Wunsch nach Rache ist stärker als alles andere, stärker als die Liebe zu Frau, Familie und Freund. Besessen arbeitet Matei an seinem Racheplan. Ob ihm das Ruhe und Frieden schenken wird, soll hier nicht verraten werden.
Catalin Dorian Florescu entwickelt seine Geschichte auf mehreren Zeitebenen, denen er nicht chronologisch folgt. So gelingt ihm nicht nur ein glaubhaftes Bild der Jahre unter Ceaucescu, sondern er zeigt auch die Endphase des stalinistischen Rumäniens ebenso wie die Nachwendezeit.
Weil Matei schon in jungen Jahren dem Wunsch nach Freiheit Worte verleiht, wird er eingesperrt. Den Alltag im Arbeitslager, das Überleben und Sterben im Donaudelta beschreibt der Autor so genau und präzise, als hätte er dies selbst erlebt. Es sind Szenen, die kaum auszuhalten sind. Matei erfährt dabei aber nicht nur unfassbare Grausamkeit und Willkür, sondern auch Momente von Menschlichkeit und Solidarität.
Florescu zeichnet ebenfalls ein düsteres Bild vom Leben unter Ceaucescus Diktatur. Die Menschen kämpfen ums Überleben. Sie stehen an für Lebensmittel und Heizmaterial, bekommen keine notwendigen Medikamente; es fehlt an allem. Die Securitate unterdrückt jeglichen Widerstand, verfolgt mit unbarmherziger Grausamkeit offensichtliche und vermeintliche Gegner des Regimes.
Und das Ende der Diktatur bringt wenig Verbesserungen für die Bevölkerung . „Die Renten sind miserabel, das halbe Land ist arbeitslos, und an der Macht sind ehemalige Kommunisten.“ Denen liegt wenig an einer Aufarbeitung der Geschichte. Matei wartet vergebens darauf, dass die Täter von damals verhaftet und verurteilt werden. Er muss die Sache selbst in die Hand nehmen.
Florescu verfolgt mit seinem Schreiben eine „Mission“. Er will aufklären, ergreift Partei für diejenigen, die unter das Rad der Geschichte gekommen sind. Dazu erschafft er lebendige, glaubwürdige Charaktere, mit denen der Lesende empathisch mitgeht. Mit Monica ist ihm wieder eine starke Frauenfigur gelungen und Matei ist geradezu eine tragische Figur. So lange ihn sein Hass und sein Wunsch nach Rache antreiben, so lange wird er unfrei bleiben.
Florescu beweist hier erneut seine erzählerische Kunst, die sich durch eine bildstarke und poetische Sprache, große Intensität und Spannung auszeichnet.
So ist „Matei entdeckt die Freiheit“ ein Roman, der auf eindringliche Weise beschreibt, wie stark eine Diktatur das Leben der Betroffenen bestimmt, sie nie mehr loslässt. So lange ein Land seine Vergangenheit nicht aufarbeitet und die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden, so lange gibt es keine Freiheit für die Opfer.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
These Ancient Flames 2: Burn von Melanie Lane
These Ancient Flames
"These Ancient Flames: Burn" ist der Abschluss einer Romantasy-Dilogie, in denen Drachen als magische Wesen im Fokus stehene. Als bekennender Drachen-Fan war ich für diesen Fokus Feuer und Flamme und habe mich nach dem ersten Band nun auf den Dilogie-Abschluss gefreut. Das World-Building ist sehr detaillreich, ich konnte mir die Welt, ihre Strukturen und die Magie sehr gut vorstellen.
Die Idee der magischen Kraftlinien gefällt mir sehr gut und auch die Rolle der Drachen ist gut ausgearbeitet.
Sprache und Schreibstil der Autorin tragen gut durchs Buch und lassen sich sehr leicht lesen. Die Handlung ist gut aufgebaut und der Spannungsbogen zieht sich durch das gesamte Buch. Wendungen und Geschehnisse konnte ich nicht zu sehr voraussehen, somit wollte ich immer wissen, wie es weiter geht und war an keiner Stelle gelangweilt. Auch die Charakterdarstellungen haben mir gut gefallen, alle Charakter waren vielschichtig, erwachsen und vor allem: Sie konnten miteinander kommunizieren und somit Missverständnisse aufklären. Diese Kompetenz gibt es nicht so häufig, da war ich hin und weg! Zudem gefällt mir, dass die Charaktere komplex und facettenreich sind.
Zwinschdurch gab es im Spannungsaufbau einige Längen, über die ich in der Gesamtbetrachtung hinwegsehen kann. Ich hatte den Eindruck, dass Autorin Melanie Lane sich die Zeit genommen hat die Story zu einem würdigen Ende zu bringen!
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Once Upon A Tender Kiss von Myla Lion
Dornröschen
Dieses Buch ist Teil 1 der Reihe "Märchenhafte Single Dads" und ist in der Tat wie ein modernes Märchen. Die Anlehnung an Dornröschen ist nicht wirklich subtil, sondern wird mehrfach auch von den Protagonisten klar benannt und ist tragendes Motiv der Charakterdarstellungen. Das hat mir grundlegend gut gefallen, wirkte manchmal jedoch etwa zu konstruiert und nicht unbedingt natürlich.
Für mich liegt die große Stärke dieses Buches in der Vielschichtigkeit der Charaktere, z.B. Larry. Der schmierige Typ mit Macho-Gehabe und einem Übermaß Schmuck ist viel mehr als ein provokantes Äußeres. Diese Tiefe gefiel mir gut, ich hätte sie mir bei allen Charakteren gewünscht. Es gibt bestimmte Dynamiken zwischen Charakteren, die mich so wütend gemacht haben, dass ich eine Pause vom Lesen brauchte. Glücklicherweise gibt es hier zumindest bei einigen (und den relevanten) Charakteren eine entsprechende Entwicklung, so dass diese Dynamiken aufgesprengt werden können.
Mia und Tate sind interessante Protagonisten, deren gegenseitige Anziehung spürbar ist und die Slow-Burn-Trope wird hier echt ausgereizt. Das war einerseits authentisch, andererseits beinahe etwas zu slow für mich, um interessiert am Ball zu bleiben. Die Liebesgeschichte wird durch ernste Themen, wie missbräuchliche Elternhäuser und Sorgerechtsstreitigkeiten flankiert.
Insgesamt hatte ich mit dem Buch eine nette Zeit, auch wenn ich nicht zu 100% begeistert bin.










