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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von froschman:

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The Woman in Suite 11 von Ruth Ware

Mord im Luxushotel

Die Reisejournalistin Lo Blacklock ist nach einem traumatischen Erlebnis vor zehn Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff, bei dem sie beinahe ihr Leben verloren hätte, nicht mehr als Publizistin tätig. Doch nun erhält sie ein lukratives Angebot, sie soll über die Neueröffnung eines Luxushotels am Genfersee in der Schweiz berichten.

Sie sieht das als Neubeginn ihrer Reisjournalisten-Tätigkeit. Der Hotelbesitzer Marcus Leidmann ist einer der reichsten Männer der Schweiz und Blacklock hofft, mit ihm ein Interview für die Financial Times zu ergattern.
Eines Nachts wird sie überraschend in sein Hotelzimmer eingeladen. Lo ist zwar skeptisch, geht aber doch mit Block und Stift in die angegebene Suite. Doch nach zaghaftem Anklopfen wird die Tür geöffnet und vor ihr steht eine junge Frau, die behauptet, in Gefahr zu schweben. Somit beginnt ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel.
Ruth Ware hat mit diesem Thriller einen weiteren Beweis ihrer großartigen schriftstellerischen Fähigkeiten veröffentlicht. Die etlichen Wendungen, stetig steigende Spannung, die Beschreibung der beklemmenden Atmosphäre, die Machtspiele des Hotelbesitzers, all das führt dazu, dass man das Buch kaum mehr aus den Händen legen kann.

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The Woman in Suite 11

Rezensionen von Shilo:

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Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers von Gabriella Engelmann

Wenn die Vergangenheit nach Jahrzehnten zurückkehrt

Viele Geschichten aus der Vergangenheit bleiben lange verborgen. Auch auf Sylt gibt es eine solche Geschichte. Als Journalistin Anna März im Spätsommer auf die Insel zurückkehrt, hilft sie der alten Fenja Lorenzen bei der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester. Martje verschwand im Jahr 1958 nach einer stürmischen Nacht.

Schon bald wird deutlich, dass hinter ihrem Verschwinden mehr steckt, als man lange glaubte.
Der Roman führt zurück in eine Zeit, die viele Fragen offen gelassen hat. Zwei Schwestern, die sich als Kinder sehr nahestanden, wurden durch ein Ereignis auseinandergerissen. Nach und nach kommen Erinnerungen und lange verschwiegene Wahrheiten ans Licht.
Im Mittelpunkt steht eine Suche, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Während Anna versucht, herauszufinden, was damals mit Martje geschehen ist, fügen sich nach und nach einzelne Erinnerungen und Hinweise zusammen. Dabei zeigt sich, wie eng das Leben der beiden Schwestern miteinander verbunden war und wie sehr die Ereignisse von damals noch bis in die Gegenwart hineinwirken.
Die Handlung spielt auf Sylt, Amrum und Föhr. Die Inseln sind ein wichtiger Teil der Geschichte und geben ihr einen stimmigen Rahmen. Viele Szenen lassen sich dadurch gut vorstellen.
Auch die Figuren sind glaubwürdig dargestellt. Fenja hat viele Jahre mit der Ungewissheit über das Schicksal ihrer Schwester gelebt. Anna versucht geduldig, die alten Spuren zu ordnen und die einzelnen Hinweise zusammenzufügen. So entfaltet sich die Geschichte Schritt für Schritt.
Mit der Zeit wird immer deutlicher, wie viele Missverständnisse, Hoffnungen und auch Verletzungen hinter der Geschichte der beiden Schwestern stehen. Die Vergangenheit wird nach und nach verständlicher, ohne dass die Handlung an Spannung verliert. Dabei bleibt der Blick immer auf den Menschen und ihren Entscheidungen.
Der Roman verbindet Familiengeschichte, Geheimnisse und die besondere Atmosphäre der Nordseeinseln. Die Handlung entwickelt sich in einem angenehmen Tempo und lässt genug Raum für die Figuren und ihre Erinnerungen. Gerade das macht die Geschichte glaubwürdig und nahbar.
So entsteht eine stimmige Geschichte über Familie, über lange verschwiegene Wahrheiten und über die Frage, wie sehr die Vergangenheit ein Leben prägen kann. Nach und nach fügt sich zusammen, was so viele Jahre unklar geblieben ist. Wer Romane über Familiengeheimnisse und die besondere Stimmung der Nordseeinseln mag, wird diese Geschichte gern lesen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers

Rezensionen von Tara:

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Die Stimmen der Nacht von Tochi Eze

Vielschichtig - komplex - eindrucksvoll

„Die Stimmen der Nacht“ ist das eindrucksvolle Debüt der nigerianischen Autorin und Juristin Tochi Eze.

In den 1960er Jahren lernt die Nigerianerin Margaret Okolo den in Großbritannien geborenen Benjamin Fletcher kennen. Benjamin hat sich nach Lagos begeben, da er eine nigerianische Großmutter hatte und auf der Suche nach seinen Wurzeln ist.

Die beiden verlieben sich ineinander, heiraten und bekommen ein Kind, obwohl ihre Beziehung von der Gesellschaft abgelehnt wird. Durch Ereignisse der Vergangenheit verschlechtert sich Margarets psychische Gesundheit und die beiden entfremden sich. Nach mehr als 40 Jahren Funkstille kreuzen sich die Wege von Margaret und Benjamin im Jahr 2005 erneut.

Die Ereignisse werden im Wechsel in der Vergangenheit im Jahr 1905 und der Gegenwart im Jahr 2005 geschildert. Zu den Zeitwechseln kommen Ortswechsel und es tauchen viele verschiedene Charaktere auf. Das und die vielen afrikanischen Begriffe machen das Lesen nicht leicht. Dennoch lohnt es sich sehr, da Tochi Eze anhand von Margaret und Benjamin ein bewegendes Gesellschaftsportrait geschrieben hat und zeigt, welchen Einfluss die Vergangenheit auf die Gegenwart hat. Zwei Menschen leiden unter der Last der Familiengeheimnisse, die seit Generationen weitergegeben wurden.

Die Autorin hat hier ein Stück Zeitgeschichte und deren historische Hintergründe gekonnt mit der Familiengeschichte der Protagonisten verwoben und lebendig werden lassen. Der Roman ist fesselnd und sehr intensiv.

Die Zeitsprünge, die hohe Anzahl der Charaktere und die zahlreichen afrikanischen Begriffe machen das Lesen nicht leicht und es ist einiges an Konzentration erforderlich. Ein Personenverzeichnis sowie ein Glossar wären hier für mich sehr hilfreich gewesen. Dennoch ist es eine fesselnde Geschichte über Familiengeheimnisse, Entwurzelung und den Einfluss vergangener Generationen auf die Gegenwart, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird und mir Nigeria ein wenig näher gebracht hat.

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Die Stimmen der Nacht

Rezensionen von Bücherfreundin:

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The Journey. Die Reise meines Lebens von Carina Amara Kruse

Reise in ein neues Leben

In "The Journey - Die Reise meines Lebens" erzählt die Autorin Carina Amara Kruse, die auch als Transformationscoach tätig ist, von einer Reise, die ihr Leben veränderte.

Die 28-jährige Carina befindet sich an einem Wendepunkt. Nach zehn Jahren Beziehung wurde sie von ihrem Freund Daniel verlassen, sie verlor ihren Job, und ihr Buchprojekt wurde gecancelt.

Nun hat sie ihre Wohnung untervermietet und wird für 13 Monate unterwegs sein, ehe sie ihren Traumjob in Neuseeland antritt. In dieser Zeit wird sie ihre Vergangenheit reflektieren, und sie möchte herausfinden, wer sie eigentlich ist. Nur mit zwei Rucksäcken als Gepäck betritt sie in Berlin das Flugzeug, das sie nach einem Zwischenstopp in Bangkok nach Bali bringen wird. Es ist das erste Mal, dass sie allein unterwegs ist, und sie genießt das neu gewonnene Gefühl von Freiheit.

Auf Bali macht Carina Yoga und meditiert, schließt Freundschaften und sucht einen Astrologen auf, der verblüffende Aussagen zu ihrer persönlichen Situation, ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft trifft. In einem Abschiedsritual schreibt sie einen Brief an Daniel, sie vergibt und dankt ihm - und gibt ihn frei. Sie verbringt zehn anstrengende Tage mit Schweigen und Meditieren in einem Meditationszentrum, ehe sie nach 4 Monaten Aufenthalt weiterreist nach Indien zu Joaquim, den sie auf dem Flughafen in Stockholm kennengelernt hat. Der Plan ist, ihn für die Dauer eines Monats bei seinem Slum School Projekt zu unterstützen ...

Das Buch ist in schlichter Sprache geschrieben und liest sich sehr flüssig. Im Laufe der Handlung lernen wir Carina immer besser kennen und blicken dabei tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Wir begleiten sie auf ihrer abenteuerlichen Reise mit all ihren Herausforderungen und Gefahren. Sie lernt viel über Spiritualität und Glauben, hat interessante und bereichernde Begegnungen, und auch die Liebe klopft bald wieder an ihre Tür.

Ich habe den Mut der Autorin bewundert, alle Zelte hinter sich abzubrechen, um einen neuen Weg zu gehen, nicht wissend, wohin er sie führen wird. Sehr interessant fand ich neben der Schilderung der Rituale in Bali und Indien die Beschreibung einer balinesischen Hochzeit und des Lebens inmitten einer Großfamilie, die traditionell den höchsten Stellenwert einnimmt.

Das Buch war für mich eine größtenteils interessante und kurzweilige Lektüre, in deren Epilog wir erfahren, wie es mit Carina und Arun weitergegangen ist. Leider weist der Klappentext nicht darauf hin, dass die esoterischen Inhalte der Geschichte sehr viel Raum einnehmen. Für mich war es eindeutig zu viel, ich hätte lieber mehr über das Leben und die Bräuche der balinesischen und indischen Bevölkerung erfahren.

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The Journey. Die Reise meines Lebens

Rezensionen von Micki:

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Cooking for Family von Julia Lanzke

Solides Kochbuch, aber wenig Neues

Von miriam0000

Cooking for Family ist ein sympathisches Kochbuch mit einer klaren Mission: den Familienalltag in der Küche einfacher und stressfreier zu gestalten. Und das gelingt dem Buch streckenweise auch ganz gut. Besonders die kleinen Alltags- und Organisationstipps sowie die Ideen zur Resteverwertung sind nützlich und alltagstauglich – man merkt, dass Julia Lanzke aus Erfahrung schreibt.

Bei den Rezepten selbst war ich allerdings nur mäßig begeistert. Es gibt zwar ein paar nette Anregungen – die Maultaschenpfanne hat mir zum Beispiel wirklich gut gefallen –, aber vieles wirkt doch recht bekannt. Noch ein Pfannkuchenrezept oder Klassiker wie Nudeln mit Tomatensoße brauche ich persönlich nicht mehr. Wer schon ein paar Familienkochbücher im Regal hat, wird hier nicht viel Neues finden.

Insgesamt ist Cooking for Family ein solides, liebevoll gemachtes Buch, das vor allem für Einsteiger:innen oder gestresste Eltern mit wenig Kochroutine hilfreich sein dürfte. Für alle anderen bietet es zwar angenehme Lektüre und ein paar gute Ideen, aber keine großen kulinarischen Entdeckungen.

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Cooking for Family

Rezensionen von Micki:

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Körper und Gehirn von Rosie Cooper

Cooles Körperbuch mit tollen Illustrationen

Ich finde, Körper und Gehirn – Wie funktioniert das? ist ein tolles Kindersachbuch, das auch Erwachsene anspricht. Meiner Meinung nach erklärt es verständlich, humorvoll und zugänglich, wie Verdauung, Sinne, Placebo-Effekt, Amygdala und Neurodiversität funktionieren. Die Gestaltung überzeugt mich durch klare Infografiken, bunte Grafiken und witzige Comics, die komplexe biology greifbar machen.

Die Mitmach-Elemente wie Gedächtnischallenge, Verdauungstagebuch und Selbstversuche motivieren mich zum Mitmachen.

Die Texte wirken für mich knapp gehalten und werden durch anschauliche Beispiele ergänzt. Die Darstellung bietet eine gute Einführung in oft komplexe Themen, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen, was ich persönlich als angenehm empfinde. Die Illustrationen von Harriet Russell tragen für mich wesentlich zur Verständlichkeit bei und machen das Buch ansprechend und unterhaltsam. Insgesamt empfinde ich das Buch als gelungene Mischung aus Unterhaltung und Bildung, geeignet für Kinder ab dem Schulalter, die auch Erwachsene neugierig macht. Für mich fehlt gelegentlich tiefergehende wissenschaftliche Tiefe, aber das stört mich nicht allzu stark, weil es den Spaß am Lernen erhält und es ja auch schließlich ein Kinderbuch ist. Das Buch erinnert mich daran, wie faszinierend der menschliche Körper ist.

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Körper und Gehirn

Rezensionen von C. P.:

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Prinzessin der tausend Diebe - Chosen von Thea Hong

Bewegendes Zeitreise-Abenteuer im früheren Korea mit leichten K-Drama-Touch

Der zweite Teil der Dilogie setzt kurz nach dem ersten an, jedoch mit einer überraschenden Wendung gleich zu Beginn: Die Welt droht unterzugehen! Mächtige Monster, denen kein Militär der Welt etwas entgegenzusetzen hat, haben bereits für unzählige Opfer gesorgt. Jia Hong, die den Platz ihrer Schwester Sora als Oberhaupt des Hong-Clans eingenommen hat, sieht nur eine Möglichkeit: In die Vergangenheit reisen und den koreanischen Künstler der Gemälde töten, aus denen diese monströsen Ungetüme entsprungen sind.

Was für ein Abenteuer! Jia landet als Mann verkleidet in der früheren Joseon-Ära, wo sie sich als Jian in die einstige Künstlerakademie des früheren Seoul einschleichen will. Neben der Suche nach Maler Sin Yun Bok gerät sie an den Kronprinzen, der in Verdacht steht, einen Anschlag auf seinen Bruder, den Kaiser zu planen. Mit ihrem Wissen um die damalige Zeit, der Mythologie sowie ihren magischen Fähigkeiten ist Jia(n) zwar den anderen in manchen Dingen um einiges voraus, dennoch hat sie nicht mit der Version des Sin Yon Bok gerechnet, dem sie begegnet: Ein hilfsbereiter und sympathischer junger Quatschkopf, der aus irgendwelchen Gründen gar nicht mehr malen will. Was Jias Pläne vor neue Herausforderungen stellt.
Das Buch liest sich wie ein gelungenes K-Drama mit historisch-fantastischem Setting und punktet auf mehreren Ebenen. Es gibt viele interessante Details aus der damaligen Zeit, politische Intrigen, Mythologie, Kämpfe, Spannung und Herzschmerz. Auch die Charaktere und deren Interaktionen sind sehr gelungen, insbesondere Jia ist hier zielstrebig und mutig und zugleich eine junge Frau mit Träumen und Wünschen. Mir hat das Buch richtig viel Spaß gemacht, nicht zuletzt auch, weil ich das Setting so faszinierend fand und ich mitgerätselt habe, was es mit diesen Monstern überhaupt auf sich haben könnte. Mit der Auflösung hierzu konnte mich die Autorin nochmal vollends überraschen. Zudem schafft sie es, gekonnt einen Bogen zum ersten Band zu schlagen, so dass beide Bände als gemeinsames Ganzes wirken. Und das Ende nach dem emotionalen Auf und Ab, hachja, wie in einem richtigen K-Drama, erst bitter, dann süß.

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Prinzessin der tausend Diebe - Chosen

Rezensionen von Bücherfreundin:

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Alle glücklich von Kira Mohn

Intensive und fesselnde Familiengeschichte

Im Mittelpunkt von Kira Mohns neuem Roman "Alle glücklich" steht die Familie Holtstein, eine ganz normale und anscheinend glückliche Familie. Die Mutter Nina arbeitet vormittags in einer Hausarztpraxis, ihr Ehemann Alexander ist Oberarzt in einem Krankenhaus. Die gemeinsame Tochter Emilia ist 16 Jahre alt und verliebt in ihren Freund Julian.

Ihr drei Jahre älterer Bruder Ben studiert, beschäftigt sich aber viel lieber mit Computerspielen.

Eigentlich scheinen alle glücklich zu sein, doch die Fassade bröckelt. Nina, die ihr Medizinstudium der Familie zuliebe aufgegeben hatte, sitzt ohne Wissen ihres Mannes nachmittags an der Supermarktkasse, um sich etwas Geld für ihre persönlichen Bedürfnisse dazuzuverdienen. Alexander opfert sich für seine Patienten auf und fühlt sich innerhalb der Familie nicht wertgeschätzt, obwohl er doch alles für sie tut. Ben ist nicht zufrieden mit seiner Studienwahl und leidet darunter, keine Freundin zu haben, während Emilia sich zusehends in ihrer Beziehung verliert.

Die Geschichte ist in schöner Sprache mitreißend erzählt und liest sich sehr flüssig. Gekonnt und mit viel Feingefühl zeichnet die Autorin das Bild einer Familie, in der nach und nach unausgesprochene Konflikte und Spannungen zutage treten, Sehnsüchte sichtbar werden. Die Protagonisten sind authentisch dargestellt, sie alle haben ihre eigenen Probleme und Geheimnisse. Ich mochte die Familie, auch wenn ich die Handlungsweisen der einzelnen Personen nicht immer nachvollziehen konnte. Am meisten überrascht haben mich Ninas persönliche Entwicklung und ihre Entscheidung am Ende des Buchs. Sehr berührend fand ich die innige und vertrauensvolle Beziehung zwischen Ben und seiner Schwester.

Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht der einzelnen Personen geschrieben. Diese Erzählweise hat mir sehr gut gefallen, weil nicht nur einige Ereignisse durch verschiedene Sichtweisen unterschiedlich dargestellt wurden, sondern ich darüber hinaus die Protagonisten immer besser kennenlernte und tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt blicken konnte.

"Alle Glücklich" hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Das Buch ist nicht nur ein fesselnder und berührender Familienroman, es ist auch eine Geschichte über Schweigen, Entfremdung und Überforderung, die mich noch lange beschäftigen wird.

Absolute Leseempfehlung!

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Alle glücklich

Rezensionen von MarcoL:

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Denkst du noch an Trenčín? von Lukáš Cabala

Eine literarische Liebeserklärung an die Kulturhauptstadt Europas 2026

Wie wunderbar kann eine Geschichte, eine Liebeserklärung an eine Stadt, verfasst werden? Sehr! - in diesem Fall. Im Original erschien dieses Buch 2023, und in diesem Jahr ist Trenčín europäische Kulturhauptstadt.
In einer kleinen Rahmenhandlung wandeln wir durch die Slowakische Stadt Trenčín, manchmal traumwandelnd, manchmal mit klarem Blick.

Und wer hier einen Reiseführer vermutet, liegt komplett falsch.
Tamara kommt von Israel, um auf den Spuren ihrer Vorfahren zu laufen. Mit dem Gedanken beseelt, vielleicht eine neue Heimat zu finden, bildet dieser Part quasi ein Fenster in die Vergangenheit.

S.57: „Das Land ihrer Vorfahren zu besuchen, etwas in diesem Pathos zu wühlen, ihre eigenen Wurzeln zu begreifen und abzuwägen, wie es weitergehen mochte.“

Vincent ist buchverliebt, und mit Laura (eine Freundin, und nicht „nur“ eine Freundin, wie Vincent eines Tages erleichtert feststellt) betreibt er ein Antiquariat – die Gegenwart ist präsent. Und Oliver, Lauras Sohn, lässt der Autor in der nahen Zukunft als Stand-Up-Comedian auf der Bühne stehen, genährt und beeinflusst aus seiner Kindheit mit Vincent.
Manchmal ist es beim Lesen nicht klar ersichtlich, was Fiktion ist, oder was real ist, eine Brise magischer Realismus darf dabei nicht fehlen und erzeugt ein ganz besonderes Flair, dass dieser Stadt zusätzlich etwas Geheimnisvolles anlastet.

S. 32: [Tamara zu Laura] „Wenn ich durch die Straßen schlendere, denke ich, wahrscheinlich kennen selbst viele Einheimische diese Ecken gar nicht. Wer wandert schon so in seiner eigenen Stadt herum? Der Mensch gewöhnt sich an seine Wege und hat selten Grund, davon abzuweichen.“ - ist diese Aussage nicht wunderbar (und wahr)?
Und natürlich darf auch eine gewisse Portion an Ostalgie hier nicht fehlen, die eine weitere Person mit ihrem Tun adoptiert.
Die Sprache – übrigens wunderbar übersetzt von Stefanie Bose - ist sanft, spielerisch, manchmal kindlich neugierig und dann auch wieder sehr erwachsen und direkt, aber immer mit einem leichten Augenzwinkern.
Sehr gerne gelesen und eine grandiose Leseempfehlung

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Denkst du noch an Trenčín?

Rezensionen von Jazz:

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A Killer Crush von Shailee Thompson

Zwei Genre sind eins zu viel

Jamie geht mit ihrer besten Freundin abends auf ein Speed Dating Event, nur um einen Abend lustig zu verbringen. Etwas Ernstes suchen beide nicht, danach ist schon ein Abstecher beim Gyros geplant.

Dort angekommen, geht es gleich zu den Regeln und Dates. Beim 9. Date geht plötzlich das Licht aus und der erste Teilnehmer ist ermordet worden.

Es herrscht Panik unter den verbliebenen 19 Teilnehmern…

Ich liebe die Prämisse. Ein absolut fatal gelaufenes Speed-Dating erinnerte mich an Alcala, den Mörder aus den 70ern, der in den USA an einer Dating-Show teilgenommen hatte. Leider wirkte der Thriller hier aber etwas langweilig. Erstens, es gibt drei Stockwerke und niemand kommt da allen Ernstes über mehrere Stunden hinweg raus. Absolut unrealistisch. Fenster einschlagen, war nicht drin? Sie geben an der verbarrikadierten Tür nach einem Versuch auf… Zweitens kommt neben all dem Blutbad plötzlich Valentinsstimmung auf. Das war so unpassend, dass ich die Augen gerollt habe und den Thriller nicht mehr ernst nehmen konnte.

Im Großen und Ganzen hatte ich mich auf einen packenden Thriller gefreut, aber mehr Romantik erhalten. Auch wenn es die Lieblingsgenren Jamies sind, so sind sie in meinen Augen inkompatibel.

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A Killer Crush