Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sheena01:
SOG von Sigurdardóttir Yrsa
Ein echter Pageturner!
Inhalt:
In Reykjavik wird eine Zeitkapsel gehoben, in die zehn Jahre zuvor Schüler im Rahmen eines Projektes Briefe gelegt hatten, in denen sie ihre Zukunftsvisionen für dieses Jahr beschrieben. Doch ein ungewöhnlicher Zettel sticht dabei hervor: Auf diesem werden noch für das laufende Jahr die Morde an einigen, nur mit ihren Initialen versehenen Personen angekündigt.
Anfangs wird dieser Zettel noch belächelt und als Kinderei abgetan. Dies ändert sich jedoch, als zuerst die abgetrennten Hände eines Unbekannten aufgefunden werden und in weiterer Folge noch andere verstümmelte Mordopfer aufgefunden werden. Ist der Mörder in den Reihen jener ehemaligen Schüler zu suchen, der Rache üben wollte, oder steckt ein irrer Serienmörder dahinter? Kommissar Huldar, der aufgrund seines Fehlverhaltens in seinen vorherigen Fall degradiert wurde, steht unter Zugzwang, um sich zu rehabilitieren. Bei seiner Recherche stößt er auf einen zwölf Jahre zurückliegenden Fall eines Sexualmordes an einem kleinen Mädchen. Steht der Mörder von damals mit den aktuellen Mordfällen in Verbindung?
Handlung;
Die Geschichte wird in unterschiedlichen zeitlichen Ebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dadurch gewinnt man zusätzliche Einblicke in das Seelenleben der einzelnen Charaktere und die daraus resultierenden Geschehnisse. Die einzelnen Handlungsstränge scheinen anfangs nichts miteinander zu tun zu haben, sie verknüpfen sich erst nach und nach. Das macht den Reiz des Ganzen aus, denn dadurch bleibt die Spannung über die gesamten 448 Seiten aufrecht.
Schreibstil:
Yrsa Sigurdardóttir schreibt flüssig und unglaublich spannend, dabei beschreibt sie die Geschehnisse schonungslos mit einer solchen Brutalität und konfrontiert den Leser bis an den Rand des Erträglichen detailliert mit Gewalt, wobei auch sie bei ihren Beschreibungen auch nicht davor zurückschreckt, kleine Kinder zum Zielobjekt des Täters werden zu lassen.
Charaktere:
Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya konnte man bereits im Vorgängerband „DNA“ als Ermittlerduo kennenlernen, beide haben alle Hände voll damit zu tun, ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Ein schlechter Start zu Beginn ihres Kennenlernens trägt sein Übriges dazu bei, dass die beiden auch an der Beziehung zueinander zu knabbern haben, wobei sie dabei recht unreif, bisweilen fast schon kindisch auftreten, was ihren Sympathiewerten beim Leser nicht unbedingt zu Gute kommt. Alle anderen Figuren sind jedoch sehr authentisch gezeichnet, was das Ganze sehr glaubwürdig macht!
Cover:
Das Cover mit seinem roten Schriftzug „Sog“ hinter einer durchbrochenen Mauer wirkt auffallend und zieht die Blicke förmlich auf sich, sodass man schon allein wegen des Covers zu diesem Buch greift.
Autorin:
Yrsa Sigurdardóttir wurde 1963 in Island geboren und schloss im Jahre 1988 ihr Bauingenieur-Studium als „Master of Science“ in Montreal ab und arbeitet seither als Ingenieurin am Kárahnjúka-Staudamm im Osten Islands.Sie wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Seltjarnarnes bei Reykjavík.
Meinung:
Yrsa Sigurdardóttir hat während der Erzählung den Leser völlig in der Hand. Durch die Beschreibung kleiner Banalitäten haucht sie den einzelnen Figuren Leben ein, und macht sie zum Teil so liebenswürdig, dass der Gedanken daran, dass ihnen womöglich etwas Böses widerfahren könnte, schier unerträglich wird. Die brutal beschriebenen Szenen sind nicht ohne, es werden Tabuthemen wie Vergewaltigung von Kindern aufgegriffen, was wirklich kaum erträglich zu lesen ist. Für mich insofern erschreckend, als dass das Buch auf einem realen Fall beruht, dieses Wissen macht das Ganze noch schlimmer. Die geschilderte Ungerechtigkeit, die den Jugendlichen Sigrún und Þröstur in diesem Buch widerfährt, und die beklemmende, ausweglose Lage, in der sich die beiden befinden, lassen den Leser vor Wut am liebsten laut aufschreien. Auch die seelischen Grausamkeiten, die ihnen von Seiten der Behörden und jener, die eigentlich ihrem Schutze dienen sollten, entgegengebracht werden, empfand ich als extrem belastend.
Persönliche Kritikpunkte:
Das Hick-Hack zwischen Huldar und Freya war mir persönlich schon zu viel, auch die zickigen und überzogenen Reaktionen Freyas waren ein wenig befremdlich, wenn man bedenkt, dass sie ausgebildete Psychologin ist, sollte man meinen, dass sie mehr Einfühlungsvermögen an den Tag legt.
Fazit
Ein unglaublich packender und schonungsloser Thriller, der aber sicher nichts für Zartbesaitete oder junge Mütter ist. Geschickt platzierte Wendungen halten die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht.
Rezensionen von Suska:
Stadt der Bären von Sigurdardóttir Yrsa
Stark wie das Eis und stur wie der Wald
Björnstadt ist eine kleine Stadt im Wald im Norden von Schweden. Die Winter hier sind lang und die Sommer kurz. Früher war hier mal mehr los, doch der Wohlstand und das soziale Leben schrumpfen immer weiter. Nur eines hält die Menschen hier zusammen und gibt ihnen Hoffnung: Das Eishockey. Und ganz besonders die Juniorenmannschaft rund um Mannschaftsstar Kevin, die bald im Halbfinale der Meisterschaften ihre große Chance hat und Björnstadt die Chance auf eine bessere Zukunft geben kann.
Bis eines Nachts etwas passiert, das die Gemeinschaft zu zerstören droht.
Ich habe bisher alle Bücher von Backman gelesen und liebe sie. Bei diesem Buch war ich anfangs etwas skeptisch, denn mit Eishockey kann ich wenig anfangen. Aber wenn es natürlich auch ums Eishockey geht, steht es trotzdem nicht im Mittelpunkt des Buches. Es könnte auch jede andere Mannschaftssportart sein. Es geht um ein ganzes Dorf, das schon bessere Zeiten gesehen hat, in denen Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, aber auch harte Arbeit und Wohlstand nah beieinander liegen. Es geht um eine Dorfgemeinschaft, die Hoffnung hat, Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auf Arbeitsplätze und Anerkennung. Und die diese Hoffnung plötzlich in Gefahr sehen und alles dafür tun, weiter träumen zu können. Die dafür auch zu weit gehen, die Augen verschließen und es nicht wahrhaben wollen. Und bald muss sich jeder Björnstädter fragen, auf welcher Seite er steht.
Backman versteht es in seiner für ihn so typischen Schreibweise eine Atmosphäre zu schaffen, die den Leser fesselt. Die einzelnen Charaktere sind ausführlich beschrieben und ausgearbeitet. Schnell kann man sich in die Personen hineinversetzen und entwickelt eine gewisse Bindung. Backman wiederholt häufig seine Schlüsselsätze, was absolut in seine Bücher passt und wodurch sich ein roter Faden durch den jeweiligen Abschnitt zieht.
Das Buch ist keine leichte Kost, die Sätze möchten aufmerksam gelesen, die Charaktere verstanden werden. Das Buch hat mich berührt, an vielen Stellen auch empört, und es hat mich auch mitfiebern lassen, sogar bei den Eishockeyspielen. Für mich ein Buch, dass sich in die Reihe der „unbedingt lesen“ Bücher einreiht.
Rezensionen von Alais:
Stadt der Bären von Sigurdardóttir Yrsa
Ein bärenstarker Roman mit überraschenden Wendungen, ernsten Themen und herzergreifenden Momenten
In dem kleinen, von Dunkelheit, Kälte und Arbeitslosigkeit geprägten Ort Björnstadt (von schwedisch „björn“ = der Bär) spielt Eishockey eine zentrale Rolle. So richten viele Björnstädter ihre Hoffnung auf die Eishockey-Juniorenmannschaft, deren Erfolg ihnen die Auswahl ihrer kleinen Stadt als Standort für ein neues Leistungszentrum und somit die Schaffung von Arbeitsplätzen sichern könnte.
Doch ist es wirklich das, was ein Eishockeyklub hervorbringen sollte: bärenstarke „Jungs, die nie verlieren“ (S. 37)? Nicht nur der ältere Eishockeytrainer Sune stellt sich diese Frage, denn bald geschieht etwas Schreckliches, das den Zusammenhalt der Björnstädter auf die Probe stellen wird …
Was auf den ersten Blick wie ein Eishockeyroman wirkt, ist eher das vielschichtige Portrait einer kleinen Stadt und ihrer Einwohner in einer Krise, die zum Teil das Beste, zum Teil aber auch das Schlechteste in den Menschen hervorbringt. Mich hat in diesem ersten Buch, das ich von diesem Autor lese, besonders beeindruckt, dass es Backman gelungen ist, dem Leser durch seine Schilderung eine Vielzahl von Romanfiguren nahezubringen und gleichzeitig vermeidet er Klischees und steckt er seine Figuren selten in Schubladen. Die Menschen in diesem Roman entwickeln sich weiter und es kommt zu wunderbaren Szenen, in denen Einzelne über sich hinauswachsen. Auch wenn der Autor realistisch bleibt, sehr ernste, bedrückende Themen auf glaubwürdige und sensible Weise behandelt und kein Heile-Welt-Blümchenland zeichnet, enthält dieses Buch auch viele wunderbare Momente voller Hoffnung. Dabei verpackt Backman diese ergreifenden Momente manchmal in ganz kleine Textabschnitte – das fand ich sehr beeindruckend.
Trotzdem spielt Eishockey in diesem Roman natürlich eine gewisse Rolle. Wer jedoch wie ich kein Sportfan ist, sollte sich davon nicht abschrecken lassen! Auch wenn Eishockey als äußerst brutale Sportart dargestellt wird und ich nach dem Lesen dieses Romans mit Sicherheit kein Eishockeyfan geworden bin, sind die mitreißenden Spielbeschreibungen Backmans sehr lesenswert.
Aber ich habe den Eindruck, dass es Backman eigentlich eher darum geht, wie wir Menschen miteinander umgehen. Und da er ein Autor zu sein scheint, der sich besonders gut in andere Menschen einfühlen kann und viel über die Mechanismen des menschlichen Zusammenlebens nachgedacht hat, empfand ich seinen Roman als bereichernd – manchmal nachdenklich leise, manchmal eher aktionsbetont, vor allem aber sehr vielschichtig und fesselnd.
Rezensionen von rewa:
16 Kurz(e)geschichten mitten aus dem Leben von Hubert Michelis
Geschichten, die das Leben schreibt
,,16 Kurz(e)geschichten mitten aus dem Leben´´ von Hubert Michelis beschert dem Leser existenzielle, authentische und wahre Geschichten die fast alle etwas gemeinsam haben- eine Person ist auf der Suche. Sei es nach Geld oder Achtung oder nach der Liebe und einem erfüllten Leben. Immer sind es Menschen, die entweder am Rande der Gesellschaft stehen oder in einer Beziehung sind und merken, dass ihr bisheriges Leben plötzlich nicht mehr so ist wie früher.
Bei manchen Geschichten wird einem klar, was es bedeutet arm zu sein, verlassen von Familie und Freunden und wie ungerecht die soziale Gesellschaft doch sein kann, wo man zum Nachdenken beginnt.
Berührende Erzählungen findet man ebenso, wie Geschichten, die ein wenig zynisch angelegt sind und den Leser dadurch provozieren, dass man nicht alles, was uns im Alltag umgibt einfach hinnehmen und akzeptieren soll.
Es gibt doch einige Geschichten, die immer wieder um ähnliche Themen kreisen wie ein Mann der hart arbeitet und von seiner Frau nicht geschätzt wird oder vom Leben enttäuschte Menschen, die ihren Frust im Alkohol ertränken.
Dass bei so vielen Geschichten nicht alle den Geschmack des Lesers treffen können ist klar, aber man kann sich einige heraussuchen, vor allem die, die emotional und berührend sind und zeigen, dass es viele Menschen gibt, die oft nur eine Hand brauchen die man ihnen entgegen streckt.
Rezensionen von Nepomurks:
Yin Yoga für die Faszien von Sonja Zernick-Förster
Ein wirklich tolles und brauchbares Buch!
Sonja Zernick-Förster legt hier mit „Yin Yoga für die Faszien“ (Südwest Verlag, 2017) ein Buch vor, das für mich von allen Inhalten her bislang das beste Buch ist, das ich zum Thema Yin Yoga gelesen habe. Das Besondere an diesem Buch ist, dass die Autorin einen maßgeblichen Schwerpunkt auf Hinzunahme von gängigen Hilfsmitteln wie Decken, Kissen und Bolster setzt - was mir persönlich auf jeden Fall sehr entgegenkam! Die Übungen sind allesamt variierbar und man hat jeweils verschiedene Optionen, ein Asana auf die individuell bestmögliche Weise durchzuführen.
Das Buch ist im Ganzen zudem sehr gut strukturiert, absolut verständlich und mit sehr deutlichen Foto-Darstellungen zu allen Übungen und Varianten versehen.
Zunächst schildert Sonja Zernick-Förster die Hintergründe zum Thema Yin Yoga und Faszien / Bindegewebe. Hatte ich bei anderen Büchern manchmal das Gefühl, dass sie zu sehr ins ‚Esoterische‘ abdriften, kann ich das zu diesem Buch überhaupt nicht sagen. Die Inhalte sind sachlich und informativ beschrieben und die Abbildungen logisch im Aufbau. Es werden zwar auch die Meridiane („Leitbahnen“) beschrieben und diese wiederum nach Yin Yoga Schema erläutert, doch fand ich es in diesem Fall sehr anschaulich, vor allem aber glaubwürdig! Für mich gab es nach dieser gelungenen Einführung bezüglich Faszien und Yin Yoga erst einmal keine Fragen mehr.
Bevor es dann weiter geht zum praktischen Teil und man zu den einzelnen Übungen kommt, erklärt die Autorin auch noch einmal ziemlich ausführlich, welche Hilfsmittel man für die richtige und entspannte Durchführung der Asanas tatsächlich benötigt und welche Alternativen man ggf. benutzen kann. In einer Tabelle wurden hierzu wirklich einmal ganz gezielt alle gängigen Hilfsmittel mit Tipps von der Autorin aufgeführt und beschrieben. Das fand ich für mich persönlich sehr hilfreich, denn es wird genauestens erklärt, in welcher Form die Hilfsmittel zum Einsatz kommen und wie groß, bzw. von welcher Beschaffenheit sie sein sollten. Ich habe mir im Anschluss an die Beschreibungen selber noch einmal ein neues Bolster bestellt und komme nun gut mit den Übungen zurecht!
Die praktischen Darstellungen waren dann für mich ebenfalls wieder ein Highlight, weil hier wie eingangs beschrieben endlich einmal die gängigen „Yin-Yoga-Asanas“ mit Hilfsmitteln dargestellt werden. Gezeigt wird immer erst einmal die „Ausgangshaltung“ auf die dann meist mehrere Abstufungen zum Leichteren folgen. So kann jeder für sich eine Variante erproben und das Yin Yoga „richtig“ ausführen, bzw. korrekt wirken lassen. Die jeweiligen Anleitungen, Hinweise und Ratschläge waren für mich absolut toll strukturiert und im Aufbau sehr gut verständlich. Die bebilderten Darstellungen waren recht clean und schlicht, aber mit direkten Hinweisen versehen, so dass die Körperhaltungen immer gut zu erkennen sind und weiß, worauf man in der Haltung zu achten hat. Zudem ist jede Übung einer Ausrichtung (Vorbeuge, Rückbeuge, Kreuz, etc..) zugeordnet und es gibt neben dem Worttext noch eine dezente Abbildung, welche „Meridiane“ und Körperbereiche im Einzelnen bearbeitet werden.
Zum Abschluss hat Sonja Zernick-Förster einige Asanas zu Sequenzen mit einer Dauer von etwa 50-60 Minuten zusammengestellt, die sich auf jeweilige Körperregionen beziehen (z.B. Schulter, aber auch ganzheitliche Übungen). Die Abläufe sind hier meiner Meinung nach gut zusammengestellt, man kann sich allerdings auch eigene Sequenzen erstellen. Ich komme selber z.B. gut mit den ganzheitlichen Übungen zurecht und finde auch die zwischenzeitlichen „Ausgleichsübungen“ ganz toll.
Insgesamt gefällt mir das Buch einfach extrem gut. Ich habe längere Zeit nach solch einem klar und einfach strukturiertem Buch mit gut durchführbaren Asanas gesucht und bin nun endlich fündig geworden. Meines Erachtens hat Sonja Zernick-Förster hier einen perfekten Yin-Yoga-Leitfaden zusammengestellt, der wirklich Spaß beim praktischen Herumprobieren macht! Von mir eine absolute Empfehlung, deshalb 5 Sterne.
Rezensionen von yellowdog:
Yin Yoga für die Faszien von Sonja Zernick-Förster
Im Havelland
Gestresst und entnervt bin ich aus dem Büro nach Hause gekommen und habe mich mit diesem Buch auf die Couch gelegt und bin gleich darin versunken. Hervorragend, das brauchte ich jetzt.
Der Roman ist gut lesbar, hat einen interessanten Plot und gute, wenn auch nicht so außergewöhnliche Figuren.
Die Icherzählerin gerät an eine außergewöhnliche Stellung, sie betreut einen Kriminalisten, der nach einer Verletzung teilweise gehandicapt ist, sich aber dennoch weiterhin in Kriminalfällen als Profiler engagiert.
Die Idee mit dem lückenhaften Kurzzeitgedächtnis gab es allerdings schon öfter.
Verena und Carl werden schnell ein funktionierendes Team. Dann gibt es da noch ein Kind, Verenas Nichte, um die sie sich kümmert. Weitere gute Nebenfiguren sind der Colonel, Stella und Carls Tante.
Originell, dass der Roman im Havelland handelt. Fontanes berühmtes Gedicht von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ist dem Roman vorgestellt und wird sogar im Verlaufe der Handlung thematisiert.
Diese Gegend wirkt eigentlich nach dem kalten Dunkelland, für das manche Deutschland halten.
Der Kriminalfall selbst ist relativ unspektakulär, aber es geht ja auch mehr darum, das neue Team in diesem ersten Teil einer möglichen Reihe vorzustellen. Ich war zufrieden!
Rezensionen von vielleser18:
Stadt der Bären von Sonja Zernick-Förster
Fesselnder und emotionaler Roman
Björnstadt, eine kleine Stadt weit im Norden von Schweden. In ihr leben reiche und arme, junge und alte, verbissene, verträumte, engagierte, verbitterte, hoffende, suchende und trauernde Menschen. Doch sie werden geeint von dem Sport, der in Björnstadt gespielt wird und der sie alle verbindet, als Spieler oder Trainer, als Eltern, ehemalige Spieler oder Fans: vom Eishockey.
Nachdem vor Jahrzehnten die Seniormanschaft beinahe mal schwedischer Meister geworden wäre, ist das erklärte Ziel aller, es einmal bis an die Spitze zu schaffen. Nun fehlt der Juniorenmannschaft nur noch zwei Siege um schwedischer Juniorenmeister zu werden. In diesem Umfeld von geballter Energie, Erwartungen, Druck und Euphorie passiert etwas, dass den ganzen Ort zu zerreissen droht......
Backman erzählt sehr beeindruckend und schafft es dabei vor allem, dass wir uns in die vielen Charakteren, die in Björnstadt leben, hinein versetzen können.
Allen voran an die 16jährige Maya und ihre Freundin Ana, in die Spieler der Juniorenmannschaft, Kevin, Benji, Bobo, in Amat, den Nachwuchsspieler, aber auch in die Eltern von Maya, Mira und Peter, um nur einige aufzuzählen. Jeder kommt bei Backman "zu Wort", der Autor erzählt aus vielen Perspektiven und verliert dabei nicht den roten Faden, der durchs Buch zieht und dem der Leser gespannt und gebannt folgt. Denn auch wenn es viele Protagonisten gibt, die Erzählperspektive oft wechselt, trägt dies hier zum Spannungsaufbau bei, und verwirrt nicht, nachdem man sich eingelesen hat.
Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie mich diese Geschichte, die sehr schnell sehr emotional wird, berührt hat. Backman hat mich beeindruckt mit diesem Buch, dass so viele menschliche Facetten wiedergibt, so vieles in Worte zu fassen vermag, was in einer menschlichen Gemeinschaft an Reaktionen, Aktionen, Handlungen, Hoffnungen, Enttäuschungen möglich ist. Man fühlt als Leser mit, man leidet mit, man ist wütend, man bangt und hofft.
Die ganze Story ist zudem auch realistisch erzählt und zeigt, wie eine Gemeinschaft sich verändern kann, sich spalten kann, wie sie sich als Masse mitziehen lässt und falsche Urteile fällen kann.
Backman hat mich schon mit seinen Vorgängerromanen überzeugen können, weil er Gefühle und die verschiedenen menschichen Beweggründe mit großer Tiefe in Worte verpacken kann.
Dieser Roman ist jedoch - bisher - sein Meisterwerk.
Fazit:
Beeindruckende, fesselnde, emotionale Erzählung über viele menschliche Facetten, Gefühle und Aktionen
Rezensionen von Rebecca1493:
Stadt der Bären von Sonja Zernick-Förster
Ganz anders als Teil 1, aber mindestens genauso gut
Ein junger Mann mit dichtem Bart in Rottönen gehalten, dessen Silhouette in die Berliner Skyline übergeht - damit haben sich die Gestalter des Titelbildes selbst übertroffen. Auch wenn nicht ganz meinen Vorstellungen von Leos Gesicht trifft, hat mich das Cover trotzdem überzeugen und sogar das des ersten Teils übertreffen können.
Anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass der Klappentext leider nur sehr vage gehalten und mir einen völlig falschen Eindruck bezüglich der darauffolgenden Geschichte geliefert hat. Dass sich dieser Teil vor allem um Milas und Leos Alltagssorgen und Nöte dreht, wird überhaupt nicht aufgegriffen und lässt eher auf eine 0815-Liebesgeschichte, die nur so vor sich hin tröpfelt schließen. Wirklich schade! Aber davon habe ich mich, nachdem ich "Das Leben zwischen Jetzt und Hier" verschlungen habe, nicht abschrecken lassen und wurde umso mehr dafür belohnt.
Auf die Fortsetzung der Zartbitter-Reihe hatte ich schon lange sehnsüchtig gewartet, denn wer Band 1 kennt weiß, dass es sich Autorin Cara Mattea sehr bei den Recherchen für ihr Buch ins Zeug legt und dadurch einen sehr guten Einblick in die Medizin- und Modewelt vermittelt. Umso größer war die Freude über das Erscheinen ihres zweiten Liebesromans, der sich thematisch doch sehr von ihrem Debüt unterscheidet (auch wenn der Klappentext eher etwas anderes aussagt).
Das zentrale Thema des Buches ist die Bewältigung des Alltags in einer frischen Beziehung, etwas, das die beiden durch Leos Erkrankungen zunächst fast gar nicht miteinander erleben konnten. Aber der Alltag hat eben nicht nur seine positiven Seiten, sondern bringt auch so mancherlei Problem mit sich, mit dem sich Leo und Mila auseinandersetzen müssen. Ihre im Vergleich zum vorherigen Teil doch eher weniger besorgniserregenden Sorgen und Nöte haben mich als Leserin auch fast an den Rand der Verzweiflung und der Geduld mit den beiden gebracht. Die Zwei hatten wirklich ein Händchen dafür sich gegenseitig auf die Palme zu bringen, aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.
Neben diesen Reibereien rückt aber auch ein entscheidendes Detail aus Leos Vergangenheit in den Vordergrund, das ich irgendwie schon ein wenig erahnt hatte. Es wirbelt auf jeden Fall einiges durcheinander und vor allem Leo hat natürlich ganz schön daran zu knabbern, was zu einigen Kurzschlussreaktionen seinerseits führt, die mich mehrfach zwischen einer Umarmung und einer Kopfnuss für ihn haben schwanken lassen.
Die Geschichte war wieder einmal sehr flüssig zu lesen und konnte mich dazu hinreißen das Buch nach nicht einmal zwei Tagen zu beenden. Vor allem zum Ende hin waren wieder sehr viele Emotionen wie wir Leser das schon von Band 1 kennen im Spiel und meine Augen blieben alles andere, aber ganz bestimmt nicht trocken. Haltet also Taschentücher bereit, wenn ihr euch ein neue Reise mit Mila und Leo begebt. Ihr werdet es sicher nicht bereuen!
Fazit: Eine Fortsetzung, die mich auf eine emotionale Reise mitgenommen hat, aber auf ganz andere Art und Weise wie noch im ersten Teil.
Rezensionen von AngiF:
Leben 3.0 von Tegmark Max
Unsere Zukunft
Als ich den Professor das erste Mal im schwedischen Fernsehen gesehen habe und er über sein neuestes Werk sprach, hatte ich zuvor noch nicht von AI gehört und fragte meinen Mann, was es bedeute, er sagte, die Computer sollen eigenständig Programme schreiben, um uns zu unterstützen, uns zu helfen.
Daraufhin fragte ich, woher die Computer denn wissen könnten, was gut für uns und nicht nur gut für sie sei. Das sei genau der Punkt: den Computern zu lehren, was gut für uns ist und sie daraus lernen zu lassen. Damit war ich gefesselt und wollte dieses Buch unbedingt lesen. Was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht! Ja, dieses Buch ist keine leichte Kost, das muss ich zugeben. Doch mit Konzentration und meiner vollen Aufmerksamkeit kann ich das Wissen und die Thesen verarbeiten, die Max Tegmark beschreibt. Er tut dies in lebendiger und verständlicher Sprache. Unterstützt werden seine Worte durch zahlreiche, hilfreiche Abbildungen und Tabellen sowie Auflistungen. Belohnt werde ich als Leserin mit fundiertem Wissen und Thesen aus einer vielleicht gar nicht mehr so allzu entfernten Zukunft.
Meine Bewertung: fünf von fünf möglichen Sternen und natürlich empfehle ich das Buch weiter. Leser, die einen Blick in die Zukunft werfen möchten und wissen möchten, wie wir bald mit unterstützender, künstlicher Intelligenz leben werden und wie der Weg dahin aussehen könnte. Wissenschaftliches Wissen, das an Strartrek erinnert, und doch schon längst genutzt wird.
Rezensionen von yesterday:
Origin von Brown Dan
Robert Langdon am Puls der Zeit mit gewohntem Muster und leichten Längen
Zum fünften Mal schickt Dan Brown Robert Langdon in den Ring rund um mysteriöse Zeichen, Symbole und Geheimnisse der Weltreligionen. Das bewährte Muster wird auch wieder aufgegriffen: an seiner Seite für die Dauer dieses Abenteuers in Spanien ist Ambra Vidal, Museumsdirektorin und womöglich bald eine sehr einflussreiche Frau ihres Landes.
Ein ehemaliger Student Langdons, Edmond Kirsch, behauptet, herausgefunden zu haben, woher die Menschheit stammt und was mit uns passieren wird. Langdon ist also in Bilbao, wo Kirsch seine Ergebnisse präsentieren will und muss dann eine tragische Wendung des Events mitansehen.
Vielmehr lässt sich über die Geschehnisse nicht schreiben, ohne zu viel zu verraten. Wer aber schon mindestens eines der vier anderen Langdon-Bücher kennt, kann ungefähr erahnen, was passiert und was Langdon und Vidal schlussendlich gelingen wird. Auf dem Weg, die Menschheit wieder einmal zu verblüffen und Gläubige aus den Angeln zu heben, trotzen beiden sämtlichen Gefahren relativ effizient. Auch kinotaugliche-James-Bond-Szenen sind (wieder) vertreten.
Punkten kann Brown in diesem Thriller vor allem mit wie üblich detailliertem Hintergrundwissen zu Organisationen wie den Palmarianern oder exzellenten Ortskenntnissen, hier unter anderem Bilbao, Madrid und Barcelona. Dies kaschiert die über weite Strecken etwas sehr stringente und wenig abwechslungsreiche Handlung. Auch hätte manchen Abschnitten eine Kürzung gut getan.
Abgesehen davon ist das Buch am Puls der Zeit, gerade biologisch und chemisch bewandte Leser werden ihre Freude haben, basieren doch Kirschs Entdeckungen einerseits stark auf Naturwissenschaften. Andererseits - und hier ist diese Geschichte nicht nur aktuell, sondern unserer Zeit sogar noch ein Stück voraus - spielt dabei auch die “KI”, die künstliche Intelligenz eine Rolle. Brown versucht hiermit auch, den Menschen eine vielleicht nicht vollkommen neue, aber doch wenig präsente Sicht auf die uns so nützlichen Geräte wie Computer und Smartphones zu präsentieren und kann sich sicher sein, dass gewisse Themen noch lange nach Ende der Lektüre kontrovers diskutiert werden werden.







