Kunden em pfehlungen
Rezensionen von AndilesOnaut:
Tödliches Verderben von Karin Slaughter
Ein Thriller, der einen bis spät in die Nacht weiterlesen lässt
Karin Slaughter hat es mal wieder geschafft: „Tödliches Verderben“ ist genau die Art von Thriller, bei der man sich vornimmt, nur noch ein Kapitel zu lesen und plötzlich sind zwei Stunden vorbei. Die Geschichte zieht einen von Anfang an rein und wird mit jeder Seite spannender.
Im Mittelpunkt steht ein rätselhafter Fall, doch schnell wird klar, dass viel mehr dahintersteckt.
Nach und nach kommen alte Geheimnisse ans Licht und man merkt, dass in diesem Ort längst nicht alles so friedlich ist, wie es zunächst scheint. Gerade das hat mir richtig gut gefallen. Immer wenn ich dachte, ich hätte den Durchblick, kam die nächste Wendung um die Ecke.
Auch die Figuren konnten mich überzeugen. Sie wirken glaubwürdig, haben ihre Ecken und Kanten und treffen nicht immer die perfekten Entscheidungen. Dadurch fühlt sich alles viel echter an und man fiebert automatisch mit. Besonders die Dynamik zwischen den Hauptfiguren sorgt dafür, dass die Geschichte nicht nur spannend, sondern auch menschlich bleibt.
Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und sorgt dafür, dass die Seiten nur so vorbeifliegen. Obwohl das Buch ordentlich Umfang hat, hatte ich nie das Gefühl, dass sich die Handlung zieht. Es passiert ständig etwas und trotzdem nimmt sich die Autorin genug Zeit, um ihre Figuren und deren Hintergründe glaubwürdig aufzubauen.
Was ich an Karin Slaughters Büchern besonders mag, ist die Mischung aus Spannung, Emotionen und überraschenden Enthüllungen. Es geht nicht nur darum, den Täter zu finden, sondern auch um die Menschen dahinter, ihre Vergangenheit und die Entscheidungen, die alles ins Rollen bringen. Genau das macht den Thriller so fesselnd.
Wer spannende Krimis mit düsterer Stimmung, starken Charakteren und einer Geschichte voller Überraschungen mag, macht mit „Tödliches Verderben“ definitiv nichts falsch. Für mich war das wieder ein echter Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Deshalb gibt es verdiente 5 von 5 Sternen.
Rezensionen von Rebecca:
Herr Dachs und seine erstaunliche Buchhandlung von Paddy Donnelly
Ein wundervolles Buch über eine wundervolle Buchhandlung
Ein wundervolles Bilderbuch!
Herr Dachs besitzt eine erstaunliche Buchhandlung. Dort gibt es Bücher für alle Tiere - egal wie groß oder klein. Jeden Tag kommt der kleine Fuchs Rory vorbei und fragt nach einem ganz bestimmten Buch: Das Buch von den Quallen auf dem Mond. Das mit den Piraten-Kraken und der schwimmenden Riesenananas und und und.
Es dauert eine ganze Weile bis Herr Dachs dahinter kommt, dass es dieses Buch noch gar nicht gibt. Was kann man da nur machen?
Ich liebe die schönen Illustrationen und die kleinen, lustigen Wortspiele, die auf den Bildern zu entdecken sind - sieht sich da ein Schildkröte etwa ein Buch über Ninjas an?
Rezensionen von AndilesOnaut:
Miss Maunz & Sherlock Dusel – Wo ist die Torte? von Michael Mantel
Tierischer Detektivspaß mit jeder Menge zum Entdecken
Schon das Cover macht sofort Lust aufs Vorlesen: bunt, fröhlich und voller Tiere. Genau so geht es im Buch auch weiter. Auf Hof Hummelwies herrscht nämlich plötzlich großes Chaos. Erst verschwinden ein paar Kleidungsstücke, dann fehlt sogar die Geburtstagstorte. Endlich haben Miss Maunz und Sherlock Dusel einen richtigen Fall und stürzen sich mit viel Eifer in ihre Ermittlungen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte spannend erzählt wird, ohne dabei jemals unheimlich zu werden. So können auch jüngere Kinder prima mitfiebern und selbst überlegen, wer hinter den Diebstählen steckt. Die beiden Detektive ergänzen sich dabei wunderbar: Miss Maunz denkt einen Schritt weiter, während Sherlock Dusel mit viel Einsatz jeder Spur nachgeht. Gerade dieses Zusammenspiel macht die beiden zu einem sympathischen Team.
Das absolute Highlight sind für mich aber die Illustrationen. Auf jeder Seite gibt es unzählige kleine Details zu entdecken. Die Hühner tauchen ständig an den lustigsten Orten auf. Dadurch schaut man sich die Seiten gerne mehrfach an und entdeckt jedes Mal etwas Neues. Auch die humorvollen Szenen sorgen immer wieder für Lacher. Besonders Sherlock Dusels etwas unsanfte Landung in der Torte hat bei uns für großes Gelächter gesorgt.
Die Sprache ist leicht verständlich und eignet sich perfekt zum Vorlesen. Gleichzeitig vermittelt die Geschichte ganz nebenbei Werte wie Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Fairness, ohne dabei belehrend zu wirken.
Miss Maunz & Sherlock Dusel – Wo ist die Torte? ist ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch mit einer witzigen Detektivgeschichte, tollen Figuren und wunderschönen Illustrationen. Ein Buch, das nicht nur einmal, sondern immer wieder gerne aus dem Regal geholt wird. Klare Empfehlung für kleine Spürnasen!
Rezensionen von brauneye29:
Perfect Little Monsters von Cindy R. X. He
Sehr spannend
Zum Inhalt:
Eigentlich will Dawn nicht auffallen, aber durch die Aufnahme in das Cheerleaderteam steckt sie plötzlich mit in einer elitären Gruppe. Sie versucht einerseits dazu zu gehören, aber dennoch irgendwie unter dem Radar zu bleiben und spürt, dass irgendetwas Böses vor sich geht. Als dann ein Mord geschieht, wird schnell klar, dass auch hinter einer perfekten Maske das Böse lauern kann.
Meine Meinung:
Das Buch hat mich von Anfang mitgenommen. Auch bevor der Mord geschehen ist, hatte das Buch einen enormen Sog auf mich ausgeübt. Diese Spielereien und das unterschwellige, manchmal auch sehr deutliche Niedermachen, war so gut vorstellbar dargestellt. Die Protagonisten fand ich auch sehr interessant und gut ausgearbeitet und diese Intrigen unter Jugendlichen, wer hat sie nicht selbst auch schon miterlebt. Besonders war auch wie gut auch schwierige Themen wie Mobbing oder auch psychischer Druck aufgenommen wurden. Das Ende überrascht dann entsprechend des Gesamteindrucks des Buchs nochmal mehr. Ich hatte das Vergnügen Buch und Hörbuch zu genießen und fand beide sehr gut.
Fazit:
Sehr spannend
Rezensionen von ingri:
Er lügt von Rebecca Taylor McKay
unterschwellige Spannung: Geheimnisse und Lügen kommen langsam ans Licht
Positano an der Amalfiküste im Jahr 1961 – Clara und Spencer Carmichael reisen an, um ihre Flitterwochen im noblen Hotel zu verbringen. Ihre Tage sind geprägt durch viel Sonnenschein, schöne Aussichten, Meer und Pool – perfekt für Clara um sich nach einer schwierigen Zeit zu erholen. Doch Spencer erscheint seiner jungen Frau doch sehr rätselhaft, spricht er doch Italienisch, scheint angespannt und doch so manche Person dort zu kennen.
Verschweigt er etwas oder liegt es daran, dass sie so schnell geheiratet haben und sie noch wenig über ihn weiß? Und schließlich wird am ersten Tag auch noch ein Zettel unter der Tür durchgeschoben mit dem Text „Er lügt“. Schon am Beginn der Reise treffen die beiden ein anderes englischsprachiges Paar – Vivien und Fred, ebenso wohlhabend und lebenslustig. Clara mag die beiden, kommt vor allem mit Fred gut aus, aber Spencer scheint eine Abneigung gegen beide zu hegen. Doch verbergen nicht auch die beiden etwas?
Der Schreibstil ist leicht, flüssig und fängt gut die Atmosphäre eines langen Urlaubstages ein: Hitze, Auszeit am Meer und Genuss – auch mit durchwegs viel Alkohol. Rasch erkennt man, dass die 1960er Jahre doch eine andere Zeit waren, auch was die Rolle der Frauen betrifft.
Der Beginn verläuft durchwegs gemächlich – nach dem Auffinden des Briefes erfährt man zunächst langsam etwas über Clara und Spencers Vergangenheit, vor allem in Rückblicken in das letzte Jahr in dem Clara bald nach der Hochzeit erkrankt. Alles aus Sicht von Clara. Die erste Hälfte des Buches verläuft durchwegs ruhig, man ahnt durch einzelne Hinweise ab und an, dass wohl etwas im Busch ist, allerdings verlebt man de facto entspannte Urlaubstage. Gegen Ende ziehen Spannung und Tempo dann deutlich an, etwas mehr Zeit dafür wäre wahrscheinlich angenehm gewesen.
Gut getroffen fand ich die Figuren. Gegen Spencer hegt man von Beginn an etwas Unbehagen, nicht zuletzt wegen des Briefes. Aber eben auch, weil er wirklich etwas zu verbergen scheint. Beklemmend fand ich auch, dass er Clara dauernd zu bevormunden scheint und genervt ist, wenn sie nicht entsprechend reagiert. Clara selbst erscheint als das arme Hascherl, das Opfer, die Kranke. All dies erklärt sich natürlich durch ihre Herkunft (ein Waisenkind) und ihre Heirat in die Oberklasse, die ihr mit Skepsis begegnet. Zu Beginn merkt man die Unsicherheit konstant, mit der Zeit gewinnt sie dennoch Selbstvertrauen.
Für mich ein Roman der durch die Konstante Unsicherheit lebt, vor allem auch für den Leser, denn immerhin erfährt man alles nur aus Sicht von Clara, und vielleicht kann man auch ihr nicht trauen?
Rezensionen von buchina:
Kosmos SchlauFUX Gaming von Birk Grüling
Gutes Einsteigerbuch
Mein Sohn (9 Jahre) war gleich begeistert, als er das Buch gesehen hat. Mit dem Wort Gaming hatte ich ihn gleich neugierig gemacht. Das Cover sagt uns beiden nicht so richtig zu, da es vor allem für mich eher negativ wirkt in den dunklen Tönen und dem allein spielenden Kind.
Die Gestaltung im Inneren gefiel uns beiden sehr viel mehr.
Es ist deutlich bunter mit vielen Bildern ineinander. Auf jeder Doppelseite wird ein Thema näher beleuchtet. Immer im ähnlichen Aufbau mit Einleitungstext, Extrawissen, Superschlau und Fux Fun. Rechts auf jeder Seite sind zu dem Thema passende weitere Themen genannt mit der passenden Seitenzahl. Dadurch soll man zu den für ein passenden Themen hin und her switchen können und das Buch nicht von Anfang bis hinten lesen. Gerade für wenig Leser, denen lange Texte und dicke Bücher eher abschrecken, eine gute Lösung. Das Thema Gaming wird vielseitig beleuchtet, es geht um die Geschichte (schöne Nostalgiemomente für die älteren, neue Spiele, Handyspiele, E-Sport und vieles mehr.
Die Informationen zu den einzelnen Themen sind eher knapp gehalten. Es ist damit kein tiefgehendes Wissensbuch, aber für einen guten Überblick und zum Einstieg gut geeignet. Vor allem der Aufbau des Buches sorgt dafür, dass mein Sohn das Buch einfach mal schnappt, eine Seite aufschlägt und dann weitergeleitet wird. Ich kann vor allem empfehlen das Buch zusammen zu lesen, denn die kurzen Textblöcke sorgten dafür, dass noch viele Nachfragen kamen, die man dann zusammen klären kann.
Rezensionen von Havers:
Jamie Oliver BBQ von Jamie Oliver
Ran an den Rost!
Was kommt auf den Rost, wenn Freunde zum Grillen eingeladen sind? Steaks und Würstchen? Dazu Nudel- und/oder Kartoffelsalat? Ist doch auf Dauer langweilig, oder? Gerne würde man etwas Neues ausprobieren, hat aber nicht die zündende Idee? Dann empfehle ich, einen Blick in „BBQ – Einfach genial grillen“, das neue Kochbuch von Jamie Oliver, zu werfen.
Und ja, ich nehme meine Bewertung vorweg, die darin enthaltenen Rezepte sind „einfach genial“. Warum? Weil hier nicht nur die Gemüsebeilage oder das Stück Fleisch, sondern die komplette Mahlzeit im Fokus steht, und das sowohl für Fleischesser als auch für Vegetarier/Veganer (ca. im Verhältnis 50:50).
Aber first things first. Wie wir es aus Jamies Kochbüchern kennen, wird mit den Basics gestartet. Welches Equipment wird außer dem vorhandenen Rost benötigt? Aus welchem Material sollte die Platte, die Pfanne, der Topf sein? Welche Vorbereitungen sollte man treffen, damit man, abhängig von den Zutaten, das gewünschte Ergebnis, nämlich den maximale Genuss, erzielt?
Rezepte für Gerichte mit Geflügel, Rind, Schwein, Lamm und Fisch, aber auch jede Menge Gemüse, Hülsenfrüchte, Salate, Obst sowie Brotrezepte für die Beilagen, separate Soßen, Salsas, Gewürzmischungen. Dinner for two oder eine größere Gesellschaft, die Klassiker oder raffinierte Zutatenkombinationen – alles vorhanden. Aber keine Angst, man muss nicht die Fähigkeiten und Erfahrungen eines Sternekochs haben, um diese Gerichte zuzubereiten, sind die Anleitungen – wie wir es von Jamie Oliver kennen – klar und verständlich geschrieben, sodass sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Griller damit zurechtkommen.
Ein ohne Einschränkung empfehlenswertes Kochbuch für alle Liebhaber*innen der Röstaromen.
Rezensionen von Havers:
Jamie Oliver BBQ von Jamie Oliver
Ran an den Rost!
Was kommt auf den Rost, wenn Freunde zum Grillen eingeladen sind? Steaks und Würstchen? Dazu Nudel- und/oder Kartoffelsalat? Ist doch auf Dauer langweilig, oder? Gerne würde man etwas Neues ausprobieren, hat aber nicht die zündende Idee? Dann empfehle ich, einen Blick in „BBQ – Einfach genial grillen“, das neue Kochbuch von Jamie Oliver, zu werfen.
Und ja, ich nehme meine Bewertung vorweg, die darin enthaltenen Rezepte sind „einfach genial“. Warum? Weil hier nicht nur die Gemüsebeilage oder das Stück Fleisch, sondern die komplette Mahlzeit im Fokus steht, und das sowohl für Fleischesser als auch für Vegetarier/Veganer (ca. im Verhältnis 50:50).
Aber first things first. Wie wir es aus Jamies Kochbüchern kennen, wird mit den Basics gestartet. Welches Equipment wird außer dem vorhandenen Rost benötigt? Aus welchem Material sollte die Platte, die Pfanne, der Topf sein? Welche Vorbereitungen sollte man treffen, damit man, abhängig von den Zutaten, das gewünschte Ergebnis, nämlich den maximale Genuss, erzielt?
Rezepte für Gerichte mit Geflügel, Rind, Schwein, Lamm und Fisch, aber auch jede Menge Gemüse, Hülsenfrüchte, Salate, Obst sowie Brotrezepte für die Beilagen, separate Soßen, Salsas, Gewürzmischungen. Dinner for two oder eine größere Gesellschaft, die Klassiker oder raffinierte Zutatenkombinationen – alles vorhanden. Aber keine Angst, man muss nicht die Fähigkeiten und Erfahrungen eines Sternekochs haben, um diese Gerichte zuzubereiten, sind die Anleitungen – wie wir es von Jamie Oliver kennen – klar und verständlich geschrieben, sodass sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Griller damit zurechtkommen.
Ein ohne Einschränkung empfehlenswertes Kochbuch für alle Liebhaber*innen der Röstaromen.
Rezensionen von clematis:
Das Geheimnis von Lissabon von Kerry Barrett
Welche Seite
Nach dem viel zu frühen Tod der Mutter ist nun auch ihr Vater verstorben, und so reist die angehende Schauspielerin Lara Hope im Jahre 1838 nach Lissabon, um ihre Großeltern mütterlicherseits kennenzulernen. Aber in der fremden Stadt kommt alles anders als erwartet, sie bleibt, arbeitet unter anderem in der Buchhandlung ihrer Zimmervermieterin.
Während der Krieg immer schlimmere Ausmaße annimmt, muss sich Lara entscheiden, für welche Seite sie eintritt.
Auf ruhige Art und Weise erzählt Kerry Barrett von den Kriegsjahren in Portugal, verwebt das persönliche Schicksal Lara Hopes mit dem vieler unbenannter Flüchtlinge und jenem von Menschen, welche ihr Leben riskieren, um Verfolgten zu helfen. Leise agieren die einzelnen Figuren, Geheimnisse werden gewahrt und stete Aufmerksamkeit nötig, um in diesen Zeiten zu bestehen. Ein angenehmer Schreibstil führt durch diese Geschichte mit etlichen wahren Elementen, allerdings sind für mich die Gefühle der einzelnen Figuren kaum spürbar. Liegt es daran, dass Lara eine hervorragende Schauspielerin ist? Liegt es daran, dass jeder eine Maske überzieht, um seine wahre Mission zu verschleiern? Wenngleich mehr Dramatik möglich gewesen wäre, so ist die Mischung aus persönlichem Lebensweg, Spionage und Romanze durchaus gelungen.
Einiges könnte sich so oder so ähnlich zugetragen haben, Historie und Fiktion sind zu einem glaubwürdigen Ganzen verschmolzen.
Rezensionen von Ruth:
Querfeldein von Alex Capus
Plädoyer für Eigensinn und Zusammenhalt
Alex Capus ist einer der populärsten Schweizer Autoren. Seine Bücher befinden sich regelmäßig auf den Bestsellerlisten und auch sein neuester Roman wird sich bald einen Platz darauf sichern. Wie in vielen seiner Werke greift der Autor wieder auf historische Begebenheiten und Figuren zurück und bettet dies in eine unterhaltsame fiktive Geschichte.
Herausragende Beispiele dafür sind „Eine Frage der Zeit“, bereits 2007 erschienen, in dem er ein kurioses Kapitel deutscher Kolonialgeschichte literarisch verarbeitet und sein erfolgreichstes Buch die Liebesgeschichte „Léon und Louise“, bei der er sich auf das Leben seines Großvaters bezieht, vor dem Hintergrund deutscher Geschichte und deutscher Besatzung in Paris.
Schauplatz in „Querfeldein“ ist das kleine Schweizer Dorf Ramsen im Grenzgebiet zu Deutschland. Hier eröffnet Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts ein junger Mann namens Arnold den Gasthof „Zur Moskau“. Arnold ist Sohn eines Arbeiters, der lange Zeit ein unstetes Leben führt. Jede Arbeit wird ihm bald so langweilig, dass er beschließt, sich nach 100 Tagen eine neue Stelle zu suchen. So lernt er die Welt und die Menschen kennen und erwirbt sich zahlreiche Fertigkeiten. Dabei führt ihn sein Weg nach Baden-Baden, wo er in einem Straßenbautrupp Pflaster vor dem Casino verlegt. Nach Abschluss der Baumaßnahme gehen alle gemeinsam ins Casino und Arnold verlässt das Haus mit sehr viel Geld in der Tasche. Dieser unverhoffte Gewinn verschafft ihm die Möglichkeit, zukünftig sein eigener Herr zu sein. Sein Wirtshaus läuft gut, hier treffen sich sowohl die Dorfbewohner als auch Auswärtige - Händler, Reisende und hin und wieder ein paar „exotische Zugvögel“. Anton ist zufrieden. Zu seinem Glück fehlt ihm nur noch die passende Frau und die kommt eines Tages hoch zu Ross angeritten. Betty und er werden ein Paar und bekommen zusammen acht Kinder. Clara, die Älteste, ist anders als die andern. Gern streunt sie durch die Gegend, bleibt manches Mal für Tage weg. Aber Arnold und Betty lassen sie sein, wie sie ist.
Eines Tages, wir sind mittlerweile im Jahr 1933, bricht ein Bär von einem Mann durchs Unterholz und stürmt auf das Gasthaus zu. Es handelt sich dabei um einen tschechischen Schmuggler auf der Flucht vor den Uniformierten. Clara findet Gefallen an ihm und dieser Hermann an ihr. Er bleibt bei den Wirtsleuten, macht sich überall nützlich und gehört bald zur Familie. Doch seine Schmugglertätigkeit gibt der junge Mann nicht auf. Gefährlich ist dies nicht wegen dem bisschen Zucker und Kaffee, das er nach Deutschland schmuggelt, gefährlich ist es vor allem , weil Hermann auch immer kommunistisches Propagandamaterial im Rucksack hat. Und als er eines Tages von NS- Leuten aufgegriffen, brutal zusammengeschlagen und über die Grenze verschleppt wird, werden nicht nur Clara und Betty aktiv. Nein, das ganze Dorf setzt sich für Hermanns Freilassung ein. Wie, das soll hier nicht verraten werden.
Auslöser für diesen Roman war eine Ansichtskarte von diesem „Gasthaus zur Moskau“, die Alex Capus auf einem Flohmarkt in die Hände fiel. Diese Karte führte ihn dann zum Schmuggler Hermann Weber, der tatsächlich in die Fänge der SS geriet, nach Deutschland entführt und nach Protesten wieder freigelassen wurde.
Um zu diesem eigentlichen Höhepunkt der Geschichte zu kommen, lässt sich Capus sehr viel Zeit. Erst in der Mitte des Buches hat Hermann seinen ersten Auftritt. Zuvor zeichnet der Autor ein anschauliches Bild vom Leben in diesem Dorf Anfang des letzten Jahrhunderts. Im Zentrum steht Arnold, ein eigensinniger Mensch im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat seine ganz individuelle Vorstellung von einem sinnerfüllten Leben. Die findet er als Wirt, Ehemann und Familienvater. Da kann der Autor, der seit 13 Jahren in Olten eine Bar betreibt und fünf Söhne hat, aus der eigenen Erfahrung schöpfen. Arnold weiß, was er will, setzt seine Interessen aber nie mit Gewalt, sondern mit Witz, Intelligenz und Beharrlichkeit durch.
Auch die beiden Frauenfiguren sind dem Autor außerordentlich gut gelungen. Beide sind starke, selbstbewusste und unkonventionelle Frauen. Arnold tut gut daran, ihnen keine Fesseln anzulegen. So ist der Roman auch ein Ratgeber, wie langjährige Beziehungen funktionieren können.
Ebenso werden einige Nebenfiguren mit interessanten Biografien ausgestattet, wobei es da ein paar Abschweifungen zu viel gibt.
Doch der Roman ist v.a. ein Plädoyer für Zusammenhalt und gemeinschaftliches Engagement. Für die Rettung von Hermann müssen einige Kugeln ins Rollen gebracht werden, aber der Erfolg spricht für die Methode.
Sicher, manches mag märchenhaft erscheinen und der Erzählton passt dazu. Unterbrochen wird der Plauderton dann aber mit in den Text eingefügtem Archivmaterial in Form von Briefen und Protokollen, was der Geschichte wiederum Authentizität verleiht.
Auch wenn „Querfeldein“ für mich zu den eher schwächeren Werken von Alex Capus zählt, so empfehle ich ihn trotzdem gerne.
Wer sich aber von seinem wahren schriftstellerischen Können überzeugen möchte, der greife zu den beiden eingangs genannten Romanen.










