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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra:

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Der Ozean so wild und weit von Malachy Tallack

Mein Zuhause das Meer

Jack lebt allein auf den Shetlandinseln im Grunde mitten im Meer, mit all seinen Gefahren und Schönheit. Seine Eltern haben schon vor ihm dieses Leben gelebt. Sonny sein Vater war Walfänger gewesen, das hat seine Persönlichkeit geprägt und vielleicht auch die seines Sohnes.
Wenn man das Buch anfängt, fällt mir als Erstes Vergleiche mit Hermann Melvilles Moby Dick ein.

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Die Grausamkeit des Walfangs und ihre Auswirkungen auf die Menschen werden zwar mit anderen Worten und Emotionen beschrieben aber ich glaube beide Autoren meinen das Gleiche.

Für mich war es ein ruhiges Buch mit einer ungeheuren Tiefe. Das die Vergangenheit soviel Einfluss auf die Gegenwart hat wird hier eindrucksvoll beschrieben. Ein Mann der in sich ruht, sein Handicap im sozialen Umgang ist ihm bewusst, er gibt sich Mühe. Eine Figur die mir gefällt.

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Der Ozean so wild und weit

Rezensionen von Brigittte:

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Der Kompass des Seefahrers - Ein Abenteuer in Spanien von Benjamin Wallenborn

Vorfreude auf Spanien garantiert

Mit dem Wohnmobil B-OB (das es ja sogar in echt gibt!) reisen die Kinder Line und Benni durch Spanien. Von Santiago de Compostela über Sevilla bis nach Mallorca – wir haben so viel Neues über die Traditionen gelernt. Die Beschreibungen sind so toll, dass man am liebsten sofort selbst die Koffer packen und nach Spanien reisen möchte! Die Geschichte mit dem kaputten Kompass ist herrlich spannend und unterhaltsam.

Was mir als Oma aber ganz besonders am Herzen lag, ist die wunderbare Diskussionskultur im Buch. Als Dolores und ihre Enkelin Alma sich uneinig sind, hören sie einander einfach ruhig zu und respektieren die andere Meinung, ohne schlimm zu streiten. Ein Satz von B-OB hat mich da tief berührt: „Auch wenn man anderer Meinung ist, kann man einander zuhören.“ Das ist in der heutigen Zeit so eine wichtige Botschaft für unsere Kinder! Ein perfektes Buch für neugierige Kinder, das Lust auf die Welt macht.

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Der Kompass des Seefahrers - Ein Abenteuer in Spanien

Rezensionen von Petra:

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How to Lose a Lord in 10 Days von Sophie Irwin

Streiche

Lydia hat von Lord Ashwood einen Heiratsantrag bekommen, gemäß der Konventionen kann sie ihn nicht ablehnen. Außerdem würde ihre Familie im Dreieck springen. Also beschließt sie sich in seiner Gegenwart unmöglich zu benehmen, schlecht gekleidet auftreten und auch sonst in jeder Hinsicht unangenehm auf zu fallen, damit er seinen Antrag zurück nimmt, denn Stolz und Arroganz sind seine ( nach Lydias Ansicht ) herausragende Eigenschaften.

Man kann sich nicht vorstellen, was sie alles unternimmt, manchmal ist es einfach nur zum Lachen, dann wieder Kopfschütteln oder fremdschämen, denn nachdem er hinter ihr Verhalten gekommen ist, verhält er sich nicht anders. Man muss sagen einige ihrer Streiche sind raffinierter, während er sich an seine Schuljungenstreiche erinnert.
Der locker-leichte Schreibstil war sehr unterhaltsam. Aber er hatte auch leise Kritik an der Gesellschaftsnorm in petto. Der Anspruch an Toleranz und Mitgefühl wird groß geschrieben. Man könnte das manchmal auch in die heutige Zeit übertragen.
Dies ist meiner Meinung nach bisher das beste Buch von der Autorin das ich gelesen habe. Es darf gern mehr geben.

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How to Lose a Lord in 10 Days

Rezensionen von Naschi:

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UNDERCOVER COPS UNCOVERED von Juchin Smith

Spannend bis zum Schluss

Behandelt ein aktuelles Politikthema und spinnt darum eine sehr spannende und schnelle Geheimagenten Geschichte, die einen bis zum Schluss mitnimmt

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UNDERCOVER COPS UNCOVERED

Rezensionen von Anjulia :

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Cursed for Good - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen. von Amy Coombe

Die Buchladenprinzessin

Prinzessin Tanadelle de Courcy wird auf einer ihrer vielen repräsentativen Reisen verflucht. Eigentlich wollte die Prinzessin in der kleinen Buchhandlung nur ihren Lesevorrat aufstocken, doch dann kann sie diese nicht mehr verlassen, bis sie ihren Herzenswunsch findet. Tandy nutzt die Zeit, um den Laden neu zu ordnen, ihre Eltern setzen die gesamte Thronprinzenschar der benachbarten Königreiche in Bewegung und ein attraktiver, ebenfalls verfluchter Pirat sorgt bei Tandy für Herzklopfen.

Cursed for Good von Amy Coombe ist ein Cosy-Fantasy-Roman mit einer kleinen Liebesgeschichte, der mir sehr gut gefallen hat. Die Handlung spielt aufgrund des Fluchs hauptsächlich in dem zunächst ziemlich chaotisch anmutenden Buchladen. Prinzessin Tandy fand ich als Protagonistin sympathisch. Der Fluch, im Buchladen festzustecken, ist für sie fast eine willkommene Abwechslung zu ihren ungeliebten royalen Pflichten. Das war für mich ganz klar nachvollziehbar. Dabei findet sie zu mehr Selbstbewusstsein und letztendlich auch zu mehr Mut um für sich selbst einzustehen. Die Lovestory zwischen ihr und Bash war niedlich und hätte für mich auch einen größeren Umfang haben dürfen. Es gibt viele Momente und Dialoge im Buch, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Magische Elemente lassen die Geschichte märchenhaft wirken. Dass die Geschichte tatsächlich etwas vorhersehbar ist und große Spannungsmomente fehlen, hat mich insgesamt nicht gestört.

Fazit: Ein sehr angenehm leicht zu lesender Roman mit großem Wohlfühlfaktor.

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Cursed for Good - Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.

Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:

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Die üblichen Mauern von Gerhard Weinreich

Sehr unterhaltsam

Dies ist mein erstes Buch von Gerhard Weinrich und ich bin sehr neugierig mit dem Lesen gestartet :
Die Geschichte um Monsignore Ries, der in einem Fall ermittelt, der zuerst einmal nach natürlicher Todesursache aussieht und dann aber von der Glaubenskongregation in Rom darauf angesetzt wird, ist flüssig und angenehm von Gerhard Weinrich geschrieben.

Kaum waren die ersten Seiten gelesen, hat es mich direkt mitgenommen.
Die Charaktere des Buches gefallen mir sehr gut, der Autor hat seinen Figuren Authentizität eingehaucht und mit den gut aufgezeigten Dialogen wird die Geschichte lebendig. Eigentlich ist das Buch als Roman gekennzeichnet, ich würde die Geschichte aber auch gerne als Krimi beschreiben. Es waren unheimlich viele Wendungen eingebaut und der Spannungsbogen hielt sich auch aufrecht, von daher habe ich mich sehr gefreut, mit-ermitteln zu dürfen.
Besonders erwähnen möchte ich, dass man das Gefühl bekommt, der Autor hat unheimlich gut recherchiert und hält aber keineswegs einen Vortag – man erfährt so nebenbei vieles über die Kirche.
Humor war auch dabei, eine ordentliche Portion sogar – und das hat dem Buch eine Leichte mitgegeben, das fand ich wirklich toll.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und so gebe ich gerne eine Kauf- und Leseempfehlung dafür !

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Die üblichen Mauern

Rezensionen von Miro:

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Wirf einen Schatten von Elena Fischer

Landleben

Joseph ist allein auf seinem Hof zurückgeblieben, nachdem seine Frau Lis mit ihrem gemeinsam Sohn ausgezogen war. Sie konnte das zurückgezogene Landleben in einer sprachlosen Ehe nicht mehr ertragen. Auch Joseph erträgt seine Einsamkeit nicht mehr. Er beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen. Ein letztes Mal die Tiere versorgen, Abschied nehmen vom Land und von den Vorausgegangenen und ein kurzer Brief auf dem Tisch.

Doch dann steht Birdie vor seiner Tür. Halb erfroren sucht sie Zuflucht, denn sie ist auf der Flucht vor ihrem Vater. Joseph kann nicht anders als ihr zu helfen und gemeinsam mit seiner Schwägerin Ada, päppeln sie Birdie auf und helfen ihr auf ihrem Weg in die Zukunft. Doch Birdie hilft auch Joseph aus seiner Erstarrung und er beginnt sich mit seinen Themen aus der Vergangenheit auseinanderzusetzen, damit sein Leben endlich einen Schatten werfen kann.

In regelmäßigen Rückblenden erfahren wir von den familiären Prägungen, der Schuld und der Verluste, die schlußendlich zu Joseph's Sprachlosigkeit führten. Aber der Roman beleuchtet auch den Mut zur Veränderung, die Möglichkeit von Liebe und Hoffnung auf einen Neuanfang.

Elena Fischer zeichnet ihre Figuren in einfacher, fast poetischer Sprache. Sie gibt ihnen klare Konturen und geht sehr behutsam mit ihnen um. Emotionen finden sich eher zwischen den Zeilen, was dem Text etwas Nüchternheit verleiht. Trotz der emotionalem Thematik findet sich kein Kitsch in diesem Roman, denn das würde nicht zum rauen Landleben passen. Die Sprache fügt sich gut in Ort und Zeit ein.

Mich konnte die Autorin begeistern mit dieser Lebens-, Leidens- und Liebesgeschichte, die so viele Umwege braucht, bis sich Hoffnung einstellt.

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Wirf einen Schatten

Rezensionen von Annaja:

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Alleinruhelage von Eva Menasse

Plötzlich zu viel Ruhe

Ein schönes, beschauliches Cover.
Die Protagonistin erzählt hier vom einstigen Erwerb des Wochenendhauses für die Familie inmitten der Natur an einem See gelegen. Der einstige Erholungsort und Treffpunkt für Familie und Freunde, die aus der Stadt raus wollten. Jahrelang geht alles gut und nur manchmal nerven nachbarliche Datschenbesitzer mit kleinen Konflikten, doch es gibt auch Gemeinschaftssinn und Hilfsangebote.

Als dann allmählich im Laufe der Jahrzehnte die Familie auseinanderbricht und nur mehr sie allein übrig bleibt, die das Ferienhaus zu erhalten hat, nur gelegentlich Freunde zu Besuch kommen, wo Reparaturen aller Art anfallen, der Garten zu pflegen ist und den überbordenden Wühlmäusen der Kampf angesagt werden muss, kommen Zweifel über die Sinnhaftigkeit des Besitzes. Es fällt schwer, sich zu trennen, hängen doch so viele Erinnerungen und Emotionen daran. Als auch ihr letzte Liebhaber das Weite sucht, werden fleißige Bauhelfer engagiert, die das Anwesen auf Vordermann bringen sollen.
Das Buch überzeugt mit klarer Sprache, klug und voll Wortwitz und es zeigt auf, wie schwer manche Entscheidungen fallen.

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Alleinruhelage

Rezensionen von Shilo:

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Das Haus Lorimer - Der Aufstieg von Anne Melville

Der Beginn einer bewegten Familiengeschichte

Margaret wächst in einer Familie auf, in der es an nichts fehlt. Trotzdem wirkt ihr Leben oft enger als erwartet. Früh entsteht der Eindruck, dass sie sich mit der Rolle nicht abfindet, die für sie vorgesehen ist.
Eine junge Frau mit eigenem Kopf steht im Mittelpunkt. Sie ordnet sich nicht einfach unter.

Manche Entscheidungen lassen sich schnell verstehen, andere wirken eher sprunghaft, passen aber zu ihrem Drang nach mehr Freiheit. Besonders die Verbindung zu Charles und die familiären Spannungen bringen Bewegung in die Geschichte.
Die Figuren bekommen viel Raum. Es passiert nicht ständig etwas Großes. Oft sind es Gespräche, kleine Entscheidungen oder Reaktionen, die den Verlauf bestimmen. Dadurch entsteht ein recht klares Bild der Familie Lorimer und der Menschen drumherum.
Die Zeit wirkt nicht aufgesetzt, sondern läuft einfach mit. Erwartungen an Frauen ziehen sich durch viele Szenen. Margaret stößt dabei immer wieder an Grenzen, die für sie schwer zu akzeptieren sind. Ihr Wunsch nach einem eigenen Leben wirkt dadurch sehr greifbar.
Das Tempo schwankt. Manche Abschnitte nehmen sich Zeit für Hintergründe und Familiengeschichten. An anderen Stellen hätte etwas mehr Zug gutgetan. Gleichzeitig hilft genau diese Ruhe, die Figuren besser einzuordnen.
Im Mittelpunkt stehen weniger große Ereignisse, eher das Verhalten der Figuren untereinander. Wer viel Spannung von Anfang an erwartet, wird nicht durchgehend abgeholt. Trotzdem bleibt das Ganze stimmig und in sich geschlossen.
Am Ende bleibt der Eindruck eines Auftakts, der vieles anstößt, aber noch nicht alles auflöst. Die Geschichte der Lorimers ist damit nicht abgeschlossen. Margaret bleibt besonders im Kopf, weil sie sich nicht einfach einfügt, sondern versucht, ihren eigenen Weg zu gehen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Das Haus Lorimer - Der Aufstieg

Rezensionen von Ruth:

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Ferne Heimat Altmontal von Michael Riepl

Bewegend, informativ, augenöffnend

Der Autor Michael Riepl ist Jurist und promovierter Völkerrechtler. Daneben hat er seit 2015 für verschiedene humanitäre Organisationen gearbeitet, unter anderem in der Ukraine und in Aserbaidschan.
Nun hat er mit „ Ferne Heimat Altmontal“ sein literarisches Debut vorgelegt. Darin verknüpft er die bewegte Lebensgeschichte seiner Großmutter, die in der Ukraine und im Kaukasus aufwuchs, mit Reportagen von seinen Einsätzen in diesen Regionen.

Kurz vor seiner Abreise in die Ukraine erhält Riepl von seiner Mutter einen Stapel Papier - die Erinnerungen seiner Großmutter.
Geboren wurde Hedwig Krämer im März 1919 in Altmontal, einem kleinen Ort in der Südukraine. Ihre Vorfahren waren Protestanten aus Baden, die im 18. Jahrhundert dem Ruf der Zarin gefolgt sind.
Der Erste Weltkrieg ging an Altmontal beinahe spurlos vorüber. Doch 1918 war noch längst nicht Frieden; der Russische Bürgerkrieg tobte noch bis ins Jahr 1921, auch in der Ukraine. Hochschwanger flüchtet Hedwigs Mutter vor den Truppen auf die Krim und als sie Wochen später in ihr Haus zurückkehrt, ist alles verwüstet. So startet Hedwig in ein Leben, das geprägt ist von Hunger, Ausgrenzung und Krieg.
Sie ist zwei Jahre alt, als eine große Hungersnot das Land heimsucht, fünf Millionen Menschen verhungern in den Jahren 1921/1922 im ehemaligen Russischen Reich, viele davon in der Südukraine.
Danach folgen glückliche Jahre, die Familie wird größer. Hedwig und ihre fünf Geschwister wachsen in einer „Astrid-Lindgren-Romantik“ auf.
Das ändert sich mit Stalins „Entkulakisierung“. Die gesamte Landwirtschaft sollte zwangskollektiviert werden und die Kulaken, darunter fielen auch Kleinbauern wie die Krämers, sollten liquidiert oder verbannt werden. Als die Geheimpolizei kommt und die Familie in die Steppe treibt, ist Hedwig zwölf Jahre alt. Aber nicht nur die Krämers hungern in ihrer Lehmhütte, in der gesamten Ukraine herrscht eine Hungersnot, die fünf Millionen Tote fordert. Diese Hungerkatastrophe, die unter der Bezeichnung „Holodomor“ in die Geschichte eingeht, ist menschengemacht. ( Das ukrainische Wort „Holodomor“ bedeutet „Mord durch Hunger“.)
Aber Hedwig hat Glück. Ein entfernter Neffe kommt und nimmt sie mit zu sich nach Aserbaidschan. Hier in Annenfeld, wie das Dorf der Verwandten heißt, findet sich Hedwig , trotz Heimweh, schnell zurecht. Sie besucht die Schule und erweist sich als gelehrig. Und sie verfolgt früh ein Ziel, sie möchte Medizin studieren. Das ist im Kaukasus nicht möglich, deshalb kehrt Hedwig zwei Jahre später in die Ukraine zurück und beginnt mit der Ausbildung.
Doch dann wird der Vater verhaftet, er wird nie mehr zurückkehren. Die großen Säuberungen unter Stalin konnten jeden treffen, nationale Minderheiten wie die Deutschen waren besonders verdächtig.
Und als Hitler 1941 vom Verbündeten zum Feind wird und in die Sowjetunion einmarschiert, geraten die Krämers und mit ihnen alle Deutschstämmigen erneut ins Visier des russischen Geheimdienstes. Alle männlichen Deutschen werden verhaftet, darunter Hedwigs Brüder. Es beginnt die Deportation von einer Million Deutschen in der Sowjetunion.
Aber nicht nur die Deutschstämmigen unter den Ukrainern begrüßen den Einmarsch der Wehrmacht. Viele von ihnen haben die große Hungersnot und Stalins Säuberungen nicht vergessen.
Der Einmarsch der Wehrmacht rettet Hedwig vor der Deportation. Sie, die mittlerweile als Ärztin tätig ist, geht freiwillig als „Fremdarbeiter“ ins Deutsche Reich, ohne wirklich etwas zu wissen über dieses Land.
Und hier wird sie bleiben bis an ihr Lebensende, als Landärztin in einem bayerischen Dorf.
Michael Riepl erzählt die Geschichte seiner Großmutter entlang ihrer Aufzeichnungen. Immer wieder lässt er sie selbst in kurzen Passagen zu Wort kommen. Doch er stellt ihr Schicksal stets in den historischen Kontext, liefert Hintergrundwissen, Zahlen, Daten, Fakten. So wird man von diesen Lebenserinnerungen nicht nur emotional ergriffen, sondern geht klüger aus der Lektüre hervor.
Das trifft auch auf die zweite Ebene dieses Buches zu, die Erfahrungen, die der Autor während seines Einsatzes in der Ukraine macht. Im Jahr 2018 liegen die Maidan-Aufstände, die Annexion der Krim und der Krieg im Donbass nur kurz zurück. Obwohl die Minsker Abkommen den bewaffneten Konflikt beenden sollten, herrscht weiterhin Krieg.
Im Rahmen seiner Tätigkeit reist Michael Riepl durchs Land, spricht mit vielen, ganz unterschiedlichen Menschen und gewinnt so ein genaues und differenziertes Bild. Gleichzeitig ist er unterwegs auf den Spuren seiner Vorfahren und stellt deren Erfahrungen der heutigen Situation gegenüber. Das macht dieses Buch so intensiv.
Es ist bewegend, informativ und augenöffnend.

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Ferne Heimat Altmontal