Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sonne89:
Hallo, jetzt bin ich Vorschulkind! von Johanna von Vogel
Anna wächst
„Hallo, jetzt bin ich Vorschulkind!“ ist ein farbenfrohes fröhliches Buch, welches den Einstieg in die Vorschulzeit erleichtern soll.
Anna kommt in die Vorschule und mit ihr erlebt das Kindergartenkind, welche Ängste/Unsicherheiten, aber auch welche Erwartungen auftauchen.
Man merkt auch den Wandel, dass Anna nun zu den Großen gehört, was Stolz weckt, aber auch verantwortungsvollere Aufgaben mit sich bringt und auch herausfordernd wirken kann.
Anna meistert die Vorschulaufgaben, die sich im Kindergartenalltag abspielen und das lesende Kind wird auch immer wieder aufgefordert selbst mitzumachen.
Teils mit sehr simplen Aufgaben, teils auch mit sinnvollen Nachfragen (z.B. die Telefonnummer der Polizei).
Textlänge und Anforderungen sind passend.
Durch das Buch werden Themen angesprochen, die das Kind bewegt. Das kann man dann zu Hause in einem größerem Umfang gleich nochmals aufgreifen.
Das Buch ist vielschichtig und holt Eltern und Kind ab.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Halber Stein von Iris Wolff
Über die Kraft, die aus der Herkunft kommt
"Halber Stein" ist das Romandebüt der vielfach ausgezeichneten deutschen Autorin Iris Wolff. Die Wurzeln der Autorin liegen selbst in Siebenbürgen, sie stammt aus einer deutschsprachigen "sächsischen" Familie in Rumänien und ist als Kind gemeinsam mit ihrer Familie nach Deutschland ausgewandert.
In diesem Roman erzählt sie von Friedesine, genannt "Sine", eine fiktive junge Frau, die ein ganz ähnliches Schicksal teilt, als Kind Siebenbürgen für Deutschland verlassen hat, dort nun ihr Studium beendet hat und anlässlich des Todes der geliebten Großmutter Agneta zum ersten Mal nach Jahrzehnten wieder für eine kurze Zeit die alte Heimat besucht. Sine selbst steht an einer Weiche in ihrem Leben, weiß nicht so recht, wohin mit sich beruflich und auch sonst.
Sine kommt in Siebenbürgen an und streift erst einmal herum. Sie begegnet Julian, einem alten Freund aus der Kindheit. Die beiden haben damals miteinander gespielt, nun sind sie in unterschiedlichen Ländern und Welten erwachsen geworden, begegnen einander wieder, nähern sich an, erkunden gemeinsam Sines alte Heimat, dabei entwickelt sich eine zarte, nur angedeutete Romanze zwischen ihnen.
Dieses Buch lebt nicht von großen, dramatischen Ereignissen. Es ist ein stilles, poetisches Buch mit eindringlicher, wunderschöner Sprache, das mich emotional tief mit der mir bisher unbekannten ländlichen Gegend Siebenbürgens verbunden hat, denn es ist voll von detaillierten Landschaftsbeschreibungen und Hintergrundinformationen über die Region:
"Ich blieb stehen. Das undurchdringliche Blaugrün eines Gletschersees lag vor uns. Die Berge umrundeten ihn im Halbkreis, eine einzelne Wolke hob sich fast senkrecht über der spiegelglatten Oberfläche in die Luft. Büschelweise lila Enzian und Silberdisteln, so weit das Auge reichte. Vereinzeltes Geröll lag übers Gras verstreut, das nicht wie in Michelsberg verdorrt und ausgebleicht die Erde bedeckte, sondern hellgrün leuchtete. Ich hatte mehr noch als unten in der transsilvanischen Ebene das Gefühl, der Herbst habe sich zwischen den Jahreszeiten verloren." (S. 181/182)
Dazu kommen die Erinnerungen an die verstorbene Großmutter und an die Zeit als Kind in der siebenbürgischen Heimat... so viele Erinnerungen sind mit dem alten Haus verknüpft, doch nun wohnt keiner mehr darin, Sines Vater und Onkel haben es geerbt, der eine möchte es behalten, der andere verkaufen.
Immer wieder eingewoben in das Buch sind auch historische Bezüge, wenn der passionierte Hobbyhistoriker Julian, der von einem Geschichtestudium träumt, von der Vergangenheit erzählt und dabei lebendig wird, welchen Herausforderungen die Vorfahren der Siebenbürger Sachsen ausgesetzt waren: "Mit welchem Gefühl baut man ein Dorf wieder auf, nachdem es niedergebrannt wurde? Wie schafft man es, sich wieder am selben Ort anzusiedeln, wenn eine ganze Dorfgeneration versklavt wurde? Nicht aufzugeben, obwohl man in diesem Gebiet so vielen Gefahren und Unwägbarkeiten ausgesetzt war?" (S. 45)
Dann geht es wieder um die etwas jüngere Vergangenheit, um die schwierigen Zeiten unter den Kommunisten, Verschleppung von Deutschsprachigen, aber auch Diskriminierung von ethnischen Rumänen durch diese. Später dann die vielen Deutschsprachigen, die gegangen sind, sobald sie konnten. Zurück bleiben verlassene Felder und geräumige Höfe, Spuren der einst so lebendigen Gemeinschaft in dieser Gegend, und die wenigen, die noch geblieben sind. Es gibt Begegnungen mit Menschen, die Agneta kannten, und oft auch Sine als Kind. Blicke zurück in die Vergangenheit, auf die Großmutter, auf die eigene Herkunft, das eigene Erbe.
Am Ende des Buches ist die Oma begraben und sonst im Außen nicht so viel passiert. Doch zurück bleibt das Gefühl, dass es vielleicht für Sine nun ein bisschen leichter werden kann, sich zu orientieren im Leben. Denn in diesen wenigen, aber tiefgründigen und bedeutungsvollen Tagen in Siebenbürgen hat sie sich wieder tiefer mit ihren Wurzeln und ihrer Herkunft verbunden und wird daraus vielleicht Kraft schöpfen können für den weiteren Weg, den sie nun geht.
Mich hat dieses Buch sehr berührt und mir viel Wissen, aber vor allem auch Gefühl für Siebenbürgen und die deutschsprachigen Bewohnerinnen und Bewohner dieser Gegend vermittelt, ja, sogar Lust darauf gemacht, diese interessante Gegend zu besuchen und selbst zu erkunden. Es eignet sich insbesondere für Leserinnen und Leser, die bereit sind, sich auf ein ruhiges, poetisches und dafür umso tiefgründigeres Buch einzulassen, ohne besonders viel Spannung oder ein schnelles Voranschreiten der Handlung zu erwarten.
Rezensionen von mo.ni.books:
Ein Aperol in Moll von Heidi Troi
Spannung am Gardasee
Ein Aperol in Moll ist Band drei und somit der finale Band der Reihe rund um die Marescialla Bianca Rossi, ein Krimi geschrieben von der Autorin Heidi Troi.
Bianca lebt inzwischen mit ihrem neuen Freund Amadeo in einer Wohnung in Malcesine am Gardasee. Als sie mitten in den Ermittlungen steckt im Todesfall des bekannten Schauspielers Pavone, erhält sie die Hiobsbotschaft: Tiziano, ihr gewalttätiger Exmann, hat seine Zeit im Gefängnis abgesessen und kommt frei.
Nun kämpft Bianca gleich an zwei Fronten: gegen die ins Stocken geratenen Ermittlungen und gegen ihre eigene Ohnmacht.
Der finale Band stellt einen gelungenen Abschluss der Reihe dar. Auch mit diesem Band konnte mich die Autorin wieder fesseln. Die Spannung wird durch die Kapitel verstärkt, in welcher Tiziano als Erzähler seine Pläne und Gedanken formuliert.
Femizid an Frauen ist ein trauriges Thema, doch aktuell und wichtig, dass es im Buch zur Sprache gebracht wird.
Rezensionen von lesemaus:
Einsames Watt von Nina Ohlandt; Jan F. Wielpütz
etwas too much
In Einsames Watt muss Hauptkommissar John Benthien auf der nordfriesische Insel Amrum einen kniffligen Fall aufklären. Im Watt wurde eine Leiche entdeckt. Unfall oder Mord? Benthien sieht schnell einen Zusammenhang zu seinem ersten Fall, der nicht aufgeklärt werden konnte…
Die Ermittlungen laufen und es geschehen wirklich sehr viele Ereignisse.
Aber leider für mich etwas zu viele. Ich muss beim Lesen immer wieder kurz überlegen, wie denn nun alles zusammenhängt.
Der Schreibstil und klar und flüssig, aber dennoch ist es mir einfach ein zu großes Geflecht an Konflikten, auch aus der Vergangenheit. Mag es auch daran liegen, dass ich nicht alle Bücher dieser Reihe gelesen habe. Insgesamt sind es mir jedenfalls zu viele Schauplätze und Charaktere. Weniger wäre hier mehr gewesen, zumindest für mich.
Das Cover macht auf jeden Fall Lust im Buch zu stöbern, das Segelboot stimmt mich schon mal gut auf das Setting ein. Insgesamt aber ein guter Krimi, der mir 4 Sterne wert ist.
Rezensionen von Sago:
Prinzessin der tausend Diebe – Chosen von Thea Hong
Die andere Prinzessin
Thea Hong ist hier ein Kunststück gelungen. War Jia im ersten Band fast noch so etwas wie eine Antagonistin, wird sie hier zur Hauptperson, die die Geschichte trägt.
Zwar habe ich Ran und Sora, das Paar aus dem ersten Teil der Dilogie, die hier nur Nebenfiguren sind, sehr vermisst, aber auch Jia und Sin tragen die Geschichte.
Korea wird nach Soras Ende von monströsen Kreaturen verfolgt. Diese scheinen ihren Ursprung in Gemälden aus dem 18. Jahrhundert zu haben. Jia muss zurück in die Vergangenheit und den Maler der Monster aufhalten. Und kann sie sogar Sora zurückholen?
Natürlich kämpft auch dieser Roman mit den bekannten Zeitreise-Problemen, aber alles ist so fantasievoll und mitreißend erzählt, dass das gänzlich in den Hintergrund tritt. Ich liebe diese Verbindung aus Fantasy und dem alten und neuen Korea. Am besten gefällt mir, dass Thea Hong die üblichen Romantasy Klischees vollkommen vermeidet. Ihre männlichen Protagonisten sind glücklicherweise meilenweit entfernt von den knurrendem love interests, die in anderen Romantasy-Romanen die passiven Protagonistinnen durch die Gegend schleppen.
Daa Ende konnte mich überraschen und überzeugen. Schade nur, dass die Geschichte mit diesem Band endet.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Real Americans von Rachel Khong
Herkunft, Identität und Klasse im modernen Amerika
"Real Americans" wird schon am Cover als herausragendes Werk angepriesen, auch auf der Rückseite und auf den Innenklappen finden sich viele Lobpreisungen, der Verlag vermarktet es unter dem Slogan "Deutschland liest ein Buch". Das wunderschöne Cover mit der Auster macht neugierig, genauso wie der Titel.
Insgesamt weckt das alles hohe Erwartungen an ein außergewöhnliches Werk.
Tatsächlich handelt es sich auch um ein sehr lesenswertes Buch, das viele aktuelle Themen, die insbesondere die USA, aber im weiteren Sinn auch die Welt beschäftigen, behandelt. Es geht um Migration, Herkunft, Identität, Familiengeschichte, soziale Klassen, Macht, Geld und die damit verbundenen Privilegien, um Liebe zwischen Familienmitgliedern, Enttäuschungen, Entfremdung und Verrat, darum, was uns prägt und wer wir sind, wie wir uns innerlich fühlen und was uns von außen zugeschrieben wird. Auch Genetik, Epigenetik und aktuelle ethische Fragen der Biomedizin insbesondere im Bereich Kinderwunsch spielen eine Rolle, ebenso wie das kommunistische China und kulturelle Unterschiede und Normen.
All diesen Themen nähert sich das Buch aus drei Perspektiven an, die nicht chronologisch erzählt sind und jeweils eines der Mitglieder einer chinesisch-amerikanischen Familie ins Zentrum rücken. Die Geschichte beginnt mit Lily Chen, die in den USA geboren und aufgewachsen ist, als Tochter aus China eingewanderter Eltern, die als Forscher in der Biomedizin-Branche arbeiten und sich erhofft hätten, auch die Tochter würde sich für die Naturwissenschaften begeistern. Doch diese hat sich den eher brotlosen Geisteswissenschaften zugewandt und bis jetzt nach ihrem Studienabschluss nur ein unbezahltes Praktikum in einem Medienkonzern gefundet, sodass sie nach wie vor auf die finanzielle Unterstützung der Eltern angewiesen ist.
Insgesamt ist die Beziehung zwischen Tochter und Eltern, und insbesondere die Mutter-Tochter-Beziehung, eine schwierige, hat die Mutter doch im kommunistischen China nicht gelernt, Gefühle offen zu zeigen. Zwar sagt sie der Tochter immer wieder, dass sie diese liebe, denn sie hat gelernt, dass man das in Amerika so macht, doch emotional kommt es bei Lily nicht so ganz an. Auch sonst hat es Lily nicht so leicht: mit ihren asiatischen Gesichtszügen wird sie, obwohl in den USa geboren, perfekt Englisch sprechend und hochgebildet, immer wieder von anderen nicht als ganz vollwertige Amerikanerin, "real American" angesehen und muss so einiges an Diskriminierungen ertragen. In dieser Situation lernt Lily auf einer Firmenveranstaltung Matthew kennen, unendlich reicher Erbe eines Pharmaimperiums, und die zwei verlieben sich ineinander, doch Lily leidet darunter, das Gefühl zu haben, in Bezug auf ihre Klasse und gesellschaftliche Position so weit unter ihrem Partner zu stehen, und unter dem Machtgefälle, das das mit sich bringt.
So ist es auch nicht ganz verwunderlich, dass wir im zweiten Teil Lily als alleinerziehende Mutter ihres Sohnes Nick kennen lernen und diesen Teil vor allem aus Nicks Perspektive erleben. Lily hat Nick von allen technologischen Errungenschaften unserer Zeit ferngehalten, er wächst ohne Handy, Computer und E-Mail auf, hat nur einen einzigen Freund, fühlt sich als Außenseiter und versucht verzweifelt, herauszufinden, wer sein Vater sein könnte. Auch Nick hat mit den Zuschreibungen anderer Menschen zu kämpfen, aber ganz anders als Lily: er kommt äußerlich sehr nach seinem kaukasisch-weißen Vater, in seinen Gesichtszügen ist trotz chinesischstämmiger Mutter nichts Asiatisches zu entdecken und insbesondere später am College, in einer Zeit, in der es so wichtig wird, sich über die eigene Ethnizität zu identifizieren, wird ihm sein asiatisches Erbe immer wieder von anderen abgesprochen, was seine Orientierungslosigkeit und sein Gefühl der Nicht-Zugehörigkeit verstärkt.
Im dritten Teil lernen wir schließlich noch die Perspektive von Mai, Lilys Mutter, kennen, die im kommunistischen China aufgewachsen ist, einiges an Entbehrungen unter Mao miterleben musste, in China Naturwissenschaften studiert hat und schließlich auf dramatische Art und Weise das Land verlassen und in die USA auswandern konnte. Insbesondere dieser Teil war für mich sehr interessant zu lesen, weil ich so einiges Neue über Chinas Vergangenheit lernen konnte und auch einen erweiterten Blick darauf bekommen habe, was für eine Herausforderung es für Auswanderer aus dieser Kultur bedeuten kann, in den USA neu Fuß zu fassen und wie bemerkenswert gut das viele von ihnen trotzdem hinbekommen haben.
Insgesamt war das Buch für mich sehr interessant zu lesen. Am Anfang habe ich ein bisschen gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen bzw. hat sie für mich umso mehr Tiefe entfaltet, je weiter die Erzählung vorangeschritten ist und die Charaktere aus den verschiedenen Generationen der Familie vorgestellt wurden. Auch die Familienbeziehungen haben durch die verschiedenen Perspektiven für mich an Reichhaltigkeit dazu gewonnen. Es war ein spannendes und unterhaltsames Leseerlebnis, mit einigen überraschenden Wendungen und tiefgreifenden Fragen zu vielfältigen Themen, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen.
Streckenweise gab es Abschnitte, die mich etwas weniger interessiert haben als die anderen, das war insbesondere am Anfang beim langen Kennenlernen von Lily und Matthew der Fall und später während Nicks ausführlich geschilderten Collegeerfahrungen. Bei manchen Details im Bereich Biogenetik war ich mir auch nicht ganz sicher, wie realistisch die im Buch beschriebenen Szenarien sind. Sprachlich empfand ich das Buch als solide, aber nicht außergewöhnlich.
Ausgeglichen wurden diese kleinen Mängel aber durch die gelungene Verflechtung vieler spannender, zeitgenössischer Themen und ein insgesamt unterhaltsames und vielseitiges Buch, das bestens zum aktuellen Zeitgeist passt und interessante Debatten dazu inspirieren kann.
Rezensionen von Shilo:
Sieben Sommer ohne dich von Anja Saskia Beyer
Gefühlsstark und berührend
Sieben Jahre sind vergangen, doch manche Orte bleiben eng mit Erinnerungen an die eigene Jugend verbunden. Als Emery auf die Insel zurückkehrt, auf der sie aufgewachsen ist, wird schnell spürbar, dass dort noch vieles aus der Vergangenheit nachwirkt. Zwischen vertrauten Plätzen, alten Gefühlen und Begegnungen, die lange zurückliegen, entwickelt sich eine Geschichte über das Wiedersehen und über die Hoffnung auf einen neuen Anfang.
Mit der Rückkehr auf die Insel wird auch ein Ereignis wieder spürbar, über das kaum jemand spricht. Vor sieben Jahren endete eine Bootsparty in einer Katastrophe, die vieles verändert hat. Die Erinnerungen daran liegen noch immer über dem Ort. Emerys Begegnung mit Cole zeigt, dass die Vergangenheit längst nicht abgeschlossen ist. Alte Gefühle und unausgesprochene Fragen stehen plötzlich wieder im Raum.
Die Geschichte lebt stark von der ruhigen Stimmung der Insel. Das Meer und die vertrauten Plätze zeigen gut, wie eng Emery noch mit ihrer Heimat verbunden ist. Beim Lesen wird deutlich, wie schwer es für sie ist, sich den Erinnerungen zu stellen. Gleichzeitig wächst langsam die Hoffnung, dass sich für sie ein neuer Weg öffnen könnte.
Die Figuren wirken sehr glaubwürdig und ihre Gefühle sind nachvollziehbar. Emerys Unsicherheit und ihr Zögern im Umgang mit der Vergangenheit lassen sich gut nachempfinden, und auch Cole zeigt sich vielschichtig. Die Geschichte verbindet sanft Spannung und Emotion. Insgesamt eine stimmige, gefühlvolle Lektüre, die 4 Sterne verdient und für alle Leserinnen und Leser geeignet ist, die gefühlvolle New-Adult-Geschichten mit ruhiger Atmosphäre mögen.
Rezensionen von Claudia H.:
Andere nennen es Urlaub von Franka Bloom
Chaotische Familie = chaotischer Urlaub
Worum es geht:
Die 50 jährige Schauspielerin Netti schlägt sich und ihren Sohn mit div. Nebenjobs durchs Leben. Nebenbei kümmert sie sich noch um ihren Vater Bruno, der den Tod seiner Frau noch nicht ganz verkraftet hat. Netti ist urlaubsreif, leider fehlt ihr das nötige Kleingeld dafür. Da bekommt sie das Angebot, kostenlos nach Italien zu reisen.
Und bevor sie sich versieht, sitzt sie zusammen mit ihrem Vater und einem ihr unbekannten Italiener auf der Reise nach Triest.
Mein Fazit:
Die Story ist locker und leicht, sie lässt sich flüssig lesen. Eine sehr schöne Story über Familie und einem Hauch von Dolce Vita. Ich habe beim Lesen sehr viel geschmunzelt. Die Story ist hervorragend zum Abschalten geeignet. Eine tolle Lektüre, die bei mir gleich Urlaubsgefühle wachgerufen hat. Das Buch war auf jeden Fall genau das, was ich auch erwartet hatte. Ich hatte ein paar sehr schöne Lesestunden, denn Franka Bloom konnte mich mal wieder mit ihrem erfrischenden und fröhlichen Schreibstil überzeugen. Obwohl sich die Familienmitglieder gegenseitig gerne auf die Nerven gehen, gibt es hier doch einen sehr herzlichen Umgang miteinander. Das hat mir sehr gut gefallen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich vergebe gerne volle 5 Sterne.
Rezensionen von Katharina Grassmugg:
Das schönste aller Leben von Betty Boras
Ein interessanter Roman
In diesem Roman erzählt Betty Boras eine Geschichte über Verletzungen, Traumata und Heilung.
Vio, die als Kind mit ihren Eltern geflüchtet ist lernt früh das sie sich um jeden Preis anpassen muss auch wenn das bedeutet die eigene Identität zu Opfern. Immer wieder hört sie das ihre Schönheit ihr Türen öffnen wird.
Als Vio Mutter wird scheint auch die Schönheit ihres Kindes ein großes Thema zu werden. Nach einem tragischen Unfall trägt ihre Tochter Narben im Gesicht. Vio kann sich diesen Unfall nicht verzeihen. Was soll aus ihrem Kind werden wenn es nicht schön genug ist? Immer tiefer stürzt sie in Selbstvorwürfe und Mitleid. Wie soll sie es schaffen sich selbst für den Unfall zu vergeben?
Dieser Roman hat einiges bei mir ausgelöst. Die Emotionen gingen von Mitleid und Mitgefühl bis zu Wut und Unverständnis. Teilweise fand ich die Geschichte richtig heftig. Vor allem der Teil aus der Vergangenheit hat mich teilweise sehr mitgenommen. Wie heftig die Gesellschaft darauf reagiert hat das Theresia ein Verhältnis mit einem Geistlichen hatte bzw wie versucht wurde sie als verführerin und ihn als "Opfer seiner männlichen Triebe" darzustellen so als hätte er ja keine andere Wahl gehabt hat mich sehr wütend gemacht. Leider hat sich da gesellschaftlich viel zu wenig verändert. Auch die Geschichte von Vio und ihrer Tochter war nicht einfach. Einerseits die Schuldgefühle der Mutter, andererseits auch wie sie damit umgeht und wie gefangen sie darin ist war für mich oft zwar nachvollziehbar doch hatte ich Mitleid mit ihr und dem Kind das immer das Gefühl haben mußte nicht gut genug zu sein. Es war oftmals wirklich nicht leicht zu lesen wie die Frauen mit ihren Tramata versuchen zu leben.
Man hofft immer wieder das die Frauen es schaffen den Kreis aus der Abhängigkeit von fremdbewertung und fremdbestimmung zu durchbrechen, leidet mit ihnen und hofft für sie. Für mich ein sehr interessanter Roman der wirklich viel ausgelöst hat, wichtige Themen anspricht und Finger in nicht nur eine Wunde legt.
Rezensionen von ekiam:
Felsenfest von Nora Imlau
Einfühlsam, bestärkend und wunderschön illustriert
Nora Imlau dürfte vielen Eltern als Autorin von Büchern zu Familienthemen bekannt sein. Nach Goldrichtig erscheint nun in der Reihe „Familienalltag mit Nora Imlau“ ihr neues Buch Felsenfest.
Wer hier ein klassisches Sachbuch mit konkreten Erziehungstipps vermutet, liegt jedoch falsch. Auf sympathische und verständnisvolle Weise liefert Imlau vielmehr einen Leitfaden, der Eltern dabei unterstützt, ihren eigenen Weg zu finden, um ihren Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu geben.
Im Kern knüpft sie dabei an die bedürfnisorientierte Erziehung an. Im Mittelpunkt stehen jedoch nicht nur die Bedürfnisse der Kinder nach Halt im Leben, sondern auch die der Eltern.
Anhand kurzer Geschichten und Gedichte zeigt sie, wie diese Gradwanderung im hektischen Alltag gelingen kann, ohne auf starre Regeln zu beharren. Dabei macht sie deutlich, dass die Bedürfnisse von Kindern ernst zu nehmen auch bedeutet, die eigenen Bedürfnisse nicht außer Acht zu lassen.
Ganz besonders machen dieses Buch die wunderbaren Illustrationen von Frau Annika. Wirkt das Cover zunächst noch sehr nach klassischem Sachbuch, strahlt das Innere des Buches Wärme und Geborgenheit aus, genau das, was wir auch unseren Kindern vermitteln möchten. Die bunten Bilder zeigen nicht nur alltägliche Situationen aus dem Familienleben, sondern spiegeln mit einem Augenzwinkern auch das kleine Chaos des Familienalltags wider, etwa durch die Kaffeeringe einer Tasse auf einer Buchseite.
Insgesamt ist Felsenfest ein wunderbarer Ratgeber, der auf ungewöhnliche und einfühlsame Weise Eltern darin bestärkt, ihren eigenen Weg in der Erziehung zu suchen und zu gehen.











