Kunden em pfehlungen
Rezensionen von BR:
Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? von Wencke Mühleisen
kein angenehmes Lesen
Die körperliche Nähe war schon lange aus der Ehe von Erika und Jan verschwunden. Trotzdem kam es für sie sehr überraschend als Jan ihr an einem letzten Urlaubstag offenbarte dass er seit ca. anderthalb Jahren eine Beziehung mit der jüngeren Marie hat.
Mich haben zwei Dinge gestört: Zum einen der Schreibstil mit vielen verschachtelten, langen Sätzen.
Ich wollte ein Beispiel zitieren habe dann aber aufgrund der Überlänge nur die Anzahl der Worte gezählt: 94 Worte! (Seite 92/93) Was soll man mit solch einem Satz anfangen?
Und die Hauptperson Erika deren Gedanken die ganze Geschichte tragen blieb mir unsympathisch. Wir lesen die ganze Zeit larmoyante und aggressive Betrachtungen ihrer jetzigen Situation. Besonders ihre Gedanken Marie gegenüber waren derbe und beleidigend.
Es war für mich kein angenehmes Lesen so dass ich froh war dass das Buch weniger als 200 Seiten hatte.
Rezensionen von Piet1990:
Ultramarin von Ann-Christin Kumm
Intensiv, ruhig und voller Zwischentöne
„Ultramarin“ ist ein leiser, sehr atmosphärischer Roman, der vor allem über Stimmungen und innere Prozesse funktioniert. Die Geschichte nimmt sich Zeit, die Figuren und ihre Gedanken zu entfalten, und verzichtet dabei bewusst auf große dramatische Wendungen.
Besonders gefallen hat mir die dichte, fast melancholische Atmosphäre.
Die Sprache ist ruhig, klar und gleichzeitig sehr bildhaft, sodass viele Szenen lange im Kopf bleiben. Vieles wird eher angedeutet als direkt ausgesprochen, was dem Buch eine besondere Tiefe verleiht.
Allerdings erfordert die Erzählweise Geduld. Das Tempo ist langsam, und nicht jede Passage trägt gleichermaßen zur Spannung bei. Dafür entsteht ein intensives Gesamtbild, das vor allem durch seine Zwischentöne wirkt.
Fazit:
Ein ruhiger, stimmungsvoller Roman, der weniger durch Handlung als durch Atmosphäre überzeugt. Ideal für Leser:innen, die sich auf leise, reflektierende Geschichten einlassen möchten.
Rezensionen von Shilo:
Unser erster Sommer am See von Frida Luise Sommerkorn
Von Verlust, Mut und kleinen Momenten der Nähe
Manchmal muss man einen klaren Schnitt wagen, auch wenn es schwerfällt. Genau an diesem Punkt steht Elena. Sie lässt ihr altes Leben hinter sich und bricht ohne großen Plan nach Schweden auf.
Der Tod ihrer Mutter und die Trennung von Malte bringen sie völlig aus dem Gleichgewicht. Ihr Alltag wirkt leer, nichts passt mehr richtig zusammen.
Die Reise mit dem Camper ist kein Abenteuer, eher ein Versuch, wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren.
In Schweden trifft Elena auf die Familie ihres Vaters, die sie kaum kennt. Alles ist neu für sie, und sie muss sich erst zurechtfinden. Auch Jonas gehört zum Umfeld der Familie. Er ist still und hält Abstand.
Elena und Jonas kommen langsam näher. Man merkt, dass sie sich mögen. Kleine Gesten – ein Lächeln oder ein Blick – zeigen ihre Gefühle.
Der Schreibstil ist klar und einfach, aber trotzdem warm. Er trägt die Geschichte ruhig, lässt die Figuren lebendig wirken und macht das Lesen angenehm.
Der Roman endet ruhig und stimmig. Elena findet nach und nach ihren Platz. Man spürt, wie sie sich verändert. Die Gefühle bleiben leise, aber spürbar. Beim Lesen entsteht eine warme Stimmung, die das Loslassen und den Neuanfang nachvollziehbar macht.
Die Geschichte ist ruhig erzählt, die Figuren wirken glaubwürdig und die Gefühle kommen zurückhaltend, aber spürbar zum Ausdruck. Der Schreibstil ist einfach, aber warm und trägt die Geschichte angenehm. Wer leise Liebesgeschichten, Neuanfänge und persönliche Entwicklungen mag, wird hier gut unterhalten.
Für alle, die ruhige, gefühlvolle Geschichten mit echten Figuren und einem leisen Liebesfaden mögen, ist dieses Buch eine schöne Wahl. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Herwig Oberlerchner:
Zu wenig vom Guten von Katinka Ruffieux
Sicher nicht zu viel des Guten
Eine Familie. Vater, Mutter, zwei Töchter. Und der Großvater, der mit dem zehnjährigen Sohn schon vor vielen Jahren von Ungarn eigentlich nach Amerika wollte, aber in der Schweiz hängen blieb. Hoher Anpassungsdruck, das Leben aller drei Generationen weit weg von den eigentlichen Wünschen und Sehnsüchten.
Tod des liebenswert-schrulligen Großvaters, Scheidung der Eltern, Zerbrechen der Familie, die Töchter leiden, die jüngere still, die ältere expansiv bis zur individuellen Katastrophe. Sprachlich sehr ansprechend, bildhaft klug, ein tiefer Einblick in die komplexe Soziodynamik einer Migrantenfamilie.
Rezensionen von Jule:
Tödliches Angebot von Marisa Kashino
Enttäuschend
Bei dem Buch "Tödliches Angebot" von Marisa Kashino habe ich einen Psychothriller erwartet und etwas bekommen, das nicht wirklich ein Psychothriller war. Die Geschichte dreht sich um Margo, die für ihr Traumhaus über Leichen gehen würde – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Traumhaus zu bekommen ist allerdings alles andere als einfach, wenn man noch Stress mit dem Partner, einen Babywunsch hat und im Job nah an der Kündigung ist.
Im Laufe der Geschichte, wird immer offensichtlicher, wie krank Margo wirklich ist. Es offenbaren sich starke psychische Störungen und der krankhafte Wunsch, dieses eine Haus zu bekommen, was sie unbedingt will. Die ersten Seiten des Buches waren dementsprechend noch unterhaltsam, aber dann hat sich die Handlung gezogen und es geschieht eine ganze Weile kaum was. Die Protagonisten leben ihr Leben und Margos Probleme drehen sich im Kreis. Dazu gibt es immer wieder Rückblenden, die keinen wirklichen Mehrwert für die Geschichte haben und sie einfach nur in die Länge ziehen.
Dann deckt Margo etwas über einen Protagonisten auf, versucht alles darüber herauszufinden, aber am Ende war auch das unnötig.
Spannung ist bis zu den letzten ungefähr 80 Seiten nicht zu finden und dann geht es Schlag auf Schlag mit allen möglichen Dingen, sodass das Ende irgendwie zu einfach war. Es wurde recht emotionslos über die Bühne gebracht und bietet – wie die gesamte Geschichte – keinen wirklichen Mehrwert.
Margo als Protagonistin ist dabei super interessant gedacht, nur die Umsetzung ist für mich einfach nicht die beste. Man hätte hier so viel mehr rausholen können, wäre der Verlauf der Geschichte verändert worden und vielleicht nicht alles aus der Sicht von Margo geschrieben.
Für mich haben die anderen Protagonisten diese Geschichte erst attraktiver gemacht. Sie haben Farbe in das Leben von Margo gebracht und viele Möglichkeiten offenbart.
Dennoch war das Buch für mich einfach zu sanft und als Psychothriller falsch deklariert. Psycho passt – weil Margo definitiv einer ist – aber Thriller nicht so wirklich, weil das Buch sich dafür zu sehr zieht und phasenweise wirklich langweilig war.
Der Schreibstil konnte dem auch nicht entgegenwirken, auch wenn er wirklich angenehm war und der Humor nuanciert eingesetzt wurde. Ebenfalls haben die Beschreibungen der Szenerie, an den richtigen Stellen, dafür gesorgt, dass man sich das Setting bildlich vor Augen führen konnte.
Schlussendlich hat das aber nicht ausgereicht um dieses Buch – für mich – gut werden zu lassen. Es bietet keinen Mehrwert und hat definitiv zu viel verschenktes Potential. Wäre Margo zwischendurch in der Geschichte schon wirklich crazy gedreht und nicht erst am Ende ein bisschen, dann wäre die Geschichte schon um einiges unterhaltsamer geworden. Ebenfalls hätten die Rückblenden nicht sein müssen, die das Buch – wie erwähnt – unnötig in die Länge gezogen haben.
Von mir ist dieses Buch leider keine Empfehlung, auch, wenn das letzte Angebot wirklich tödlich war.
Rezensionen von Jule:
Dire Bound von Sable Sorensen
Bietet gute Unterhaltung
"Dire Bound" von Sable Sorensen entführt uns in die Welt der Schattenwölfe und in ein System, das für viele Menschen tödlich endet. Geheimnisse, Mord und Intrigen stehen an der Tagesordnung. Umso schwerer ist es für eine normale Bürgerliche, zu einer Wildgebundenen – und damit von einem Schattenwolf auserwählt – zu werden.
Doch Meryn würde alles dafür tun, um ihre Schwester Saela zu retten.
Die Schattenwölfe in diesem Buch sind interessante Wesen, besonders von den Beschreibungen her. Sie sind riesig und verfügen über eine immense Kraft. Besonders spannend wird es dann, wenn sie mit ihrem Reiter anfangen zu kommunizieren und sich den mörderischsten Prüfungen stellen. So wird in diesem Buch etwas recht Abwechslungsreiches aufgebaut, sowie ein unberechenbarer Faktor, denn die Wölfe haben stets ihren eigenen Kopf. Dennoch erinnert die Geschichte phasenweise sehr an „Fourth Wing“, nur, dass es sich hierbei nicht um Drachen handelt. Dies lässt die Geschichte zwar ein bisschen vorhersehbar werden, aber ändert nichts an der Tatsache, dass sie Handlung weiterhin interessant bleibt.
Dafür sorgt auch der Schreibstil: Sable Sorensen schreibt authentisch und eindeutig, sodass keine Missverständnisse auftreten. Sie schreibt direkt was die Charaktere denken und wird dabei auch häufig sehr explizit. Dies kommt auch in den Sexszenen zum Vorschein, die mir persönlich etwas zu oft im Buch vorkommen. So passiert es auch, dass es an manchen Stellen kurz etwas repetitiv wird. Doch die Protagonisten lassen die Geschichte wieder etwas aufleben, durch ihre Vielfältigkeit. So finde ich es super, dass zwei Protagonisten über Gebärdensprache kommunizieren und Tomison durch seine lockere Art immer wieder für einen Lacher sorgt. Meryn als Hauptprotagonisten ist taff und nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie setzt sich für sich ein und lässt sich nur schwer unterkriegen. Bei der Liebe, kommen allerdings ihre verletzlichen Seiten zum Vorschein... So ist der Romanceanteil ebenfalls nicht zu verachten und spielt einen enorm wichtigen Part, was das Vorangehen der Geschichte angeht.
Das Worldbuilding hätte dagegen noch etwas ausführlicher sein können. Man erfährt nur selten etwas über die verschiedenen Gebiete, aus denen die Protagonisten kommen. Die Karte von nocturna am Anfang und am Ende des Buches hilft aber dabei, sich zu orientieren. Ebenfalls ist es gut, eine Rudelübersicht am Ende des Buches zu haben, sowie ganz nett zu wissen, wie die verschiedenen Protagonisten ausgesprochen werden.
Insgesamt bietet "Dire Bound" gute Unterhaltung trotz kleiner Schwächen, und lässt die Realität für ein paar Stunden verschwimmen. Es ist eine Empfehlung für alle, die "Fourth Wing" mochten und eine sehr ähnliche Geschichte suchen.
Rezensionen von clematis:
Das Camp von Linus Geschke
Tod der Sorben
Spannend setzt sich die Trilogie fort, was im Trailer begonnen hat, nimmt im Camp seinen Lauf. Figuren, welche man nicht unbedingt sympathisch nennen kann, begegnen uns wieder und wecken trotz aller Vorbehalte unsere Neugierde, wie es mit ihnen weitergeht. Ein verruchter Barbesitzer in Köln, ein türkischer Campingplatzverwalter in Belgien, dazwischen eine quirlige Kommissarin aus Hamburg und eine junge IT-Expertin, welche bereits im ersten Band aufeinandergetroffen sind.
Schräge Szenen, brutale Sequenzen und viele komplizierte Zusammenhänge, welche sich am Ende als gut durchdacht und logisch herausstellen, beherrschen die Handlung. Fesselnd und mitreißend führt Geschke durch die Herausforderungen, die nun gemeistert werden müssen. Der Autor erschafft mit seinen Worten spielerisch eine großartige Atmosphäre, welche sich quer von der Lausitz nach Köln zieht und von Hamburg nach Belgien. Egal, an welchem Schauplatz wir uns gerade befinden, die Spannung ist greifbar, die Luft vibriert. Am Ende schockiert mich ein Ereignis sehr, wird es doch auch den folgenden dritten Band beeinflussen, aber so spielt das Leben eben, nicht nur das wahre, auch das fiktive im Camp. Nichtsdestotrotz fiebere ich aufgeregt der abschließenden Schlucht entgegen.
Auch Das Camp ist eine uneingeschränkte Empfehlung wert, den Ohrwurm Vienna von Ultravox nehme ich gerne mit.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann
War solide
Thriller von Andreas Winkelmann lese ich super gerne und Settingtechnisch hat er hier in meinen Augen einen Volltreffer gelandet. Ich finde allein den Rahmen so unheimlich und stimmungsvoll, dass er mich allein damit schon abgeholt hat.
Auch das Thema rund um den Social Media Kanal Moormaid, die erschreckenden Bilder und das Psychospielchen des Täters fand ich unglaublich packend und stark umgesetzt.
Da wird einem schon auch beim Lesen ganz anders.
Man merkt aber beim Lesen schon, dass der Autor hier gezielt Stimmung gegen einige seiner Charaktere macht und ich fand die ausgelegten Fährten teilweise wirklich sehr offensichtlich.
Mit der Auflösung hätte ich so ne gerechnet, vor allem weil diese im Vergleich zu vielem anderen überhaupt nicht angedeutet wurde. Es wird viel mit der Stimmung innerhalb der Ortsgemeinschaft und den Geheimnissen einzelner gearbeitet. Kommissarin Gold ist da selbst kein unbeschriebenes Blatt. Dadurch gibt es konstant neue Erkenntnisse und es herrscht nie Leerlauf.
Spannungsrechnisch ist es vielleicht nicht unbedingt der packendste Thriller von Winkelmann, trotzdem wird sie auf einem konstant guten Niveau gehalten. Mich haben hier vor allem die charakterlichen Entwicklungen in diesem Buch überzeugt. Würde einen zweiten Band daher auf jeden Fall lesen.
Rezensionen von rewareni:
Ein unmoralisches Mädchen von Alice Fortress
Machtmissbrauch
Die 16 jährige Lucy kommt als Lehrling des Volksgutes in den siebziger Jahren der DDR in ein Lehrlingsheim, wo sie hofft, dass sie ein besseres Leben als bisher vorfindet. Ihre Kindheit, von Demütigungen und körperlichen Züchtigungen geprägt, haben sie unsicher und verletzlich werden lassen, was besonders der jugendliche Heimleiter Raimund Becker spürt und für sich ausnützt.
So dauert es nicht lange und Lucy wird auch hier zu einem Opfer, das unerfahren wie sie ist, oft gar nicht merkt, dass nicht jeder mit seinen freundlichen Worten es auch ehrlich mit ihr meint. Erst als der junge Traktorist Tommy sich in Lucy verliebt, beginnt sie aufzublühen, was Becker ganz und gar nicht passt und er mit allen Mitteln versucht, die beiden auseinander zu bringen. Eine furchtbare Tragödie lässt Lucys scheinbare glückliche Welt zusammen brechen. Auf sich alleine gestellt, aber gestärkt ist sie bereit ein neues Leben zu führen, wo aber die nächsten Stolpersteine bereits im Weg liegen.
,, Ein unmoralisches Mädchen“ von Alice Fortress, ist eine historische Romanserie nach einer wahren Begebenheit. Es ist nicht immer leicht die Geschichte zu lesen, da es darin so viel an Ungerechtigkeit, Machtmissbrauch, Demütigungen und Momente gibt, die einem als Leser sehr zu Herzen gehen.
Die Machtstruktur im Lehrlingsheim zeigte dabei, wie schwer es junge Menschen und vor allem naive Mädchen wie Lucy hatten. Wer anders war, war ein willkommenes Opfer, wo gerade Becker als Heimleiter seine Position immer wieder schamlos ausgenutzt hatte. Das traurige dabei war oft, dass sich andere Lehrlinge zu Dinge hinreißen ließen, die sie gar nicht wollten, aber ihre Angst vor Strafen, der Wegfall von Vergünstigungen oder auch die Androhung, dass sie ihren Abschluss nicht machen können, waren dabei starke Motive. Man hat auch gemerkt, dass es Unterschiede gab zwischen Lehrlingen, die aus der Stadt kamen, die wohlhabende Eltern hatten, die vielleicht sogar ,,gute“ Genossen in der Partei waren und somit diese Lehrlinge ,,geschützt“ waren vor Erniedrigungen und Repressalien.
Manche Szenen waren dabei schwer zu ertragen, wenn junge Menschen, die sich vor körperlichen und seelischen Angriffen nicht schützen konnten, zum Gespött anderer wurden oder man sie, so wie Lucy immer wieder, gezielt vor allen anderen bloßgestellt und gedemütigt hat.
Lucy ist dabei eine tragische Figur, die in ihrem jungen Leben von ihrer Stiefmutter und ihrem Vater keine Liebe, keine Zuneigung und vor allem nur Erniedrigungen erfahren hat. Deshalb war ihr Leben ihm Heim voller Verzweiflung, weil sie nie wusste, ob oder was sie falsch gemacht hat. Da sie attraktiv und unschuldig war, war sie speziell den männlichen Bewohnern hilflos ausgeliefert, wenn sie ihr näher kommen wollten. Gerade Becker war dabei ein Protagonist den man als Leser verabscheut und auch gehasst hat, da er ihre Abweisungen nicht ertragen konnte und er dadurch oft gemein und hinterhältig war, nur um ihr zu schaden. Obwohl seine Eskapaden und Verfehlungen auch den Parteimitgliedern bekannt war, haben diese immer wieder ein Auge zu gedrückt, wo man gesehen hat, dass damals der Schutz von Kindern und Jugendlichen noch keinen großen Stellenwert hatte und viele, so wie Lucy, ganz auf sich alleine gestellt waren. Beschämend war dabei auch, dass man für Mädchen eigentlich nur vorhatte, dass sie heiraten, Kinder kriegen und für den Mann da sein sollten. Studieren und Karriere machen passte besser zu einem Mann.
Da war dann Lucy zu bewundern, die nach schweren Schicksalsschlägen nie aufgegeben hat und bereit war, gegen aller Widerstände für sich und ihre Wünsche und Bedürfnisse zu kämpfen. Wie es weitergeht, erfährt man in zwei nach folgenden Bänden.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Eine Küchenhexe räumt auf
Ich fand diese Geschichte nicht nur maximal cosy, sondern auch absolut hinreißend durch die herrlichen Figuren. Dass die männliche Künchenhexe und sein tierische Begleiter überzeugen, war ja nicht weiter verwunderlich, aber Hut ab vor der Charakterentwicklung der Ritter und den findigen Verstand von Lady Annika.
Und ich mags wie aufgeschlossen hier mit Sexualität, gesellschftlichen Konventionen und generell Beziehungen aller Art umgegangen wurde
Ich dachte erst das Königshaus-Setting könnte abgedroschen sein. Aber die königliche Familie war so sympathisch und nahbar, dass mir das richtig gut gefallen hat. Ich hätte da gerne sogar tiefere Einblicke bekommen und hoffe da auf den Folgeband. Fins Geschichte ist mir schon auch zu Herzen gegangen, gleichzeitig hätte ich mir hier zum Beispiel eine Konfrontation gewünscht.
Sogar Konfrontationen generell, denn das Ende wirkte super unfertig auf mich. Die Handlung reißt geradezu einfach ab. Ich weiß, dass es vermutlich noch mindestens einen weiteren Band geben wird, aber ich hätte mir trotzdem einen Abschluss oder zumindest Cliffhanger gewünscht, der sich wenigstens halbwegs nach einem solchen anfühlt.
Das Buch hat sich aber toll weglesen lassen und ich mochte die Atmosphäre und dezente Magie der Geschichte.











