Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Gedi, Geda, Gedichte von Uwe-Michael Gutzschhahn; Arne Rautenberg; Lena Raubaum; Mona Harry; Michael Augustin; Manfred Schlüter; Nils Mohl
Gedichte aller Arten rund um Helgoland
Sowas kommt dabei raus, wenn sich Autorinnen und Autoren auf Helgoland treffen. Erstmal eine Cover mit einem schiefen Leuchtturm und dann viele Gedichte, die sich um das Meer und die kleine Hochseeinsel Helgoland drehen.
Und dann wird James Krüss, der große Kindergedichtschreiber zum 100. Geburtstag geehrt.
Ich kann mich noch erinnern, dass er in meiner Kindheit persönlich im Fernsehen seine Gedichte zum Besten gab und ich habe es geliebt.
So erinnert das Gedicht „Lieselotte Hafenfähre“ von Lena Raubaum an „Henriette Bimmelbahn“. Spannend ist auch was „Am siebzehnten Oktebruar“ laut Mona Harry geschieht. Im „Inselkonzert“ machen laut Michael Augustin viele Tiere Musik. Mit Arne Rautenberg geht es ins „Helgaland“ wo alle Helga heißen. „Helgolands Trottel und Lummen“ sucht Nils Mohl in seinem Gedicht. Über tuschelnde „Miesmuscheln“ dichtet Uwe-Micheal Gutzschhan. Zum Schluss gibt es von Manfred Schlüter einen „Musenkuss“.
Eine wunderschöne Sammlung von Lyrik die Erinnerungen wachruft und mich lächeln ließ. Dazu fröhliche Zeichnungen von der See. So machen Reime Spaß!
Rezensionen von clematis:
Sturmtage von Sibel Daniel
Unter falschem Namen
Obwohl sich die Naziherrschaft in Deutschland immer mehr zuspitzt, übernimmt Johanna den Platz ihres Bruders und reist unter falschem Namen von Oslo nach Berlin. Sie sammelt Informationen, knüpft Kontakte und erfährt, in welches Lager ihre frühere Freundin Ruth deportiert worden ist. Während sie viel länger in Deutschland bleibt als geplant, verändert sich ihre Familiensituation in Norwegen drastisch.
Auch wenn dieser zweite Teil der Trilogie einige wesentliche Informationen zum Vorgeschehen liefert, ist es meiner Meinung nach doch ratsam, die Bücher hintereinander zu lesen. Die Handlung knüpft an im Jahre 1938 und wird von denselben Figuren getragen, welche wir bereits kennengelernt haben. Die Atmosphäre dieser furchtbaren Zeit fängt Sibel Daniel wieder gekonnt ein, das Misstrauen unter der Bevölkerung ist sehr gut spürbar. Was ist ernst gemeint, wann könnte man in eine Falle tappen? Schwierig ist das Abwägen, wem man sein Vertrauen schenken darf, besonders, wenn man schon einmal in einer engen Beziehung verraten worden ist. Was schuldet man seiner Familie, wie verhält man sich gegenüber besten Freunden? Viele Fragen stellen sich einer mutigen Johanna, die alsbald an den Geschehnissen zu zerbrechen droht. Der Wechsel zwischen spannenden und ruhigeren Szenen löst eine fesselnde Dynamik aus, die Neugierde auf den abschließenden Teil ist jedenfalls groß.
Ein angenehmer Schreibstil ohne reißerische Elemente, klug aufgebaute Szenen und eine detaillierte Recherche bilden die Basis für diese Reihe aus der Zeit des Nationalsozialismus, bestens geeignete für Leser von Romanen, welche auf wahren Begebenheiten fußen, auch wenn die Handlung selbst frei erfunden ist.
Rezensionen von Lilli33:
Ultramarin von Ann-Christin Kumm
Beziehungsdrama mit Thrillerelementen
Beziehungsdrama mit Thrillerelementen
Schon lange ist Lou in Raf verliebt, aber Raf entzieht sich ihm immer wieder. Doch Lou kann einfach nicht von ihm lassen, auch wenn Raf ihm noch so weh tut. Zusammen mit Rafs Schwester Sophie verbringen sie seit Jahren die Sommer miteinander. Doch dieses Mal kommt statt Sophie Nora mit nach Dänemark - eine unbekannte Variable in der Beziehung, die alles durcheinander bringt.
Ann-Christin Kumms Debütroman ist interessant aufgebaut und auch durchaus lesenswert. Die toxische Beziehung zwischen Raf und Lou ist bedrückend. Man will die beiden mal so richtig durchschütteln, damit sie künftig die Finger voneinander lassen. Für meinen Geschmack wurden die Figuren ein bisschen zu schwarz-weiß dargestellt.
Der Schreibstil ist eigentlich sehr ansprechend, teilweise fast poetisch. Aber beim Hörbuch fielen mir sich wiederholende Formulierungen besonders auf: …sagte ich, … sagte Raf, … sagte er. Das mag eventuell als Stilmittel gedacht sein; mich hat es gestört.
Da Lou als Ich-Erzähler von den Ereignissen im Sommer in Dänemark erzählt und auch immer wieder in vergangene Jahre zurückspringt und dabei die Entwicklung der Beziehung zu Raf beleuchtet, hatte ich viel mehr Emotionen erwartet. Die Erzählung ist jedoch eher lakonisch und distanziert.
Das Hörbuch erschien im März 2026 bei Der Audio Verlag. Es ist ungekürzt und hat eine Lauflänge von 6 h 10 min. Gesprochen wird es von Jannik Schümann.
Rezensionen von PMelittaM:
Kleopatra von Saara El-Arifi
Kleopatras Geschichte - von ihr selbst erzählt
Kleopatra, berühmt und berüchtigt, jede:r kennt ihren Namen, doch über die wahre Persönlichkeit weiß wahrscheinlich niemand Bescheid, denn, wie so oft, haben auch hier die Sieger die Geschichte geschrieben.
Die Geschichte beginnt 51 v. Chr. Kleopatras Vater stirbt, und sie wird mit 18 Jahren Pharaonin.
Man erfährt viel über den historischen Hintergrund, ihre Familie und Beziehungen, ihre politischen Probleme und Erfolge.
Saraa El-Arifi lässt Kleopatra in Ich-Form selbst erzählen, sie hat, sieht man sich die Quellen und ausgewählte Literatur im Anhang an, vielfältig recherchiert, doch, auch sie musste sicher interpretieren und konnte ihrer dichterischen Freiheit freie Bahn lassen, viele Zeugnisse, vor allem von Kleopatra selbst, gibt es nicht. Zu Beginn des Romans lohnt es sich, die Anmerkungen der Autorin zu lesen. Dass auch Fiktion im Spiel ist, sieht man unter anderem daran, dass sie einen mystischen Aspekt hinzugezogen hat, denn sie gibt den Ptolemäern eine göttliche Gabe, die allerdings bei Kleopatra vermisst wird, weshalb sie auch zeitweise von ihrem Volk nicht anerkannt wurde. Bezüglich dieser Gabe gibt es gegen Ende des Roman eine überraschende Wendung, die mir persönlich gefallen hat, und die einiges erklärt.
Die Ich-Form passt hier meiner Meinung nach sehr gut, man ist nahe dran an Kleopatra, die auch hin und wieder die Lesenden selbst anspricht. Kleopatra kann dadurch ihre Intentionen bezüglich ihrer Handlungen erläutern, und man erhält auch bessere Einblicke in die Beziehungen zu ihrer Familie und ganz besonders auch zu ihren beiden berühmten und mächtigen Geliebten, Julius Cäsar und Marcus Antonius.
Die Autorin erzählt eingängig und bildhaft, der Roman lässt sich zügig lesen und hat mich gut unterhalten, ich habe Kleopatra schon in Büchern, Filmen und anderen Medien getroffen, und so natürlich ein bestimmtes Bild von ihr, auch optisch, gleiches gilt auch für Cäsar und Antonius. Der Roman hat einen durchaus feministischen Touch, was man auch in manchen der Fußnoten erkennen kann. Kleopatra war eine starke Frau, eine Herrscherin, die wusste, was sie wollte, und die versucht hat, ihr Land zu schützen und zu bewahren, auch wenn sie sich dafür mit dem Ausland verbinden musste. Ich glaube, dass sich meine Sicht auf sie gewandelt, neue Facetten bekommen hat, und bin jetzt schon gespannt darauf, wann und wie ich sie wieder treffen werde.
Mich hat der Roman gut unterhalten, man darf natürlich nicht alles auf die Goldwaage legen, doch so oder so ähnlich könnte es gewesen sein. Besonders gut gefällt mir die Prämisse unter der Kleopatra ihre Geschichte erzählt, diese erfährt man erst sehr spät. Für mich ist der Roman gut geeignet, sich ein etwas anderes Bild der Pharaonin zu machen, und womöglich angeregt zu werden, sich weiter mit ihr zu beschäftigen.
Rezensionen von Philiene :
Die Briefträgerin von Francesca Giannone
Eine Frau geht ihren Weg
Anna zieht mit ihrem Mann Carlo in dessen Heimatort im Süden Italiens, aber eigentlich will Anna hier gar nicht sein. Doch dann wird die Stelle des Briefträgers frei und Anna bewirbt sich. Doch das geht doch nicht. Anna ist eine Frau und es sind die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, da wird in dem kleinen Ort in Italien doch eine Frau keine Briefträerin.
Aber Anna pfeift auf alle Widerstände und bekommt den Job...
Der Roman erzählt vom Leben im Dorf, von den Menschen, von der Liebe, von Hoffnung und Ausgrenzung. Die Geschichte ist authentisch erzählt und ich bin komplett in der Geschichte abgetaucht. Die Autorin erweckt das Dorf und seine Bewohner zum Leben, sie beschreibt eindrucksvoll die Gefühlswelt ihrer Charaktere und das Zwischenmenschliche im Dorf.
Gleichzeitig ist Annas Geschichte die einer starken und besonderen Frau, die einerseits ihren Weg geht und in der aber auch eine große Trauer herrscht, mit der sie umgehen muss.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gerne weiter.
Rezensionen von Herwig Oberlerchner:
Der Kolibri von Sandro Veronesi
Die Liebe des Kolibri
Marco verliert in seinem Leben viele Menschen unter dramatischen Umständen, zuerst als Jugendlicher die Schwester (Suizid), dann später die Eltern (Krebs) und auch seine Tochter (Kletterunfall). Seine Enkelin zieht er alleine und hingebungsvoll auf, er sieht sie als Vertreterin jenes neuen Menschen, der vielleicht diesen Planeten retten kann.
Die vielen Verluste übersteht er, weil er immer wieder jemanden findet, dem er seine ganze Liebe schenken kann. Wie ein Kolibri hält er sich so in Schwebe und überlebt, erhält aber auch Unterstützung von einem warnenden Psychoanalytiker und einem Unglücksbringer, der ihm zweimal Glück bringt, bis das Unglück ein letztes Mal über ihn hereinbricht.
Ein Buch und ein Leben, zusammengeklebt aus Briefen, Erinnerungen, Zitaten, Anleihen, Märchen, Wundern, Mythen und dem Rätsel der Liebe.
Rezensionen von Gute_Laune:
Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt von Biyon Kattilathu
Wer in der Zukunft lebt, verpasst die Gegenwart
Rahul ist Rikscha-Fahrer in Neu Delhi. Doch er ist viel mehr, denn er möchte, dass seine Fahrgäste glücklicher gehen, als sie kamen. Für jeden hat er ein kleines Geschenk beim Abschied. Auf den Fahrten erfährt er viel über seine Fahrgäste, aber auch über sich selbst. Und umgekehrt ist das genauso.
Es ist einfach wunderschön, wie die kleinen Episoden mit den Fahrgästen wie Du und ich so viel Weisheit vermitteln. Weisheit über das Leben, die innere Einstellung, Zufriedenheit, Glück, Liebe und all die Dinge, die man so leicht übersieht und vergisst. Nach einer Fahrt mit Rahul ist man glücklich, erleichtert, bereichert und irgendwie ein bisschen ein besserer Mensch.
Sehr bewegend und stimmig finde ich Rahuls Erlebnisse, als es ihm selbst gar nicht gut geht und viel für ihn auf dem Spiel steht. Das geht ans Herz, übermittelt aber eine wichtige Botschaft. Ja, vermutlich muss man sich öffnen wollen, um diese auch zu verstehen und Rahuls ganze Geschichte ohne böse Gedanken annehmen zu können.
Die Zeichnungen, Illustrationen sind zauberhaft und passen perfekt zu den Texten. Ich hatte das Gefühl, jedes einzelne der Geschenke selbst bekommen zu haben. Ich fühlte mich fast überladen, aber jetzt sind sie in meinem eigenen Koffer der kleinen Schätze und warten auf neue Besitzer. Vielleicht finde ich sie ebenso intuitiv, wie Rahul sie fand.
Die Sätze in großer Schrift möchte man sich auf Kärtchen schreiben und jeden Tag eines davon zur Motivation aufstellen. Das macht das Buch zu einem Kunstwerk, das die Seele streichelt, sensibilisiert, die Augen öffnet und tatsächlich glücklicher macht. So großartig! Auch zum Verschenken ideal. Ein echtes Kleinod. Ganz klar, es bekommt von mir die vollen fünf Sterne!
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Das kleine Hotel am Getreidemarkt von Gerda Stauner
So ein starker Roman
Nach dem ich von Gerda Stauner den Roman „Wo ist das Glück noch mal?“gelesen hatte, war ich jetzt unheimlich neugierig auf den Roman „Das kleine Hotel am Getreidemarkt“ und bin direkt mit dem Buch gestartet.
Gerda Stauner besticht mit einem Schreibstil, der von der ersten Seite an packt und einen einfach mitreißt, so dass ich direkt in die Geschichte rund um das Hotel eingetaucht bin.
Starke Akzente auf wunderschöne Details setzt die Autorin gekonnt und beschreibt so bildhaft, dass ich immer ein klares ( und wunderschönes ) Bild vor Augen hatte.
Was anfänglich als Geschichte über das Gotel am Getreidemarkt beginnt, entwickelt sich im Laufe des Buches weiter : starke, mit Tiefe geprägte Charaktere und vielschichtige Situationen, die zeitlich aktuell sind, lassen diesen Roman auf mehreren Ebenen nachhaltig wirken und auch nach Beenden des Buches im Kopf bleiben.
Ich hatte eine wundervolle Lesezeit mit dem Buch von Gerda Stauner und bin einfach mitgerissen worden, in eine Welt, die spannend, emotional und auch herzlich war – und da hat Gerda Stauner ein richtig tolles Buch geschrieben, dass ich von Herzen gerne weiter empfehle !
Der Roman „Das kleine Hotel am Getreidemarkt ist am 11. März 2026 beim Gmeiner Verlag erschienen.
Rezensionen von Krani:
Exoplaneten von Wendy Bjazevich
Bunt
Das Thema ist faszinierend: Könnte es Leben wie unseres auf einem anderen Planeten geben? Das Buch richtet sich an Kinder ab zehn Jahren.
Die Techniken, mit denen die Wissenschaft heute nach Exoplaneten sucht, sind recht anspruchsvoll. Doch wer sich für das Thema interessiert und schon weiß, was ein Planet überhaupt ist, kann hier eine Menge erfahren.
Es gibt kurze Texte und prächtige Abbildungen, die vieles gut erklären. Zu Beispiel, dass flüssiges Wasser von großer Bedeutung ist, und dass das keineswegs überall vorkommt. Die heute bekannten Exoplaneten werden klassifiziert und in Illustrationen anschaulich gezeigt, jeweils im Vergleich mit der Erde.
Die bunten Farben und großflächigen Bilder verlocken dazu, immer wieder in die Texte hinein zu lesen. Das ist hilfreich, wenn man nicht auf Anhieb alles versteht. Zentrale Themen wie Statistik und Spektroskopie werden beleuchtet, aber nicht allzusehr vertieft. Ein schöner, kindgerechter Einblick in ein spannendes, hochmodernes Fachgebiet!
Mir fehlte der Gedanke, dass Leben auch ganz anders aufgebaut sein könnte als das unsere.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Alpha-Boys von Aurel Mertz
Manosphere
Aurel Mertz kannte ich bisher vorrangig aus der Comedy Szene, umso interessanter fand ich zunächst die Thematik des Buches: Ein Blick in die Manosphere. Je mehr ich gelesen habe, desto klarer wird, dass es durchaus möglich ist, einen humoristischen und ernsten Blick auf dieses Thema zu vereinen. Mertz berichtet durchaus lakonisch, dennoch geprägt von Witz und Charme von eigenen Erlebnissen auf einer Rundreise durch die Manosphere.
Die einzelnen Kapitel sind kurzweilig und lassen sich flüssig lesen. Ich habe einige Ausschnitte aus dem Hörbuch (gelesen vom Autor selbst) gehört und tatsächlich kann dies helfen den Humor besser zu verstehen/wahrzunehmen. Beim reinen Lesen könnten humoristische Bilder an einigen Stellen misinterpretiert werden. In diesem Buch geben sich Humor und bitterer Ernst mehrfach die Klinke in die Hand, so dass es Aurel Mertz gelingt trotz gesellschaftskritischen Perspektiven zu unterhalten. An einigen Stellen konnten aufgrund eigener Erfahrungen tatsächlich Vorurteile abgebaut, an anderen Fassaden entlarvt werden. Diese Mischung liest sich unterhaltsam und ist meiner Meinung nach ein gutes Buch, um un diese Thematik einzusteigen. Eine ausführliche theoretische Untermauerung findet sich in diesem Buch nicht, wenngleich einige Querverweise gegeben werden.
"Alpha-Boys" ist für mich eine gelungene Perspektive auf Männlichkeit. Die persönlichen Erzählungen wirken authentisch und nahbar, zeitgleich hilft die spitze Humoristik eine gewisse Distanz herzustellen.











